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Freitag, 27. Oktober 2023

Leserunde für "Bloody Qindie: Gefährliche Bücher" - Jetzt bewerben!

Ich hatte ja versprochen, hier Bescheid zu geben, wenn die Leserunde zu unserer neuesten Bloody Qindie Anthologie losgeht. Also: Bescheid!

Auf Lovelybooks könnt ihr euch noch bis 31. Oktober 2023 um eines von 15 Freiexemplaren bewerben. Oder ihr habt das Buch bereits erworben oder habt es noch vor, dann macht einfach mit und diskutiert mit allen Teilnehmenden sowie den Autorinnen der Anthologie.

Bitte hier entlang: Lovelybooks Leserunde für Bloody Qindie: Gefährliche Bücher

Viel Glück für den Lostopf und viel Spaß bei der Lektüre!


BuCon und Frankfurter Buchmesse 2023 - Kleiner Rückblick

Fast eine Woche ist es schon wieder her, dass ich mich kopfüber ins Buchmessegetümmel gestürzt habe. Da ich direkt danach die hessische Herbstferienwoche für einen Wellnessausflug mit der Familie genutzt habe, komme ich erst heute, gut erholt und ausgeschlafen, dazu zurückzublicken.

Frankfurter Buchmesse

Am Freitag ging es für mich zur FBM. Ich hatte das Glück, ein Fachbesucherticket zu bekommen (danke an den Alea Libris Verlag!), und konnte schon vormittags aufs Messegelände. Als ich nämlich gegen 14 Uhr in der Zwischenebene von Halle 3 runter in den Eingangsbereich blickte, entdeckte ich dort eine richtig große Menschentraube - ab 14:30 Uhr öffnete die Messe für Privatbesucher, und gefühlt waren die meisten schon dort und bereit, die Hallen zu stürmen. Am Nachmittag wurde es zumindest in Halle 3.0 auch extrem voll, wobei ich von genügend Berichten über den Messesamstag weiß, dass ich nur einen Vorgeschmack auf das Chaos erlebt hatte - der aber hatte mir bereits gereicht.

Was erlebte ich alles am Freitag auf der FBM? Nun, ich habe wieder einmal die meiste Zeit in Halle 3.0 verbracht. Ich traf meinen Qindie-Kollegen David Pawn, ein paar der Leute vom PAN-Team und meine liebe Freundin Michaela Harich, die diesmal mit eigenem Stand und ihrem eigenen Verlag Alea Libris am Start war. Dementsprechend gefragt war sie und hatte zwischen den Terminen auch leider gar nicht so viel Zeit. Aber die Freude über unser Wiedersehen war groß, und da auch ihr restliches Standteam zauberhaft und sehr lieb zu mir war (ich bekam jederzeit Kaffee!), verbrachte ich dennoch viel Zeit bei Alea Libris. Besonders groß war meine Freude, Vicky Lubomski nach etlichen Jahren wiederzusehen. Sie ist so eine begnadete Künstlerin, und ich hoffe, ich komme demnächst wieder in den Genuss ihrer Coverdesignskills.

Ich machte auch einen kurzen Abstecher zum Pavillon des diesjährigen Gastlandes Slowenien, lauschte eine Weile an der ARD-Bühne, wo Michel Friedman wieder sehr kluge Dinge sagte. Durch Halle 4.1 schlenderte ich auch, vor allem, weil ich mir diese groß angekündigte Meet-the-Author-Area anschauen wollte. Als ich da war, war alles leer und sah ernüchternd steril aus. Aber immerhin schien es wirklich viel Platz zu geben, falls da mal eine Autorin mit besonders großer Fanbase sitzen sollte, die da dann drängeln würden. Das Wetter spielte einigermaßen mit, sodass ich auf der Agora, also dem Außengelände, noch gemütlich einen Snack unter freiem Himmel genießen konnte.

Als ich gegen 17 Uhr das Messegelände verließ, war ich erleichtert, aus den Menschenmassen entkommen zu sein. Ich bin auch irgendwie ganz froh, den FBM-Zirkus nur als Gast und nur für einen Tag "ertragen" zu haben - Respekt an alle, die als Ausstellerinnen das Ganze die vollen fünf Tage mitgemacht haben!

Buchmesse Convent - die gar nicht mehr so kleine Messeschwester

Oder ist es der Bruder? Immerhin heißt es DER BuCon und nicht die BuCon. Dieser fand wieder am Samstag im Bürgerhaus Dreieich statt. Das Besondere für mich war in diesem Jahr der Umstand, dass ich selbst als Ausstellerin teilnehmen würde. Ich hatte mich für Qindie um einen Tisch beworben und diesen auch tatsächlich bekommen. So traf ich also gegen 9 Uhr im großen Saal ein, wo unser Tisch schräg gegenüber vom Catering stand. Mit schwarzen Tischdecken und passenden Kerzenständern war schnell die passende Rahmendeko geschaffen, um unsere Bloody Qindie Anthologien zu präsentieren. Auf diese wollte ich nämlich den Fokus richten und platzierte um die inzwischen 8 Bände nur wenige ausgewählte andere Titel. Mehr wäre auch gar nicht gegangen, denn so ein Tisch ist schnell voll.

Mit Martina Bauer, die extra für den BuCon angereist war, bekam ich hervorragende Unterstützung für unseren Tisch. Martina ist langjähriges Qindie-Mitglied und schreibt für die Bloody Qindie Anthologien auch fast immer passende Geschichten. So konnten wir uns abwechseln, eine konnte auch mal eine Runde drehen, Pause machen oder am vollgepackten BuCon-Programm teilnehmen, während die andere die Stellung hielt. Wir hätten am Ende des Tages zwar gerne viel mehr Bücher verkauft (wobei der Umsatz doch ganz ordentlich war), aber wichtiger war, dass wir eine Menge Spaß hatten und viele gute Gespräche mit Menschen führen konnten, die bei uns vorbeischauten.

Tatsächlich hatte ich auch einen eigenen Programmpunkt. Um 17 Uhr präsentierte Herausgeber Constantin Dupien die frisch erschienene Mängelexemplare Anthologie-Dilogie (ja, richtig gelesen: eine Anthologie, die aus zwei Bänden besteht). Ich hatte für den Band "Am Ende der Zeit" eine Geschichte  mit dem Titel "Steve und Gypsy" beigesteuert, die ich an anderer Stelle vorstellen werde, und durfte zusammen mit Constantin und einigen weiteren anwesenden Autorinnen die Bücher vorstellen und ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern.

Riesig gefreut habe ich mich, Vincent Voss und Arthur Gordon Wolf wiederzusehen. Beide sind begnadete Autoren, besonders von Vincent bin ich ja schon seit etlichen Jahren Fan. Und es war ewig her, seit wir uns das letzte Mal begegnet waren. Und nun sind wir wieder vereint in den Mängelexemplaren von Constantin Dupien. Ein großartiges Gefühl! Neu kennengelernt habe ich die Autorin Sanjina Karma, die mit der neuen Anthologie zur Mängelexemplare-Familie dazugestoßen ist. Sie las eine kurze Passage aus ihrer Geschichte "Idas Augen", die mich total fasziniert hat. Auf dem Foto seht ihr von links: Verleger Jürgen Eglseer (Amrûn Verlag), die Mitautorinnen Lisanne Surborg, Sanjina Karma und mich sowie Herausgeber Constantin Dupien.

Der BuCon war auch sonst in jeder Hinsicht überwältigend. Noch nie gab es so viele Aussteller, nämlich 95 insgesamt, und auch einen Besucherrekord gab es zu feiern. Irgendwann am Nachmittag traf die 1000. Besucherin ein (tatsächlich mit Lena Falkenhagen ein ziemlich prominenter Gast). Irre. Dennoch konnte man durch alle Räumlichkeiten entspannt schlendern, kam an die Tische meist problemlos heran und leicht ins Gespräch mit den Verlegerinnen und Autorinnen, die natürlich wieder zahlreich vertreten waren. Auf die Gefahr hin, dass ich jemanden vergesse, möchte ich trotzdem ein paar liebgewonnene Buchmenschen nennen, mit denen ich wenigstens mal ein paar Worte wechseln konnte: Thomas Williams, Torsten Scheib, Marc Hamacher, Grit Richter, Janika Hofmann, Jeanette Lagall, Emma Marten (unsere charmante Tischnachbarin), Michaela Harich (ja, auch hier war Alea Libris mit eigenem Tisch vertreten), Melanie Lübker, Thomas Heidemann, Claudia Rapp, Thomas Karg, Carolin Gmyrek, Markus Heitkamp, Hanna Nolden und, und, und ...

