Posts mit dem Label Horror werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Horror werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 27. Oktober 2023

Leserunde für "Bloody Qindie: Gefährliche Bücher" - Jetzt bewerben!

Ich hatte ja versprochen, hier Bescheid zu geben, wenn die Leserunde zu unserer neuesten Bloody Qindie Anthologie losgeht. Also: Bescheid!

Auf Lovelybooks könnt ihr euch noch bis 31. Oktober 2023 um eines von 15 Freiexemplaren bewerben. Oder ihr habt das Buch bereits erworben oder habt es noch vor, dann macht einfach mit und diskutiert mit allen Teilnehmenden sowie den Autorinnen der Anthologie.

Bitte hier entlang: Lovelybooks Leserunde für Bloody Qindie: Gefährliche Bücher

Viel Glück für den Lostopf und viel Spaß bei der Lektüre!


Montag, 16. Oktober 2023

Neuerscheinung! Bloody Qindie präsentiert: Gefährliche Bücher: Halloween Special

Pünktlich zur herbstlichen Buchmessezeit haben wir es geschafft und können voller Stolz unsere neueste Bloody Qindie Anthologie präsentieren. Der Titel verrät: Diesmal dreht sich alles um Bücher. Gefährliche Bücher. Unheimliche Bücher. Bücher mit einem Eigenleben. Bücher mit geheimnisvollen Botschaften. Bücher, die mehr als nur die Geschichte erzählen, die in sie gedruckt wurde.

Ich bin diesmal mit zwei Geschichten vertreten. Da wäre zum Einen meine Kurzgeschichte "Das leere Buch". Diese war die allererste Geschichte aus meiner Feder, die jemals veröffentlicht wurde, und zwar im Jahr 2009. Mit dieser Geschichte fing alles an. Umso mehr freue ich mich, sie in leicht überarbeiteter Fassung in unserer Bloody Qindie Reihe präsentieren zu dürfen.

Die zweite Geschichte habe ich erst dieses Jahr extra für unsere Anthologie geschrieben. Sie trägt den Titel "Die Lektüre der alten Dame". Natürlich ist es eine eher unheimliche Geschichte, immerhin kommt ein Geist vor, es kommt sogar ein kompletter Geister-Bücherschrank vor! Doch diesmal wird bei mir kein Blut vergossen, und das Ende ist für meine Verhältnisse doch ziemlich versöhnlich, ja fast schon happy. Aber mehr verrate ich nicht - außer einer kurzen Leseprobe am Ende dieses Artikels.

Bloody Qindie präsentiert: Gefährliche Bücher: Halloween Special

Cover: Katharina Gerlach


Klappentext

Ein geerbtes Buch, das einen eigenen Willen entwickelt …

Ein Tagebuch, das über sehr spezielle Experimente berichtet …

Und ein Buch, das Leben gibt und Nichts verspricht …

Sie denken, Bücher sind einfach nur zum Lesen da? Doch was, wenn ein Buch Wünsche erfüllen kann? Und nicht nur die Guten … Was, wenn das schlichte Öffnen eines Buches einen Dämon entfesselt? Oder jeder Wetteinsatz, den Sie in ein Notizbuch schreiben, gnadenlos eingefordert wird?

Nicht jedes Buch unterhält Sie. In manchen lauert bittere Rache oder der Korrektor des Grauens. Passen Sie also auf, wenn Sie das nächste Mal auf dem Flohmarkt ein Buch erstehen oder ein achtlos liegengebliebenes mitnehmen. Und eines noch: Egal, was ein Buch verspricht, gehen Sie sorgsam mit Ihren Wünschen um.

Bloody Qindie präsentiert zum achten Mal düstere Kurzgeschichten mit und ohne Fantasy. Mit diesen zwölf Geschichten von elf Qindie-Autoren laden wir sie herzlich ein in die Untiefen der gebundenen Seiten. Doch wissen Sie folgendes: „Gefährliche Bücher“ lesen Sie auf eigene Gefahr!

Folgende Geschichten sind enthalten:

Pitch Black Jack – Selma J. Spieweg

Die Welt steht still, wenn die Königin es will – Regina Mengel

Das Tagebuch – Rainer Ruppersberg

Bocore – Martina Bauer

Die Lektüre der alten Dame – Jana Oltersdorff

Lebe dein Buch – Florian Tietgen

Das leere Buch – Jana Oltersdorff

Die Gier nach Macht – Divina Michaelis

Such dich selbst – Lotte R. Wöss

Zeit für ein gutes Buch – Katharina Gerlach

Wünsch’ dir was! – Patricia Strunk

Auf dem Buchmesse Convent am 21. Oktober 2023 in Dreieich werde ich das Buch an unserem Qindie-Tisch präsentieren. Kommt vorbei und holt euch eines der allerersten druckfrischen Exemplare!

Ansonsten könnt ihr das Buch schon bei Amazon käuflich erwerben (eBook und Taschenbuch) und außerdem als eBook in allen Online Shops der Tolino-Gruppe, z. B. bei Thalia.

In Kürze wird auf Lovelybooks dazu auch eine Leserunde starten. Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden!

Aber nun wie versprochen die Leseprobe aus meiner Geschichte "Die Lektüre der alten Dame":

Den Bücherschrank auf dem kleinen Platz bemerkte Emma in der zweiten Nacht nach ihrem Einzug. Sie konnte nicht schlafen, weil sich alles noch fremd anfühlte. Also stand sie in der Küche mit einem Glas Wasser und starrte gedankenversunken nach draußen. Von hier oben im zweiten Stock hatte sie einen guten Blick. Die Straße lag verlassen da. Das gelbliche Licht der Straßenlaterne beleuchtete die großen Kastanienbäume. Zwischen ihnen stand er. Ein schmaler Quader, ungefähr so groß wie eine Telefonzelle. Und er schien randvoll mit Büchern zu sein, so viel konnte Emma erkennen.

Sie seufzte. Wie lange war es her, dass sie ein Buch gelesen hatte? Ein angefangener Roman lag auf dem Tischchen neben ihrem Bett. Ein Geschenk ihrer Mutter zu Weihnachten – vor drei Jahren. Seitdem hatte sie darin vielleicht fünfzig Seiten gelesen und es dann … ja, was? Vergessen? Abgebrochen? Die Lust am Lesen war ihr irgendwie verlorengegangen. Aber das Lesezeichen steckte noch an der Stelle, bis zu der sie gekommen war. Sie hatte das Buch gestern erst aus dem Umzugskarton genommen und sorgfältig auf dem Tischchen platziert, als sei es ein Dekogegenstand. Emma wusste noch, dass es ein Thriller von Cody McFadyen war, aber an den Titel oder die Handlung erinnerte sie sich nicht mehr. Sollte sie dieses Buch irgendwann weiterlesen wollen, würde sie wohl noch einmal von vorn beginnen müssen.

Oder sie könnte sich stattdessen etwas Anderes aus diesem Bücherschrank dort drüben holen. Womöglich beherbergte er den einen oder anderen Schatz. Aber nicht mehr heute Nacht. Sie gähnte herzhaft. Endlich spürte sie ein Gefühl der Bettschwere. Sie stellte das Glas neben die Spüle und warf einen letzten Blick nach draußen. Da bemerkte sie eine Bewegung bei einem der Bäume. Neugierig schaute Emma nach draußen. Kurz verschwand eine Gestalt hinter dem massiven Stamm, um gleich darauf wiederaufzutauchen. Es handelte sich um eine ältere Frau, wie Emma im Licht der Straßenbeleuchtung erkannte. Das weiße Haar zu einem Knoten gebunden, die Kleidung dunkel, wahrscheinlich ein Mantel über einem Kleid oder Rock. Die Frau ging nicht besonders schnell. Ihr Rücken war gekrümmt, bei jedem Schritt stützte sie sich auf einen Gehstock.

Vor dem Bücherschrank machte sie halt, öffnete die Tür und bückte sich. Als sie sich wieder aufrichtete, hielt sie ein Buch in der Hand. Sie ging damit zu der Parkbank, die gleich neben dem Bücherschrank stand, nahm darauf Platz und schlug das Buch auf.

