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Dienstag, 27. September 2022

Buchtipp: Vincent Voss "Im Eis"

Es ist schon ein paar Monate her, dass ich das Buch gelesen habe, aber sobald ich daran zurückdenke, überzieht mich sofort eine Gänsehaut, und das Gefühl von Kälte ist wieder da.

Darum geht's:

Die Ethnologin Amelie entdeckt die verschollenen Tagebuchaufzeichnungen des Kapitäns Johannes Werkmeister, der mit seinem Schiff Teutonia an der legendären 3. Nordpolexpedition im Jahr 1878 teilgenommen hatte. Die Lektüre eröffnet ihr ganz neue Erkenntnisse, die sie nicht nur beunruhigen, sondern ihre Neugierde nähren. Sie schafft es, eine neue Expedition auf die Beine zu stellen, um dem Weg der Schiffe zu folgen und herauszufinden, was damals wirklich passiert ist. Dabei muss sie schon bald erkennen, dass sie das Leben aller in Gefahr bringt, die sie auf dieser Reise begleiten. Der Horror wartet im ewigen Eis ...

Hat es mir gefallen?

Aber sowas von. Es ist wieder ein großartiger, spannender, gänsehauttreibender Roman aus der Feder eines meiner Lieblingsautoren im Horrorgenre - Vincent Voss. Und dass er diesmal sehr intensiv und ausführlich recherchiert und entsprechend lange gebraucht hat, um das Buch zu schreiben, merkt man dem Skript an. Es ist mit vielen Details gespickt, sowohl in dem Handlungsstrang über die 3. Expedition, die in Form von Tagebucheinträgen eingebaut wurde, als auch in dem in der Gegenwart spielenden zweiten Handlungsstrang, dessen Mittelpunkt die Wissenschaftlerin Amelie bildet. Wie eingangs erwähnt, schafft es das Buch durch seine intensiven Beschreibungen von Landschaft und Nordpolarmeer, das Gefühl von durchdringender Kälte zu vermitteln. Der Horror schwingt zunächst eher unterschwellig mit, wie eine Ahnung, dass unter der Oberfläche etwas lauert, das jederzeit hervorbrechen könnte - und es dann auch tut. Oh, und wie es das tut. Ich erwähnte es ja schon: ein echter Voss.

Fazit:

Ich hätte das Buch vielleicht besser im Sommer vorgestellt, da hätte es für willkommene Abkühlung gesorgt. Wenn ihr also jetzt im Herbst und kommenden Winter dazu greift, sorgt dafür, dass ihr kuschelige Socken an den Füßen tragt, eine Wolldecke um eure Schultern gelegt ist und ein wärmendes Heißgetränk in greifbarer Nähe bereitsteht!

Ich vergebe 4,5 von 5 blutbesudelten Eisschollen.

Wenn ihr das Buch nun unbedingt lesen wollt (wovon ich ausgehe), empfehle ich, es direkt beim Verlag Torsten Low zu bestellen - und zwar hier.

Donnerstag, 5. März 2020

Skoutz Award 2020 - Die Longlists sind da!

Der Skoutz-Kauz (Bild: skoutz.de)
Vor wenigen Tagen wurden die Longlists für einen meiner Lieblingspreise in der deutschsprachigen Literaturlandschaft verkündet. Der Skoutz Award geht in diesem Jahr in die fünfte Runde, und nach Aussage der Skoutz-Redaktion gewinnt er weiter an Aufmerksamkeit und damit an Bedeutung.

Für die Longlist sollten die Leser*innen ihre Favoriten in den einzelnen Kategorien vorschlagen. Am Ende waren es so viele wie noch nie, aus denen das Skoutz-Team seine halbwegs übersichtlichen Longlists basteln konnte. Die Betonung liegt also auf Long, selbst in den "Außenseiter"-Kategorien muss man lange scrollen, um bis ans Ende der Liste zu gelangen.

Ich habe mir meine Lieblingskategorien etwas genauer angesehen und kommentiere das Ganze hier mal - völlig subjektiv, versteht sich - für euch.

Longlist Anthologie


Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, hier eine ausgewogene Midlist hinzukriegen, die nicht ausschließlich aus Anthologie-typischen Genres wie Horror und Science Fiction besteht. Es könnte aber durchaus passieren und wäre völlig gerechtfertigt, denn auf dieser Longlist sind unglaublich viele großartige Titel zu finden. Jurorin Mi Schäfer ist um ihre Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden. Ich persönlich würde mich natürlich besonders darüber freuen, wenn es die "Lückenfüller 2" schaffen, schon weil es die einzige Anthologie aus dem letzten Jahr ist, an der ich mit einer eigenen Geschichte beteiligt bin. Die Lückenfüller haben jedoch jede Menge starker Konkurrenz. Große Chancen sehe ich für "German Kaiju" (Riesenmonster bedrohen/zerstören deutsche Städte), "Erntenacht" (Folklore-Horror) und "Aeronautica" (Steampunk, wunderschön in Szene gesetzt).

Longlist Science Fiction


Eine spannende Liste, die für mich vor allem viele Buchtipps enthält, da ich hier noch nicht so viele Titel kenne, geschweige denn gelesen habe. Juror Cliff  Allister ist ein SciFi-Autor der ersten Liga. Ob er auch ein Bücherwurm erster Klasse ist? Wir werden sehen. Ich hoffe, er gibt wenigstens einem der zwei Titel von Thor Ansell einen Platz auf der Midlist: "Anteros" (KI, Weltall, Action, eine Prise Humor, etwas Horror und überbordende Fantasie) und "Phobos" (Auftakt einer SciFi-Horror-Saga, Teil 2 erscheint bald). "Shape Me" von Melanie Vogltanz habe ich gerade erst im Rahmen der #buecherhamstern Aktion für meinen Kindle gekauft. Noch nicht gelesen, aber viel Gutes gehört. Außerdem weiß ich, dass Melanie super schreibt. Auch diesem Titel wünsche ich viel Erfolg. Und einen Titel sollte Cliff Allister sich unbedingt auch noch genauer anschauen: "Wasteland" von Judith C. und Christian Vogt. Das Buch habe ich vor kurzem ausführlich vorgestellt und finde, schon allein aufgrund seines Alleinstellungsmerkmals als SciFi-Roman in gendergerechter Sprache hat es einen Platz auf der Midlist verdient!

Nachtrag: Wie konnte ich das übersehen? Da sieht man mal, wie lang diese Longlists sind ... Da ist ja noch ein besonderer Titel bei Science Fiction: "U.N.E. - Funke der Rebellion" von Michaela Harich. Dystopischer Roman, der in einem Europa nach dem Ende der Europäischen Union angesiedelt ist. Ich durfte als Lektorin an der Entstehung mitwirken. Auch diesem Buch wünsche ich ganz viel Glück, Erfolg und viele neue Leser*innen!







Longlist Horror


Ob ihr es glaubt oder nicht, aber ich habe von der gesamten Longlist Horror erst einen einzigen Titel wirklich gelesen: "Infiltriert" von Vincent Voss. Der hatte es aber in sich, und ich denke, Vincent hat gute Chancen, seinen Namen auf der Midlist wiederzufinden. Aber natürlich gibt es einige Bücher, die ich zumindest schon einmal auf meiner To-Read-Liste notiert habe. Dazu gehört "Das Institut" von Stephen King ebenso wie "Die Nacht der Blumen" von Michaela Harich. Insgesamt hoffe ich, dass die Titel die größeren Chancen auf einen Midlist-Platz haben, die meine bevorzugte Art von Horror enthalten, den mit der Gänsehaut, mit dem Gefühl, dass du das Licht anlassen musst, wenn du schlafen gehst, und dass du deine Füße lieber nicht über die Bettkante hängen lässt, weil es ja vielleicht doch die Monster unter dem Bett gibt. Mal abwarten, ob Jurorin Mari März das ähnlich sieht.



Insgesamt gefallen mir die Longlists wieder sehr gut. Sie bieten eine ausgewogene Mischung aus Titeln aus Großverlagen, Kleinverlagen und von Selfpublisher*innen, aus Bestsellern, Nischenfüllern und Geheimtipps und zeigen, wie bunt und abwechslungsreich die Buchlandschaft ist. Ich vertraue ganz dem Urteil der diesjährigen Juroren und Jurorinnen, dass sie den richtigen Riecher und das richtige Bauchgefühl mitbringen und uns am 12. April 2020 die Midlists präsentieren. Darauf freue ich mich schon jetzt!

Sonntag, 12. Mai 2019

Zweimal zweiter Platz beim Vincent Preis!

Bald halte ich eine Urkunde mit
meinem Namen in der Hand!
Die Freude kann kaum größer sein: Gestern Abend wurden beim Marburg Con die Gewinner des Vincent Preis verkündet. Ich habe es leider wieder einmal nicht geschafft, persönlich dabei zu sein, aber irgendwann am späten Abend erfuhr ich dann endlich über meine Social Media Kanäle, was ich so gern wissen wollte: Hat es mein Büchlein "Dunkle Begegnungen", das in der Kategorie "Storysammlung" auf der Shortlist stand, noch aufs Siegertreppchen geschafft?

Ja, hat es! Ich habe am Ende den zweiten Platz erreichen können. Wie genial ist das? Da träume ich schon seit Jahren davon, mal auf die Shortlist bei diesem Preis zu kommen, und dann erreiche auch noch beim ersten Mal einen Platz in der Top 3. Meine Freude könnte nicht größer sein - dachte ich, bis ich erfuhr, dass es auch die Anthologie "Ghost Stories of Flesh and Blood", die ich mit meiner Geschichte "Das Haus am Friedhof" eröffnen durfte, in ihrer Kategorie auf den zweiten Platz geschafft hat.

Die Freude geht noch weiter, denn einige liebgewonnene Autorenfreunde können sich ebenfalls über Plätze weit vorne freuen, unter anderem Vincent Voss, der in der Kategorie "Beste Kurzgeschichte" auch auf Platz 2 landete, sowie die zauberhafte Faye Hell, die sich sogar über Platz 1 freuen darf: Ihr Buch "Rigor Mortis" gewann in der Kategorie "Bester Roman national".

Siegertyp! :-)
Ich gratuliere allen Nominierten, Erstplatzierten und MitstreiterInnen und starte, um das zu feiern, gleich eine kleine Buchverlosung über Lovelybooks.



Ich kann es kaum erwarten, die Urkunde zu erhalten. Sie bekommt einen besonderen Platz in unserem Haus.

Samstag, 24. Juni 2017

Buchtipp: Vincent Voss - Frischfleisch - Nullpersonen

Lasst euch doch BRDigen! So heißt es provokant auf dem Klappentext zu Vincent Voss' neuestem Zombiethriller. Ich nahm das Buch als eines meiner Souvenire von der letzten Leipziger Buchmesse mit - übergeben von Herrn Voss persönlich mit einer sehr schönen Widmung. Ich nehme dich beim Wort, Vincent, du weißt hoffentlich noch, was du mir da reingeschrieben hast. :-)

Aber kommen wir zum Buch. Dass es sich um einen Zombiethriller handelt, erwähnte ich ja bereits. Der Roman folgt im Grundgerüst dem für eine zünftige Zombieapokalypse typischen Verlauf: Es verbreitet sich zunächst schleichend, es gibt hier und da seltsame Zwischenfälle in Hamburg und im Umland. Es passiert in der Gerichtsmedizin, in einer Schule, in einem Kindergarten, am Frankfurter Flughafen und so weiter. Unfälle häufen sich. Rettungskräfte und Polizei sind schon bald hoffnungslos überfordert. Als der komplette Flughafen unter Quarantäne gestellt wird und im Hamburger Elbtunnel eine Katastrophe geschieht, bricht endgültig das Chaos aus. Nur wenige Menschen ahnen, dass es sich weder um Unfälle noch Amokläufe noch eine normale ansteckende Krankheit handelt, unter ihnen die Radiomoderatorin Kesh, der Blogger Tim und der Ethnologe Professor Dr. Jäger.

Und dennoch ist das hier nicht einfach "noch ein Zombieroman". Vincent Voss präsentiert eine atemberaubend spannende Story und jagt den Leser von einem Kapitel ins nächste. Jedesmal wechselt der Schauplatz, folgen wir anderen Figuren und erfahren von Schicksalen und Greueltaten. Besonders gut gefielen mir wieder der Erzählstil und ganz besonders die Dialoge - die lasen sich toll, wirkten authentisch und machten die Charaktere so lebendig, dass ich mit jedem einzelnen von ihnen mitfieberte - vom arroganten Politiker über den prolligen Teenager und den abgebrühten Soldaten bis zur verzweifelten Mutter, die ihre Lieben beschützen will.

Es wird gestorben, gekämpft, gebissen und gemetzelt, Blut fließt in rauen Mengen, und dennoch schafft Voss es, hier und da seinen angenehmen Sinn für Humor durchblitzen zu lassen - nordisch unterkühlt, leicht ironisch und eher schwarz, genau wie ich es mag.

Was ich übrigens richtig gelungen fand, waren die Zitate, die jedem Kapitel vorangestellt waren und perfekt auf das einstimmten, was den Leser auf den nächsten Seiten erwartete. Diese Zitate stammen nämlich allesamt aus bekannten Filmen, nicht nur aus Zombiefilmen, sondern auch von jeder Menge anderer Klassiker und Kultfilme. Ich habe den Eindruck, dass Voss da nur aus seinen persönlichen Lieblingsfilmen zitiert und stelle fest: Wir haben auch filmisch einen recht ähnlichen Geschmack. Einige der Zitate erkannte ich sofort und hatte direkt die Bilder der zugehörigen Szene aus dem Film im Kopf. Kopfkino im wahrsten Sinne des Wortes.

Meine Lieblingsszene ist zugleich eine der grausamsten und ergreifendsten im Buch, ich kannte sie bereits, weil Vincent Voss sie bei der Leipziger Buchmesse auf der Lesung in der Soupbar Summarum vortrug. Da wird Kesh im Studio von einem Jungen angerufen, der völlig verzweifelt ist, weil er und seine Schwester gerade von ihren eigenen untoten Eltern angegriffen werden. Da sitzt jedes Wort! Gänsehaut!

Übrigens: Wer mal in den Genuss einer Voss'schen Lesung gekommen ist, den brauche ich nicht mehr zu überzeugen, denn der weiß: Vincent Voss ist ein genialer Vorleser! Allen anderen rate ich: Wenn ihr die Chance bekommt - unbedingt nutzen!

Und überhaupt: Wenn ihr mal wieder Bock auf so einen richtig fetzigen Zombieschmöker habt, dann greift auf jeden Fall zu "Frischfleisch - Nullpersonen". Zombies mitten in Deutschland - das rockt!

