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Mittwoch, 23. Dezember 2020

Schauen wir ein wenig zurück ...

Ende Dezember. Es wird Zeit zurückzuschauen. Auf das Jahr 2020. Was für ein Jahr. Die Frage danach, was denn so los war und was ich erlebt habe, würde ich aus dem ersten Impuls heraus wohl mit "Nicht viel" beantworten. Aber dann denke ich noch einmal nach und merke: Doch, da war einiges los, es war nur vieles ganz anders als in den Jahren zuvor.

So ziemlich alles in der Buchwelt lief anders, als wir es gewohnt waren. Die meisten Veranstaltungen fielen aus und viele von uns in ein kreatives Loch. Mir jedenfalls ging es so, dass das kreative Schreiben in diesem Jahr fast gar nicht präsent war. Ich habe immerhin zwei Kurzgeschichten fertiggestellt. Mein Output war also eher niedrig, lag aber immerhin über null. Ist ja auch schon mal was.

Also dachte ich mir, ich gestalte auch meinen alljährlichen Jahresrückblick mal etwas anders als sonst. Ich möchte diesmal ein paar der Bücher in den verdienten Fokus rücken, an deren Entstehung ich im Korrektorat oder Lektorat beteiligt war. Die Arbeit an jedem einzelnen Manuskript hat mir Spaß gemacht, und es war auch die eine oder andere Herausforderung dabei, um aus ungeschliffenen Diamanten zusammen mit den Autor:innen veröffentlichungsreife Bücher zu machen. Ich kann hier längst nicht alle nennen, deshalb habe ich mich für eine kleine bunte Auswahl entschieden, an der ihr sicher erkennt, wie vielfältig meine Nebentätigkeit als Lektorin ist. 

Der Kapuzenkönig - Historische Trilogie

Für Rosemarie Schatz durfte ich ihren Dreiteiler "Der Kapuzenkönig" korrigieren. Das Epos spielt im 13./14. Jahrhundert und erzählt vom Kampf Schottlands gegen die englische Krone. Im Mittelpunkt steht der Ritter Finlay, der an der Seite von Robert the Bruce kämpft. Gemeinsam mit einer Gefolgschaft aus treuen Schotten versuchen sie, die schottische Unabhänigkeit zurückzuerlangen. Dabei erleben wir nicht nur viele epische Schlachten, sondern auch eine packende Geschichte voller Intrigen, Ränkespiele, historischer Finessen und natürlich großer Gefühle. Wer den Film "Braveheart" kennt, hat eine gute Ausgangsposition, denn der Kapuzenkönig steigt zeitlich kurz nach William Wallaces Tod ein. Rosemarie Schatz erklärt am Ende jedes Bandes ein paar historische Fakten und erläutert auch, was sie hinzugedichtet hat und wie sie belegte historische Ereignisse mit ihrer fiktiven Geschichte verwoben hat.

Band 1 "Verbannung" findet ihr zum Beispiel hier.

Phobos - SciFi Abenteuer auf dem Mars

Mit dem Autor, der hinter dem Pseudonym Thor Ansell steckt, arbeite ich schon seit ein paar Jahren zusammen. Wir wohnen nicht weit voneinander entfernt und wenn nicht gerade eine Pandemie dazwischenfunkt, treffen wir uns nach jedem erledigten Auftrag zum Austausch auf einen Kaffee. Phobos erschien in zwei Teilen und erzählt die spannende Geschichte der ersten bemannten Mars-Mission. Die Ankunft auf dem Mars-Mond Phobos gerät jedoch mehr als holprig, und als sie endlich einen Fuß auf den roten Planeten setzen, merken sie, dass sie womöglich doch nicht die ersten Lebewesen dort sind. Ansell hat ein großartiges Team aus Techniker:innen und Wissenschaftler:innen zusammengesetzt. Besonders Pavel mit seinem russischen Akzent und seinen markigen Sprüchen hat es mir angetan. Die Bücher von Thor Ansell kann ich immer wieder nur empfehlen, so auch dieses hier. Übrigens steht das nächste Weltall-Abenteuer schon in den Startlöchern, ich arbeite gerade an Teil 1, und da geht es noch sehr viel weiter hinaus ins All.