Emma stieß mit der Nase an die Fensterscheibe und hinterließ einen kleinen Fettfleck auf dem Glas bei dem Versuch zu erkennen, um was für ein Buch es sich handelte. Welche Art Buch las eine alte Dame mitten in der Nacht im Schein einer Straßenlaterne? Es wollte Emma nicht gelingen, zumal sie inzwischen zu müde warum der Frau weiter zuzusehen. Bevor sie hier noch im Stehen einschlief, ginge sie besser wieder ins Bett. In diesem Augenblick klappte die Alte das Buch zu, stand auf, stellte es zurück in den Bücherschrank und verließ den Platz unter den Kastanien genauso langsam und bedächtig, wie sie gekommen war.

Emma schüttelte den Kopf und konnte sich ein amüsiertes Grinsen nicht verkneifen. Etwas an dem soeben Erlebten berührte sie im Inneren und bekräftigte ihren Entschluss, sich diesen Bücherschrank bei nächster Gelegenheit aus der Nähe anzuschauen.

***


Mittwoch, 26. Oktober 2022

Buchtipp: Stephen King - "Das Institut"

Ich habe endlich wieder ein Buch von Stephen King gelesen. Meine Leidenschaft für Bücher im Allgemeinen und für Horror im Speziellen hing schon immer eng mit diesem Autor zusammen. Eigentlich wollte ich bei King auch stets auf dem aktuellsten Stand bleiben, wollte jedes Buch quasi sofort nach Erscheinung lesen, aber das konnte ich irgendwann nicht mehr wuppen. Inzwischen stehen etliche Stephen-King-Titel noch auf meiner Muss-ich-unbedingt-noch-lesen-Liste. Bei "The Institute" kann ich endlich einen Erledigt-Haken setzen.

Worum geht's?

(Ich habe die englische Originalversion gelesen, möglicherweise verwende ich hier und da abweichende Begriffe, die ich mir selbst übersetzt habe, oder die originalen englischen Namen.)

Luke Ellis, ein zwölfjähriger Junge, führt ein ganz normales Leben in einem Vorort von Minneapolis. Er ist verdammt schlau für sein Alter, und manchmal gelingt es ihm, leere Pizzakartons vom Tisch zu schubsen - nur mit seinen Gedanken. Aber das ist an sich unspektakulär, glaubt zumindest Luke. Bis eines Nachts Fremde in das Haus der Familie Ellis eindringen, Lukes Eltern kaltblütig ermorden und den Jungen entführen. Als er zu sich kommt, befindet er sich in einer fast exakten Kopie seines echten Zimmers, aber dieser Raum liegt im Inneren eines unheimlichen, vor der Welt verheimlichten Ortes, der von seinen Betreibern nur das Institut genannt wird.

Hierher wurden andere Kinder auf ähnliche Weise verschleppt, und sie alle haben etwas gemeinsam: Sie besitzen paranormale Kräfte - Telekinese oder Telepathie, die einen nur schwach, die anderen etwas stärker. Die Menschen im Institut führen seltsame Untersuchungen an Luke durch, injizieren Substanzen, bedrohen und bestrafen ihn. Luke erkennt bald, dass es darum geht, seine übersinnlichen Fähigkeiten zu verstärken, auch wenn er keine Ahnung hat, zu welchem Zweck. Nach und nach verschwinden die Kinder, mit denen er sich im Institut angefreundet hat. Er erfährt, dass es hinter dem Teil, in dem er untergebracht ist, der Front Half, einen weiteren Bereich gibt, die Back Half. Dorthin werden die Kinder gebracht, und von dort ist noch niemals jemand zurückgekommen. Luke weiß, wenn er dran ist und in die Back Half umziehen muss, ist er verloren. Also schmiedet er einen waghalsigen Fluchtplan, aber noch nie konnte ein Kind entkommen. Doch Luke muss es versuchen - für sich selbst und für seine Freunde.

So. Mehr kann und sollte ich an dieser Stelle gar nicht verraten.

Wie hat es mir gefallen?

Der Roman ist - wie ich es von King gewohnt bin - wahnsinnig komplex und mit einem zahlreichen Cast ausgestattet. Tatsächlich dauert es eine Weile, bis die eigentliche Geschichte um Luke Ellis richtig losgeht. Am Anfang geht es nämlich erst einmal um eine andere Figur, der wir Lesenden folgen, bis wir sie plötzlich zurücklassen und uns Lukes Geschichte zuwenden. Das hat natürlich alles seine Gründe, und irgendwann werden die Schicksale aller Figuren an einem Ort zusammengeführt, aber bis dahin ist es ein weiter Weg. Vermutlich war auch dieser verwirrende Anfang ein Grund, dass ich das Buch vor sicher zwei Jahren anfing zu lesen und dann erst einmal beiseite legte. Erst in diesem Jahr nahm ich es mir wieder vor und las weiter. Und als die Dinge im Institute ins Rollen kamen - sagen wir: spätestens, als Luke begann, die Punkte zu sehen -, war ich gefesselt und wollte unbedingt lesen und weiterlesen.

Also hat es mir gefallen? Ja, definitiv ja. Vermutlich lag es an mir selbst und dem Zeitpunkt, als ich mit der Lektüre begann, dass ich nicht so richtig reinfand. Was ich sehr mochte, waren die Kinder im Institut. Jedes hatte seine Geschichte, war besonders, merkwürdig auf eine Weise, aber liebenswert. Mit den Kids, allen voran Luke und Avery, bangte und litt ich am meisten. Es war schön, wieder eine Geschichte von Stephen King zu lesen, in der Kinder die Hauptrolle spielten. Er hat es immer noch drauf, ihre Gefühle, Ängste und kindliche Sicht auf die Welt einfühlsam und glaubhaft zu vermitteln. Aber auch die Bösewichte haben Spaß gemacht, allen voran Mrs. Sigsby. Eine wirklich durchtriebene Antagonistin! Hätte nur noch gefehlt, dass sie rosa Outfits trägt und lauter Katzenbilder in ihrem Büro hat.

Fazit

"The Institute" ist nach meinem Verständnis kein Horror-Roman, zumindest kein reiner. Es ist ein Thriller mit politischer Botschaft und - typisch King - klarer Kritik an Donald Trump und seiner Art, Politik zu betreiben. Das Buch ist Science Fiction, Mystery, und es bedient sich einiger klassischer Verschwörungstheorien, allen voran der, nach der hinter den Kulissen geheime Organisationen die Fäden der Macht in der Hand halten und die Geschicke der Menschheit lenken. Aber das Gefühl des Horrors, des Terrors, insbesondere immer dann, wenn Kinder in Gefahr geraten, ist nicht zu rar gesät und gipfelt in einem epischen Showdown. Überhaupt mochte ich das Ende, es fühlte sich richtig an und wirkte auf mich so, als hätte King es wirklich so geplant und gewusst, was er tat. (Tatsächlich wird King häufig für seine schwachen Enden kritisiert, aber das kann man ihm hier meiner Meinung nach wirklich nicht vorwerfen.)

Ich vergebe für "The Institute" 4,5 von 5 Kaugummi-Zigaretten.

P. S. Oben seht ihr übrigens das amerikanische Cover, weiter unten das deutsche, wie es bei Heyne erschien. Ich mag beide, finde das amerikanische aber ein wenig atmosphärischer.

P. P. S. Übrigens gibt es auch für "The Institute" Pläne, es zu verfilmen. Auf imdb.com existiert bereits ein Eintrag, der aber nicht viel mehr als die Kurzzusammenfassung sowie den Hinweis enthält, dass eine TV-Miniserie geplant sei. Dies wurde auch schon 2019 bei Filmstarts bestätigt. Wir werden es rechtzeitig erfahren, und ich setze es zumindest gedanklich schon einmal auf meine Watchlist.

