Posts mit dem Label Messebericht werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Messebericht werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 9. November 2022

Nachlese: Frankfurter Buchmesse und BuCon 2022

Kinder, wie die Zeit vergeht. Es ist ja schon November.

Höchste Zeit für einen kleinen, persönlichen Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse und den Buchmesse Convent 2022. Endlich wieder Buchmesse im großen Stil. Ich hatte in diesem Jahr keine Presseakkreditierung erhalten, dafür war mein Blog einfach monatelang zu "ruhig" gewesen.

Aber zum Glück ist ja inzwischen auch der Freitag offen fürs Publikum, also habe ich mich am Freitag nach Frankfurt aufgemacht.

Weit ist der Weg für mich ja nicht, ich wohne mitten im Rhein-Main-Gebiet und habe es dadurch weder zur FBM noch zum BuCon weit. Gut organisiert ist die Anreise wie immer auch gewesen.

Frankfurter Buchmesse

Ich habe mich dieses Jahr wegen des schlechten Wetters fürs Auto entschieden, parkte entspannt im Parkhaus und fuhr im Shuttlebus rüber aufs Messegelände. In Halle 3 an der Garderobe hatte ich direkt mein erstes bemerkenswertes Erlebnis: Ich traf einen echten Jana-Oltersdorff-Fan. 😊

Julia ist eigentlich Archäologin, jobbt aber als leidenschaftliche Leseratte auf der FBM an der Garderobe. Sie hatte mich ein paar Tage zuvor angeschrieben, und wir hatten uns verabredet, dass ich meine Sachen bei ihr abgebe. Die Gelegenheit nutzten wir direkt für ein ausgiebiges Schwätzchen, Fotos und ein Autogramm, das sie sich von mir wünschte. Ich fühlte mich außerordentlich gebauchpinselt und fast schon ein wenig überfordert von so viel Begeisterung. Julia hat alle meine Geschichten geradezu verschlungen und war schrecklich aufgeregt, als ich auf einmal leibhaftig vor ihr stand. Auf jeden Fall habe auch ich aus dem Gespräch mit ihr einige spannende Impulse mitnehmen können. Julia - falls du das hier liest - ich trinke gern mal mit dir einen Kaffee, es gibt da ein paar Themen, die ich unbedingt noch mit dir vertiefen muss - Stichwort Wikingerstaub ...

Tatsächlich habe ich von der FBM wieder mal gar nicht so viel gesehen. Die meiste Zeit verbrachte ich in Halle 3, besuchte aber zumindest auch mal den von Spanien gestalteten Gastpavillon, der mir außerordentlich gut gefiel. Ich traf David Pawn und Katharina Gerlach, zwei Mit-Qindianer, die wie im Jahr zuvor mit eigenem Stand vertreten waren und dort gut zu tun hatten, denn es war wirklich viel Publikum in den Gängen unterwegs. Ich stattete PAN einen Besuch ab und traf dann endlich meine Freundin Michaela Harich - Autorin, Verlegerin und absoluter Buchnerd. Mit Michaela verbindet mich so viel. Wir haben uns vor Jahren auf der Leipziger Buchmesse kennengelernt. Ich habe schon Bücher von ihr lektoriert, an der Entstehung bzw. der Idee zu ihrem Buch "Das Einhorn, der Zombie und ich" war ich mitschuldig.

Wir verbrachten den Großteil des Messetages zusammen. Michaela ist gut vernetzt, und auf diese Weise traf ich einige neue Gesichter. Am späten Nachmittag supporteten wir Michaela dann noch auf der Bühne des Forums Rheinland-Pfalz, wo sie einen Vortrag zum Thema "Zombies" halten durfte. Ja, Zombies, ihr habt richtig gelesen. Michaela ist nämlich auch eine echte Spezialistin, was das Thema angeht, und konnte es informativ und unterhaltsam rüberbringen. Und entgegen ihrer Befürchtung, dass kaum Zuhörer da sein würden, kamen immer mehr Leute dazu. Sämtliche Sitzplätze waren belegt, drumherum standen locker noch einmal 100 Leute.

