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Dienstag, 5. Februar 2019

Leserunde zu "Ghost Stories of Flesh and Blood"


Wichtige Durchsage:

Der Papierverzierer Verlag lädt zur großen Lovelybooks-Leserunde mit der Anthologie "Ghost Stories of Flesh and Blood".  Die meisten (oder sogar alle?) Autoren sowie die Herausgeber werden sich aktiv beteiligen und den Lesern Rede und Antwort stehen. 20 Bücher werden vergeben, es sind noch 10 Tage Zeit, sich um einen Platz zu bewerben.

Die sehnsüchtig erwartete Printausgabe rückt damit auch in greifbare Nähe. Inzwischen haben wir Autoren die Druckfahnen unserer Beiträge freigegeben, dem Druck steht also nichts mehr im Wege.

Und wenn ich noch eine exklusive Geheiminfo ausplaudern darf: Im Hintergrund laufen derzeit Aktivitäten, um eine Lesung mit den Autoren dieser Anthologie während der Leipziger Buchmesse auf die Beine zu stellen. Mehr kann und darf ich aber auch noch gar nicht verraten.

Es bleibt spannend!

Und jetzt - auf zur Leserunde, es ist noch Platz genug im Bewerberpool!

Sonntag, 9. April 2017

Buchtipp: Michaela Harich - LEA

"Lea" von Michaela Harich
Na? Woran denkt ihr, wenn ihr das Stichwort "Stuttgart 21" hört? Bestimmt nicht an das, worauf ich hinauswill. Denn nach der Lektüre des Buches, das ich heute empfehlen möchte, kann ich nicht mehr an Bahnhöfe, Wutbürger und fragwürdige Protestaktionen denken. Obwohl ...

Okay. Stuttgart ist der Schauplatz. Der Bahnhof ist eine der Locations, an denen die Geschichte spielt. Und Wutbürger? So könnte man die beißwütigen Infizierten, gegen die sich Titelheldin Lea zur Wehr setzen muss, auch nennen. Das Ganze findet im Jahr 2021 statt. In diesem Jahr geht es mit der Landeshauptstadt Baden-Württembergs steil bergab. Eine Art Zombievirus ist ausgebrochen und hat aus den Bewohnern fleischfressende Untote gemacht. Die Stadt wurde vollständig abgeriegelt, um die Seuche daran zu hindern, auch den Rest Deutschlands zu befallen. Lea ist eine der letzten Überlebenden. Sie will ihre Heimat nicht verlassen und hat sich stattdessen hinter einer Reihe raffinierter Zombiefallen in der Staatsgalerie verschanzt. Dort harrt sie aus, kämpft um ihr Überleben und das ihres einzigen Mitmenschen Andreas.

Der Leser wird mitten hineingeschleudert in diese kaputte Szenerie, erlebt, mit welchen äußeren, aber vor allem inneren Dämonen Lea zu kämpfen hat. Denn allmählich ahnt sie, dass sie anders ist als die anderen Überlebenden. Etwas stimmt nicht mit ihr, und sie muss herausfinden, was das ist, wenn sie weiter überleben will. Das ist rasant und spannend und lässt weder Lea noch dem Leser viel Raum zum Luftholen.

Bacon-Pflanze? Bitte was?
"Lea" ist ein Kurzroman mit knapp 130 Taschenbuchseiten und zugleich der Auftakt einer Reihe. Die weiteren Teile heißen ebenfalls wie ihre jeweiligen Protagonistinnen: "Sonja", "Isabelle" und "Jennie". In allen Büchern wird die Geschichte der Stuttgarter Zombieseuche weiter ausgeschmückt, erfährt man mehr und mehr Details über die Hintergründe, die Ursache und wer schuld an dem ganzen Schlamassel ist.

Ich kenne die Autorin Michaela Harich persönlich und schätze ihren Humor und ihren Hang zum Sarkasmus. Umso schöner ist es, ebenjene Wesenszüge in ihrer Geschichte und den Figuren zu entdecken. Lea ist wie ein dystopisches Alter ego seiner Schöpferin. Ich bin gespannt, ob sich diese Merkmale auch in den Folgebänden verstecken. Ich werde sie mir mit Sicherheit noch holen, denn eine Frage wurde im Auftaktband um Lea noch nicht beantwortet: Was hat es mit dieser verdammten Bacon-Pflanze auf sich???

Also, liebe Freunde der Zombies und Dystopien, ran an Stuttgart 21. Kurzweilig, knackig und spannend - so muss eine gute Zombiegeschichte sein.

Mit Michaela bei Skoutz (Foto: Peter T. Röder)
"Stuttgart 21 - Lea" ist im Papierverzierer Verlag erschienen und als E-Book und Taschenbuch erhältlich.

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Jahresrückblick, die erste: Meine Lesehighlights 2015

Kaum noch 24 Stunden, bis das Jahr vorbei ist. Höchste Zeit, mich mit dem Zurückblicken zu befassen. 2015 ist wahnsinnig viel passiert, vor allem viel Schönes und Aufregendes, deshalb teile ich meinen Jahresrückblick mal ein wenig auf.

Heute schaue ich zunächst auf die Bücher und Geschichten zurück, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Literarisch betrachtet bestand 2015 für mich fast nur aus Highlights, da wird es es schwierig, jedem gelesenen Buch wirklich die Ehre zu erweisen, die es meiner Meinung nach verdient hat. Ich mache einfach ein Best-of draus und präsentiere euch nun eine sehr subjektive Auswahl meiner persönlichen Lesehighlights 2015.

Wiederentdeckung 2015

"Die unendliche Geschichte" von Michael Ende
Was habe ich dieses Buch geliebt! Ach was, ich liebe es immer noch. Dieses Buch gehört definitiv auf meine Liste der Bücher, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Als Kind besaß ich immer nur die dtv-Taschenbuchausgabe. Die war zwar auch ganz schön, aber eben kein Hardcover. Anfang des Jahres entdeckte ich auf einem Bücherbasar die gebundene Erstausgabe des Thienemann Verlages und musste einfach zuschlagen. Ich habe das Buch nicht noch einmal ganz gelesen, aber es liegt seitdem stets in Reichweite, und ich liebe es, darin zu blättern und die eine oder andere Passage zu genießen.

Genre-Ausreißer 2015

"7 Days of Black" - Reihe von Bella Lamour
Ich führe ja Lektorat und Korrektorat für andere Autoren durch, und auf diesem Wege lerne ich auch immer wieder Geschichten und Genres kennen, die ich normalerweise überhaupt nicht auf dem Schirm hätte. So geschehen mit den Erotikthrillern von Bella Lamour. Wir lernten uns im Frühjahr kennen, ich korrigierte eine kürzere SM-Story und war beeindruckt davon, wie elegant und zugleich prickelnd man sich ausdrücken kann, wie treffend man erotische Szenen beschreiben kann, ohne kitschig zu werden oder ins Klischee abzudriften. Bis dahin hatte ich "solche Geschichten" immer von meinem Leseradar verbannt. Keine Angst, ich bin immer noch kein Fan des Genres - Stilblüten wie "50 Shades of Grey" werde ich weiterhin meiden. Aber die Bücher von Bella Lamour haben einen besonderen Platz in meinem Bücherherzen, seit ich mit dieser tollen Autorin zusammenarbeite. Sie kann nicht nur Erotik, sie kann auch Thriller und Horror und weiß, wie sie das geschickt miteinander verwebt. Ihre Reihe "7 Days of Black" ist deshalb mein Geheimtipp für Liebhaber(innen) des Genres.

Anthologie-Highlights 2015

Ihr wisst mittlerweile, wie gern ich Kurzgeschichten lese. Wenn dann Anthologien auf den Markt kommen, die das Thema Horror behandeln, in denen Lieblingsautoren wie Vincent Voss mit von der Partie sind und die bei so tollen Verlagen wie dem Amrûn Verlag erscheinen, kann ich einfach nicht Nein sagen. In diesem Jahr waren es zwei Anthologien, die mir besonders gut gefallen haben. Beide aus dem Amrûn Verlag, einmal geht es um Zombies, einmal um Haunted Places, also Orte, an denen es spukt.
Die "Zombie Zone Germany" habe ich noch nicht komplett durchgelesen, deshalb werde ich meine ausführliche Buchbesprechung im nächsten Jahr abgeben. Dagegen habe ich die dritte Ausgabe der "Mängelexemplare: Haunted" schon gelesen, bin aber seit Wochen nicht mehr dazu gekommen, darüber etwas im Blog zu veröffentlichen. Auch das werde ich nachholen. So viel darf ich verraten: Beide Bücher sind etwas Besonderes, beide enthalten ein paar großartige Stories, die mich mächtig begeistern konnten. Must-Reads für Freunde des Horrors in Kurzform!