Dienstag, 18. Oktober 2022

Buchtipp: Fred Ink "Hexenhaus"

In Fred Inks Horror-Roman "Hexenhaus" gibt es ein Wiedersehen mit Walter Dekker, dem vom Pech verfolgten Privatdetektiv, den ich schon in Inks Roman "Hinter den Winkeln" kennenlernte. Da es ja gar nicht mehr lange hin ist bis zum nächsten Dekker-Roman, muss ich mich nun sputen, euch meinen Buchtipp zu präsentieren.

Worum geht es?

Walter Dekker ist immer noch in Arkham, dem Ort, an dem sich irgendwie immer und überall etwas Böses, Dunkles in den Schatten zu verstecken scheint. Sein Detektivbüro in dem ehemaligen Buchladen hat er noch gar nicht richtig eingerichtet, da steht ein verzweifelt wirkender Mann namens George Benson vor ihm und bittet ihn um Hilfe bei der Suche nach seiner verschwundenen Freundin. Ihre Spur führt in ein leerstehendes altes Haus, in dem sie überraschenderweise auf weitere Personen treffen, die aus eigenen Gründen hergekommen sind. Und auch das Haus selbst verbirgt sehr viel mehr hinter seinen verrotteten Wänden, als es auf den ersten Blick scheint. Einst soll hier eine Hexe gelebt haben, und ob das wirklich so war oder nicht: Dekker, George und die anderen werden plötzlich mit grausigen Bedrohungen konfrontiert und sehen sich gezwungen, tiefer in das Haus vorzudringen, als ihnen lieb ist. Schon bald müssen sie erkennen, dass sie mitten in einem Labyrinth stecken, und hinter jeder Ecke könnte die nächste tödliche Falle lauern. Die Frage ist nur: Ist es das Haus selbst, das mit ihnen sein teuflisches Spiel spielt, oder steckt etwas ganz Anderes, Älteres und Gefährlicheres dahinter? 

Wie fand ich es?

Es ist wieder ein waschechter Ink-Roman geworden, und das heißt, dass die Lektüre mich aufs Vorzüglichste unterhalten hat. Alles, was ich von einer guten Horrorgeschichte erwarte, habe ich hier gefunden: Grusel, Gänsehaut, Humor, starke Figuren, Blut und Massaker, Monster, dunkle Welten und jede Menge Spannung. Hinzu kommt, dass ich als Leserin mich so wie die Figuren im Buch in einem Labyrinth fühlte - ich musste mich auch trauen, auf die nächste Seite zu blättern, um zu erfahren, ob es eine gute oder schlechte Idee war, durch diese eine Tür zu gehen.

Es gab natürlich die Hauptgeschichte um Dekker und seine Mitstreiter:innen und ihre Suche nach einem Ausweg. Aber wie es für Labyrinthe üblich ist, biegen sie oft falsch ab und finden sich an überraschenden Orten wieder oder treffen auf überraschende Personen, mit denen niemand gerechnet hat. Und so genoss ich es wieder sehr, auf alte Bekannte zu treffen, diesmal auf einen Wissenschaftler an einem Ort, den Eingeweihte aus Inks Roman "Crossover" wiedererkennen werden, auf die toughe Söldnerin Florence und auf einen gewissen sprechenden Kater namens Fostur (hallo, Herr Ink, bitte unbedingt mehr von Fostur, ja?).

Der gewisse Lovecraft'sche Einfluss darf natürlich auch nicht fehlen, und am Ende bleiben genügend lose Fäden übrig, an denen angeknüpft werden kann - sei es in weiteren Walter-Dekker-Büchern oder in anderen Geschichten, denn das Universum, das von Fred Ink hier seit Jahren kontinuierlich aufgebaut wird, ist groß und wird immer größer. Monströs groß sozusagen.

Fazit

"Hexenhaus" ist ein gelungener, spannender, rasant erzählter Horror-Roman, der viel mehr bietet, als sich auf den ersten Blick auch nur erahnen lässt. Dazu hat das Buch mit Walter Dekker einen wahnsinnig liebenswerten Protagonisten mit Ecken, Kanten und eigenen Geheimnissen, die der Autor hoffentlich in weiteren Geschichten nach und nach aufdecken wird.

Das Buch ist im KOVD Verlag erschienen und kann dort im eigenen Online-Shop als Print (Englische Broschur) bestellt werden. Wer die E-Book-Variant haben möchte, bekommt diese z. B. hier.

Übrigens ist kein Vorwissen notwendig, ihr könnt dieses Buch direkt lesen, ohne die vorangegangenen Bücher zu kennen - allerdings werdet ihr diese wahrscheinlich danach alle lesen wollen. Für Fans von originellem, atmosphärisch dichtem, gut erzähltem Horror steckt hier nämlich echtes Suchtpotenzial drin ...

Ich vergebe volle 5 von 5 blutgierigen Mbaaks.


Mittwoch, 28. September 2022

Neuerscheinung: "Bloody Qindie präsentiert: Dunkle Wasser - Halloween Special"

Schaut mal in den Kalender. Es ist nicht mehr lange hin bis Halloween, und da will die passende Lektüre rechtzeitig ausgewählt werden. Pünktlich vor Start des schönen Monats Oktober haben wir bei Qindie die neueste Anthologie ins Rennen geschickt. Heute ist der siebte Band unserer Grusel-Anthologie-Reihe erschienen, und diesmal nehmen wir euch mit in dunkle Gewässer.

"Bloody Qindie präsentiert: Dunkle Wasser - Halloween Special"

Nach mysteriösen Jahrmärkten, unheimlichen Dörfern, gruseligen Hotels und düsteren Wäldern dreht sich in der neuen Ausgabe alles um das Wasser und die Dinge, die sich unter seiner Oberfläche verbergen. Auch ich habe eine Geschichte beigetragen, in der ein Mädchen etwas am Strand findet und zunächst nicht ahnt, welche Gefahr davon ausgeht.

Hier habe ich für euch erst einmal den Klappentext zur Einstimmung:

Eine Hochzeitsfahrt ins Ungewisse …

Ein zurückgelassenes Kostüm …

Eine Überraschung im Packeis …

Wasser. Lebenselixier. Ort der Erholung. Ein Urlaub am Meer, ein Bad im Fluss oder einfach nur die Füße im nahegelegenen Bach abkühlen, all dies birgt einen ganz eigenen Reiz. Und doch haftet gerade daran auch etwas Unheimliches. Warum sonst fürchten so viele Menschen das tiefe Wasser? Wir wissen nicht, was sich unter der Oberfläche abspielt. Ist es wirklich eine gute Idee mit dem Boot ins Blaue zu fahren? Oder locken wir sie so erst an: die Lebewesen, die uns nicht wohlgesonnen sind? Doch nicht nur im, sondern auch am Wasser lauern Gefahren. Die Wellen spülen sie ans Ufer und nicht immer sind wir in der Lage, Gut und Böse voneinander zu unterscheiden.

Begleiten Sie uns auf unserem Weg durch die Gewässer dieser Welt. Aber entscheiden Sie weise, ob Sie ihrem Forscherdrang nachgeben oder das Ruder in die Hand nehmen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Zum siebten Mal präsentiert Bloody Qindie düstere Kurzgeschichten mit Gänsehautfeeling. Zehn Qindie-Autor:innen laden Sie ein, eine Exkursion ins nasse Element zu unternehmen. Legen Sie sich schon mal ein Handtuch bereit – oder vielleicht doch lieber ein Schwert, denn „Dunkle Wasser“ sind tief!

Und das sind die Geschichten, die euch im Buch erwarten:

Das Ding am Strand – Jana Oltersdorff

Definiere Monster – Katharina Gerlach

legionella roeberdorferis – Divina Michaelis

Der Hai von Sonndorf – David Pawn

Die Nixe vom Schwarzen Grund – Patricia Strunk

Das falsche Element – Martin Hühn

Von Wasser und Verwandlung – Florian Tietgen

Zwischenfall auf See – Patricia Strunk

Ewiges Eis – Lisa-Marie Reuter

Delikatesse – Mika Krüger

Die Braut des Wasserdrachen – Divina Michaelis

Krakenlähmung – Martin Hühn

Der zehnte Kreis – Martina Bauer

Ja, ihr habt richtig gesehen: Diesmal darf ich die Anthologie mit meinem Schauermärchen, einer sehr freien Adaption des bekannten Märchens "Die kleine Meerjungfrau" von Hans-Christian Andersen, eröffnen. Ich hoffe, es wird euch gefallen - wie auch alle anderen Geschichten in diesem Buch.

