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Montag, 14. September 2020

Buchtipp: "Totes Meer" von Brian Keene

Meine persönliche Best-of-Zombie-Books-Liste hat einen Neuzugang zu vermelden. Das Buch erschien bereits 2010 erstmals auf Deutsch und dümpelte eine ganze Weile auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Im Sommer dieses Jahres beschloss ich, dass es endlich wieder Zeit für eine Zombiegeschichte war. Also griff ich zu "Totes Meer" und war ziemlich begeistert.

Zombies überall

Die Zombie-Apokalypse beginnt hier fast schon traditionell: Rattenbisse verwandeln Menschen in fleischfressende, wandelnde Leichen. Erst nur vereinzelt, dann werden es immer mehr. Weil es mit Ratten anfängt, bekommt die Seuche den klangvollen Namen Hamelns Rache. Es dauert nicht lange, und die Ereignisse überschlagen sich: Überall werden aus Menschen lebende Tote, die alles jagen, was noch ein schlagendes Herz hat. Vor nichts und niemand macht es halt, kein Ort scheint mehr sicher. Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe Überlebender schafft es, sich auf einem alten, aber immer noch funktionierenden Museumsschiff aus dem brennden Baltimore aufs offene Wasser zu retten, doch wohin sollen sie sich wenden? Und was, wenn es Hamelns Rache ebenfalls an Bord geschafft hat?

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Lamar, der sich plötzlich als einer der letzten Überlebenden Baltimores mit einer wahren Flut Untoter konfrontiert sieht. Gleich in der ersten Szene des Buches steckt er so tief im Schlamassel, dass es eigentlich nicht mehr viel tiefer gehen kann. Aber natürlich kommt es schlimmer. Viel schlimmer. Richtig schlimm.

Mein Eindruck

Brian Keene hat für seinen Roman das Genre nicht neu erfunden, er hat jedoch ein paar unschöne, aber äußerst spannende Spielregeln hinzugefügt. Ich möchte nicht spoilern, aber so ein Zombievirus findet nicht nur Gefallen an Menschen und Ratten, und so kommt es immer wieder zu drastischen, actiongeladenen Szenen, in denen die Überlebenden nicht nur gegen menschliche Zombies kämpfen müssen.

Außerdem hat Keene mit Lamar einen wirklich sympathischen Protagonisten erschaffen, dessen Schicksal mich mitnahm und mitleiden ließ, und das auch ohne den Zombie-Bonus. Denn Lamar hat schon, bevor Hamelns Rache über das Land kam, am Rand der Gesellschaft dahinvegetiert und sowieso jeden Tag ums Überleben kämpfen müssen. Arm, arbeitslos, friedfertig, schwarz und schwul, all das lässt Lamar zunächst wie das garantiert nächste Opfer eines hungrigen Zombies wirken - oder eines homophoben Rassisten, dem Lamars freundliche Visage nicht passt. Aber er beißt (beißt ... hihi) sich ein ums andere Mal durch, hilft anderen und wächst immer wieder über sich und seine eigenen inneren Dämonen hinaus.

Abzüglich aller Gesellschaftskritik und sonstiger äußerst aktueller Thematiken ist "Totes Meer" in erster Linie aber immer noch ein spannender, deftiger und angemessen blutiger Zombie-Roman in einer klaren, einfach gehaltenen Sprache, die diese Art von Geschichte genau richtig vorantreibt.

Und weil ja viele besonderen Wert auf den ersten Satz legen - mich eingeschlossen - präsentiere ich hier mal den ersten Satz aus "Totes Meer" - der sitzt auf jeden Fall, würde ich sagen:

"Ich erschoss die Schlampe erst, als sie anfing, Alans Gesicht zu fressen."

Ich jedenfalls vergebe sehr gern 5 von 5 beißwütigen Zombieratten!


Montag, 23. März 2020

Buchtipp: "Fressen oder gefressen werden" von Thomas Williams

Zombiefans aufgepasst! Wenn ihr Lektüre mit Untoten mögt, wird euch die Zombie Zone Germany vielleicht längst ein Begriff sein. Unter diesem Titel veröffentlicht der Amrûn Verlag schon seit ein paar Jahren eine Reihe, in der Deutschland von der Zombieapokalypse heimgesucht wird. Es gibt inzwischen zwei Anthologien und eine Reihe von Novellen bzw. Kurzromanen. In der ersten Anthologie, mit der die ZZG begann, werde ich sogar namentlich erwähnt - in der darin enthaltenen Kurzgeschichte von Vincent Voss.

Am vergangenen Wochenende habe ich mir eine der Novellen vorgenommen, die einer meiner aktuellen Lieblingshorrorautoren, Thomas Williams, geschrieben hat. Er hat das große Thema Zombies in Deutschland von einer speziellen Seite beleuchtet, und interessanterweise treten die geliebten Untoten dadurch nur als Randfiguren in wenigen Schlüsselszenen in Aktion. Bei Williams geht es nämlich um Kannibalen. Dass die Überlebenden einer Zombieapokalypse irgendwann anfangen, ihren Mitüberlebenden sehr schlimme Dinge anzutun, wissen Kenner des Genres schon lange. Hier also fressen sie die Mitüberlebenden auf. Mitten in ein Nest von Kannibalen geraten die Protagonisten Natalie und der Doc. Die zwei haben sich unter widrigsten Umständen getroffen und retten seitdem einander das Leben auf der Flucht aus dem abgeriegelten Deutschland. Nun sind die Untoten und der Weg raus aus der ZZG erst einmal zweitrangig, denn ab sofort gilt das Motto "Fressen oder gefressen werden".

Ich liebe Williams' Humor, der in jeder seiner Geschichten mal mehr, mal weniger stark durchblitzt. Auch in "Fressen oder gefressen werden", das im Großen und Ganzen recht ernst und durchgehend spannend daherkommt, gibt es ein paar Stellen, die mir ein Grinsen aufs Gesicht gezaubert haben. Highlight ist mit Sicherheit eine Szene, in der ein Mann splitterfasernackt gegen Zombies und Kannibalen antreten muss. Mehr Details verrate ich jetzt nicht, aber ich fand es genial.

"Fressen oder gefressen werden" von Thomas Williams ist ein gut gemachter, actionreicher Zombiekurzthriller, den ich mit großem Vergnügen gelesen habe.

Dafür gibt es von mir gerne 5 von 5 blutigen Metzgermessern.

Am besten holt ihr euch euer Exemplar direkt im Onlineshop des Verlags - bitte hier entlang.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Buchtipps für eure Urlaubslektüre - Gänsehaut garantiert - Teil 1

Ich bin zurück aus meinem Sommerurlaub und habe mich nicht nur gut erholt, sondern auch endlich Zeit gehabt, um mal wieder in Ruhe zu lesen. Zwei Bücher habe ich während meines Urlaubs gelesen, zwei ganz unterschiedliche Bücher, beide verdammt gut und deshalb heute meine unbedingte Empfehlung wert.

Heute kommt Buchtipp Nr. 1:

"Zombie Inc." von Chris Dougherty

Ihr habt es sicher schon gemerkt: Ich lese liebend gern Zombiegeschichten. Inzwischen ist es jedoch nicht mehr so leicht, die originelleren darunter zu finden. Mit "Zombie Inc." habe ich einen Volltreffer gelandet. Der Titel erschien bereits 2015 im Luzifer Verlag, die Originalversion stammt aus dem Jahr 2013.

Wir haben es hier mit einem Amerika Mitte des 21. Jahrhunderts zu tun, das sich durch den Ausbruch der Zombieseuche von Grund auf verändert hat. Mal davon abgesehen, dass der Großteil der Zivilisation sich in wandelnde Leichen verwandelt hat, zerfielen die USA in mehrere Splitterstaaten. Man darf davon ausgehen, dass so etwas auch im Rest der Welt passiert ist, das Buch konzentriert sich jedoch auf seine Protagonisten Carl und Dill, die in einem dieser neu formierten US-Splitterstaaten leben und für den größten (und wohl einzigen) Arbeitgeber arbeiten: Zombie Inc.

Die Firma hat aus dem Problem mit den Zombies eine äußerst profitable Geschäftsidee entwickelt. So verkauft sie Sicherheitssysteme an Hausbesitzer, um sich gegen Angriffe durch Untote oder Räuber zu wehren, bei denen die Zombies selbst als Waffe eingesetzt werden. Innerhalb der Mauern von Zombie Inc. ist es sicher, das garantiert die Firma. Für jeden gibt es einen Job, ob als Buchhalter, Verkäufer, Hausmeister oder im Außendienst. Dafür fordert sie von ihren Angestellten quasi 100% Treue und Aufopferung. Dinge wie Wochenende oder gar Urlaub kennen die Leute nur noch aus Erzählungen von früher.

