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Donnerstag, 15. Oktober 2020

FBM 2020 - Keine Gäste bei Eröffnungsfeier, keine Live-Zuhörer an der ARD-Buchmessenbühne

Corona, Corona und kein Ende. Gestern wurde die diesjährige Frankfurter Buchmesse eröffnet, die 72. mittlerweile. Das Programm mit Lesungen, Interviews und Vorträgen ist prall gefüllt. Und dennoch: Es ist einfach nicht dasselbe. Denn das Publikum muss fernbleiben.

Foto: Marc Jacquemin
Zur Eröffnungsfeier war ich letztes Jahr noch persönlich vor Ort wie schon einige Jahre zuvor. Diese Veranstaltung ist für mich immer eines der Highlights der gesamten Buchmesse gewesen. 250 geladene Gäste hätten dabei sein sollen. Gestern konnte man die Zeremonie lediglich - oder immerhin - per Livestream verfolgen. Justin Trudeau, kanadischer Premierminister und ranghöchster Vertreter des diesjährigen Gastlandes, konnte ebenfalls nicht persönlich aus Kanada anreisen und sprach per Videoübertragung.

Und nun wurde mit Bedauern bekanntgegeben, dass auch die Veranstaltungen der ARD-Buchmessebühne ohne Publikum stattfinden müssen. Die alle Bereiche unseres Lebens dominierende Pandemie hat diesem Plan einen Strich durch die Rechnung gemacht. Angesichts der jüngsten Entwicklungen bei den Infektionszahlen und der Tatsache, dass die Stadt Frankfurt am Main als einer der Corona-Hotspots des Landes gilt, war es wohl nur konsequent und unvermeidbar, dass diese Entscheidung getroffen werden musste.

So bleibt uns weiterhin nur die Möglichkeit, uns zumindest alles per Livestream anzuschauen und anzuhören.

Für das parallel stattfindende Bookfest wurde zuletzt übrigens noch einmal bestätigt, dass alle geplanten Veranstaltungen stattfinden sollen. Die beteiligten Veranstaltungsorte erfüllen die aktuell geltenden Schutzverordnungen des Landes Hessen, die begrenzten Teilnehmerzahlen ermöglichen die Einhaltung der Abstandsregeln. Stand jetzt, wohlgemerkt.

Übrigens wird auch die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels ohne geladenes Publikum stattfinden. Der Laudator, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wird zwar persönlich in der Paulskirche sprechen, der Preisträger jedoch, der indische Wirtschaftsphilosoph Amartya Sen, wird ebenfalls nur zur Preisverleihung zugeschaltet. Man kann der Zeremonie aber live beiwohnen, da die ARD diese am Sonntag, 18.10.2020, ab 10.45 Uhr übertragen wird.

Ich bin ehrlich: Eine rein digitale Buchmesse reizt mich nicht besonders. Da sind bestimmt einige interessante Gäste und Themen vertreten, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen, mich zu Hause an den Laptop oder vor mein Tablet zu setzen und mir das Ganze per Videostream reinzuziehen. Es ersetzt mir nicht das, was die Buchmesse bisher immer für mich war: die Begegnung mit buchaffinen Menschen, der persönliche Austausch, ein Pläuschchen hier, ein Glas Sekt da, gemeinsames Lachen, gemeinsame Kreativität. Es ist einfach so schade, auch wenn ich die Gründe dafür verstehe und mich selbst ebenfalls streng an alle Maßnahmen und Regeln halte. Aber ich sehne mich inzwischen doch sehr nach dem schönen Buchmesse-Feeling, auf das wir alle stets so hingefiebert und das wir so gefeiert haben.

Ob es im nächsten Jahr besser wird? Ich wage derzeit keine Prognose.



Dienstag, 8. September 2020

2020 - Das Buchmessejahr ohne Buchmesse

Originalfoto: RainerSturm  / pixelio.de
Tja,  jetzt hat es also auch die Frankfurter Buchmesse erwischt. Ich bin nicht wirklich überrascht, hatte mit einer solchen Nachricht schon irgendwie täglich gerechnet.