Der Roman ist übrigens die Fortsetzung von "Faulfleisch", aber es ist nicht notwendig, das Buch gelesen zu haben, um "Frischfleisch" zu verstehen. Und ich meine: Zombies, alles klar? Ihr kennt die Regeln: Lasst euch nicht beißen, schießt ihnen in den Kopf, legt Vorräte an und lest zur Vorbereitung auf die Zombieapokalypse am besten alle Bücher von Vincent Voss, aber dieses hier auf jeden Fall. Dann habt ihr eine Chance.

Ich kann nicht anders,
auch diesem Voss-Werk gebe ich die volle Punktzahl:
5 von 5 blutverschmierten Sternen!

Das Buch gibt es überall und ganz besonders hier direkt vom Verlag Torsten Low im Onlineshop.

Freitag, 3. März 2017

Vincent Preis 2016: Die Shortlists stehen fest!

Große Freude bei Qindie! Gestern Abend wurden die Nominierungen für die Shortlist zum

Vincent Preis 2016

bekanntgegeben, und in diesem Jahr ist eine Qindie-Kollegin unter den Finalisten.

Unsere Coverdesignerin Jacqueline Spieweg wurde für das fantastische Cover zu unserer Anthologie "Bloody Qindie präsentiert: Besessen" als Beste Grafikerin 2016 nominiert und befindet sich mit so namhaften Kollegen wie Mark Freier oder Björn Ian Craig in illustrer Gesellschaft!

Wir von Qindie freuen uns darüber riesig und gratulieren Jacqueline von Herzen. Natürlich drücken wir ihr nun auch noch einmal fest die Daumen, dass sie am Ende sogar das Siegertreppchen erklimmen kann.

Aber auch sonst bin ich von der Liste der Nominierten ganz begeistert, denn da finden sich einige Autoren, mit denen ich befreundet bin und/oder deren Geschichten ich sehr mag:

Vincent Voss - Bester Roman national
Constantin Dupien - Beste Anthologie
Markus Kastenholz - 2 x Beste Anthologie, 1 x Beste Storysammlung
Juliane Schiesel - Beste Kurzgeschichte
Thomas Williams - Beste Kurzgeschichte

Da weiß ich teilweise gar nicht, wem ich zuerst die Daumen drücken soll! Aber egal: Wer es auf die Shortlist zum Vincent Preis schafft, der ist eh schon ein Gewinner.

Und hier könnt ihr bei der finalen Abstimmung mitmachen: Abstimmungsformular Endrunde.

Viel Glück allen Nominierten!


Mittwoch, 10. August 2016

Shortlist! Finale! Olé, olé!

Am 17. Juli 2016 wurden die Wahlurnen zur Shortlist des Skoutz Award geschlossen. Danach musste noch die Jury abstimmen, es musste ausgewertet und ausgezählt werden. So kam es, dass ich bis zu meinem ersten Urlaubstag am 26. Juli 2016 nicht wusste, ob ich vielleicht ... unwahrscheinlicherweise ... eventuell ... weiter bin.

Und dann stand ich an der Kasse einer Raststätte kurz vor der Schweizer Grenze und erwarb gerade meine Vignette, da schaute ich kurz aufs iPhone und öffnete gewohnheitsmäßig auch die Facebook-App.

Und was entdeckte ich da als allererste Meldung? Skoutz hat die Shortlist veröffentlicht!

Ich überflog den Text, rollte runter zu den Titeln und entdeckte ziemlich schnell meinen Lieblingsmitbewerber Vincent Voss. Sein Roman "Wasser" hat es auf die Shortlist in der Kategorie Horror geschafft. Ich rollte weiter bis ans Ende und wieder zurück und erst da, beim nochmaligen Drüberfliegen fand ich meinen Namen in der Liste. Da stand wirklich mein Buch. Auf der Shortlist. Für den Skoutz Award. Aaaaaaaaaah!!!


Nun war ich ja auf dem Weg in die Toskana und hatte mir fest vorgenommen, offline zu bleiben. Ganz habe ich das nicht geschafft. Ich habe wenigstens am selben Abend noch eine Meldung auf meiner Autorenseite bei Facebook hinterlassen. Und da wir WLAN im Ferienhaus hatten, habe ich dann doch jeden Abend mal reingeschaut, nur mal gucken, nix klicken. Ging ganz gut. :-)

Aber nun bin ich zurück und lege wieder los mit Schreiben, Lektorieren und Korrigieren. Meine Autorinnen hibbeln ja auch schon alle. Also ran an die Arbeit. Aber erst noch ein bisschen freuen.

Ist! Das! Geil! Shortlist! Olé, olé, olé! Finale, ohoo! Finale, ohohohooo! *g*

So. Bitte mitfreuen, ja? Und mitfiebern. Im September geht es an die Final-Abstimmung. Dann entscheidet ihr, die Leser, wer den Skoutz Award auf der Skoutz Leserparty während der Frankfurter Buchmesse am 21. Oktober 2016 mit nach Hause nehmen darf. Ich bin jetzt schon super zufrieden, denn ich hatte mir immer gewünscht, mal auf so einer Shortlist zu stehen - Ziel erreicht. Alles, was jetzt noch kommen mag, ist das Sahnehäubchen auf der Torte. Ich werde es genießen und halte euch hier natürlich auf dem Laufenden.

Und ganz wichtig: Gratulation an Vincent Voss ("Wasser") und Simon Geraedts ("Das Opfermesser"), meine Shortlist-Kollegen in der Horror-Abteilung. Außerdem freue ich mich total für Susanne Pavlovic und ihren Fantasy-Schmöker "Feuerjäger - Die Rückkehr der Königin" - herzlichen Glückwunsch! Ich hoffe, ich sehe euch auf der Leserparty, und dann stoßen wir auf uns an, ja?

Statistik-Freaks finden übrigens hier noch jede Menge Zahlen rund um die Shortlist.

Mittwoch, 20. April 2016

Buchtipp: "Der Ruf der Dunkelheit" von Vincent Voss & Constantin Dupien

Wenn mein Lieblingsherausgeber und mein Lieblingsautor gemeinsame Sache machen, kommt dann dabei ein neues Lieblingsbuch heraus? Nun, auf jeden Fall stand für mich fest, dass ich das von Vincent Voss und Constantin Dupien gemeinsam geschriebene Werk "Ruf der Dunkelheit" unbedingt lesen musste. Nun ergab es sich, dass ich das Buch bei einem Gewinnspiel ergattern konnte. Obwohl genug andere Bücher darauf warteten, von mir gelesen zu werden, wollte ich wenigstens schon einen kurzen Blick hineinwerfen - und habe es gleich ganz gelesen.

"Ruf der Dunkelheit" verfolgt einen spannenden Ansatz. Die Geschichte kombiniert die Schrecken des Ersten Weltkrieges mit Horror der düstersten Sorte. Dabei verarbeiteten die Autoren den Weihnachtsfrieden, der tatsächlich im Jahr 1914 zwischen den Deutschen und den Briten stattgefunden hatte: Einen Abend lang vergaßen die Soldaten in den Schützengräben in Flandern, dass sie Feinde waren und einander bekämpften. Stattdessen feierten sie gemeinsam das  Weihnachtsfest.