Besondere Grüße und ein riesiges Dankeschön gehen raus an Katharina Gerlach (Foto rechts). Ohne sie wäre unser Tisch leer geblieben. Katharina ist quasi Qindie-Urgestein und Organisationstalent für unsere Messeauftritte. Sie lagert sämtliche Bücher ein, die wir auf den Messen präsentieren, und hat mich mit allen Exemplaren versorgt, die ich für unseren Tisch benötigte. Katharina war mit eigenem Tisch am Start. Sie schreibt übrigens Märchen, Fantasy und Science Fiction, noch dazu sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Sie ist ein richtiges Multitalent und hatte bei ihrer eigenen BuCon-Lesung am Nachmittag auch begeistern können. Wenn ihr noch nichts von ihr gelesen habt, schaut mal bei ihr vorbei!

Mir bleibt nur noch zu sagen: Danke an das BuCon-Team, danke an alle Besucherinnen, danke an alle, die uns am Stand besucht haben, besonderen Dank an alle, die auch ein Buch bei uns gekauft haben - ihr habt euch hoffentlich alle bei der Lektüre schön gegruselt!

Im nächsten Jahr wären wir mit Qindie gern wieder aktiv dabei, schauen wir mal, ob es wieder klappt. Und wer eigentlich am liebsten Phantastik liest und sich über das Ölsardinengefühl auf der Frankfurter Buchmesse am Samstag geärgert hat: Kommt besser nach Dreieich. Hier gibt es die richtigen Bücher, hier erlebt ihr die Autorinnen hautnah, hier habt ihr Platz und Luft!

Wir sehen uns wieder am Samstag, 19. Oktober 2024, in Dreieich!

Montag, 16. Oktober 2023

Neuerscheinung! Bloody Qindie präsentiert: Gefährliche Bücher: Halloween Special

Pünktlich zur herbstlichen Buchmessezeit haben wir es geschafft und können voller Stolz unsere neueste Bloody Qindie Anthologie präsentieren. Der Titel verrät: Diesmal dreht sich alles um Bücher. Gefährliche Bücher. Unheimliche Bücher. Bücher mit einem Eigenleben. Bücher mit geheimnisvollen Botschaften. Bücher, die mehr als nur die Geschichte erzählen, die in sie gedruckt wurde.

Ich bin diesmal mit zwei Geschichten vertreten. Da wäre zum Einen meine Kurzgeschichte "Das leere Buch". Diese war die allererste Geschichte aus meiner Feder, die jemals veröffentlicht wurde, und zwar im Jahr 2009. Mit dieser Geschichte fing alles an. Umso mehr freue ich mich, sie in leicht überarbeiteter Fassung in unserer Bloody Qindie Reihe präsentieren zu dürfen.

Die zweite Geschichte habe ich erst dieses Jahr extra für unsere Anthologie geschrieben. Sie trägt den Titel "Die Lektüre der alten Dame". Natürlich ist es eine eher unheimliche Geschichte, immerhin kommt ein Geist vor, es kommt sogar ein kompletter Geister-Bücherschrank vor! Doch diesmal wird bei mir kein Blut vergossen, und das Ende ist für meine Verhältnisse doch ziemlich versöhnlich, ja fast schon happy. Aber mehr verrate ich nicht - außer einer kurzen Leseprobe am Ende dieses Artikels.

Bloody Qindie präsentiert: Gefährliche Bücher: Halloween Special

Cover: Katharina Gerlach


Klappentext

Ein geerbtes Buch, das einen eigenen Willen entwickelt …

Ein Tagebuch, das über sehr spezielle Experimente berichtet …

Und ein Buch, das Leben gibt und Nichts verspricht …

Sie denken, Bücher sind einfach nur zum Lesen da? Doch was, wenn ein Buch Wünsche erfüllen kann? Und nicht nur die Guten … Was, wenn das schlichte Öffnen eines Buches einen Dämon entfesselt? Oder jeder Wetteinsatz, den Sie in ein Notizbuch schreiben, gnadenlos eingefordert wird?

Nicht jedes Buch unterhält Sie. In manchen lauert bittere Rache oder der Korrektor des Grauens. Passen Sie also auf, wenn Sie das nächste Mal auf dem Flohmarkt ein Buch erstehen oder ein achtlos liegengebliebenes mitnehmen. Und eines noch: Egal, was ein Buch verspricht, gehen Sie sorgsam mit Ihren Wünschen um.

Bloody Qindie präsentiert zum achten Mal düstere Kurzgeschichten mit und ohne Fantasy. Mit diesen zwölf Geschichten von elf Qindie-Autoren laden wir sie herzlich ein in die Untiefen der gebundenen Seiten. Doch wissen Sie folgendes: „Gefährliche Bücher“ lesen Sie auf eigene Gefahr!

Folgende Geschichten sind enthalten:

Pitch Black Jack – Selma J. Spieweg

Die Welt steht still, wenn die Königin es will – Regina Mengel

Das Tagebuch – Rainer Ruppersberg

Bocore – Martina Bauer

Die Lektüre der alten Dame – Jana Oltersdorff

Lebe dein Buch – Florian Tietgen

Das leere Buch – Jana Oltersdorff

Die Gier nach Macht – Divina Michaelis

Such dich selbst – Lotte R. Wöss

Zeit für ein gutes Buch – Katharina Gerlach

Wünsch’ dir was! – Patricia Strunk

Auf dem Buchmesse Convent am 21. Oktober 2023 in Dreieich werde ich das Buch an unserem Qindie-Tisch präsentieren. Kommt vorbei und holt euch eines der allerersten druckfrischen Exemplare!

Ansonsten könnt ihr das Buch schon bei Amazon käuflich erwerben (eBook und Taschenbuch) und außerdem als eBook in allen Online Shops der Tolino-Gruppe, z. B. bei Thalia.

In Kürze wird auf Lovelybooks dazu auch eine Leserunde starten. Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden!

Aber nun wie versprochen die Leseprobe aus meiner Geschichte "Die Lektüre der alten Dame":

Den Bücherschrank auf dem kleinen Platz bemerkte Emma in der zweiten Nacht nach ihrem Einzug. Sie konnte nicht schlafen, weil sich alles noch fremd anfühlte. Also stand sie in der Küche mit einem Glas Wasser und starrte gedankenversunken nach draußen. Von hier oben im zweiten Stock hatte sie einen guten Blick. Die Straße lag verlassen da. Das gelbliche Licht der Straßenlaterne beleuchtete die großen Kastanienbäume. Zwischen ihnen stand er. Ein schmaler Quader, ungefähr so groß wie eine Telefonzelle. Und er schien randvoll mit Büchern zu sein, so viel konnte Emma erkennen.

Sie seufzte. Wie lange war es her, dass sie ein Buch gelesen hatte? Ein angefangener Roman lag auf dem Tischchen neben ihrem Bett. Ein Geschenk ihrer Mutter zu Weihnachten – vor drei Jahren. Seitdem hatte sie darin vielleicht fünfzig Seiten gelesen und es dann … ja, was? Vergessen? Abgebrochen? Die Lust am Lesen war ihr irgendwie verlorengegangen. Aber das Lesezeichen steckte noch an der Stelle, bis zu der sie gekommen war. Sie hatte das Buch gestern erst aus dem Umzugskarton genommen und sorgfältig auf dem Tischchen platziert, als sei es ein Dekogegenstand. Emma wusste noch, dass es ein Thriller von Cody McFadyen war, aber an den Titel oder die Handlung erinnerte sie sich nicht mehr. Sollte sie dieses Buch irgendwann weiterlesen wollen, würde sie wohl noch einmal von vorn beginnen müssen.

Oder sie könnte sich stattdessen etwas Anderes aus diesem Bücherschrank dort drüben holen. Womöglich beherbergte er den einen oder anderen Schatz. Aber nicht mehr heute Nacht. Sie gähnte herzhaft. Endlich spürte sie ein Gefühl der Bettschwere. Sie stellte das Glas neben die Spüle und warf einen letzten Blick nach draußen. Da bemerkte sie eine Bewegung bei einem der Bäume. Neugierig schaute Emma nach draußen. Kurz verschwand eine Gestalt hinter dem massiven Stamm, um gleich darauf wiederaufzutauchen. Es handelte sich um eine ältere Frau, wie Emma im Licht der Straßenbeleuchtung erkannte. Das weiße Haar zu einem Knoten gebunden, die Kleidung dunkel, wahrscheinlich ein Mantel über einem Kleid oder Rock. Die Frau ging nicht besonders schnell. Ihr Rücken war gekrümmt, bei jedem Schritt stützte sie sich auf einen Gehstock.

