Montag, 19. Oktober 2015

Frankfurter Buchmesse, Tag 2 und BuCon

Messeausbeute - klein, aber fein!
Das ging aber schnell. Buchmesse ist ein bisschen wie Weihnachten. Man fängt spätestens zwei Monate vorher an, sich darauf zu freuen, kann es kaum erwarten, hat einen Riesenstress kurz davor und währenddessen sowieso, und dann ist es auch schon wieder vorbei. Vergessen sind die plattgelaufenen Füße, die Warteschlangen an den Damentoiletten, das Gedränge in den Gängen (selbst an den Fachbesuchertagen) oder das überteuerte Messefutter. Was bleibt, sind die guten Erinnerungen, die positiven Eindrücke, das Gefühl, an etwas Großem, Schönem teilgehabt zu haben.

Ein Tag in Grün

v. l.: L. Wattig, K. Piel, S. Pavlovic
Freitag war mein zweiter Messetag. Ich hatte keine "wichtigen" Termine, ich wollte einfach nur ein paar liebe Buchmenschen treffen, die ich entweder am Tag zuvor verpasst hatte oder die überhaupt erst am Freitag da waren. Meine erste Anlaufstelle war wieder das Autorensofa in Halle 3.0, weil ich mir sicher war, dort ganz schnell bekannte Gesichter zu treffen. Ich musste nicht lange warten, bis ich Viktoria Petkau entdeckte. Sie ist eine begnadete Grafikdesignerin und erstellt unter ihrem eigenen Label "Gedankengrün" wunderschöne Buchcover, so auch das neue von meinem Buch "Zwischenstopp - Dunkle Geschichten". Natürlich überreichte ich ihr als allererstes ihr Belegexemplar mit persönlicher Widmung. Dann schmissen Viktoria, ihr Freund Bernhard und ich uns für den Rest des Tages gemeinsam ins Getümmel.

Erste Station: Orbanismspace in Halle 4.1, wo wir einer interessanten und sehr abwechslungsreichen Veranstaltung rund ums Selfpublishing beiwohnten. Susanne Pavlovic, vielen bekannt als die Lektorats-"Textehexe" und auch selbst als Fantasy-Autorin aktiv, hatte kurz zuvor spontan und ungeplant die Rolle der Moderatorin eingenommen und meisterte diese Herausforderung souverän und sehr charmant. Nach einer kurzen Eröffnungsansprache durch den Orbanism-Initiator und Netzwerker Leander Wattig legte Susanne los und interviewte in mehreren kleinen Gesprächsrunden erfolgreiche Selfpublisher wie Katja Piel oder Carin Müller und hatte auch den "Papst" des Selfpublishing, Matthias Matting, zu Gast auf der Bühne.

Am Nachmittag ließen wir uns treiben, bis wir beim Blogger-Kaffeklatsch von Amazon KDP landeten. Die hübschen Goodie-Bags gab es nur in limitierter Auflage und nur für diejenigen, die eine entsprechende Einladungskarte vorweisen konnten. Viktoria, Bernhard und ich durften aber trotzdem Kuchen essen und Kaffee trinken, warfen unseren Expertenblick auf die Cover der ausgestellten Bücher und auf die ersten Sätze (da waren ein paar Klopper dabei, auweia ...). Kurz traf ich dort Jenny Karpe, Jungautorin und gute alte Bekannte seit meinen aktiven Bookrix-Zeiten, bevor ich mich langsam auf den Rückweg machen musste. Viktoria und Bernhard würde ich später am Abend wiedersehen.

Ein Autogramm auf dem Heimweg

Achja, der Rückweg. Ich hatte mich in der Richtung vertan und musste noch einmal durch Halle 3.0, weil die U-Bahn am anderen Ende lag. Weil es aber in dem einen Gang so voll war, bog ich in einen anderen ab und versuchte, an entgegenkommenden Messebesuchern und bummelnden Schlenderern vorbeizuhuschen, bis ich aus dem Augenwinkel eine kleine Menschentraube entdeckte, die einen Herrn, nicht besonders groß und ein wenig ... schmächtig, im fliederfarbenen Hemd umringte. Sie wollten Autogramme von ihm. Also musste das ein Autor sein, richtig? Ich hielt inne, schaute genauer und erkannte ihn schließlich. Es war Sebastian Fitzek! Ich konnte es gar nicht glauben.

