Freitag, 15. Juni 2012

Die Gartenpforte


Kurzgeschichte, Mystery, 2011

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Die Entstehung dieser Geschichte hat mich viel Kraft gekostet. Sie liegt mir von allen bisherigen Geschichten am meisten am Herzen. Ich habe sehr viel Arbeit und Zeit hineingesteckt und sie so oft überarbeitet wie keine andere. Fast ein Jahr hat es gedauert, bis sie fertig und ich endlich zufrieden war.
Laut Klappentext erzählt in dieser Geschichte ein Mann namens Theodor nach dreißig Jahren zum ersten Mal, wie seine Frau Theresa verschwand und was die seltsame Gartenpforte mitten in seinem Garten damit zu tun hat.
Dabei hatte ich ursprünglich eine ganz andere Idee im Kopf. Vielleicht sollte ich erst einmal erzählen, was mich inspiriert hat. Als meine Kinder noch kleine Babys waren, ging ich sehr viel mit dem Kinderwagen spazieren. Wir haben bei uns im Ort ein Viertel namens Westend, an dessen äußerem Ende Häuser mit sehr schönen Gärten liegen. Ein Weg führt an ihnen vorbei. Auf der anderen Seite liegen Wiesen, Felder und der Wald. Eine schöne Ecke. Einen Garten habe ich immer ganz besonders geliebt. An ihm hielt ich manchmal an und schaute ihn fasziniert an. Er lag allein auf der Wiesenseite und schien zu dem Haus gegenüber zu gehören. Er war ziemlich verwil
dert, doch das schien mit Absicht so zu sein. Er wirkte wie ein romantisches, verzaubertes Stückchen Erde, auf dem Magie selbstverständlich sein mochte. Ich dachte jedes Mal, wenn es Elfen wirklich gibt, dann findet man sie hier.
Dementsprechend fingen meine Gedanken an zu rotieren. Ich stellte mir den Garten als einen magischen Ort vor, einen Ort, an dem Dinge passieren konnten, der den Zugang zu fremden Welten ermöglichte. Theodor und Theresa waren von Anfang an dabei. Jedoch machte ich aus Theresa anfangs eine Elfe, die unerkannt unter den Menschen lebte, weil sie sich in Theodor verliebt hatte. Ich dichtete eine Nichte dazu, die ihren Sommer bei Theodor verbrachte und hinter das Geheimnis der beiden kam. Aber irgendwie kam ich damit nie so richtig weiter.
Zuerst definierte ich die Sache mit dem Tor. Ich entschied mich dafür, ein richtiges Tor zu verwenden, ebenjene Gartenpforte, die der Geschichte schließlich den Titel verlieh. Um sie noch ungewöhnlicher zu machen, setzte ich sie zusätzlich mitten in den Garten und nicht dorthin, wo Gartenpforten für gewöhnlich sind, nämlich im Zaun, der den Garten umgibt.
Aber das reichte noch nicht. Ich wollte der Geschichte insgesamt eine ganz andere Stimmung verpassen. Es sollte nicht so märchenhaft, sondern eher unheimlich-mysteriös werden. Also musste das mit den Elfen wieder raus. Und dann hatte ich die Idee, die ich am Ende auch genauso umgesetzt habe. Das Gartentor war keine tolle Möglichkeit, sondern eine Gefahr für jeden, der ihm nahe kam, der verrückt genug war, es zu öffnen. Und damit das auch für jeden Leser klar wurde, brauchte ich ein Opfer. Deshalb ließ ich Theresa in dem Tor verschwinden. Um das Ganze noch geheimnisvoller und spannender zu gestalten, schrieb ich die Geschichte wie einen Rückblick. Theodor erhält dreißig Jahre später Besuch von seiner Nichte (könnte aber auch ein Neffe sein…) und erzählt ihr (oder ihm…) die wahre Geschichte. Das gab mir am Ende die Möglichkeit, nach dem ersten Höhepunkt, nämlich Theresas Verschwinden, noch einen draufzusetzen, so dass Theresa nicht das einzige Opfer des unheimlichen Gartentors bleibt.
Ich habe die Geschichte auf Bookrix hochgeladen und sie dann noch einmal überarbeitet, weil ich immer noch Makel entdeckte. Mittlerweile bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich entschieden habe, dass sie fertig ist.
Die hier vorliegende Version habe ich zu einer Ausschreibung des Net-Verlages mit dem Thema „Weltentore“ eingesandt. Vor kurzem erhielt ich die gute Nachricht, dass sie angenommen wurde und demnächst in der Anthologie "Geheimnisvolle Weltentore - Band 1" erscheint.

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