Dennoch hatte die FBM bis zuletzt an dem Vorhaben festgehalten, die Veranstaltung inklusive Ausstellung in den Messehallen stattfinden zu lassen. Gerade erst letzte Woche hatte ich meine Presse-Akkreditierung rausgeschickt. 

Vorhin zwitscherte es mir schon auf Twitter entgegen: Die #FBM20 wurde abgesagt!


Gut, ganz so stimmt das nicht. Die Live-Events auf der ARD-Buchmessenbühne in der Festhalle werden stattfinden, ebenso das BOOKFEST city mit rund 80 Veranstaltungen in der ganzen Stadt und das BOOKFEST digital. Was aber definitiv nun doch nicht stattfindet: die sogenannte "klassische Hallenausstellung". Für mich war das immer das Wichtigste an der ganzen Buchmesse, das Herzstück quasi.

Ich hatte wirklich vor hinzugehen. Mit Maske, Handdesinfektion und Abstand. Ich wäre entweder als akkreditierte Bloggerin oder Fachbesucherin aufgetaucht. Ich hätte dieses Jahr sogar zwei befreundete Autoren von Qindie live vor Ort unterstützt, die erstmals auf der FBM einen eigenen Stand gebucht hatten. Standdienst auf der FBM - mittendrin wäre ich gewesen.

Der Grund ist natürlich wieder einmal die berühmt-berüchtigte Pandemie, unter der in diesem Jahr wirklich alles und jeder zu leiden hat. Wegen diverser aktuell geltender Reisebeschränkungen könnten etliche Aussteller aus dem Ausland ihre geplanten Stände nicht bewirtschaften. Außerdem tritt am 1. Oktober 2020 die Quarantäneverordnung in Kraft, die wohl die Teilnahme von europäischen Ausstellern und Fachbesuchern quasi unmöglich macht.

Messeluft wird also in Frankfurt in diesem Jahr nur digital geschnuppert oder - wenn man an die Tickets dafür kommt oder sich rechtzeitig online registriert - bei den oben erwähnten Live-Events.

Nun gut, auch wenn es mich nicht überrascht, frustriert es mich dennoch irgendwie. Auch der BuCon findet schon ausschließlich digital statt, die Leipziger Buchmesse im nächsten Jahr wurde in den Mai verschoben. Alles ist anders, und inzwischen glaube ich, es wird auch in der Welt der Buchmessen nie mehr so sein, wie es mal war.

Da bleibt uns nichts anderes übrig, als das Beste daraus zu machen. Als erste Maßnahme könnten wir ja mal den schönen Hashtag #buecherhamstern entstauben und erneut mit buchigem Leben füllen.

Das Buchmessejahr 2020 ist für mich jedenfalls endgültig durch. Blicken wir also nach vorne - und lesen wir Bücher, denn dafür hätten wir jetzt noch ein bisschen mehr Zeit.

P. S. Übrigens ist die Teilnahme an sämtlichen Veranstaltungen rund um das BOOKFEST kostenlos. Ab Mitte September gibt es das Programm. Und parallel findet auch noch die Veranstaltungsreihe Open Books statt und wird sogar noch erweitert, mit dem Blauen Sofa, zwei Krimiabenden und der Verleihung des Schweizer Buchpreises.

