Corona, Corona und kein Ende. Gestern wurde die diesjährige Frankfurter Buchmesse eröffnet, die 72. mittlerweile. Das Programm mit Lesungen, Interviews und Vorträgen ist prall gefüllt. Und dennoch: Es ist einfach nicht dasselbe. Denn das Publikum muss fernbleiben.
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| Foto: Marc Jacquemin |
Und nun wurde mit Bedauern bekanntgegeben, dass auch die Veranstaltungen der ARD-Buchmessebühne ohne Publikum stattfinden müssen. Die alle Bereiche unseres Lebens dominierende Pandemie hat diesem Plan einen Strich durch die Rechnung gemacht. Angesichts der jüngsten Entwicklungen bei den Infektionszahlen und der Tatsache, dass die Stadt Frankfurt am Main als einer der Corona-Hotspots des Landes gilt, war es wohl nur konsequent und unvermeidbar, dass diese Entscheidung getroffen werden musste.
So bleibt uns weiterhin nur die Möglichkeit, uns zumindest alles per Livestream anzuschauen und anzuhören.
Für das parallel stattfindende Bookfest wurde zuletzt übrigens noch einmal bestätigt, dass alle geplanten Veranstaltungen stattfinden sollen. Die beteiligten Veranstaltungsorte erfüllen die aktuell geltenden Schutzverordnungen des Landes Hessen, die begrenzten Teilnehmerzahlen ermöglichen die Einhaltung der Abstandsregeln. Stand jetzt, wohlgemerkt.
Übrigens wird auch die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels ohne geladenes Publikum stattfinden. Der Laudator, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wird zwar persönlich in der Paulskirche sprechen, der Preisträger jedoch, der indische Wirtschaftsphilosoph Amartya Sen, wird ebenfalls nur zur Preisverleihung zugeschaltet. Man kann der Zeremonie aber live beiwohnen, da die ARD diese am Sonntag, 18.10.2020, ab 10.45 Uhr übertragen wird.
Ich bin ehrlich: Eine rein digitale Buchmesse reizt mich nicht besonders. Da sind bestimmt einige interessante Gäste und Themen vertreten, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen, mich zu Hause an den Laptop oder vor mein Tablet zu setzen und mir das Ganze per Videostream reinzuziehen. Es ersetzt mir nicht das, was die Buchmesse bisher immer für mich war: die Begegnung mit buchaffinen Menschen, der persönliche Austausch, ein Pläuschchen hier, ein Glas Sekt da, gemeinsames Lachen, gemeinsame Kreativität. Es ist einfach so schade, auch wenn ich die Gründe dafür verstehe und mich selbst ebenfalls streng an alle Maßnahmen und Regeln halte. Aber ich sehne mich inzwischen doch sehr nach dem schönen Buchmesse-Feeling, auf das wir alle stets so hingefiebert und das wir so gefeiert haben.
Ob es im nächsten Jahr besser wird? Ich wage derzeit keine Prognose.

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