Buchmesse Convent

Am Samstag war BuCon-Tag. Wie sagen wir BuCon-Insider so gern: "Die coolen Kids sind am Samstag in Dreieich-Sprendlingen." 😄 Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie fand der BuCon wieder live, in Farbe und mit Publikum statt. Tickets musste man diesmal schon vorher online kaufen, aber das ging ja auch noch einen Tag vorher, also alles kein großes Problem. Der BuCon ist für mich wie für viele langjährige Wiederholungstäter:innen ein großes Familienfest. Ich habe so viele geliebte Buchmenschen zum ersten Mal seit Jahren wiedergesehen, und das war so schön! Michaela Harich war mit ihrem Verlag Alea Libris erstmals mit eigenem Stand vertreten. Ich verbrachte dort recht viel Zeit, schlenderte aber auch zig Runden durch die Hallen und ging zusammen mit Freunden zu einigen Lesungen - das BuCon-Programm war wieder pickepackevoll.

Ein Buch kam mit, an dem ich nicht so richtig vorbeikam, schon allein wegen des großartigen Covers. Aber auch die Liste der beitragenden Autor:innen der Anthologie "Mysterien der See" von den Herausgebern Vanessa Kaiser und Thomas Karg liest sich ein bisschen wie das Who-is-Who der deutschsprachigen Phantastikszene. Außerdem haben wir mit "Dunkle Wasser" bei Bloody Qindie ja vor kurzem ein ähnlich thematisiertes Buch herausgebracht, deshalb fand ich es spannend zu sehen, was andere daraus gemacht haben. Zum Inhalt kann ich allerdings noch nichts sagen, ich habe es noch nicht gelesen. Das hole ich dann beizeiten hier nach. Allerdings nutzte ich die hohe Dichte anwesender Autor:innen dieser Anthologie, um ordentlich Autogramme zu sammeln.

Ich habe meine zwei Buchmessetage im Oktober sehr genossen. Das Beste waren jedenfalls wieder die Menschen, die ich dort treffen konnte. Das zeigt mir wieder einmal: Eine Buchmesse ist dann am besten, wenn sie live vor Ort mit echten Menschen stattfinden kann. Bleibt mir nur zu hoffen, dass ich dies auch im kommenden Jahr wieder tun kann - dass wir uns dann wiedersehen!

Sonntag, 31. März 2019

Leipziger Buchmesse 2019 - Nachlese

Eine Woche ist es her, dass ich randvoll mit Eindrücken und etwas erschlagen aus Leipzig zurückkam. Buchmesse ist genial und hat wieder wahnsinnig viel Spaß gemacht. Buchmesse ist aber auch ein bisschen Ausnahmezustand. Wie ein mehrtägiges Festival: viel Lärm, viele Menschen, viel Spaß, viel Alles irgendwie, wenig Schlaf und alles so intensiv. Es überwältigt jedes Mal aufs Neue und hinterlässt bei mir in den darauffolgenden Tagen immer so ein merkwürdig leeres Gefühl. Einerseits fühle ich mich vor lauter Inspiration und Motivation bis zum Zerreißen gespannt, andererseits fällt es mir schwer, mich zu fokussieren, wieder in meinen normalen Alltag hineinzufinden und gleichzeitig all die Ideen und Gedanken zu sortieren und etwas Konstruktives daraus zu machen. Ein bisschen wie Jetlag.
LBM Impressionen 2019

Festival der Bücher

Qindie auf der LBM 2019
"Buchmesse, aha. Und was gibt es da so? Also außer Büchern?"

Meine Begeisterung für die LBM können in meinem persönlichen Umkreis viele nicht nachvollziehen. Wie oft habe ich schon die Frage gestellt bekommen, was das Besondere an einer Buchmesse sei, wo man doch auch ganz normal in einen Buchladen gehen oder seinen Lesestoff online kaufen könne.

