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Mittwoch, 23. Dezember 2020

Schauen wir ein wenig zurück ...

Ende Dezember. Es wird Zeit zurückzuschauen. Auf das Jahr 2020. Was für ein Jahr. Die Frage danach, was denn so los war und was ich erlebt habe, würde ich aus dem ersten Impuls heraus wohl mit "Nicht viel" beantworten. Aber dann denke ich noch einmal nach und merke: Doch, da war einiges los, es war nur vieles ganz anders als in den Jahren zuvor.

So ziemlich alles in der Buchwelt lief anders, als wir es gewohnt waren. Die meisten Veranstaltungen fielen aus und viele von uns in ein kreatives Loch. Mir jedenfalls ging es so, dass das kreative Schreiben in diesem Jahr fast gar nicht präsent war. Ich habe immerhin zwei Kurzgeschichten fertiggestellt. Mein Output war also eher niedrig, lag aber immerhin über null. Ist ja auch schon mal was.

Also dachte ich mir, ich gestalte auch meinen alljährlichen Jahresrückblick mal etwas anders als sonst. Ich möchte diesmal ein paar der Bücher in den verdienten Fokus rücken, an deren Entstehung ich im Korrektorat oder Lektorat beteiligt war. Die Arbeit an jedem einzelnen Manuskript hat mir Spaß gemacht, und es war auch die eine oder andere Herausforderung dabei, um aus ungeschliffenen Diamanten zusammen mit den Autor:innen veröffentlichungsreife Bücher zu machen. Ich kann hier längst nicht alle nennen, deshalb habe ich mich für eine kleine bunte Auswahl entschieden, an der ihr sicher erkennt, wie vielfältig meine Nebentätigkeit als Lektorin ist. 

Der Kapuzenkönig - Historische Trilogie

Für Rosemarie Schatz durfte ich ihren Dreiteiler "Der Kapuzenkönig" korrigieren. Das Epos spielt im 13./14. Jahrhundert und erzählt vom Kampf Schottlands gegen die englische Krone. Im Mittelpunkt steht der Ritter Finlay, der an der Seite von Robert the Bruce kämpft. Gemeinsam mit einer Gefolgschaft aus treuen Schotten versuchen sie, die schottische Unabhänigkeit zurückzuerlangen. Dabei erleben wir nicht nur viele epische Schlachten, sondern auch eine packende Geschichte voller Intrigen, Ränkespiele, historischer Finessen und natürlich großer Gefühle. Wer den Film "Braveheart" kennt, hat eine gute Ausgangsposition, denn der Kapuzenkönig steigt zeitlich kurz nach William Wallaces Tod ein. Rosemarie Schatz erklärt am Ende jedes Bandes ein paar historische Fakten und erläutert auch, was sie hinzugedichtet hat und wie sie belegte historische Ereignisse mit ihrer fiktiven Geschichte verwoben hat.

Band 1 "Verbannung" findet ihr zum Beispiel hier.

Phobos - SciFi Abenteuer auf dem Mars

Mit dem Autor, der hinter dem Pseudonym Thor Ansell steckt, arbeite ich schon seit ein paar Jahren zusammen. Wir wohnen nicht weit voneinander entfernt und wenn nicht gerade eine Pandemie dazwischenfunkt, treffen wir uns nach jedem erledigten Auftrag zum Austausch auf einen Kaffee. Phobos erschien in zwei Teilen und erzählt die spannende Geschichte der ersten bemannten Mars-Mission. Die Ankunft auf dem Mars-Mond Phobos gerät jedoch mehr als holprig, und als sie endlich einen Fuß auf den roten Planeten setzen, merken sie, dass sie womöglich doch nicht die ersten Lebewesen dort sind. Ansell hat ein großartiges Team aus Techniker:innen und Wissenschaftler:innen zusammengesetzt. Besonders Pavel mit seinem russischen Akzent und seinen markigen Sprüchen hat es mir angetan. Die Bücher von Thor Ansell kann ich immer wieder nur empfehlen, so auch dieses hier. Übrigens steht das nächste Weltall-Abenteuer schon in den Startlöchern, ich arbeite gerade an Teil 1, und da geht es noch sehr viel weiter hinaus ins All.