Abgefahrenster Horrorschmöker 2015

"Crossover: Es wird dich verändern" von Fred Ink
Was für ein Hammerbuch! Seit "Wurmstichig" bin ich ein Fan des Autors. Auch mit "Crossover" konnte er mich restlos begeistern. Das ist eines dieser Bücher, bei denen ich nicht aufhören konnte zu lesen und mich gleichzeitig davor gefürchtet habe, welcher Schrecken mir beziehungsweise den armen Protagonisten auf der nächsten Seite begegnen würde. Mehrere Menschen, die sich nicht kennen, erwachen an einem fremden Ort, der von massivem Zerfall gezeichnet ist. Sie wissen nicht, wo sie sind, wie sie hergekommen sind und wie sie wieder rauskommen. Und als ob das nicht reichen würde, um durchzudrehen, werden sie von furchterregenden Viechern und seltsamen, menschenähnlichen Geschöpfen bedroht. Mehr will ich darüber nicht verraten. Lesen, okay? Unbedingt lesen!

Lustigstes Buch 2015

"Mad Jerry - Der postapokalyptische umherziehende Krieger" von Ben Wallace
Ein lustiger Endzeitroman? Ja, geht denn das? Klar! Dieses Buch aus dem Luzifer Verlag hat mich davon überzeugt, dass die Apokalypse eigentlich gar nicht so schlimm ist. Also hinterher. Natürlich ist das Leben für einen postapokalyptischen umherziehenden Krieger nicht leicht. Hat auch keiner behauptet. Aber lustig ist es durchaus. Zumindest aus Sicht des Lesers, also aus meiner Sicht. Das Schöne ist, dass der Autor seine Protagonisten sehr ernst nimmt und sie einfach nur in völlig absurde Situationen hineinstolpern lässt, wobei weder Action noch Spannung und Endzeithorror zu kurz kommen. Eine skurrile, geniale Mischung, die einfach Spaß macht. Wer Mad Max mag und gern dystopische Geschichten liest und Lust auf eine gelungene Genre-Parodie hat, der ist hier genau richtig. Mehr darüber schrieb ich bereits im Juni 2015 in diesem Artikel.

Überraschungshit 2015

"Basaltblitz" von Markus Tillmanns
Die Geschichte eines nerdigen Teenagers, der über Nacht Superkräfte erlangt, weil er versehentlich einen Kometen gegessen hat. Klingt bescheuert? Ja, irgendwie schon. Aber es ist so verdammt geil! Ich wäre von allein wohl nie auf die Idee gekommen, dieses Buch zu lesen, aber der Autor hatte zum Glück die Idee, mir ein Rezensionsexemplar anzubieten, und nach der Lektüre des Klappentextes und einer Leseprobe wusste ich: Das wird ein Riesenspaß! Ich bin total begeistert von diesem Buch, nicht nur von der Idee der Geschichte selbst, auch nicht nur von dem krass-genialen Cover, sondern vor allem von dem unglaublich guten Stil des Autors. Markus Tillmanns versteht es exzellent, peinliche Situationen unterhaltsam zu beschreiben, und zwar so, dass man stets eine Mischung aus Mitleid und Fremdschämen für den Protagonisten empfindet. Ich habe selten solch treffenden Humor in einer Fantasy-Geschichte und so schöne Dialoge gelesen wie in diesem Buch! Für mich war "Basaltblitz" DIE Lese-Überraschung des Jahres! Meine ausführliche Buchbesprechung gibt es hier.

Epischstes Buch 2015

"Revival" von Stephen King
Natürlich durfte dieses Jahr nicht vorbeigehen, ohne dass ich mindestens einen King gelesen habe. Ich habe sogar zwei gelesen, denn "Joyland" war auch dabei. Doch "Revival" war definitiv das epischere Werk. Ein fetter Wälzer mit einer Geschichte, die sich über das gesamte Leben des Protagonisten Jamie erstreckt, der an verschiedenen Stationen immer wieder auf den Priester Charles Jacob trifft, einen komischen Kauz mit einer ungesunden Leidenschaft für Elektrizität. Düster, traurig, hypnotisierend. Ich habe die Lektüre genossen und fand das Ende mit dieser gewissen Reminiszenz an das Lovecraftsche Universum stimmig und auf bizarre Art schön. Ich habe das Buch ausführlich auf dem Blog besprochen.