Vor dem Bücherschrank machte sie halt, öffnete die Tür und bückte sich. Als sie sich wieder aufrichtete, hielt sie ein Buch in der Hand. Sie ging damit zu der Parkbank, die gleich neben dem Bücherschrank stand, nahm darauf Platz und schlug das Buch auf.

Emma stieß mit der Nase an die Fensterscheibe und hinterließ einen kleinen Fettfleck auf dem Glas bei dem Versuch zu erkennen, um was für ein Buch es sich handelte. Welche Art Buch las eine alte Dame mitten in der Nacht im Schein einer Straßenlaterne? Es wollte Emma nicht gelingen, zumal sie inzwischen zu müde warum der Frau weiter zuzusehen. Bevor sie hier noch im Stehen einschlief, ginge sie besser wieder ins Bett. In diesem Augenblick klappte die Alte das Buch zu, stand auf, stellte es zurück in den Bücherschrank und verließ den Platz unter den Kastanien genauso langsam und bedächtig, wie sie gekommen war.

Emma schüttelte den Kopf und konnte sich ein amüsiertes Grinsen nicht verkneifen. Etwas an dem soeben Erlebten berührte sie im Inneren und bekräftigte ihren Entschluss, sich diesen Bücherschrank bei nächster Gelegenheit aus der Nähe anzuschauen.

***


Sonntag, 17. September 2023

BuCon 2023 - Mit Qindie dabei

Ihr Lieben, es ist offiziell: Qindie wird als Aussteller auf dem diesjährigen BuCon, dem Buchmesse Convent, dabei sein!

Seit heute ist die Liste der Aussteller online, und die kann sich wieder sehen lassen. Wir wissen noch nicht, wo genau unser Tisch stehen wird und wer unsere Standnachbarn sein werden, aber so groß ist die Location ja nicht, das passt schon.

So viel können wir heute schon mal ankündigen: Bei uns wird dieses Jahr der Fokus auf die Bloody Qindie Anthologien gerichtet. Passend dazu wird kurz vorher die neueste Bloody Qindie Anthologie "Gefährliche Bücher" erscheinen. Die bekommt natürlich einen extra Scheinwerfer! 😉

Weitere Infos demnächst!

Sehen wir uns in Dreieich?


Mittwoch, 28. September 2022

Neuerscheinung: "Bloody Qindie präsentiert: Dunkle Wasser - Halloween Special"

Schaut mal in den Kalender. Es ist nicht mehr lange hin bis Halloween, und da will die passende Lektüre rechtzeitig ausgewählt werden. Pünktlich vor Start des schönen Monats Oktober haben wir bei Qindie die neueste Anthologie ins Rennen geschickt. Heute ist der siebte Band unserer Grusel-Anthologie-Reihe erschienen, und diesmal nehmen wir euch mit in dunkle Gewässer.

"Bloody Qindie präsentiert: Dunkle Wasser - Halloween Special"

Nach mysteriösen Jahrmärkten, unheimlichen Dörfern, gruseligen Hotels und düsteren Wäldern dreht sich in der neuen Ausgabe alles um das Wasser und die Dinge, die sich unter seiner Oberfläche verbergen. Auch ich habe eine Geschichte beigetragen, in der ein Mädchen etwas am Strand findet und zunächst nicht ahnt, welche Gefahr davon ausgeht.

Hier habe ich für euch erst einmal den Klappentext zur Einstimmung:

Eine Hochzeitsfahrt ins Ungewisse …

Ein zurückgelassenes Kostüm …

Eine Überraschung im Packeis …

Wasser. Lebenselixier. Ort der Erholung. Ein Urlaub am Meer, ein Bad im Fluss oder einfach nur die Füße im nahegelegenen Bach abkühlen, all dies birgt einen ganz eigenen Reiz. Und doch haftet gerade daran auch etwas Unheimliches. Warum sonst fürchten so viele Menschen das tiefe Wasser? Wir wissen nicht, was sich unter der Oberfläche abspielt. Ist es wirklich eine gute Idee mit dem Boot ins Blaue zu fahren? Oder locken wir sie so erst an: die Lebewesen, die uns nicht wohlgesonnen sind? Doch nicht nur im, sondern auch am Wasser lauern Gefahren. Die Wellen spülen sie ans Ufer und nicht immer sind wir in der Lage, Gut und Böse voneinander zu unterscheiden.

Begleiten Sie uns auf unserem Weg durch die Gewässer dieser Welt. Aber entscheiden Sie weise, ob Sie ihrem Forscherdrang nachgeben oder das Ruder in die Hand nehmen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Zum siebten Mal präsentiert Bloody Qindie düstere Kurzgeschichten mit Gänsehautfeeling. Zehn Qindie-Autor:innen laden Sie ein, eine Exkursion ins nasse Element zu unternehmen. Legen Sie sich schon mal ein Handtuch bereit – oder vielleicht doch lieber ein Schwert, denn „Dunkle Wasser“ sind tief!

Und das sind die Geschichten, die euch im Buch erwarten:

Das Ding am Strand – Jana Oltersdorff

Definiere Monster – Katharina Gerlach

legionella roeberdorferis – Divina Michaelis

Der Hai von Sonndorf – David Pawn

Die Nixe vom Schwarzen Grund – Patricia Strunk

Das falsche Element – Martin Hühn

Von Wasser und Verwandlung – Florian Tietgen

Zwischenfall auf See – Patricia Strunk

Ewiges Eis – Lisa-Marie Reuter

Delikatesse – Mika Krüger

Die Braut des Wasserdrachen – Divina Michaelis

Krakenlähmung – Martin Hühn

Der zehnte Kreis – Martina Bauer

Ja, ihr habt richtig gesehen: Diesmal darf ich die Anthologie mit meinem Schauermärchen, einer sehr freien Adaption des bekannten Märchens "Die kleine Meerjungfrau" von Hans-Christian Andersen, eröffnen. Ich hoffe, es wird euch gefallen - wie auch alle anderen Geschichten in diesem Buch.

Und das Cover? Wieder ein Träumchen, oder besser gesagt: Albträumchen, gestaltet von Katharina Gerlach und Jacqueline Spieweg. Ich finde sogar, es passt perfekt zu meiner Geschichte, obwohl das Zufall war.

Und wo bekommt ihr dieses feine Buch für euren Halloween-Lesestoff? Seit heute bei Amazon als E-Book und Taschenbuch, weitere Shops folgen demnächst.

Noch ein Tipp: Haltet auch gern die Augen auf Lovelybooks auf, denn dort werden wir in Kürze eine Leserunde veranstalten und freuen uns über rege Teilnahme!


Sonntag, 24. Oktober 2021

Bloody Qindie präsentiert: Waldesdunkel - Halloween Special

Es ist Oktober, die Lieblingsjahreszeit aller Fans von Horror und Gänsehaut. Denn am 31. Oktober ist wieder Halloween, für unsereins das schönste Fest des Jahres! Mit anderen Worten: Die perfekte Zeit für Gruselgeschichten. Und da ihr bestimmt schon alles gelesen habt, was es da draußen an schaurigen Geschichten gibt, wird es Zeit für neuen Lesestoff, nicht wahr? Wie gut, dass auch in diesem Jahr die Qindie-Autor*innen in die Tasten gehauen haben, um für Nachschub zu sorgen. Pünktlich zum Fest der Geister und Dämonen präsentieren wir euch die niegelnagelneue Bloody Qindie Anthologie:



Waldesdunkel ... klingt schon mal gut, nicht wahr? Was erwartet euch? Natürlich jede Menge schaurige, makabre, böse Geschichten, die aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt sind, denn wir nehmen euch mit in den Wald.

Kommen wir direkt zum Klappentext:

Eine Autopanne, die Erinnerungen kostet …

Eine verfluchte Lichtung …

Und ein Holzfäller, der nicht tot zu kriegen ist …

Nichts ist erholsamer, als bei einem Waldspaziergang tief durchzuatmen. Aber Achtung. Eines Morgens steht der Wald vor Ihrer Tür. Und der böse Wolf wohnt nebenan. Dann hält die Dunkelheit Einzug.

Was ist, wenn Sagengestalten Besitz von Ihnen ergreifen oder Blut im Mondlicht glitzert? Auf keinen Fall möchten Sie dem Jungen begegnen, dessen Wunden alles Leben im Wald vernichten, oder als ungebetener Gast in die Feier einer Waldhexe platzen.