Phobos bekommt ihr hier.

Trümmerland - Rumänische Geschichte zum Verlieben

Ich arbeite schon eine Weile mit dem Plattini-Verlag zusammen und freue mich immer, wenn ich von dort wieder ein neues Manuskript auf den Tisch bekomme. "Trümmerland" von Silvia Hildebrandt war für mich eines der Highlights in diesem Jahr. Sie erzählt nicht nur fesselnd, sie hat mir auch die Geschichte ihrer rumänischen Heimat nähergebracht. Ich gebe zu, über Rumänien wusste ich so gut wie nichts. Aber nun habe ich das Gefühl, nicht nur das Land und seine Geschichte besser zu kennen, mir erscheinen auch die Figuren aus dem Buch, allen voran der innerlich zerrissene Nelu, wie gute Bekannte, mit denen ich angesichts ihrer großen Schicksale wirklich stark mitleiden musste. "Trümmerland" ist Teil einer Reihe. Auch den Folgeband "Haus ohne Volk" durfte ich korrigieren, der erscheint auch bald. Und der Vorgänger heißt "Die Stadt der Freiheit", den erwähne ich der Vollständigkeit halber auch mal.

Holt euch das Buch hier.

Die Cade-Brüder - Liebe, Romantik & Kitsch am Lake Tahoe

Ja, hin und wieder "lese" ich auch mal eine Schnulze - wenn sie von mir korrigiert werden soll. Die amerikanische Autorin Jules Barnard schreibt so richtig schön kitschig-romantische Liebesromane, in denen am Ende stets die Liebe gewinnt. Die Reihe über die Cade-Brüder spielt in der Stadt Lake Tahoe am gleichnamigen See. Tolle Gegend übrigens, ich war da schon mal, sehr zu empfehlen. Die Brüder führen gemeinsam ein Luxushotel, das sie von ihrem Vater geerbt haben. Jeder von ihnen hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen, in jedem Band wird einer von ihnen die Liebe seines Lebens finden. Das ist jedesmal zwar doch vorhersehbar, dabei aber wirklich herzallerliebst und sympathisch erzählt. Ich kam zum Korrektorat, weil die Übersetzerin Claudia Rapp jemanden suchte. Wir kennen uns, sind befreundet, ich fragte mal nach, und - schwupps - las ich plötzlich Manuskripte über liebestolle Kerle am Lake Tahoe. 

Wer in die Reihe einsteigen will, tut das am besten mit Band 1, den gibt es hier.

Mars Ultor - und noch einmal auf den Mars

Der rote Planet scheint es einigen Science Fiction Autoren angetan zu haben, so auch David Reimer, der mit "Mars Ultor - Schattenwelten" einen Cyberpunk-Thriller geschrieben hat. Spätes 21. Jahrhundert. Nach einer kosmischen Katastrophe, bei der der Mond zertrümmert wurde, hat sich die Erde stark gewandelt. Die Konzerne beherrschen alles und zerreiben die Gesellschaft in ihrem Kampf um die Vorherrschaft. David Dener arbeitet als Söldner für den Wayaki Konzern. Er erhält einen vermeintlichen Routineauftrag: Mit seinem Team soll er einen Mann, der einst als Wissenschaftler für den Konzern arbeitete, in einer Megacity ausfindig machen und zu Wayaki bringen. Doch nachdem sie ihn gefasst haben, beginnt die eigentliche Mission: Es geht zum Mars, wo sie zusammen mit dem Wissenschaftler eine geheimnisvolle Höhle auskundschaften sollen. Inzwischen läuft die Arbeit zwischen David und mir an Band 2 auf Hochtouren, der soll Anfang 2021 erscheinen.

Lust auf noch mehr Mars-Abenteuer? Dann bitte hier entlang.

Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug gefallen, vielleicht waren ein paar Buchtipps dabei, die euer Interesse geweckt haben. Das würde mich freuen - und die Autor:innen sowieso. Solltet ihr eines der Bücher lesen, denkt dran, dass sich die Autor:innen ganz besonders über euer Feedback in Form einer Rezension oder zumindest Sternebewertung freuen.

Ich wünsche euch ein frohes, vor allem gesundes Weihnachtsfest. Genießt die Zeit der Ruhe - vielleicht mit einem guten Buch. Kommt alle gut ins neue Jahr, passt auf euch auf und bleibt gesund - und haltet euch stets einen Vorrat an Lesestoff bereit. #Bücherhamstern geht immer! 😉

Bild: BettinaF / pixelio.de




Montag, 30. Dezember 2019

Tschüss, 2019!

Alle Jahre wieder versuche ich mich an einem persönlichen Jahresrückblick. Dieses Jahr war vor allem eines: anstrengend, und ehrlich gesagt bin ich froh, wenn es vorbei ist. Immerhin habe ich den einzigen guten Vorsatz, den ich für 2019 gesetzt hatte (wie schon das Jahr zuvor übrigens), erfolgreich durchgezogen: Überleben. Ich bin noch da, ich bin eine Überlebende. Der 31. Dezember 2019 ist zum Greifen nah, und ich wage jetzt die kühne Behauptung, dass ich dieses letzte kleine Stück auch noch schaffen werde.





2019 kann weg


Was 2019 so anstrengend gemacht hat? In erster Linie lag es an privaten Tiefschlägen, Schicksalsschlägen und Problemen, auf die ich hier gar nicht näher eingehen möchte. Nur so viel: Mehrere liebe Familienmitglieder sind gestorben, allen voran traf unsere Familie besonders der Tod meines Schwiegervaters. Wir werden alle noch eine Weile brauchen, um darüber "hinwegzukommen", wie man in so einem Fall sagt. Das Leben ist zerbrechlich und verdammt kostbar. Das wurde mir in diesem Jahr wieder so bewusst wie seit meinem schlimmen Unfall 2011 nicht mehr, den ich damals im Grunde auch nur mit viel Glück im Unglück überlebt habe.

Aber auch in der Bücherwelt lief vieles bei mir nicht so wie gedacht. Ich habe viel zu wenig geschrieben, habe geplante Geschichten für mehrere Anthologieprojekte schweren Herzens abgesagt und schiebe größere Projekte auch nur noch vor mir her. Dafür hat meine Tätigkeit als Lektorin viel Zeit und noch viel mehr Kraft eingefordert. Es gab kaum einen Zeitraum, in dem ich nicht mindestens an vier von sieben möglichen Wochentagen abends vor dem Rechner saß und Manuskripte bearbeitete, lektorierte, korrigierte und kommentierte. Nicht falsch verstehen: Ich mache das alles ja auch, weil ich es sehr gerne mache. Es macht Spaß und mich glücklich und auch ein bisschen stolz, wenn Bücher, an deren Entstehung ich beteiligt war, das Licht der Buchwelt erblicken und im Idealfall auch noch positives Feedback von zufriedenen Lesern erhalten.

Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de
Nach wie vor habe ich das Gefühl, dass ich durch nichts mehr über das Schreiben lerne als durch das Bearbeiten fremder Texte. Auf diese Tätigkeit möchte ich nicht verzichten, auch nicht im nächsten Jahr. Aber ich muss das anders strukturieren, meine Schwerpunkte anders setzen, mir wieder Zeit freischaufeln, Zeit fürs Privatleben, für die Familie, für mich und nicht zuletzt - Zeit fürs Schreiben. Gerade jetzt, wo das Jahr zu Ende geht, merke ich, wie erschöpft ich mich fühle. Ich muss einfach achtsamer mit mir selbst umgehen.

Also habe ich mir vorgenommen, öfter mal Nein zu sagen, eher Korrektorate als Lektorate zu machen, weil letztere die meiste Zeit und Energie kosten. Ich möchte und muss wieder mehr selbst schreiben. All die Ideen sind ja trotzdem da, und es werden stetig mehr. Die wollen raus, die wollen zu Geschichten verarbeitet werden. Und ich will das auch. Meine Stammautoren, mit denen ich schon länger zusammenarbeite, müssen sich jetzt aber keine Sorgen machen: Eure Projekte werde ich auch weiterhin sehr gern gemeinsam mit euch realisieren. Von ein paar geplanten neuen Büchern weiß ich ja schon, und ich freue mich schon sehr auf diese Manuskripte!