Vor diesem Hintergrund folgt der Leser den Schicksalen zweier Soldaten, die stellvertretend die jeweilige Front beschreiben. Private William Mallory ist der eine, ein britischer Soldat, der die Geschehnisse als Ich-Erzähler in der Vergangenheitsform wiedergibt, seine Parts lesen sich wie eine Mischung aus Tagebuch und Brief. Walter Heilmann ist der Name des deutschen Soldaten, seine Kapitel werden ebenfalls aus der Ich-Perspektive, aber in der Gegenwartsform erzählt, was mich als Leserin noch viel näher an die Geschichte heranzieht. Während ich mit Mallory gemeinsam auf die Schrecken zurückblicke und seine im Nachhinein gezogenen Schlüsse mitvollziehe, weiß ich bei Walter immer nur das, was auch Walter in dem Moment weiß. Beides hat seinen Reiz, und beides harmoniert ganz wunderbar miteinander, auch die verschiedenen Schreibstile von Voss und Dupien greifen ineinander wie Teile eines Uhrwerks.

Zunächst erfährt man einiges über die realen Schrecken des Krieges. Ich fühlte mich schnell an meine damalige Pflichtlektüre in der Schule erinnert, als wir "Im Westen nichts Neues" lesen mussten. Aber es dauert nicht lange, bis das Grauen Einzug hält. Es ist namen- und formlos, eine dunkle Macht, die im Boden steckt, auf dem der Krieg ausgetragen wird, und es ergreift nach und nach Besitz von den Soldaten. Es schickt sie in den Wahnsinn, lässt sie unaussprechliche Dinge tun und verwischt die Grenzen zwischen Realität und Vision. Spätestens als Mallory und Walter einander irgendwo zwischen den Fronten begegnen, eskaliert die Lage.

"Ruf der Dunkelheit" ist wahnsinnig düster, über allem schwebt permanent diese unbestimmte Bedrohung. Ich bin keine Expertin, was Kriegsführung und Waffenkunde im Allgemeinen und den Ersten Weltkrieg im Speziellen betrifft, aber ich hatte zu jedem Zeitpunkt den Eindruck, dass die Autoren ihre Hausaufgaben sorgfältig gemacht haben. Man muss auch nicht wirklich Ahnung von Militärkunde und deutscher Geschichte haben, um Gefallen an der Lektüre zu finden. Denn der Krieg und seine Schrecknisse bilden lediglich den Rahmen und bieten dem Bösen, das dort in seinen Schatten lauert, genügend Versteckmöglichkeiten.

Auch wenn mir das Ende fast ein wenig zu abrupt daherkam, hat mir dieses Buch richtig gut gefallen, denn seine extrem gruselige Atmosphäre hatte mich von Anfang bis Ende in seinem Bann - so etwas mag ich sehr!

Ich vergebe 4,5 von 5 modrig riechenden Soldatenstiefeln.

"Ruf der Dunkelheit" ist bisher nur als ebook erschienen und kann HIER käuflich erworben werden.

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Jahresrückblick, die erste: Meine Lesehighlights 2015

Kaum noch 24 Stunden, bis das Jahr vorbei ist. Höchste Zeit, mich mit dem Zurückblicken zu befassen. 2015 ist wahnsinnig viel passiert, vor allem viel Schönes und Aufregendes, deshalb teile ich meinen Jahresrückblick mal ein wenig auf.

Heute schaue ich zunächst auf die Bücher und Geschichten zurück, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Literarisch betrachtet bestand 2015 für mich fast nur aus Highlights, da wird es es schwierig, jedem gelesenen Buch wirklich die Ehre zu erweisen, die es meiner Meinung nach verdient hat. Ich mache einfach ein Best-of draus und präsentiere euch nun eine sehr subjektive Auswahl meiner persönlichen Lesehighlights 2015.

Wiederentdeckung 2015

"Die unendliche Geschichte" von Michael Ende
Was habe ich dieses Buch geliebt! Ach was, ich liebe es immer noch. Dieses Buch gehört definitiv auf meine Liste der Bücher, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Als Kind besaß ich immer nur die dtv-Taschenbuchausgabe. Die war zwar auch ganz schön, aber eben kein Hardcover. Anfang des Jahres entdeckte ich auf einem Bücherbasar die gebundene Erstausgabe des Thienemann Verlages und musste einfach zuschlagen. Ich habe das Buch nicht noch einmal ganz gelesen, aber es liegt seitdem stets in Reichweite, und ich liebe es, darin zu blättern und die eine oder andere Passage zu genießen.

Genre-Ausreißer 2015

"7 Days of Black" - Reihe von Bella Lamour
Ich führe ja Lektorat und Korrektorat für andere Autoren durch, und auf diesem Wege lerne ich auch immer wieder Geschichten und Genres kennen, die ich normalerweise überhaupt nicht auf dem Schirm hätte. So geschehen mit den Erotikthrillern von Bella Lamour. Wir lernten uns im Frühjahr kennen, ich korrigierte eine kürzere SM-Story und war beeindruckt davon, wie elegant und zugleich prickelnd man sich ausdrücken kann, wie treffend man erotische Szenen beschreiben kann, ohne kitschig zu werden oder ins Klischee abzudriften. Bis dahin hatte ich "solche Geschichten" immer von meinem Leseradar verbannt. Keine Angst, ich bin immer noch kein Fan des Genres - Stilblüten wie "50 Shades of Grey" werde ich weiterhin meiden. Aber die Bücher von Bella Lamour haben einen besonderen Platz in meinem Bücherherzen, seit ich mit dieser tollen Autorin zusammenarbeite. Sie kann nicht nur Erotik, sie kann auch Thriller und Horror und weiß, wie sie das geschickt miteinander verwebt. Ihre Reihe "7 Days of Black" ist deshalb mein Geheimtipp für Liebhaber(innen) des Genres.

Anthologie-Highlights 2015

Ihr wisst mittlerweile, wie gern ich Kurzgeschichten lese. Wenn dann Anthologien auf den Markt kommen, die das Thema Horror behandeln, in denen Lieblingsautoren wie Vincent Voss mit von der Partie sind und die bei so tollen Verlagen wie dem Amrûn Verlag erscheinen, kann ich einfach nicht Nein sagen. In diesem Jahr waren es zwei Anthologien, die mir besonders gut gefallen haben. Beide aus dem Amrûn Verlag, einmal geht es um Zombies, einmal um Haunted Places, also Orte, an denen es spukt.
Die "Zombie Zone Germany" habe ich noch nicht komplett durchgelesen, deshalb werde ich meine ausführliche Buchbesprechung im nächsten Jahr abgeben. Dagegen habe ich die dritte Ausgabe der "Mängelexemplare: Haunted" schon gelesen, bin aber seit Wochen nicht mehr dazu gekommen, darüber etwas im Blog zu veröffentlichen. Auch das werde ich nachholen. So viel darf ich verraten: Beide Bücher sind etwas Besonderes, beide enthalten ein paar großartige Stories, die mich mächtig begeistern konnten. Must-Reads für Freunde des Horrors in Kurzform!