Und das Cover? Wieder ein Träumchen, oder besser gesagt: Albträumchen, gestaltet von Katharina Gerlach und Jacqueline Spieweg. Ich finde sogar, es passt perfekt zu meiner Geschichte, obwohl das Zufall war.

Und wo bekommt ihr dieses feine Buch für euren Halloween-Lesestoff? Seit heute bei Amazon als E-Book und Taschenbuch, weitere Shops folgen demnächst.

Noch ein Tipp: Haltet auch gern die Augen auf Lovelybooks auf, denn dort werden wir in Kürze eine Leserunde veranstalten und freuen uns über rege Teilnahme!


Dienstag, 27. September 2022

Buchtipp: Vincent Voss "Im Eis"

Es ist schon ein paar Monate her, dass ich das Buch gelesen habe, aber sobald ich daran zurückdenke, überzieht mich sofort eine Gänsehaut, und das Gefühl von Kälte ist wieder da.

Darum geht's:

Die Ethnologin Amelie entdeckt die verschollenen Tagebuchaufzeichnungen des Kapitäns Johannes Werkmeister, der mit seinem Schiff Teutonia an der legendären 3. Nordpolexpedition im Jahr 1878 teilgenommen hatte. Die Lektüre eröffnet ihr ganz neue Erkenntnisse, die sie nicht nur beunruhigen, sondern ihre Neugierde nähren. Sie schafft es, eine neue Expedition auf die Beine zu stellen, um dem Weg der Schiffe zu folgen und herauszufinden, was damals wirklich passiert ist. Dabei muss sie schon bald erkennen, dass sie das Leben aller in Gefahr bringt, die sie auf dieser Reise begleiten. Der Horror wartet im ewigen Eis ...

Hat es mir gefallen?

Aber sowas von. Es ist wieder ein großartiger, spannender, gänsehauttreibender Roman aus der Feder eines meiner Lieblingsautoren im Horrorgenre - Vincent Voss. Und dass er diesmal sehr intensiv und ausführlich recherchiert und entsprechend lange gebraucht hat, um das Buch zu schreiben, merkt man dem Skript an. Es ist mit vielen Details gespickt, sowohl in dem Handlungsstrang über die 3. Expedition, die in Form von Tagebucheinträgen eingebaut wurde, als auch in dem in der Gegenwart spielenden zweiten Handlungsstrang, dessen Mittelpunkt die Wissenschaftlerin Amelie bildet. Wie eingangs erwähnt, schafft es das Buch durch seine intensiven Beschreibungen von Landschaft und Nordpolarmeer, das Gefühl von durchdringender Kälte zu vermitteln. Der Horror schwingt zunächst eher unterschwellig mit, wie eine Ahnung, dass unter der Oberfläche etwas lauert, das jederzeit hervorbrechen könnte - und es dann auch tut. Oh, und wie es das tut. Ich erwähnte es ja schon: ein echter Voss.

Fazit:

Ich hätte das Buch vielleicht besser im Sommer vorgestellt, da hätte es für willkommene Abkühlung gesorgt. Wenn ihr also jetzt im Herbst und kommenden Winter dazu greift, sorgt dafür, dass ihr kuschelige Socken an den Füßen tragt, eine Wolldecke um eure Schultern gelegt ist und ein wärmendes Heißgetränk in greifbarer Nähe bereitsteht!

Ich vergebe 4,5 von 5 blutbesudelten Eisschollen.

Wenn ihr das Buch nun unbedingt lesen wollt (wovon ich ausgehe), empfehle ich, es direkt beim Verlag Torsten Low zu bestellen - und zwar hier.

Sonntag, 24. Oktober 2021

Bloody Qindie präsentiert: Waldesdunkel - Halloween Special

Es ist Oktober, die Lieblingsjahreszeit aller Fans von Horror und Gänsehaut. Denn am 31. Oktober ist wieder Halloween, für unsereins das schönste Fest des Jahres! Mit anderen Worten: Die perfekte Zeit für Gruselgeschichten. Und da ihr bestimmt schon alles gelesen habt, was es da draußen an schaurigen Geschichten gibt, wird es Zeit für neuen Lesestoff, nicht wahr? Wie gut, dass auch in diesem Jahr die Qindie-Autor*innen in die Tasten gehauen haben, um für Nachschub zu sorgen. Pünktlich zum Fest der Geister und Dämonen präsentieren wir euch die niegelnagelneue Bloody Qindie Anthologie:



Waldesdunkel ... klingt schon mal gut, nicht wahr? Was erwartet euch? Natürlich jede Menge schaurige, makabre, böse Geschichten, die aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt sind, denn wir nehmen euch mit in den Wald.

Kommen wir direkt zum Klappentext:

Eine Autopanne, die Erinnerungen kostet …

Eine verfluchte Lichtung …

Und ein Holzfäller, der nicht tot zu kriegen ist …

Nichts ist erholsamer, als bei einem Waldspaziergang tief durchzuatmen. Aber Achtung. Eines Morgens steht der Wald vor Ihrer Tür. Und der böse Wolf wohnt nebenan. Dann hält die Dunkelheit Einzug.

Was ist, wenn Sagengestalten Besitz von Ihnen ergreifen oder Blut im Mondlicht glitzert? Auf keinen Fall möchten Sie dem Jungen begegnen, dessen Wunden alles Leben im Wald vernichten, oder als ungebetener Gast in die Feier einer Waldhexe platzen.

Zum sechsten Mal präsentiert Bloody Qindie düstere Kurzgeschichten mit Gänsehautfeeling. Lassen Sie sich von 14 Qindie-Autor:innen an fantastische Orte im „Waldesdunkel“ locken!

Und die Playlist sieht dann im Einzelnen so aus:

Der dunkle Morogin – Florian Tietgen
Bestia Palatinensis – Martina Bauer
Der Wald ist mein Freund – Lotte R. Wöss
Festgewurzelt – Patricia Strunk
Waldsterben – Eva Markert
… lebt noch … – David Pawn
Schnatermann – Doro May
Holz, Fleisch und Feuer – Lisa-Marie Reuter
Befremdliches Intermezzo oder Ein nächtliches Selbstgespräch – Regina Mengel
Nachtwald – Jana Oltersdorff
Die Axt – Patricia Strunk
Die Siedlung – David Pawn
Wald ist Kapital – Divina Michaelis
Ein Wald, ein Wolf und ein rotes Basecap – Regina Mengel
Die Rote Zone – Rainer Ruppersberg und Robert Odei
Bei Vollmond am Hexenberg – Katharina Gerlach
Titelbild: Katharina Gerlach & Jaqueline Spieweg

Ja, richtig gesehen: Auch von mir ist eine Geschichte dabei. Und ich bin sehr froh darüber, dass ich es endlich wieder geschafft habe, etwas zu schreiben, denn bei den letzten zwei Bloody Qindie Anthologien musste ich leider passen. Meine Geschichte trägt den Titel "Nachtwald", und ich präsentiere euch heute am Ende dieses Blogartikels exklusiv den Anfang.

Wenn der euch neugierig gemacht hat, holt euch doch das ganze Buch. Es ist als E-Book in allen Online-Shops und als Taschenbuch bei Amazon erhältlich. Dann könnt ihr auch gleich bei der Leserunde auf Lovelybooks mitmachen. Die Verlosung ist zwar schon vorbei, aber mitdiskutieren könnt ihr selbstverständlich auch mit selbst besorgtem Leseexemplar - viele der Autor*innen werden sich ebenfalls beteiligen und freuen sich auf euer Feedback. Wir sind schon ganz gespannt, wie es bei euch ankommen wird.