Schönstes Buch 2015

Ausgerechnet weder ein Horror-Roman noch ein Thriller oder irgendeine andere Suspense-Spielart. Das "Ferienbegräbnis" ist ein großartiger deutscher Roman, der von Sarah und ihrem Lebensgefährten Ulf erzählt. Lebenskünstler, die ihr Geld mit dem Verkauf geklauter, bunt eingefärbter Toupets verdienen, sich um einen Hund mit drei Beinen und die hochschwangere Freundin kümmern, die ausgerechnet mit Pädo-Pallasch zusammen ist, dem ehemaligen Lehrer, der sie damals in der Schule immer belästigt hat. Plötzlich will Ulf auch ein Kind, doch Sarah fühlt sich dafür überhaupt nicht bereit, denn vor kurzem sind ihr Vater und ihr Hamster verstorben, und auf ihrer Lebens-To-Do-Liste stehen noch so viele unerledigte Dinge wie die Rache an ihrer Jugendliebe oder der Besuch eines Backstreet-Boys-Konzerts. Das Buch ist einfach nur wunderschön, geschrieben in einer Leichtigkeit, die manchmal über die tiefsinnigen Themen hinwegtäuscht, die darin auftauchen. Außerdem steckt es voller wunderschöner Sätze. Schon der Anfang liest sich für mich richtig poetisch: "Der Hamster ist tot. Ich weiß gar nicht, wie ich das finden soll. Ich gucke meinen Hund an, aber der weiß es auch nicht." Und so geht es weiter, zum Beispiel hier: "Um den Geldmangel nicht so sehr zu spüren, beschenkten wir uns gegenseitig mit Dingen, die nichts kosteten - Gutscheinen, Fotos von in der U-Bahn schlafenden Menschen, geklauten Straßenschildern und NPD-Wahlwerbekugelschreibern." Hach. Ich hatte es viel zu schnell durchgelesen, aber das macht nichts, ich will es irgendwann ein zweites Mal lesen. Dieses Buch ist es wert!

Aussicht 2016 - Darauf freue ich mich


Zwei Titel liegen auf meinem Stapel ganz oben. Da wäre einmal die Kurzgeschichtensammlung "Auf dunklen Schwingen" von Melanie Vogltanz. Die österreichische Autorin konnte mich schon mit ihrem düsteren Vampirroman "Maleficus - Schwarzes Blut", das ich damals für den Papierverzierer Verlag lektorierte, überzeugen. Nun bin ich auf ihre Kurzgeschichten gespannt, über die ich schon viel Gutes gehört habe. Dann wartet der Science Fiction Roman "Paradox" von Phillip P. Peterson auf mich. Der Gewinner des Kindle Storyteller Awards 2015 hat mich neugierig gemacht und wird der erste SciFi-Roman seit langem auf meiner Leseliste sein. Außerdem freue ich mich riesig auf die neue Kurzgeschichtensammlung von Stephen King. Sie wird den Titel "Basar der bösen Träume" tragen und erscheint genau an meinem Geburtstag - am 18. Januar 2016. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist!


Wie erwähnt - das war nur ein kleiner Ausschnitt - gelesen habe ich noch viel mehr - der aber genügen muss, ich will euch ja nicht langweilen. Und ihr? Was waren eure Lesehighlights 2015? Und auf welche Neuerscheinungen freut ihr euch im kommenden Jahr?

Freitag, 18. September 2015

Blogtour - Maja Loewe - Die Augen des Iriden

Hallo liebe Blogtour-Teilnehmer,

herzlich willkommen bei Janas dunklen Geschichten, der letzten Station der Tour zu Maja Loewes großartigem Roman "Die Augen des Iriden", der im Frühjahr 2015 im Papierverzierer Verlag erschien. Ich bin ein bisschen aufgeregt, denn dies ist meine allererste Blogtour, an der ich mich beteilige.


Als Maja mich einlud, bei diesem Event mitzumachen, sagte ich schnell zu, ohne zu wissen, was genau ich eigentlich machen muss. Aber ich freue mich und sehe es als große Ehre an, zumal ich auch zu einem gewissen Teil an der Entstehung dieses Buches beteiligt war - womit wir schon beim Thema meines Beitrags in dieser Blogtour wären.

