Kurzgeschichte, Mystery, 2011
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Die Entstehung dieser
Geschichte hat mich viel Kraft gekostet. Sie liegt mir von allen bisherigen
Geschichten am meisten am Herzen. Ich habe sehr viel Arbeit und Zeit
hineingesteckt und sie so oft überarbeitet wie keine andere. Fast ein Jahr hat
es gedauert, bis sie fertig und ich endlich zufrieden war.
Laut Klappentext erzählt
in dieser Geschichte ein Mann namens Theodor nach dreißig Jahren zum ersten
Mal, wie seine Frau Theresa verschwand und was die seltsame Gartenpforte mitten
in seinem Garten damit zu tun hat.
Dabei hatte ich
ursprünglich eine ganz andere Idee im Kopf. Vielleicht sollte ich erst einmal
erzählen, was mich inspiriert hat. Als meine Kinder noch kleine Babys waren,
ging ich sehr viel mit dem Kinderwagen spazieren. Wir haben bei uns im Ort ein
Viertel namens Westend, an dessen äußerem Ende Häuser mit sehr schönen Gärten
liegen. Ein Weg führt an ihnen vorbei. Auf der anderen Seite liegen Wiesen,
Felder und der Wald. Eine schöne Ecke. Einen Garten habe ich immer ganz
besonders geliebt. An ihm hielt ich manchmal an und schaute ihn fasziniert an.
Er lag allein auf der Wiesenseite und schien zu dem Haus gegenüber zu gehören.
Er war ziemlich verwil
dert, doch das schien mit Absicht so zu sein. Er wirkte
wie ein romantisches, verzaubertes Stückchen Erde, auf dem Magie
selbstverständlich sein mochte. Ich dachte jedes Mal, wenn es Elfen wirklich
gibt, dann findet man sie hier.
Dementsprechend fingen
meine Gedanken an zu rotieren. Ich stellte mir den Garten als einen magischen
Ort vor, einen Ort, an dem Dinge passieren konnten, der den Zugang zu fremden
Welten ermöglichte. Theodor und Theresa waren von Anfang an dabei. Jedoch
machte ich aus Theresa anfangs eine Elfe, die unerkannt unter den Menschen
lebte, weil sie sich in Theodor verliebt hatte. Ich dichtete eine Nichte dazu,
die ihren Sommer bei Theodor verbrachte und hinter das Geheimnis der beiden
kam. Aber irgendwie kam ich damit nie so richtig weiter.
Zuerst definierte ich die
Sache mit dem Tor. Ich entschied mich dafür, ein richtiges Tor zu verwenden,
ebenjene Gartenpforte, die der Geschichte schließlich den Titel verlieh. Um sie
noch ungewöhnlicher zu machen, setzte ich sie zusätzlich mitten in den Garten
und nicht dorthin, wo Gartenpforten für gewöhnlich sind, nämlich im Zaun, der
den Garten umgibt.
Aber das reichte noch
nicht. Ich wollte der Geschichte insgesamt eine ganz andere Stimmung verpassen.
Es sollte nicht so märchenhaft, sondern eher unheimlich-mysteriös werden. Also
musste das mit den Elfen wieder raus. Und dann hatte ich die Idee, die ich am
Ende auch genauso umgesetzt habe. Das Gartentor war keine tolle Möglichkeit,
sondern eine Gefahr für jeden, der ihm nahe kam, der verrückt genug war, es zu
öffnen. Und damit das auch für jeden Leser klar wurde, brauchte ich ein Opfer.
Deshalb ließ ich Theresa in dem Tor verschwinden. Um das Ganze noch geheimnisvoller
und spannender zu gestalten, schrieb ich die Geschichte wie einen Rückblick.
Theodor erhält dreißig Jahre später Besuch von seiner Nichte (könnte aber auch
ein Neffe sein…) und erzählt ihr (oder ihm…) die wahre Geschichte. Das gab mir
am Ende die Möglichkeit, nach dem ersten Höhepunkt, nämlich Theresas
Verschwinden, noch einen draufzusetzen, so dass Theresa nicht das einzige Opfer
des unheimlichen Gartentors bleibt.
Ich habe die Geschichte
auf Bookrix hochgeladen und sie dann noch einmal überarbeitet, weil ich immer
noch Makel entdeckte. Mittlerweile bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich
entschieden habe, dass sie fertig ist.
Die hier vorliegende
Version habe ich zu einer Ausschreibung des Net-Verlages mit dem Thema „Weltentore“ eingesandt. Vor kurzem erhielt ich die gute Nachricht, dass sie angenommen wurde und demnächst in der Anthologie "Geheimnisvolle Weltentore - Band 1" erscheint.
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