Nur Foto mit ihm hab ich vergessen...
Ich war ja eingeladen worden, ihn beim Meet & Greet des Verlags am Messesamstag zu treffen, doch ich hatte abgesagt und mich noch geärgert, warum so viele tolle Events ausgerechnet und ausschließlich am hoffnungslos überlaufenen Samstag stattfinden mussten. Vom Verlag hatte ich die Antwort erhalten, Herr Fitzek sei tatsächlich nur am Samstag da, deshalb hatte ich gar nicht mit ihm gerechnet. Nun stand er da also, hatte wahrscheinlich nur mal so am Verlag vorbeischauen wollen. Die paar Leute hatten ihre Autogramme und zogen weiter, gaben den Blick auf ihn frei. Da überlegte ich nicht lange. Also hin und hallo sagen!

Er fragte höflich, was er denn auf die Autogrammkarte schreiben dürfe, ich nannte ihm meinen Vornamen. Dann aber sagte ich ihm meinen ganzen Namen und fragte ihn, ob er sich noch diesen Wettbewerb bei neobooks vor zwei Jahren erinnerte, bei dem er in der Jury saß und den ich gewonnen hatte. Er wusste sofort, wovon ich sprach, erinnerte sich an meine Geschichte (behauptete er zumindest höflich) und wünschte mir weiterhin viel Erfolg. Na ist doch was! Und vielleicht lese ich ja sogar mal sein neues Buch "Das Joshua-Profil". Die Leseprobe war gar nicht schlecht.

Literally Glamorous

Literally glamorous mit Viktoria Petkau
Der Freitagabend war für die Bücherwürmer reserviert. Die Gründerin der Facebook-Gruppe, die mehr als 13.000 Mitglieder umfasst, hatte im edlen Frankfurter Club Walden eine Party organisiert, bei die Leser ihre Lieblingsautoren feiern und mit ihnen auf Tuchfühlung gehen konnten. Wer die Lieblingsautoren waren, wurde vorher via Umfrage und Abstimmung in der Facebook-Gruppe entschieden. Diese Autoren, ausnahmslos Damen, durften sich hochleben lassen und ein bisschen Roter-Teppich-Feeling genießen. Es war auch ziemlich glamourös. Der Abend stand unter dem Motto "Literally Glamorous", dementsprechend erschienen fast alle Gäste in Abendrobe - schwarz, bodenlang, glitzernd und funkelnd. Zwei Dinge fand ich besonders schön: das leckere Essen, das in kleinen Portionen als Flying Dinner serviert wurde, und meine lieben Partybegleiter Viktoria Petkau und Bernhard. Wir hatten verdammt viel Spaß, auch wenn wir gerne mal ein bisschen getanzt hätten - irgendwie lud die Musik nicht dazu ein. Nun ja, der Event soll wiederholt werden, und zwar nächstes Jahr zur Leipziger Buchmesse. Ich bin gespannt und denke, wenn ich wieder nach Leipzig fahre, gehe ich auch wieder zur Leserparty.

BuCon - Und der SuB wächst weiter

Alles vorbereitet für die Lesung
Der BuCon in Dreieich-Sprendlingen war wieder ein großartiges Erlebnis. Leider schaffte ich es erst gegen 14 Uhr, dort endlich aufzuschlagen und konnte nur bis kurz nach fünf bleiben. Da es von mir kein einziges selbstgeschossenes Foto gibt, verlinke ich hier auf die Fotostrecke der Offenbach-Post. Ich traf so viele liebe Buchmenschen, ich hoffe, da vergesse ich jetzt niemanden: Michaela Harich fing mich gleich am Eingang ab. Melanie Vogltanz überreichte mir ein signiertes Exemplar ihrer frisch erschienenen Anthologie "Auf dunklen Schwingen". Ich schwatzte mit Schemajah Schuppmann vom Papierverzierer Verlag, mit Steffen Janssen vom Luzifer Verlag, trank Likörchen mit Jürgen Eglseer vom Amrûn Verlag und mit Susanne Pavlovic, knuddelte mit Grit Richter vom Art Skript Phantastik Verlag und genoss noch einige Unterhaltungen mehr, unter anderem mit Arthur Gordon Wolf, Torsten Scheib und Qindie-Kollege Michael Siedentopf aka David Pawn. Bernar LeSton war auch vor Ort, und ich nutzte die Gelegenheit für letzte Vorbereitungen wegen unserer gemeinsamen Lesung am selben Abend - aber dazu mehr im nächsten Blogartikel, denn ich habe noch gar keine Fotos bis auf das hier.

Mein Fazit: Schön war's. Gerne wieder. Und wieder. Und wieder ...

Keine Kommentare: