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Freitag, 27. Oktober 2023

BuCon und Frankfurter Buchmesse 2023 - Kleiner Rückblick

Fast eine Woche ist es schon wieder her, dass ich mich kopfüber ins Buchmessegetümmel gestürzt habe. Da ich direkt danach die hessische Herbstferienwoche für einen Wellnessausflug mit der Familie genutzt habe, komme ich erst heute, gut erholt und ausgeschlafen, dazu zurückzublicken.

Frankfurter Buchmesse

Am Freitag ging es für mich zur FBM. Ich hatte das Glück, ein Fachbesucherticket zu bekommen (danke an den Alea Libris Verlag!), und konnte schon vormittags aufs Messegelände. Als ich nämlich gegen 14 Uhr in der Zwischenebene von Halle 3 runter in den Eingangsbereich blickte, entdeckte ich dort eine richtig große Menschentraube - ab 14:30 Uhr öffnete die Messe für Privatbesucher, und gefühlt waren die meisten schon dort und bereit, die Hallen zu stürmen. Am Nachmittag wurde es zumindest in Halle 3.0 auch extrem voll, wobei ich von genügend Berichten über den Messesamstag weiß, dass ich nur einen Vorgeschmack auf das Chaos erlebt hatte - der aber hatte mir bereits gereicht.

Was erlebte ich alles am Freitag auf der FBM? Nun, ich habe wieder einmal die meiste Zeit in Halle 3.0 verbracht. Ich traf meinen Qindie-Kollegen David Pawn, ein paar der Leute vom PAN-Team und meine liebe Freundin Michaela Harich, die diesmal mit eigenem Stand und ihrem eigenen Verlag Alea Libris am Start war. Dementsprechend gefragt war sie und hatte zwischen den Terminen auch leider gar nicht so viel Zeit. Aber die Freude über unser Wiedersehen war groß, und da auch ihr restliches Standteam zauberhaft und sehr lieb zu mir war (ich bekam jederzeit Kaffee!), verbrachte ich dennoch viel Zeit bei Alea Libris. Besonders groß war meine Freude, Vicky Lubomski nach etlichen Jahren wiederzusehen. Sie ist so eine begnadete Künstlerin, und ich hoffe, ich komme demnächst wieder in den Genuss ihrer Coverdesignskills.

Ich machte auch einen kurzen Abstecher zum Pavillon des diesjährigen Gastlandes Slowenien, lauschte eine Weile an der ARD-Bühne, wo Michel Friedman wieder sehr kluge Dinge sagte. Durch Halle 4.1 schlenderte ich auch, vor allem, weil ich mir diese groß angekündigte Meet-the-Author-Area anschauen wollte. Als ich da war, war alles leer und sah ernüchternd steril aus. Aber immerhin schien es wirklich viel Platz zu geben, falls da mal eine Autorin mit besonders großer Fanbase sitzen sollte, die da dann drängeln würden. Das Wetter spielte einigermaßen mit, sodass ich auf der Agora, also dem Außengelände, noch gemütlich einen Snack unter freiem Himmel genießen konnte.

Als ich gegen 17 Uhr das Messegelände verließ, war ich erleichtert, aus den Menschenmassen entkommen zu sein. Ich bin auch irgendwie ganz froh, den FBM-Zirkus nur als Gast und nur für einen Tag "ertragen" zu haben - Respekt an alle, die als Ausstellerinnen das Ganze die vollen fünf Tage mitgemacht haben!

Buchmesse Convent - die gar nicht mehr so kleine Messeschwester

Oder ist es der Bruder? Immerhin heißt es DER BuCon und nicht die BuCon. Dieser fand wieder am Samstag im Bürgerhaus Dreieich statt. Das Besondere für mich war in diesem Jahr der Umstand, dass ich selbst als Ausstellerin teilnehmen würde. Ich hatte mich für Qindie um einen Tisch beworben und diesen auch tatsächlich bekommen. So traf ich also gegen 9 Uhr im großen Saal ein, wo unser Tisch schräg gegenüber vom Catering stand. Mit schwarzen Tischdecken und passenden Kerzenständern war schnell die passende Rahmendeko geschaffen, um unsere Bloody Qindie Anthologien zu präsentieren. Auf diese wollte ich nämlich den Fokus richten und platzierte um die inzwischen 8 Bände nur wenige ausgewählte andere Titel. Mehr wäre auch gar nicht gegangen, denn so ein Tisch ist schnell voll.

Mit Martina Bauer, die extra für den BuCon angereist war, bekam ich hervorragende Unterstützung für unseren Tisch. Martina ist langjähriges Qindie-Mitglied und schreibt für die Bloody Qindie Anthologien auch fast immer passende Geschichten. So konnten wir uns abwechseln, eine konnte auch mal eine Runde drehen, Pause machen oder am vollgepackten BuCon-Programm teilnehmen, während die andere die Stellung hielt. Wir hätten am Ende des Tages zwar gerne viel mehr Bücher verkauft (wobei der Umsatz doch ganz ordentlich war), aber wichtiger war, dass wir eine Menge Spaß hatten und viele gute Gespräche mit Menschen führen konnten, die bei uns vorbeischauten.

Tatsächlich hatte ich auch einen eigenen Programmpunkt. Um 17 Uhr präsentierte Herausgeber Constantin Dupien die frisch erschienene Mängelexemplare Anthologie-Dilogie (ja, richtig gelesen: eine Anthologie, die aus zwei Bänden besteht). Ich hatte für den Band "Am Ende der Zeit" eine Geschichte  mit dem Titel "Steve und Gypsy" beigesteuert, die ich an anderer Stelle vorstellen werde, und durfte zusammen mit Constantin und einigen weiteren anwesenden Autorinnen die Bücher vorstellen und ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern.

Riesig gefreut habe ich mich, Vincent Voss und Arthur Gordon Wolf wiederzusehen. Beide sind begnadete Autoren, besonders von Vincent bin ich ja schon seit etlichen Jahren Fan. Und es war ewig her, seit wir uns das letzte Mal begegnet waren. Und nun sind wir wieder vereint in den Mängelexemplaren von Constantin Dupien. Ein großartiges Gefühl! Neu kennengelernt habe ich die Autorin Sanjina Karma, die mit der neuen Anthologie zur Mängelexemplare-Familie dazugestoßen ist. Sie las eine kurze Passage aus ihrer Geschichte "Idas Augen", die mich total fasziniert hat. Auf dem Foto seht ihr von links: Verleger Jürgen Eglseer (Amrûn Verlag), die Mitautorinnen Lisanne Surborg, Sanjina Karma und mich sowie Herausgeber Constantin Dupien.

Der BuCon war auch sonst in jeder Hinsicht überwältigend. Noch nie gab es so viele Aussteller, nämlich 95 insgesamt, und auch einen Besucherrekord gab es zu feiern. Irgendwann am Nachmittag traf die 1000. Besucherin ein (tatsächlich mit Lena Falkenhagen ein ziemlich prominenter Gast). Irre. Dennoch konnte man durch alle Räumlichkeiten entspannt schlendern, kam an die Tische meist problemlos heran und leicht ins Gespräch mit den Verlegerinnen und Autorinnen, die natürlich wieder zahlreich vertreten waren. Auf die Gefahr hin, dass ich jemanden vergesse, möchte ich trotzdem ein paar liebgewonnene Buchmenschen nennen, mit denen ich wenigstens mal ein paar Worte wechseln konnte: Thomas Williams, Torsten Scheib, Marc Hamacher, Grit Richter, Janika Hofmann, Jeanette Lagall, Emma Marten (unsere charmante Tischnachbarin), Michaela Harich (ja, auch hier war Alea Libris mit eigenem Tisch vertreten), Melanie Lübker, Thomas Heidemann, Claudia Rapp, Thomas Karg, Carolin Gmyrek, Markus Heitkamp, Hanna Nolden und, und, und ...

