Samstag, 13. Juni 2015

Buchtipp - Ben Wallace: "Mad Jerry"

Heute habe ich ein besonderes Leckerli für all jene, die am liebsten von Endzeit, Weltuntergang und Ende der Menschheit lesen. "Mad Jerry" vom amerikanischen Autor Ben Wallace, erschienen im Luzifer-Verlag. Der Roman setzt genau da an, wo die Apokalypse quasi schon gelaufen ist: Vor sieben Jahren kam das Ende der Menschheit durch Bomben, chemische und biologische Waffen und manch weiteres Wunderwerk der Vernichtungstechnik, im Rahmen eines nicht näher beschriebenen, dafür weltweit wütenden und alles verheerenden Krieges über den Planeten.

Die wenigen Überlebenden versuchen seither, sich in Gruppen zusammenzutun, um gemeinsam zu überleben. Und weil sie nun einmal immer noch an die meisten der alten Werte glauben, gründen sie neue Gesellschaften und bauen neue Gemeinden, die irgendwie fast immer "New Hope" oder "Point Hope" heißen, auf jeden Fall immer gern was mit Hoffnung im Namen.

Aber da gibt es auch jene, die meinen, jetzt vollkommen auf Moral und Ehre verzichten zu dürfen. Die schmeißen sich in endzeitmäßige Outfits aus Reifenteilen und selbstgeklöppelten Kettenhemden, ziehen marodierend durchs Ödland, überfallen am liebsten ebenjene mühsam aufgebauten Siedlungen und nehmen sich, was sie brauchen, ohne vorher zu fragen. Da lassen sie lieber ihre Waffen sprechen.

Und dann gibt es noch solche wie Jerry. Fragt man ihn nach seiner Berufsbezeichnung, gibt er stets an: Postapokalyptischer umherziehender Krieger. Dumm nur, dass ihn in den Siedlungen, denen er seine Hilfe anbietet, niemand ernst nimmt und auch nicht braucht. Und so zieht "Mad Jerry" mit einer Hundedame namens Chewy in seinem hochgerüsteten Wohnmobil durchs Land und sucht nach seiner Bestimmung. Doch Jerry hat nicht umsonst alles über die Apokalypse und wie man sie überlebt, studiert. Als er im völlig zerstörten Ort Vita Nova auf die letzte Überlebende des Massakers trifft, weiß er, was zu tun ist.

Im Laufe der Handlung bekommt er es mit engstirnigen Endzeit-Bürokraten, tödlichem Eisenregen, Mutanten und - am allerschlimmsten - superschlauen Bären zu tun. Wird Jerry all diese Herausforderungen meistern? Wird er als strahlender Held in den Sonnenuntergang hinein oder von ihm weg reiten ... äh ... fahren? Kriegt er am Ende das Mädchen und wenn ja, welches? Oder fressen ihn vorher die superschlauen Bären? Und wann öffnet endlich wieder die McDonalds-Filiale?

Ihr merkt schon: In "Mad Jerry" geht es zwar äußerst rasant, aber nicht unbedingt immer bierernst zur Sache. Schon die legendäre Motivationsrede des postapokalyptischen umherziehenden Kriegers vor den Bewohnern von Eternal Hope (kurz vor dem Massaker von Eternal Hope) im Prolog zeigt, in welche Richtung sich die Geschichte bewegt. Keine Parodie im klassischen Sinne, aber dennoch ein aberwitziger, augenzwinkernder Schmöker mit jeder Menge schräger Figuren und alberner Szenen, die selbst aus der Apokalypse einen großen Spaß machen. Dabei nimmt der Autor seine Romanfiguren, allen voran den aufrichtigen Helden Jerry, stets ernst und lässt sie glaubhaft und liebenswürdig agieren. Und ebenfalls wichtig für Liebhaber des Genres: Weder Action noch Endzeithorror kommen zu kurz. Einige Szenen im Buch stehen den wilden Verfolgungsjagden aus "Mad Max" in nichts nach!

„Kaum jemand sieht das Gute in der Apokalypse.“

Dem kann ich nur zustimmen. Denn schließlich bietet so ein Weltuntergang jede Menge Möglichkeiten! Und Spaß.

"Mad Jerry" von Ben Wallace bekommt von mir fünf von fünf Punkten, überreicht vom einzig wahren postapokalyptischen umherziehenden Krieger.


Kommentare:

Tilly Jack T.R. Jones hat gesagt…

Och Mensch, Jana. Ich hab keinen Platz für neue Bücher! Immer wenn ich "Mad Jerry" irgendwo gesehen habe, hab ich ganz schnell die Augen zu gemacht, damit ich eben nicht neugierig werde! Und nun? *seufz*
Ist alles zu späääääät. Ich. Muss. Dieses. Buch. Lesen!
Vielen Dank für deine Worte, die mich doch noch neugierig gemacht haben. Ich hoffe, du hast ein angemessen schlechtes Gewissen! :-P :-D

LG
Tilly

gina maharani hat gesagt…

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