Dienstag, 13. Oktober 2015

Frankfurter Buchmesse - Kann losgehen!


Autorengedeck: Sekt + Käsebrezel
Ich komme gerade aus Frankfurt zurück, wo ich heute wieder an der feierlichen Eröffnung der Frankfurter Buchmesse teilnehmen durfte. Leider waren wir, meine Kollegin und ich, sehr knapp in der Zeit - wir schlüpften gerade noch so durch die Sicherheitskontrollen und hatten nur noch wenige Minuten für ein Gläschen Riesling-Sekt, bevor es ins Congress Centrum zur Zeremonie ging. So verpassten wir auch sämtliche Prominente, die vorher über den roten Teppich reingeschwebt waren. Soweit ich weiß, befanden sich unter anderem Veronica Ferres und Conchita Wurst unter den Gästen - wirklich verpasst haben wir also doch nichts.

Farbenprächtiges Indonesien



Die Zeremonie bestand im Wesentlichen aus Reden verschiedener Vertreter der Buchmesse, des Buchmarktes, der Politik und des Gastlandes. Auf Volker Bouffier, den Hessischen Ministerpräsidenten, mussten wir leider verzichten, er ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen. Dafür hielten sämtliche anderen Redner zu unserer Erleichterung verhältnismäßig kurze, erstaunlich interessante Reden, denen ein zentrales Thema gemein war: die Freiheit, die Macht der Worte, die Bedeutung der Literatur für den Frieden und die Demokratie auf der Welt. Das mag jetzt pathetisch klingen. Aber als Heinrich Riethmüller, der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, von den Schicksalen verschiedener Schriftsteller und Blogger in aller Welt sprach, die sich alle für Freiheit und Gerechtigkeit eingesetzt hatten und dafür hart bestraft worden waren, machte mir das wieder bewusst, wie wichtig die Erhaltung dieser Werte ist, wie viel noch getan werden muss, um dieses hohe Ziel überall in der Welt zu erreichen, und wie sehr das geschriebene Wort darauf Einfluss nehmen kann.

Unglaublich schön und zugleich sehr fremd klang das Lied in meinen Ohren, das von der indonesischen Sängerin Endah Laras vorgetragen wurde. Ich verstand kein Wort von dem, was sie da sang, aber es berührte mein Herz.

Comic-Kunst made in Indonesia
Womit wir beim diesjährigen Gastland wären: Indonesien. "17.000 Islands of Imagination" lautet das Motto, unter dem sich der Inselstaat präsentieren will. Tatsächlich besteht Indonesien aus sage und schreibe 17.000 Inseln. Ich erfuhr vom Indonesischen Dr. Anies Rasyid Baswedan in seiner Rede noch einige weitere erstaunliche Zahlen über sein Land: In Indonesien gibt es 700 verschiedene Sprachen, eine Minderheitensprache wurde zur Amtssprache ernannt, es gibt 300 aktiv gelebte Traditionen und Kulturen und 3.500 Universitäten. Der Minister gab auf charmante Weise zu, dass in seinem Land längst noch nicht so viel gelesen werde wie zum Beispiel in Europa, er betonte aber, dass gerade die nachwachsenden Generationen begeisterte Leser seien und Bücher und Literatur immer mehr für sich entdecken.

Exotische Düfte von 17.000 Inseln ...
Der Indonesische Pavillon ist zauberhaft gestaltet. Überall hängen beleuchtete Stoffsäulen von der Decke, zwischen denen man sich schnell mal verlaufen kann. Es gibt jede Menge Sitzgelegenheiten zum Verweilen, die bequemer sind, als sie aussehen. Man kann sich Schriften, die auf traditionellen Palmblättern festgehalten werden, anschauen. In einem Bereich geht es um Comics, die anscheinend in Indonesien eine große Kultur genießen. Diese Ecke fand ich am schönsten. Natürlich werden auch auf etlichen geschwungenen Tischen, beleuchtet von Lampen, die aussehen wie aufgeschlagene Bücher, jede Menge Bücher made in Indonesia präsentiert. Aber interessanter fand ich ja die Ecke mit den Gewürztischen. Unbedingt mal überall reinschnuppern - das ist äußerst exotisch und appetitanregend.

Ich trug flache Schuhe!!!
Indonesien präsentiert sich farbenprächtig und unglaublich freundlich und tiefenentspannt, von der Hostess im traditionellen Gewand bis zum Minister im bunten Hemd (ja wirklich, kein Anzug, keine Krawatte!). Wenn ihr die Buchmesse besucht, stattet dem Indonesischen Pavillon auf jeden Fall einen Besuch ab und lasst die schöne Atmosphäre auf euch wirken!

Die Buchmesse ist nun also eröffnet. Ab morgen dürfen die Fachbesucher rein, ab Samstag auch alle anderen Buchbegeisterten. Für mich heißt es jetzt noch etwas gedulden, denn ich gehe erst am Donnerstag und Freitag hin. Natürlich werde ich berichten und immer mal Schnappschüsse und Eindrücke via Facebook und Twitter verteilen - folgt mir einfach, wenn ihr es nicht sowieso schon tut!

Und vielleicht sehen wir uns ja auf der Frankfurter Buchmesse? Würde mich freuen!

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