Sonntag, 3. Mai 2020

Create your revolution - FBM unterstützt Kulturschaffende

"Apart in isolation. Connected by culture." – Frankfurter Buchmesse und Spreadshop unterstützen im Rahmen von CREATE YOUR REVOLUTION Kulturschaffende in der Krise
 
Der Erwerb von T-Shirts und Masken auf shop.spreadshirt.de/createyourrevolution hilft Künstler*innen aus dem Kulturbereich
 

Vor sechs Wochen hat die Corona-Pandemie die gesamte Kulturlandschaft in Deutschland zum Stillstand gebracht. Die Schließungen von Einrichtungen, die Absage von Veranstaltungen, die Einschränkungen im alltäglichen Leben – all das trifft Autor*innen, Musiker*innen, Festival-Macher*innen, (Programm)kino-Betreiber*innen, Künstler*innen und viele weitere Kulturmacher*innen gewaltig: psychologisch, ökonomisch und gesellschaftspolitisch.

Frankfurter Buchmesse und Spreadshop starten deshalb jetzt den Verkauf von Merchandise-Artikeln, dessen Erlöse der Kulturbranche zugutekommen sollen. T-Shirts, Masken, Tassen und Stofftaschen mit den Aufdrucken "Culture never sleeps.", "Stay home. But let art in.", "Apart in isolation. Connected by culture." und "Culture is alive." sind jetzt im Shop erhältlich. Die Einnahmen gehen an "Kulturzeiter*in" – ein Projekt einer Gruppe aus kulturaffinen und (gesellschafts-) politisch engagierten Menschen in Frankfurt am Main und Offenbach – und kommen damit existenzbedrohten Künstler*innen und Kulturschaffenden aus der Region zugute.

#CYR2020 - Hat was!
Die Aktion findet im Rahmen von CREATE YOUR REVOLUTION (CYR) statt. 2019 hatte die Frankfurter Buchmesse mit der Initiative – in Kooperation mit THE ARTS+, ARTE, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Spreadshop und den Vereinten Nationen (UN) – die Relevanz und Notwendigkeit von Kultur für unsere Gesellschaft bereits in den Mittelpunkt gestellt. CYR ließ Menschen zu Wort kommen, die erkannt haben, dass sie die Welt durch ihr kreatives Handeln zum Besseren verändern können. Durch das Mitwirken von Igor Levit, Luisa Neubauer, Ai Weiwei, Andrea Venzon, Milo Rau, Hanns Zischler, Lady Bitch Ray uvm. hat die Initiative einen Diskurs darüber geschaffen, welche Rolle Kultur vor dem Hintergrund politischer und gesellschaftlicher Umbrüche spielt und was sie leisten kann.

"Selten war so klar wie heute: Kultur ist unverzichtbar! Sie vermittelt nicht nur Orientierung und Zugehörigkeit in unseren eigenen Gesellschaften. Sie ist vielmehr wesentliches Instrument, um uns als Weltgesellschaft zu verständigen und zu verstehen. Nur so werden wir die globalen Herausforderungen bewältigen, eine gemeinsame Vorstellung für die Zukunft entwickeln können", begründet Katja Böhne, Leiterin Marketing und Kommunikation bei der Frankfurter Buchmesse, die Aktion.

Wie wichtig Kultur besonders in existenzbedrohlichen Zeiten ist, zeigt auch das täglich wachsende Angebot im Netz: Es werden Lesungen, Podcasts, Theateraufführungen und Konzerte gestreamt, DJs legen live im Internet auf und auch Zoos und Museen laden zu virtuellen Rundgängen ein. Pianist Igor Levit streamt sogar beinahe jeden Abend live aus seinem Wohnzimmer und erreicht damit Tausende von Menschen, die ihm dieses kostenlose Engagement danken.

"Es ist toll, zu sehen, was all die Künstler*innen gerade auf die Beine stellen, wie sie Wärme, Trost und Inspiration in unser Leben bringen. Wir lernen gerade als Gesellschaft, wie man über die Distanz zusammenhalten kann. Deshalb zeigen wir uns solidarisch mit denen, die jetzt unsere Hilfe dringend benötigen. Damit unsere Kultur auch nach Corona noch weiterlebt", erklärt Philip Rooke, CEO von Spreadshirt.

Verbreitet diese Info gerne weiter unter den Hashtags
#CREATEYOURREVOLUTION und #CYR2020.