Freitag, 18. September 2015

Blogtour - Maja Loewe - Die Augen des Iriden

Hallo liebe Blogtour-Teilnehmer,

herzlich willkommen bei Janas dunklen Geschichten, der letzten Station der Tour zu Maja Loewes großartigem Roman "Die Augen des Iriden", der im Frühjahr 2015 im Papierverzierer Verlag erschien. Ich bin ein bisschen aufgeregt, denn dies ist meine allererste Blogtour, an der ich mich beteilige.


Als Maja mich einlud, bei diesem Event mitzumachen, sagte ich schnell zu, ohne zu wissen, was genau ich eigentlich machen muss. Aber ich freue mich und sehe es als große Ehre an, zumal ich auch zu einem gewissen Teil an der Entstehung dieses Buches beteiligt war - womit wir schon beim Thema meines Beitrags in dieser Blogtour wären.

Ich bin nämlich die Lektorin des Iriden ^^ und möchte heute ein wenig aus dem Lektoren-Nähkästchen plaudern. Hier hatte ich das Buch schon vorgestellt, als es gerade frisch erschienen war. Meine Begeisterung für diese Geschichte und die Idee dahinter hat seitdem nicht abgenommen. Ich darf mich selbst zitieren:
Als ich die Arbeit an diesem Manuskript aufnahm, dachte ich zunächst, es handle sich einfach um einen Jugendroman mit Mystery-Elementen, doch weit gefehlt. Die Geschichte zog mich schon bald in ihren Bann. Maja Loewe offenbarte mir eine ganz neue Welt, verborgen hinter geheimnisvollen Bildern, sie erzählt von uralten Bruderschaften und von unmenschlichen Verbrechen, die bis in die dunkle Nazi-Zeit zurückreichen. Man merkt, wie intensiv sich die Autorin mit den einzelnen Faktoren auseindergesetzt hat, die eine Rolle in ihrer Geschichte spielen - obendrein schickt sie ihre Figuren auf eine wahre Weltreise. Nicht nur Berlin, auch Jerusalem und das exotische Brasilien werden zu Schauplätzen.
 "Die Augen des Iriden" war einer meiner ersten Lektoratsaufträge und gleich eine mächtige Herausforderung für mich. Zum Einen wollte ich natürlich dem Verlag, der Autorin und nicht zuletzt mir selbst beweisen, dass ich das hinkriege, das mit dem Lektorieren. Zum Anderen aber merkte ich schon bald, nachdem ich mich in die Arbeit an den Iriden vertieft hatte, wie komplex, wie vielschichtig diese Geschichte war.

Es ging gar nicht so sehr darum, stilistische Schnitzer und Wortwiederholungen auszumerzen - die gab es natürlich auch, die gibt es allerdings in jedem Manuskript in der Entstehungsphase. Auch Logik und Nachvollziehbarkeit machten mir keine Kopfschmerzen, die stimmten von Anfang schon ziemlich gut. Wichtiger erschien mir, in diese Vielschichtigkeit ein wenig mehr Struktur hineinzubringen. Am Anfang gab es nämlich wesentlich mehr Figuren, aus deren Perspektive die verschiedenen Kapitel erzählt wurden, teilweise passierten selbst innerhalb einzelner Szenen Perspektivwechsel. Ich merkte, wie schnell mir bei der Lektüre der Kopf schwirrte - ich wurde nicht nur von einem Ort zum nächsten katapultiert, ich musste mich auch noch ständig in die vielen verschiedenen Köpfe hineinfinden, die es in der Story gab. Das war dann auch die wichtigste Baustelle, und zu meiner Erleichterung war Maja sofort einverstanden, als ich ihr vorschlug, sich auf vielleicht vier Figurenperspektiven zu beschränken.

Im nächsten Lektoratsschritt merkte ich, wie gut diese Änderungen der Geschichte getan hatten. Jetzt ging es darum, die Dialoge runder zu machen, die besagten stilistischen Ausrutscher auszubügeln und ähnliche kleine Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Maja übernahm meine Änderungsvorschläge (oder auch nicht^^), änderte teilweise die Kapitelfolge, ließ hier weg, fügte da hinzu. Es wuchs, und es wurde besser und besser.

Zum Abschluss korrigierte ich alles noch einmal durch. Dieser ganze Prozess hatte am Ende mehrere Monate gedauert, was natürlich nicht am Manuskript selbst lag - sowohl Maja als auch ich mussten die Arbeit daran irgendwie mit unserem Alltag in Einklang bringen, der ja nicht einfach pausierte, so lange wir mit den Iriden beschäftigt waren.

Aber diese Arbeit hat sich definitiv gelohnt. Als ich ein letztes Mal über das Manuskript flog, um noch die letzten Kommafehler auszumerzen, die ich oft so wie ein Adler entdecke, der über einem Feld kreist und nach der Maus sucht, wuchs in mir die Aufregung. Das war nicht nur eine gute Geschichte. Das war ... eine famose, sauspannende, supergeniale Geschichte geworden. Ich fieberte dem Veröffentlichungstermin schließlich genauso aufgeregt entgegen wie die Autorin - naja, fast. Es war ja Majas Baby - ich war nur eine der Hebammen, die Geburtshilfe geleistet hatten.


Nachdem ich so offen über die Entstehung von Majas Romans geplaudert habe (keine Sorge, das Thema war vorher mit ihr abgestimmt), bleiben mir nur noch drei Dinge zu sagen:

1. Nehmt am Gewinnspiel teil - es lohnt sich!

2. Besucht die anderen Blogs, auf denen sich Majas Iriden bereits herumgetrieben haben:
Pias Bücherparadies - Pia stellt das Buch ausführlich vor
Lovelyliciousme - Maren hat die Autorin interviewt
Piranhapudel - Cindy befragte den Illustrator Timo Kümmel
Zebrabutter - Jan präsentiert "Eve's Kiss". Ein Prosa-Remix

3. Lest dieses Buch! Meine uneingeschränkte Empfehlung habt ihr.

Ich wünsche Maja Loewe für ihr großartiges Buch noch ganz viele begeisterte Leser und bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!

P. S. Ich würde mich freuen, wenn ihr auch in Zukunft immer mal auf meinem Blog vorbeischaut! :-)


Kommentare:

Cindy hat gesagt…

Liebe Jana,
ein schöner Beitrag zur Blogtour! Wir haben ja schon im Interview mit Maja viel über die Entstehung des Romans erfahren können, deshalb freut es mich umso mehr, dass du auch noch deinen Anteil schilderst. Im Nachhinein ist es schwer vorstellbar, dass es noch weitere Perspektiven gab, deshalb könnte ich gar nicht sagen, ob ich das besser oder schlechter gefunden hätte. ABER da mir das Buch genau so richtig gut gefallen hat, habt ihr offensichtlich beide tolle Arbeit abgeliefert.

Liebe Grüße, Cindy

Anonym hat gesagt…

Hallo Jana,

vielen Dank für den schönen Abschluss der Blogtour. Es hat mich noch einmal daran erinnert, was für einen Weg wir gemeinsam gegangen sind ... die vielen Perspektivwechsel hatte ich schon ganz vergessen ... und das Switchen in den Absätzen ... Ja, es war zum Haareraufen - aber wir haben es hinbekommen :-)
Vielen Dank für deine tolle Arbeit!

Maja