Fragt doch mal einen Autofan, was so toll an der IAA sein soll, wo er doch täglich auf der Straße von Autos umgeben ist. Seht ihr. Es ist mehr als das. Es geht um so viel mehr als Bücher. Es geht bei der Leipziger Buchmesse vor allem um die Menschen. Wo sonst treffe ich so viele Gleichgesinnte auf einem Haufen? Wo sonst kann ich fachsimpeln über alles, was mit dem Schreiben, dem Lesen und Geschichten an sich zu tun hat?

Nicht alle, aber die meisten Autoren der Anthologie
"Ghost Stories of Flesh and Blood" bei der Signierstunde
Die LBM ist inzwischen für mich so viel mehr als eine simple Messe. Sie ist ein großes Fest, eine Art Familienfeier, auf der ich ganz viele liebgewonnene Buchmenschen wiedersehe, die ich sonst nirgends persönlich treffe. Auf der LBM finden wir zueinander, kommen ins Gespräch, gehen gemeinsam zu Lesungen. Ich kann dort natürlich auch Bücher kaufen, aber dann sind das Bücher, in die der Autor gleich noch eine persönliche Widmung schreibt und auf Wunsch ein Foto mit mir macht. Denn die LBM ist zugleich ein wahrer Hotspot für Vertreter der schreibenden Zunft, vom Debütanten über den unabhängig veröffentlichenden Selfpublisher bis zum Bestsellerschwergeschwicht à la Sebastian Fitzek (der da war, den ich aber nicht gesehen habe - Prioritäten und so).



Ich kam, ich las, ich hörte zu

Die LBM Guerillas 2019

In diesem Jahr fuhr ich mit vier Lesungsterminen im Gepäck nach Leipzig. Leider erfuhr ich direkt nach der Ankunft, dass einer der Termine ausfiel, weil der Inhaber der geplanten Location absagen musste. Es betraf die Gemeinschaftslesung von Qindie. Es gab zwar einen Ausweichtermin, aber der war zu kurz für alle geplanten Lesenden, so dass ich da raus war und mich auf die immerhin verbliebenen drei Lesungen konzentrierte. Nummer 1 fand vormittags zusammen mit den LBM-Guerillas statt.

Mein Auftritt bei den LBM Guerillas
Eine Art literarischer Spaziergang durch Leipzigs Innenstadt vom Mendebrunnen am  Augustusplatz bis zum Hauptbahnhof mit vielen coolen AutorInnen, die alle ihre extra für dieses Event verfassten 500-Wort-Geschichten vortrugen. Zum Glück war uns das Wetter diesmal hold. Bei bestem Frühlingsfeeling mit Sonnenschein und Temperaturen bis 20 Grad machte es wesentlich mehr Spaß - Apokaleipzig fiel Gott sei Dank aus. Unsere Aktion kam gut an - die Geek Germany berichtete sogar über uns in ihrem Messebericht.

Am späten Nachmittag dann hatte ich meine eigene Gänsehautpralinen-Lesung in Halle 5 auf dem Messegelände. Wie befürchtet hielt sich die Zuhörerzahl in überschaubaren Grenzen, denn da die Messe um 18 Uhr schloss, waren viele schon auf dem Rückweg. Aber die, die gekommen waren, lauschten gebannt, grinsten, verzogen das Gesicht und applaudierten nach jeder Mikrogeschichte. Auch die Pralinen, die von meiner Autorenfreundin Michaela Harich in Handarbeit gefertigt worden waren, fanden begeisterte Abnehmer. Und Bücher verkaufte ich anschließend auch. So gesehen war es ein Erfolg, und wer weiß, wie gut die Lesung angekommen wäre, hätte man mir einen früheren Slot eingeräumt.

Lesung in der Soupbar
Abends trafen sich die Autoren der Anthologie "Ghost Stories of Flesh and Blood" in der wunderbaren Soupbar Summarum, in der ich nicht zum ersten Mal vor Publikum las. Leider waren beide Herausgeber, die wunderbare Faye Hell und der geniale Mario Steinmetz, verhindert, aber es waren genügend Antho-Autoren da und gaben Auszüge aus ihren Geschichten zum Besten. Ich hatte viel Spaß dabei, meinen KollegInnen zu lauschen, sie schafften es teilweise sogar, mir Gänsehaut zu bereiten. Und auch mein Auszug aus "Das Haus am Friedhof" konnte begeistern.