Carl gehört zum Assessment und muss viel in den Außendienst, zum Beispiel, um Probleme mit Fehlfunktionen bei den Sicherheitszombies zu lösen. Die junge Dill, die bisher in der Nachtschicht der Putztruppe gearbeitet hat, will aufsteigen und begleitet Carl als Praktikantin und Aspirantin für den Assessment-Job. Allerdings gehört sie auch zu einer Untergrundorganisation, die für den Schutz von Zombies kämpft und dagegen ist, dass diese "bedauernswerten Geschöpfe" von Zombie Inc. so ausgenutzt werden. Da sind die Konflikte schon vorprogammiert. Als Carl auch noch den Verdacht schöpft, dass bei seinem Arbeitgeber nicht alles so toll ist, wie es scheint, fehlt nicht viel, und die Situation eskaliert.

Mehr kann ich euch gar nicht verraten, da müsst ihr das Buch schon selbst lesen. Es ist großartig geschrieben. Es ist brutal, packend, spannend, traurig, tiefsinnig, gesellschaftskritisch, ironisch und durch und durch zynisch.

Ihr bekommt das Buch zum Beispiel bei Amazon oder direkt im Shop des Luzifer-Verlags.

Ich vergebe 4,5 von 5 abgeschlagenen Zombieköpfen!
(bisschen Abzug für das recht abrupte Ende)

Montag, 29. April 2019

Skoutz Midlist 2019 - Die "Dunklen Begegnungen" sind dabei!

Fast einen Monat ist es her, dass die Midlists für den diesjährigen Skoutz Award verkündet wurden, und noch immer schleicht sich ein glückliches Grinsen in mein Gesicht, wenn ich daran denke - oder mir die Midlist Anthologie anschaue.

Denn es steht tatsächlich ein Buch aus meiner Feder drauf: "Dunkle Begegnungen" ist unter den besten 9 Anthologien/ Kurzgeschichtensammlungen 2018 - von ursprünglich mehr als 130 Longlistkandidaten!

Midlist Anthologie!
Die Jurorin ist die sympathische Stella Delaney, die im Vorjahr den Preis in dieser Kategorie abräumen konnte. Zu meinem Buch fand sie lobende Worte, die mein Autorenherz höher schlagen lassen:

Einmal mehr beweist die Autorin ihr großes Talent, ihrem unverwechselbaren eigenen Stil treu zu bleiben und trotzdem immer wieder Neues zu zu erschaffen.

Jede der düsteren Geschichten ist anders und abwechslungsreich, mal dunkle Fantasy, mal urbaner Horror. Eine Begegnung mit diesem Buch lässt den Leser so schnell nicht mehr los.

Hach! *.* Danke, Stella!

Neulich in Second Life: die Midlist Anthologie 2019
Die Midlists wurden diesmal nicht live in Leipzig, sondern eine Woche nach der LBM in Second Life, also in einer virtuellen, für den Anlass perfekt in Szene gesetzten Location verkündet. Ich konnte leider nicht "persönlich" dabei sein, obwohl ich meinen SL-Avatar Laetitia Koenkamp, die Namensgeberin dieses Blogs, erst vor kurzem aus ihrem langjährigen Dornröschenschlaf befreit habe. Aber dank lieber Autorenfreundinnen erfuhr ich fast in Echtzeit, dass ich es tatsächlich auf die Midlist geschafft hatte. Das, meine lieben Friends & Followers (*gnihihi*), das tut so gut und gibt mir das gute Gefühl, mit meinen dunklen Kurzgeschichten nicht völlig fernab vom Kurs durch die deutsche Buchlandschaft zu dümpeln.



Midlist Cover!
Und das Schönste: Nicht nur ich darf mich über eine Nominierung freuen, sondern auch meine geliebten Seelenschwestern Michaela Harich und Faye Hell sowie die famose Jacqueline Spieweg.

Jacqueline, die ja das Cover für "Dunkle Begegnungen" kreiert hatte, steht als Designerin auf der Midlist Cover mit ihrem Design für Melanie Meiers Fantasy-Epos "Der Fourfold Clan: Der rote Drache". Damit gibt es immerhin zwei Qindie-Titel - der Skoutz-Award wurde offiziell qindifiziert!

Midlist Horror!
Ich gratuliere Faye Hell für ihren Platz auf der Horror-Midlist mit dem furiosen "Rigor Mortis" (das ich nun endlich mal lesen muss!).

Ganz besonders aber gratuliere ich Michaela Harich, die es in der Kategorie Humor mit ihrem einzigartigen "Das Einhorn, der Zombie und ich" auf die Midlist geschafft hat, schließlich habe ich das Buch als Lektorin und (leicht angesäuselte) Ideengeberin mit "verbrochen".

Nun drücke ich uns allen fest die Daumen, dass wir es mit unseren Werken noch bis auf die Shortlists schaffen. Sollte das passieren, könnt ihr uns gemeinsam live und in Farbe auf der Skoutz Gala im Oktober erleben - Faye, Michaela und ich auf dem roten Teppich ... also keine Ahnung, wie wir auf den Rest der Partygäste wirken werden, aber ich weiß jetzt schon, wer den meisten Spaß haben wird ...

Midlist Humor!
Sobald die nächste Abstimmungsphase beginnt, informiere ich euch hier auf dem Blog und in meinen Kanälen, aber ihr könnt euch auch jederzeit und sehr umfassend direkt auf der Website vom Skoutz Award informieren!

Und noch ein paar Links, damit ihr die Bücher direkt shoppen und lesen könnt:

Dunkle Begegnungen
Rigor Mortis
Das Einhorn, der Zombie und ich
Der Fourfold Clan: Der rote Drache

Immer schön skoutzig bleiben!
Qindianische Grüße
Eure Jana Oltersdorff


Dienstag, 6. März 2018

Countdown zur LBM 2018

In nicht einmal 10 Tagen startet endlich wieder die Leipziger Buchmesse, und so langsam werde ich hibbelig, denn ich fahre wieder hin. Für mich ist es in diesem Jahr wieder besonders aufregend, denn ich habe eine Neuerscheinung aus eigener Feder im Gepäck und werde eine Autorin bei der Präsentation ihrer eigenen Neuerscheinung tatkräftig unterstützen. Ich werde vor Publikum lesen und eine Party für Buchmenschen besuchen. Ich werde Autoren treffen, mit denen mich schon eine jahrelange Freundschaft verbindet, und ich freue mich auf ein paar neue Gesichter und auf ein Wiedersehen mit alten Freunden aus längst vergangenen, aber nie vergessenen Zeiten wiedersehen.

Aber der Reihe nach, sonst komme ich noch selbst durcheinander!

Hier kommt also mein Fahrplan nach Leipzig.

Qindie-Power

Nur dank Qindie kann ich auch in diesem Jahr von mir sagen, dass ich als Aussteller zur Messe fahre. Denn wir haben wieder einen gemeinsamen Messestand. Wo? Genau hier, bitte notieren:

Halle 5 Stand C301

Ihr werdet uns am großen Q schon von weitem erkennen. Wir befinden uns wieder in hochkarätiger Gesellschaft mit Amazon KDP, Tolino Media, BoD & Co. Qindie hat auch ein paar spannende Termine auf der Buchmesse und in Leipzig, zum Beispiel Lesungen unserer Autoren in den Messehallen, eine Pressekonferenz am Freitagnachmittag am Stand und eine Gemeinschaftslesung am Samstagabend, bei der ich auch dabei sein werde.

Alle Infos rund um den Qindie-Messeauftritt findet ihr in übersichtlicher Form auf unserer Website.

Am Samstagvormittag habe ich dann auch ganz offiziell Standdienst, werde mich aber auch sonst immer wieder an unserem Stand blicken lassen.

Psst - Guerillas in der Stadt

Am Freitagvormittag solltet ihr, sofern ihr keine festen Termine auf der LBM habt, nicht sofort zum Messegelände fahren, sondern erst einmal gemütlich frühstücken und dann um 10 Uhr zum Mendebrunnen am Augustusplatz kommen, wo sich zum zweiten Mal eine illustre Schar von Autoren zur gemeinsamen unangemeldeten Lesung verabredet hat.

Mit dabei sind zum Beispiel Faye Hell, die Initiatorin dieser genialen Aktion, Simona Turini, Michaela Harich, M.H. Steinmetz, Melanie Vogltanz, meine Wenigkeit und noch einige andere "Buchstaben-Rebellen".

Wir machen einen gemeinsamen Spaziergang bis zum Hauptbahnhof mit mehreren Stationen, an denen jeweils ein paar aus unseren Reihen ein paar düster-unterhaltsame Kostproben ihres schriftstellerischen Könnens zum Besten geben.

Könnte sein, dass auch ein paar Goodies verteilt werden. Und Süßigkeiten. Also, was ich eigentlich sagen will: Es lohnt sich!

Es gibt eine Facebook-Veranstaltung für unsere streng geheime Lesung. Sucht mal danach (Guerilla Lesung LBM18) oder schreibt mir eine PN, ich lade euch gern ein!








Zombies, Einhörner und fliegende Penisse

Klingt bekloppt? Ist es auch. Auf eine gute, völlig abgefahrene Weise. Michaela Harich ist mittlerweile eine sehr gute Freundin von mir und eine ungewöhnliche Autorin. Sie wird auf der LBM ihr neuestes Machwerk vorstellen, das pünktlich zur Buchmesse beim Amrûn Verlag erscheint. Und wer durfte das Lektorat dafür machen? Ich!