Zum sechsten Mal präsentiert Bloody Qindie düstere Kurzgeschichten mit Gänsehautfeeling. Lassen Sie sich von 14 Qindie-Autor:innen an fantastische Orte im „Waldesdunkel“ locken!

Und die Playlist sieht dann im Einzelnen so aus:

Der dunkle Morogin – Florian Tietgen
Bestia Palatinensis – Martina Bauer
Der Wald ist mein Freund – Lotte R. Wöss
Festgewurzelt – Patricia Strunk
Waldsterben – Eva Markert
… lebt noch … – David Pawn
Schnatermann – Doro May
Holz, Fleisch und Feuer – Lisa-Marie Reuter
Befremdliches Intermezzo oder Ein nächtliches Selbstgespräch – Regina Mengel
Nachtwald – Jana Oltersdorff
Die Axt – Patricia Strunk
Die Siedlung – David Pawn
Wald ist Kapital – Divina Michaelis
Ein Wald, ein Wolf und ein rotes Basecap – Regina Mengel
Die Rote Zone – Rainer Ruppersberg und Robert Odei
Bei Vollmond am Hexenberg – Katharina Gerlach
Titelbild: Katharina Gerlach & Jaqueline Spieweg

Ja, richtig gesehen: Auch von mir ist eine Geschichte dabei. Und ich bin sehr froh darüber, dass ich es endlich wieder geschafft habe, etwas zu schreiben, denn bei den letzten zwei Bloody Qindie Anthologien musste ich leider passen. Meine Geschichte trägt den Titel "Nachtwald", und ich präsentiere euch heute am Ende dieses Blogartikels exklusiv den Anfang.

Wenn der euch neugierig gemacht hat, holt euch doch das ganze Buch. Es ist als E-Book in allen Online-Shops und als Taschenbuch bei Amazon erhältlich. Dann könnt ihr auch gleich bei der Leserunde auf Lovelybooks mitmachen. Die Verlosung ist zwar schon vorbei, aber mitdiskutieren könnt ihr selbstverständlich auch mit selbst besorgtem Leseexemplar - viele der Autor*innen werden sich ebenfalls beteiligen und freuen sich auf euer Feedback. Wir sind schon ganz gespannt, wie es bei euch ankommen wird.

Nun aber die kleine Leseprobe aus meiner Geschichte "Nachtwald":

***

    Wie schnell können Bäume wachsen?, fragte sich Helga, als sie an diesem Morgen aus dem Fenster blickte. Sie hielt die nur noch lauwarme Tasse mit dem starken Kaffee mit beiden Händen fest und starrte seit bestimmt zwanzig Minuten nach draußen. Wo gestern das Rapsfeld gelb geleuchtet hatte, stand nun ein Wald, und was für einer: eine dunkelgrüne Mauer aus Stämmen, Blättern, Ästen, Zweigen und wild wucherndem Unterholz. Sie begann direkt hinter ihrem Grundstück und verlief in beide Richtungen, ohne dass ein Ende zu erkennen war. So dicht standen die hohen Bäume beieinander, dass Helga von ihrem Standort am Küchenfenster nur die erste Reihe ausmachen konnte. Gleich dahinter verlor sich alles im Dunkel. Dort drinnen musste es stockfinster sein.
    Ein Geräusch an der Küchentür ließ Helga aufschrecken, sodass sie etwas von ihrem Kaffee verschüttete, als sie sich umdrehte. Peter schlurfte mit halbgeöffneten Augen herein, seine ausgetretenen Pantoffeln schleiften über den Boden. Die wenigen Haare standen wie ein Heiligenschein von seinem Schädel ab. Der blaue Bademantel schlackerte lose um seinen Körper, als wäre er zwei Nummern zu groß. Hager war er geworden, fand Helga. Sein Gesicht wirkte irgendwie grau. Seit sie die Diagnose erfahren hatten, war er jeden Tag ein wenig grauer geworden.
    Helga verfolgte ihren Mann, wie er sich an die Kaffeemaschine stellte, scheinbar blind seinen Getränkewunsch eingab und den Startknopf drückte. Er stützte sich mit beiden Händen auf der Arbeitsfläche ab, während er auf sein Getränk wartete. Café Americano, schwarz, wie immer. Für Helgas Geschmack zu dünn, aber Peter behauptete, das bekäme seinem Magen besser. Wenn es danach gegangen wäre, was gut für Peters Magen war, hätte er besser komplett auf Kaffee verzichtet. Aber die Diskussion hatte Helga längst aufgegeben. Er trank keinen Alkohol, rauchte nicht, naschte kaum, da musste sie ihm doch nicht auch noch dieses letzte kleine Laster ausreden.
    Mit der Tasse in der Hand trat Peter zu seiner Frau.
    „Guten Morgen, Schlafmütze“, begrüßte sie ihn.
    Peter lächelte schief und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Sein Atem roch säuerlich. Als er sich von ihr abwandte, blieb sein Blick am Fenster hängen. Seine Augen verengten sich erst skeptisch, dann wurden sie groß.
    „Was ist das denn?“, fragte er verblüfft.
    Helga blinzelte irritiert. Fast hatte sie es vergessen.
    „Du siehst es also auch. Das beruhigt mich dann doch“, sagte sie trocken, machte eine ausholende Geste und ergänzte: „Schatz, wir wohnen jetzt nicht mehr am Feld, sondern am Wald.“ Sie schickte ein Lachen hinterher, doch es klang gekünstelt und sie würgte es rasch ab.
    Peter stellte seine Tasse, von der er nur genippt hatte, langsam neben der Spüle ab.
„Seit wann entstehen denn Wälder über Nacht?“, murmelte er mehr zu sich selbst. Dann öffnete er das Fenster. Kühle Morgenluft strömte herein, doch sie brachte noch etwas mit sich: den Geruch nach altem, feuchtem Holz, nach Moos und Pilzen. Es roch intensiv nach Wald. Peter atmete tief ein und stieß die Luft mit einem langgezogenen „Aaah“ wieder aus.
    Als er zu Helga schaute, umspielte ein spitzbübisches Lächeln seine Lippen. Wie lange war es her, dass er sie so angeschaut hatte? Abenteuerlust hatte er seit Jahren nicht mehr versprüht. Helga ahnte, was das bedeutete, und war sich nicht sicher, ob ihr das gefiel.
    „Lust auf einen Spaziergang?“, fragte er.

*** 


Montag, 26. April 2021

Ankündigung: Die nächste Bloody Qindie Anthologie kommt

Eines der besten Gefühle beim Schreiben ist es, das Wort Ende unter eine Rohfassung zu setzen. So erlebte ich es letzte Woche endlich wieder, als ich meinen Beitrag für die nächste Bloody Qindie Anthologie beendete. Inzwischen ist die Kurzgeschichte überarbeitet worden und ging heute an die Qindie-Kollegin, die alle Texte sammelt und das Projekt koordiniert.

Damit habe ich nach langer Zeit mal wieder eine komplett neue Kurzgeschichte geschrieben. Die erste in diesem Jahr. Und wir haben schon April! Ich weiß auch nicht, aber die Pandemie und ihre vielen Begleiterscheinungen haben meine Kreativität und Produktivität nicht gerade beflügelt, sondern eher stark gebremst. Seit dem Ausbruch im Frühjahr 2020 habe ich gerade mal drei Geschichten vollendet, eine davon drehte sich sogar um das Thema Pandemie, die andere war eigentlich nur ein Director's Cut einer bereits existierenden Geschichte. Nun also wird es bald wieder etwas Neues aus meiner Feder zu lesen geben. Das bringt mich auch näher an die nächste Veröffentlichung einer Kurzgeschichten-sammlung, für die ich ja aus oben genannten Gründen recht langsam Material sammle. Aber zunächst wird die Geschichte mit dem Titel "Nachtwald" in der nächsten Bloody Qindie Anthologie erscheinen, und das freut mich umso mehr, da ich die letzten zwei Anthologien ausgelassen hatte, obwohl die Themen superspannend waren und ich eigentlich auch Ideen gehabt hätte, aber ich bekam es einfach nicht hin. Nun kann ich also endlich wieder bei Bloody Qindie mitspielen.