Ich bin nämlich die Lektorin des Iriden ^^ und möchte heute ein wenig aus dem Lektoren-Nähkästchen plaudern. Hier hatte ich das Buch schon vorgestellt, als es gerade frisch erschienen war. Meine Begeisterung für diese Geschichte und die Idee dahinter hat seitdem nicht abgenommen. Ich darf mich selbst zitieren:
Als ich die Arbeit an diesem Manuskript aufnahm, dachte ich zunächst, es handle sich einfach um einen Jugendroman mit Mystery-Elementen, doch weit gefehlt. Die Geschichte zog mich schon bald in ihren Bann. Maja Loewe offenbarte mir eine ganz neue Welt, verborgen hinter geheimnisvollen Bildern, sie erzählt von uralten Bruderschaften und von unmenschlichen Verbrechen, die bis in die dunkle Nazi-Zeit zurückreichen. Man merkt, wie intensiv sich die Autorin mit den einzelnen Faktoren auseindergesetzt hat, die eine Rolle in ihrer Geschichte spielen - obendrein schickt sie ihre Figuren auf eine wahre Weltreise. Nicht nur Berlin, auch Jerusalem und das exotische Brasilien werden zu Schauplätzen.
 "Die Augen des Iriden" war einer meiner ersten Lektoratsaufträge und gleich eine mächtige Herausforderung für mich. Zum Einen wollte ich natürlich dem Verlag, der Autorin und nicht zuletzt mir selbst beweisen, dass ich das hinkriege, das mit dem Lektorieren. Zum Anderen aber merkte ich schon bald, nachdem ich mich in die Arbeit an den Iriden vertieft hatte, wie komplex, wie vielschichtig diese Geschichte war.

Es ging gar nicht so sehr darum, stilistische Schnitzer und Wortwiederholungen auszumerzen - die gab es natürlich auch, die gibt es allerdings in jedem Manuskript in der Entstehungsphase. Auch Logik und Nachvollziehbarkeit machten mir keine Kopfschmerzen, die stimmten von Anfang schon ziemlich gut. Wichtiger erschien mir, in diese Vielschichtigkeit ein wenig mehr Struktur hineinzubringen. Am Anfang gab es nämlich wesentlich mehr Figuren, aus deren Perspektive die verschiedenen Kapitel erzählt wurden, teilweise passierten selbst innerhalb einzelner Szenen Perspektivwechsel. Ich merkte, wie schnell mir bei der Lektüre der Kopf schwirrte - ich wurde nicht nur von einem Ort zum nächsten katapultiert, ich musste mich auch noch ständig in die vielen verschiedenen Köpfe hineinfinden, die es in der Story gab. Das war dann auch die wichtigste Baustelle, und zu meiner Erleichterung war Maja sofort einverstanden, als ich ihr vorschlug, sich auf vielleicht vier Figurenperspektiven zu beschränken.

Im nächsten Lektoratsschritt merkte ich, wie gut diese Änderungen der Geschichte getan hatten. Jetzt ging es darum, die Dialoge runder zu machen, die besagten stilistischen Ausrutscher auszubügeln und ähnliche kleine Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Maja übernahm meine Änderungsvorschläge (oder auch nicht^^), änderte teilweise die Kapitelfolge, ließ hier weg, fügte da hinzu. Es wuchs, und es wurde besser und besser.

Zum Abschluss korrigierte ich alles noch einmal durch. Dieser ganze Prozess hatte am Ende mehrere Monate gedauert, was natürlich nicht am Manuskript selbst lag - sowohl Maja als auch ich mussten die Arbeit daran irgendwie mit unserem Alltag in Einklang bringen, der ja nicht einfach pausierte, so lange wir mit den Iriden beschäftigt waren.

Aber diese Arbeit hat sich definitiv gelohnt. Als ich ein letztes Mal über das Manuskript flog, um noch die letzten Kommafehler auszumerzen, die ich oft so wie ein Adler entdecke, der über einem Feld kreist und nach der Maus sucht, wuchs in mir die Aufregung. Das war nicht nur eine gute Geschichte. Das war ... eine famose, sauspannende, supergeniale Geschichte geworden. Ich fieberte dem Veröffentlichungstermin schließlich genauso aufgeregt entgegen wie die Autorin - naja, fast. Es war ja Majas Baby - ich war nur eine der Hebammen, die Geburtshilfe geleistet hatten.