Abgefahrenster Horrorschmöker 2015

"Crossover: Es wird dich verändern" von Fred Ink
Was für ein Hammerbuch! Seit "Wurmstichig" bin ich ein Fan des Autors. Auch mit "Crossover" konnte er mich restlos begeistern. Das ist eines dieser Bücher, bei denen ich nicht aufhören konnte zu lesen und mich gleichzeitig davor gefürchtet habe, welcher Schrecken mir beziehungsweise den armen Protagonisten auf der nächsten Seite begegnen würde. Mehrere Menschen, die sich nicht kennen, erwachen an einem fremden Ort, der von massivem Zerfall gezeichnet ist. Sie wissen nicht, wo sie sind, wie sie hergekommen sind und wie sie wieder rauskommen. Und als ob das nicht reichen würde, um durchzudrehen, werden sie von furchterregenden Viechern und seltsamen, menschenähnlichen Geschöpfen bedroht. Mehr will ich darüber nicht verraten. Lesen, okay? Unbedingt lesen!

Lustigstes Buch 2015

"Mad Jerry - Der postapokalyptische umherziehende Krieger" von Ben Wallace
Ein lustiger Endzeitroman? Ja, geht denn das? Klar! Dieses Buch aus dem Luzifer Verlag hat mich davon überzeugt, dass die Apokalypse eigentlich gar nicht so schlimm ist. Also hinterher. Natürlich ist das Leben für einen postapokalyptischen umherziehenden Krieger nicht leicht. Hat auch keiner behauptet. Aber lustig ist es durchaus. Zumindest aus Sicht des Lesers, also aus meiner Sicht. Das Schöne ist, dass der Autor seine Protagonisten sehr ernst nimmt und sie einfach nur in völlig absurde Situationen hineinstolpern lässt, wobei weder Action noch Spannung und Endzeithorror zu kurz kommen. Eine skurrile, geniale Mischung, die einfach Spaß macht. Wer Mad Max mag und gern dystopische Geschichten liest und Lust auf eine gelungene Genre-Parodie hat, der ist hier genau richtig. Mehr darüber schrieb ich bereits im Juni 2015 in diesem Artikel.

Überraschungshit 2015

"Basaltblitz" von Markus Tillmanns
Die Geschichte eines nerdigen Teenagers, der über Nacht Superkräfte erlangt, weil er versehentlich einen Kometen gegessen hat. Klingt bescheuert? Ja, irgendwie schon. Aber es ist so verdammt geil! Ich wäre von allein wohl nie auf die Idee gekommen, dieses Buch zu lesen, aber der Autor hatte zum Glück die Idee, mir ein Rezensionsexemplar anzubieten, und nach der Lektüre des Klappentextes und einer Leseprobe wusste ich: Das wird ein Riesenspaß! Ich bin total begeistert von diesem Buch, nicht nur von der Idee der Geschichte selbst, auch nicht nur von dem krass-genialen Cover, sondern vor allem von dem unglaublich guten Stil des Autors. Markus Tillmanns versteht es exzellent, peinliche Situationen unterhaltsam zu beschreiben, und zwar so, dass man stets eine Mischung aus Mitleid und Fremdschämen für den Protagonisten empfindet. Ich habe selten solch treffenden Humor in einer Fantasy-Geschichte und so schöne Dialoge gelesen wie in diesem Buch! Für mich war "Basaltblitz" DIE Lese-Überraschung des Jahres! Meine ausführliche Buchbesprechung gibt es hier.

Epischstes Buch 2015

"Revival" von Stephen King
Natürlich durfte dieses Jahr nicht vorbeigehen, ohne dass ich mindestens einen King gelesen habe. Ich habe sogar zwei gelesen, denn "Joyland" war auch dabei. Doch "Revival" war definitiv das epischere Werk. Ein fetter Wälzer mit einer Geschichte, die sich über das gesamte Leben des Protagonisten Jamie erstreckt, der an verschiedenen Stationen immer wieder auf den Priester Charles Jacob trifft, einen komischen Kauz mit einer ungesunden Leidenschaft für Elektrizität. Düster, traurig, hypnotisierend. Ich habe die Lektüre genossen und fand das Ende mit dieser gewissen Reminiszenz an das Lovecraftsche Universum stimmig und auf bizarre Art schön. Ich habe das Buch ausführlich auf dem Blog besprochen.

Schönstes Buch 2015

Ausgerechnet weder ein Horror-Roman noch ein Thriller oder irgendeine andere Suspense-Spielart. Das "Ferienbegräbnis" ist ein großartiger deutscher Roman, der von Sarah und ihrem Lebensgefährten Ulf erzählt. Lebenskünstler, die ihr Geld mit dem Verkauf geklauter, bunt eingefärbter Toupets verdienen, sich um einen Hund mit drei Beinen und die hochschwangere Freundin kümmern, die ausgerechnet mit Pädo-Pallasch zusammen ist, dem ehemaligen Lehrer, der sie damals in der Schule immer belästigt hat. Plötzlich will Ulf auch ein Kind, doch Sarah fühlt sich dafür überhaupt nicht bereit, denn vor kurzem sind ihr Vater und ihr Hamster verstorben, und auf ihrer Lebens-To-Do-Liste stehen noch so viele unerledigte Dinge wie die Rache an ihrer Jugendliebe oder der Besuch eines Backstreet-Boys-Konzerts. Das Buch ist einfach nur wunderschön, geschrieben in einer Leichtigkeit, die manchmal über die tiefsinnigen Themen hinwegtäuscht, die darin auftauchen. Außerdem steckt es voller wunderschöner Sätze. Schon der Anfang liest sich für mich richtig poetisch: "Der Hamster ist tot. Ich weiß gar nicht, wie ich das finden soll. Ich gucke meinen Hund an, aber der weiß es auch nicht." Und so geht es weiter, zum Beispiel hier: "Um den Geldmangel nicht so sehr zu spüren, beschenkten wir uns gegenseitig mit Dingen, die nichts kosteten - Gutscheinen, Fotos von in der U-Bahn schlafenden Menschen, geklauten Straßenschildern und NPD-Wahlwerbekugelschreibern." Hach. Ich hatte es viel zu schnell durchgelesen, aber das macht nichts, ich will es irgendwann ein zweites Mal lesen. Dieses Buch ist es wert!

Aussicht 2016 - Darauf freue ich mich


Zwei Titel liegen auf meinem Stapel ganz oben. Da wäre einmal die Kurzgeschichtensammlung "Auf dunklen Schwingen" von Melanie Vogltanz. Die österreichische Autorin konnte mich schon mit ihrem düsteren Vampirroman "Maleficus - Schwarzes Blut", das ich damals für den Papierverzierer Verlag lektorierte, überzeugen. Nun bin ich auf ihre Kurzgeschichten gespannt, über die ich schon viel Gutes gehört habe. Dann wartet der Science Fiction Roman "Paradox" von Phillip P. Peterson auf mich. Der Gewinner des Kindle Storyteller Awards 2015 hat mich neugierig gemacht und wird der erste SciFi-Roman seit langem auf meiner Leseliste sein. Außerdem freue ich mich riesig auf die neue Kurzgeschichtensammlung von Stephen King. Sie wird den Titel "Basar der bösen Träume" tragen und erscheint genau an meinem Geburtstag - am 18. Januar 2016. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist!


Wie erwähnt - das war nur ein kleiner Ausschnitt - gelesen habe ich noch viel mehr - der aber genügen muss, ich will euch ja nicht langweilen. Und ihr? Was waren eure Lesehighlights 2015? Und auf welche Neuerscheinungen freut ihr euch im kommenden Jahr?

Sonntag, 15. November 2015

Buchtipp: "Du darfst mich nicht finden" von Vincent Voss

Ich hab es wieder getan: Ich habe wieder einen Voss gelesen! Diesmal einen Thriller, der aber mit Horror-Elementen nicht geizt. Darüber muss ich euch berichten, nicht nur, weil ich das Buch im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen habe, sondern weil es eine Empfehlung auf meinem Blog verdient hat.