Aber wie kam ich zu der Ehre (Ehre? Ja, doch, Ehre!), an diesem wohl wahnsinnigsten Buch des Jahres beteiligt zu sein? Erinnert ihr euch an die LBM 2017? Am Freitagabend ging das, meine ich, schon los. In der Soupbar. Lag es an der Suppe? Eher wohl an den Cocktails. Man weiß es nicht. Am Sonntag beim Frühstück am Hauptbahnhof kristallisierte sich dann eine konkrete Idee heraus, und so ungefähr zwei Monate später fragt Michaela mich doch tatsächlich an, ob ich bereit sei, das Lektorat ebenjenes Machwerks zu übernehmen, das sie wirklich, ernsthaft, echt jetzt, niedergeschrieben hat. Und es kam alles drin vor, worüber wir vorher herumgealbert hatten: Einhörner, Millionäre, Sex, Zombies und ganz viele Penisse.

Der Oberhammer war aber, als ich nach vollendetem Lektorat erfuhr, dass niemand Geringeres als der Amrûn Verlag die Geschichte verlegen würde. Whooaat? Jürgen Eglseer ist halt auch so ein Bekloppter. Und ein Visionär. Er hat das Potential dieser Geschichte sofort erkannt und zugeschlagen, bevor es ein anderer tun konnte. Tja, und so kam es, dass ich mich Verlagslektorin bei Amrun nennen darf und mit meiner Lieblingsverrückten zusammen ein Buchbaby zur Welt gebracht habe. Und ist das Cover nicht der Hammer? Michaela wird am Freitag um 13 Uhr am Stand von Amrûn (Halle 2 H329 direkt neben der Fantasy-Leseinsel) zu finden sein und signiert euch bestimmt gern eines ihrer Bücher!

LBM nicht ohne Skoutz

Ich fühle mich ja schon mit Skoutz verbunden, seit sie vor zwei Jahren zum ersten Mal den Skoutz Award verliehen und ich es bis ins Finale schaffte. Auf jeder LBM besuche ich das Team auf dessen Stand. Zum mittlerweile 6. Mal steigt am Freitagabend die Skoutz Leserparty, und ich werde wieder mit von der Partie sein. Zusammen mit ein paar Freunden werden wir die BB Eventbar unsicher machen.

An diesem Abend werden auch die Midlists zu den Skoutz Awards 2018 verkündet, und ich hege ja ein wenig die Hoffnung, dass Qindie es mit der wunderbaren Anthologie "Letzte Fahrt" schafft. Mal schauen, ob wir Antho-Juror Thorsten Küper überzeugen konnten. Ich werde auf jeden Fall berichten.

Dunkle Begegnungen auf der LBM

Wenn ihr mögt, besucht mich am Qindie-Stand und werft einen Blick in mein frisch erschienenes Buch "Dunkle Begegnungen". Ich werde einen kleinen Vorrat an Taschenbüchern mitbringen und würde mich sehr freuen, das eine oder andere Exemplar mit Widmung an die Frau oder den Mann bringen zu dürfen.

Aber auch sonst freue ich mich auf euren Besuch und viele gute Gespräche. Wer mich noch nicht persönlich kennt: So bedrohlich bin ich gar nicht! Ich kann auch ganz lieb sein.

So, ich habe bestimmt was vergessen, aber ihr seht schon, mein LBM-Terminkalender ist pickepackevoll. Und ich freue mich ja so darauf!

Sehen wir uns?




Samstag, 24. Juni 2017

Buchtipp: Vincent Voss - Frischfleisch - Nullpersonen

Lasst euch doch BRDigen! So heißt es provokant auf dem Klappentext zu Vincent Voss' neuestem Zombiethriller. Ich nahm das Buch als eines meiner Souvenire von der letzten Leipziger Buchmesse mit - übergeben von Herrn Voss persönlich mit einer sehr schönen Widmung. Ich nehme dich beim Wort, Vincent, du weißt hoffentlich noch, was du mir da reingeschrieben hast. :-)

Aber kommen wir zum Buch. Dass es sich um einen Zombiethriller handelt, erwähnte ich ja bereits. Der Roman folgt im Grundgerüst dem für eine zünftige Zombieapokalypse typischen Verlauf: Es verbreitet sich zunächst schleichend, es gibt hier und da seltsame Zwischenfälle in Hamburg und im Umland. Es passiert in der Gerichtsmedizin, in einer Schule, in einem Kindergarten, am Frankfurter Flughafen und so weiter. Unfälle häufen sich. Rettungskräfte und Polizei sind schon bald hoffnungslos überfordert. Als der komplette Flughafen unter Quarantäne gestellt wird und im Hamburger Elbtunnel eine Katastrophe geschieht, bricht endgültig das Chaos aus. Nur wenige Menschen ahnen, dass es sich weder um Unfälle noch Amokläufe noch eine normale ansteckende Krankheit handelt, unter ihnen die Radiomoderatorin Kesh, der Blogger Tim und der Ethnologe Professor Dr. Jäger.

Und dennoch ist das hier nicht einfach "noch ein Zombieroman". Vincent Voss präsentiert eine atemberaubend spannende Story und jagt den Leser von einem Kapitel ins nächste. Jedesmal wechselt der Schauplatz, folgen wir anderen Figuren und erfahren von Schicksalen und Greueltaten. Besonders gut gefielen mir wieder der Erzählstil und ganz besonders die Dialoge - die lasen sich toll, wirkten authentisch und machten die Charaktere so lebendig, dass ich mit jedem einzelnen von ihnen mitfieberte - vom arroganten Politiker über den prolligen Teenager und den abgebrühten Soldaten bis zur verzweifelten Mutter, die ihre Lieben beschützen will.

Es wird gestorben, gekämpft, gebissen und gemetzelt, Blut fließt in rauen Mengen, und dennoch schafft Voss es, hier und da seinen angenehmen Sinn für Humor durchblitzen zu lassen - nordisch unterkühlt, leicht ironisch und eher schwarz, genau wie ich es mag.

Was ich übrigens richtig gelungen fand, waren die Zitate, die jedem Kapitel vorangestellt waren und perfekt auf das einstimmten, was den Leser auf den nächsten Seiten erwartete. Diese Zitate stammen nämlich allesamt aus bekannten Filmen, nicht nur aus Zombiefilmen, sondern auch von jeder Menge anderer Klassiker und Kultfilme. Ich habe den Eindruck, dass Voss da nur aus seinen persönlichen Lieblingsfilmen zitiert und stelle fest: Wir haben auch filmisch einen recht ähnlichen Geschmack. Einige der Zitate erkannte ich sofort und hatte direkt die Bilder der zugehörigen Szene aus dem Film im Kopf. Kopfkino im wahrsten Sinne des Wortes.

Meine Lieblingsszene ist zugleich eine der grausamsten und ergreifendsten im Buch, ich kannte sie bereits, weil Vincent Voss sie bei der Leipziger Buchmesse auf der Lesung in der Soupbar Summarum vortrug. Da wird Kesh im Studio von einem Jungen angerufen, der völlig verzweifelt ist, weil er und seine Schwester gerade von ihren eigenen untoten Eltern angegriffen werden. Da sitzt jedes Wort! Gänsehaut!

Übrigens: Wer mal in den Genuss einer Voss'schen Lesung gekommen ist, den brauche ich nicht mehr zu überzeugen, denn der weiß: Vincent Voss ist ein genialer Vorleser! Allen anderen rate ich: Wenn ihr die Chance bekommt - unbedingt nutzen!

Und überhaupt: Wenn ihr mal wieder Bock auf so einen richtig fetzigen Zombieschmöker habt, dann greift auf jeden Fall zu "Frischfleisch - Nullpersonen". Zombies mitten in Deutschland - das rockt!

Der Roman ist übrigens die Fortsetzung von "Faulfleisch", aber es ist nicht notwendig, das Buch gelesen zu haben, um "Frischfleisch" zu verstehen. Und ich meine: Zombies, alles klar? Ihr kennt die Regeln: Lasst euch nicht beißen, schießt ihnen in den Kopf, legt Vorräte an und lest zur Vorbereitung auf die Zombieapokalypse am besten alle Bücher von Vincent Voss, aber dieses hier auf jeden Fall. Dann habt ihr eine Chance.

Ich kann nicht anders,
auch diesem Voss-Werk gebe ich die volle Punktzahl:
5 von 5 blutverschmierten Sternen!

Das Buch gibt es überall und ganz besonders hier direkt vom Verlag Torsten Low im Onlineshop.

Sonntag, 9. April 2017

Buchtipp: Michaela Harich - LEA

"Lea" von Michaela Harich
Na? Woran denkt ihr, wenn ihr das Stichwort "Stuttgart 21" hört? Bestimmt nicht an das, worauf ich hinauswill. Denn nach der Lektüre des Buches, das ich heute empfehlen möchte, kann ich nicht mehr an Bahnhöfe, Wutbürger und fragwürdige Protestaktionen denken. Obwohl ...