Phobos bekommt ihr hier.

Trümmerland - Rumänische Geschichte zum Verlieben

Ich arbeite schon eine Weile mit dem Plattini-Verlag zusammen und freue mich immer, wenn ich von dort wieder ein neues Manuskript auf den Tisch bekomme. "Trümmerland" von Silvia Hildebrandt war für mich eines der Highlights in diesem Jahr. Sie erzählt nicht nur fesselnd, sie hat mir auch die Geschichte ihrer rumänischen Heimat nähergebracht. Ich gebe zu, über Rumänien wusste ich so gut wie nichts. Aber nun habe ich das Gefühl, nicht nur das Land und seine Geschichte besser zu kennen, mir erscheinen auch die Figuren aus dem Buch, allen voran der innerlich zerrissene Nelu, wie gute Bekannte, mit denen ich angesichts ihrer großen Schicksale wirklich stark mitleiden musste. "Trümmerland" ist Teil einer Reihe. Auch den Folgeband "Haus ohne Volk" durfte ich korrigieren, der erscheint auch bald. Und der Vorgänger heißt "Die Stadt der Freiheit", den erwähne ich der Vollständigkeit halber auch mal.

Holt euch das Buch hier.

Die Cade-Brüder - Liebe, Romantik & Kitsch am Lake Tahoe

Ja, hin und wieder "lese" ich auch mal eine Schnulze - wenn sie von mir korrigiert werden soll. Die amerikanische Autorin Jules Barnard schreibt so richtig schön kitschig-romantische Liebesromane, in denen am Ende stets die Liebe gewinnt. Die Reihe über die Cade-Brüder spielt in der Stadt Lake Tahoe am gleichnamigen See. Tolle Gegend übrigens, ich war da schon mal, sehr zu empfehlen. Die Brüder führen gemeinsam ein Luxushotel, das sie von ihrem Vater geerbt haben. Jeder von ihnen hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen, in jedem Band wird einer von ihnen die Liebe seines Lebens finden. Das ist jedesmal zwar doch vorhersehbar, dabei aber wirklich herzallerliebst und sympathisch erzählt. Ich kam zum Korrektorat, weil die Übersetzerin Claudia Rapp jemanden suchte. Wir kennen uns, sind befreundet, ich fragte mal nach, und - schwupps - las ich plötzlich Manuskripte über liebestolle Kerle am Lake Tahoe. 

Wer in die Reihe einsteigen will, tut das am besten mit Band 1, den gibt es hier.

Mars Ultor - und noch einmal auf den Mars

Der rote Planet scheint es einigen Science Fiction Autoren angetan zu haben, so auch David Reimer, der mit "Mars Ultor - Schattenwelten" einen Cyberpunk-Thriller geschrieben hat. Spätes 21. Jahrhundert. Nach einer kosmischen Katastrophe, bei der der Mond zertrümmert wurde, hat sich die Erde stark gewandelt. Die Konzerne beherrschen alles und zerreiben die Gesellschaft in ihrem Kampf um die Vorherrschaft. David Dener arbeitet als Söldner für den Wayaki Konzern. Er erhält einen vermeintlichen Routineauftrag: Mit seinem Team soll er einen Mann, der einst als Wissenschaftler für den Konzern arbeitete, in einer Megacity ausfindig machen und zu Wayaki bringen. Doch nachdem sie ihn gefasst haben, beginnt die eigentliche Mission: Es geht zum Mars, wo sie zusammen mit dem Wissenschaftler eine geheimnisvolle Höhle auskundschaften sollen. Inzwischen läuft die Arbeit zwischen David und mir an Band 2 auf Hochtouren, der soll Anfang 2021 erscheinen.

