Sonntag, 25. Oktober 2015

Neulich im TheSA: Lesung mit Melisa und Bernar

Am 17. Oktober 2015 verwandelte sich das gemütliche Theater Schöne Aussichten in Dietzenbach in das "Gruselkabinett zur Schaurigen Aussicht". An diesem Abend nämlich durfte ich gemeinsam mit Melisa Schwermer und Bernar LeSton auf der Bühne sitzen und einem gar nicht mal so kleinen Publikum aus meinen Geschichten vorlesen.

Auf die Idee, bei Reiner Wagner im Rahmen seiner "Literatour-Aktion" zu lesen, kam ich schon im Frühjahr 2015. Als ich im Mai zu einer Lesung der Dietzenbacher Fantasy-Autorin Eva M. Höreth und des von mir sehr geschätzten Frankfurter Bloggers und Autoren Jannis Plastargias zu Gast war, sprach ich Reiner darauf an, und er war sofort begeistert. Ich wollte mir aber Unterstützung suchen, denn allein einen solchen Abend zu bestreiten, das traute ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht zu (das tue ich auch jetzt noch nicht). Wie der Zufall es wollte, kam Melisa Schwermer, Thriller-Autorin aus Rödermark und noch dazu extrem erfolgreich (ich sage nur Platz 2 der Amazon Kindle Charts!), von sich aus auf mich zu mit der Idee, dass wir mal was gemeinsam organisieren. Da schlug ich ihr natürlich sofort vor, die Lesung im Theater Schöne Aussichten zu machen, weil mir diese Location einfach so wahnsinnig gut gefiel und ich mir wirklich gut vorstellen konnte, dass sie den perfekten Rahmen für einen Abend mit unheimlichen Geschichten bildete. Die Suche nach dem dritten Mitstreiter dauerte doch ein wenig. Wir hatten drei mögliche Kandidaten auf der Liste und konnten schließlich den Rüsselsheimer Autor Bernar LeSton gewinnen.

Es ist angerichtet.
Für Melisa war es die erste Live-Lesung vor Publikum überhaupt, für mich immerhin die dritte, das machte meine Aufregung aber auch nicht weniger. Bernar konnte schon auf einiges mehr an Lesungserfahrung zurückgreifen und hatte für uns einige hilfreiche Tipps und Tricks parat. Auch Reiner Wagner kümmerte sich rührend um uns, überließ uns die Künstlergarderobe, sorgte für unser leibliches Wohl und gab uns vor der Lesung und zwischendurch in der Pause enorm hilfreiche Tipps, die uns auch ein Stück unserer Nervosität nahmen. Trotzdem schlug uns allen das Herz bis in den Hals, als es endlich losging und wir die Bühne betreten durften - mit Applaus von gut 45 Gästen, die tatsächlich aus Neugier, Interesse und Sympathie gekommen waren, um uns (uns!) beim Vorlesen zuzuhören.

Melisa und ich - total nervös vor der Lesung
Als "Lokalmatadorin", da ich ja in Dietzenbach wohne, hatte ich die Ehre, den Abend mit ein paar Worten zu eröffnen und als erste etwas vorzulesen. Ich entschied mich für einen Auszug aus meinem dystopischen Schauermärchen "Das schlafende Schloss", das nicht nur in meinem eigenen Buch "Des Nachts im finstren Wald" erschienen war, sondern ein knappes Jahr zuvor auch in der preisgekrönten Anthologie "Mängelexemplare: Dystopia" von Herausgeber Constantin Dupien. Constantin und seine Mängelexemplar-Serie waren auch das bindende Glied zwischen Melisa, Bernar und mir. Ich war mit Geschichten in den ersten beiden Bänden vertreten, die anderen beiden in der dritten Ausgabe mit dem Untertitel "Haunted". Melisa las dann auch einen Auszug aus ihrer Mängelexemplare-Geschichte "Lost Place" vor, während Bernar die Vorgeschichte zu seinem eigenen Beitrag zu den Mängelexemplaren zum Besten gab.