Es hatte auch sein Gutes


Bevor das hier zu sehr nach Mimimi und Selbstmitleid klingt: 2019 hatte auch ein paar echte Highlights zu bieten. Ich habe Schönes erlebt und konnte trotz allen Gejammers weiter oben auch ein paar großartige Erfolge verzeichnen, wofür ich dankbar und worüber ich glücklich bin.

Prinzessinnen-Moment mit Mette-Marit
Die Leipziger Buchmesse war wieder ein Erlebnis, und ich freue mich schon riesig auf die nächste LBM. Die Planung dafür läuft ja längst hinter den Kulissen, ich werde beizeiten mehr darüber erzählen. Die Frankfurter Buchmesse habe ich in abgespeckter Form erlebt. An den Messetagen war ich gar nicht vor Ort, am Samstag habe ich mir nur am späten Nachmittag ein paar Stunden BuCon in Dreieich gegönnt und die Zeit mit lieben Buchmenschen sehr genossen. Immerhin war ich dieses Jahr wieder bei der Eröffnungsfeier dabei und hatte da meinen magischen Prinzessinnenmoment, als Mette-Marit von Norwegen persönlich nur einen knappen Meter an mir vorbeischwebte. Norwegen war ja Gastland, und die norwegische Prinzessin vertrat ihr Land nebst Gatte Hakon äußerst würdevoll und elegant.

Auch Literaturpreisluft durfte ich in diesem Jahr schnuppern. Beim Skoutz Award schafften es meine "Dunklen Begegnungen" auf die Midlist, das sind immerhin die besten neun Kandidaten in der Kategorie "Anthologie/Kurzgeschichtensammlung" gewesen. Beim Vincent Preis schaffte ich es sogar bis aufs Siegertreppchen. Da erreichte mein Buch "Dunkle Begegnungen" den zweiten Platz. Ich bin so stolz auf dieses Ergebnis, schon weil der Vincent Preis für mich einen ganz besonderen Stellenwert hat und ich mir immer gewünscht habe, es dort mal in die Endrunde zu schaffen. Und einen Wettbewerb konnte ich sogar gewinnen: Im April wurde meine Microfiction "Schwanenpaar" beim Sweek-Microfiction-Wettbewerb zum besten Beitrag gekürt!

Und neue Veröffentlichungen? Okay, ich habe kein ganzes eigenes Buch herausgebracht, aber das habe ich ja noch nie jedes Jahr hingekriegt. Aber ganz ohne Veröffentlichung geht 2019 auch nicht zu Ende. Für die Anthologie "Lückenfüller 2" aus dem Amrûn Verlag schrieb ich die Geschichte "Fütterungszeit", in der ich einen gigantischen Tintenfisch Amok im Frankfurter Zoo laufen lasse. Das Buch ist ein Träumchen, sowohl vom Inhalt (da vielleicht eher ein Albträumchen) als auch von der Gestaltung. Auf Sweek entstanden noch einige weitere Microfictions, die alle dort nachzulesen sind (ich warne vor, die Seite leidet seit Monaten unter technischen Macken, eventuell klappt der Zugriff nicht gleich beim ersten Versuch). Außerdem habe ich noch eine Geschichte für eine Ausschreibung verfasst, bei der ich aber noch nicht weiß, ob ich es in die Anthologie schaffe, da die finale Auswahl der Beiträge noch nicht bekanntgegeben wurde.





Ausblick 2020?


Den Ausblick halte ich mal bewusst verschwommen und nicht allzu konkret, denn 2019 hat mich gelehrt, wie schnell und heftig es anders kommen kann, als man denkt. Wie schon erwähnt, werde ich weiterhin Geschichten schreiben. Wenn alles klappt wie gedacht, wird 2020 wieder ein Buch nur mit Geschichten von mir erscheinen, diesmal bei einem Kleinverlag und in ganz besonderer Ausstattung. Qindie plant auch eine weitere Bloody-Qindie-Anthologie. Ich habe 2019 schon angefangen, an einer Geschichte dafür zu arbeiten, ich muss sie "nur noch" fertigstellen, aber das ist ja genau das Problem: die Fertigstellung. Ich werde mir Mühe geben! 

