Samstag, 8. März 2014

Buchtipp - Craig DiLouie: "Mit Zähnen und Klauen"


Bild: Luzifer-Verlag
 Der apokalyptische Horrorroman "Mit Zähnen und Klauen" war mein erstes Buch vom amerikanischen Autor Craig DiLouie. In Deutschland erschien die Geschichte im kleinen, feinen Luzifer-Verlag. Ich hatte das Glück, ein Exemplar als Ebook zu gewinnen und machte mich sogleich an die Lektüre.

Im Großen und Ganzen lässt sich das Buch mit dem fies-genialen Cover problemlos in das Untergenre der Zombie-Fiction einordnen, obwohl es sich hier streng genommen nicht um Zombies handelt, die die Menschheit bedrohen. Wir befinden uns in New York. Erst wird die Zivilisation von einer Art fieser Grippe namens "Hongkong Lyssa" dahingerafft, dann mutiert die Seuche zur nächsten Stufe: Die Tollwütigen kommen. Und sie zerfetzen alles, was ihnen zwischen die Zähne und in die Klauen kommt - sprichwörtlich.

Wir verfolgen die grauenhaften Geschehnisse aus Sicht einer Militäreinheit, die gerade erst frisch aus dem Irak abkommandiert worden ist, um ihr Land nun vor der eigenen Haustür zu verteidigen - gegen einen schier übermächtigen Feind. Einen eindeutigen Protagonisten gibt es nicht, stattdessen wechselt die Perspektive ständig zwischen einer Handvoll ausgewählter Charaktere hin und her. Das und die Tatsache, dass ich absolut keine Ahnung von Militär, militärischen Fachausdrücken und Rängen habe, machte es mir vor allem anfangs etwas schwer, in die Handlung reinzukommen. Wer ist wer? Wer hat etwas zu sagen, wer trifft die Entscheidungen? Was genau ist die Mission, und wer legt sie fest? Irgendwann aber gelang es mir, mich einfach auf die Geschichte einzulassen. Spätestens ab den Ereignissen in dem Forschungslabor war ich mittendrin und verfolgte atemlos, wie New York einfach überrannt und ausgelöscht wird.

Seltsam distanzierter Stil, der aber zu faszinieren und zu bannen weiß, gewürzt mit einem Schuss Zynismus und dezent garniert mit ein wenig Gesellschaftskritik. Lässt sich sehr gut lesen, und man muss auch nicht unbedingt Experte für Militär und Waffenkunde sein. Verdammt hart und düster und deshalb definitiv nichts für Feingeister und Lebensbejaher, die auf ein Happy End beharren, so viel darf ich verraten. Ich entdecke ja die Zombieliteratur gerade erst für mich und glaube, mit Craig DiLouie einen der beeindruckendsten Autoren dieses Genres gefunden zu haben.

Ich verleihe diesem Buch 4 von 5 bluttriefenden Punkten.

"Mit Zähnen und Klauen" von Craig DiLouie ist im Luzifer-Verlag erschienen und als Print und eBook erhältlich.

1 Kommentar:

Carmen Weinand hat gesagt…

Oha, Militär und so? Das ist ja nicht wirklich mein Ding, aber Zombies bekommen immer eine Chance. Danke für die Buchbesprechung :-)