Nun aber die kleine Leseprobe aus meiner Geschichte "Nachtwald":

***

    Wie schnell können Bäume wachsen?, fragte sich Helga, als sie an diesem Morgen aus dem Fenster blickte. Sie hielt die nur noch lauwarme Tasse mit dem starken Kaffee mit beiden Händen fest und starrte seit bestimmt zwanzig Minuten nach draußen. Wo gestern das Rapsfeld gelb geleuchtet hatte, stand nun ein Wald, und was für einer: eine dunkelgrüne Mauer aus Stämmen, Blättern, Ästen, Zweigen und wild wucherndem Unterholz. Sie begann direkt hinter ihrem Grundstück und verlief in beide Richtungen, ohne dass ein Ende zu erkennen war. So dicht standen die hohen Bäume beieinander, dass Helga von ihrem Standort am Küchenfenster nur die erste Reihe ausmachen konnte. Gleich dahinter verlor sich alles im Dunkel. Dort drinnen musste es stockfinster sein.
    Ein Geräusch an der Küchentür ließ Helga aufschrecken, sodass sie etwas von ihrem Kaffee verschüttete, als sie sich umdrehte. Peter schlurfte mit halbgeöffneten Augen herein, seine ausgetretenen Pantoffeln schleiften über den Boden. Die wenigen Haare standen wie ein Heiligenschein von seinem Schädel ab. Der blaue Bademantel schlackerte lose um seinen Körper, als wäre er zwei Nummern zu groß. Hager war er geworden, fand Helga. Sein Gesicht wirkte irgendwie grau. Seit sie die Diagnose erfahren hatten, war er jeden Tag ein wenig grauer geworden.
    Helga verfolgte ihren Mann, wie er sich an die Kaffeemaschine stellte, scheinbar blind seinen Getränkewunsch eingab und den Startknopf drückte. Er stützte sich mit beiden Händen auf der Arbeitsfläche ab, während er auf sein Getränk wartete. Café Americano, schwarz, wie immer. Für Helgas Geschmack zu dünn, aber Peter behauptete, das bekäme seinem Magen besser. Wenn es danach gegangen wäre, was gut für Peters Magen war, hätte er besser komplett auf Kaffee verzichtet. Aber die Diskussion hatte Helga längst aufgegeben. Er trank keinen Alkohol, rauchte nicht, naschte kaum, da musste sie ihm doch nicht auch noch dieses letzte kleine Laster ausreden.
    Mit der Tasse in der Hand trat Peter zu seiner Frau.
    „Guten Morgen, Schlafmütze“, begrüßte sie ihn.
    Peter lächelte schief und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Sein Atem roch säuerlich. Als er sich von ihr abwandte, blieb sein Blick am Fenster hängen. Seine Augen verengten sich erst skeptisch, dann wurden sie groß.
    „Was ist das denn?“, fragte er verblüfft.
    Helga blinzelte irritiert. Fast hatte sie es vergessen.
    „Du siehst es also auch. Das beruhigt mich dann doch“, sagte sie trocken, machte eine ausholende Geste und ergänzte: „Schatz, wir wohnen jetzt nicht mehr am Feld, sondern am Wald.“ Sie schickte ein Lachen hinterher, doch es klang gekünstelt und sie würgte es rasch ab.
    Peter stellte seine Tasse, von der er nur genippt hatte, langsam neben der Spüle ab.
„Seit wann entstehen denn Wälder über Nacht?“, murmelte er mehr zu sich selbst. Dann öffnete er das Fenster. Kühle Morgenluft strömte herein, doch sie brachte noch etwas mit sich: den Geruch nach altem, feuchtem Holz, nach Moos und Pilzen. Es roch intensiv nach Wald. Peter atmete tief ein und stieß die Luft mit einem langgezogenen „Aaah“ wieder aus.
    Als er zu Helga schaute, umspielte ein spitzbübisches Lächeln seine Lippen. Wie lange war es her, dass er sie so angeschaut hatte? Abenteuerlust hatte er seit Jahren nicht mehr versprüht. Helga ahnte, was das bedeutete, und war sich nicht sicher, ob ihr das gefiel.
    „Lust auf einen Spaziergang?“, fragte er.

*** 


Montag, 26. April 2021

Ankündigung: Die nächste Bloody Qindie Anthologie kommt

Eines der besten Gefühle beim Schreiben ist es, das Wort Ende unter eine Rohfassung zu setzen. So erlebte ich es letzte Woche endlich wieder, als ich meinen Beitrag für die nächste Bloody Qindie Anthologie beendete. Inzwischen ist die Kurzgeschichte überarbeitet worden und ging heute an die Qindie-Kollegin, die alle Texte sammelt und das Projekt koordiniert.

Damit habe ich nach langer Zeit mal wieder eine komplett neue Kurzgeschichte geschrieben. Die erste in diesem Jahr. Und wir haben schon April! Ich weiß auch nicht, aber die Pandemie und ihre vielen Begleiterscheinungen haben meine Kreativität und Produktivität nicht gerade beflügelt, sondern eher stark gebremst. Seit dem Ausbruch im Frühjahr 2020 habe ich gerade mal drei Geschichten vollendet, eine davon drehte sich sogar um das Thema Pandemie, die andere war eigentlich nur ein Director's Cut einer bereits existierenden Geschichte. Nun also wird es bald wieder etwas Neues aus meiner Feder zu lesen geben. Das bringt mich auch näher an die nächste Veröffentlichung einer Kurzgeschichten-sammlung, für die ich ja aus oben genannten Gründen recht langsam Material sammle. Aber zunächst wird die Geschichte mit dem Titel "Nachtwald" in der nächsten Bloody Qindie Anthologie erscheinen, und das freut mich umso mehr, da ich die letzten zwei Anthologien ausgelassen hatte, obwohl die Themen superspannend waren und ich eigentlich auch Ideen gehabt hätte, aber ich bekam es einfach nicht hin. Nun kann ich also endlich wieder bei Bloody Qindie mitspielen.

Bloody Qindie geht mit der neuen Anthologie bereits in die sechste Runde. Seit der zweiten Ausgabe gab es immer ein zentrales Thema, das wir teilnehmenden Autor:innen in unseren Geschichten verarbeiteten. Nach wie vor ist meine Lieblingsanthologie aus dieser Reihe "Letzte Fahrt", in der es auf den Jahrmarkt ging. Aber auch die anderen Teile können sich sehen lassen und behandeln teilweise Themen, die auf den ersten Blick gar nicht nach Horror klingen mögen. Oder findet ihr Geschichten vom Dorf per se unheimlich? Dann solltet ihr euch mal mit "Dorfidyll", dem fünften Band, beschäftigen, dort werdet ihr eines Besseren belehrt.

In der neuen Anthologie wird sich alles um das Thema "Wald" drehen. Zugegeben, da sind wir nicht die Ersten, die auf diese Idee kommen. Der Wald bot schon immer die perfekte Kulisse für gruselige Geschichten und schaurige Märchen. Nun hat sich Bloody Qindie der Sache angenommen und wird dem Thema sicher ein paar neue, spannende, haarsträubende, überraschende, makabre und hoffentlich schön gruselige Aspekte hinzufügen.

Bis Ende Mai sammeln wir noch Beiträge - eingeladen sind alle Autor:innen, die bei Qindie Mitglied sind, und das sind inzwischen schon weit über 100. Hinter den Kulissen wird bereits fleißig am Cover gearbeitet. Sobald ein Veröffentlichungstermin feststeht und ich mehr über die teilnehmenden Autor:innen und ihre Geschichten verraten kann, erfahrt ihr es hier!

Bis dahin lade ich euch ein, einen Blick in die bereits erschienenen ersten fünf Bloody Qindie Bücher zu werfen.