Für das neue Jahr nehme ich mir wie immer nur eines vor: Überleben. Aber ich wünsche mir zusätzlich noch ein paar Dinge: Zeit für Schönes, gute Ideen, Durchhaltevermögen und viel Kraft und ein vernünftiges Zeit- und Energiemanagement. Es liegt ja nur an mir selbst, das weiß ich.

2020, du bist willkommen, ich freue mich auf dich!



Freitag, 30. Dezember 2016

Das war mein Jahr 2016


Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt  / pixelio.de
Was war das für ein Jahr! 2016 war schon ganz schön anstrengend, privat und beruflich und ganz allgemein in der Welt, und ich glaube, das geht vielen so, wenn ich mich umhöre - aus den verschiedensten Gründen. Es ist eine Menge Unschönes, Trauriges, Entsetzliches, Ärgerliches und Bescheuertes passiert, aber darüber haben schon so viele andere geschrieben, da will ich mich mal auf das konzentrieren, was ich gut fand in diesem Jahr, und erzähle euch in meinem Jahresrückblick, was mir persönlich Gutes widerfahren ist.



Das Schreiben

Cover von Jacqueline Spieweg
Das ist so ein Knackpunkt in meinem Jahresrückblick. Richtig viel habe ich nämlich leider nicht geschrieben. Fertig geschrieben und veröffentlicht habe ich überhaupt nur eine einzige Kurzgeschichte, aber mit der bin ich sehr zufrieden. Es handelt sich um eine bösartige SciFi-Story mit dem schönen Titel "Rent a Body, Inc.". Sie erschien im Oktober in der Anthologie "Bloody Qindie: Besessen". Hier hatte ich seinerzeit eine Leseprobe veröffentlicht. Ich habe mittlerweile einige der Geschichten aus diesem hübschen Buch gelesen und finde sie richtig gut. Besonders "Der Jenseitsapparat" von matì hat es mir angetan. Wer neugierig geworden ist - hier gibt es das eBook und hier das Taschenbuch. Ich bedanke mich im Namen von Qindie.

Ansonsten haben sich Anfänge, überarbeitungsbedürftige Rohfassungen und Plotideen auf meiner Festplatte angesammelt, und ich habe mir fest vorgenommen, einige davon im kommenden Jahr erfolgreich abzuschließen.

Buchmessen 2016

Am Qindie-Stand auf der LBM
Auch in diesem Jahr hatte ich wieder das Vergnügen, die zwei großen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt zu besuchen. Jede Messe hat ihren Reiz, und jede erlebe ich anders.

In Leipzig verbrachte ich mehrere Tage, wohnte in der Qindie-Autoren-WG, machte Standdienst am Qindie-Stand in Halle 5 und war eine der Autoren, die die wohl coolste Lesung der LBM in der wohl gemütlichsten Location Leipzigs, der Soupbar Summarum, bestritten. Constantin Dupien, Herausgeber der Kult-Anthologie-Reihe "Mängelexemplare", hatte gerufen, und sie kamen alle. Mein persönliches Highlight war Michael Marrak, den ich seit der Lektüre von "Lord Gamma" verehre und der im vierten Band der Reihe vertreten ist. Ich als Mitautorin von Band 1 und 2 darf mich nun also als Kollegin von Michael Marrak bezeichnen und konnte mir bei der Gelegenheit meinen "Lord Gamma" signieren lassen und nahm mir gleich noch eine signierte Ausgabe von "Morphogenesis" mit.

Eröffnungsfeier FBM 2016 - Für das Wort & die Freiheit
Frankfurt beginnt für mich seit Jahren immer mit der Eröffnungsfeier am Dienstag, bei der von hohen Vertretern aus Kultur und Politik Deutschlands und des jeweiligen Gastlandes Reden gehalten werden und anschließend der Gastpavillon eingeweiht wird. Dieses Jahr waren die Niederlande mit Flandern dran. Den Pavillon fand ich nicht so spannend, aber es hatte was, die Royals beider Königreiche in natura zu sehen! Donnerstag und Freitag verbrachte ich auf dem Messegelände und traf ganz viele liebe Buchmenschen: Autoren, Verleger, Lektoren und viele mehr. Es wird von Jahr zu Jahr familiärer und schöner, und ich nahm zum ersten Mal bewusst wahr, wie gut ich doch mittlerweile vernetzt bin in der Buchwelt.

Ein besonderes Highlight war aber der BuCon am Samstag, den ich in diesem Jahr erstmals als Mitausstellerin erlebte - gemeinsam mit Qindie hatten wir einen eigenen Tisch und freuten uns über so viel positives Feedback und offenes Interesse an unseren Büchern und unseren Aktivitäten als Autorenkorrektiv. Auf dem BuCon trat auch das Qindianische Quartett erstmalig auf: David Pawn, Katharina Gerlach, matì und meinereiner lasen abwechselnd aus unseren Werken vor und erstaunten und begeisterten ein kleines, feines Publikum mit der Vielfalt unserer Geschichten.

Ein Platz auf der Shortlist

Hab mich gerade auf der Midlist entdeckt!
Das war wirklich eine unglaubliche Erfahrung. Insgeheim träumt wohl jeder Autor davon, mal für einen Preis nominiert zu sein. Ich erlebte das 2016. Ausgerechnet mit meinen Schauermärchen schaffte ich es bis auf die Shortlist des Skoutz Award - unter die besten drei in der Kategorie Horror. Dass ich es auf die Midlist geschafft hatte, erfuhr ich bereits im März auf der Leipziger Buchmesse. Meine Shortlist-Nominierung wurde bekanntgegeben, als ich gerade im Sommerurlaub war. Und die Gala mit Verkündung der Gewinner fand in Frankfurt zur Buchmesse statt. Am Ende gewann Simon Geraedts mit seinem Roman "Das Opfermesser". Aber das ist okay. Ich hätte nie gedacht, dass ich es mit einer Kurzgeschichtensammlung überhaupt so weit schaffen würde. Dritter Finalist war übrigens Vincent Voss mit "Wasser" - was ist das für eine Ehre, mit einem Autoren, den man selbst total bewundert, für denselben Preis nominiert zu sein! Skoutz bleibt für mich auch 2016 ein Thema, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Menschen 2016

Genau, Menschen. Ich habe die Zusammenarbeit mit "meinen" Autoren wieder sehr genossen. Und ich verfolge die Entwicklung ihrer Bücher sehr aufmerksam. Es macht mich stolz zu sehen, wie viele tolle Rezensionen Melissa David für ihre Vampirromane "Kruento" erhält oder wie begeistert die Fans von Bella Lamour/Annabelle Schiller sind, wenn sie wieder ein neues Buch herausbringt. Aber auch Sachbuchautorinnen wie Barbara Costa oder Autorinnen romantischer Romane wie Kathrin Fuhrmann verblüfften mich immer wieder aufs Neue mit ihrer Produktivität und ihrer Kreativität. Meine persönliche Entdeckung 2016 war übrigens das Debüt von Thor Ansell. "Pandemie" ist ein richtig spannender, apokalyptischer Pageturner, der das Kopfkino ständig befeuert. Das hat mich begeistert und verdammt viel Spaß gemacht!

Vorschau - was kommt 2017?

Tja, geplant habe ich einiges. Ob und wieviel ich davon am Ende umsetze - wir werden sehen. Drückt mir die Daumen, dass ich ein paar meiner Schreibprojekte zum Abschluss bringe und euch endlich mit neuen dunklen Geschichten und Schauermärchen Gänsehaut bereiten kann. Es mangelt nicht an Ideen, nur an Zeit, und die muss ich mir unbedingt nehmen! Außerdem steht ein spannendes Projekt an, über das ich bestimmt bald Einzelheiten verraten werde. Und bei Skoutz wartet eventuell noch eine weitere Herausforderung auf mich - auch dazu demnächst mehr!

Es bleibt spannend, und ich würde mich sehr freuen,
wenn ihr mich auch im nächsten Jahr auf meinem Weg begleitet!

Bild: momosu  / pixelio.de


Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch
und für das neue Jahr viel Erfolg, Gesundheit und Glück
und stets ein gutes Buch zur Hand!