Bloody Qindie geht mit der neuen Anthologie bereits in die sechste Runde. Seit der zweiten Ausgabe gab es immer ein zentrales Thema, das wir teilnehmenden Autor:innen in unseren Geschichten verarbeiteten. Nach wie vor ist meine Lieblingsanthologie aus dieser Reihe "Letzte Fahrt", in der es auf den Jahrmarkt ging. Aber auch die anderen Teile können sich sehen lassen und behandeln teilweise Themen, die auf den ersten Blick gar nicht nach Horror klingen mögen. Oder findet ihr Geschichten vom Dorf per se unheimlich? Dann solltet ihr euch mal mit "Dorfidyll", dem fünften Band, beschäftigen, dort werdet ihr eines Besseren belehrt.

In der neuen Anthologie wird sich alles um das Thema "Wald" drehen. Zugegeben, da sind wir nicht die Ersten, die auf diese Idee kommen. Der Wald bot schon immer die perfekte Kulisse für gruselige Geschichten und schaurige Märchen. Nun hat sich Bloody Qindie der Sache angenommen und wird dem Thema sicher ein paar neue, spannende, haarsträubende, überraschende, makabre und hoffentlich schön gruselige Aspekte hinzufügen.

Bis Ende Mai sammeln wir noch Beiträge - eingeladen sind alle Autor:innen, die bei Qindie Mitglied sind, und das sind inzwischen schon weit über 100. Hinter den Kulissen wird bereits fleißig am Cover gearbeitet. Sobald ein Veröffentlichungstermin feststeht und ich mehr über die teilnehmenden Autor:innen und ihre Geschichten verraten kann, erfahrt ihr es hier!

Bis dahin lade ich euch ein, einen Blick in die bereits erschienenen ersten fünf Bloody Qindie Bücher zu werfen.


Dunkle Seelen - erschienen 2015 - unheimliche Geschichten

Besessen - erschienen 2016 - Besessenheit in all ihren Facetten

Letzte Fahrt - erschienen 2017 - Geschichten vom Jahrmarkt

Zimmerservice - erschienen 2018 - Check-in im Hotel des Grauens

Dorfidyll - erschienen 2020 - Der idyllische Schein trügt


Dienstag, 10. November 2020

Wenn die Welt klein wird und bedrohlich

Es ist nun soweit: Die Anthologie, die mitten in der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 entstand, ist nun erhältlich. Es mag zynisch klingen, aber der Zeitpunkt der Veröffentlichung fällt zufällig mit dem vorläufigen Höhepunkt der zweiten Welle und dem "Lockdown Light" zusammen, und das ist ja mal ein Timing, wie es kein Drehbuchautor hätte besser planen können.

Auf jeden Fall ist es höchste Zeit, dass ich eure geschätzte Aufmerksamkeit nun wieder auf dieses besondere Buch lenke.




Wenn die Welt klein wird und bedrohlich - Schreiben aus der Corona-Isolation

Ich konnte selbst leider noch keinen Blick ins Buch werfen, kenne also nur meinen eigenen Beitrag, der euch hoffentlich wieder gefallen wird. Aber die namhafte Liste der beitragenden Autor*innen signalisiert ganz deutlich, dass die Anthologie prall gefüllt ist mit hervorragenden Texten, Essays, Gedichten und Kurzgeschichten. Ich fühle mich jedenfalls sehr geehrt, mich in diese großartige Riege einreihen zu dürfen.

Das Taschenbuch könnt ihr direkt beim Blitz-Verlag bestellen, und ich rate dazu, nicht zu lange zu zögern, denn die exklusive Sammlerausgabe ist limitiert. Das E-Book bekommt ihr bei Amazon und bei Thalia. Da ist also hoffentlich für jeden Interessierten der passende Kanal vertreten.

Übrigens könnt ihr dem Buch neuerdings auf Facebook folgen. Eine ganze Seite wurde ihm gewidmet, und ihr könnt euch dort stets auf dem Laufenden halten, wenn es Neuigkeiten rund um die Anthologie, den Herausgeber Felix Woitkowski und die Autor*innen gibt.

Bleibt bitte gesund, passt auf euch und eure Lieben gut auf
und nutzt die Zeit, um zu lesen - zum Beispiel dieses Buch.


Montag, 3. August 2020

Buchtipp: "German Kaiju" - Eine wahrhaft monströse Anthologie

Jetzt erkläre mir bitte jemand, wie es passieren konnte, dass das Buch, das ich euch heute vorstellen möchte, seit seinem Erwerb auf der Leipziger Buchmesse 2019 auf meinem Stapel ungelesener Bücher vor sich hindümpelte, bevor ich es im Sommer 2020 - über ein Jahr später - endlich aufschlug und zu lesen begann. Da habe ich die ganze Zeit einen wahren Schatz Staub ansetzen lassen! Aber zum Glück haben Bücher kein Ablauf- oder Mindesthaltbarkeitsdatum. Dieses hier las sich jedenfalls ganz frisch und flott. Ihr merkt schon, das wird wieder eine Lobhudelei. Ich erhebe das Glas auf:

"German Kaiju"

Herausgeber Markus Heitkamp hat, wie er im Vorwort berichtet, schon immer ein Faible für riesige, Städte zertrampelnde Monster wie Godzilla gehabt - Fachbegriff "Kaiju" - und kam irgendwann auf die Idee, daraus eine Anthologie zu machen. Verleger Marc Hamacher vom Leseratten-Verlag war anscheinend bekloppt oder mutig genug, das Projekt gemeinsam mit ihm anzugehen. Heitkamp scharte eine wackere Truppe von Autoren  um sich, die in der Lage waren, aus der Idee, Kaijus in Deutschland wüten zu lassen, passende Stories zu machen. Mit Christian Günther stieß ein begnadeter Künstler zum Team, der für das Cover und zu jeder einzelnen Geschichte das passende Bild erschuf. Auf der Leipziger Buchmesse 2019 wurde das Buch präsentiert. Da wusste ich schon, dass ich es unbedingt haben wollte.

Ich sage euch, es ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Nicht nur das geniale Cover, das perfekt auf die Geschichten einstimmt, auch der in rot gehaltene Buchschnitt macht richtig was her. Es gibt drei (in Zahlen: 3!) Vorworte, zu jeder Geschichte gibt es eine eigene Illustration des jeweiligen Monsters sowie ein Foto und eine Kurzvita.

Aber all das ist natürlich nur hübsche Dekoration, die wirkungslos verpuffen würde, wenn der Inhalt nicht gut wäre, doch darum muss sich niemand Sorgen machen. Der Inhalt ist mega und hat das Versprechen des Slogans "Deutschlands größte Anthologie", mit dem das Buch beworben wurde, absolut erfüllt. Kommen wir also zu den einzelnen Geschichten.

Thomas Heidemann: Nakama, der Schrecken vom Mond
Nazis, riesige Kampfroboter und eine hartgesottene Soldatin. Ein furioser Einstieg ins Buch mit Pauken und Trompeten. Es wurde auch direkt die Stadt plattgemacht, in der ich arbeite: Frankfurt am Main.

Wolfgang Schroeder: Chaodoru - Das Grauen aus der Tiefe
Wisst ihr noch, der Berliner Flughafen, der nie fertig wurde? Er wird hier zum Schauplatz, und ohne zu viel verraten zu wollen, aber nach den Ereignissen in dieser Geschichte könnte sich die Eröffnung noch einmal um ein paar Jahrzehnte verschieben.

Tom Daut: Der Keim
Es wird noch spektakulärer, denn hier gilt die Devise: Ein Kaiju kommt selten allein. Dem Ruhrgebiet bekommt dieses monströse Duell nicht besonders gut. Übrigens spielt die Story im Jahr 1977 - meinem Geburtsjahr.

Torsten Scheib: Symbiogenese
Diese Geschichte stinkt zum Himmel. Im wörtlichen Sinn, denn hier erwacht ein Müllberg zum Leben und verschlingt alles, was sich ihm in den Weg stellt. Eine Kaiju-Variante mit einem außergewöhnlichen Monster und erstaunlich kritischen Untertönen - das hätte ich so in dieser Anthologie gar nicht erwartet.

Thomas Williams: Frankensteins Raketenmonster im Blutrausch
Ist nicht schon der Titel herrlich bescheuert? Auf kompromisslose Weise und immer mit diesem für Williams typischen Augenzwinkern wird hier Bielefeld in Schutt und Asche gelegt. Also falls noch jemand sich fragt, was an der Bielefeld-Verschwörung dran ist: Nach dieser Geschichte existiert die Stadt definitiv nicht mehr.