"Du darfst mich nicht finden" erschien in der Reihe Hochspannung von Bastei Entertainment, und da passt der Titel auch absolut rein: Er erzählt eine rasante, hochspannende, brutale Geschichte im Geocacher-Milieu. Geo-was? Zufällig kannte ich mich schon vor der Lektüre mit diesem Thema aus, hatte ich doch sogar schon selbst mit meiner Familie Geocaching betrieben. Das ist, um es kurz zu machen, eine Art moderne Schnitzeljagd mit GPS-Navigation. Man sucht nach sogenannten Caches, die mal aus kleinen Döschen, mal aus richtigen Schatzkisten bestehen, deren ungefähre Lage zuvor zum Beispiel in einer App herausgesucht wird. Dann fängt man an zu suchen, und wenn man den Cache dann gefunden hat, darf man sich in ein Logbuch eintragen, das sich im Cache befindet und versteckt ihn wieder genauso sorgfältig für die nächsten Geocacher.

Wir haben bisher nur nach sogenannten Tradi-Caches gesucht, traditionelle Caches, die in der Regel an leicht zugänglichen Orten nicht zu schwierig versteckt waren, quasi die familienfreundliche Variante. Die Figuren aus Vincent Voss' Roman können darüber nur müde lächeln. Lloyd will mehr. Der erfahrene Geocacher hat schon die abenteuerlichsten Caches geborgen und ist stets auf der Suche nach dem nächsten Kick. Den glaubt er gefunden zu haben, als er auf eine mysteriöse Website namens Cazimi-Caching stößt, wo er seine Handynummer hinterlässt, um auf den Trip eingeladen zu werden. Zwei befreundete Geocacher, Stars der Szene, warnen ihn eindringlich davor, sich auf Cazimi-Caching einzulassen, doch Lloyd hat sich da innerlich längst entschieden. Der geheimnisvolle Anruf folgt schon bald, und der Cache trägt den Namen einer Geocacherin, die vor einigen Monaten spurlos verschwand. Lloyd überredet seine drei Freunde, sich mit ihm auf den Trip zu begeben und nach "Jennifer" zu suchen, von der sie hoffen, dass sie noch lebt und sie sie retten können.

Sie landen in einer fast unbewohnten Waldgegend, die direkt aus dem nächsten Hollywood-Schlitzer-Horrorfilm stammen könnte, und der Horror lässt auch nicht lange auf sich warten, kaum dass sie den Wald betreten haben. Geheimnisvolle Hütten im Wald, kryptische Botschaften von anderen Geocachern, die vor ihnen hier gewesen zu sein scheinen, unheimliche Geräusche und Schemen mit Hörnern, die durchs Unterholz schleichen - dazu ständig dieser Nebel und das schlechte Wetter! Als sich ein paar aus der Gruppe durch merkwürdige Umstände schwer verletzen, hat der Spaß längst aufgehört, und allen ist klar: Nicht sie sind die Jäger, sie sind diejenigen, die gejagt werden. Doch wer oder was steckt hinter diesem bösartigen Katz-und-Maus-Spiel?

Mein Eindruck:
Ich mag den Einstieg sehr - direkt, ohne große Vorrede und irgendwelche blumigen Beschreibungen. Ein paar Teilnehmer der Leserunde störten sich daran, dass Voss seine Figuren nur sehr spärlich beschreibt. Ich kenne von niemandem die Haar- oder Augenfarbe, weiß nicht, ob Hope hübsch ist und ob die Herren in der Runde Waschbrettbäuche haben oder sich widerspenstige Haarsträhnen aus dem kantigen Gesicht streichen. Zum Glück! Das Äußere ist für die gesamte Geschichte komplett unwichtig. Was ich über die vier Freunde wissen muss, weiß ich. Mehr braucht es nicht.
Voss spart stattdessen nicht an Hinweisen, Spuren, falschen (?) Fährten und dekoriert alles mit diesem unwirtlichen, unheimlichen Wald, in dem sich unsere vier Abenteurer verirren. Über allem liegt das Gefühl der Bedrohung wie eine schwere Käseglocke, so dass von Anfang klar ist, dass das für die Gruppe kein gutes Ende nehmen kann. Ich mag das sehr.

Mir gefällt die horrormäßige Atmosphäre irre gut. Plastisch und filmreif dargestellt, lässt mich vieles an Gänsehautklassiker aus dem Kino wie das Blairwitch Project denken. Aber auch Genreperlen wie "Evil Dead", "Cabin in the Woods", selbst "Hostel" und so ziemlich jeder Backwood-Slasher scheinen den Autoren inspiriert zu haben. Selbst der typische widerwärtige, zwielichtige Hinterwäldler darf nicht fehlen. Bitte nicht falsch verstehen: Ich habe absolut nichts dagegen, wenn bekannte Motive aus anderen Büchern und Filmen neu "verhackstückt" werden, wenn, ja wenn sie denn auf gekonnte Weise neu kombiniert und mit eigenen Ideen angereichert werden. Und das hat Herr Voss hier meisterlich gemacht!

Voss bürdet seinen Romanfiguren eine Menge Leid auf und lässt das Ganze in einem bösen, blutigen Showdown enden, der mir vielleicht ein Fitzelchen zu schnell "abgespult" wird, wenn ich dann noch kurz "meckern" darf. Mehr will ich aber nun wirklich nicht verraten, ihr sollt das doch selbst noch lesen!

Ich hatte viel Spaß mit diesem Buch und wünsche ihm noch viele weitere begeisterte Leser!

Ich vergebe viereinhalb von fünf blutbeschmierten Caches!

"Du darfst mich nicht finden" ist übrigens schon Vincent Voss' zweiter Auftritt in der Hochspannung-Reihe. Alle Titel findet ihr hier.

Dienstag, 31. März 2015

Buchtipp: "Wasser" von Vincent Voss


Bild: Verlag Torsten Low
Ich habe es endlich geschafft und einen ganzen Roman von Vincent Voss gelesen. Diesen Autor verehre ich schon seit einer Weile, kannte bisher jedoch nur einige seiner Kurzgeschichten, die mich fast immer schwer begeisterten. Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse hatte ich das Vergnügen, Herrn Voss persönlich zu begegnen, und wir fanden sogar die Zeit für einen Kaffee und etwas Klönschnack.

Vincent stammt aus Schleswig-Holstein, er wuchs in/bei Henstedt-Ulzburg auf, und witzigerweise kenne ich diesen Ort. Ich bin ja selbst gebürtige Norddeutsche (aus Wismar) und wohnte etliche Jahre in Hamburg. Mein Arbeitgeber hatte seine Produktionsstätte in Norderstedt, was quasi um die Ecke liegt, und meine damalige Kollegin und beste Freundin wohnte in Henstedt-Ulzburg, wo ich sie auch ein paar Mal besuchte.

Die Welt ist ein Dorf. Und vielleicht liegt es auch ein bisschen an unser beider nordisch-gelassenem Gemüt, dass wir uns so gut verstanden, der Herr Voss und ich. Auf jeden Fall mag ich seinen Humor, der bisweilen schräg und ziemlich schwarz ausfällt, was seine aktuelle Aktion "Voss vs. Hansen" auf Facebook auf unterhaltsame Art und Weise beweist - eine Art, mit der nicht jeder gut klarkommt, wie viele Kommentare dort zeigen. Aber ich schweife ab, ich wollte euch ja eigentlich seinen aktuellen Roman vorstellen - und ans Herz legen.