Okay. Stuttgart ist der Schauplatz. Der Bahnhof ist eine der Locations, an denen die Geschichte spielt. Und Wutbürger? So könnte man die beißwütigen Infizierten, gegen die sich Titelheldin Lea zur Wehr setzen muss, auch nennen. Das Ganze findet im Jahr 2021 statt. In diesem Jahr geht es mit der Landeshauptstadt Baden-Württembergs steil bergab. Eine Art Zombievirus ist ausgebrochen und hat aus den Bewohnern fleischfressende Untote gemacht. Die Stadt wurde vollständig abgeriegelt, um die Seuche daran zu hindern, auch den Rest Deutschlands zu befallen. Lea ist eine der letzten Überlebenden. Sie will ihre Heimat nicht verlassen und hat sich stattdessen hinter einer Reihe raffinierter Zombiefallen in der Staatsgalerie verschanzt. Dort harrt sie aus, kämpft um ihr Überleben und das ihres einzigen Mitmenschen Andreas.

Der Leser wird mitten hineingeschleudert in diese kaputte Szenerie, erlebt, mit welchen äußeren, aber vor allem inneren Dämonen Lea zu kämpfen hat. Denn allmählich ahnt sie, dass sie anders ist als die anderen Überlebenden. Etwas stimmt nicht mit ihr, und sie muss herausfinden, was das ist, wenn sie weiter überleben will. Das ist rasant und spannend und lässt weder Lea noch dem Leser viel Raum zum Luftholen.

Bacon-Pflanze? Bitte was?
"Lea" ist ein Kurzroman mit knapp 130 Taschenbuchseiten und zugleich der Auftakt einer Reihe. Die weiteren Teile heißen ebenfalls wie ihre jeweiligen Protagonistinnen: "Sonja", "Isabelle" und "Jennie". In allen Büchern wird die Geschichte der Stuttgarter Zombieseuche weiter ausgeschmückt, erfährt man mehr und mehr Details über die Hintergründe, die Ursache und wer schuld an dem ganzen Schlamassel ist.

Ich kenne die Autorin Michaela Harich persönlich und schätze ihren Humor und ihren Hang zum Sarkasmus. Umso schöner ist es, ebenjene Wesenszüge in ihrer Geschichte und den Figuren zu entdecken. Lea ist wie ein dystopisches Alter ego seiner Schöpferin. Ich bin gespannt, ob sich diese Merkmale auch in den Folgebänden verstecken. Ich werde sie mir mit Sicherheit noch holen, denn eine Frage wurde im Auftaktband um Lea noch nicht beantwortet: Was hat es mit dieser verdammten Bacon-Pflanze auf sich???

Also, liebe Freunde der Zombies und Dystopien, ran an Stuttgart 21. Kurzweilig, knackig und spannend - so muss eine gute Zombiegeschichte sein.

Mit Michaela bei Skoutz (Foto: Peter T. Röder)
"Stuttgart 21 - Lea" ist im Papierverzierer Verlag erschienen und als E-Book und Taschenbuch erhältlich.

Sonntag, 4. Dezember 2016

2. Advent - Gewinnspiel mit Thor Ansell

Ich wünsche einen frohen 2. Advent allerseits! Schön, dass ihr wieder bei mir vorbeischaut. Ihr kommt genau richtig, denn soeben ist die zweite Runde meines Adventsgewinnspiels gestartet. Diesmal wird es sauspannend.

Ich präsentiere euch:

"Pandemie" von Thor Ansell

Stellt euch eine mysteriöse Krankheit vor, die langsam, aber sicher um sich greift. Stellt euch vor, diese Krankheit bewirkt bei Männern außergewöhnlich aggressives, brutales Verhalten, sie greifen andere Menschen an, vergewaltigen Frauen und übertragen den Krankheitserreger auf noch mehr Menschen. Stellt euch vor, eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern und ein paar Militärs, in aller Eile zusammengestellt, wird in einem riesigen unterirdischen Bunker eingesperrt, um dort nach der Ursache für die Krankheit und einem Heilmittel zu forschen. Sie kämpfen gegen die Zeit und gegen Gefahr aus den eigenen Reihen, während draußen die Seuche weiter unbarmherzig um sich greift.

Klingt nach einem hollywoodreifen Thriller? Gut. Dann stellt euch jetzt vor, dass all dies in Deutschland geschieht. Mitten unter uns. Die ersten Opfer gibt es in Berlin, weshalb die Krankheit auch den Beinamen "Berlin-Syndrom" erhält. Deutsche Wissenschaftler, Bundeswehrsoldaten, ein zum Hightech-Forschungslabor umgebauter ehemaliger Bundeswehrbunker irgendwo in der Sächsischen Oberlausitz, unheimliche Vorkommnisse mitten in Berlin. Und die Krankheit scheint sich durch nichts aufhalten zu lassen. Nicht umsonst trägt der Roman den Titel "Pandemie".

Horror auf deutschem Boden - Warum eigentlich nicht?

Erst vor ein paar Tagen kam in einer Facebookgruppe die Diskussion auf, ob Fantasyromane in Deutschland überhaupt funktionieren können, und erstaunlich viele Teilnehmer beantworteten die Frage mit Nein. Viele waren sogar davon überzeugt, dass Genres wie Fantasy, Horror und selbst der gute alte Thriller auf deutschem Boden nicht oder nur bedingt funktionieren. Sie greifen bewusst lieber zu Geschichten, die in England oder gleich den USA spielen. Sie empfinden Deutschland als Schauplatz als lahm, langweilig, öde. Kennt man ja alles schon.

Ich kann diese Einstellung nicht nachvollziehen. Sprechen wir wirklich vom selben Land? Ich finde es gerade reizvoll, eine solche Geschichte zu lesen, die in meinem Land, meiner Gegend, vielleicht sogar meiner Stadt spielt. Der Horror wohnt gleich nebenan - Tür an Tür mit Fantasy und all ihren verwandten Genres. Ich schreibe selbst auch am liebsten unheimliche Geschichten, die oftmals gleich um die Ecke passieren. Alltägliches, vermeintlich Bekanntes wird plötzlich demaskiert, mutiert zur Gefahr, verwandelt sich in tödliche Bedrohung. Ganz normale Menschen, bei Ansell zwar Wissenschaftler oder Soldaten, aber mit Schwächen und Macken, stehen im Mittelpunkt - Leute, die auch meine Nachbarn sein könnten. Ich finde das toll, und ich finde es toll, dass der Autor Thor Ansell sich für Deutschland als Ort des Geschehens entschieden hat. Dies und Ansells bildhafter, mitreißender Erzählstil, der das Kopfkino permanent befeuert, sorgen dafür, dass "Pandemie" ein gelungener Pageturner geworden ist.

Zombies, die keine sind

Thor Ansell macht das wirklich geschickt: Er hat seinen Roman als Science Thriller eingeordnet. Der Thrill kommt auch auf fast keiner Seite zu kurz. Der Science-Aspekt wird bestens bedient - Fans von Michael Crichton oder Frank Schätzing werden ihre helle Freude an den gut recherchierten Fakten haben, auf denen die Geschichte fußt. Und kombiniert wird das Ganze mit ziemlich typischen Horrorelementen. Jeder Horrorfan kennt Zombiegeschichten, ob als Buch oder Film. Zombies, ob nun schlurfend oder rennend, ähneln sich in allen Geschichten ziemlich. Bei Thor Ansell gibt es eigentlich keinen einzigen Zombie im klassischen Sinne, aber die Kranken verhalten sich ähnlich wie die Untoten, und viele Aspekte, die das Thema Zombie so reizvoll machen - Isolation, die schnelle Verbreitung, der Zusammenbruch ganzer Strukturen und der Verfall von Moral und Anstand - werden hier verarbeitet. Darüberhinaus kommt der Splatterfaktor nicht zu kurz.

Der Autor

Thor Ansell kam Mitte des Jahres auf mich zu. Er suchte jemanden fürs Korrektorat von "Pandemie". Ich biss an, weil ich bei dem Thema einfach nicht Nein sagen konnte. Der Roman ist Ansells Debüt. Er kommt aus einem ganz anderen Bereich, obwohl es da durchaus Parallelen gibt: Er ist Filmemacher und Drehbuchautor. "Pandemie" ist übrigens aus einem Drehbuchmanuskript entstanden, das sogar für einen Preis nominiert war. Ich durfte Thor Ansell auf der Frankfurter Buchmesse kennenlernen und kann euch sagen: In dem Mann stecken noch ganz viele Geschichten, die er nun nach und nach aufschreiben will. Der nächste Roman steht quasi in den Startlöchern, und ich bin vor Spannung schon ganz hibbelig. Wir werden nämlich wieder zusammenarbeiten!

Aber erst einmal ...

So, bevor diese Lobhudelei noch völlig ausartet, kommen wir zum Gewinnspiel. Es ist ganz einfach:
Wenn ihr das Buch gewinnen möchtet, hinterlasst euren Kommentar unter diesem Artikel.
Ihr habt dafür Zeit bis Mittwoch, 07. Dezember 2016, 22 Uhr.
Danach lose ich aus und gebe den Gewinner hier und auf meiner Facebookseite bekannt.
Das Buch wird der- oder demjenigen dann von Thor Ansell persönlich mit Widmung zugeschickt.