Lust auf noch mehr Mars-Abenteuer? Dann bitte hier entlang.

Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug gefallen, vielleicht waren ein paar Buchtipps dabei, die euer Interesse geweckt haben. Das würde mich freuen - und die Autor:innen sowieso. Solltet ihr eines der Bücher lesen, denkt dran, dass sich die Autor:innen ganz besonders über euer Feedback in Form einer Rezension oder zumindest Sternebewertung freuen.

Ich wünsche euch ein frohes, vor allem gesundes Weihnachtsfest. Genießt die Zeit der Ruhe - vielleicht mit einem guten Buch. Kommt alle gut ins neue Jahr, passt auf euch auf und bleibt gesund - und haltet euch stets einen Vorrat an Lesestoff bereit. #Bücherhamstern geht immer! 😉

Bild: BettinaF / pixelio.de




Donnerstag, 5. März 2020

Skoutz Award 2020 - Die Longlists sind da!

Der Skoutz-Kauz (Bild: skoutz.de)
Vor wenigen Tagen wurden die Longlists für einen meiner Lieblingspreise in der deutschsprachigen Literaturlandschaft verkündet. Der Skoutz Award geht in diesem Jahr in die fünfte Runde, und nach Aussage der Skoutz-Redaktion gewinnt er weiter an Aufmerksamkeit und damit an Bedeutung.

Für die Longlist sollten die Leser*innen ihre Favoriten in den einzelnen Kategorien vorschlagen. Am Ende waren es so viele wie noch nie, aus denen das Skoutz-Team seine halbwegs übersichtlichen Longlists basteln konnte. Die Betonung liegt also auf Long, selbst in den "Außenseiter"-Kategorien muss man lange scrollen, um bis ans Ende der Liste zu gelangen.

Ich habe mir meine Lieblingskategorien etwas genauer angesehen und kommentiere das Ganze hier mal - völlig subjektiv, versteht sich - für euch.

Longlist Anthologie


Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, hier eine ausgewogene Midlist hinzukriegen, die nicht ausschließlich aus Anthologie-typischen Genres wie Horror und Science Fiction besteht. Es könnte aber durchaus passieren und wäre völlig gerechtfertigt, denn auf dieser Longlist sind unglaublich viele großartige Titel zu finden. Jurorin Mi Schäfer ist um ihre Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden. Ich persönlich würde mich natürlich besonders darüber freuen, wenn es die "Lückenfüller 2" schaffen, schon weil es die einzige Anthologie aus dem letzten Jahr ist, an der ich mit einer eigenen Geschichte beteiligt bin. Die Lückenfüller haben jedoch jede Menge starker Konkurrenz. Große Chancen sehe ich für "German Kaiju" (Riesenmonster bedrohen/zerstören deutsche Städte), "Erntenacht" (Folklore-Horror) und "Aeronautica" (Steampunk, wunderschön in Szene gesetzt).

Longlist Science Fiction


Eine spannende Liste, die für mich vor allem viele Buchtipps enthält, da ich hier noch nicht so viele Titel kenne, geschweige denn gelesen habe. Juror Cliff  Allister ist ein SciFi-Autor der ersten Liga. Ob er auch ein Bücherwurm erster Klasse ist? Wir werden sehen. Ich hoffe, er gibt wenigstens einem der zwei Titel von Thor Ansell einen Platz auf der Midlist: "Anteros" (KI, Weltall, Action, eine Prise Humor, etwas Horror und überbordende Fantasie) und "Phobos" (Auftakt einer SciFi-Horror-Saga, Teil 2 erscheint bald). "Shape Me" von Melanie Vogltanz habe ich gerade erst im Rahmen der #buecherhamstern Aktion für meinen Kindle gekauft. Noch nicht gelesen, aber viel Gutes gehört. Außerdem weiß ich, dass Melanie super schreibt. Auch diesem Titel wünsche ich viel Erfolg. Und einen Titel sollte Cliff Allister sich unbedingt auch noch genauer anschauen: "Wasteland" von Judith C. und Christian Vogt. Das Buch habe ich vor kurzem ausführlich vorgestellt und finde, schon allein aufgrund seines Alleinstellungsmerkmals als SciFi-Roman in gendergerechter Sprache hat es einen Platz auf der Midlist verdient!

