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Mittwoch, 28. Februar 2024

Qindie auf der Leipziger Buchmesse - Mit den Bloody Qindie Anthologien

Vor kurzem habe ich die Lektüre von "Bloody Qindie präsentiert: Gefährliche Bücher" beendet, und zwar mit einem Grinsen. Was für eine großartige Anthologie das wieder geworden ist! Ja, ich weiß, ich bin befangen und kann ja gar nicht anders als zu sagen: Super Buch! Müsst ihr lesen! Schließlich bin ich an dieser Anthologie mit zwei eigenen Geschichten beteiligt. Aber glaubt mir: Es ist wirklich ein super Buch, und ihr müsst das unbedingt alle lesen!

Ich hätte selbst nicht erwartet, dass wir aus dem vermeintlich harmlosen Thema alle so viel herausgeholt und hier den wahren Horror, da die eiskalte Gänsehaut hervorgerufen haben. Jede Autorin, jeder Autor hat das Thema auf seine ganz eigene Weise angepackt und lässt die Leserschaft zukünftig sicher behutsamer, vielleicht sogar misstrauischer mit Büchern umgehen, die plötzlich auftauchen, die einen komisch riechenden Einband haben oder deren Seiten sich erst füllen, wenn man sie durchblättert.

Wenn ihr im März einen Besuch auf der Leipziger Buchmesse plant, lade ich euch herzlich ein, unseren Qindie-Stand in Halle 3 C406 besuchen. Wir werden auch unsere neueste Bloody Qindie Anthologie "Gefährliche Bücher" dabei haben, und ein paar der beteiligten Autorinnen werden persönlich anwesend sein und sehr gern die bei uns erworbenen Exemplare signieren. Auch die bereits erschienenen sieben weiteren Bände unserer Bloody-Qindie-Reihe werdet ihr bei uns finden.

Ein Highlight wird außerdem unsere gemeinsame Bloody-Qindie-Lesung am Samstagabend sein. Wer sich traut, wird von einigen unserer Autorinnen, mich eingeschlossen, Leseproben einiger ausgewählter Geschichten aus unseren Horror-Anthologien zu hören bekommen. Die Kulisse wird wieder atmosphärisch passend, da wird Gänsehaut garantiert! Traut euch, ihr werdet mit Sicherheit eine phantastische Zeit mit uns erleben.



Wir freuen uns auf euch!

Dienstag, 27. Februar 2024

Leipzig liest: Willkommen zum größten Lesefest Europas!

Mehr als 2.500 Veranstaltungen an 300 verschiedenen Orten in der Stadt und auf der Messe – das ist ein Lesefest, das seines Gleichen sucht. Rund 2.900 Mitwirkende tragen dazu bei, Leipzig auch in diesem Frühjahr wieder zur Lesestadt Nr. 1 zu machen. „Literatur dient uns als Brücke durch schwierige Zeiten und öffnet Türen zu Hoffnung und neuen Horizonten. In einer herausfordernden Zeit ist und bleibt die Leipziger Buchmesse das vertraute Zuhause des Wortes. Sie und all die vielen Veranstaltungen von Leipzig liest sind wichtige Orte des Austauschs zu den Themen, die unsere Welt bewegen“, so Astrid Böhmisch, Direktorin der Leipziger Buchmesse. Neben klassischen Leseräumen wie Bibliotheken, Buchhandlungen oder Cafés wird das geschriebene Wort auch auf Friedhöfen, in Kirchen oder Galerien gefeiert. Zum ersten Mal sind auch Veranstaltungen der Manga-Comic-Con Teil des Abendprogramms. 



Leipzig freut sich auf prominente Gäste aus aller Welt

Literatur, Übersetzungen, Mangas und Comics erlebbar machen – das ist das Ziel von Leipzig liest. Dazu tragen vor allem die Autor:innen, Übersetzer:innen und Zeichner:innen bei. Sie reisen von überall an, um aus ihren Werken zu lesen, über wichtige Themen unserer Zeit zu diskutieren und natürlich auch Autogramme zu geben. Dabei scheuen sie auch weite Wege nicht. Angekündigt haben sich unter anderem:

Christopher Clark (England, gebürt. Australien): „Frühling der Revolution: Europa 1848/49 und der Kampf für eine neue Welt“, übersetzt von Norbert Juraschitz, Klaus-Dieter Schmidt und Andreas Wirthensohn DVA, 27.09.2023 

Didier Eribon (Frankreich): „Eine Arbeiterin. Leben, Alter und Sterben“, übersetzt von Sonja Finck, Suhrkamp, 11.03.2024

Ali Hazelwood (USA): „BRIDE“, übersetzt von Anna Julia Strüh, 06.02.2024

Elena Malisowa, Katerina Silwanowa (Russland, Ukraine): „Du und ich und der Sommer“, übersetzt von Olga Tomyuk, Blanvalet, 28.02.2024

John Niven (England): „O Brother”, übersetzt von Stephan Glietsch, btb, 13.03.2024

Alana S. Portero (Spanien): „Die schlechte Gewohnheit“, übersetzt von Christiane Quandt, Ullstein, 27.03.2024


„Alles außer flach“: Buchmesse-Gastland 2024 Niederlande & Flandern

In vielen europäischen Ländern sind rechtsextreme Kräfte im Aufwind – so auch in den Niederlanden. Wie lässt sich dem begegnen? Die Antwort der Niederlande & Flandern darauf sind ihre jungen und etablierten Schriftsteller:innen, die sich mit ihren Romanen, Gedichten und Essays im Namen der Meinungs- und Pressefreiheit auch politisch engagieren:

Anna Enquist: „Die Seilspringerin“, übersetzt von Hanni Ehlers, Luchterhand, 20.03.2024

Stefan Hertmans: „Die Suche nach der Gegenwart. Essays für eine Zeit der Übergänge“, übersetzt von Ira Wilhelm, Diogenes, 20.03.2024

Raoul de Jong: „Jaguarmann“, übersetzt von Lotte Hammond, Edition Amikejo, 01.01.2024

Eva Meijer: „Vorwärts“, übersetzt von Hanni Ehlers, btb, 16.08.2023

Connie Palmen: „Vor allem Frauen“, übersetzt von Lisa Mensing, Diogenes, 20.03.2024

Astrid Roemer: „Vom Wahnsinn einer Frau“, übersetzt von Bettina Bach, Residenz, 04.03.2024

Gaea Schoeters: Trophäe, übersetzt von Lisa Mensing, Zsolnay, 19.02.24

Lize Spit: „Der ehrliche Finder“, übersetzt von Helga van Beuningen, S. Fischer, 13.03.2024

Angelo Tijssens: „An Rändern“, übersetzt von Stefanie Ochel, Rowohlt, 13.02.2024

Lisa Weeda: „Tanz, tanz, Revolution“, übersetzt von Birgit Erdmann, Kanon, 13.03.2024

Gijs Wilbrink: „Tiere“, übersetzt von Ruth Löbner, Ullstein, 29.02.2024


Eine Poesie der Unzugehörigkeit – Autor:innen aus Südosteuropa 

Das umfangreiche Programm des Literaturnetzwerks TRADUKI widmet sich 2024 dem Gefühl der Unzugehörigkeit. Cineastisch erleben lässt sich das vom 4. bis 7. März während der Balkan-Film-Woche. In der mittlerweile traditionellen Balkannacht im UT Connewitz stimmt Sara Renar, Künstlerin aus Zagreb, Kroatien, das Publikum mit ihren subtilen Melodien auf Südosteuropa ein. Das zeitgenössische Literaturschaffen dieser Länder präsentiert TRADUKI mit Autor:innen und Werken wie folgenden:

Alexandru Bulucz: „Stundenholz“, Schöffling & Co. Verlag, 20.03.2024 

Stefan Çapaliku: „Tirana. Ein kurzer Traum“, übersetzt von Zuzana Finger, Transit Verlag, 26.02.2024 

Zoltán Danyi: „Rosenroman“, übersetzt von Terézia Mora, Suhrkamp Verlag, 11.09.2023 

Aleksandar Hemon: „Die Welt und alles, was sie enthält“, übersetzt von Henning Ahrens, Claassen 01.02.2024

Nataša Kramberger: „Mauerpfeffer“, übersetzt von Liza Linde, Verbrecher Verlag, 05.10.2023 

Barbi Marković: „Minihorror“, Residenz Verlag, 06.10.2023

Antonela Marušić: „Mitgift“, übersetzt von Marie Alpermann, Edition CONVERSO, 09.02.2024 


Norwegen – Gastland 2025 der Leipziger Buchmesse

Norwegen ist bekannt für seine Autor:innen, vor allem die Dramatiker:innen und Literaturnobelpreistragenden aber auch die zeitgenössischen Erzähler:innen. Sie sorgen seit einigen Jahrzehnten für eine Renaissance der norwegischen Literatur – vor allem wenn sie die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit aufheben und ihre Werke sich nicht mehr eindeutig in Belletristik oder Sachbuch unterscheiden lassen. Einen Vorgeschmack auf den Gastlandauftritt 2025 geben zum Beispiel:

Cecilie Enger: „Aufs Meer hinaus“, übersetzt von Gabriele Haefs, Penguin, 13.09.2023

Lena Lindgren: „Echo: Ein Essay über Algorithmen und Begehren“, übersetzt von Claudia Steinitz, Kommode, 01.02.2024

Trude Teige: „Und Großvater atmete mit den Wellen“, übersetzt von Günther Frauenlob, Fischer, 27.03.2024

Andreas Viestad: „Ein Abendessen in Rom“, übersetzt von Ulrich Sonnenberg, Transit, 21.11.2023


Geschichten, die das Leben schreibt – die aktuelle deutschsprachige Literatur

Elemente ihrer eigenen Biografie tauchen auch in den aktuellen Titeln deutscher Schreibender wieder verstärkt auf – seien es die Endlichkeit des Lebens und die Unmöglichkeit des Abschiedsnehmens, das Altwerden mit Hund statt Frau oder zeitlose grenzüberschreitende Freundschaften und die fortwährende Suche nach den eigenen Wurzeln. Unter den deutschsprachigen Autor:innen, die im Rahmen von Leipzig liest ihre neuen Werke vorstellen, befinden sich ebenfalls ehemalige Nominierte für den Preis der Leipziger Buchmesse wie Anne Weber und Ulrich Peltzer. Der Preis wird in diesem Jahr zum 20. Mal verliehen.

Dana Grigorcea: „Das Gewicht eines Vogels beim Fliegen“, Penguin, 28.02.2024

Bodo Kirchhoff: „Seit er sein Leben mit einem Tier teilt“, dtv, 11.01.2024

Angela Krauß: „Das Weltgebäude muss errichtet werden. Man will ja irgendwo wohnen.“, Suhrkamp, 11.03.2024

Ulrich Peltzer: „Der Ernst des Lebens“, S. Fischer, 13.03.2024

Bernhard Schlink: „Das späte Leben“, Diogenes, 13.12.2023

Heinrich Steinfest: „Sprung ins Leere“, Piper, 29.2.2024

Anne Weber: „Bannmeilen“, Matthes & Seitz, 07.03.2024

Frank Witzel: „Meine Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts“, Matthes & Seitz, 23.03.24

Iris Wolff: „Lichtungen“, Klett-Cotta, 13.01.2024


Junge Stimmen auf der Leipziger Buchmesse

Man verpasst im Leben mehr, als man erleben kann. Manche erleben aber auch mehr, als man ertragen kann. Wie sich das anfühlt, dieses Leben, wenn man gerade 18 geworden ist und die Freiheit in einer Metropole sucht – oder wenn man mit der Familie flüchten muss, davon und von vielen anderen bewegenden Geschichten erzählen die jungen Autor:innen auf der Buchmesse und während der Langen Leipziger Lesenacht am 20. und 21. März in der Moritzbastei. 

Illona Hartmann: „Klarkommen“, park x ullstein, 01.02.2024

Elias Hirschel: „Content“, Zsolnay, 29.01.2024

Maren Karmes: „Halb Taube Halb Pfau“, Suhrkamp, 18.03.2024 & Hasenprosa, Suhrkamp, 18.03.2024

Deniz Ohde: „Ich stelle mich schlafend“, Suhrkamp, 11.03.2024

Ronya Othmann: „Vierundsiebzig“, Rowohlt, 12.03.2024

Toxische Pommes: „Ein schönes Ausländerkind“, Zsolnay, 18.03.2024

Kurt Tallert: „Spur und Abweg“, DuMont, 13.02.2024

Evan Tempest: „Schreib den Namen deiner Mutter“, Piper, 29.02.2024

 

Jüdische Lebenswelten: Gespräche und Lektüre als Wege der Verständigung

In einer Zeit, in der Antisemitismus und Rassismus in Deutschland erstarken, gibt Literatur Vielfalt eine Stimme, weckt Empathie und öffnet Türen. Das Programm auf der Leipziger Buchmesse stellt sehr unterschiedliche Werke und Themen vor, die facettenreiche Einblicke in jüdische Lebenswelten ermöglichen. Es lädt dazu ein, neue Perspektiven zu entdecken und bestehende Meinungen zu hinterfragen. Sein Ziel: Verständnis und Solidarität mit jüdischen Menschen zu fördern – für eine Gesellschaft, die respektvoll und tolerant ist, und die ihren jüdischen Mitbürger:innen das Gefühl vermittelt: Wir stehen an eurer Seite!

Stephan Abarbanell: „Paula oder Die sieben Farben der Einsamkeit“, Blessing, 20.03.2024

Philipp Peymann Engel: „Deutsche Lebenslügen“, dtv, 14.03.2024

Mirna Funk: „Von Juden lernen“, dtv, 15.02.2024

Thomas Sparr: „Zauberberge. Ein Jahrhundertroman aus Davos“, S. Fischer, 15.02.2024


Die Unabhängigen Verlage

Das Forum „Die Unabhängigen“ ist in diesem Jahr zum siebten Mal auf der Leipziger Buchmesse zu finden. Mit über 43 Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Podiumsgästen aus ganz Europa richtet es seinen Blick erneut darauf, was uns als Gesellschaft bewegt und welche ästhetischen Maßstäbe Literatur setzt. An vier Messetagen werden bei 49 Veranstaltungen zahlreiche Herausgeber:innen, Übersetzer:innen, Verleger:innen und Autor:innen wie folgende vor Ort sein: 

Artur Becker: „Schwarze Servietten auf meinem Herzen. Aus den Leben der Kosmopolen“,  Arco, 18.03.2024

Helwig Brunner: „Flirren“, Literaturverlag Droschl, 29.02.2024

Frauke Buchholz: „Skalpjagd“, Pendragon Verlag, 21.02.2024

Dilek Güngör: „A wie Ada“, Verbrecher Verlag, 24.01.2024

Thomas Lehr: „Kafkas Schere“, Wallstein, 28.02.2024

Alexander Kamber: „Nachtblaue Blumen“, Limmat, 14.03.2024

Odile Kennel: „Irgendetwas dazwischen“, Verlagshaus Berlin, 16.10.2023

Theresa Patzschke: „Verweile Doch“, Korbinian, 18.03.2024

Jochen Schimmang: „Abschied von den Diskursteilnehmern“, Edition Nautilus GmbH, 04.03.2024

Sophia Lunra Schnack: „feuchtes holz“, Otto Müller Verlag GmbH, 23.08.2023


Von Toyfriends, Datingshows, Fürsten, Sizilianerinnen und veganen Rühreiern

Literatur soll bewegen, aufrütteln und nachdenklich machen – sie soll aber auch für Spannung sorgen, mitreißen, begeistern und amüsieren. Die neuen Titel aus dem Bereich Unterhaltung versprechen genau das. Ob fesselnde Lebens- und Liebesgeschichte, Familiensaga oder historischer Roman, die Held:innen laden zum Mitfiebern ein und erklären der älteren Generation auch schon mal Gendersternchen und Klimaaktivismus. Hier einige Beispiele:

Ayla Dade: „Blackwell Palace. Feeling it all”, Penguin, 07.02.2024

Sabine Ebert: „Der Silberbaum. Die siebente Tugend“, Droemer Knaur, 02.11.2023

Amelie Fried: „Der längste Sommer ihres Lebens“, Heyne, 13.03.2024

Mario Giordano: „Die Frauen der Familie Carbonaro“, Goldmann, 13.03.2024

Wladimir Kaminer: „Wie sage ich es meiner Mutter“, Goldmann, 22.11.2023

Darkviktory & Kostas Kind: „Secondhand Toyfriend”, Fischer New Media,13.03.2024

Sarah Sprinz: „Infinity Falling. Change My Mind“, Lyx, 20.02.2024

 

Antisemitismus, Identität, Protest u. v. m. – die Sachbuch/Politik/Gesellschaft-Novitäten

Wer unabhängig informiert sein und Zusammenhänge verstehen möchte, den bringen gute Sachbücher weiter. In Zeiten, in denen vor allem das digitale Informationsangebot schier unendlich scheint und Fake-News zunehmen, hilft oft der Griff ins Regal – oder der Besuch einer Podiumsdiskussion. Unter dem Motto „Rechtspopulismus und Antisemitismus in Europa“ spricht am 22. März um 20 Uhr im Alten Rathaus zu Leipzig Susan Arndt, Autorin des Buches „Ich bin Ostdeutsch und gegen die AfD“ (C.H. Beck) mit Philipp Peyman Engel,  Autor von „Deutsche Lebenslügen. Der Antisemitismus, wieder und immer noch“ (dtv) und Markus Preiß, Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen und Autor von „Angezählt – Warum ein schwaches Deutschland Europa schadet“ (dtv). Die Moderation übernimmt Susanne Biedenkopf.

Aus der Kategorie Sachbuch/Politik/Gesellschaft haben sich ebenfalls u. a. angekündigt:

Sina Haghirir: „Mit Nachsicht. Wie Empathie uns selbst und vielleicht sogar die Welt verändern kann“, Kösel, 20.03.2024

Ole Liebl: „Freunde lieben. Die Revolte in unseren engsten Beziehungen“, HarperCollins, 20.02.2024

Sabine Adler: „Was wird aus Russland – Über eine Nation zwischen Krieg und Selbstzerstörung“, Ch.Links, 14.02.2024

Friedeman Karig: „Was ihr wollt“, Ullstein, 14.03.2024

Ilko-Sascha Kowalczuk: „Walter Ulbricht. Der kommunistische Diktator“, C.H.Beck, 14.03.2024

Leonie Schöler: „Beklaute Frauen“, Penguin, 28.02.2024

Jessi Welmer: „Die neue Entfremdung. Warum Ost- und Westdeutschland auseinanderdriften und was wir dagegen tun können“, Kiepenheuer & Witsch, 08.02.2024


Das Frühjahr wird spannend – die neuen Krimis 2024

Vielleicht verzichten Sie beim nächsten Restaurantbesuch auf den Gruß aus der Küche. Eventuell wollen Sie auch nie mehr an die Ostsee – und auch nicht nach Gran Canaria. Möglicherweise gruseln Sie sich auch einfach nur angenehm, wenn die fiktive schwedische Kommissarin ihren ersten Fall löst oder eine Gruppe von Expert:innen versucht, aus einer KI-gesteuerten Escape-Welt zu entkommen. Eines ist sicher: Krimi- und Thrillerfans langweilen sich 2024 dank Titeln wie folgenden garantiert nicht:

Eva Almstädt: „Ostseefinsternis“, Lübbe, 28.03.2024

Eric Berg: „Roter Sand. Mord auf Gran Canaria”, Limes, 28.02.2024

Arne Dahl: „Stummer Schrei“, Piper, 01.02.2024

Ingrid Noll: „Gruß aus der Küche“, Diogenes, 21.02.2024

Ursula Poznanski: „Die Burg“, Droemer Knaur, 01.02.2024

Sabine Thiesler: „Romeos Tod”, Heyne, 17.01.2024


Auch Promis, Stars & Sternchen schreiben wieder

Wer Schauspieler:innen wie Jörg Hartmann, Oliver Masucci oder Uschi Glas gerne in Filmen sieht, kann jetzt auch auf Papier mit ihnen mitfiebern. Autobiografisches erfährt man in diesem Jahr ebenfalls von Influencerin Carmushka oder Martin Sonneborn. 

Carmushka: „Mein Knopf, ein Universum“, Community Editions, 29.02.2024

Uschi Glas: „Ein Schätzchen war ich nie“, Mosaik, 28.02.2024

Jörg Hartmann: „Der Lärm des Lebens“, Rowohlt, 12.03.2024

Boss Hoss: „The BossHoss. Rock am Grill Volume II”, Südwest, 27.03.2024

Marc Uwe Kling: „Die Känguru-Klassiker, mit Zeichnungen von Bernd Kissel“, Reclam, 20.03.2024, Hörbuch „Trubel bei Tiffany & Co“, Silberfisch, 25.03.2024

Sebastian Klussmann: „Fast alles, was Sie wissen müssen Teil 2“, Heyne, 13.03.2024

Oliver Masucci: „Träumertänzer“, Lübbe, 29.09.2023

Katja Riemann: „Zeit der Zäune. Orte der Flucht“, S. Fischer, 28.02.2024

Martin Sonneborn: „Herr Sonneborn bleibt in Brüssel. Neue Abenteuer im Europaparlament“, Kiepenheuer & Witsch, 08.02.2024


Neue Kinder- und Jugendliteratur zum Zaubern, Träumen und Lernen

Wer Kinder und Jugendliche fürs Lesen begeistern kann, der hat es wirklich drauf. Denn sie klappen ein Buch direkt zu, wenn es sie nicht mitreißt. Spannende Geschichten und Figuren, mit denen sich auch die Jüngsten identifizieren können, bieten die Novitäten in diesem Jahr zweifelsohne. Viel dazu lernen lässt sich zum Beispiel mit den neuen Sach-Bilderbüchern von Mai Thi Nguyen-Kim und Marie Meimberg. In ihren zwei neuen Titeln erklären sie kindgerecht, warum wir besser überleben, wenn wir sehr, sehr unterschiedlich sind, warum Sterne leuchten und Dinos noch leben.

Raúl Aguayo-Krauthausen: „Als Ela das All eroberte“, Carlsen, 26.02.2024

Sabine Buhlmann: „Willkommen bei den Grauses 1. Wer ist schon normal?“, Planet!, 24.02.2024

Paul & Hannes Maar: „Die Tochter der Zauberin“, Oetinger, 09.02.2024

Mai Thi Nguyen-Kim (Autorin) & Marie Meimberg (Autorin, Illustratorin): „BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Sind Dinos wirklich alle tot?“, Oetinger, 14.03.2024 & „BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Warum leuchten Sterne?“, Oetinger, 14.03.2024

THiLO: „Ostwind. Ein Delfin braucht Hilfe“, Penguin Random House, 28.02.2024

Adriana Popescu: „Der Sommer, als wir träumen lernten“, cbt, 13.03.2024

ViktoriaSarina: „Abenteuer vom Rosenhof. Sorge um Cookie“, Community Editions,  01.03.2024


10 Jahre Manga-Comic-Con mit vielen neuen Manga, Animes, Webtoons & Comics 

Echte Manga-, Anime-, Webtoon- und Comicfans zählen bereits die Tage bis die Convention ihre Türen öffnet. Denn dann haben sie wieder gute Chancen, ihre Stars auf der Manga-Comic-Con und abends bei Leipzig liest zu treffen – und Autogramme und Fanartikel abzustauben. Einige der Künstler:innen kommen von weit her, viele sind inzwischen Stammgäste auf der Convention. Vor Ort werden unter anderem erwartet:

Jonathan Kunz und Timo Wuerz u. v. m.: „Der wichtigste Comic aller Zeiten: Geschichten, um die Welt zu retten“, Panini, 19.03.2024

Nora Krug: „Im Krieg. Zwei illustrierte Tagebücher aus Kiew und St. Petersburg“, übersetzt von Alexander Weber und Nora Krug, Penguin, 14.02.2024

Joris Mertens: „Beatrice“, übersetzt von Axel Rothkamm, Splitter, 23.08.2023

Thomas Nicolai (Übersetzer): „Asterix Mundart Sächsisch IV - Hühm wie Drühm“, Egmont Comic Collection, 09.03.2024

Satoru Nii: „Wind Breaker 5“, übersetzt von Jan-Christoph Müller, TOKYOPOP, 10.01.2024

Flavia Scuderi (Illustratorin) & Alessandro Ferrari (Autor): „Marlene Dietrich“ Bd. 2, Panini, 19.03.2024

sora: „Lieb mich noch, bevor du stirbst“ Bd. 17, übersetzt von Rahel Niedermann, altraverse, 15.01.2024

Gou Tanabe: „Mr Nobody – Auf den Spuren der Vergangenheit 3“, Carlsen Manga, 09.01.2024


Seit dem 22. Februar finden Sie das detaillierte Programm von Leipzig liest mit allen Veranstaltungen auf der Website sowie in der App.


Freitag, 1. Dezember 2023

„Alles außer flach“ – Niederlande & Flandern. Gastland der Leipziger Buchmesse 2024

Die Niederlande haben gewählt. Am 22. November 2023 hat die „Partei der Freiheit“ unter der Führung des Rechtspopulisten Geert Wilders bei der Parlamentswahl die meisten Stimmen bekommen. Ein Schock für viele im Land, das doch bisher als besonders freizügig und freundlich galt. Dabei bilden die Niederlande mit diesem Wahlergebnis keine Ausnahme: In vielen europäischen Ländern sind rechtsextreme Kräfte im Aufwind. Was bedeutet das für den Gastlandauftritt auf der Leipziger Buchmesse 2024? Die Antwort liegt bereits im Auftreten der jungen niederländischsprachigen Schriftsteller:innengeneration, die in Leipzig zu Gast sein wird. Ihre Romane, Gedichte und Essays sind politisch engagiert, sensibel für Veränderungen und der Welt unbedingt zugewandt. Der Gastlandauftritt der Niederlande und Flanderns findet im Namen der Meinungs- und Pressefreiheit statt, fördert unabhängige Verlage und setzt sich für Diversität und Menschenrechte ein. Denn Literatur kann, soll und darf nicht nur unterhalten und bewegen, sondern auch aktivieren, motivieren und ermutigen. Dieser Kraft der Literatur sind wir uns bewusst und treten für sie ein. Das war bereits vor dem 22. November 2023 so und gilt seitdem umso mehr.

Und woran denken Sie, wenn Sie an die Niederlande und Flandern denken? Eine Region am westlichen Rand des europäischen Kontinents, ohne hohe Berge und tiefe Täler? Landschaften, in denen die Menschen sicher hinter ihren Deichen leben, Tulpen pflanzen und dabei grasenden Kühen und sich gemächlich drehenden Windmühlen zusehen? An Künstler wie Rembrandt, Rubens und Vermeer? Oder an die berühmte Offenheit und Toleranz, die durch die aktuellen Wahlen eine Schlagseite bekommen haben?

Als Gastland der Leipziger Buchmesse möchten die Niederlande und Flandern ein aktuelles Bild der flachen Länder präsentieren! Denn wer hoch auf den Deichen steht, hat einen weiten Blick. Wer kaum Berge und Täler kennt und am Meer lebt, knüpft leicht Kontakt zum Rest der Welt. Und wer mit der Welt im Kontakt steht, denkt über sie nach, denkt international, ist offen für diverse Einflüsse, ist innovativ und engagiert.

Die Niederlande und Flandern mögen geografisch flach sein. In gesellschaftlicher, kultureller und politischer Hinsicht sind sie es ganz sicher nicht. In Leipzig wird niederländische und flämische Literatur präsentiert, die für sich steht, die Geschichten von gedanklichen Gipfeln und emotionalen Tälern erzählt, die literarische Steilhänge und Schluchten erkundet, die genau so ist: „Alles außer flach”.

Fünf Kernthemen prägen den Gastlandauftritt unter dem Motto „Alles außer flach”:

I. Neue Stimmen, neue Perspektiven

Neue Stimmen, neue Perspektiven: Eine neue Generation von niederländischen und flämischen Autor:innen ist auf der Leipziger Buchmesse 2024 zu Gast.

Die Erinnerung ist noch frisch, dass die niederländische und flämische Literatur 2016 im Mittelpunkt der Frankfurter Buchmesse stand. Doch seitdem ist viel passiert: In den vergangenen acht Jahren hat sich die Welt verändert und eine neue schreibende Generation ist nachgerückt. Und wenn die Welt sich verändert, verändert sich auch die Literatur. In Leipzig werden diese Veränderungen unter dem Motto „Alles außer flach” präsentiert.

Charakteristisch für die Arbeit der neuen Autor:innengeneration ist vor allem ihr persönliches Engagement. Politische Themen wie die Klimakrise, Geschlechtergleichheit, Rassismus und Kolonialismus spielen ganz selbstverständlich eine Rolle in ihren Texten. Aktuelle Ereignisse und Debatten werden ernsthaft thematisiert, doch oft in einem charakteristisch leichten Ton beschrieben und humorvoll kommentiert.

Dafür nur drei Beispiele: In Jaguarmann (edition amikejo, Übersetzung: Lotte Hammond) begibt sich Raoul de Jong auf die Suche nach Held:innen der Geschichte Surinams – dem Land, aus dem sein Vater kommt. Mariken Heitman schreibt in Wilde Erbsen (Klett-Cotta, Übersetzung: Christiane Burkhardt) über binäre Normen und darüber, wie das Leben aussieht, wenn man sich keiner der beiden Kategorien Mann oder Frau zugehörig fühlt. In ihrem spannenden und erschütternden Roman Trophäe (Zsolnay, Übersetzung: Lisa Mensing) untergräbt Gaea Schoeters wiederum den weißen, neokolonialen Blick auf Afrika.

Im Rahmen von „Leipzig liest“ schlagen zudem Autor:innen aus den Niederlanden und Flandern gemeinsam mit deutschen Kolleg:innen literarische Brücken: So spricht unter anderem Anna Enquist mit Szusza Bánk, Stefan Hertmans mit Nora Bossong und Mariken Heitman trifft auf Lola Randl.

Natürlich kommen auch Dichter:innen nach Leipzig, darunter Radna Fabias, Maarten Inghels und Charlotte Van den Broeck. Engagiert, eigenwillig und mit Humor betrachten sie die Welt jeweils aus ihrem persönlichen Blickwinkel und in ihrem ganz eigenen Stil. Zu erleben sind sie unter anderem während „Apéro & Poetry“, der täglichen Eröffnungsveranstaltung des Programms in der Schaubühne Lindenfels, dem Hauptquartier des Gastlandauftritts.

Weitere Autor:innen, die auf der Leipziger Buchmesse erwartet werden, sind: Simone Atangana Bekono, Rob van Essen, Valentijn Hoogenkamp, Connie Palmen, Jaap Robben, Astrid Roemer, Matthijs de Ridder, Eva Meijer, Angelo Tijssens, Lize Spit, Wytske Versteeg, Gijs Wilbrink, Annelies Verbeke und Lisa Weeda.

Auch das Projekt „Du hast eine neue Freundschaftsanfrage“, welches im Oktober 2023 einen erfolgreichen Auftakt in Leipzig feierte, wird fortgesetzt. Während der Messe werden die drei vielversprechenden, aber noch nicht ins Deutsche übersetzten Autorinnen Aya Sabi, Nadia de Vries und Sholeh Rezazadeh ihre Leipziger Brieffreundinnen Kaśka Bryla, Marlen Hobrack und Linn Penelope Rieger wiedertreffen. Worüber werden sie ihre nächsten Briefe schreiben?

Am Messestand des Gastlandes gibt die renommierte Illustratorin und Graphic Novel-Künstlerin Judith Vanistendael einen Workshop zum Thema „Wolken“, bei dem die Messebesucher:innen selbst kreativ werden und die Wolken von René Magritte und Jacob van Ruisdael in einen Graphic Novel-Stil übertragen können.

Und selbstverständlich findet am Messestand erneut das erfolgreiche Gesprächsformat „Kopje koffie” statt, bei dem bereits 2023 Gastlandautor:innen in schneller Folge bei einer Tasse Kaffee ihre neuen Bücher präsentierten.

II. Kinder- und Jugendliteratur 

Kinder- und Jugendliteratur aus den Niederlanden und Flandern ist anspruchsvoll, innovativ und spannend: In der internationalen Verlagswelt ist das längst bekannt.

Nach Leipzig sind zehn preisgekrönte und international bekannte Kinderbuchautor:innen eingeladen: Ihre Bücher sind tonangebend, inspirierend und zeichnen sich bei der Themenwahl durch Originalität, Inklusivität und Einfallsreichtum aus.

Martijn van der Linden und Maranke Rinck haben gemeinsam eine Reihe für Erstleser:innen entwickelt: Bob Popcorn „für alle ab 4 Jahren, die auch mal wütend werden“ (Schaltzeit, Übersetzer: Rolf Erdorf). In ihrem historischen Roman Nächte im Tunnel (Carlsen, Übersetzung: Andrea Kluitmann), der gerade mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher ausgezeichnet wurde, schreibt Anna Woltz über Freundschaft und Klassenunterschiede. Ihr Buch Skip und der Kaninchendieb (Carlsen, Illustration: Saskia Gayman, Übersetzung: Andrea Kluitmann), mit dem sie eine jüngere Zielgruppe anspricht, erscheint kurz vor der Buchmesse. Nach einem erfolgreichen Auftritt auf der Leipziger Buchmesse 2023 stellt Leo Timmers das Bilderbuch Bär und seine Brille (DOZ-Verlag) vor. Diese verspielte und lustige Geschichte sollte jedem Brillenträger bekannt vorkommen. Autor Stefan Boonen und Illustrator Melvin, von denen schon mehrere Bücher ins Deutsche übersetzt wurden, präsentieren ihr erstes gemeinsames Sachbuchprojekt für Kinder: Billie und seine Gene (mixtvision, Übersetzung: Birgit Erdmann), ein lehrreiches und lustiges Buch über unsere DNA. Mit dem illustrierten Roman Hier kommt Bahar Bizarr (Beltz und Geldberg, Übersetzung: Rolf Erdorf) hat Michael de Cock eine fröhliche und unkomplizierte Geschichte über das Erwachsenwerden, Identität, Freundschaft und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt geschrieben. Die schwarz-weiß-Illustrationen von Arevik d’Or unterstreichen dabei den zeitlosen und positiven Charakter von Bahars Geschichte. Enne Koens’ Buch Ich bin Vincent und ich habe keine Angst (Gerstenberg, Übersetzung: Andrea Kluitmann) war für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, wird derzeit in Deutschland verfilmt und auch eine Theateradaption ist geplant.

Edward van de Vendel wiederum ist ein echtes Phänomen. Er ist Autor, Kinderbuchbotschafter und Verleger. Und er schreibt Geschichten für alle: vom Bilderbuch bis zum Jugendbuch und wurde dafür vielfach ausgezeichnet.

Eselsohr – die Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedien wird aus Anlass des Gastlandauftrittes im Februar eine Sonderausgabe über niederländische und flämische Kinderliteratur herausgeben. Darin unter anderem eine Tour d’Horizon von Mirjam Noorduijn und ein ausführliches Interview mit Edward van de Vendel.

III. Ohne Übersetzer:innen keine Weltliteratur 

Ohne Übersetzer:innen keine Weltliteratur und keine niederländischsprachige Literatur für deutsche Leser:innen. Nur dank engagierter Übersetzer:innen erreicht ein Buch sein internationales Publikum. Aus diesem Grund bekommt die Kunst des Übersetzens innerhalb des Gastlandauftritts einen prominenten Platz. Unter anderem richtet sich die Aufmerksamkeit auf die handwerkliche Dimension des Übersetzens: Wie arbeiten Literaturübersetzer:innen? Wie übersetzt man Poesie? Gibt es eigentlich unübersetzbare Wörter? Und wo verstecken sich die berüchtigten „falschen Freunde“?

Auf der Website allesausserflach.de findet sich passend dazu die Interviewreihe „Aller Anfang ist schwer“, in der Übersetzer:innen über den oft bedeutungsvollen ersten Satz der von ihnen übersetzten Bücher sprechen. Während der Leipziger Buchmesse sind außerdem zahlreiche Übersetzer:innen im Übersetzerzentrum und am Messestand zu Gast. Die feierliche Vergabe des renommierten Else-Otten-Preises für die beste Übersetzung aus dem Niederländischen ins Deutsche wird ebenfalls Teil des Gastlandprogramms sein.

IV. Multimediale Projekte

Längst findet Literatur nicht mehr nur auf Papier statt. Deshalb präsentiert das Gastland innovative literarische Ideen als multimediale Projekte. Am Messestand und in der Stadt wird gezeigt, wie Literatur jenseits des Buches Gestalt annimmt.

Das „StoryScope“, eine moderne Laterna Magica, ist dafür gemacht, dass erstklassige Kinderbuchautor:innen gemeinsam mit Kindern die schönsten Geschichten auf die Leinwand zaubern.

Ob sich das Gehirn umgehen lässt und man auf direktem Weg zum Herzen gelangen kann, dem Ort, an dem Poesie die Seele berührt? „VER“ ist eine Installation, die Virtual Reality mit Poesie kombiniert und Gedichte „erlebbar“ macht.

Und schließlich die spektakuläre „Poetry Booth“: eine Zusammenarbeit zwischen niederländischsprachigen Dichter:innen und der revolutionären Rechenleistung künstlicher Intelligenz. Stell dich vor den Spiegel, fotografiere dich, und in Windeseile schreibt diese Poesie-Maschine ein Gedicht im Stil der am Projekt beteiligten Dichter:innen.

Neben diesen hybriden digitalen Formen der Literatur werden in der Schaubühne Lindenfels niederländische und flämische Spoken Word-Künstler:innen mit ihren deutschen Kolleg:innen zusammenarbeiten. Gemeinsam schaffen sie brandneue Werke, die während „Apéro & Poetry” vorgetragen werden.

V.  Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein charakteristisches Merkmal dieses Gastlandauftritts. Für das Design des Messestandes wird ausschließlich recyceltes oder geliehenes Material eingesetzt. Tische und Wände, Vorhänge und Lampen – alles wird wiederverwendet.

Doch nicht nur äußerlich, auch inhaltlich setzen die Niederlande und Flandern auf Nachhaltigkeit: Eigens initiierte internationale Kooperationen werden nach dem Gastlandauftritt nicht enden. Die Autorinnen des Projekts „Du hast eine neue Freundschaftsanfrage“ inspirieren sich gegenseitig und treten gemeinsam in den Niederlanden, Flandern und Deutschland auf. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Spoken Word-Vereinen „Mensen Zeggen Dingen“ („Menschen sagen Dinge“) aus den Niederlanden und „Livelyrix“ aus Leipzig soll über die Buchmesse hinaus weitergeführt werden. Der niederländisch-flämische Bücherpodcast „Kopje Koffie” ist ebenso ein Beispiel für inhaltliche Nachhaltigkeit. Seit 2021 sind über zwanzig Folgen, in denen neue Bücher niederländischer und flämischer Autor:innen vorgestellt werden, erschienen. Auch nach der Buchmesse wird der Podcast fortgesetzt.

 „Alles außer flach“ – Niederlande & Flandern. Gastland Leipziger Buchmesse 24

Niederländische Stiftung für Literatur, Amsterdam

Flanders Literature, Antwerpen

Donnerstag, 11. März 2021

Leipziger Buchmesse 2021 - Lasst uns lesen!

Es bleibt dabei, die klassische Leipziger Buchmesse, wie wir sie kennen und lieben (!), wird auch in diesem Jahr nicht stattfinden. Das heißt jedoch nicht, dass in Leipzig Ende Mai gar nichts los ist. Und wir müssen auch nicht unbedingt extra hinfahren, um daran teilzuhaben. Ganz coronakonform hat sich die Leipziger Buchmesse einiges überlegt, um uns die Welt der Bücher dennoch erlebbar zu machen und näherzubringen.


Leipziger Buchmesse veranstaltet Leipzig liest extra


Persönliche Begegnungen mit Autor:innen – trotz pandemischer Regeln. Literatur sichtbar machen – trotz fehlender Plattformen. Blickwinkel aus aller Welt – trotz eingeschränkter Mobilität. Das alles wird es vom 27. bis 30. Mai geben. Dann veranstaltet die Leipziger Buchmesse ein Leipzig liest extra mit Lesungen im Stadtgebiet, der Prämierung herausragender Bücher und digitalen internationalen Begegnungen. Das detaillierte Programm wird Anfang Mai veröffentlicht.
 
„Wenn der Branche im Moment eines fehlt, dann ist es die persönliche Begegnung“, erklärt Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. „Nach der Absage der diesjährigen Leipziger Buchmesse haben wir uns daher entschieden, den Fokus in diesem Jahr genau auf dieses persönliche Miteinander zu setzen – natürlich soweit es das pandemische Geschehen zulässt. Leser:innen und Autor:innen sollen sich wieder begegnen, diskutieren, einander inspirieren. Ideen sollen wieder sichtbarer werden. Lasst uns lesen – das ist das Credo für unser Leipzig liest extra. Und darauf freue ich mich sehr.“
 
Den Kern der Sonderausgabe des Lesefests bilden – sofern es die pandemischen Bedingungen erlauben – rund 300 Veranstaltungen im Leipziger Stadtgebiet. An ausgewählten Orten werden Autor:innen und Leser:innen einander treffen können, natürlich unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen. Um die Lesungen einem breiten Publikum zur Verfügung zu stellen, werden einzelne Veranstaltungen zusätzlich auf der Plattform der Leipziger Buchmesse gestreamt – für alle interessierten Leser:innen zugänglich und kostenfrei.

Bild: Leipziger Buchmesse/Leipzig liest extra


Auf zwei eigens geschaffenen „Leipzig liest“-Bühnen präsentieren die öffentlich-rechtlichen Programmanbieter die Novitäten des Frühjahrs. So planen MDR und ARD vom 27. bis 30. Mai zahlreiche Literaturerlebnisse im digitalen Raum. Unter anderem startet am 29. Mai von 10 bis 20 Uhr ein Lesemarathon im ARD-Forum in der Alten Handelsbörse. Im Halbstundentakt präsentieren hier Kulturjournalist:innen aus der ganzen ARD Autor:innen und ihre Bücher. Auch das Blaue Sofa ist bei Leipzig liest extra mit einem Sonderprogramm dabei. Das Autorensofa von Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und 3sat wechselt von der Glashalle in die Kongresshalle am Zoo Leipzig und präsentiert täglich Lesungen und Autor:innengespräche. Diese werden ebenfalls gestreamt und auf der Plattform der Leipziger Buchmesse präsentiert.
 

Ausgezeichnete Literatur: Preis der Leipziger Buchmesse und Preis zur europäischen Verständigung


Großartige Bücher werden auch in pandemischen Zeiten geschrieben. Die Würdigung dieser Bücher darf daher bei Leipzig liest extra nicht fehlen. Die Verleihung des Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung an Johny Pitts findet am Abend des 26. Mai 2021 in der Nikolaikirche statt. Die Laudatio hält die Lektorin, Verlegerin und Literaturagentin Elisabeth Ruge. Im Rahmen des Festaktes wird zudem der Preisträger 2020 László Földényi coronabedingt nachträglich geehrt. Der Preis der Leipziger Buchmesse wird in diesem Jahr am Freitag, 28. Mai, 16 Uhr vergeben. In der Kongresshalle am Zoo Leipzig werden die Preisträger in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung geehrt. Beide Veranstaltungen werden zusätzlich über die Plattform von Leipzig liest extra gestreamt.
 
Weitere Preisverleihungen wie der Lesekompass zur Prämierung von Kinder- und Jugendbüchern, der Fantasypreis Seraph, der Kurt-Wolff-Preis für unabhängige Verlage, der prix de lyceens für französische Jugendliteratur und der Sales Award für herausragende verkäuferische Leistungen in der Buchhandelsbranche sind geplant.

Internationale Einblicke trotzt eingeschränkter Mobilität: Common Ground und Portugal


Nie war die Sehnsucht nach internationalen Eindrücken größer. Mit internationalen Lesungen und Diskussionen wirft Leipzig liest extra einen Blick auf die europäische Literatur. Literatur aus Südosteuropa rückt bei Common Ground in den Fokus. Schwerpunkt bildet in diesem Jahr „Archipel Jugoslawien – Von 1991 bis heute“. In digitalen Gesprächen, Diskussionen, Buchpräsentationen, Spiel- und Dokumentarfilmen werden Autor:innen und weitere Akteur:innen dieser Region zur Sprache kommen. Das Programm wird auf der Plattform von Leipzig liest extra gestreamt. Die genaue Umsetzung des ursprünglich geplanten Gastland-Auftritts Portugals „Unerwartete Begegnungen“, in deren Fokus die Präsentation der über 50 Novitäten steht, wird aktuell mit den Organisatoren besprochen. Informationen dazu folgen zeitnah.

Leipziger Autorenrunde: Digitaler Austausch zu aktuellen Herausforderungen


Die Corona-Pandemie hat das Arbeiten der Autor:innen grundlegend verändert. Es fehlt an Austausch und unmittelbarer Reflexion durch das Publikum. Umso mehr hat sich die Leipziger Autorenrunde – eine Kooperation der Leipziger Buchmesse mit Publisher und Community-Konzepter Leander Wattig – in diesem Jahr das Ziel gesetzt, diesen Austausch noch stärker zu fördern. Nach acht Jahren analoger Leipziger Autorenrunde findet diese erstmals digital statt. Am 29. Mai können sich Branchenvertreter:innen im digitalen Raum treffen, um über die drängenden Themen dieser Zeit zu diskutieren.

Bunte Farbtupfer: Manga-Comic-Con mit Community-Aktionen


Wenn die Community der Manga-Comic-Con (MCC) in den letzten Jahren eins bewiesen hat, dann ist es die Tatsache, dass sie bunt und vielfältig ist – eine gelungene Abwechslung in herausfordernden Zeiten. Im Rahmen von Leipzig liest extra präsentiert sich die MCC mit mehreren Community-Aktionen und MCC Kreativ Digital, einer Kunstausstellung im Netz. Detaillierte Infos folgen im April.

Über Leipzig liest extra – eine Veranstaltung der Leipziger Buchmesse

2021 musste die Leipziger Buchmesse aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Um dennoch Autoren und Leser zusammen zu bringen, veranstaltet die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr ein Leipzig liest extra – mit rund 300 Veranstaltungen im Leipziger Stadtgebiet, Preisverleihungen und digitalen Begegnungen. Ausgewählte Veranstaltungen werden zusätzlich auf der Website der Leipziger Buchmesse gestreamt und so einem breiten Publikum zugänglich gemacht. #Leipzigliestextra #lbm21

Alle Informationen und Termine gibt es auf der offiziellen Seite der LBM.

Montag, 3. August 2020

Buchtipp: "German Kaiju" - Eine wahrhaft monströse Anthologie

Jetzt erkläre mir bitte jemand, wie es passieren konnte, dass das Buch, das ich euch heute vorstellen möchte, seit seinem Erwerb auf der Leipziger Buchmesse 2019 auf meinem Stapel ungelesener Bücher vor sich hindümpelte, bevor ich es im Sommer 2020 - über ein Jahr später - endlich aufschlug und zu lesen begann. Da habe ich die ganze Zeit einen wahren Schatz Staub ansetzen lassen! Aber zum Glück haben Bücher kein Ablauf- oder Mindesthaltbarkeitsdatum. Dieses hier las sich jedenfalls ganz frisch und flott. Ihr merkt schon, das wird wieder eine Lobhudelei. Ich erhebe das Glas auf:

"German Kaiju"

Herausgeber Markus Heitkamp hat, wie er im Vorwort berichtet, schon immer ein Faible für riesige, Städte zertrampelnde Monster wie Godzilla gehabt - Fachbegriff "Kaiju" - und kam irgendwann auf die Idee, daraus eine Anthologie zu machen. Verleger Marc Hamacher vom Leseratten-Verlag war anscheinend bekloppt oder mutig genug, das Projekt gemeinsam mit ihm anzugehen. Heitkamp scharte eine wackere Truppe von Autoren  um sich, die in der Lage waren, aus der Idee, Kaijus in Deutschland wüten zu lassen, passende Stories zu machen. Mit Christian Günther stieß ein begnadeter Künstler zum Team, der für das Cover und zu jeder einzelnen Geschichte das passende Bild erschuf. Auf der Leipziger Buchmesse 2019 wurde das Buch präsentiert. Da wusste ich schon, dass ich es unbedingt haben wollte.

Ich sage euch, es ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Nicht nur das geniale Cover, das perfekt auf die Geschichten einstimmt, auch der in rot gehaltene Buchschnitt macht richtig was her. Es gibt drei (in Zahlen: 3!) Vorworte, zu jeder Geschichte gibt es eine eigene Illustration des jeweiligen Monsters sowie ein Foto und eine Kurzvita.

Aber all das ist natürlich nur hübsche Dekoration, die wirkungslos verpuffen würde, wenn der Inhalt nicht gut wäre, doch darum muss sich niemand Sorgen machen. Der Inhalt ist mega und hat das Versprechen des Slogans "Deutschlands größte Anthologie", mit dem das Buch beworben wurde, absolut erfüllt. Kommen wir also zu den einzelnen Geschichten.

Thomas Heidemann: Nakama, der Schrecken vom Mond
Nazis, riesige Kampfroboter und eine hartgesottene Soldatin. Ein furioser Einstieg ins Buch mit Pauken und Trompeten. Es wurde auch direkt die Stadt plattgemacht, in der ich arbeite: Frankfurt am Main.

Wolfgang Schroeder: Chaodoru - Das Grauen aus der Tiefe
Wisst ihr noch, der Berliner Flughafen, der nie fertig wurde? Er wird hier zum Schauplatz, und ohne zu viel verraten zu wollen, aber nach den Ereignissen in dieser Geschichte könnte sich die Eröffnung noch einmal um ein paar Jahrzehnte verschieben.

Tom Daut: Der Keim
Es wird noch spektakulärer, denn hier gilt die Devise: Ein Kaiju kommt selten allein. Dem Ruhrgebiet bekommt dieses monströse Duell nicht besonders gut. Übrigens spielt die Story im Jahr 1977 - meinem Geburtsjahr.

Torsten Scheib: Symbiogenese
Diese Geschichte stinkt zum Himmel. Im wörtlichen Sinn, denn hier erwacht ein Müllberg zum Leben und verschlingt alles, was sich ihm in den Weg stellt. Eine Kaiju-Variante mit einem außergewöhnlichen Monster und erstaunlich kritischen Untertönen - das hätte ich so in dieser Anthologie gar nicht erwartet.

Thomas Williams: Frankensteins Raketenmonster im Blutrausch
Ist nicht schon der Titel herrlich bescheuert? Auf kompromisslose Weise und immer mit diesem für Williams typischen Augenzwinkern wird hier Bielefeld in Schutt und Asche gelegt. Also falls noch jemand sich fragt, was an der Bielefeld-Verschwörung dran ist: Nach dieser Geschichte existiert die Stadt definitiv nicht mehr.