In "Wasser" reist der Autor in seine eigene Vergangenheit. Die Geschichte weist eine ganze Reihe von Anekdoten auf, die deutlich autobiografische Züge tragen. Die Handlung spielt in Wakendorf II, das zu Henstedt-Ulzburg gehört. Es geht um eine kleine Clique von Heranwachsenden: Paul, Sasch, Mark, Dirk und Lucie. Die Sommerferien beginnen, und mit ihnen kommt der Regen, der nicht mehr aufhören will. Das Wasser steigt und bringt etwas mit sich, das es auf die Kinder abgesehen zu haben scheint. Etwas Altes, Böses, und wie es aussieht, kann niemand sie beschützen, erst recht nicht die Erwachsenen.

Ich komme nicht umhin, wieder einmal einen lockeren Vergleich zu meinem amerikanischen Lieblingsautor Stephen King zu ziehen. Auch King lässt in seine Geschichten viel Autobiografisches einfließen, auch bei King stehen in etlichen Büchern Kinder im Mittelpunkt, die mit dem Bösen konfrontiert werden und an dieser Bedrohung zerbrechen oder wachsen, je nachdem ("Es", "Stand by me", ...). Und ja, auch King schafft es immer wieder, eine Dosis augenzwinkernden, trockenen, rabenschwarzen Humors einzubauen. Natürlich will ich damit nicht sagen, dass Voss der deutsche King ist (Nein, Herr Voss, so weit kommt's noch!). Ich will damit aber zum Ausdruck bringen, dass Vincent es perfekt beherrscht, mich mit seiner Erzählweise tief in seine Geschichte hineinzuziehen, mich das Fürchten zu lehren und mir an der einen oder anderen Stelle ein Schmunzeln zu entlocken. Ganz genauso wie Stephen King. Nur eben auf Voss'sche Art.

Bei einer Lesung in Leipzig, bei der ich neben Vincent die Ehre hatte, etwas vor kleinem, feinem Publikum vorzulesen, lernte ich Oliver Lück kennen, Autor, Journalist, Weltenbummler - und Jugendfreund von Vincent Voss. Lück bestätigte mir dann auch, dass er bei vielen der im Roman in Erscheinung tretenden Figuren ziemlich genau wüsste, welche real existierenden Personen dafür Pate standen. Es gibt also wirklich einen Sasch, eine Lucie? Wer von diesen Figuren das literarische Alter ego von Vincent Voss selbst ist, bleibt indes sein Geheimnis - ich zumindest fand es bei unserem Treffen in Leipzig nicht heraus.

"Wasser" ist ein spannend erzählter Coming-of-age-Roman, eine Geschichte über den Abschied von der Kindheit, über die 80er Jahre, geschickt verwoben mit einer wahrhaft unheimlichen Rahmenhandlung.

"Mit dem Wasser kommt das Böse" - und wie! Hoffentlich trauen sich noch ganz viele Horrorfans ins tiefe Nass.

Ich vergebe locker 5 von 5 Rettungsringen - aber ob die helfen, kann ich nicht garantieren.

"Wasser" erschien im Verlag Torsten Low. Es kann hier direkt beim Verlag geordert werden. Und die Kunden vom großen A finden es hier --> KLICK.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Buchtipp: Anthologie "Aus dunklen Federn"

Ich habe es bestimmt schon hier und da erwähnt: Ich liebe Kurzgeschichten, ich lese wahnsinnig gern Anthologien. Entsprechend neugierig war ich auf das Buch, das ich heute vorstellen möchte.

"Aus dunklen Federn" wurde von Sonja Rüther in ihrem eigenen kleinen Verlag Briefgestöber herausgegeben und erschien im November 2014. Das Buch hat kein übergeordnetes Thema; Vorgabe an die Autoren war es lediglich, eine unheimliche Kurzgeschichte nach eigenem Gusto zu schreiben. Zwei der Geschichten stammen aus der dunklen Feder der Herausgeberin höchstselbst, die anderen Geschichten wurden von diesen Autoren verfasst:

Thomas Finn, Lena Falkenhagen,
Markus Heitz, Hanka Jobke,
Boris Koch und Vincent Voss

Voss zählt längst zu meinen Lieblingsautoren, wenn es um gruselige Short-Stories geht. Von Finn und Heitz hatte ich vorher schon gehört, aber noch nichts gelesen (behaupte ich jetzt mal). Das und die sympathische Art, mit der Sonja ihr Buch unter anderem im Horror-Forum präsentierte, überzeugte mich, das Buch vorzubestellen. Belohnt wurde ich mit ordentlich Bonusbeigaben in Form von signierten Postkarten und obendrein einer Originalzeichnung von Sonja selbst. Sie ist eine begnadete Zeichnerin und schenkte mir meinen persönlichen Zombie.


My own personal Zombie! <3>
Was mir an der Gestaltung des Buches besonders gefiel, waren neben dem (dezent blutigen) Cover und den mit Foto garnierten Autorenbiographien auch die Titelbilder, die die beitragenden Autoren persönlich zu ihren Geschichten abgeliefert haben.

Aber nun zu den Geschichten selbst. Schließlich kommt es bei aller tollen Aufmachung am Ende immer auf den Inhalt an! Die Herausgeberin hat ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Beiträge für ihre Anthologie bewiesen. Fast jede Geschichte erzeugte eine gewisse Wirkung: Mal lief mir eine wohlige Gänsehaut über den Rücken, mal grinste ich in mich hinein, mal las ich mit angewiderter Faszination.

Kurz gesagt: Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, ich habe das dunkle Lesevergnügen sehr genossen. Dennoch war es hier wieder wie bei jeder Anthologie, die ich bisher gelesen habe: Einige Geschichten konnten mich nicht so überzeugen wie andere, manche jedoch hauten mich regelrecht um und ließen mich noch lange nach der Lektüre in düsteren Gedanken versunken zurück. Diese drei Geschichten waren meine Favoriten:

Sonja Rüther – "O Tannenbaum"
Ich las diese fiese Geschichte mit ordentlichem Ekelfaktor kurz vor Beginn der Vorweihnachtszeit. Eine gestresste Familie muss an Weihnachten sparen und holt sich einen billigen Tannenbaum ins Haus. Der beherbergt aber einige äußerst widerliche ungebetene Bewohner, und schon bald geht der Weihnachtshorror los. Bei aller Grässlichkeit schafft es Sonja Rüther, ihren ganz eigenen schwarzen Humor unterzubringen. Ich liebe die Geschichte, betrachte aber meinen eigenen Tannenbaum (der natürlich noch steht) mit einiger Skepsis – bisher ist alles ruhig geblieben …

Lena Falkenhagen – "Alles ganz normal"
Eine schwangere Frau ist plötzlich davon überzeugt, dass mit dem Kind in ihrem Leib etwas nicht stimmt. Eine Geschichte, die im Prinzip nur aus einer einzigen Szene besteht, die es aber in sich hat. Vielleicht hat mich diese Story so angesprochen, weil ich selbst Mutter bin und mich einfach gut in die Protagonistin hineinfühlen konnte. Auf jeden Fall fand ich die Atmosphäre großartig, diese Geschichte hatte was.