Nachtrag: Wie konnte ich das übersehen? Da sieht man mal, wie lang diese Longlists sind ... Da ist ja noch ein besonderer Titel bei Science Fiction: "U.N.E. - Funke der Rebellion" von Michaela Harich. Dystopischer Roman, der in einem Europa nach dem Ende der Europäischen Union angesiedelt ist. Ich durfte als Lektorin an der Entstehung mitwirken. Auch diesem Buch wünsche ich ganz viel Glück, Erfolg und viele neue Leser*innen!







Longlist Horror


Ob ihr es glaubt oder nicht, aber ich habe von der gesamten Longlist Horror erst einen einzigen Titel wirklich gelesen: "Infiltriert" von Vincent Voss. Der hatte es aber in sich, und ich denke, Vincent hat gute Chancen, seinen Namen auf der Midlist wiederzufinden. Aber natürlich gibt es einige Bücher, die ich zumindest schon einmal auf meiner To-Read-Liste notiert habe. Dazu gehört "Das Institut" von Stephen King ebenso wie "Die Nacht der Blumen" von Michaela Harich. Insgesamt hoffe ich, dass die Titel die größeren Chancen auf einen Midlist-Platz haben, die meine bevorzugte Art von Horror enthalten, den mit der Gänsehaut, mit dem Gefühl, dass du das Licht anlassen musst, wenn du schlafen gehst, und dass du deine Füße lieber nicht über die Bettkante hängen lässt, weil es ja vielleicht doch die Monster unter dem Bett gibt. Mal abwarten, ob Jurorin Mari März das ähnlich sieht.



Insgesamt gefallen mir die Longlists wieder sehr gut. Sie bieten eine ausgewogene Mischung aus Titeln aus Großverlagen, Kleinverlagen und von Selfpublisher*innen, aus Bestsellern, Nischenfüllern und Geheimtipps und zeigen, wie bunt und abwechslungsreich die Buchlandschaft ist. Ich vertraue ganz dem Urteil der diesjährigen Juroren und Jurorinnen, dass sie den richtigen Riecher und das richtige Bauchgefühl mitbringen und uns am 12. April 2020 die Midlists präsentieren. Darauf freue ich mich schon jetzt!

Montag, 13. August 2018

Buchtipp - Thor Ansell: "Poseidon" und "Scry"

Nach längerer Abstinenz melde ich mich zurück. Ich war nicht untätig in den vergangenen Monaten, nur musste mein Blog einfach mal für eine Weile in den Dornröschenschlaf. Lasst uns direkt mit einem fantastischen Doppel-Buchtipp starten!

Auf ins Weltall - willkommen auf der "Poseidon"

Thor Ansells Weltallthriller "Poseidon" ist der geniale Auftakt einer neuen Reihe, in der es um Künstliche Intelligenz, die Eroberung des Weltalls und die Sorgen und Nöte der Menschen gegen Ende des 21. Jahrhunderts geht.
Der Roman bietet einen wirklich außergewöhnlichen Protagonisten, aus dessen Sicht in weiten Teilen die spannende Story, eine Mischung aus Weltall-Action und HiTech-Polit-Thriller aus der Zukunft, erzählt wird: Cat ist eine hochentwickelte künstliche Intelligenz - im Körper eines katzenartigen Roboters.
Ich durfte das Buch kennenlernen, weil ich das Korrektorat übernommen hatte. Selten hatte ich bei einem Auftrag so viel Spaß wie bei diesem Buch! Es hat mich richtig mitgerissen, da war es manchmal fast schwer, das Beseitigen der wenigen vorhandenen Fehler nicht aus den Augen zu verlieren.




