Mittwoch, 11. Februar 2015

NEU: Des Nachts im finstren Wald - Dunkle Märchen

Es war einmal ... So fangen sie meist an, die Märchen, mit denen wir aufgewachsen sind. Und oft genug enden sie mit den magischen Worten "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute." Hat über die Bedeutung dieser Worte eigentlich mal irgendjemand genauer nachgedacht? Diese Geschichten passierten doch alle vor langer Zeit. Wenn die Figuren aus den Märchen wirklich noch "leben", dann kann da etwas nicht mit rechten Dingen zugehen. Dann sind das Geister, Untote, Zombies! Moment mal ...

Wie viel Horror steckt eigentlich in so einem Märchen? Ich würde sagen, mehr als genug, so viel, dass ich mich beim Vorlesen der Grimm-Märchen für meine Kinder schon innerlich fragte: Oh Gott, wie schrecklich ist das denn? Hoffentlich bereite ich ihnen jetzt keine Alpträume! Wieso ist mir das als Kind nie aufgefallen? Interessanterweise ist den lieben Kleinen das nicht so wichtig. Sie wollen hören, dass das Böse abgrundtief böse ist, dass das Gute so richtig gut und wunderschön ist und dass am Ende das Gute über das Böse siegt. Dann ist alles gut.

Solche Gedanken brachten mich schließlich dazu, mir zu überlegen, wie der sowieso schon in den meisten Märchen steckende Horror noch deutlicher herausgestellt werden, mehr Gewicht bekommen kann, ohne das zu verlieren, was Märchen letzten Endes ausmacht: die zauberhafte Atmosphäre, die Archetypen, eben das Märchenhafte. Ich fragte mich: Muss die Stiefmutter von Schneewittchen wirklich die Böse sein? Kann diese Rolle nicht jemand anderes übernehmen? Was wäre, wenn die wahre Gefahr im Märchenwald nicht vom Wolf, sondern von Rotkäppchen ausgeht? Außerdem fand ich ja immer schon schlimm und kein bisschen gerecht, wie die Geschichte vom kleinen Mädchen mit den Schwefelhölzern ausging - das arme Kind hat so ein Ende doch nicht verdient! Oder die Sache mit Dornröschen: Wie ist die Gute wirklich drauf, wenn so ein dahergelaufener "tapferer Recke" sie aus ihrem hundertjährigen Schlaf reißt? Ob er es nicht sogar bereut?

Ich beschloss, diese Ideen weiterzuspinnen und begann, ausgelöst durch Impulse wie Wettbewerbe und Einladungen zu Anthologiebeiträgen, meine eigenen Märchen zu kreieren. Ich drehte den Spieß um oder hob einen oder mehrere sowieso schon unheimliche Aspekte aus dem Originalmärchen hervor. Hänsel und Gretel versetzte ich in die Gegenwart, noch dazu in meinen realen Wohnort. Sterntaler erhielt einen dystopisch-apokalyptischen Anstrich. Aus Rotkäppchen machte ich eine kleine Psychopathin, aus Dornröschen etwas Dämonisches, und Schneewittchen wurde bei mir zur listigen Heldin. Und dann fand ich es noch eine witzige Idee, ein Märchen, das keiner konkreten Vorlage folgt, mit dem Tod des Königs beginnen zu lassen. Herausgekommen ist schließlich meine Märchensammlung, die sich speziell an ein erwachsenes Publikum richtet, eines, das mutig genug ist, den finstren Wald zu betreten.

Seit kurzem ist das Buch als eBook und Taschenbuch auf Amazon erhältlich, und ich würde mich sehr freuen, euch demnächst auf einem der verschlungenen Pfade durch meinen finstren Schauermärchenwald zu begegnen!

"Des Nachts im finstren Wald" ist definitiv kein Buch, das ihr euren Kindern zum Einschlafen vorlesen solltet, aber schon allein wegen des wunderschönen Covers - an dieser Stelle meinen Dank aus tiefstem Herzen an die fantastische F. Riedel - in keinem Märchenbücherregal fehlen sollte - finde ich zumindest, und ich muss es ja wissen, schließlich ist das mein finstrer Wald, aus dem diese Geschichten ihren Weg in eure Regale oder auf eure Reader finden werden!

Ich wünsche angenehme Schauer und hoffe, die Lektüre bereitet euch ein ebenso diebisches Vergnügen, wir es mir das Aufschreiben gebracht hat!

Klappentext:
 
Willkommen im finstren Wald. Kommen Sie mit in die dunklen Ecken des Märchenlandes, dorthin, wo die Stiefmutter nicht die Erzfeindin, sondern Schneewittchens beste Freundin ist und ihr beim Kampf gegen die bösen sieben Räuber hilft. Wo das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern zurückkehrt – ein Jahr nach seinem Tod. Wo die vom Himmel fallenden Sterntaler keinen Segen, sondern tödliches Verderben bringen. Wo Rotkäppchen ein hinterhältiges Biest mit psychopathischen Ambitionen ist. Und wo der mutige Recke mitten im verzauberten Schloss plötzlich feststellt, dass es besser gewesen wäre, Dornröschen niemals in seinem Schlaf zu stören. Sieben Märchen für Hartgesottene – schaurig, abgründig, unheimlich, ungewöhnlich und auf dunkle Weise … märchenhaft!

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