Samstagabend waren wir dann "nur" Gäste. Zusammen mit Michaela Harich und Thomas Williams schaffte ich es nach einer mehr als abenteuerlichen Odyssee von der Messe inklusive brennender Tram noch rechtzeitig in die Getränkefeinkost Leipzig, wo der erste Teil der Veranstaltung "Phantastische Bierwesen und wo sie zu finden sind" stattfand.

Das Bier hatte es in sich ...

Überlebende Apokaleipzig 2.0
Nicht einmal die brennende Tram konnte uns stoppen!
(Michaela Harich, Thomas Williams et moi)
Organisatorin Carolin Grzymek gab tiefgründige Gedichte zum Besten, anschließend lasen Torsten Scheib und Simona Turini vor. Bei Bier (mit wahnsinnigen 9,1 % Alkohol!!!) und Nüsschen, die uns die leeren Mägen vor dem Hungertod retteten, lauschten wir den dreien. Mit einem weiteren Bier (mit etwas weniger Umdrehungen) in der Hand machte sich die ganze Truppe dann auf zur nächsten Location - das Dr. Hops, eine Craftbeer-Manufaktur. Ein richtig cooler Laden, in dem es dann endlich auch etwas zu essen gab. Zwar waren es "nur" Schnittchen, aber Leute: Noch nie hat mir ein Schmalzbrot mit Gewürzgurke so gut geschmeckt! Im Dr. Hops erlebte ich den ersten Live Poetry Slam meines Lebens, und das war so genial. Besonders die Slammerin Caro aus Hamburg mit ihrer Liebesode an Luigi (ja, den Bruder von Super Mario!) war der Hammer. Auch Vincent Voss war da und mogelte sich mit eigenem Text auf die Bühne - nicht umsonst wird er die "Helene Fischer des deutschen Horrors" genannt. Es wurde verdammt spät, aber wir hatten so viel Spaß - ich bereue nichts!

Sonntag stand dann nur noch die Heimfahrt an. Michaela Harich war ja meine Fahrerin. Sie holte mich auf der Hinreise an der Haustür ab und brachte mich auch wieder sicher heim, und während der zwei Fahrten plauderten wir stundenlang - natürlich - über Bücher und Geschichten, Autoren, Verlage, schmiedeten Pläne zur Welterob... äh ... zu gemeinsamen Buchprojekten, und es könnte sein, dass wir auch ein bisschen über die eine oder andere Buchmessesache lästerten - wie Mädchen das nun mal so machen. Man möge es uns nachsehen.

LBM nicht ohne Qindie

Die Qindie-Truppe im Reuschels Weineck
Dank meiner Mitgliedschaft bei Qindie konnte ich mich ja auch wieder als Mitausstellerin präsentieren. Unser Stand befand sich wie gewohnt in Halle 5, in bester Nachbarschaft zu Amazon und BoD. Wir konnten uns nicht über Leerlauf beklagen. Es waren immer Besucher am Stand, mit denen wir ins Plaudern kamen. Auch Bücher wurden ordentlich verkauft. Nach ersten Zählungen haben wir wohl diesmal so viele Bücher in Leipzig verkauft wie noch nie. Das zeigt uns auch, dass Qindie angekommen ist und angenommen wird. Es waren jedenfalls auch einige "Wiederholungstäter" bei uns am Stand. Mit den Qindies wohnte ich auch wieder in unserer Autoren-WG, und am Donnerstagabend gingen wir - auch schon Tradition - in Reuschels Weineck essen. Den Laden kann ich nur empfehlen: ein sehr lieber Wirt, guter Wein und - das Wichtigste - superleckeres Essen, denn hier steht die Mutti in der Küche und so schmeckt es tatsächlich wie bei Muttern. Mein Tipp: Kohlroulade und der Gurkensalat vorneweg!

Qindie hat schon entschieden, dass es auch 2020 wieder eine Messebeteiligung geben wird. Und auch ich persönlich habe den Termin schon in meinen Kalender eingetragen. LBM 2020 - darauf freue ich mich jetzt schon!