Ich lese! Vor Publikum!
Nach der Pause waren wir alle zwar immer noch ziemlich aufgeregt - mir klopfte das Herz teilweise so heftig, dass ich das Gefühl hatte, mein ganzer Oberkörper würde rhythmisch zucken - aber so langsam fingen wir an, es zu genießen. Wir gingen weitaus zuversichtlicher in die zweite Runde, die inhaltlich deutlich blutiger ausfiel. Wieder ging es reihum. Ich startete mit einer echten Weltpremiere. Meine Kurzgeschichte "Nachts im Waschkeller", die gerade frisch in der Qindie-Anthologie "Dunkle Seelen" erschienen war, las ich zum allerersten Mal vor. Bis dahin hatten sie nur die an der Entstehung der Anthologie Beteiligten gekannt. Die Geschichte ist Horror mit schwarzem Humor, und diese Mischung kam beim Publikum Gottseidank sehr gut an. Ich hatte sogar Lacher an genau den Stellen, von denen ich gehofft hatte, dass sie lustig rüberkommen würden. Melisa stellte ihren Thriller "Abgewiesen" vor und las eine gruselige Szene vor, in der eine junge Frau in einem stockfinsteren alten Bunker eingesperrt wird. Bernar bot gleich zwei Kurzgeschichten aus seinem eigenen Buch "Dr. LeStons Kabinett der seltsamen Szenarien". Das Besondere an seinen Geschichten ist nicht, dass sie wirklich ganz schön kurz sind, sondern dass sie oft mit einer wirklich überraschenden Pointe aufwarten. Ich habe sein Buch noch auf meiner To-Read-List und werde hier sicher berichten, wenn ich durch bin.

Bernar - bestes Outfit des Abends!
Als wir fertig waren, bekamen wir richtig viel Applaus, und im Anschluss wollten tatsächlich noch ein paar Gäste Bücher mit Widmung von uns kaufen. Viele blieben noch ein wenig sitzen, unterhielten sich oder gaben uns persönliches Feedback, was vielleicht das Beste an der Lesung war. Wo sonst erhält man als Autor, der ja einer eher einsamen Tätigkeit nachgeht, so direktes Feedback? Ich muss noch mehrere große Lobe aussprechen. Einmal meinen beiden Mitstreitern. Melisa, Bernar, es hat wahnsinnig viel Spaß mit euch zusammen gemacht! Ich würde das jederzeit wiederholen. Dann den Gästen, von denen ich auch einige persönlich kannte und über deren Anwesenheit ich mich riesig gefreut habe, auch wenn mich das Wissen, dass da Freunde und Bekannte im Publikum sitzen, noch ein wenig nervöser als sowieso schon gemacht hat. Danke, dass ihr da wart! Ich hoffe, ihr hattet alle Spaß und erzählt es weiter! Zum Schluss noch ein Lob und Danke an Reiner Wagner, den Gastgeber des Abends. Reiner, du bist einfach eine Wucht und warst uns allen mit deiner herzlichen Art und deinen Tipps eine Riesenhilfe, diesen Abend nicht nur zu überstehen, sondern auch zu genießen.

Übrigens war auch eine Dame von der Presse da, und schon am Montag erschien im Lokalteil der Offenbach Post dieser schöne Artikel:

Also ihr Lieben, wenn ihr mal in der Dietzenbacher Ecke unterwegs seid und auf etwas Kultur Lust habt, schaut mal beim Reiner im TheSA vorbei - vielleicht findet ja wieder eine Lesung statt, oder es wird eines seiner tollen Stücke aufgeführt (Reiner ist nämlich auch ein fantastischer Schauspieler!). Und wenn ihr Autoren seid und auf der Suche nach einer Lesebühne, solltet ihr auf jeden Fall mal mit dem Reiner Kontakt aufnehmen. Der hat nämlich richtig Lust auf Leute wie uns und würde sein Theater sehr gern als Lesebühne etablieren.

1 Kommentar:

Evanesca hat gesagt…

Ich saß zusammen mit Bernars Lebensgefährtin direkt an Tisch 1 vor der Bühne ^^. Wenn ich eher gewusst hätte, dass wir uns ewig von Twitter her irgendwie kennen... Die Welt ist ein Dorf, oder?
Die Lesung war aber echt toll und als Kennerin einer ganz bestimmten Sorte Fabelwesen habe ich mich bei der Waschkeller-Geschichte prächtig amüsiert! Danke für die vergnügliche Zeit im "Schöne Aussichten"!