Dunkle Seelen - erschienen 2015 - unheimliche Geschichten

Besessen - erschienen 2016 - Besessenheit in all ihren Facetten

Letzte Fahrt - erschienen 2017 - Geschichten vom Jahrmarkt

Zimmerservice - erschienen 2018 - Check-in im Hotel des Grauens

Dorfidyll - erschienen 2020 - Der idyllische Schein trügt


Dienstag, 12. Januar 2021

Vincent Preis 2020 - Es geht wieder los!

Der Vincent Preis ist zurück!

Okay, er war nie wirklich weg, aber ob es ihn in diesem Jahr wieder geben würde, stand tatsächlich eine ganze Weile arg auf der Kippe. Doch nun hat sich ein kleines Team aus begeisterten Enthusiasten und Freunden der dunklen Phantastik zusammengetan und schultert die Arbeit, die jahrelang von Michael Schmidt allein gemeistert wurde, zusammen. Auch ich gehöre als selbsternannte Vincent Preis Botschafterin dazu.

Momentan sind wir schwer damit beschäftigt, die Listen auf den aktuellsten Stand zu bringen. Gerade habe ich eine ganze Reihe von Kurzgeschichten ergänzt, diese Liste kann sich sehen lassen. Und ich freue mich, dass ich auch meinen eigenen Namen auf dieser Liste wiederfinden kann - meine Kurzgeschichten "Bürotag" und "Süßes für den Teufel" sind dabei.

Auch im Hintergrund passiert gerade viel. Die Urkunde, die jedes Jahr neu gestaltet wurde, kann man bereits im Blog bewundern. Auch das Online-Formular für die Abstimmung wurde erstellt - die Nominierungsphase ist vor wenigen Tagen gestartet. Auch die weitere Vorgehensweise und die Organisation der Preisverleihung selbst werden schon im Detail besprochen.

Ich lade euch alle herzlich ein, in den Listen zu stöbern und an der Nominierungsrunde teilzunehmen.

Lasst uns den Horror feiern!

Es lebe der Vincent Preis! 

Dienstag, 10. November 2020

Wenn die Welt klein wird und bedrohlich

Es ist nun soweit: Die Anthologie, die mitten in der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 entstand, ist nun erhältlich. Es mag zynisch klingen, aber der Zeitpunkt der Veröffentlichung fällt zufällig mit dem vorläufigen Höhepunkt der zweiten Welle und dem "Lockdown Light" zusammen, und das ist ja mal ein Timing, wie es kein Drehbuchautor hätte besser planen können.

Auf jeden Fall ist es höchste Zeit, dass ich eure geschätzte Aufmerksamkeit nun wieder auf dieses besondere Buch lenke.




Wenn die Welt klein wird und bedrohlich - Schreiben aus der Corona-Isolation

Ich konnte selbst leider noch keinen Blick ins Buch werfen, kenne also nur meinen eigenen Beitrag, der euch hoffentlich wieder gefallen wird. Aber die namhafte Liste der beitragenden Autor*innen signalisiert ganz deutlich, dass die Anthologie prall gefüllt ist mit hervorragenden Texten, Essays, Gedichten und Kurzgeschichten. Ich fühle mich jedenfalls sehr geehrt, mich in diese großartige Riege einreihen zu dürfen.

Das Taschenbuch könnt ihr direkt beim Blitz-Verlag bestellen, und ich rate dazu, nicht zu lange zu zögern, denn die exklusive Sammlerausgabe ist limitiert. Das E-Book bekommt ihr bei Amazon und bei Thalia. Da ist also hoffentlich für jeden Interessierten der passende Kanal vertreten.

Übrigens könnt ihr dem Buch neuerdings auf Facebook folgen. Eine ganze Seite wurde ihm gewidmet, und ihr könnt euch dort stets auf dem Laufenden halten, wenn es Neuigkeiten rund um die Anthologie, den Herausgeber Felix Woitkowski und die Autor*innen gibt.

Bleibt bitte gesund, passt auf euch und eure Lieben gut auf
und nutzt die Zeit, um zu lesen - zum Beispiel dieses Buch.


Freitag, 30. Oktober 2020

"Süßes für den Teufel" zum Anhören

Wie angekündigt, wurde meine Halloween-Geschichte für den Podcast Klausgesprochen vertont. Das Ergebnis ging gestern online. Schaut und vor allem hört mal rein!


Und wer es lieber selbst lesen möchte, findet das eBook exklusiv hier: --> KLICK



Dienstag, 27. Oktober 2020

"Süßes für den Teufel" - Meine kleine neue Halloween-Geschichte

In wenigen Tagen ist Halloween. Und nachdem es schreibtechnisch lange ruhig bei mir war, könnt ihr euch endlich wieder ein bisschen Gruselgänsehaut bereiten lassen - mit einer neuen Halloween-Geschichte aus meiner Feder!

Vor ein paar Jahren fragte die Redaktion der Offenbach Post bei mir an, ob ich für den Lokalteil der Ausgabe vom 31.10.2015 eine passende Gruselgeschichte mit Bezug zur Stadt Dietzenbach parat hätte. Hatte ich nicht, also schrieb ich extra eine. Heraus kam eine zwar durchaus schaurige, aber insgesamt recht harmlose, familientaugliche Halloween-Geschichte, frei von Blut und Toten. Schließlich wurde sie in einer auflagenstarken Tageszeitung abgedruckt, auf die auch Kinder, ältere Menschen und andere Zartbesaitete Zugriff hatten.

An diese Geschichte erinnerte ich mich neulich wieder, als ich auf der Suche nach einem Parkplatz in Dietzenbach an der berühmten Deiwelchen-Figur vor dem Heimatmuseum vorbeifuhr. Mir fielen spontan ein paar Ideen ein, wie ich aus der „zahnlosen“ Ursprungsgeschichte eine echte Horror-Story machen konnte. Länger, mit Blut, Toten, mehr Action und Keksen. Also schrieb ich die Geschichte ein zweites Mal.

Und so liegt heute, fünf Jahre nach der Entstehung der jugendfreien Version, die Ausgabe für Erwachsene vor – und die ist nicht mehr für Zartbesaitete geeignet.

Ihr wurdet gewarnt!

Wo könnt ihr es herunterladen? Hier:


"Süßes oder Verderben!"
Wie jedes Jahr zu Halloween backt Luise ihre geheimnisvollen Kekse für einen ganz besonderen Gast. Doch diesmal läuft etwas schief, und die Situation eskaliert.
Enthält Gewalt, Blut und Spuren von Haselnüssen.


Wollt ihr euch die Geschichte gern vorlesen lassen? Auf dem Podcast Klausgesprochen wird das pünktlich zu Halloween möglich sein. Schaut dort gerne vorbei, Klaus Neubauer, der auch bei der Hörbuchversion von meinen "Dunklen Begegnungen" als einer der Sprecher dabei war, freut sich über euren Besuch!

Ich wünsche euch allen eine schaurig-schöne Herbstzeit, bleibt gesund!

Freitag, 16. Oktober 2020

Zwei meiner Hörbücher erhielten ausführliche Rezensionen

Das hat mich ein wenig überrascht und sehr gefreut: Auf dem Blog The Librarian and her Books wurden kurz hintereinander zwei meiner Hörbücher vorgestellt und besprochen, die von der Hörbuchmanufaktur produziert und veröffentlicht worden sind.


Gestern entdeckte ich eher zufällig die erste Rezension zu "Dunkle Begegnungen", heute folgte die zu "Zwischenstopp - Dunkle Geschichten". Beide Hörbücher haben der Rezensentin insgesamt ziemlich gut gefallen und erhielten jeweils 4 Sterne. Volle 5 hätten sie wohl erhalten, wenn sie bei der Rezensentin mehr Grusel und Gänsehaut erzeugt hätten. Das schiebe ich mal auf persönlichen Geschmack - was den einen gruselt und Albträume beschert, entreißt dem anderen nur ein kurzes Zucken im Mundwinkel. Damit kann ich gut leben. Was mich freut, ist zum Einen, dass mein Schreibstil begeistern konnte und dass fast alle Geschichten aufgrund ihrer Ideen und Figuren zu überzeugen wussten, und zum Anderen, dass auch die Umsetzung als Hörbuch mit den ausgesuchten Sprecher*innen im Großen und Ganzen sehr gut ankam.