Vincent Voss – "Destruenten"
Voss durfte zwei Stories beitragen, auch die zweite mit dem Titel "Farben des Frühlings" war ziemlich geil. Aber sie ließ mich am Ende ein wenig ratlos zurück – irgendwie bin ich mir nicht sicher, ob ich sie wirklich verstanden habe. Anders seine Bonusgeschichte "Destruenten". Meine Güte, war das gruselig! Der Junge im Tunnel, die dunklen U-Bahn-Schächte, etwas Altes, Böses, das dort unten lauert. Genau mein Ding und eine der gruseligsten Kurzgeschichten, die ich kenne, die nicht von Stephen King geschrieben worden ist.

Fazit: "Aus dunklen Federn" ist eine hervorragend gestaltete Anthologie mit sorgfältig ausgewählten Beiträgen von wirklich tollen deutschsprachigen Autoren. Ein Muss für Freunde dunkler Kurzgeschichten und eine Empfehlung für alle, die sich erst einmal mit den deutschen Horrorautoren vertraut machen wollen.

Ich vergebe 5 von 5 blutbesudelten, dafür parasitenfreien Weihnachtsbäumen.

Bitte hier entlang, um euer eigenes Exemplar zu bestellen --> KLICK

Donnerstag, 24. Juli 2014

Sommerpause ... nicht so ganz


Bild: l-vista / pixelio.de

Morgen gibt es in Hessen Zeugnisse, dann beginnen endlich die Sommerferien. Auch bei mir heißt es dann für zwei Wochen: Urlaub! Aber so richtig Sommerpause mache ich wohl nicht. Auch wenn es seit der Anthologie "Mängelexemplare: Dystopia" keine neuen Veröffentlichungen von mir gegeben hat, heißt das nicht, dass ich untätig herumgesessen oder mich mit anderen Dingen beschäftigt hätte.

Also gebe ich mal einen kleinen Überblick über laufende und kommende Projekte, bevor ich mich hier sommerlich rar mache.

Geplante Veröffentlichungen

Nach wie vor habe ich fest vor, meinen Debütroman, derzeitiger Arbeitstitel "Vincents Treppe" (nein, Vincent Voss, damit bist nicht du gemeint ;-) ), fertigzuschreiben. Dafür war ich ja Ende Mai auch auf einem Autorenseminar in München. Nach jenem Seminar war mir klar geworden, dass ich die komplette Geschichte neu aufziehen und meinen Schwerpunkt anders legen muss, um sie rund zu machen. Ich freue mich darauf, aber ich benötige mehr Zeit und Ruhe, um auch mal am Stück was zu schaffen. Zeit und Ruhe sind leider gerade Mangelware, zumindest für ein Romanprojekt. Also schiebe ich das (mal wieder) vor mich her, ich Meisterin der Prokrastination, ich.

Was besser läuft, weil leichter in Häppchen einzuteilen, ist mein zweites Buchprojekt: Das Märchenbuch für Hartgesottene, eine Sammlung meiner Schauermärchen. Komplett fertig sind fünf Märchen, ein weiteres ist geschrieben, muss aber noch überarbeitet werden. Außerdem entsteht gerade ein ganz neues, dystopisch angehauchtes Schauermärchen. Und es existiert bereits die grobe Idee für ein achtes Märchen, bei dem es sich um eine sehr gruselige Variante von Rumpelstilzchen handeln wird. Wenn es gut läuft, kriege ich auch noch eine Schauermärchen-Version vom Froschkönig hin. Aber eins nach dem anderen. Ich hoffe, für dieses Buch dieselbe Coverdesignerin gewinnen zu können wie für "Die Brezelfrau", denn das Cover hat nicht nur mir selbst unglaublich gut gefallen, es kam auch bei den Lesern extrem gut an.

Inflagrantibooks über die "Mängelexemplare: Dystopia"

Vor wenigen Tagen erschien auf dem Blog der umtriebigen Inflagranti-Blogger eine ausführliche und äußerst begeisterte Rezension der Anthologie, zu der ich das Schauermärchen "Das schlafende Schloss" beigesteuert hatte. Jack & Tilly machen das immer toll: Sie besprechen nicht nur das Buch an sich, sondern geben zu jeder einzelnen Geschichte ein wortreiches Feedback ab. Das sagten sie zu meinem Beitrag:

Eine der besten Geschichten neben „Die Gartenpforte“, die ich von der Autorin kenne. Ihre kleine Gruselmärchen-Obsession kennen wir ja nun schon, aber diesmal hat sie sich selbst übertroffen! Scheinbar kinderleicht verknüpft sie den Horror mit dem Märchen, altbekanntes mit Neuem und erzeugt so eine ganz eigene Atmosphäre, die die Geschichte durchweg innehat. Eine Horrorgeschichte auf hohem Niveau! Denkt man am Anfang noch, dass eine neue Gruselmärchen-Interpretation kommt, irrt man sich gewaltig! 

Zwar erkennt man glasklar, welches Märchen sich hier dem Horror beugen muss, dennoch greift Jana Oltersdorff diesmal ganz tief in die Horrorgrusel-Kiste und überzeugt mit mehr Spannung, mehr Horror und dezentem Ekel. Habgier ersetzt an dieser Stelle einen Großteil des Antriebs der Protagonisten. Es geht nicht, wie in den anderen Geschichten, um das Überleben in der zerstörten Welt. Die beängstigende Horrorwelt ist hier begrenzt/eingegrenzt und wirkt dadurch noch gefährlicher, als wenn es die ganze Welt betreffen würde. Wie auch immer Jana das macht, aus harmlosen, liebenswürdigen, Happy-End habenden Märchen solche Geschichten zu erschaffen, die voll Düsternis und Dunkelheit sind, sie soll damit nicht aufhören!!
Ich bin hin und weg. <3>

Und sonst so?

Ich weiß gar nicht, wie es überhaupt dazu kam, aber mittlerweile bin ich ziemlich aktiv in Sachen Korrektorat und neuerdings auch Lektorat unterwegs. Mir persönlich macht es sehr viel Spaß, und mir gefällt, dass ich aus der Arbeit an Manuskripten anderer Autoren auch viel für mich selbst und mein eigenes Schreiben lernen kann. Ihr kennt das vielleicht: Fehler in fremden Texten zu entdecken, ist wesentlich einfacher, als die gleichen Fehler im eigenen Manuskript zu finden. Vor kurzem jedenfalls beendete ich mein erstes Lektorat und befinde mich derzeit mitten im zweiten. Der dritte Lektoratsauftrag wartet bereits auf mich.

Zwischendurch gibt es immer mal das eine oder andere Manuskript zum Korrekturlesen. Das Schöne ist, dass diese Bücher sich thematisch alle in meinem Interessenfeld bewegen: Horror, Dystopie, Dark Fantasy, SciFi. Ein weiterer Vorteil: Ich komme so dazu, überhaupt mal Bücher zu lesen, denn mein eigener Stapel ungelesener Bücher wächst und wächst, sowohl auf meinem Nachttisch als auch in der Reader-App meines Tablets. Ich möchte gar nicht daran denken, wer alles noch auf eine Rezension von mir wartet ... Aber das wird schon noch, ganz sicher!

Insofern wird meine Sommerpause keine faule Auszeit. Dafür gibt es einfach viel zu viel zu tun. Aber ich habe Spaß daran, und das allein zählt.

So. Das wär's von mir.
Ich wünsche euch einen wundervollen Sommer mit jeder Menge spannender Urlaubslektüre!