Mittwoch, 2. Mai 2012

Die Elfen vom Borkenwald

Ich wollte euch ja nach und nach meine Geschichten vorstellen und beginne heute mit der einzigen FanFiction, die ich jemals verfasst habe:


Fantasy-FanFiction, 2003 – 2004

Ich bin ein großer Fan der amerikanischen Comicserie Elfquest von Wendy & Richard Pini. Die Hefte existieren seit den späten 70ern und erfreuen sich bis heute einer weltweiten, sehr treuen Fancommunity.

Dies sind meine ersten FanFiction-Versuche, die in den Jahren 2003 und 2004 entstanden. Damals war ich sehr aktiv in der deutschsprachigen Fan-Szene. Bis heute wird einmal jährlich, meist während Pfingsten oder Himmelfahrt, eine mehrtägige Elfquest Convention veranstaltet, zu der manchmal mehr als 100 Fans aus Deutschland, Österreich und der Schweiz anreisen.

Bis 2005 hatte ich an jeder Con teilgenommen. Die waren immer super. Sie fanden meist auf einer Burg statt und es gab immer ein richtig volles Programm mit Workshops, Vorträgen, Live-Rollenspiel und, und, und. Mich fand man am ehesten in den kreativen Workshops, wo gezeichnet und gemalt wurde oder bei den Bogenschützen. Es gab eine Website von Fans für Fans, wo wir alle unsere Bilder hochluden und gegenseitig kommentierten.

Dort wurden auch jede Menge FanFictions veröffentlicht. Es reizte mich, einmal meine eigene FanFiction zu schreiben, um herauszufinden, wie schwierig das eigentlich ist. Ja, ich finde es sogar ziemlich schwierig, denn man muss seine eigenen Ideen, seine eigene Fantasie in eine bestehende Welt mit vorgeschriebenen Regeln „hineinpressen“. Dreimal habe ich es geschafft. Diese drei Geschichten habe ich in dem hier vorliegenden Büchlein „Die Elfen vom Borkenwald“ veröffentlicht.

Ich wollte keine existierenden Charaktere verwenden. Ich entschied, meinen eigenen Elfenstamm zu erfinden. Ich siedelte ihn im – ebenfalls von mir erfundenen – Borkenwald an. Ihr Aussehen und ihre Fähigkeiten entsprachen dem, was von den Pinis vorgegeben worden war. Es gab zum Beispiel Telepathie, Baumformen und Heilen. Auch die Feinde der Elfen, die Menschen und Trolle, kamen in meinen Geschichten vor. Und bei der Hierarchie im Stamm orientierte ich mich an den Wolfsreitern, wie sie von Wendy Pini erdacht worden waren. Meine wichtigste Figur war die alte Elfe Federhaar, die sich wie ein roter Faden durch jede meiner Geschichten zieht, mal als Nebenfigur, mal als Hauptfigur.

Um die Geschichten lesen und die Zusammenhänge verstehen zu können, muss man nicht zwangsweise die Comics und das Universum kennen, das die Pinis geschaffen haben. Ich hatte meine Geschichten bewusst so verfasst, dass auch Außenstehende, die einfach nur Fantasygeschichten und Elfen mögen, voll auf ihre Kosten kommen.

In der Geschichte Das Findelkind finden die Elfengeschwister Einblatt und Splitter ein Menschenbaby allein auf einer Lichtung. Die alte Federhaar erwischt sie und erklärt ihnen, warum die Menschen das Kind dort zurückgelassen haben. Es handelt sich um ein traditionelles Ritual, das jedoch sehr gefährlich für das Baby werden und im schlimmsten Fall sogar tödlich enden kann. Die Elfen wollen das verhindern und werden einen Tag lang zu den Schutzengeln des Menschenkindes.

In der Geschichte Grünbaums erste Jagd bricht der junge Elf Grünbaum allein zu seiner ersten Jagd auf, nachdem er zu frustriert darüber ist, von seinem älteren Bruder Grünspeer und den anderen Jägern gesagt zu bekommen, dass er noch kein vollwertiger Jäger sei. Er entdeckt ein Beutetier, gerät bei dessen Verfolgung jedoch in eine von Menschen gelegte Falle, aus der er sich nur knapp befreien kann, weil er in dieser gefährlichen Situation erkennt, welchen Nutzen seine pflanzenformerischen Fähigkeiten wirklich haben.

In der dritten Geschichte Die Höhle hinterm Wasserfall sind die Elfen vom Borkenwald gerade erst in ihrem neuen Zuhause angekommen. Häuptling Lichtpfeil und die alte Federhaar, die fühlen kann, wenn irgendwo alte Magie aktiv ist, erkunden eine seltsame Höhle, die sich hinter einem Wasserfall verbirgt. Mit Schrecken müssen sie feststellen, dass diese Höhle nicht unbewohnt ist und dass ihr monströser Bewohner eine tödliche Gefahr für den ganzen Stamm bedeuten kann. Kurzerhand nehmen sie zu zweit den Kampf gegen die Bestie auf.

Zwei weitere Geschichten liegen immer noch unvollendet auf meiner Festplatte. Ich glaube nicht, dass ich sie jemals abschließen werde. Ich habe mich weiterentwickelt und schreibe lieber meine eigenen Geschichten in meiner eigenen Welt. Dennoch sind diese drei Kurzgeschichten wichtige Meilensteine für mich.


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