Auch der Folgeband "Scry", der ganz frisch erschienen ist, hat es in sich. Er ist eine Art Prequel und erzählt eine Episode aus dem Leben von Logan, einer der Hauptfiguren aus "Poseidon". Er spielt in der gar nicht allzu weit entfernten Zukunft Mitte des 21. Jahrhunderts in einem gespaltenen Amerika und enthält neben der spannend erzählten Story ein paar exzellent ausgearbeitete Charaktere, die einem schnell ans Herz wachsen, und wird wieder mit diesem angenehmen Humor und einer gewissen Leichtigkeit erzählt.
Ich empfehle, zuerst "Poseidon" und anschließend "Scry" zu lesen. Auch der nächste Band, der nahtlos an die Ereignisse in "Poseidon" anschließen wird, befindet sich bereits "in Produktion" und soll noch im Herbst 2018 erscheinen.
Ein Geheimtipp für alle, die Lust auf intelligente, hochspannende und zugleich äußerst unterhaltsame SciFi aus deutscher Feder haben.

Sonntag, 4. Dezember 2016

2. Advent - Gewinnspiel mit Thor Ansell

Ich wünsche einen frohen 2. Advent allerseits! Schön, dass ihr wieder bei mir vorbeischaut. Ihr kommt genau richtig, denn soeben ist die zweite Runde meines Adventsgewinnspiels gestartet. Diesmal wird es sauspannend.

Ich präsentiere euch:

"Pandemie" von Thor Ansell

Stellt euch eine mysteriöse Krankheit vor, die langsam, aber sicher um sich greift. Stellt euch vor, diese Krankheit bewirkt bei Männern außergewöhnlich aggressives, brutales Verhalten, sie greifen andere Menschen an, vergewaltigen Frauen und übertragen den Krankheitserreger auf noch mehr Menschen. Stellt euch vor, eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern und ein paar Militärs, in aller Eile zusammengestellt, wird in einem riesigen unterirdischen Bunker eingesperrt, um dort nach der Ursache für die Krankheit und einem Heilmittel zu forschen. Sie kämpfen gegen die Zeit und gegen Gefahr aus den eigenen Reihen, während draußen die Seuche weiter unbarmherzig um sich greift.

Klingt nach einem hollywoodreifen Thriller? Gut. Dann stellt euch jetzt vor, dass all dies in Deutschland geschieht. Mitten unter uns. Die ersten Opfer gibt es in Berlin, weshalb die Krankheit auch den Beinamen "Berlin-Syndrom" erhält. Deutsche Wissenschaftler, Bundeswehrsoldaten, ein zum Hightech-Forschungslabor umgebauter ehemaliger Bundeswehrbunker irgendwo in der Sächsischen Oberlausitz, unheimliche Vorkommnisse mitten in Berlin. Und die Krankheit scheint sich durch nichts aufhalten zu lassen. Nicht umsonst trägt der Roman den Titel "Pandemie".

Horror auf deutschem Boden - Warum eigentlich nicht?

Erst vor ein paar Tagen kam in einer Facebookgruppe die Diskussion auf, ob Fantasyromane in Deutschland überhaupt funktionieren können, und erstaunlich viele Teilnehmer beantworteten die Frage mit Nein. Viele waren sogar davon überzeugt, dass Genres wie Fantasy, Horror und selbst der gute alte Thriller auf deutschem Boden nicht oder nur bedingt funktionieren. Sie greifen bewusst lieber zu Geschichten, die in England oder gleich den USA spielen. Sie empfinden Deutschland als Schauplatz als lahm, langweilig, öde. Kennt man ja alles schon.