Hanna Nolden & Markus Heitkamp: Hansebiker gegen Mutant X
Der Herausgeber hat zusammen mit seiner Partnerin meine Lieblingsstadt Hamburg zerstört. Erzählt wird das Ganze aus Sicht einer Gruppe von kleinkriminellen Bikern, die sich unterhalb der Köhlbrandbrücke an ihrem Clubhaus treffen. Ich habe mich köstlich über die hanseatische Gelassenheit amüsiert, mit der sie die Geschehnisse wahrnehmen und kommentieren. Und zum Glück hat der Kasten mit dem Astra überlebt, da waren erst drei Flaschen raus, und Pfand war ja auch noch drauf.

Simona Turini: Flammen über Karlsruhe
Nun geht es nach Karlsruhe. Und irgendwie hat es Simona geschafft, die Legende um den Heiligen Gral, die Zerstörung der Stadt und ein gigantisches Insektenmonster unter einen Hut zu bringen. Eine düstere Liebeserklärung an die Stadt Karlsruhe.

Finley "Gun" McKinley: Saibotoru greift an
Nicht alle Monster kamen einfach so aus dem Nichts. Dieses hier wurde von Menschen geschaffen und nimmt die Bodensee-Region auseinander. Mir gefiel der knackig-militärische Stil dieser actiongeladenen Geschichte.

Markus Kastenholz: Die Großen Alten
Wer hier jetzt Horror à la Lovecraft mit Cthulhu-Kult und dunklen Beschwörungen erwartet, der ist auf dem falschen Dampfer. Staufen erlebt einen epischen Kampf der wohl außergewöhnlichsten Kaijus der ganzen Anthologie: Plitsch-Platsch vs. Kunigunde. Spoiler: Staufen war nur der Anfang. Kastenholz geht hier an die Grenzen der Zerstörung - und dann einfach weiter und immer weiter. Ein würdiger Abschluss für Deutschlands größte Anthologie.

Moment, Abschluss? Was ist das dann am Ende des Buches für ein komischer eingeklebter Umschlag? Drauf steht "Nur im Notfall öffnen!" Na super, was soll das dann jetzt? Ich finde ja, spontane Neugier und die Sicherheit, nie wieder einschlafen zu können, wenn ich nicht weiß, was in dem Umschlag steht, ist Notfall genug. Natürlich habe ich nachgeschaut. Drin steckten zwei dicht mit Schreibmaschine bedruckte, mit Kaffeeflecken verzierte Blätter, die die Lebensbeichte eines Hausmeisters enthalten, der ... ach nein, ich kann euch jetzt doch nicht alles verraten! Außer vielleicht, dass Christian von Aster diesen kleinen Bonus für euch aufgeschrieben hat, nur damit ihr schon mal ahnt, was da auf euch wartet. Ich fand das echt genial - wie die versteckte Bonusszene am Ende eines Marvel-Films.

"German Kaiju" ist eine großartige Anthologie, ich hatte richtig Spaß mit diesem Buch und empfehle es sehr gerne weiter.

Von mir gibt es 5 von 5 plattgemachten deutschen Großstädten!

Wo ihr das Buch herbekommt? Am besten direkt im Online-Shop des Leseratten Verlags

Sonntag, 19. Juli 2020

Ankündigung: Die nächste Anthologie mit meiner Beteiligung

Auch wenn ich seit Anfang Mai hier nichts mehr veröffentlicht habe, war ich alles andere als untätig. Trotz der Coronakrise, vielleicht auch wegen ihr, hatte ich in den letzten Wochen und Monaten gefühlt noch mehr zu tun als sonst. Der Brotjob wurde fast vollständig ins Homeoffice verlagert bis auf ein paar sporadische Besuche im Büro, um mal nach der Post zu schauen. Daneben habe ich lektoriert und korrigiert wie eine Wilde, oft durchgehend von Montag bis Sonntag immer bis spät in die Nacht.

Das Schreiben eigener Texte blieb leider fast auf der Strecke - fast. Tatsächlich kann ich - zu meiner eigenen Freude und Erleichterung - doch eine neue Veröffentlichung ankündigen. Im Oktober 2020 wird eine Anthologie im Blitz-Verlag erscheinen. Sie trägt den vielsagenden Titel "Wenn die Welt klein wird und bedrohlich - Schreiben aus der Coronaisolation".

Der Herausgeber Felix Woitkowski hatte mich dazu eingeladen. Nach anfänglichem Zögern (Schaffe ich das zeitlich? Was soll ich zu dem Thema überhaupt schreiben?) studierte ich erst einmal die beeindruckende Liste der teilnehmenden Autor:innen. Das überzeugte mich. Ich sagte zu und fand zum Glück überraschend schnell etwas, worüber ich schreiben konnte. Wie eingangs erwähnt, fahre ich immer noch dann und wann ins Büro und empfand diese Besuche auf dem verlassen wirkenden Firmengelände anfangs immer etwas spooky. Tja, und genau dieses Gefühl und diese Situation habe ich in meiner Kurzgeschichte "Bürotag" verarbeitet.

Was erwartet euch in dieser Anthologie? Nun, auf jeden Fall eine Sammlung garantiert hervorragender Texte, das ist mal sicher. Es wird eine Mischung aus Kurzgeschichten, Gedichten und Essays sein, und ich bin selbst schon ganz gespannt, was meine Mitautor:innen dazu verfasst haben. Ich mag auch das Cover sehr und finde, es fängt dieses beklemmende Gefühl, das sicher nicht nur ich vor allem zu Beginn der Coronakrise empfand, sehr gut ein.

Das Buch wird 12,95 EUR kosten und kann bereits vorbestellt werden, und zwar hier. Da es sich um eine exklusive Sammlerausgabe handelt, solltet ihr vielleicht nicht zu lange zögern. ;-)

Den kurzen, aber knackigen Klappentext sowie die Liste der teilnehmenden Autor:innen kriegt ihr natürlich auch noch dazu:

30 Phantastik-Autorinnen und -Autoren begleiten den ersten Monat der Corona-Isolation.
30 Perspektiven auf eine Welt im Krisenzustand.
Ein literarisch-phantastisches Tagebuch zwischen realer Dystopie und erschreckender Wirklichkeit.

Mit Beiträgen von Vincent Voss, Michael Schmidt, Jörg Kleudgen, Arthur Gordon Wolf, Nele Sickel, Silke Brandt, Petra Hartmann, Marianne Labisch, Markus K. Korb, Sascha Dinse, Gerd Scherm, Tatjana Stöckler, Sebastian von Arndt, Christian Veit Eschenfelder, Nicole Rensmann, Tobias Bachmann, Günter Wirtz, Tobias Reckermann, Martina Sprenger, Julia Annina Jorges, Thorsten Küper, Torsten Scheib, Jana Oltersdorff, Nadine Muriel, Matthias Attig, Alessandra Reß, Isabella Benz, Frank Hebben, Carolin Zwergfeld und Michael Marrak. 


Donnerstag, 5. März 2020

Skoutz Award 2020 - Die Longlists sind da!

Der Skoutz-Kauz (Bild: skoutz.de)
Vor wenigen Tagen wurden die Longlists für einen meiner Lieblingspreise in der deutschsprachigen Literaturlandschaft verkündet. Der Skoutz Award geht in diesem Jahr in die fünfte Runde, und nach Aussage der Skoutz-Redaktion gewinnt er weiter an Aufmerksamkeit und damit an Bedeutung.

Für die Longlist sollten die Leser*innen ihre Favoriten in den einzelnen Kategorien vorschlagen. Am Ende waren es so viele wie noch nie, aus denen das Skoutz-Team seine halbwegs übersichtlichen Longlists basteln konnte. Die Betonung liegt also auf Long, selbst in den "Außenseiter"-Kategorien muss man lange scrollen, um bis ans Ende der Liste zu gelangen.

Ich habe mir meine Lieblingskategorien etwas genauer angesehen und kommentiere das Ganze hier mal - völlig subjektiv, versteht sich - für euch.

Longlist Anthologie


Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, hier eine ausgewogene Midlist hinzukriegen, die nicht ausschließlich aus Anthologie-typischen Genres wie Horror und Science Fiction besteht. Es könnte aber durchaus passieren und wäre völlig gerechtfertigt, denn auf dieser Longlist sind unglaublich viele großartige Titel zu finden. Jurorin Mi Schäfer ist um ihre Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden. Ich persönlich würde mich natürlich besonders darüber freuen, wenn es die "Lückenfüller 2" schaffen, schon weil es die einzige Anthologie aus dem letzten Jahr ist, an der ich mit einer eigenen Geschichte beteiligt bin. Die Lückenfüller haben jedoch jede Menge starker Konkurrenz. Große Chancen sehe ich für "German Kaiju" (Riesenmonster bedrohen/zerstören deutsche Städte), "Erntenacht" (Folklore-Horror) und "Aeronautica" (Steampunk, wunderschön in Szene gesetzt).