Nachdem ich so offen über die Entstehung von Majas Romans geplaudert habe (keine Sorge, das Thema war vorher mit ihr abgestimmt), bleiben mir nur noch drei Dinge zu sagen:

1. Nehmt am Gewinnspiel teil - es lohnt sich!

2. Besucht die anderen Blogs, auf denen sich Majas Iriden bereits herumgetrieben haben:
Pias Bücherparadies - Pia stellt das Buch ausführlich vor
Lovelyliciousme - Maren hat die Autorin interviewt
Piranhapudel - Cindy befragte den Illustrator Timo Kümmel
Zebrabutter - Jan präsentiert "Eve's Kiss". Ein Prosa-Remix

3. Lest dieses Buch! Meine uneingeschränkte Empfehlung habt ihr.

Ich wünsche Maja Loewe für ihr großartiges Buch noch ganz viele begeisterte Leser und bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!

P. S. Ich würde mich freuen, wenn ihr auch in Zukunft immer mal auf meinem Blog vorbeischaut! :-)


Donnerstag, 11. Juni 2015

Buchtipp - Maja Loewe: Die Augen des Iriden

Mitte letzten Jahres erhielt ich vom Papierverzierer Verlag einen meiner ersten Lektoratsaufträge. Nach Monaten der Überarbeitung, mehreren Lektoratsdurchgängen, Korrekturen und sorgfältiger Vorbereitung durch den Verlag ist es nun vor wenigen Tagen offiziell erschienen.

Es  handelt sich um den Debütroman von Maja Loewe mit dem Titel "Die Augen des Iriden".

Darum geht es:
Tief unten in den Kellern des Otto-Suhr-Instituts der Freien Universität Berlin werden bei einem Experiment alle ethischen Grenzen gesprengt. Ein Psychologe, ein Neurowissenschaftler und ein Historiker nutzen das Wissen einer geheimen Bruderschaft, um Bilder in manipulative Waffen zu verwandeln.

Der sechzehnjährige Henry wird in eine hochexplosive Geschichte verwickelt, die eng mit dem Geheimbund der Iriden aus der Zeit der Französischen Revolution verknüpft zu sein scheint, mit dem sein Vater sich wissenschaftlich beschäftigt hat. Und auch, dass Henry ein blaues und ein braunes Auge hat, scheint eine tiefere Bedeutung zu besitzen. In plötzlichen Tagträumen beginnt er in Bilder einzutauchen und ihre innersten Mechanismen zu erkennen. Gemeinsam mit seiner Chat-Freundin Valeska macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit und kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, dass die Menschheit für immer verändern könnte.

Ein tiefsinniger Jugendroman in einer Action-geladenen Kulisse von Geheimbund und Verschwörungstheorien, dessen Abenteuer an mehr Orte führen, als diese Welt zu bieten hat.

»Richte deinen Verwandten aus, dass wir … über sie kommen werden wie eine biblische Plage. Überall wo Bilder entstehen, werden wir unsere Hände im Spiel haben. Die Macht über die Bilder bedeutet die Macht über die Welt.«
Als ich die Arbeit an diesem Manuskript aufnahm, dachte ich zunächst, es handle sich einfach um einen Jugendroman mit Mystery-Elementen, doch weit gefehlt. Die Geschichte zog mich schon bald in ihren Bann. Maja Loewe offenbarte mir eine ganz neue Welt, verborgen hinter geheimnisvollen Bildern, sie erzählt von uralten Bruderschaften und von unmenschlichen Verbrechen, die bis in die dunkle Nazi-Zeit zurückreichen. Man merkt, wie intensiv sich die Autorin mit den einzelnen Faktoren auseindergesetzt hat, die eine Rolle in ihrer Geschichte spielen - obendrein schickt sie ihre Figuren auf eine wahre Weltreise. Nicht nur Berlin, auch Jerusalem und das exotische Brasilien werden zu Schauplätzen.

Nicht zuletzt bildet dieses Buch wohl den Auftakt zu einer ganz neuen Saga, der Saga der Iriden. Ich wünsche Maja Loewe für ihr Buch viel Erfolg und hoffe, dass der zweite Band mindestens schon in Arbeit ist. Und ich wünsche mir, dass nicht nur ich, sondern noch ganz viele neue Fans der Iriden gespannt darauf sein werden, wie die Geschichte von Henry und seinen Freunden weitergeht.

Hier gibt es das Buch zu kaufen: