Mittwoch, 19. März 2014

Leipziger Autorenrunde 2014 - Nachlese


 
Wilhelm Uschtrin

Während der LBM 2014 hatte ich das Vergnügen, an der Leipziger Autorenrunde teilzunehmen. Sie fand am Messesamstag im Congress Center der Messe statt und dauerte von 10 bis etwa 17 Uhr fast den ganzen Tag. Glücklicherweise hatte ich mich schon am Tag zuvor auf der LBM umsehen können, sonst hätte ich gar nichts weiter mitbekommen! Statt also durch überfüllte Hallen zu laufen, überteuertes Messejunkfood zu konsumieren und mein ganzes Taschengeld für Bücher auszugeben, blieb ich im CCL und erlebte eine Veranstaltung für Autoren, bis zum Bersten gefüllt mit Informationen, hilfreichen Tipps, interessanten Einsichten und vielen Inspirationen. Und lecker Schnittchen, Kuchen und Kaffee gab es auch noch!

David Gray
Die Leipziger Autorenrunde fand - passend zum Konzept - an insgesamt zehn runden Tischen statt, an denen sich immer ein Experte zu einem bestimmten Thema fand, um den sich dann die interessierten Autoren versammelten, erst aufmerksam lauschten und später ihre Fragen stellten und diskutierten. Es gab drei Sessions à zwei Runden. Leander Wattig, der das Ganze moderierte, achtete auf die Einhaltung der Zeiten und gab jeweils das Kommando, wenn eine Runde beendet werden musste, um der nächsten Platz zu machen. Dann gab es jedes Mal das große Gerenne und Stühlerücken, bis jeder Teilnehmer am Tisch seiner Wahl Platz genommen hatte.

André Hille

Erstaunlicherweise (obwohl, warum nicht?) liefen die fliegenden Wechsel trotz des Gewusels immer entspannt und friedlich ab; Streits um weggenommene Sitzgelegenheiten erlebte ich jedenfalls nicht. Und wenn sich mal mehr als die vorgesehenen zehn Teilnehmer für eine Runde interessierten, war es überhaupt kein Problem, dass sich weitere Zuhörer in zweiter Reihe dazugesellten. Auch die Lautstärke war gut auszuhalten. Die Experten gaben sich größte Mühe, laut und deutlich zu sprechen, und die Zuhörer sperrten ihre Lauscher so weit wie möglich auf und schwiegen konzentriert, damit sie alles mitbekamen.

Die Themen waren weit gefächert und boten ein Spektrum, aus dem sich jeder Teilnehmer in jeder Runde etwas herausfischen konnte, das ihn besonders interessierte. Eigentlich gab es sogar so viele spannende Themen, dass ich mehr als einmal eine Münze hätte werfen müssen, um mich zu entscheiden.

Das waren die Expertenrunden, bei denen ich dabei war:

Silke Buttgereit

Wilhelm Uschtrin stellte die ganz neu gegründete Autorenwelt vor und holte sich bei uns Anregungen und Wünsche ein, damit diese Community eines Tages die erste Adresse für Autoren und alle anderen Aktiven des Literaturbetriebs werden würde. Der Filmkritiker und Drehbuchautor David Gray sprach über die Gestaltung des Bösewichts im Spannungsroman - mein Lieblingsthema an diesem Tag. André Hille arbeitete mit uns an der Sprache und zeigte anhand von konkreten Beispielen die feinen Unterschiede zwischen richtig und falsch eingesetzten Metaphern, sprach über Kitsch, Klischee und Rhythmus und zeigte uns, wann man kitschig sein darf und in welchem Maße.

Silke Buttgereit, die WebAgentin, stellte die Möglichkeiten vor, die ein Autor hat, um mit Hilfe von sozialen Netzwerken zu werben und sein Image aufzubauen. Ein weiteres Highlight für mich war die Runde mit Matthias Matting, dem Mann, der hinter der Self-Publisher-Bibel steckt und den eBook-Markt so gut kennt wie seine Westentasche. Er zeigte uns, wie man sein eBook am effektivsten vermarktet. Zu guter Letzt saß ich am Tisch von Susanne Pavlovic, besser bekannt als die "Textehexe". Die Lektorin und Autorin plauderte aus dem Nähkästchen und verriet uns wertvolle, praktische Tipps zum Selbstlektorat.
 
Matthias Matting

Ein besonderes Schmankerl war das Angebot der Fotografin Birgit-Cathrin Duval, die nicht nur einen runden Tisch zum Thema "Das perfekte Autorenporträt" abhielt, sondern auch gleich noch alle Teilnehmer vor Ort ablichtete. Sie macht tolle Porträtfotos. Ich bin ganz gespannt auf mein Foto, das ich dann auch als Profilfoto im Internet verwenden darf.

Am Ende des Tages rauchte mir der Schädel, und ich genoss es, bei der Happy Hour zum Abschluss bei einem Glas Wein noch mit der einen oder anderen Kollegin zu fachsimpeln oder einfach nur zu klönschnacken, wie man in meiner nordischen Heimat sagt. Unglaublich, was ich an diesem Tag alles an Informationen aufgesaugt und mitgenommen habe. Auch schön, dass mancher Experte später noch seine Unterlagen per E-Mail an uns Teilnehmer schickte. An dieser Stelle ein großes Danke an André Hille von der Textmanufaktur und die Textehexe!
 
Susanne Pavlovic

Überhaupt geht mein Dank an die Organisatoren und Initiatoren der Leipziger Autorenrunde, ganz besonders noch einmal an neobooks, bei denen ich das Ticket für diese tolle Veranstaltung gewonnen hatte. Es wird auch im nächsten Jahr eine Leipziger Autorenrunde geben. Vielleicht werde auch ich wieder dabei sein.

Leipziger Autorenrunde

Literaturcafe

Kommentare:

David hat gesagt…

Hallo Jana, na danke dass ich bei Dir Lieblingsthema zur Autorenrunde 014 war ;-)

LG David

Roy O'Finnigan hat gesagt…

Hört sich interessant an.
Besonders bei der "Gestaltung des Bösewichts" in Romanen wäre ich gerne dabeigewesen.