Ich kann diese Einstellung nicht nachvollziehen. Sprechen wir wirklich vom selben Land? Ich finde es gerade reizvoll, eine solche Geschichte zu lesen, die in meinem Land, meiner Gegend, vielleicht sogar meiner Stadt spielt. Der Horror wohnt gleich nebenan - Tür an Tür mit Fantasy und all ihren verwandten Genres. Ich schreibe selbst auch am liebsten unheimliche Geschichten, die oftmals gleich um die Ecke passieren. Alltägliches, vermeintlich Bekanntes wird plötzlich demaskiert, mutiert zur Gefahr, verwandelt sich in tödliche Bedrohung. Ganz normale Menschen, bei Ansell zwar Wissenschaftler oder Soldaten, aber mit Schwächen und Macken, stehen im Mittelpunkt - Leute, die auch meine Nachbarn sein könnten. Ich finde das toll, und ich finde es toll, dass der Autor Thor Ansell sich für Deutschland als Ort des Geschehens entschieden hat. Dies und Ansells bildhafter, mitreißender Erzählstil, der das Kopfkino permanent befeuert, sorgen dafür, dass "Pandemie" ein gelungener Pageturner geworden ist.

Zombies, die keine sind

Thor Ansell macht das wirklich geschickt: Er hat seinen Roman als Science Thriller eingeordnet. Der Thrill kommt auch auf fast keiner Seite zu kurz. Der Science-Aspekt wird bestens bedient - Fans von Michael Crichton oder Frank Schätzing werden ihre helle Freude an den gut recherchierten Fakten haben, auf denen die Geschichte fußt. Und kombiniert wird das Ganze mit ziemlich typischen Horrorelementen. Jeder Horrorfan kennt Zombiegeschichten, ob als Buch oder Film. Zombies, ob nun schlurfend oder rennend, ähneln sich in allen Geschichten ziemlich. Bei Thor Ansell gibt es eigentlich keinen einzigen Zombie im klassischen Sinne, aber die Kranken verhalten sich ähnlich wie die Untoten, und viele Aspekte, die das Thema Zombie so reizvoll machen - Isolation, die schnelle Verbreitung, der Zusammenbruch ganzer Strukturen und der Verfall von Moral und Anstand - werden hier verarbeitet. Darüberhinaus kommt der Splatterfaktor nicht zu kurz.

Der Autor

Thor Ansell kam Mitte des Jahres auf mich zu. Er suchte jemanden fürs Korrektorat von "Pandemie". Ich biss an, weil ich bei dem Thema einfach nicht Nein sagen konnte. Der Roman ist Ansells Debüt. Er kommt aus einem ganz anderen Bereich, obwohl es da durchaus Parallelen gibt: Er ist Filmemacher und Drehbuchautor. "Pandemie" ist übrigens aus einem Drehbuchmanuskript entstanden, das sogar für einen Preis nominiert war. Ich durfte Thor Ansell auf der Frankfurter Buchmesse kennenlernen und kann euch sagen: In dem Mann stecken noch ganz viele Geschichten, die er nun nach und nach aufschreiben will. Der nächste Roman steht quasi in den Startlöchern, und ich bin vor Spannung schon ganz hibbelig. Wir werden nämlich wieder zusammenarbeiten!

Aber erst einmal ...

So, bevor diese Lobhudelei noch völlig ausartet, kommen wir zum Gewinnspiel. Es ist ganz einfach:
Wenn ihr das Buch gewinnen möchtet, hinterlasst euren Kommentar unter diesem Artikel.
Ihr habt dafür Zeit bis Mittwoch, 07. Dezember 2016, 22 Uhr.
Danach lose ich aus und gebe den Gewinner hier und auf meiner Facebookseite bekannt.
Das Buch wird der- oder demjenigen dann von Thor Ansell persönlich mit Widmung zugeschickt.

Die Wartezeit bis zur Auslosung könnt ihr ja überbrücken, indem ihr dieses tolle Interview mit Thor Ansell auf der Leserkanone lest. Oder ihr werft schon einen ersten Blick ins Buch, zum Beispiel hier. Oder ihr guckt euch diese schöne Booktuber-Rezension von creepy creatures reviews an. Und wenn ihr mögt, besucht noch die Facebookseite und hinterlasst ein herzliches "Gefällt mir".