Ich gestehe, ich hoffe jetzt insgeheim, dass die Rezensentin auch mein drittes Hörbuch mit den Schauermärchen, "Des Nachts im finstren Wald", genauer unter die Lupe nehmen wird ... ;-)


Und hier findet ihr die Rezension zu "Dunkle Begegnungen".

Montag, 14. September 2020

Buchtipp: "Totes Meer" von Brian Keene

Meine persönliche Best-of-Zombie-Books-Liste hat einen Neuzugang zu vermelden. Das Buch erschien bereits 2010 erstmals auf Deutsch und dümpelte eine ganze Weile auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Im Sommer dieses Jahres beschloss ich, dass es endlich wieder Zeit für eine Zombiegeschichte war. Also griff ich zu "Totes Meer" und war ziemlich begeistert.

Zombies überall

Die Zombie-Apokalypse beginnt hier fast schon traditionell: Rattenbisse verwandeln Menschen in fleischfressende, wandelnde Leichen. Erst nur vereinzelt, dann werden es immer mehr. Weil es mit Ratten anfängt, bekommt die Seuche den klangvollen Namen Hamelns Rache. Es dauert nicht lange, und die Ereignisse überschlagen sich: Überall werden aus Menschen lebende Tote, die alles jagen, was noch ein schlagendes Herz hat. Vor nichts und niemand macht es halt, kein Ort scheint mehr sicher. Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe Überlebender schafft es, sich auf einem alten, aber immer noch funktionierenden Museumsschiff aus dem brennden Baltimore aufs offene Wasser zu retten, doch wohin sollen sie sich wenden? Und was, wenn es Hamelns Rache ebenfalls an Bord geschafft hat?

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Lamar, der sich plötzlich als einer der letzten Überlebenden Baltimores mit einer wahren Flut Untoter konfrontiert sieht. Gleich in der ersten Szene des Buches steckt er so tief im Schlamassel, dass es eigentlich nicht mehr viel tiefer gehen kann. Aber natürlich kommt es schlimmer. Viel schlimmer. Richtig schlimm.

Mein Eindruck

Brian Keene hat für seinen Roman das Genre nicht neu erfunden, er hat jedoch ein paar unschöne, aber äußerst spannende Spielregeln hinzugefügt. Ich möchte nicht spoilern, aber so ein Zombievirus findet nicht nur Gefallen an Menschen und Ratten, und so kommt es immer wieder zu drastischen, actiongeladenen Szenen, in denen die Überlebenden nicht nur gegen menschliche Zombies kämpfen müssen.

Außerdem hat Keene mit Lamar einen wirklich sympathischen Protagonisten erschaffen, dessen Schicksal mich mitnahm und mitleiden ließ, und das auch ohne den Zombie-Bonus. Denn Lamar hat schon, bevor Hamelns Rache über das Land kam, am Rand der Gesellschaft dahinvegetiert und sowieso jeden Tag ums Überleben kämpfen müssen. Arm, arbeitslos, friedfertig, schwarz und schwul, all das lässt Lamar zunächst wie das garantiert nächste Opfer eines hungrigen Zombies wirken - oder eines homophoben Rassisten, dem Lamars freundliche Visage nicht passt. Aber er beißt (beißt ... hihi) sich ein ums andere Mal durch, hilft anderen und wächst immer wieder über sich und seine eigenen inneren Dämonen hinaus.

Abzüglich aller Gesellschaftskritik und sonstiger äußerst aktueller Thematiken ist "Totes Meer" in erster Linie aber immer noch ein spannender, deftiger und angemessen blutiger Zombie-Roman in einer klaren, einfach gehaltenen Sprache, die diese Art von Geschichte genau richtig vorantreibt.

Und weil ja viele besonderen Wert auf den ersten Satz legen - mich eingeschlossen - präsentiere ich hier mal den ersten Satz aus "Totes Meer" - der sitzt auf jeden Fall, würde ich sagen:

"Ich erschoss die Schlampe erst, als sie anfing, Alans Gesicht zu fressen."

Ich jedenfalls vergebe sehr gern 5 von 5 beißwütigen Zombieratten!


Montag, 3. August 2020

Buchtipp: "German Kaiju" - Eine wahrhaft monströse Anthologie

Jetzt erkläre mir bitte jemand, wie es passieren konnte, dass das Buch, das ich euch heute vorstellen möchte, seit seinem Erwerb auf der Leipziger Buchmesse 2019 auf meinem Stapel ungelesener Bücher vor sich hindümpelte, bevor ich es im Sommer 2020 - über ein Jahr später - endlich aufschlug und zu lesen begann. Da habe ich die ganze Zeit einen wahren Schatz Staub ansetzen lassen! Aber zum Glück haben Bücher kein Ablauf- oder Mindesthaltbarkeitsdatum. Dieses hier las sich jedenfalls ganz frisch und flott. Ihr merkt schon, das wird wieder eine Lobhudelei. Ich erhebe das Glas auf:

"German Kaiju"

Herausgeber Markus Heitkamp hat, wie er im Vorwort berichtet, schon immer ein Faible für riesige, Städte zertrampelnde Monster wie Godzilla gehabt - Fachbegriff "Kaiju" - und kam irgendwann auf die Idee, daraus eine Anthologie zu machen. Verleger Marc Hamacher vom Leseratten-Verlag war anscheinend bekloppt oder mutig genug, das Projekt gemeinsam mit ihm anzugehen. Heitkamp scharte eine wackere Truppe von Autoren  um sich, die in der Lage waren, aus der Idee, Kaijus in Deutschland wüten zu lassen, passende Stories zu machen. Mit Christian Günther stieß ein begnadeter Künstler zum Team, der für das Cover und zu jeder einzelnen Geschichte das passende Bild erschuf. Auf der Leipziger Buchmesse 2019 wurde das Buch präsentiert. Da wusste ich schon, dass ich es unbedingt haben wollte.

Ich sage euch, es ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Nicht nur das geniale Cover, das perfekt auf die Geschichten einstimmt, auch der in rot gehaltene Buchschnitt macht richtig was her. Es gibt drei (in Zahlen: 3!) Vorworte, zu jeder Geschichte gibt es eine eigene Illustration des jeweiligen Monsters sowie ein Foto und eine Kurzvita.

Aber all das ist natürlich nur hübsche Dekoration, die wirkungslos verpuffen würde, wenn der Inhalt nicht gut wäre, doch darum muss sich niemand Sorgen machen. Der Inhalt ist mega und hat das Versprechen des Slogans "Deutschlands größte Anthologie", mit dem das Buch beworben wurde, absolut erfüllt. Kommen wir also zu den einzelnen Geschichten.

Thomas Heidemann: Nakama, der Schrecken vom Mond
Nazis, riesige Kampfroboter und eine hartgesottene Soldatin. Ein furioser Einstieg ins Buch mit Pauken und Trompeten. Es wurde auch direkt die Stadt plattgemacht, in der ich arbeite: Frankfurt am Main.

Wolfgang Schroeder: Chaodoru - Das Grauen aus der Tiefe
Wisst ihr noch, der Berliner Flughafen, der nie fertig wurde? Er wird hier zum Schauplatz, und ohne zu viel verraten zu wollen, aber nach den Ereignissen in dieser Geschichte könnte sich die Eröffnung noch einmal um ein paar Jahrzehnte verschieben.

Tom Daut: Der Keim
Es wird noch spektakulärer, denn hier gilt die Devise: Ein Kaiju kommt selten allein. Dem Ruhrgebiet bekommt dieses monströse Duell nicht besonders gut. Übrigens spielt die Story im Jahr 1977 - meinem Geburtsjahr.

Torsten Scheib: Symbiogenese
Diese Geschichte stinkt zum Himmel. Im wörtlichen Sinn, denn hier erwacht ein Müllberg zum Leben und verschlingt alles, was sich ihm in den Weg stellt. Eine Kaiju-Variante mit einem außergewöhnlichen Monster und erstaunlich kritischen Untertönen - das hätte ich so in dieser Anthologie gar nicht erwartet.