Besondere Grüße und ein riesiges Dankeschön gehen raus an Katharina Gerlach (Foto rechts). Ohne sie wäre unser Tisch leer geblieben. Katharina ist quasi Qindie-Urgestein und Organisationstalent für unsere Messeauftritte. Sie lagert sämtliche Bücher ein, die wir auf den Messen präsentieren, und hat mich mit allen Exemplaren versorgt, die ich für unseren Tisch benötigte. Katharina war mit eigenem Tisch am Start. Sie schreibt übrigens Märchen, Fantasy und Science Fiction, noch dazu sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Sie ist ein richtiges Multitalent und hatte bei ihrer eigenen BuCon-Lesung am Nachmittag auch begeistern können. Wenn ihr noch nichts von ihr gelesen habt, schaut mal bei ihr vorbei!

Mir bleibt nur noch zu sagen: Danke an das BuCon-Team, danke an alle Besucherinnen, danke an alle, die uns am Stand besucht haben, besonderen Dank an alle, die auch ein Buch bei uns gekauft haben - ihr habt euch hoffentlich alle bei der Lektüre schön gegruselt!

Im nächsten Jahr wären wir mit Qindie gern wieder aktiv dabei, schauen wir mal, ob es wieder klappt. Und wer eigentlich am liebsten Phantastik liest und sich über das Ölsardinengefühl auf der Frankfurter Buchmesse am Samstag geärgert hat: Kommt besser nach Dreieich. Hier gibt es die richtigen Bücher, hier erlebt ihr die Autorinnen hautnah, hier habt ihr Platz und Luft!

Wir sehen uns wieder am Samstag, 19. Oktober 2024, in Dreieich!

Sonntag, 22. Oktober 2023

#fbm23 Nachlese: Einzigartige Stellung als Branchentreff, geprägt von engagiertem politischem Diskurs

Die 75. Frankfurter Buchmesse (18.-22. Oktober 2023) hat ihre einzigartige Stellung als wichtigster internationaler Treffpunkt der Buch- und Medienbranche abermals gezeigt: Mit 105.000 Fachbesucher*innen (Vorjahr: 93.000) aus 130 Ländern und 110.000 Privatbesucher*innen (Vorjahr: 87.000) gelang der Frankfurter Buchmesse nach den beiden Coronajahren 2020 und 2021 erneut ein deutlicher Wachstumsschub. Die beiden Publikumstage Samstag und Sonntag lagen bei der Zahl der Besuche um mehr als ein Drittel über dem Jahr 2022. Mehr als 4.000 Ausstellende aus 95 Ländern präsentierten sich in den Hallen. Das früh ausgebuchte Literary Agents & Scouts Centre (LitAg) meldete mit 548 Tischen eine Rekordbelegung. Mit Rechtehändler*innen aus insgesamt 324 Agenturen und mit über 35.000 Eintritten war das LitAg so frequentiert wie nie zuvor. Mehr als 7.000 Medienvertreter*innen berichteten über die gut 2.600 Veranstaltungen an den Fach- und Publikumstagen. 

Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, sagt zur Bilanz der Jubiläumsmesse: „Unsere Erfolgsformel lautet Interesse folgt Relevanz. Die Menschen kommen aus aller Welt hierher, weil sie wissen, dass für ihr eigenes Geschäft die Präsenz in Frankfurt unverzichtbar ist. Hinzu kommt die wachsende politische Bedeutung der Frankfurter Buchmesse in Kriegs- und Krisenzeiten, in denen die Verteidigung der Freiheit des Wortes umso wichtiger wird. Salman Rushdie, unser diesjähriger Friedenspreisträger, hat es heute in der Paulskirche eindringlich gesagt: Die Meinungsfreiheit gerät weltweit von allen Seiten unter Druck. Deshalb braucht es nötiger denn je die Buchmesse als internationale Plattform für den freien Austausch von Gedanken. Und nicht zuletzt spielt die persönliche Begegnung zwischen dem Lesepublikum und den Autorinnen und Autoren für uns eine immer wichtigere Rolle. Für diese Begegnungen haben wir im Jubiläumsjahr zahlreiche Angebote geschaffen, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden. Am großen Erfolg der TikTok-Bühne erkennt man, dass die Geschichte der Buchmesse, wie es unser Jubiläumsslogan And the story goes on verspricht, tatsächlich auf neuen wie auf bewährten Wegen weitergeht.“ 

Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, unterstreicht aus der Perspektive der Buchbranche: „Größter Handelsplatz für Bücher, begeisterndes Lesefest und Plattform für Demokratie und Meinungsfreiheit – das alles war die Frankfurter Buchmesse zum 75. Mal. Die Buchbranche hat sich auf der Buchmesse als lebendig, zukunftsgewandt und relevant gezeigt. Offene, gesellschaftliche Debatten in herausfordernden Zeiten gehörten ebenso dazu wie der Austausch über die Branchenthemen von heute und morgen.“ 

Diskursiver Widerhall der Weltpolitik und gesellschaftlicher Fragestellungen 

Ob Klimawandel, Krise der Demokratien oder Kriege: Die internationalen Konflikte fanden einen diskursiven Widerhall auf der Messe. Der Frankfurt Pavilion war als kulturpolitische Bühne mit Debatten zum Nahost-Konflikt, zum Krieg in der Ukraine oder zum Protest der Letzten Generation sehr gut besucht. Der Wesenskern der Buchmesse als Diskursplattform zeigte sich gleich zu Beginn in Rede und Widerrede während der Eröffnungsfeier am Dienstag: Zu starken Reaktionen im Publikum und den Medien führten die Ausführungen des slowenischen Philosophen Slavoj Žižek zum Nahost-Konflikt. Um die ukrainische Buchbranche trotz des russischen Angriffskriegs sichtbar zu halten und ihr internationale Solidarität zu bekunden, wurde ein 200qm Länderstand inklusive eines vielfältigen Bühnenprogramms organisiert. 

Ehrengast Slowenien: positive Bilanz   

 Der slowenische Gastland-Pavillon auf der Messe erwies sich durch mehr als 70 Veranstaltungen mit Autor*innen, Dichter*innen und Denker*innen aus Slowenien und dem internationalen Literaturbetrieb als absoluter Anziehungspunkt für die Messebesucher*innen. Mit zwei wabenförmigen Auditorien und seiner nachhaltigen Architektur brachte der Pavillon nicht nur das Ehrengastmotto „Waben der Worte“, sondern auch die slowenische Landschaft auf das Messegelände. In der Stadt Frankfurt fanden während der Messe zudem zahlreiche stark besuchte Lesungen, philosophische Debatten, Ausstellungen und ein exklusives Konzert der Band Laibach statt.   

Seit Slowenien im Oktober 2022 die „GastRolle“ von Spanien übernahm, wurden bei zahlreichen Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum slowenische Autor*innen, Poet*innen, Philosoph*innen, Künstler*innen und Musiker*innen und ihre Werke vorgestellt. Insgesamt wurden seit Beginn des Ehrengastprojekts rund 100 neue Bücher in deutscher Sprache und zahlreiche Titel in anderen europäischen Sprachen veröffentlicht. Die Ausstellung „Books on Slovenia“ auf der Messe umfasste rund 400 Titel.  

Spotlight on: Die Publikumshighlights  

Das Messewochenende (20-22. Oktober) bot ein Publikumsprogramm, bei dem die Besucher*innen internationale Bestseller-Autor*innen, TV-Stars und Influencer*innen erleben konnten. Bevor Salman Rushdie am Sonntag mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, trat er gemeinsam mit Christopher Clark, Lizzie Doron, Cornelia Funke, Thomas Hettche und Amir Gudarzi bei der großen Literaturgala von ARD, ZDF und 3sat auf der Buchmesse auf. Lexi Ryan, Benjamin Lacombe, Motsi Mabuse, Guido Maria Kretschmer, Verona Pooth, SASHA und viele andere begeisterten das Publikum an der Open Stage. Im neuen „Meet the Author“-Areal hatten die Fans die Möglichkeit, u.a. Lucy Score, Rafik Schami, Elke Heidenreich, Mona Kasten und Sarah Sprinz zu begegnen.

Bekannte Autor*innen wie Deborah Feldman, Boštjan Gombač, Gaby Hauptmann, Axel Scheffler, Dirk Steffens und viele andere haben das Programm des BOOKFEST city 2023 in den Buchhandlungen und Bibliotheken in Frankfurt und Umgebung bereichert. Beim Frankfurt Kids Festival auf dem Messegelände und in der ganzen Stadt konnten junge Buchfans ihre Lieblingsautor*innen persönlich treffen, spannende Lesungen besuchen und bei Workshops und tollen Mitmachaktionen selbst kreativ werden. Tijen Onaran und Cornelia Funke sowie die Sieger*innen des Deutschen Jugendliteraturpreises 2023 gaben sich im Frankfurt Studio die Ehre. Im Rahmen des Audio-Schwerpunkts konnten die Besucher*innen Harry Potter-Sprecher Rufus Beck, Känguru-Chroniken-Autor Marc-Uwe Kling, Podcasterin Sophie Passmann und Entertainer Helge Schneider live erleben. 

Im Rahmen des ersten TikTok Book Awards wurden die Lieblingscreator*innen, - autor*innen, -bücher und -verlage der #BookTok Community ausgezeichnet. Anwesend waren auch bekannte Gesichter wie Otto Waalkes und Sebastian Fitzek. 

Jubiläumsaktionen zur 75. Frankfurter Buchmesse   

Die 75. Frankfurter Buchmesse zeichnete sich durch viele bunte Jubiläumsaktivitäten auf dem Messegelände und im gesamten Frankfurter Stadtgebiet aus. Ein besonders auffälliger Hingucker war die Aktion „75 Stühle - 75 Geschichten“. 75 Stühle erzählten per QR-Code die Geschichten von Menschen und ihrer Verbindung zur Frankfurter Buchmesse. Mit dabei waren u.a. Michel Friedman, Lina Atfah, Nina George, Volker Türk und Meron Mendel. Im Jubiläumsareal konnten die Besucher*innen ihre persönlichen Glückwünsche hinterlassen. Auch zahlreiche Aussteller hatten sich kreative Beiträge ausgedacht, um der Frankfurter Buchmesse zum Jubiläum zu gratulieren: mit Glückwunschbannern, besonders gestalteten Bücherwänden oder großen Illustrationen am Messestand.  Fachprogramm: Künstliche Intelligenz und internationale Buchmarkt-Trends 

Das internationale Fachprogramm bot Weiterbildungs-, Diskussions- und Networking-Veranstaltungen. Großen Raum nahm dabei das Thema Künstliche Intelligenz ein. Vor allem der Ruf nach Transparenz und nach einem gesetzlichen Rahmen, der die Interessen der Urheber*innen schützt, war während der Messetage vernehmbar. Aus der Praxis berichtete Anna Soler-Pont (Pontas Literary Agency, Spanien) im Publishing Perspectives Forum: „Wir haben in unsere Verträge Klauseln über KI aufgenommen, um unsere Kund*innen zu schützen. Wir möchten beispielsweise, dass menschliche Stimmen unsere Hörbücher aufnehmen.“ Im Executive Talk reflektierte Nihar Malaviya, CEO von Penguin Random House: „Es geht nicht um Mensch gegen Maschine. Es geht um Menschen UND Maschinen. Wie können wir diese Technologie nutzen, um uns zu helfen?“ 

Die neue Frankfurt International Stage hat sich als der Ort für Veranstaltungen zu Buchmärkten und Brancheninitiativen gleich im ersten Jahr bewährt, wobei sich Asien, der lateinamerikanische Raum sowie europäische Länder besonders aktiv ins Programm eingebracht haben. Die rund 30 größtenteils englischsprachigen Panels und Vorträge zu Themen wie Metadaten, Open Access, Bildung, Independent Publishing oder Nachhaltigkeit erhielten von den internationalen Publishing Professionals viel Aufmerksamkeit.

Am Buchmesse-Wochenende übernahmen Autor*innen wie Georgi Gospodinow (Bulgarien), Lola Shoneyin (Nigeria), Lynn Cullen (USA) und Diaty Diallo (Frankreich) die Bühne für rund 20 verschiedene Lesungen und Gespräche. Insgesamt besuchten etwa 1.800 Personen die Veranstaltungen der International Stage. Zahlen ähnlicher Größenordnung wurden zum Beispiel aus dem Internationalen Übersetzungszentrum (Halle 4.1) gemeldet, auch die Podien des Forum Bildung (Halle 3.1) waren sehr gut besucht. Der Book-to-Screen Day am Buchmessefreitag ermöglichte einer Vielzahl an Filmschaffenden aus der ganzen Welt den Austausch mit der internationalen Buchbranche. 

Alle Videoaufzeichnungen von Veranstaltungen auf der #fbm23 sind in unserer Mediathek und auf dem YouTube-Kanal der Frankfurter Buchmesse abrufbar. 

Die kommende Frankfurter Buchmesse findet vom 16.-20. Oktober 2024 statt. Ehrengast ist Italien. 


Bilder: 1 - 4 buchmesse.de; 5 eigenes Foto


Sonntag, 15. Oktober 2023

Ukraine auf der Frankfurter Buchmesse: „Fragilität der Existenz”

Die Ukraine ist dank eines Zusammenschlusses zahlreicher Institutionen auf der Frankfurter Buchmesse wieder stark vertreten. Vom 18. bis 22. Oktober 2023 präsentieren das Ukrainische Buchinstitut, das Goethe-Institut, das Mystetskyi Arsenal (Art Arsenal) und das Ukrainische Institut die Verlags- und Kulturlandschaft der Ukraine auf der Frankfurter Buchmesse. Das Veranstaltungsprogramm bringt renommierte ukrainische Autor*innen, Übersetzer*innen und Intellektuelle zusammen, die sich auf internationalen Diskussionsbühnen austauschen.

Am 18. Oktober um 11:00 Uhr, am Länderstand (Halle 4.1 B 82), geben die Referent*innen Olena Odynoka (stellvertretende Direktorin des ukrainischen Buchinstituts), Fabian Mühlthaler (Direktor des Goethe-Instituts Ukraine), Yuliia Kozlovetz (Generalkoordinatorin des Internationalen Book Arsenal Festival), Volodymyr Sheiko (Direktor des ukrainischen Instituts) und Peter Kraus vom Cleff (Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels) einen Überblick über Themen, die durch den russischen Angriffskrieg besonders akut geworden sind und am Ukraine-Stand diskutiert werden.

Unter dem Motto „Fragilität der Existenz“ steht beim Programm die Anfälligkeit und Zerstörung von Natur und Umwelt in Kriegszeiten im Mittelpunkt. Der Stand hat eine Bühne, auf der täglich Veranstaltungen in englischer und deutscher Sprache stattfinden.

Neben Diskussionen über die aktuelle Situation in der Ukraine werden die Besucher*innen auch die ukrainische Kultur, Buchgestaltung und Buchkunst kennenlernen. Unter den Autor*innen und Gästen befinden sich Iryna Tsilyk, Maxym Yakovlyev, Kateryna Mykhailitsyna, Anna Novosad, Olesia Ostrovska-Liuta, Kateryna Botanova, Evhenia Lopata, Sevgil Musayeva Yuliia Kozlovets, Alona Karavai, Vakhtang Kebuladze, Svitlana Oslavska, Oksana Sabuzhko und Yaryna Chornohuz und viele andere. 

Weitere Themen sind „Krieg und Lesen“, „Frauenstimmen aus der Ukraine an die Welt“, „Nuancen des Übersetzens: Literatur rund um den Krieg“ und „Kreatives Europa: Chancen für ukrainische Verleger*innen“.Das ukrainische Online-Fachmagazin für Buch und Kultur Chytomo wird am Messemittwoch den neuen Preis für herausragende Leistungen im Verlagswesen präsentieren.

„Presence vs. Absence“

Mystetskyi Arsenal (Halle 3.1 J 103) präsentiert unter dem Motto „Presence vs. Absence“ die Arbeiten des ukrainischen Fotographen Andrii Denysenko. Die Aussteller beleuchten den Alltag der Freiwilligen im Dorf Kolychivka in der Region Tschernihiw, welche beim Wiederaufbau der Häuser geholfen haben. Bereits im Februar 2022 begann das Mystetskyi Arsenal mit der Erforschung von Werken ukrainischer Künstler*innen, die den Russland-Krieg gegen die Ukraine von 2014 bis heute reflektieren.

Quelle: Goethe Institut


Illustrationsausstellung "When Everything Matters"

Pictoric und das International Book Arsenal Festival präsentieren auf der Agora die internationale Illustrationsausstellung "When Everything Matters". Sie wurde erstmals während des 11. Internationalen Book Arsenal Festivals gezeigt, das im Juni 2023 in Kiew stattfand. Die Ausstellung präsentiert neue Werke von führenden ukrainischen und internationalen Künstler*innen.

Multimediale Projekte zur Ukraine

In zwei multimedialen Projekten des Ukrainischen Instituts am THE ARTS+ Stand (Halle 4.1 H 36) werden Geschichte und Gegenwart der Kultur in der Ukraine vorgestellt. Dabei werden die verheerenden Auswirkungen des Krieges auf die Kunst thematisiert. Eine kuratierte Auswahl von Kunstbüchern ergänzt den Stand. Der Stand ist Teil der Plattform THE ARTS+ der Frankfurter Buchmesse, die als Schnittstelle zwischen der Verlagsbranche und der Kreativwirtschaft dient. 

Discover Ukraine: Bits Destroyed lässt den Betrachter in die ukrainische Monumentalkunst der 1960er und 70er Jahre eintauchen. Das animierte Projekt zeigt Bilder von 56 Mosaiken von Alla Horska, Hryhorii Pryshedko, Halyna Zubchenko und anderen ukrainischen Künstlern. Mehr als ein Viertel dieser Werke wurde seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine beschädigt oder zerstört. Die Installation basiert auf Dokumentarfotos von Yevhen Nikiforov und wurde vom Ukrainischen Institut und dem Rock 'n' Light Studio erstellt.    

Insight.UA deckt als digitaler Wegweiser verschiedene Bereiche ab: Musik, Literatur, Theater, Kino, bildende Kunst, Krimi und Analyse. Die Plattform lädt dazu ein, die ukrainische Kultur in verschiedenen Formaten zu erkunden - von einer Auswahl ukrainischer Filme, Ausstellungen und Bücher bis hin zu Playlists.

Austausch der deutschen und ukrainischen Buch- und Literaturbranche

Die meisten ukrainischen Präsenzen auf der diesjährigen FBM finden im Rahmen des Projekts „Austausch der deutschen und ukrainischen Buch- und Literaturbranche“ statt, gefördert von der Staatsministerin für Kultur und Medien. Das Projekt soll mit einer Reihe von Einzelprojekten die Arbeit ukrainischer Autor*innen, Verleger*innen und Medienschaffender unterstützen sowie in Deutschland Kenntnis über und Verständnis für die ukrainische Kultur und Geschichte schaffen. Das Projekt wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels durchgeführt, in enger Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse und dem Ukrainian Book Institute sowie der ukrainischen Kulturinstitution Mystetskyi Arsenal, dem Online-Fachmagazin für Buch und Kultur Chytomo und dem Goethe-Institut Ukraine.

Zusätzlich gibt es das Special Programme for Publishers from Ukraine and neighbouring countries: ein intensives Fortbildungs- und Vernetzungsprogramm für Verleger*innen, Lektor*innen, Lizenzverantwortliche und literarische Agent*innen. Vor Ort besteht das Programm aus einem eintägigen Seminar mit deutschen Expert*innen, gefolgt von der Teilnahme an der offiziellen Eröffnung der Frankfurter Buchmesse und zahlreichen internationalen Networking-Angeboten bis zum Messesamstag. Dieses Förderprogramm wird vom Auswärtigem Amt der Bundesrepublik Deutschland unterstützt und von der Frankfurter Buchmesse GmbH kuratiert und organisiert, in Zusammenarbeit mit dem International Book Arsenal Festival und dem Goethe-Institut Ukraine.

Zum Programm: www.goethe.de/ins/ua/de/kul/uap/fbm.html


Freitag, 29. September 2023

Salman Rushdie zu Gast bei der Literaturgala am Messesamstag

Für den Messesamstag, den 21. Oktober um 19.00 Uhr, laden die Frankfurter Buchmesse, ARD, ZDF und 3sat zu einem der Höhepunkte der Buchmessetage ein: zur „Frankfurter Buchmesse Spezial: Literaturgala“. Die Veranstaltung bietet Kultur- und Literaturfans die exklusive Möglichkeit, den preisgekrönten britisch-indischen Schriftsteller Salman Rushdie live zu erleben.


Salman Rushdie wird in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Auf der Literaturgala wird der Preisträger über sein neues Buch "Victory City" – ein epischer Roman über Macht, Liebe und was es bedeutet, ein Mensch zu sein – sprechen. Seit dem Angriff auf seine Person im Sommer 2022 hat der Schriftsteller nur wenige öffentliche Auftritte wahrgenommen. Auf der Frankfurter Buchmesse 2015 war Rushdie Sprecher der Eröffnungspressekonferenz.


„Mich hat es sehr bewegt, dass Salman Rushdie es sich nicht nehmen lässt, neben seiner Teilnahme an der Preisverleihung, bei der er mit dem Friedenspreis ausgezeichnet wird, auch dem Publikum in Frankfurt persönlich zu begegnen. Es ist mir eine große Ehre, Salman Rushdie erneut auf der Frankfurter Buchmesse begrüßen zu dürfen“, würdigt Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, den Auftritt Rushdies auf der Literaturgala.


Rushdie auf der Eröffnungs-PK 2015

Rushdie stellte erst kürzlich in einem Interview zur 75. Frankfurter Buchmesse die Bedeutung der Buchmesse als Ort des demokratischen Austauschs heraus: „Die Frankfurter Buchmesse ist eines der wichtigsten kulturellen Foren in der westlichen Welt. […] Ihr Einfluss besteht gerade in dem freien Austausch von Ideen zwischen vielen Kulturen durch Bücher. Ein solcher Austausch ist für den sozialen Wandel und die Demokratie unerlässlich.“


Genau deshalb soll es – neben den aktuellen Büchern der Autor*innen – auf der Literaturgala auch um die großen politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen unserer Zeit und die Herausforderungen der Zukunft gehen. Die weiteren Gäste bei der Abendveranstaltung sind Kinder- und Jugendbuchautorin und Erfinderin der weltweit erfolgreichen „Tintenherz“-Reihe, Cornelia Funke, der australische Historiker Sir Christopher Clark, die israelische Schriftstellerin und Friedensaktivistin Lizzie Doron, der mehrfach preisgekrönte Romancier Thomas Hettche und der im Exil lebende iranische Schriftsteller Amir Gudarzi. Durch den Abend führen Thea Dorn, Publizistin und Gastgeberin der ZDF-Sendung „Das Literarische Quartett“, und Denis Scheck, Literaturkritiker und Moderator des ARD-Literaturmagazins „Druckfrisch“.


Tickets für das Publikum sind erhältlich unter: www.hr-ticketcenter.de/tickets-hr/e2154572


Bildmaterial: buchmesse.de 

Montag, 18. September 2023

Demokratisch, diskursiv und divers: Politik auf der Frankfurter Buchmesse

In Zeiten zunehmender Verständnislosigkeit im öffentlichen Diskurs bietet die Frankfurter Buchmesse eine Plattform für den demokratischen Austausch. So steht das kulturpolitische Programm für eine Diversität von Literatur und ihren Literaturschaffenden sowie für die Vielfalt von Perspektiven.

„Die Buchmesse ist eine Demokratiemesse. Gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels setzen wir uns seit 1949 für das freie Wort ein. In diesem Jahr wird die Anwesenheit von Salman Rushdie, der in Frankfurt am Abschlusstag der Messe den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält, dem Thema ein besonderes Gewicht und internationale Sichtbarkeit geben. Auch in den Programmen, die wir selbst kuratieren, nimmt die Presse- und Meinungsfreiheit einen breiten Raum ein“, so Torsten Casimir, Sprecher der Frankfurter Buchmesse.

Frankfurt Pavilion als kulturpolitische Bühne

Ein großer Teil dieses Programms findet im ikonischen Frankfurt Pavilion auf dem Außengelände der Agora statt. Es diskutieren u.a. Claudia Roth, (Bundesbeauftragte für Kultur und Medien), Deniz Yücel (PEN Berlin), Irina Scherbakowa (Schriftstellerin, Mitgründerin der Menschenrechtsorganisation Memorial), Dmitri Gluchowski (russischer Bestseller-Autor im Exil) und Meron Mendel (Bildungsstätte Anne Frank). Über zukünftige kriegerische Konflikte sprechen die Autoren und Militär-Experten Herfried Münkler und Carlo Masala. Und die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) organisiert ein Panel mit Frankfurter Schreibenden, die sich über kulturelle Teilhabe aus Migrant*innen-Sicht austauschen.

Zum Thema Demokratie und Menschenrechte findet im Pavilion das Frankfurt Forum, organisiert in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, statt. Hier diskutieren die philippinische Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa, der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir, Can Dündar (Journalist und Autor im Exil) sowie UN High Commissioner for Human Rights Volker Türk. Zum Thema postkoloniale Erinnerungskultur veranstaltet das Goethe-Institut Berlin mit Tahir Della (Aktivist der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) ein Event.

Die taz spricht mit der Psychologin und Impfkampagnen-Expertin Prof. Cornelia Betsch über Gesellschaften in der Dauerkrise. Außerdem findet eine Veranstaltung mit der LiBeraturpreisträgerin Adania Shibli statt. Die palästinensische Autorin erhält zuvor die jährliche Auszeichnung für Autorinnen aus dem Globalen Süden. Musikalisch setzt die iranisch-stämmige israelische Sängerin  Liraz Charhi als „Stimme der iranischen Proteste“ ein Zeichen..

Menschenrechte-Lesung, Ukraine und Streiterinnen für die Zukunft

Zum 75-jährigen Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte werden internationale Autor*innen in ihrer Landessprache ausgewählte Artikel vortragen. Sie kommen aus Gastländern der Frankfurter Buchmesse wie Slowenien, Italien und den Philippinen. Außerdem hat das Israel Institute for Hebrew Literature die Sängerin Rita Yahan-Forouz, die auf Farsi ihre Solidarität mit dem iranischen Widerstand bekundet, auf die International Stage eingeladen.

Das Goethe-Institut Ukraine und das Ukrainische Buchinstitut präsentieren auf einem 200 qm großen Länderstand unter dem Motto "Fragility of the Earth" die Kulturbranche der Ukraine. Als ein Zeugnis der Verbrechen des Dritten Reichs befindet sich auf der Agora die Ausstellung "Verbrannte Orte - Bücherverbrennungen von 1933". Im Mittelpunkt stehen Fotografien der heutigen verbrannten Orte und laden die Betrachter ein sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

Mit „SHEROES – Streiterinnen für die Zukunft“ wird die Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat engagierte Autorinnen vorstellen. Mit dabei sind u.a. die Klima-Aktivistin und Gründerin der „Letzten Generation“ Lea Bonasera, die ehemalige Femen-Aktivistin Zana Ramadani sowie die KI-Expertin und Gründerin Mina Saidze. Moderiert wird SHEROES von der „Freiheit Deluxe“-Podcasterin Jagoda  Marinić.

Auf dem Panel „Black Femininity - (New) Daughters of Africa” sprechen die Schriftstellerin Bridget Minamore, die Übersetzerin Eleonore Wiedenroth-Coulibaly und die Geschlechter- und Rassismusforscherin Dr. Denise Bergold-Caldwell über das Schreiben vor dem Hintergrund von Erfahrungen mit Diskriminierung.

Sonntag, 10. September 2023

Der Bundeskanzler und die slowenische Staatspräsidentin eröffnen die 75. Frankfurter Buchmesse

Frankfurt - Bundeskanzler Olaf Scholz und die slowenische Staatspräsidentin Nataša Pirc Musar werden am Dienstag, 17. Oktober 2023 die 75. Frankfurter Buchmesse (18.-22. Oktober 2023) eröffnen. Slowenien ist Ehrengast der Buchmesse 2023. Unter dem Motto „Waben der Worte“ werden 75 slowenische Autor*innen, Lyriker*innen und Übersetzer*innen in Frankfurt erwartet. Im Anschluss an den Festakt im Congress Center der Messe Frankfurt werden der Bundeskanzler und die slowenische Präsidentin den Ehrengast-Pavillon eröffnen. Die Frankfurter Buchmesse findet 2023 zum 75. Mal statt. In ihrem Jubiläumsjahr feiert die Buchmesse gute Geschichten, zelebriert den demokratischen Diskurs und ermöglicht den friedlichen Austausch in unfriedlichen Zeiten.



„Von ihren Anfängen in der Paulskirche bis heute steht die Frankfurter Buchmesse für Demokratie und Vielfalt. Zum 75. Mal wird die Buchmesse zu einer Plattform für demokratischen Austausch. Und sie ist ein Marktplatz der Kultur. Verleger*innen und Autor*innen, Literatur- und Kulturbegeisterte aus über 100 Ländern können hier einander in Frieden und Sicherheit begegnen. Die Anwesenheit des Bundeskanzlers und der slowenischen Präsidentin bei der Eröffnung unterstreicht die internationale Bedeutung der Buchmesse für Demokratie, Freiheit und Verständigung“, sagt Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Weitere Redner anlässlich der Eröffnungsfeier der 75. Frankfurter Buchmesse sind neben Juergen Boos und Karin Schmidt-Friderichs, der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, und Mike Josef, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main. Die literarischen Redner*innen, die traditionell vom Ehrengastkomitee ausgewählt werden, sind in diesem Jahr der Autor und Philosoph Slavoj Žižek und die Autorin Miljana Cunta.

Zur Chronik der Frankfurter Buchmesse: https://www.buchmesse.de/chronik

Mehr Informationen zum Ehrengastauftritt Sloweniens: https://sloveniafrankfurt2023.com/de



P.S. Ob Herr Scholz bis dahin die Augenbinde wieder abgelegt haben wird? Man hat sich ja an diesen "verwegenen" Anblick schon ein bisschen gewöhnt ... 😁

Donnerstag, 31. August 2023

Book-to-Screen Day auf der Frankfurter Buchmesse

Der Buchmessefreitag auf der kommenden Frankfurter Buchmesse setzt das Thema Film- und Serien-Adaptionen in den Fokus / Das Programm besteht aus Matchmaking, Networking und Vorträgen 

 Welche Bücher haben Potenzial für eine Verfilmung? Nach welchen Genres und Themen suchen Film- und Serien-Produzent*innen? Welche Schritte sind notwendig, damit ein Buch den Weg auf die Leinwand oder den Bildschirm findet? Am Buchmessefreitag (20. Oktober 2023) stellt die diesjährige Frankfurter Buchmesse (18. bis 22. Oktober 2023) mit dem Book-to-Screen Day das Thema Film- und Serienadaptionen ins Rampenlicht. Zahlreiche Veranstaltungen ermöglichen Filmschaffenden den Zugang zur internationalen Buchbranche und fördern den Austausch zwischen den verschiedenen Akteur*innen. 

Der Book-to-Screen Day am 20. Oktober bietet einen Buchmesse-Rundgang für internationale Filmproduzent*innen und Filmschaffende, ein von der Frankfurter Buchmesse und der Berlinale kuratiertes Matchmaking-Event für Filmproduzent*innen, Verlage und Agent*innen und den Comics‘ Cocktail (ein kuratiertes Comic-to-Screen Matchmaking) im Comic Centre in Halle 6.1. Im Frankfurt Pavilion auf der Agora findet in Kooperation mit dem Berlinale Co-Production Market, von 14.00 bis 15.00 Uhr, die Veranstaltung “Neue Geschichten vom Franz” statt.  Moderatorin Syd Atlas wirft darin gemeinsam mit ihren Gästen Anna Zielasko (Senior Rights Manager, Verlagsgruppe Oetinger), Katharina Posch (Produzentin, Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion) und Sarah Wassermair (Drehbuchautorin) einen Blick hinter die Kulissen der neuen Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuchs von Christiane Nöstlinger. Außerdem geht es auf der Aldus Up-Stage in Halle 4.1 von 15.00 bis 20.00 Uhr um die Themen Diversität in Filmen und Illustrationen sowie um „Film meets Games“.  Die B3 – Biennale des bewegten Bildes und die Akademie für Kindermedien gestalten darüber hinaus eigene Programmpunkte. So wird in der Veranstaltung “Von Einzelstück bis plattformübergreifende IP – Stoffentwicklung im Spannungsfeld Kreative, Vermittler, Plattformen und Publikum” gezeigt, wie in der Akademie für Kindermedien Stoffe für das junge Publikum entwickelt und umgesetzt werden. 

Die Book-to-Screen-Events im Frankfurt Pavilion und auf der Aldus Up-Stage sind für alle Messebesucher*innen zugänglich. Für die weiteren Veranstaltungen sind die Teilnehmer*innenzahlen begrenzt. Weitere Informationen und Details auf buchmesse.de

Das Thema Film- und Serienadaption spielt für die Frankfurter Buchmesse, als wichtigster Handelsplatz für Rechte und Lizenzen, schon lange eine besondere Rolle. Denn jedes Jahr im Oktober kommt die internationale Verlagswelt in Frankfurt zusammen, um gute Geschichten zu feiern. Für internationale Filmschaffende ist das die Gelegenheit, neue Geschichten, Charaktere und Ideen aus der ganzen Welt an einem Ort zu entdecken. Die Frankfurter Buchmesse vernetzt die kreativen Industrien und unterstützt den Austausch zwischen dem Verlagswesen und der Film- und Streaming-Branche, damit diese Geschichten neu erzählt werden können. 

Auch unabhängig vom Book-to-Screen Day finden in der Messewoche weitere Veranstaltungen zum Film-Thema statt. Bereits am Dienstag, 17. Oktober um 20.00 Uhr, ist die Frankfurter Buchmesse Partner der Frankfurt-Premiere von „Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste“. Nach der Filmvorführung im Cinéma Kino werden Regisseurin Margarethe von Trotta und Ina Hartwig (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt) im Gespräch mit der Moderatorin Sandra Kegel (Ressortleiterin Feuilleton FAZ) sich der österreichischen Lyrikerin widmen und einen Blick hinter die Kulissen einer großen Filmproduktion werfen. Karten sind im Vorverkauf beim Kino erhältlich. 

Der Hessische Film- und Kinopreis kehrt ebenfalls auf die große Bühne zurück: Am Freitagabend, 20. Oktober 2023, lädt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn Filmschaffende, Stars und Sternchen zur Preisverleihung in die Alte Oper Frankfurt ein. Die Moderation übernehmen Annabelle Mandeng und Rainer Ewerrien. Die ausgezeichneten Filme wird es am Buchmessen-Wochenende in mehreren Kinos zu sehen geben. Alle weiteren Infos unter hessischerfilmpreis.de

Und bereits im September, am Dienstag, 19. September 2023, von 16.00 bis 17.00 Uhr, findet die digitale Veranstaltung „From Book to Screen: Exploring the Film (Rights) Market“ im Rahmen des Frankfurt Rights Meeting statt. Die Literaturagentinnen Erin P. Hennicke (Booksmart Scouting), und Hannah Vaughn (The Gersh Agency), zeigen den Weg vom Buch zum Film auf. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in den „traditionellen“ Rechteverkauf für Filme und tauchen auch in die Szene der Streaming-Anbieter ein, indem sie deren Geschäftsmodelle, Stoffanforderungen und Produktionszeiträume erläutern. Mehr Informationen und Tickets auf buchmesse.de.




Mittwoch, 9. November 2022

Nachlese: Frankfurter Buchmesse und BuCon 2022

Kinder, wie die Zeit vergeht. Es ist ja schon November.

Höchste Zeit für einen kleinen, persönlichen Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse und den Buchmesse Convent 2022. Endlich wieder Buchmesse im großen Stil. Ich hatte in diesem Jahr keine Presseakkreditierung erhalten, dafür war mein Blog einfach monatelang zu "ruhig" gewesen.

Aber zum Glück ist ja inzwischen auch der Freitag offen fürs Publikum, also habe ich mich am Freitag nach Frankfurt aufgemacht.

Weit ist der Weg für mich ja nicht, ich wohne mitten im Rhein-Main-Gebiet und habe es dadurch weder zur FBM noch zum BuCon weit. Gut organisiert ist die Anreise wie immer auch gewesen.

Frankfurter Buchmesse

Ich habe mich dieses Jahr wegen des schlechten Wetters fürs Auto entschieden, parkte entspannt im Parkhaus und fuhr im Shuttlebus rüber aufs Messegelände. In Halle 3 an der Garderobe hatte ich direkt mein erstes bemerkenswertes Erlebnis: Ich traf einen echten Jana-Oltersdorff-Fan. 😊

Julia ist eigentlich Archäologin, jobbt aber als leidenschaftliche Leseratte auf der FBM an der Garderobe. Sie hatte mich ein paar Tage zuvor angeschrieben, und wir hatten uns verabredet, dass ich meine Sachen bei ihr abgebe. Die Gelegenheit nutzten wir direkt für ein ausgiebiges Schwätzchen, Fotos und ein Autogramm, das sie sich von mir wünschte. Ich fühlte mich außerordentlich gebauchpinselt und fast schon ein wenig überfordert von so viel Begeisterung. Julia hat alle meine Geschichten geradezu verschlungen und war schrecklich aufgeregt, als ich auf einmal leibhaftig vor ihr stand. Auf jeden Fall habe auch ich aus dem Gespräch mit ihr einige spannende Impulse mitnehmen können. Julia - falls du das hier liest - ich trinke gern mal mit dir einen Kaffee, es gibt da ein paar Themen, die ich unbedingt noch mit dir vertiefen muss - Stichwort Wikingerstaub ...

Tatsächlich habe ich von der FBM wieder mal gar nicht so viel gesehen. Die meiste Zeit verbrachte ich in Halle 3, besuchte aber zumindest auch mal den von Spanien gestalteten Gastpavillon, der mir außerordentlich gut gefiel. Ich traf David Pawn und Katharina Gerlach, zwei Mit-Qindianer, die wie im Jahr zuvor mit eigenem Stand vertreten waren und dort gut zu tun hatten, denn es war wirklich viel Publikum in den Gängen unterwegs. Ich stattete PAN einen Besuch ab und traf dann endlich meine Freundin Michaela Harich - Autorin, Verlegerin und absoluter Buchnerd. Mit Michaela verbindet mich so viel. Wir haben uns vor Jahren auf der Leipziger Buchmesse kennengelernt. Ich habe schon Bücher von ihr lektoriert, an der Entstehung bzw. der Idee zu ihrem Buch "Das Einhorn, der Zombie und ich" war ich mitschuldig.

