Donnerstag, 15. Oktober 2015

Frankfurter Buchmesse - Tag 1

  
Durchatmen auf dem Autorensofa
Ich habe in diesem Jahr zwei Tage für die Buchmesse eingeplant. Den ersten davon habe ich heute hinter mich gebracht. Okay, das klingt schlimmer, als es ist, aber dennoch fühle ich mich ganz schön müde und bereits ein bisschen fußlahm. Wenn ich daran denke, dass ich auch morgen einen ganzen Tag auf dem Messegelände und den Abend auf der Leserparty der Facebook-Gruppe der Bücherwürmchen verbringen werde - oh je ...

Autoren, Autoren, Autoren

Mächtig was los am Autorensofa
Ich habe mir für heute im Prinzip nur die Halle 3.0 mit kurzem Abstecher zum Orbanismspace in Halle 4.1 vorgenommen. So hatte ich Zeit, alle Gänge in der Halle 3.0 abzulaufen und in einer großen Tüte von Wir-machen-Druck einiges an Leseproben und Lesezeichen für mein Messesouvenir-Gewinnspiel sowie Süßigkeiten für meine Kinder einzusammeln.

Zwischendurch schaute ich aber immer wieder an meinem diesjährigen Lieblingsstand vorbei. Nein, es waren weder Amazon noch neobooks, auch nicht Knaur, Piper oder Bastei-Lübbe. Die Show stahl ihnen allen ein vergleichsweise kleiner, liebevoll ausgestatteter Stand am Rand der Halle, wo sich zu jeder Tageszeit mehr Leute aufhielten als an allen benachbarten Ständen zusammen: Das Autorensofa ist ein richtiger Publikumsmagnet und beweist, dass die Initiatoren, 42 Autoren aus ganz Deutschland (und von noch weiter weg), alles richtig gemacht und die Nominierung zum Virenschleuderpreis 2015 in der Kategorie "Team des Jahres" absolut verdient haben.

Mit Carin Müller auf dem knallroten Autorensofa
Besonders am Nachmittag war da die Hölle los, denn die Autoren luden zum großen Bloggertreffen ein, und die Blogger erschienen zahlreich. Jeder Gast erhielt ein bunt gepacktes Goodiebag mit allem, was das Buchbloggerherz begehrt: Von der Leseprobe über das Lesezeichen bis hin zur Schokolade, Pflasterdöschen und Lippenpflegestift gab es eine Menge in der prall gefüllten Tüte zu entdecken. Ich freute mich, bekannte Gesichter wie Mel Döring, Katja Piel oder Susanne Pavlovic wiederzutreffen, hatte aber genauso viel Spaß daran, persönliche Bekanntschaft mit so sympathischen Autorinnen wie Laura Gambrinus (danke für den Tipp mit der Garderobe!), Carin Müller, Miranda J. Fox (zusammen mit ihrer superlieben Freundin Jasmin) oder Elke Becker zu machen. Mit Melisa Schwermer konnte ich dann auch noch unsere gemeinsame aufkeimende Aufgeregtheit wegen Samstagabend ein wenig anheizen.

Außenseiter ganz weit vorn

Die Jury des Kindle Storyteller Awards
Ein weiteres Highlight war für mich eine ziemliche Überraschung. Per Zufall befand ich mich genau dann im Bereich der Selfpublishing-Area, als die Preisverleihung des Kindle Storyteller Awards stattfand. Ich hatte eigentlich zu einer Veranstaltung am benachbarten neobooks-Stand gehen wollen, aber das interessierte mich dann doch. Auf der Shortlist standen fünf sehr unterschiedliche Bücher. Vom Liebesroman über Fantasy und Krimi bis zum Science Fiction Thriller war alles vertreten. In der Jury saßen unter anderem Nika Lubitsch, Andrea Sawatzki und das Autorenteam der Kluftinger-Krimireihe.

Der stolze Gewinner: Philip P. Peterson
Ich hatte nach Bekanntgabe der Finalisten und einem ziemlich böse, aber leider doch sehr treffend formulierten Verriss im Literaturcafé keine allzu großen Erwartungen mehr an diesen "Literaturpreis". Am Ende wurde ich wirklich überrascht, denn die Jury hatte sich nicht für den Liebesroman und auch nicht für den Thriller entschieden, ebensowenig lag der Zeitreise-Romantasy-Schmöker vorne und auch nicht der biografische Roman. Nein, das Rennen machte der Science Fiction Roman "Paradox" von Philip P. Peterson.

Ich habe mich darüber riesig und auch ein bisschen diebisch gefreut, denn zum Einen entspricht sein Roman über den Astronauten Ed Walker nicht dem, was sich bei Amazon am besten verkauft, nämlich Love & Crime, und zum Anderen ist es das einzige Buch auf der Shortlist, das ohne Prolog daherkam. Was hat die Kritik von Malte Bremer, insbesondere am Vorhandensein der seiner Meinung nach völlig überflüssigen Prologe, an shitstormartigen Diskussionen ausgelöst! "Paradox" kam in Bremers Augen noch am besten weg, es war das einzige Buch, das in dem strengen Herrn Kritiker Interesse am Weiterlesen geweckt hat.

Ich gratuliere dem Autoren, einem Ingenieur und Experten für Trägerraketen und Satellitenprogramme und obendrein frisch gebackenen Vater, von ganzem Herzen und hoffe, dass sich diese Auszeichnung positiv auf ihn und vielleicht sogar das ganze Genre der Science Fiction und fantastischen Literatur auswirkt. Das Buch steht jedenfalls ziemlich weit oben auf meiner Must-Read-Liste.

Ausblick auf Tag 2

Morgen habe ich mir ein paar spannend klingende Programmpunkte notiert. Unter anderem will ich am Treffen der Selfpublisher im Orbanismspace und an einem Tischgespräch mit dem Thema Lektorat teilnehmen. Wenn ich es zeitlich schaffe, höre ich mir noch eine Veranstaltung von CreateSpace zum Thema Selfpublishing an. Außerdem will ich mich noch mit ein paar Autorenkolleginnen treffen, die sich derzeit ebenfalls auf der Frankfurter Buchmesse herumtreiben. Abends steht als großes Highlight die Leserparty der Bücherwürmchen-Gruppe auf dem Programm. Ich bin gespannt, was sich die Initiatorinnen da alles einfallen lassen haben.

Ich werde berichten!

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