Longlist Science Fiction


Eine spannende Liste, die für mich vor allem viele Buchtipps enthält, da ich hier noch nicht so viele Titel kenne, geschweige denn gelesen habe. Juror Cliff  Allister ist ein SciFi-Autor der ersten Liga. Ob er auch ein Bücherwurm erster Klasse ist? Wir werden sehen. Ich hoffe, er gibt wenigstens einem der zwei Titel von Thor Ansell einen Platz auf der Midlist: "Anteros" (KI, Weltall, Action, eine Prise Humor, etwas Horror und überbordende Fantasie) und "Phobos" (Auftakt einer SciFi-Horror-Saga, Teil 2 erscheint bald). "Shape Me" von Melanie Vogltanz habe ich gerade erst im Rahmen der #buecherhamstern Aktion für meinen Kindle gekauft. Noch nicht gelesen, aber viel Gutes gehört. Außerdem weiß ich, dass Melanie super schreibt. Auch diesem Titel wünsche ich viel Erfolg. Und einen Titel sollte Cliff Allister sich unbedingt auch noch genauer anschauen: "Wasteland" von Judith C. und Christian Vogt. Das Buch habe ich vor kurzem ausführlich vorgestellt und finde, schon allein aufgrund seines Alleinstellungsmerkmals als SciFi-Roman in gendergerechter Sprache hat es einen Platz auf der Midlist verdient!

Nachtrag: Wie konnte ich das übersehen? Da sieht man mal, wie lang diese Longlists sind ... Da ist ja noch ein besonderer Titel bei Science Fiction: "U.N.E. - Funke der Rebellion" von Michaela Harich. Dystopischer Roman, der in einem Europa nach dem Ende der Europäischen Union angesiedelt ist. Ich durfte als Lektorin an der Entstehung mitwirken. Auch diesem Buch wünsche ich ganz viel Glück, Erfolg und viele neue Leser*innen!







Longlist Horror


Ob ihr es glaubt oder nicht, aber ich habe von der gesamten Longlist Horror erst einen einzigen Titel wirklich gelesen: "Infiltriert" von Vincent Voss. Der hatte es aber in sich, und ich denke, Vincent hat gute Chancen, seinen Namen auf der Midlist wiederzufinden. Aber natürlich gibt es einige Bücher, die ich zumindest schon einmal auf meiner To-Read-Liste notiert habe. Dazu gehört "Das Institut" von Stephen King ebenso wie "Die Nacht der Blumen" von Michaela Harich. Insgesamt hoffe ich, dass die Titel die größeren Chancen auf einen Midlist-Platz haben, die meine bevorzugte Art von Horror enthalten, den mit der Gänsehaut, mit dem Gefühl, dass du das Licht anlassen musst, wenn du schlafen gehst, und dass du deine Füße lieber nicht über die Bettkante hängen lässt, weil es ja vielleicht doch die Monster unter dem Bett gibt. Mal abwarten, ob Jurorin Mari März das ähnlich sieht.



Insgesamt gefallen mir die Longlists wieder sehr gut. Sie bieten eine ausgewogene Mischung aus Titeln aus Großverlagen, Kleinverlagen und von Selfpublisher*innen, aus Bestsellern, Nischenfüllern und Geheimtipps und zeigen, wie bunt und abwechslungsreich die Buchlandschaft ist. Ich vertraue ganz dem Urteil der diesjährigen Juroren und Jurorinnen, dass sie den richtigen Riecher und das richtige Bauchgefühl mitbringen und uns am 12. April 2020 die Midlists präsentieren. Darauf freue ich mich schon jetzt!

Montag, 14. Oktober 2019

Frankfurter Buchmesse - Fahrplanänderung

In eigener Sache


Der Oktober 2019 ist für unsere Familie ein sehr trauriger Monat. Das ganze Jahr stand unter keinem guten Stern, ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen. Nun verstarb mein Schwiegervater nach schwerer Krankheit. Wir sind alle sehr traurig - keine leichte Zeit für unsere Familie.

Da die Beerdigung diese Woche am Freitag in Mecklenburg-Vorpommern stattfindet, werden wir am Donnerstag hin und am Samstag wieder zurückfahren. Das heißt also in Bezug auf die Buchmesse, dass ich sie ausfallen lasse - mehr oder weniger. Inzwischen habe ich mit meiner Familie einen "Plan B" ausgeknobelt, der es mir ermöglicht, doch noch ein bisschen Messeluft zu schnuppern.

Neuer Fahrplan


Morgen Abend nehme ich auf jeden Fall an der Eröffnungsfeier teil und werde hoffentlich noch Zeit finden, darüber zu berichten und ein paar Fotos zu zeigen. Wenn ihr mögt, folgt mir auf Instagram oder Twitter, dort werde ich bestimmt quasi live Bilder zeigen und ein bisschen kommentieren.

Am Samstag habe ich vor, am späten Nachmittag nach der  Rückfahrt aus dem Norden noch zum BuCon zu fahren, denn das ist dieses Jahr die letzte Gelegenheit für mich, viele meiner lieben Buchmenschen wiederzusehen. Außerdem wird dort am Tisch des Amrûn-Verlages die niegelnagelneue Anthologie "Lückenfüller 2" vorgestellt, zu der ich eine Geschichte über einen durchdrehenden Tintenfisch beisteuern durfte (wird demnächst hier ausführlich vorgestellt). Guckt mal links, das Cover - ein Träumchen! Ich möchte mir doch gern mein Autorenexemplar abholen und Autogramme meiner Anthologie-KollegInnen gleich dazu. Ach ja, wenn ihr auch zum BuCon kommt, schaut doch um 13 Uhr im Raum Battlebridge vorbei - da stellt Verlagschef Jürgen Eglseer zusammen mit allen anwesenden Autoren die Anthologie vor.



Die Frankfurter Buchmesse habe ich bisher an den besuchsstarken Wochenenden immer gemieden. In diesem Jahr werde ich es aber mal am Sonntag versuchen und bringe Verstärkung mit. Beide Söhne wollen mich begleiten. Sie waren noch nie auf der FBM. Das wird für uns drei eine interessante Erfahrung. Wenn alles klappt, werde ich mich zwischen 14 und 16 Uhr in Halle 3 irgendwo zwischen dem Stand von PAN, dem Signiertisch und dem Stand von Skoutz aufhalten. Also wenn ihr mich entdeckt - und erkennt - sprecht mich einfach an!



Ich wünsche allen, die zur #FBM19 und/oder zum #BuCon2019 fahren, viel Spaß, Erfolg und einfach eine gute Zeit!

Freitag, 20. September 2019

#KGFestival - Der erste und der letzte Satz und das Kurze dazwischen

Für Meara Finnegans wundervolle Idee, die Kurzgeschichte in einem eigenen Festival zu lobhudeln, dem #KGFestival, wurde ich gebeten, mir ein paar Gedanken darüber zu machen, wie ich meine Texte überarbeite, was ich alles damit veranstalte, bevor ich es einsende. Ob ich Tipps an andere Autor*innen geben könnte, die mal an einer Ausschreibung teilnehmen möchten. Ich bin ja nicht nur leidenschaftliche Kurzgeschichtenautorin, sondern auch noch als Lektorin unterwegs – und damit wohl meine eigene strenge Kritikerin Nummer 1.

Tja, und jetzt sitze ich hier und überlege, ob ich in meinem Tun überhaupt ein Muster und eine Art Struktur oder gar Strategie erkennen kann. Auf den ersten Blick würde ich spontan sagen: Nein, es kommt, wie es kommt. Aber nach längerem Nachdenken habe ich doch ein paar Dinge entdeckt, auf die ich besonders achte und die ich beinahe jedes Mal mache, wenn ich eine Kurzgeschichte für eine Anthologie schreibe.

An die Anforderungen halten

Bettina Ickelsheimer-Förster von Shadodex – Verlag der Schatten hat es hier schon ausführlich erläutert, aber ich finde, man kann nicht oft genug darauf hinweisen, deshalb ist das mein erster Tipp für euch:

Die meisten Ausschreibungen für Anthologien geben klare Themen vor und nennen oft noch ein paar weitere Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit die eingereichten Texte eine Chance haben. Dazu gehören so formelle Dinge wie minimale und maximale Zeichenzahl oder das Format, in welchem der Text geschickt werden soll. Dazu gehören aber auch inhaltliche Kriterien. Welche Genres sind zugelassen? Darf Sex enthalten sein? Wie explizit darf Gewalt dargestellt werden? Werden bestimmte Figuren erwünscht oder ausgeschlossen?