Wir verbrachten den Großteil des Messetages zusammen. Michaela ist gut vernetzt, und auf diese Weise traf ich einige neue Gesichter. Am späten Nachmittag supporteten wir Michaela dann noch auf der Bühne des Forums Rheinland-Pfalz, wo sie einen Vortrag zum Thema "Zombies" halten durfte. Ja, Zombies, ihr habt richtig gelesen. Michaela ist nämlich auch eine echte Spezialistin, was das Thema angeht, und konnte es informativ und unterhaltsam rüberbringen. Und entgegen ihrer Befürchtung, dass kaum Zuhörer da sein würden, kamen immer mehr Leute dazu. Sämtliche Sitzplätze waren belegt, drumherum standen locker noch einmal 100 Leute.

Buchmesse Convent

Am Samstag war BuCon-Tag. Wie sagen wir BuCon-Insider so gern: "Die coolen Kids sind am Samstag in Dreieich-Sprendlingen." 😄 Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie fand der BuCon wieder live, in Farbe und mit Publikum statt. Tickets musste man diesmal schon vorher online kaufen, aber das ging ja auch noch einen Tag vorher, also alles kein großes Problem. Der BuCon ist für mich wie für viele langjährige Wiederholungstäter:innen ein großes Familienfest. Ich habe so viele geliebte Buchmenschen zum ersten Mal seit Jahren wiedergesehen, und das war so schön! Michaela Harich war mit ihrem Verlag Alea Libris erstmals mit eigenem Stand vertreten. Ich verbrachte dort recht viel Zeit, schlenderte aber auch zig Runden durch die Hallen und ging zusammen mit Freunden zu einigen Lesungen - das BuCon-Programm war wieder pickepackevoll.

Ein Buch kam mit, an dem ich nicht so richtig vorbeikam, schon allein wegen des großartigen Covers. Aber auch die Liste der beitragenden Autor:innen der Anthologie "Mysterien der See" von den Herausgebern Vanessa Kaiser und Thomas Karg liest sich ein bisschen wie das Who-is-Who der deutschsprachigen Phantastikszene. Außerdem haben wir mit "Dunkle Wasser" bei Bloody Qindie ja vor kurzem ein ähnlich thematisiertes Buch herausgebracht, deshalb fand ich es spannend zu sehen, was andere daraus gemacht haben. Zum Inhalt kann ich allerdings noch nichts sagen, ich habe es noch nicht gelesen. Das hole ich dann beizeiten hier nach. Allerdings nutzte ich die hohe Dichte anwesender Autor:innen dieser Anthologie, um ordentlich Autogramme zu sammeln.

Ich habe meine zwei Buchmessetage im Oktober sehr genossen. Das Beste waren jedenfalls wieder die Menschen, die ich dort treffen konnte. Das zeigt mir wieder einmal: Eine Buchmesse ist dann am besten, wenn sie live vor Ort mit echten Menschen stattfinden kann. Bleibt mir nur zu hoffen, dass ich dies auch im kommenden Jahr wieder tun kann - dass wir uns dann wiedersehen!

Donnerstag, 20. Oktober 2022

United in the fight for freedom - Wolodomir Selenskyis Ansprache auf der FBM 2022

Auf gemeinsame Einladung der Frankfurter Buchmesse (19.-23. Oktober 2022) und des Europäischen Verlegerverbandes (Federation of European Publishers FEP) richtete der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, heute, am Donnerstag, den 20. Oktober, auf der Frankfurter Buchmesse das Wort per Videobotschaft an die internationale Buch- und Verlagsbranche. 

„Thank you for all the attention you pay to Ukraine! Such attention means that you indeed value freedom and are ready to defend it. This is what Europe needs most these days: to be united in the fight for freedom”, sagte Präsident Selenskyj zu Beginn seiner Rede. 

Die Videobotschaft in voller Länge finden Sie auf dem YouTube-Kanal der Frankfurter Buchmesse.


Im Rahmen der Veranstaltung sprachen zudem Peter Kraus vom Cleff (Präsident der FEP und Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels), Juergen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse), Oleksandr Afonin (Präsident Ukrainian Publishers and Booksellers Association) und Jesús Badenes del Río (CEO, Grupo Planeta).

Am Messesamstag wird Olena Selenska, Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, persönlich vor Ort auf der Frankfurter Buchmesse sein. 

Unter dem Motto "WAS KÖNNEN SIE UNS ANHABEN, SOLANGE WIR EINANDER HÖREN" findet am Freitag und Samstag, 21. und 22. Oktober im Frankfurt Pavilion der Programmschwerpunkt der Bundeszentrale für politische Bildung und des Goethe-Instituts Ukraine in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse und dem Ukrainian Book Institute statt. Es nehmen teil: Andrei Kurkow, Kateryna Mischenko, Mykola Rjabtschuk, Karl Schlögel und Serhij Zhadan u.v.m.


Quelle: Frankfurter Buchmesse, Pressemitteilung 20.10.2022

Sonntag, 24. Oktober 2021

Endlich wieder Buchmesse - FBM 2021

Ich war heute zum ersten Mal seit Frühjahr 2019 wieder auf einer Buchmesse, und zwar auf der Frankfurter Buchmesse. Das ist seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie die erste große Buchmesse, die nicht nur online, sondern live, in Farbe und mit echten Menschen stattfindet. Ich hatte die Entscheidung, ob ich hingehe, bis knapp vor Schluss vor mich hergeschoben und mir erst vor zwei Tagen das Ticket für den Messebesuch besorgt. Damit war ich wahrscheinlich eine der letzten, die für den Samstag überhaupt noch ein Ticket bekam, denn knapp einen Tag später kam die Meldung, dass die auf 25.000 limitierten Eintrittskarten allesamt ausgebucht seien.

Nun habe ich heute also endlich wieder Messeluft schnuppern können. Es war insgesamt eine schöne Erfahrung. Nicht so ereignisreich und stressig, wie ich das von früheren Messebesuchen kannte, nicht so vollgedrängt mit Menschen, auch wenn es heute recht gut besucht war und man an den meisten Imbiss-Ständen ab mittags lange Schlange stehen musste. Ich war auch einfach als Besucherin da, hatte keine Termine, keine Verabredungen, keine Verpflichtungen. Stattdessen genoss ich die Atmosphäre, schlenderte gemütlich durch sämtliche Gänge von Halle 3 (auf allen Ebenen) und verbrachte eine Weile im faszinierend gestalteten Pavillon des diesjährigen Gastlandes Kanada. Wer am Sonntag noch zur Messe fährt, sollte sich das unbedingt anschauen und auf sich wirken lassen.

Besonders schön waren jedoch wieder die Begegnungen. Casandra Krammer winkte mir schon von weitem entgegen - wir trafen direkt vor Halle 3 auf der Agora aufeinander, wo wir beide zufällig gleichzeitig frische Luft schnappen wollten. Am Messestand von PAN fand ich eine ganze Reihe liebgewonnener Buchmenschen vor, allen voran Markus "Grummel" Heitkamp.
Dort durfte ich auch gleich noch ein Foto vor der Mottowand machen und mein persönliches Exemplar des PAN-Motivationskalenders entgegennehmen, das demnächst meinen Schreibtisch zieren und mich bestimmt inspirieren wird.

Zwei Messestände weiter traf ich auf Katharina Gerlach und David Pawn, zwei Kolleg*innen von Qindie, die diesmal mit einem gemeinsamen Stand ihre zahlreichen Bücher präsentierten. Wir hatten uns zuletzt kurz auf dem BuCon 2019 gesehen, den ich ja leider nur für einen kurzen Moment besuchen konnte. Trotz Maske haben wir uns alle sofort erkannt. Ich hätte bei den beiden gern gleich ein Printexemplar unserer neuesten Bloody-Qindie-Anthologie "Waldesdunkel" mitgenommen, aber leider waren die Taschenbücher nicht rechtzeitig bei Katharina eingetroffen - ob das schon die Auswirkungen der Knappheit im Buchdruckmarkt sind, die von vielen Expert*innen befürchtet bzw. als gesetzt angekündigt wird? (Leute, kauft eure Bücher, die ihr Weihnachten verschenken wollt, rechtzeitig, kein Scherz, das könnte sonst in die Hose gehen!)