Hanna Nolden & Markus Heitkamp: Hansebiker gegen Mutant X
Der Herausgeber hat zusammen mit seiner Partnerin meine Lieblingsstadt Hamburg zerstört. Erzählt wird das Ganze aus Sicht einer Gruppe von kleinkriminellen Bikern, die sich unterhalb der Köhlbrandbrücke an ihrem Clubhaus treffen. Ich habe mich köstlich über die hanseatische Gelassenheit amüsiert, mit der sie die Geschehnisse wahrnehmen und kommentieren. Und zum Glück hat der Kasten mit dem Astra überlebt, da waren erst drei Flaschen raus, und Pfand war ja auch noch drauf.

Simona Turini: Flammen über Karlsruhe
Nun geht es nach Karlsruhe. Und irgendwie hat es Simona geschafft, die Legende um den Heiligen Gral, die Zerstörung der Stadt und ein gigantisches Insektenmonster unter einen Hut zu bringen. Eine düstere Liebeserklärung an die Stadt Karlsruhe.

Finley "Gun" McKinley: Saibotoru greift an
Nicht alle Monster kamen einfach so aus dem Nichts. Dieses hier wurde von Menschen geschaffen und nimmt die Bodensee-Region auseinander. Mir gefiel der knackig-militärische Stil dieser actiongeladenen Geschichte.

Markus Kastenholz: Die Großen Alten
Wer hier jetzt Horror à la Lovecraft mit Cthulhu-Kult und dunklen Beschwörungen erwartet, der ist auf dem falschen Dampfer. Staufen erlebt einen epischen Kampf der wohl außergewöhnlichsten Kaijus der ganzen Anthologie: Plitsch-Platsch vs. Kunigunde. Spoiler: Staufen war nur der Anfang. Kastenholz geht hier an die Grenzen der Zerstörung - und dann einfach weiter und immer weiter. Ein würdiger Abschluss für Deutschlands größte Anthologie.

Moment, Abschluss? Was ist das dann am Ende des Buches für ein komischer eingeklebter Umschlag? Drauf steht "Nur im Notfall öffnen!" Na super, was soll das dann jetzt? Ich finde ja, spontane Neugier und die Sicherheit, nie wieder einschlafen zu können, wenn ich nicht weiß, was in dem Umschlag steht, ist Notfall genug. Natürlich habe ich nachgeschaut. Drin steckten zwei dicht mit Schreibmaschine bedruckte, mit Kaffeeflecken verzierte Blätter, die die Lebensbeichte eines Hausmeisters enthalten, der ... ach nein, ich kann euch jetzt doch nicht alles verraten! Außer vielleicht, dass Christian von Aster diesen kleinen Bonus für euch aufgeschrieben hat, nur damit ihr schon mal ahnt, was da auf euch wartet. Ich fand das echt genial - wie die versteckte Bonusszene am Ende eines Marvel-Films.

"German Kaiju" ist eine großartige Anthologie, ich hatte richtig Spaß mit diesem Buch und empfehle es sehr gerne weiter.

Von mir gibt es 5 von 5 plattgemachten deutschen Großstädten!

Wo ihr das Buch herbekommt? Am besten direkt im Online-Shop des Leseratten Verlags

Sonntag, 31. März 2019

Leipziger Buchmesse 2019 - Nachlese

Eine Woche ist es her, dass ich randvoll mit Eindrücken und etwas erschlagen aus Leipzig zurückkam. Buchmesse ist genial und hat wieder wahnsinnig viel Spaß gemacht. Buchmesse ist aber auch ein bisschen Ausnahmezustand. Wie ein mehrtägiges Festival: viel Lärm, viele Menschen, viel Spaß, viel Alles irgendwie, wenig Schlaf und alles so intensiv. Es überwältigt jedes Mal aufs Neue und hinterlässt bei mir in den darauffolgenden Tagen immer so ein merkwürdig leeres Gefühl. Einerseits fühle ich mich vor lauter Inspiration und Motivation bis zum Zerreißen gespannt, andererseits fällt es mir schwer, mich zu fokussieren, wieder in meinen normalen Alltag hineinzufinden und gleichzeitig all die Ideen und Gedanken zu sortieren und etwas Konstruktives daraus zu machen. Ein bisschen wie Jetlag.
LBM Impressionen 2019

Festival der Bücher

Qindie auf der LBM 2019
"Buchmesse, aha. Und was gibt es da so? Also außer Büchern?"

Meine Begeisterung für die LBM können in meinem persönlichen Umkreis viele nicht nachvollziehen. Wie oft habe ich schon die Frage gestellt bekommen, was das Besondere an einer Buchmesse sei, wo man doch auch ganz normal in einen Buchladen gehen oder seinen Lesestoff online kaufen könne.

Fragt doch mal einen Autofan, was so toll an der IAA sein soll, wo er doch täglich auf der Straße von Autos umgeben ist. Seht ihr. Es ist mehr als das. Es geht um so viel mehr als Bücher. Es geht bei der Leipziger Buchmesse vor allem um die Menschen. Wo sonst treffe ich so viele Gleichgesinnte auf einem Haufen? Wo sonst kann ich fachsimpeln über alles, was mit dem Schreiben, dem Lesen und Geschichten an sich zu tun hat?

Nicht alle, aber die meisten Autoren der Anthologie
"Ghost Stories of Flesh and Blood" bei der Signierstunde
Die LBM ist inzwischen für mich so viel mehr als eine simple Messe. Sie ist ein großes Fest, eine Art Familienfeier, auf der ich ganz viele liebgewonnene Buchmenschen wiedersehe, die ich sonst nirgends persönlich treffe. Auf der LBM finden wir zueinander, kommen ins Gespräch, gehen gemeinsam zu Lesungen. Ich kann dort natürlich auch Bücher kaufen, aber dann sind das Bücher, in die der Autor gleich noch eine persönliche Widmung schreibt und auf Wunsch ein Foto mit mir macht. Denn die LBM ist zugleich ein wahrer Hotspot für Vertreter der schreibenden Zunft, vom Debütanten über den unabhängig veröffentlichenden Selfpublisher bis zum Bestsellerschwergeschwicht à la Sebastian Fitzek (der da war, den ich aber nicht gesehen habe - Prioritäten und so).



Ich kam, ich las, ich hörte zu

Die LBM Guerillas 2019

In diesem Jahr fuhr ich mit vier Lesungsterminen im Gepäck nach Leipzig. Leider erfuhr ich direkt nach der Ankunft, dass einer der Termine ausfiel, weil der Inhaber der geplanten Location absagen musste. Es betraf die Gemeinschaftslesung von Qindie. Es gab zwar einen Ausweichtermin, aber der war zu kurz für alle geplanten Lesenden, so dass ich da raus war und mich auf die immerhin verbliebenen drei Lesungen konzentrierte. Nummer 1 fand vormittags zusammen mit den LBM-Guerillas statt.

Mein Auftritt bei den LBM Guerillas
Eine Art literarischer Spaziergang durch Leipzigs Innenstadt vom Mendebrunnen am  Augustusplatz bis zum Hauptbahnhof mit vielen coolen AutorInnen, die alle ihre extra für dieses Event verfassten 500-Wort-Geschichten vortrugen. Zum Glück war uns das Wetter diesmal hold. Bei bestem Frühlingsfeeling mit Sonnenschein und Temperaturen bis 20 Grad machte es wesentlich mehr Spaß - Apokaleipzig fiel Gott sei Dank aus. Unsere Aktion kam gut an - die Geek Germany berichtete sogar über uns in ihrem Messebericht.

Am späten Nachmittag dann hatte ich meine eigene Gänsehautpralinen-Lesung in Halle 5 auf dem Messegelände. Wie befürchtet hielt sich die Zuhörerzahl in überschaubaren Grenzen, denn da die Messe um 18 Uhr schloss, waren viele schon auf dem Rückweg. Aber die, die gekommen waren, lauschten gebannt, grinsten, verzogen das Gesicht und applaudierten nach jeder Mikrogeschichte. Auch die Pralinen, die von meiner Autorenfreundin Michaela Harich in Handarbeit gefertigt worden waren, fanden begeisterte Abnehmer. Und Bücher verkaufte ich anschließend auch. So gesehen war es ein Erfolg, und wer weiß, wie gut die Lesung angekommen wäre, hätte man mir einen früheren Slot eingeräumt.

Lesung in der Soupbar
Abends trafen sich die Autoren der Anthologie "Ghost Stories of Flesh and Blood" in der wunderbaren Soupbar Summarum, in der ich nicht zum ersten Mal vor Publikum las. Leider waren beide Herausgeber, die wunderbare Faye Hell und der geniale Mario Steinmetz, verhindert, aber es waren genügend Antho-Autoren da und gaben Auszüge aus ihren Geschichten zum Besten. Ich hatte viel Spaß dabei, meinen KollegInnen zu lauschen, sie schafften es teilweise sogar, mir Gänsehaut zu bereiten. Und auch mein Auszug aus "Das Haus am Friedhof" konnte begeistern.