Wenn eine Ausschreibung Geschichten über Vampire sucht, die sich explizit nicht von Menschenblut ernähren, dann sollte man eben keine Geschichte über einen Vampir schreiben, der Menschen aussaugt, und sich anschließend wundern, warum man abgelehnt wurde. Manchmal MUSS die Geschichte ein bestimmtes Element enthalten, manchmal MÜSSEN konkrete Begriffe vorkommen. Ich habe von Anfang an immer darauf geachtet, die Vorgaben genauestens einzuhalten, damit ich zumindest aufgrund der Kriterien nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann. Meiner Kreativität indes hat das nie einen Abbruch getan.

Kürzen, kürzen, kürzen

Auch wenn meine letzten Kurzgeschichten schon Ausmaße angenommen haben, die ein strenger Literat gar nicht mehr als Kurzgeschichten anerkennen würde, ist die Betonung auf Kürze bei einer Kurzgeschichte für mich immer noch das A und O. Zunächst schreibe ich drauflos und versuche, überhaupt erst einmal eine Geschichte hinzukriegen, die Anfang, Mittelteil und Ende hat und mir gefällt und vermutlich auch dem Veranstalter der Ausschreibung gefallen könnte. Aber wenn es ans Überarbeiten geht, fange ich an, im großen Stil zu kürzen.

Gute Geschichten brauchen kein Füllmaterial!

All diese Füllwörter, die „dann’s“, die „ja’s“, die „eigentlich’s“ und „eben’s“ und die überflüssigen „und’s“, die sich bei der Rohfassung im Schreibflow automatisch reinmogeln, fliegen in hohem Bogen raus. Probiert es aus: Eure Sätze funktionieren auch und sogar besser, wenn ihr die Füllwörter weglasst. Es fliegen aber auch Adjektive raus, wenn ich merke, dass sich Sätze viel flüssiger und knackiger ohne sie lesen. Adjektive und Adverbien sind in vielen Fällen nichts weiter als Füllmaterial, das einen gefühlt „nackten Text“ aufrüschen soll, was aber so gut wie nie nötig ist. Finde ich die richtigen Worte, insbesondere Verben, für meine Botschaft, kann ich auf die Adjektive und das ganze Füllmaterial verzichten.

Manchmal müssen bei mir ganze Sätze oder sogar Absätze dran glauben, wenn ich feststelle, dass ich dieselbe Aussage auch wesentlich kürzer machen kann oder – auch das kommt vor – längst in einem Satz davor oder danach treffender gemacht habe. Wiederholung, ob nun von einzelnen Wörtern oder ganzen Aussagen, ist nie gut, für keine Art von Text. In einer Kurzgeschichte ist sie geradezu tödlich, denn sie killt vor allem eins: die Spannung. Und um die geht es in Kurzgeschichten doch irgendwie immer, egal, in welchem Genre.

Kürzen ist wahrscheinlich der wichtigste Tipp überhaupt, den ich geben kann. Ich bin überzeugt, dass jede Kurzgeschichte nur besser wird, wenn man sie kürzt und strafft. Dass man gar nicht viele Worte braucht, um etwas Spannendes zu erzählen, habe ich zum Beispiel durch meine Teilnahme an den monatlichen Mikrofiction-Wettbewerben bei Sweek gelernt. Da darf kein eingereichter Text länger als 250 Wörter sein. Und wie lang waren 99% meiner Beiträge? Richtig: exakt 250 Wörter. Es macht sogar richtig Spaß, eine Idee so lange zu biegen und umzuformulieren, bis sie die 250-Wort-Grenze erfüllt.

Der erste und der letzte Satz

Ich erzähle jetzt sicherlich nichts Neues, wenn ich behaupte, dass für den Einstieg in eine Geschichte nichts so wichtig ist wie ein gelungener erster Satz. Im Grunde gilt das für alle Arten von Geschichten in jedem Genre. Aber gerade in der Kurzgeschichte, wo es, wie der Name schon sagt, um die Kürze geht, sollte der erste Satz sitzen wie die Faust aufs Auge. Mit ihm kann man bereits den Protagonisten einführen und charakterisieren, man kann auf den zentralen Konflikt hinweisen oder etwas über die Atmosphäre verraten, in der die Geschichte spielt. Idealerweise steigt gleich der erste Satz direkt in die Handlung ein.

Kurzum: Der erste Satz darf alles, außer langweilig sein. Er muss Neugier wecken.

Während potenzielle Leser*innen einem ganzen Roman durchaus mindestens die komplette erste Seite oder das erste Kapitel gönnen, bevor sie entscheiden, ob das Buch es wert ist, vollständig gelesen zu werden, sind sie bei Kurzgeschichten nicht ganz so geduldig. Aber da das hier ja ein Tipp für Autor*innen sein soll, die ihre Texte einsenden wollen, ist die erste Leserin nicht die Person, die am Ende das fertige Buch kauft, sondern die Herausgeberin oder Verlegerin.

Bei einer Ausschreibung kommen schnell mehrere hundert Einsendungen zusammen, die alle von den Herausgeber*innen gelesen werden wollen. Was denkt ihr, welche Geschichte die größeren Chancen hat, nicht nur vollständig gelesen zu werden, sondern am Ende auch in die engere Auswahl zu kommen? Die Geschichte, die mit einem harmlosen Satz wie „Es war ein schöner, milder Frühlingstag“ beginnt? Oder vielleicht doch eher die Geschichte, die so anfängt: „Michaels Freude darüber, ein echtes, leibhaftiges Einhorn zu erblicken, währte nicht lange.“ (Das ist übrigens der Beginn meiner Horror-Kurzgeschichte „Die Sache mit dem Einhorn“, mit der ich es nicht nur in die Anthologie geschafft hatte, sondern diese als erste im Buch auch noch eröffnen durfte.)

Übrigens: Den ersten Satz eurer Geschichte müsst ihr nicht als ersten Satz überhaupt schreiben. Ihr könnt den irgendwann ausformulieren, bis er für euch perfekt ist. Das kann auch der allerletzte Schritt beim Schreiben einer Kurzgeschichte sein. Ich selbst schreibe den ersten Satz tatsächlich oft als allererstes, ich brauche den wie einen Leuchtturm in der Nacht, an dem ich mich orientieren kann. Aber ein Muss ist das nicht.

Und der letzte Satz? Richtig, der ist auch wichtig. Wobei ich da mehr vom „letzten Absatz“ sprechen würde. Bei Kurzgeschichten ist das Ende so eine Sache. Sie enden gerne „offen“. Ich persönlich mag offene Enden sehr gern, fast genauso gern wie „Bad Ends“. Kurzgeschichten funktionieren oft viel besser, wenn sie offen oder ziemlich schlecht für alle Beteiligten enden. Die Guten müssen nicht unbedingt gewinnen, der zentrale Konflikt muss nicht eindeutig gelöst werden, oft genug zerbricht der Protagonist einfach daran, auf welche Weise auch immer. Wichtig ist es aber, die Leser*innen mit einem knackigen letzten Satz oder eben Absatz zu verabschieden, damit die Geschichte wirkt, nachhallt und zum Grübeln anregt. Hier mal als Beispiel das Ende meiner Geschichte „Die Gartenpforte“. Darin geht es um ein unheimliches Gartentor, das irgendwie im Zusammenhang mit dem Verschwinden einiger Menschen steht. Das also sind die letzten Sätze dieser Geschichte:

„Während ich zwischen zerbrochenen Blumentöpfen, überlagertem Saatgut und uralten Gartengeräten herumwühle, höre ich ein Geräusch. Quietschend, knarrend, rostig. Nerven zerfetzend. Uralte Scharniere, die schon lange nicht mehr bewegt worden sind. Ich vergesse für einen Augenblick die Schaufel und gehe nachsehen.“

Wie war das noch gleich?
An dieser Stelle noch einmal der Schnelldurchlauf für die Eiligen:
  1. Genau die Kriterien beachten, die bei einer Ausschreibung/einem Wettbewerb für Kurzgeschichten vorgegeben sind.
  2. Kurz, kürzer, am besten.
  3. Genialer erster Satz, raffiniertes Ende.

Alles klar? Dann ab ins Internet, sucht euch die zu euch passende Ausschreibung raus und legt los. Ich wünsche euch ganz viel Erfolg!