Bis bald, habt noch einen schönen zweiten Advent!
Bild: angelina.s...k....  / pixelio.de

Freitag, 25. November 2016

Großes Adventsgewinnspiel - Ankündigung

Bild: wobigrafie  / pixelio.de
Advent, Advent - die wohl besinnlichste Zeit des Jahres steht in den Startlöchern. Vielerorts funkelt und leuchtet schon die Dekoration, die ersten Geschenke wurden versteckt (im Gästezimmer, im großen Schrank, oberstes Fach, ganz hinten), die ersten Weihnachtsmärkte haben schon ihre Pforten geöffnet, und wir beginnen allmählich damit, innezuhalten und auf das ausklingende Jahr zurückzublicken. Außerdem lädt das oftmals trübe Wetter mit all dem Regen, dem Nebel und der früh einsetzenden Dunkelheit geradezu ein, es sich daheim gemütlich zu machen, mit dem Lieblingsheißgetränk und einem guten Buch. Womit wir beim Stichwort wären.

So ein SuB, ein Stapel ungelesener Bücher, kann für einen wahren Bücherwurm doch gar nicht hoch genug sein.


Und deshalb möchte ich euch in der Adventszeit beschenken - mit Büchern natürlich!

Doch in diesem Jahr wird es kein Buch aus meiner Feder geben. Das Jahr 2016 war nicht mein kreativstes Jahr, was das Schreiben angeht. Tatsächlich habe ich vor allem Korrektorat und Lektorat für eine Handvoll toller Autorinnen und Autoren gemacht, habe quasi literarische Geburtshilfe geleistet. Inzwischen bin ich mehr als stolz, wenn ich all die großartigen Bücher in den Top-Ranglisten bei Amazon und sogar auf Shortlists begehrter Literaturpreise entdecke, an deren Entstehung ich beteiligt war.

Und deshalb möchte ich mit meinem diesjährigen Adventsgewinnspiel vier Bücher von drei Autorinnen und einem Autoren vorstellen und als Gewinne ausschreiben, die mir auch persönlich sehr gut gefallen. Die Arbeit an diesen Manuskripten hat mir in jedem Fall unglaublich viel Spaß gemacht.

Bild: manwalk  / pixelio.de

So funktioniert es:

Am Sonntag, 27. November 2016, geht es los. Dann stelle ich euch das erste Buch und die Autorin dahinter vor, und ihr könnt in den Lostopf hüpfen, wenn ihr dieses Buch als Taschenbuchausgabe mit persönlicher Widmung der Autorin gewinnen möchtet. Am darauffolgenden Mittwoch wird ausgelost. Der Gewinner wird hier auf dem Blog und bei Facebook bekanntgegeben. Die Adresse teile ich dann der Autorin mit, die den Buchgewinn direkt versenden wird.

An jedem Adventssonntag stelle ich ein Buch und dessen Autoren vor und eröffne einen neuen Lostopf. Viermal habt ihr also die Möglichkeit, hier etwas zu gewinnen.

Und das sind "meine" Autoren:

Melissa David mit ihrer "Kruento"-Reihe - Urban Fantasy über einen Bostoner Vampirclan

Thor Ansell mit "Pandemie" - ein sauspannender Wissenschaftsthriller

Elke Aybar mit ihrer Dark Fantasy Vampirsaga "Geheimnisse von Blut & Liebe"

Annabelle Schiller mit der zuckersüßen Weihnachtsromanze "Lavendelherz"

Also, ihr Lieben, lasst euch von uns auf die Weihnachtszeit einstimmen, lernt einzigartige Autoren kennen, entdeckt neue Bücher und macht alle mit beim großen Adventsgewinnspiel!

Wir sehen uns am 1. Adventssonntag!

P.S. Weihnachtskatzen-Content. Einfach nur so. :-)

JMG  / pixelio.de