Samstagabend waren wir dann "nur" Gäste. Zusammen mit Michaela Harich und Thomas Williams schaffte ich es nach einer mehr als abenteuerlichen Odyssee von der Messe inklusive brennender Tram noch rechtzeitig in die Getränkefeinkost Leipzig, wo der erste Teil der Veranstaltung "Phantastische Bierwesen und wo sie zu finden sind" stattfand.

Das Bier hatte es in sich ...

Überlebende Apokaleipzig 2.0
Nicht einmal die brennende Tram konnte uns stoppen!
(Michaela Harich, Thomas Williams et moi)
Organisatorin Carolin Grzymek gab tiefgründige Gedichte zum Besten, anschließend lasen Torsten Scheib und Simona Turini vor. Bei Bier (mit wahnsinnigen 9,1 % Alkohol!!!) und Nüsschen, die uns die leeren Mägen vor dem Hungertod retteten, lauschten wir den dreien. Mit einem weiteren Bier (mit etwas weniger Umdrehungen) in der Hand machte sich die ganze Truppe dann auf zur nächsten Location - das Dr. Hops, eine Craftbeer-Manufaktur. Ein richtig cooler Laden, in dem es dann endlich auch etwas zu essen gab. Zwar waren es "nur" Schnittchen, aber Leute: Noch nie hat mir ein Schmalzbrot mit Gewürzgurke so gut geschmeckt! Im Dr. Hops erlebte ich den ersten Live Poetry Slam meines Lebens, und das war so genial. Besonders die Slammerin Caro aus Hamburg mit ihrer Liebesode an Luigi (ja, den Bruder von Super Mario!) war der Hammer. Auch Vincent Voss war da und mogelte sich mit eigenem Text auf die Bühne - nicht umsonst wird er die "Helene Fischer des deutschen Horrors" genannt. Es wurde verdammt spät, aber wir hatten so viel Spaß - ich bereue nichts!

Sonntag stand dann nur noch die Heimfahrt an. Michaela Harich war ja meine Fahrerin. Sie holte mich auf der Hinreise an der Haustür ab und brachte mich auch wieder sicher heim, und während der zwei Fahrten plauderten wir stundenlang - natürlich - über Bücher und Geschichten, Autoren, Verlage, schmiedeten Pläne zur Welterob... äh ... zu gemeinsamen Buchprojekten, und es könnte sein, dass wir auch ein bisschen über die eine oder andere Buchmessesache lästerten - wie Mädchen das nun mal so machen. Man möge es uns nachsehen.

LBM nicht ohne Qindie

Die Qindie-Truppe im Reuschels Weineck
Dank meiner Mitgliedschaft bei Qindie konnte ich mich ja auch wieder als Mitausstellerin präsentieren. Unser Stand befand sich wie gewohnt in Halle 5, in bester Nachbarschaft zu Amazon und BoD. Wir konnten uns nicht über Leerlauf beklagen. Es waren immer Besucher am Stand, mit denen wir ins Plaudern kamen. Auch Bücher wurden ordentlich verkauft. Nach ersten Zählungen haben wir wohl diesmal so viele Bücher in Leipzig verkauft wie noch nie. Das zeigt uns auch, dass Qindie angekommen ist und angenommen wird. Es waren jedenfalls auch einige "Wiederholungstäter" bei uns am Stand. Mit den Qindies wohnte ich auch wieder in unserer Autoren-WG, und am Donnerstagabend gingen wir - auch schon Tradition - in Reuschels Weineck essen. Den Laden kann ich nur empfehlen: ein sehr lieber Wirt, guter Wein und - das Wichtigste - superleckeres Essen, denn hier steht die Mutti in der Küche und so schmeckt es tatsächlich wie bei Muttern. Mein Tipp: Kohlroulade und der Gurkensalat vorneweg!

Qindie hat schon entschieden, dass es auch 2020 wieder eine Messebeteiligung geben wird. Und auch ich persönlich habe den Termin schon in meinen Kalender eingetragen. LBM 2020 - darauf freue ich mich jetzt schon!


Dienstag, 29. Januar 2019

Ghost Stories of Flesh and Blood - LBM-Signierstunde!

Im vergangenen Jahr hatte ich die große Ehre, Teil einer Gruppe von Autorinnen und Autoren zu sein, die eine gemeinsame Anthologie ausheckten. Ich gestehe, ich hatte eine Weile ganz schön Muffensausen deswegen, denn immerhin befanden sich in dieser Gruppe beinahe ausnahmslos Autoren, die ich bewundere und von deren Geschichten ich längst glühender Fan bin. Allerdings habe ich festgestellt, dass wir uns alle irgendwie gegenseitig "fangirlen", und mit den meisten verbindet mich inzwischen eine wunderbare Freundschaft. Und nun sollte - nein, durfte ich bei diesem Geheimprojekt mitmachen und selbst eine Geschichte zu einer wirklich großartigen Horroranthologie beitragen.

Wochen und Monate brainstormten wir zum gesetzten Thema "New Gothic Ghost Horror Story", trugen unsere Ideen zusammen und ermutigten und motivierten uns gegenseitig. Ich hatte fast nicht mehr geglaubt, es noch zu schaffen und war auch ziemlich spät dran, aber auf die Geschichte mit dem Titel "Das Haus am Friedhof", die ich am Ende abgeliefert hatte, bin ich richtig stolz, denn sie ist wirklich schön spooky und atmosphärisch geworden und damit genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ist das nicht ein geiles Cover? Ich liebe es!
Das Ergebnis nennt sich vielsagend "Ghost Stories of Flesh and Blood" und vereint Horrorgeschichten von folgenden Autoren in einem Buch:

M. H. Steinmetz, Faye Hell, Melanie Vogltanz,
Jacqueline Mayerhofer, Claudia Rapp, Simona Turini,
Jana Oltersdorff, Anja Hansen, Michaela Harich,
Vanessa Kaiser, Thomas Lohwasser, Thomas Karg,
Thomas Williams, Marc Hartkamp, Vincent Voss,
Benjamin Verwold und Torsten Scheib

Faye Hell und Mario H. Steinmetz sind zugleich die Herausgeber und machen als solche einen hervorragenden Job. Sie haben dafür gesorgt, dass jeder Einzelne von uns den sprichwörtlichen Arsch hochbekam und ablieferte, dass niemand den Faden verliert und dass die Anthologie ein Verlagszuhause bekommt. Das ist schließlich der Papierverzierer Verlag geworden. Für mich ist es die erste Veröffentlichung als Autorin für diesen Verlag, auch wenn ich ihn und den Verleger Schemajah Schuppmann schon seit ein paar Jahren kenne und bereits als Lektorin für zwei Werke gearbeitet habe, die beim Papierverzierer erschienen sind.

Die E-Book-Version erschien bereits im Oktober 2018. Leider ist die Printversion immer noch nicht draußen, aber nach letzten Meldungen unseres unermüdlichen, hartnäckigen Herausgeberduos Hell und Steinmetz sollte es in wenigen Tagen soweit sein. Hauptsache, das Buch erscheint rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse, denn dort wird es am Samstag, 23. März 2019, um 16 Uhr eine Signierstunde am Verlagsstand mit allen teilnehmenden Autoren geben, zumindest jenen, die auf der Buchmesse sein werden (und das sind ziemlich viele). Ich jedenfalls werde auch da sein und würde mich natürlich freuen, wenn ich dem einen oder anderen Horrorfan ein Autogramm in sein Exemplar der Ghost Stories schreiben darf. Drücken wir also alle gemeinsam die Daumen!

Ich teile hier mit euch den Klappentext und lade euch ein, euch das E-Book auf Amazon oder direkt beim Verlag zu besorgen oder zumindest schon einen Blick in die Leseprobe zu werfen. Die dürfte vor allem euch, liebe Leser meiner dunklen Geschichten, interessieren, denn gleich die erste Geschichte in dem Buch ist meine!

Ghost Stories of Flesh and Blood - Klappentext:

Das sagenumwobene Haus am Ende der Straße, mitten im Wald, neben dem Friedhof …
Du denkst, du weißt alles über dieses Haus und seine dunklen Geheimnisse?
Du irrst dich.
Tritt ein, schau dich um, hör ganz genau hin.
Es ist nicht das alte Gemäuer, das deinen Namen flüstert.
Achtzehn Autoren.
Sechzehn Geistergeschichten.
Grausam und melancholisch.
Verstörend und grotesk.
Grusel inklusive.
Zwischen Tradition und Rebellion lauert die Angst.

Sobald das Taschenbuch erhältlich ist, sage ich Bescheid und halte euch auch über alle weiteren News rund um diese tolle Anthologie auf dem Laufenden!