Die Wartezeit bis zur Auslosung könnt ihr ja überbrücken, indem ihr dieses tolle Interview mit Thor Ansell auf der Leserkanone lest. Oder ihr werft schon einen ersten Blick ins Buch, zum Beispiel hier. Oder ihr guckt euch diese schöne Booktuber-Rezension von creepy creatures reviews an. Und wenn ihr mögt, besucht noch die Facebookseite und hinterlasst ein herzliches "Gefällt mir".

Bis bald, habt noch einen schönen zweiten Advent!
Bild: angelina.s...k....  / pixelio.de

Freitag, 14. August 2015

Ich bin dann mal weg - den Sommer genießen

Bild: Rike / pixelio.de
Kinder, wie die Zeit vergeht - war nicht eben gerade die Leipziger Buchmesse zu Ende gegangen? Und jetzt haben wir schon August! Trotzdem kann ich es kaum erwarten, endlich, endlich in meinen Jahresurlaub zu starten. Drei Wochen, die ich mit meiner Familie vor allem an der schönen Ostseeküste verbringen werde. Ich werde viel Zeit in meinem XXL-Strandkorb verbringen und lesen. Ich will ein bisschen braun werden, viel schlafen, lecker essen, Cocktails mit Blick aufs Meer genießen und einfach Zeit mit meinen Lieben verbringen.

Was fehlt in dieser Aufzählung? Richtig: Ich werde nicht gerade produktiv sein. Mein Lektorats- und Korrektoratsservice geht in die "Betriebsferien", meine eigenen Schreibprojekte ruhen bis mindestens September. Aber da ich ja nie weiß, wann mich mal eine gute Idee überfällt, werde ich natürlich Notizblock und Stift stets griffbereit halten. Nur die Umsetzung, die muss dann eben warten.

Auf meiner Leseliste für die Sommerpause stehen übrigens diese Titel:

"Revival" von Stephen King
Der im Frühjahr erschienene Roman liegt in wunderschöner Hardcover-Qualität seit Wochen auf meinem SuB. Jetzt wird er geschmökert. Ich habe viel Gutes von dem Buch gehört, ich mag Stephen Kings Bücher wahnsinnig gern - auf diese Lektüre freue ich mich!

"Zombie Zone Germany" von Herausgeber Torsten Exter
Die im Amrûn Verlag erschienene Anthologie enthält Kurzgeschichten von deutschsprachigen Autoren, die alle ihre eigene Antwort auf die Frage geben: Was wäre, wenn die Zombie-Apokalypse genau hier in unserem Land geschieht und wir daraufhin vom Rest der Welt abgeriegelt werden? Ich durfte während der Leipziger Buchmesse schon auf einer Lesung in die eine oder andere Geschichte reinhören. Jetzt werde ich mir das gesamte Buch geben.

"Mängelexemplare: Haunted" von Herausgeber Constantin Dupien
Gestern überraschend ins Haus geflattert: Mein persönliches Exemplar der auf 28 Stück superstreng limitierten Sonderedition im schönen Hardcover-Format. Signiert von Constantin und mit der Nummer "20 von 28" plus extra Zertifikat als besonderes Unikat gekennzeichnet. Dies ist die dritte Anthologie der Reihe. In den ersten zwei durfte ich mit eigenen Geschichten mitmischen, diesmal bin ich einfach nur Leserin und darf Geschichten über Spukhäuser, Geister und unheimliche Orte aus den Feder etlicher meiner Lieblingsautoren lesen. Darauf freue ich mich ganz besonders!

Und ich möchte mir unbedingt in meiner Lieblingsbücherei in meiner Heimatstadt noch "irgendein" Buch aussuchen, das mich da gerade anlacht. Wie ich mich und meine Vorlieben kenne, wird es wieder etwas Düsteres, Makabres oder Schwarzhumoriges. Mal schauen.

Und nach dem Urlaub? Da stehen eine ganze Menge spannender Punkte auf meinem Plan:

Ich werde meinen "Zwischenstopp" mit neuem Cover der Welt präsentieren. Die liebe Viktoria aka Gedankengrün designt es und erstellt derzeit noch die Umschlagrückseite und den Buchrücken, damit ich auch für die Taschenbuchausgabe alles parat habe. Noch vor der Buchmesse soll es fertig und erhältlich sein.
Ein neues Schauermärchen wird zu Ende geschrieben, es wird voraussichtlich den Umfang eines Kurzromans haben. Ich hätte es gern dem Waldhardt Verlag für seinen Reihenwettbewerb mit Thema Märchenadaptionen angeboten, aber dummerweise endet die Frist schon am 01. September 2015, und das kriege ich definitiv nicht mehr hin. Leider. Die Geschichte schreibe ich aber trotzdem.
Mein Romanprojekt wird vorangetrieben. Einen neuen Anfang, also etwa 6000 Wörter, der mir sehr viel besser gefällt als die alte Idee, habe ich schon einmal. Als nächstes werde ich am Plot und den Charakteren feilen, bevor ich endlich weiterschreibe.
Die Frankfurter Buchmesse steht ins Haus. Akkreditierung habe ich schon erledigt. Erste Verabredungen habe ich auch schon getroffen. Gestern flatterte die Einladung zur Eröffnungsfeier ins Haus. Ich habe mich gleich angemeldet und bin gespannt, wie das diesjährige Gastland Indonesien wohl den Pavillon gestalten wird.
Es warten auch schon die ersten neuen Projekte in Sachen Lektorat und Korrektorat auf mich. Besonders gespannt bin ich auf die Manuskripte von Melissa David und Bella Lamour ... ;-)

Auf zwei Highlights im Herbst freue ich mich richtig:

Da wäre einmal die große Party der Bücherwürmer, einer der größten Buchgruppen auf Facebook, die zum ersten Mal während der FBM eine Party veranstaltet, auf der Leser und ihre Lieblingsautoren einander treffen und gemeinsam feiern. Das wird sicher glamourös!
Das andere, noch viel geilere Highlight, wird aber einen Tag später stattfinden, wenn ich zusammen mit Melisa Schwermer und Bernar Leston einen gruseligen Leseabend im Theater Schöne Aussichten in Dietzenbach veranstalte, zu dem ich jetzt schon alle einlade, die sich am 17. Oktober 2015 in meine Wahlheimat begeben und sich von unseren unheimlichen Geschichten Gänsehaut bereiten lassen möchten. Details folgen schon bald!

Also, ihr Lieben,
habt noch einen schönen Sommer, lest tolle Bücher
und haltet stets die Augen offen - die Welt steckt voller Geheimnisse und Geschichten ...

Wir lesen uns im September!

Samstag, 24. Mai 2014

Buchtipp: "900 Meilen" von S. Jonathan Davis

Im Frühjahr 2014 veranstaltete der Luzifer-Verlag eine Leserunde auf Lovelybooks für den Zombie-Roman "900 Meilen" von S. Johnathan Davis, und ich durfte daran teilnehmen. Erst jetzt komme ich dazu, euch das Buch vorzustellen - dafür aber mit großer Begeisterung und wärmster Empfehlung.

"900 Meilen" war eines dieser Bücher, die ich quasi in einem einzigen Rutsch inhaliert habe. Gerade einen Tag zuvor hatte ich den apokalyptischen Pageturner "Mit Zähnen und Klauen" zu Ende gelesen und wollte eigentlich mal Pause machen von all den Geschichten über Zombies, Apokalypse und den Untergang der Menschheit. Aber ich beging den "Fehler" und las nur mal den Anfang, um zu schauen, wie der Stil so war. Schon nach dem ersten Absatz war es um mich geschehen, und ich las doch weiter bis zum Schluss:
Das Leben erschien uns hart. Wir machten uns Gedanken darüber, dass wir den Job nicht bekamen, den wir unbedingt wollten, und waren angepisst, wenn Politiker sinnlose Gesetze erließen. Das Schlimmste was uns passieren konnte, war, dass der Barista unseren `Venti Coffee` verhunzte, oder dass unsere Lieblingsfernsehserie abgesetzt wurde. Wir lebten gedankenlos vor uns hin.
Banale Aufgaben in einer banalen Welt.
Was zur Hölle wussten wir schon?
Wir bettelten ja förmlich, dass es aufhörte …
Das ist es auch, was diesen unglaublich spannenden Roman über den plötzlichen Ausbruch einer mindestens amerikaweiten, wenn nicht sogar weltweiten, Zombie-Epidemie so Klasse macht: Immer wieder wird in wohldosierten Mengen Gesellschaftskritik eingestreut, werden vermeintliche Errungenschaften der westlichen Zivilisation als komplett idiotisch und im Ernstfall als überflüssig wie ein drittes Nasenloch enttarnt.

Protagonist John befindet sich am Anfang der Geschichte in New York, wo er an einem langweiligen Meeting mit seinen affigen Kollegen und seinem ätzenden Chef teilnimmt. Wie aus dem Nichts tauchen plötzlich Untote auf, greifen die Lebenden an, töten sie und machen aus ihnen ebenso Zombies, die sich kurz darauf gegen ihre ehemaligen Mitmenschen wenden. John hat mitten in diesem Alptraum aus Blut und wandelnden Leichen nur ein Ziel: zu seiner hochschwangeren Frau Jenn zu gelangen, die sich die titelgebenden 900 Meilen entfernt von ihm aufhält. Ohne die zufällige Bekanntschaft mit dem Ex-Soldaten Kyle wäre John aber vermutlich nicht einmal aus dem Hochhaus lebend herausgekommen, in dem er arbeitet, als die Apokalypse ausbricht. Kyle ist es, der seinem Kumpel im Lauf der Geschichte immer wieder den Arsch rettet und dafür sorgt, dass sie nicht nur heil aus New York entkommen, sondern sich tatsächlich auf die abenteuerliche Irrfahrt durch das untote Amerika machen.

Den traurigen Höhepunkt des Romans bildet wohl der nicht ganz freiwillige Aufenthalt von John und Kyle in Avalon, einem angeblich sicheren Ort, zu dem nur die reichsten Leute Zutritt erhalten, die es sich leisten können, sich dort zu verschanzen und ein Leben in Saus und Braus zu führen. Alle anderen müssen sich wie Sklaven unterwerfen und werden von der Oberschicht zur Arbeit und Prostitution gezwungen und - wenn sie nicht spuren - den Zombies zum Fraß vorgeworfen. Irgendwie klar, dass so viel Dekadenz, die deutlich an das Alte Rom erinnert, zu keinem guten Ende führen kann. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber gar nicht verraten.

Mein Fazit: Ein atemraubender Pageturner, der mit brutal-blutigen Zombie-Szenen nicht geizt und auf angenehm dezente Art immer wieder Kritik an unserer heutigen, konsum- und leistungsorientierten Gesellschaft unterbringt. Hat mir irre gut gefallen. Ganz klar: Sollte ich mich eines Tages in einer Zombie-Apokalypse wiederfinden, hätte ich bitte auch gern so einen Kyle an meiner Seite, der mir die Viecher vom Leib hält und mir beim Überleben hilft.

Ich vergebe 5 von 5 mit Zombiematsche besudelten Hummern!

"900 Meilen" gibt es als Taschenbuch und eBook und sollte in keiner Sammlung von guten Zombie-Büchern fehlen.

Samstag, 8. März 2014

Buchtipp - Craig DiLouie: "Mit Zähnen und Klauen"


Bild: Luzifer-Verlag
 Der apokalyptische Horrorroman "Mit Zähnen und Klauen" war mein erstes Buch vom amerikanischen Autor Craig DiLouie. In Deutschland erschien die Geschichte im kleinen, feinen Luzifer-Verlag. Ich hatte das Glück, ein Exemplar als Ebook zu gewinnen und machte mich sogleich an die Lektüre.

Im Großen und Ganzen lässt sich das Buch mit dem fies-genialen Cover problemlos in das Untergenre der Zombie-Fiction einordnen, obwohl es sich hier streng genommen nicht um Zombies handelt, die die Menschheit bedrohen. Wir befinden uns in New York. Erst wird die Zivilisation von einer Art fieser Grippe namens "Hongkong Lyssa" dahingerafft, dann mutiert die Seuche zur nächsten Stufe: Die Tollwütigen kommen. Und sie zerfetzen alles, was ihnen zwischen die Zähne und in die Klauen kommt - sprichwörtlich.

Wir verfolgen die grauenhaften Geschehnisse aus Sicht einer Militäreinheit, die gerade erst frisch aus dem Irak abkommandiert worden ist, um ihr Land nun vor der eigenen Haustür zu verteidigen - gegen einen schier übermächtigen Feind. Einen eindeutigen Protagonisten gibt es nicht, stattdessen wechselt die Perspektive ständig zwischen einer Handvoll ausgewählter Charaktere hin und her. Das und die Tatsache, dass ich absolut keine Ahnung von Militär, militärischen Fachausdrücken und Rängen habe, machte es mir vor allem anfangs etwas schwer, in die Handlung reinzukommen. Wer ist wer? Wer hat etwas zu sagen, wer trifft die Entscheidungen? Was genau ist die Mission, und wer legt sie fest? Irgendwann aber gelang es mir, mich einfach auf die Geschichte einzulassen. Spätestens ab den Ereignissen in dem Forschungslabor war ich mittendrin und verfolgte atemlos, wie New York einfach überrannt und ausgelöscht wird.

Seltsam distanzierter Stil, der aber zu faszinieren und zu bannen weiß, gewürzt mit einem Schuss Zynismus und dezent garniert mit ein wenig Gesellschaftskritik. Lässt sich sehr gut lesen, und man muss auch nicht unbedingt Experte für Militär und Waffenkunde sein. Verdammt hart und düster und deshalb definitiv nichts für Feingeister und Lebensbejaher, die auf ein Happy End beharren, so viel darf ich verraten. Ich entdecke ja die Zombieliteratur gerade erst für mich und glaube, mit Craig DiLouie einen der beeindruckendsten Autoren dieses Genres gefunden zu haben.

Ich verleihe diesem Buch 4 von 5 bluttriefenden Punkten.

"Mit Zähnen und Klauen" von Craig DiLouie ist im Luzifer-Verlag erschienen und als Print und eBook erhältlich.

Montag, 30. Dezember 2013

Was für ein Jahr - Mein persönlicher Rückblick auf 2013

In diesem Jahr ist wieder viel passiert in der Welt - ich beschränke mich also auf das, was mich aus literarisch-schriftstellerischer Sicht beschäftigt hat. Immerhin hat es da für mich so einige Highlights gegeben, auf die ich nun, am Ende des Jahres angekommen, recht zufrieden zurückblicken kann.


Ich schrieb, ich las, ich bloggte, ich gewann, ich erlebte. Deshalb vorab eine Warnung: Das wird lang, auch wenn ich mich aufs Wesentliche beschränke. :-)

Neue Geschichten

Blind Date

Ein Cyberthriller, den ich für den letzten großen Bookrix-Wettbewerb schrieb. Darin trifft eine junge Frau in einer virtuellen Welt auf einen Typen, der von sich behauptet, ein Dämon zu sein. Sie lässt sich auf sein Spielchen ein und ahnt nicht, welcher Gefahr sie sich aussetzt. Beim Schreiben halfen mir meine eigenen Erfahrungen in der virtuellen Welt von Second Life. Ich konnte mich recht weit vorn platzieren, fürs Siegertreppchen reichte es aber nicht. Dafür erhielt die Geschichte einen Platz in der sehr coolen Anthologie "Mängelexemplare" von Constantin Dupien, die von vielen Genrekennern als eines der Anthologie-Highlights der deutschen Horrorliteratur 2013 bezeichnet wurde.

Redrum kommt nach Hause

Noch ein Wettbewerbsbeitrag. Diesmal ausgerichtet von neobooks. Mein Hauptmotivator war der Umstand, dass Thriller-Bestsellerautor Sebastian Fitzek in der Jury saß. Ich schrieb den Kurzthriller an einem einzigen Abend. Darin nimmt ein Büchersammler den Fahrstuhl, um seinen neuesten Kauf,  eine seltene Ausgabe von Stephen Kings "Shining" abzuholen. Als der Strom ausfällt und der Fahrstuhl stecken bleibt, erlebt der Sammler das nackte Grauen.

Die Brezelfrau

Das Schauermärchen ist meine Neu-Interpretation des Grimm-Märchens "Hänsel & Gretel" und meine erste Geschichte, die ich gezielt für den Self-Publishing-Markt schrieb. Die talentierte Grafikdesignerin F. Riedel lieferte mir das wunderschöne Cover. Ich hatte großen Spaß am Schreiben dieser Geschichte und plane bereits weitere schaurige Neu-Interpretationen.

Der Narrenkönig und Endstation

Das eine ist ein Märchen für Erwachsene, in dem ein Hofnarr notgedrungen die Geschäfte des Königs übernehmen muss, das andere eine deprimierende Scifi-Kurzgeschichte über einen Mann, der zum Sterben ans Ende der Welt reist. Beide Texte entstanden bei so genannten Duellen in einer kleinen, geschlossenen Autorengruppe. Den „Narrenkönig“ kann man bis auf weiteres auf Bookrix nachlesen, die „Endstation“ ist (noch) nicht öffentlich lesbar.

Wettbewerbe, Ausschreibungen und Preise

Mängelexemplare und andere makabre Geschichten

Diese Kurzgeschichtensammlung ist eine meiner Lieblingsanthologien. Warum? Ich liebe das Cover, das von einer Künstlerin gemalt (!) wurde und das die Initialen aller teilnehmenden Autoren enthält. Ich bin ganz stolz, in dieser Anthologie mit solchen Autoren wie Vincent Voss oder Stefanie
Maucher zusammen vertreten sein zu dürfen. Und: Als Opener fand mein  kleines Gedicht "Feuertanz" auch noch Einzug in das Buch. Es darf derzeit übrigens für den Vincent Preis 2013 nominiert werden, nur mal so am Rande erwähnt.

