Donnerstag, 15. Januar 2015

Buchtipp - Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße

 
Foto ausgeliehen bei umblaettern.com
Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr ein Buch zu Ende gelesen habt und ein Teil von euch immer noch in der Geschichte steckt und nicht wieder hervorkommen will? Wenn ihr es fast ein wenig bedauert, schon fertig zu sein mit der Lektüre? Wenn ihr glaubt, dass schon lange oder vielleicht noch nie ein Buch euch so berührt hat wie dieses? So ein bisschen wehmütig, verzaubert, auf melancholische Art glücklich?

Kennt ihr das? Dieses Gefühl hatte ich nach dem Lesen von Neil Gaimans "Der Ozean am Ende der Straße".

Das Buch war mein erster Gaiman, und ich glaube, es wird nicht mein letzter sein. Das geheimnisvoll anmutende Cover hatte mich schon auf der Frankfurter Buchmesse in seinen Bann gezogen. Nachdem mir dann auch noch von ein paar Leuten, auf deren Meinung über Bücher ich viel Wert lege, dieses Buch empfohlen wurde und ich es schließlich zufällig (nein, wirklich!) in einer Buchhandlung liegen sah, kaufte ich es und packte es nach ganz oben auf meinen Stapel ungelesener Bücher. Nicht nur das Cover ist magisch schön, auch die restliche Gestaltung der Hardcover-Ausgabe ist traumhaft: Mehrere großartige Illustrationen begleiten die Geschichte, und die Handschrift auf den Innenseiten des Einbandes - ist das etwa die von Gaiman persönlich??? Wirklich ganz außergewöhnlich.

Und nun bin ich auch schon durch. Mit knapp 238 Seiten handelt es sich auch nicht gerade um einen fetten Wälzer - der Inhalt dagegen, der ist wahrhaft groß, episch geradezu. Und dabei kann ich gar nicht genau erklären, worum es in diesem Buch geht. Laut Klappentext geht es um ein Mädchen namens Lettie Hempstock, die an einem kleinen Teich lebte, den sie aber stets als Ozean bezeichnete. Und das war nur ein Teil eines großen Geheimnisses, das Lettie und ihre Familie umgab. Ein Mann mittleren Alters kehrt wegen einer Beerdigung an den Ort zurück, an dem er seine Kindheit verbrachte und wo er Lettie Hempstock einst kennenlernte. Plötzlich erinnert er sich wieder an jedes Detail jener verwunschenen Zeit und erzählt uns, was es wirklich mit dem Ozean am Ende der Straße auf sich hat. Viel mehr kann und will ich nicht preisgeben.

Was genau ist das eigentlich für eine Geschichte? Ein Fantasyroman? Ein Märchen? Eine Gruselgeschichte? Daniel Kehlmann, dessen Lob über dieses Buch auf der Umschlagseite prangt, nannte es ein kleines Meisterwerk der Schauerromantik, und da hat er irgendwie Recht: Diese Geschichte ist zugleich schaurig und romantisch - auf jeden Fall berührte sie meine düster-romantische Seele.

Dürfte ich ein Fazit auf den Umschlag dieses Buches schreiben, wäre es dieses:

"Diese Geschichte ist für alle Menschen mit einem träumenden Herzen."

In diesem Sinne vergebe ich 5 von 5 frisch aus der Erde gepflückten Kätzchen. ;-)

P.S. Könnte ich die Erinnerung an dieses Buch aus meinem Gedächtnis löschen, ich würde es glatt tun, nur um die Geschichte noch einmal neu zu erleben ...

1 Kommentar:

Tilly Jack T.R. Jones hat gesagt…

Hey Jana!

Na darauf hab ich doch gewartet! Und ... du bringst meine Wunschliste zum einstürzen! Ich bin restlos überzeugt, das Buch MUSS ich haben. Hätte ich ja eigentlich nicht gedacht, dass es doch so berauschend ist. Und grusel ist schließlich immer gut. ;-)
Danke für die Empfehlung! <3

LG
Tilly