Ich lernte bei PAN auch die Autorin Jessica Weber kennen, wir vernetzten uns gleich mal via Instagram, und sie gab mir ein paar Einblicke in die Probleme einer History-Autorin mit von Verlagen gewünschten Pseudonymen und unpassend überromantisierten Buchcovern. Mit der Schweizer Autorenkollegin Stella Delaney hatte ich mich schon einen Tag vorher via Twitter locker verabredet. Bis wir uns dann endlich trafen, brauchten wir noch ein paar Anläufe, da es ja doch voller und wuseliger geworden war, als wir erwartet hatten. Beim PAN-Stand klappte es dann schließlich. Dort stieß später noch Nora Bendzko dazu, und wir fachsimpelten und schwätzten zu dritt eine angenehme Weile über alles Mögliche. Janika Hoffmann und ich winkten uns im Vorbeigehen zu, mit Isa Theobald hatte ich (glaub zum ersten Mal) auch ein längeres Gespräch geführt - sie ist nicht nur Autorin und Lektorin, sondern auch Schauspielerin für Krimidinners. Und Diana Menschig erinnerte mich dann noch charmant-streng, dass ich endlich mal meine Autorenseite bei PAN aufsetzen müsste. Ist auf der To-Do-Liste notiert!

Insgesamt verbrachte ich ein paar schöne Stunden auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Ich hoffe und wünsche mir, dass die Buchmesse anschließend eine positive Bilanz ziehen und auch in den kommenden Jahren wieder stattfinden kann, und zwar so, wie sie am besten funktioniert: live, mit ausstellenden Verlagen, vielen Veranstaltungen und vor allem mit Menschen - echten Menschen.

Mittwoch, 10. März 2021

Frankfurter Buchmesse startet Anmeldung für Aussteller*innen

Das liest sich erst einmal vielversprechend. In ihrer jüngsten Pressemitteilung verkündet die Frankfurter Buchmesse den Startschuss für die Anmeldung für Aussteller:innen für die FBM 2021. Es soll also eine richtige Buchmesse stattfinden. So richtig mit Messeständen, Veranstaltungen und Besucher:innen. Live, vor Ort, persönlich! Sicher nicht in dem gewohnten Maßstab vor Corona, aber das erwartet nun wirklich niemand.

Hier habe ich für euch mal den ganzen Artikel. Ich persönlich bin verhalten optimistisch und reserviere mir zumindest schon einmal den 20. bis 24. Oktober 2021 im Kalender "mit Vorbehalt".

Frankfurter Buchmesse startet Anmeldung für Aussteller*innen


Verlage können sich ab jetzt für die 73. Frankfurter Buchmesse (20.-24. Oktober 2021) anmelden. Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2021. Die Messe steht unter dem Motto Wiederbegegnung (re:connect): Sie ist als Präsenzveranstaltung mit ergänzenden digitalen Formaten geplant und kann flexibel an die pandemische Entwicklung angepasst werden. Im Fokus stehen der internationale Rechtehandel und reichweitenstarke Angebote für das Publikum. Als Ehrengast präsentiert sich Kanada.
„Die Frankfurter Buchmesse wird auch 2021 wieder ein wichtiger Ort der Begegnung sein - für die Buchbranche, für Autor*innen und Leser*innen“, betonte Buchmesse-Geschäftsführer Juergen Boos. „Die Branche braucht Austausch und Sichtbarkeit mehr denn je. Wir haben in den letzten Monaten intensive Gespräche mit unseren Kund*innen geführt und ein Messekonzept maßgeschneidert auf die Bedürfnisse unserer Aussteller*innen erstellt. Mit angepassten Teilnahmebedingungen, großzügigen Stornobedingungen und unserem flexiblen Programm wollen wir Aussteller*innen in Deutschland und weltweit die Entscheidung für einen Auftritt in Frankfurt leicht machen. Der Gesundheitsschutz für Aussteller*innen und Besucher*innen steht für uns immer an erster Stelle. Daher planen wir flexibel und können unser Konzept schnell den Anforderungen anpassen.“ Die 73. Frankfurter Buchmesse wird durch Mittel aus dem NEUSTART KULTUR Programm der Bundesregierung gefördert: Diese Förderung wird an die Aussteller*innen weitergegeben, so dass diese mit deutlich günstigeren Standpreisen rechnen können.

Die Präsenzmesse

Geplant ist, die Hallen 3, 4 und 6 sowie das Forum und die Festhalle zu belegen. Das Literary Agents & Scouts Centre (LitAg) wird an neuem Standort in Halle 6.2 zu finden sein. Die innovativen Themenareale der Frankfurter Buchmesse, THE ARTS+ und Frankfurt Audio, werden zentral im Forum, Ebene 0 verortet sein. Die Präsentation des Ehrengastes Kanada bleibt im Forum, Ebene 1. In der Festhalle wird mit der ARD und weiteren Medienpartnern erneut eine große Bühne bespielt – alle Veranstaltungen sollen live gestreamt werden. Mit den Frankfurt Workstations in Hallen 3, 4, 6 und im Forum wurde ein flexibles Präsenzformat entwickelt - die Arbeitsplätze können tageweise angemietet werden. Der Anmeldeschluss für die Teilnahme an der Präsenzmesse ist der 31. Mai 2021.

Digitale Angebote

Parallel dazu arbeitet die Frankfurter Buchmesse an digitalen Formaten: Das Matchmaking-Angebot und die digitale Rechteplattform Frankfurt Rights werden optimiert. Das Konferenzprogramm Frankfurt Conference und das erfolgreiche Networking-Format „The Hof“ sollen weitergeführt werden. Veranstaltungskalender und Ausstellerkatalog werden in der App der Frankfurter Buchmesse und online zur Verfügung stehen. „Wir haben im Anschluss an die Frankfurter Buchmesse 2020 intensive Gespräche mit unseren Kund*innen geführt und sehr wertvolles Feedback erhalten. Wir optimieren unser digitales Angebot auf der Grundlage dieser Rückmeldungen“, sagte Juergen Boos.

Gesundheitsschutz hat Priorität

Die sichere Durchführung der Präsenzveranstaltung ist durch ein detailliertes Hygienekonzept und an die Pandemielage angepasste Rahmenbedingungen gewährleistet: Die Frankfurter Buchmesse plant mit einem großzügigen Hallen-Layout und deutlich verbreiterten Gängen zur Steuerung der Besucher*innen. Die Mindestgröße für Messestände beträgt dieses Jahr 8 statt 4 Quadratmeter. Die damit verbundenen Mehrkosten fallen nicht den Aussteller*innen zur Last, sondern werden durch Mittel aus dem NEUSTART KULTUR-Programm der Bundesregierung finanziert. Alle Messeteilnehmer*innen müssen sich vorab registrieren. Die Zugangszahlen für Besucher*innen werden entsprechend den im Oktober geltenden Infektionsschutzregeln kontrolliert und angepasst: Dazu gehört auch, dass die Frankfurter Buchmesse bereits am Messe-Freitag (22. Oktober 2021) für das Publikum geöffnet sein wird.

Ehrengast Kanada

Unter dem Motto „Singular Plurality“ wird Ehrengast Kanada in diesem Jahr mit einem vielfältigen Programm seine Literatur und Kultur auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren. Mit über 300 geplanten Neuerscheinungen in 248 Verlagen steht der kanadischen Literaturszene ein außerordentlich produktives Jahr bevor. Die kanadische Delegation, bestehend aus gefeierten Autor*innen, Illustrator*innen und Künstler*innen, freut sich darauf, Teil der hybriden Frankfurter Buchmesse im Oktober zu sein. 

Aktuelle Informationen zur Frankfurter Buchmesse gibt es auf der offiziellen Seite.

Dann lasst uns mal die Daumen drücken, denn das Konzept klingt zumindest für mich vernünftig und vor allem machbar. Und dann träume ich gleich mal weiter von einem real stattfindenden BuCon in Dreieich-Sprendlingen ...