Die kleine Meerjungfrau weint nicht um ihren Prinzen

Dieses Märchenbuch erschien Ende August im Machandel-Verlag und richtet sich an Erwachsene. Es enthält neu interpretierte oder ganz neue Märchen im Stil von Hans Christian Andersen. Von mir ist das Schauermärchen "Schwefelhölzchen" dabei, meine düstere Rachestory vom kleinen Mädchen mit den Schwefelhölzern. Das Buch ist unglaublich liebevoll gestaltet mit einem sehr schönen Cover und vielen Schwarz-Weiß-Illustrationen im Inneren.

Best of net-Verlag

Der net-Verlag brachte Mitte des Jahres einen Sammelband heraus, in dem all jene Kurzgeschichten versammelt sind, die in den Anthologien, zu denen sie gehörten, die jeweils besten Beiträge darstellen. Ich bin mit "Die Gartenpforte" dabei, nach wie vor eine meiner liebsten Geschichten.

neobooks-Wettbewerb "Wenn es dunkel wird"

Ich kann es bis heute nicht glauben, dass ich mich mit meinem Kurzthriller „Redrum kommt nach Hause“ gegen mehr als 300 Konkurrenten durchgesetzt und den Wettbewerb gewonnen habe. Mein Highlight des Jahres!


Deutscher Phantastik Preis 2013
für Beste Originalanthologie
Ich hatte eigentlich nur ein persönliches Feedback von Juror Sebastian Fitzek haben wollen. Das bekam ich auch - und so viel mehr. Ich erhielt ein Schreibseminar in der Textmanufaktur nach meiner Wahl. Ich habe mich noch nicht entschieden, aber ich will das Seminar auf jeden Fall im nächsten Jahr machen. Dann kommt "Redrum" zusammen mit den Plätzen 2 bis 10 in eine Anthologie mit dem Titel "Hüte dich". Meine erste Publikation in einem richtig großen Verlag! Einziger Wermutstropfen: es ist eine reine eBook-Veröffentlichung. Immerhin werden wir Autoren an den Erlösen beteiligt. Also wird es hoffentlich  ein Bestseller. Oder so. :-)

Deutscher Phantastik-Preis

Dieser Preis für herausragende Werke der deutschsprachigen phantastischen Literatur wird jedes Jahr auf der Dreieich Bucon, die parallel zur Frankfurter Buchmesse stattfindet, verliehen. In der Kategorie „Beste Anthologie“ waren sogar zwei Werke nominiert, in denen ich mit eigenen Geschichten vertreten war: Der „Vampire Cocktail“ und „Wenn das die Grimms wüssten“. Am Ende konnte sich das Märchenbuch aus dem art&words Verlag durchsetzen. Indirekt fühle ich mich also auch als Preisträgerin, auch wenn die Trophäe jetzt den Schreibtisch von Herausgeber Peter Hellinger schmückt (nehme ich an).

Do-it-yourself: Erste Schritte als Self-Publisher 

Zwischenstopp - Dunkle Geschichten

Ich fasste neun Kurzgeschichten und ein Gedicht zusammen und brachte meinen Storyband via neobooks auf den Markt. Später änderte ich die Veröffentlichungsweise etwas und publizierte bei Amazon direkt über KDP, zusätzlich noch bei Beam und Kobo. Neobooks deckt (fast) alle anderen Kanäle ab. Seit Oktober gibt es das Ganze auch noch als Taschenbuch, veröffentlicht über Createspace. Ein Bestseller ist es nicht geworden, aber auch kein Ladenhüter, der ein Mauerblümchendasein führt. Dank guter Vernetzung und Ausnutzung aller kostenlosen Marketingmöglichkeiten (Facebookgruppen, Leserforen, Autorengruppen, Twitter, das eigene Blog) heimste ich einiges an Lob ein und schaffte es immer wieder, das Buch in den Top 10.000 bei Amazon zu platzieren. Andere Selfpublisher lächeln darüber nur müde, aber ich bin ganz zufrieden, und ich muss davon ja auch nicht leben.

Die Brezelfrau

Mein Schauermärchen bekam ein professionelles Cover und durchlief etliche Korrekturen, bevor ich es kurz vor Halloween rausschickte. Es dauerte ein wenig, doch gerade im Dezember erhielt die Geschichte unerwartete, begeisterte Rezensionen und erlangte so einiges an Aufmerksamkeit. Wohl vor allem Weihnachten und den vielen zu diesem Fest verschenkten Christ-Kindles ist es zu verdanken, dass sich das Büchlein mittlerweile auch einigermaßen gut verkauft (was ich eben so unter gut verstehe). Bisher ist das Büchlein nur über Amazon KDP erhältlich, aber das werde ich im neuen Jahr noch ändern.

Gratisaktionen

Nur Dank meiner fünftägigen Gratisaktion für "Das leere Buch" schaffte ich es bis ganz nach vorn im Amazonranking und sammelte bisher 19 gute bis überwiegend sehr gute Amazon-Rezensionen ein. Nach Beendigung verkaufte ich sogar noch eine ganze Weile erstaunlich gut. Aber irgendwann ließ das nach, und mittlerweile verkaufe ich vielleicht fünf Exemplare im Monat. Aber: vor der Aktion verkaufte ich gerade mal ein Exemplar im ganzen Quartal!

Ich denke, man darf Gratisaktionen nicht per se verteufeln, aber sie sind auch nicht die perfekte Lösung. Für mich hat es mehr positive als negative Effekte gehabt, ich habe es auch für das Schauermärchen getan, aber nur für zwei Tage und nach 500 verschenkten Büchern abgebrochen. Ich würde es jedenfalls wieder tun, wenn mein nächstes Self-Publisher-Werk draußen ist.

Rezensionen

Oh ja. Rezensionen sind verdammt wichtig und sollten nicht unterschätzt werden. Sie schmeicheln dem Autoren-Ego, sie motivieren und machen Mut. Sie können potentielle Leser zum Kauf des eigenen Werkes bringen. Das ist mein Fazit aus einem Jahr als aktive Self-Publisherin. Ich habe nicht viele Rezensionen erhalten, aber einige unglaublich gute von Bloggern, die nach meinen Eindrücken eine gewisse Multiplikatorenwirkung haben (können). Insgesamt schrieb ich drei Blogger ganz gezielt an, nur ein Blog sagte zu und schrieb tatsächlich eine Rezi. Die übrigen kamen von ganz alleine auf mich zu bzw. schrieben einfach ihre Rezi, und ich entdeckte die einen Tag später bei Facebook und Co. Womit wir beim nächsten Thema wären.

Erfahrungen mit Werbung in Foren, Facebook & Co.

Was ich gelernt habe: der Spruch "Wer nicht wirbt, der stirbt" ist korrekt, und er trifft auf keinen Bereich so zu wie den der Indieautoren. Aber ich habe auch gelernt, dass nicht jede Form von Werbung überall gleich gut ankommt. Social Web ist toll und eignet sich super für eine kleine Autorin wie mich, die kein Geld für Werbung hat, aber trotzdem auf sich aufmerksam machen will. Jedoch gibt es dort auch Regeln, an die ich mich halten muss.

Wer Facebookgruppen oder Foren beitritt und dort nur Werbung für seine Werke macht, sich aber sonst in keinster Weise beteiligt, der hat schon verloren. Leser sind empfindsame Gemüter. Sie wollen zwar durchaus umworben werden, aber bitte subtil und mehr durch  die Blume und hintenrum. Also nehme ich mir mittlerweile fast täglich die Zeit, mich an Diskussionen zu beteiligen, poste Links zu interessanten Artikeln und versuche, Leuten, die um Hilfe zu irgendeinem Thema bitten, entsprechend Hilfe zu geben. Wenn ich dann mal zwischendurch auf eine neue tolle Rezi zu meinem Buch aufmerksam mache, nimmt mir das keiner übel und bringt mehr Pluspunkte, als hätte ich nur den Link zum Buch und sonst gar nix gepostet.

Eine feine Sache ist es übrigens, sich Autorengruppen und -netzwerken anzuschließen, in denen Gleichgesinnte mit ähnlichen Ansprüchen an Qualität und Originalität zusammenkommen. Qindie ist so ein Netzwerk, und ich bin sehr stolz, dabei sein und das Logo auf meinen Büchern anbringen zu dürfen. Ich drücke Qindie auch für 2014 die Daumen, dass es stetig bergauf geht – Stück für Stück.

Gewinnspiele

Kurz und knapp: Gewinnspiele machen Spaß, aber Arbeit. Also wenn man selbst sie ausrichtet. Ich habe im Frühjahr anlässlich des Tages des Buches an der blogübergreifenden Aktion "Ich schenke Lesefreude" teilgenommen, bei der ich mein Blog in eine große Liste von Blogs eintragen ließ, die alle am selben Tag ein oder mehrere Bücher verlosten. Die Aktion machte Spaß und hatte den angenehmen Effekt, dass ich plötzlich viel mehr Blogbesucher verzeichnen konnte.

Ende des Jahres, kurz vor Weihnachten, startete ich noch eine eigene Gewinnspielaktion. Die Leute mussten in ihren Kommentar schreiben, was es bei ihnen am Heiligabend zu essen geben würde. Leider nahmen nur wenige Leute teil, sodass am Ende nicht einmal zehn Namen im Lostopf landeten.  Dafür freuten sich die drei Gewinner umso mehr über die Bücher, die ich ihnen rechtzeitig vor dem Fest zuschickte.