Thomas Williams: Frankensteins Raketenmonster im Blutrausch
Ist nicht schon der Titel herrlich bescheuert? Auf kompromisslose Weise und immer mit diesem für Williams typischen Augenzwinkern wird hier Bielefeld in Schutt und Asche gelegt. Also falls noch jemand sich fragt, was an der Bielefeld-Verschwörung dran ist: Nach dieser Geschichte existiert die Stadt definitiv nicht mehr.

Hanna Nolden & Markus Heitkamp: Hansebiker gegen Mutant X
Der Herausgeber hat zusammen mit seiner Partnerin meine Lieblingsstadt Hamburg zerstört. Erzählt wird das Ganze aus Sicht einer Gruppe von kleinkriminellen Bikern, die sich unterhalb der Köhlbrandbrücke an ihrem Clubhaus treffen. Ich habe mich köstlich über die hanseatische Gelassenheit amüsiert, mit der sie die Geschehnisse wahrnehmen und kommentieren. Und zum Glück hat der Kasten mit dem Astra überlebt, da waren erst drei Flaschen raus, und Pfand war ja auch noch drauf.

Simona Turini: Flammen über Karlsruhe
Nun geht es nach Karlsruhe. Und irgendwie hat es Simona geschafft, die Legende um den Heiligen Gral, die Zerstörung der Stadt und ein gigantisches Insektenmonster unter einen Hut zu bringen. Eine düstere Liebeserklärung an die Stadt Karlsruhe.

Finley "Gun" McKinley: Saibotoru greift an
Nicht alle Monster kamen einfach so aus dem Nichts. Dieses hier wurde von Menschen geschaffen und nimmt die Bodensee-Region auseinander. Mir gefiel der knackig-militärische Stil dieser actiongeladenen Geschichte.

Markus Kastenholz: Die Großen Alten
Wer hier jetzt Horror à la Lovecraft mit Cthulhu-Kult und dunklen Beschwörungen erwartet, der ist auf dem falschen Dampfer. Staufen erlebt einen epischen Kampf der wohl außergewöhnlichsten Kaijus der ganzen Anthologie: Plitsch-Platsch vs. Kunigunde. Spoiler: Staufen war nur der Anfang. Kastenholz geht hier an die Grenzen der Zerstörung - und dann einfach weiter und immer weiter. Ein würdiger Abschluss für Deutschlands größte Anthologie.

Moment, Abschluss? Was ist das dann am Ende des Buches für ein komischer eingeklebter Umschlag? Drauf steht "Nur im Notfall öffnen!" Na super, was soll das dann jetzt? Ich finde ja, spontane Neugier und die Sicherheit, nie wieder einschlafen zu können, wenn ich nicht weiß, was in dem Umschlag steht, ist Notfall genug. Natürlich habe ich nachgeschaut. Drin steckten zwei dicht mit Schreibmaschine bedruckte, mit Kaffeeflecken verzierte Blätter, die die Lebensbeichte eines Hausmeisters enthalten, der ... ach nein, ich kann euch jetzt doch nicht alles verraten! Außer vielleicht, dass Christian von Aster diesen kleinen Bonus für euch aufgeschrieben hat, nur damit ihr schon mal ahnt, was da auf euch wartet. Ich fand das echt genial - wie die versteckte Bonusszene am Ende eines Marvel-Films.

"German Kaiju" ist eine großartige Anthologie, ich hatte richtig Spaß mit diesem Buch und empfehle es sehr gerne weiter.

Von mir gibt es 5 von 5 plattgemachten deutschen Großstädten!

Wo ihr das Buch herbekommt? Am besten direkt im Online-Shop des Leseratten Verlags

Sonntag, 26. Juli 2020

Buchtipp: "Hinter den Winkeln" von Fred Ink

Ich habe im diesjährigen Sommerurlaub wieder etwas mehr Zeit zum Lesen gehabt. Drei Bücher sind es geworden, und alle drei haben mir so gut gefallen, dass ich sie euch nacheinander vorstellen und ans Herz legen möchte. Hier kommt Buchtipp Nr. 1:

"Hinter den Winkeln" von Fred Ink

Ich bin schon seit längerem ein Fan von Fred Ink und seinen unglaublich guten Horrorgeschichten. Als er in diesem Jahr ein neues Buch ankündigte, war klar, dass ich es unbedingt haben muss. Und dann ergab es sich sogar, dass Fred mir das Buch mit persönlicher Widmung schenkte - wie konnte ich da Nein sagen? 

Ob es mir gefallen hat? Aber sowas von! "Hinter den Winkeln" ist ein rundum gelungener Horror-Roman, der Liebhabern der unheimlichen Phantastik wie mir alles bietet, was man sich wünschen kann. Noch dazu bietet das Buch sogar vier Geschichten in einer. Denn der Autor stellt uns anfangs vier Personen vor, die von Grund auf nicht unterschiedlicher sein könnten und die alle ihren ganz eigenen Horror erleben, als das Böse versucht, in unsere Welt einzudringen.

Da ist Walter, ein mehr oder weniger erfolgloser Privatdetektiv, der das Unglück anzuziehen scheint wie das Licht die Motten. Bei einem Auftrag stößt er auf ein geheimnisvolles Buch, dessen Spur ihn bis in die seltsame Stadt Arkham (!) führt. Da ist Agnes, die schüchterne Bestsellerautorin, deren letztes Manuskript ein beunruhigendes Eigenleben entwickeln zu scheint - und dabei kann sie sich nicht einmal erinnern, dieses überhaupt geschrieben zu haben. Die Söldnerin Florence gerät im tiefsten südamerikanischen Dschungel mit einer Kreatur aneinander, mit der sie eine Rechnung offen hat, doch auf der Jagd nach dem Wesen stößt sie auf das unvorstellbare Grauen. Zu Guter Letzt wäre da Mark, der auf den ersten Blick ein armer Irrer ist - auf den zweiten Blick bildet er sich jedoch nicht nur ein, dass alles, was er berührt, stirbt - es passiert tatsächlich. Gemeinsam mit seinem dämonischen Freund Menelaos, den natürlich niemand außer ihm wahrnehmen kann, muss er sich auf den Weg in die Welt "hinter den Winkeln" machen, um den Kampf gegen das Böse aufzunehmen.

Alle vier Schicksale werden im Wechsel erzählt, und nach und nach enthüllt sich das große Ganze. Auf dem Weg ins Finale erlebt man eine wahre Achterbahnfahrt -  oder eher die rasante Fahrt durch eine Geisterbahn? Action, Grusel, Abgründe, Blut und Gedärme, düstere Geheimnisse, Dämonen, Monster und die sprichwörtlichen Großen Alten, die uns faszinieren, seit H.P. Lovecraft uns zum ersten Mal von ihnen erzählte - alles ist in knapp 260 Taschenbuchseiten enthalten.

Die Lektüre bescherte mir jede Menge Gänsehaut, einen kurzen Moment der Wiedersehensfreude, auf den ich an dieser Stelle nicht näher eingehen werde, und entlockte mir hier und da ein amüsiertes Grinsen, besonders, wenn Mark es plötzlich mit einer Armee sprechender Katzen zu tun bekommt. Erwähnte ich, dass dieses Buch eine richtige Wundertüte ist?

Fred Inks neuester Roman hat mich wieder auf ganzer Linie begeistert, ich kann ihn nur wärmstens empfehlen. Wenn ihr auf monströsen Horror steht, Crossover zu Genres wie der Science Fiction mögt und Spaß an Lovecraftscher Gruselatmosphäre habt, dann taucht doch auch mal in die düster-phantastische Welt von "Hinter den Winkeln" ein.

Ich verleihe feierlich fünf von fünf blutbesudelten, faustgroßen Rubinen!

Ach ja, ihr wollt das Buch jetzt bestimmt alle sofort haben, nicht wahr? Hier gibt es das Taschenbuch, hier das E-Book. Also ran da!