Ich werde bestimmt auch 2014 Gewinnspiele veranstalten. Wie genau die aussehen werden, überlege ich mir noch genau, denn mittlerweile gibt es so viele Gewinnaktionen von Bloggern und Autoren, dass man sich auch da etwas Besonderes einfallen lassen muss, um aus der Masse hervorzustechen.

Mein Stapel gelesener Bücher

Gelesen habe ich weit mehr Bücher, doch diese hier sind meine Lesehighlights 2013.

Alexander Odin - "Pandämonium"

Mein Überraschungshit des Jahres. Kostenlos abgestaubt, nix erwartet, in einem Rutsch durchgelesen und sehr begeistert.

Anonymous - "Das Buch des Todes"

Als Bourbon-Kid-Fan, der ich bin, ein absolutes Muss. Das Buch ist geil und schreit geradezu nach einer Verfilmung durch Quentin Tarantino. Mindestens.

Justin Cronin - "Die Zwölf"

Die epische Fortsetzung von „Der Übergang“. Dystopischer Horror allererster Klasse.

Madeleine Roux - "Sie kommen!"

Zombieapokalypse aus Sicht einer Bloggerin. Erfrischende, packende Bereicherung des Genres, das ich immer noch für mich entdecke.

Michael Dissieux - "Die Saat der Bestie"

Dissieux ist ein Meister, wenn es darum geht, Weltuntergangsstimmung zu verbreiten. Trostloser und gruseliger kann eine von Menschen verlassene Welt gar nicht mehr sein. Atmosphärisch dicht und verdammt spannend.

Fred Ink - "Wurmstichig"

Für mich die Indie-Entdeckung des Jahres. Die Novelle ergatterte ich in einer Gratisaktion und war komplett begeistert. Großartiges Cover, abartiger Horror, gespickt mit schwarzem Humor und einem Protagonisten, der so unsympathisch ist, dass man ihn einfach ins Herz schließen muss.^^ An Ink bleibe ich dran.

Rona Walter - "Gläsern"

Ein Schauermärchen im Gothic-Style, das Motive aus Schneewittchen und Blaubart geschickt miteinander verwebt. Herrliche Sprache, angenehm eingestreuter Humor und sehr liebenswerte Charaktere. Absolut empfehlenswert.

Anthologie "Diabolos"

Eine der besten Anthologien des Jahres. Ich ging darauf ausführlich in einer Rezension auf meinem Blog ein. Lauter fiese, gruselige, abartige, unterhaltsame Kurzgeschichten von deutschsprachigen Autoren. Dazu das mit Abstand geilste Cover, das ich 2013 auf einem Buch sah. Meine Lieblingsgeschichte ist „Wie die Lemminge“ aus der Feder von Torsten Scheib.

Anthologie "Mängelexemplare"

Meine Lieblingsanthologie 2013. Nicht nur, aber auch, weil ich selbst dabei bin. Weitere Gründe nannte ich bereits oben.

Und sonst so

Regina Mengel & ich auf der Knaur Messeparty 2013

Das waren ja immer noch nicht alle Highlights! Als da wäre die Frankfurter Buchmesse, über die ich ja ausführlich berichtete. Nicht zu vergessen die Knaur Messeparty, die mir so viel Spaß bereitet hat. Davon präsentiere ich hier übrigens ein Beweisfoto: Regina Mengel und meinereiner am Eingang zur Party vor dem „Knaur-Stern“. Schön war’s!

Und in der Zeitung war ich ja auch! Mit einem richtig großen Portraitartikel und einem ordentlichen Foto von mir. Das Ganze erschien in der Offenbach Post, leider nur im Lokalteil für Dietzenbach und leider nicht online und leider genau in der Woche, in der ich im Urlaub war, sodass es insgesamt etwas unterging. Aber cool fand und finde ich es trotzdem.

Außerdem schnupperte ich im August 2013 zum ersten Mal "Bühnenluft", als ich beim Fechenheimer Literaturfestival aus meiner Kurzgeschichte "Der perfekte Cocktail" live vor Publikum vorlesen  durfte. Grit Richter vom Art Skript Phantastik Verlag, die diese Lesung organisiert hatte, hat das Ganze ausführlich und mit Bildern auf ihrem Blog dokumentiert. War toll und hat mir Lust auf mehr gemacht.

Ausblick auf 2014

Nanowrimo

Ich habe es mir ganz fest vorgenommen. Den Nanowrimo 2013 ließ ich schweren Herzens ausfallen, weil mir nicht nur die Zeit fehlte, sondern auch der passende Plot. Für den nächsten Nano habe ich bereits jetzt eine reizvolle Idee, die ich in aller Ruhe auszubauen gedenke, um sie dann im November 2014 zu schreiben. Ich ahne zwar, dass 50.000 Wörter nicht reichen werden, um die ganze Geschichte zu erzählen, aber ich hätte dann zumindest eine Rohfassung, an der sich weiterarbeiten lässt.

Ausschreibungen und Wettbewerbe


Fechenheimer Literaturfestival

Ich liebäugele mit dem MDR Literaturwettbewerb. Dummerweise endet die Frist schon am 31.01.2014. Ob das noch was wird? Ansonsten schaue ich mal, was sich noch so ergibt. Wettbewerbe mit einigermaßen vernünftigen Vorgaben trieben mich bisher immer zu kreativen Höchstleistungen. Also selbst wenn ich keinen Blumentopf gewinne, hätte ich auf jeden Fall eine weitere schöne Kurzgeschichte in meinem Repertoire.

Neue Geschichten

2014 wird mein Jahr der Schauermärchen. Das erste ist bereits fertig konzipiert und wird Anfang des Jahres geschrieben. Ideen für weitere Schauermärchen liegen schon in meiner geistigen Schublade und werden rausgeholt, sobald ich dafür Luft habe. Mein Romanprojekt „Vincents Treppe“ würde ich auch gern vorantreiben. Und dann ist da diese Idee für einen neuen Roman, den ich im Rahmen des nächsten Nanowrimo schreiben möchte. Wenn er wirklich zustande kommt, hätte ich eine Art Horror-Chicklit-Romantasy-Crossover in der Hand.

Veröffentlichungen

Es ist mir zum ersten Mal passiert, dass ich mich nicht um einen Platz in einer Anthologie bewerben musste, sondern dass der Herausgeber mich eingeladen hat, daran mitzuwirken. Meine düstere Scifi-Kurzgeschichte „Endstation“ hätte einen sicheren Platz in dem geplanten Buch – es sei denn, ich kriege meine alternative Geschichte, die sich der Herausgeber wünscht, vorher fertig. Da das Konzept dafür bereits steht, sollte es also am Ende tatsächlich die Alternativgeschichte in diese Anthologie schaffen.

Am 14. Januar 2014 wird auch „Hüte dich“ erscheinen, die Anthologie, die aus dem neobooks-Wettbewerb hervorgegangen ist, den ich im September 2013 gewann. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich das eBook auf dem Markt schlagen wird und drücke mir und meinen Mitautoren fest die Daumen.

Ebenfalls geplant ist mein Märchenbuch für Erwachsene, das ich wieder als Self-Publisher veröffentlichen will. Rein sollen all jene Märchen, die ich schon geschrieben habe: „Die Brezelfrau“, „Vom Mädchen mit der roten Kappe“, „Schneewittchen und die sieben Räuber" und „Der Narrenkönig“. „Schwefelhölzchen“ darf (noch) nicht, weil ich die Exklusivrechte dafür zwei Jahre an den Machandel-Verlag abgetreten habe. Dann schaue ich mal, welche bösen Neu-Interpretationen ich noch so verbrochen kriege. Auf jeden Fall sollen es Schauermärchen werden, also nix für zarte Gemüter und nicht für Kinder.

SuB

Mein Lesejahr 2014 startet furios: Unterm Weihnachtsbaum lag „Dr. Sleep“ von Stephen King. Ich habe auch schon reingelesen – sensationell. Ansonsten werde ich wohl einige eBooks „abarbeiten“, die ich bei Gratisaktionen erworben habe. Alles aus dem Horrorgenre, die meisten von deutschsprachigen Autoren. Überhaupt lege ich mein Hauptaugenmerk auf deutschsprachigen Horror und Phantastik, denn es ist wirklich enorm, was für Qualität und Kreativität von dort kommt – ob nun Verlagsveröffentlichung oder Indie-Publikation.

Schlusswort

Nicht wahr? Ist lang geworden. Aber ich hatte euch eingangs gewarnt. Deshalb nur ein ganz kurzes Schlusswort: 2013 war für mich ein phantastisches Jahr, und ich weiß gar nicht, ob und wie ich das in 2014 übertrumpfen kann. Aber ich freue mich sehr auf das neue Jahr und auf all die Projekte, die ich in Angriff nehmen möchte.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich wünsche euch Gesundheit, Glück und Zufriedenheit und vor allem immer Zeit für ein gutes Buch!

Man liest sich.