Kinder, wie die Zeit vergeht. Es ist ja schon November.
Höchste Zeit für einen kleinen, persönlichen Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse und den Buchmesse Convent 2022. Endlich wieder Buchmesse im großen Stil. Ich hatte in diesem Jahr keine Presseakkreditierung erhalten, dafür war mein Blog einfach monatelang zu "ruhig" gewesen.
Aber zum Glück ist ja inzwischen auch der Freitag offen fürs Publikum, also habe ich mich am Freitag nach Frankfurt aufgemacht.
Weit ist der Weg für mich ja nicht, ich wohne mitten im Rhein-Main-Gebiet und habe es dadurch weder zur FBM noch zum BuCon weit. Gut organisiert ist die Anreise wie immer auch gewesen.
Frankfurter Buchmesse
Ich habe mich dieses Jahr wegen des schlechten Wetters fürs Auto entschieden, parkte entspannt im Parkhaus und fuhr im Shuttlebus rüber aufs Messegelände. In Halle 3 an der Garderobe hatte ich direkt mein erstes bemerkenswertes Erlebnis: Ich traf einen echten Jana-Oltersdorff-Fan. 😊
Julia ist eigentlich Archäologin, jobbt aber als leidenschaftliche Leseratte auf der FBM an der Garderobe. Sie hatte mich ein paar Tage zuvor angeschrieben, und wir hatten uns verabredet, dass ich meine Sachen bei ihr abgebe. Die Gelegenheit nutzten wir direkt für ein ausgiebiges Schwätzchen, Fotos und ein Autogramm, das sie sich von mir wünschte. Ich fühlte mich außerordentlich gebauchpinselt und fast schon ein wenig überfordert von so viel Begeisterung. Julia hat alle meine Geschichten geradezu verschlungen und war schrecklich aufgeregt, als ich auf einmal leibhaftig vor ihr stand. Auf jeden Fall habe auch ich aus dem Gespräch mit ihr einige spannende Impulse mitnehmen können. Julia - falls du das hier liest - ich trinke gern mal mit dir einen Kaffee, es gibt da ein paar Themen, die ich unbedingt noch mit dir vertiefen muss - Stichwort Wikingerstaub ...
Tatsächlich habe ich von der FBM wieder mal gar nicht so viel gesehen. Die meiste Zeit verbrachte ich in Halle 3, besuchte aber zumindest auch mal den von Spanien gestalteten Gastpavillon, der mir außerordentlich gut gefiel. Ich traf David Pawn und Katharina Gerlach, zwei Mit-Qindianer, die wie im Jahr zuvor mit eigenem Stand vertreten waren und dort gut zu tun hatten, denn es war wirklich viel Publikum in den Gängen unterwegs. Ich stattete PAN einen Besuch ab und traf dann endlich meine Freundin Michaela Harich - Autorin, Verlegerin und absoluter Buchnerd. Mit Michaela verbindet mich so viel. Wir haben uns vor Jahren auf der Leipziger Buchmesse kennengelernt. Ich habe schon Bücher von ihr lektoriert, an der Entstehung bzw. der Idee zu ihrem Buch "Das Einhorn, der Zombie und ich" war ich mitschuldig.
Wir verbrachten den Großteil des Messetages zusammen. Michaela ist gut vernetzt, und auf diese Weise traf ich einige neue Gesichter. Am späten Nachmittag supporteten wir Michaela dann noch auf der Bühne des Forums Rheinland-Pfalz, wo sie einen Vortrag zum Thema "Zombies" halten durfte. Ja, Zombies, ihr habt richtig gelesen. Michaela ist nämlich auch eine echte Spezialistin, was das Thema angeht, und konnte es informativ und unterhaltsam rüberbringen. Und entgegen ihrer Befürchtung, dass kaum Zuhörer da sein würden, kamen immer mehr Leute dazu. Sämtliche Sitzplätze waren belegt, drumherum standen locker noch einmal 100 Leute.
Buchmesse Convent
Am Samstag war BuCon-Tag. Wie sagen wir BuCon-Insider so gern: "Die coolen Kids sind am Samstag in Dreieich-Sprendlingen." 😄 Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie fand der BuCon wieder live, in Farbe und mit Publikum statt. Tickets musste man diesmal schon vorher online kaufen, aber das ging ja auch noch einen Tag vorher, also alles kein großes Problem. Der BuCon ist für mich wie für viele langjährige Wiederholungstäter:innen ein großes Familienfest. Ich habe so viele geliebte Buchmenschen zum ersten Mal seit Jahren wiedergesehen, und das war so schön! Michaela Harich war mit ihrem Verlag Alea Libris erstmals mit eigenem Stand vertreten. Ich verbrachte dort recht viel Zeit, schlenderte aber auch zig Runden durch die Hallen und ging zusammen mit Freunden zu einigen Lesungen - das BuCon-Programm war wieder pickepackevoll.
Ein Buch kam mit, an dem ich nicht so richtig vorbeikam, schon allein wegen des großartigen Covers. Aber auch die Liste der beitragenden Autor:innen der Anthologie "Mysterien der See" von den Herausgebern Vanessa Kaiser und Thomas Karg liest sich ein bisschen wie das Who-is-Who der deutschsprachigen Phantastikszene. Außerdem haben wir mit "Dunkle Wasser" bei Bloody Qindie ja vor kurzem ein ähnlich thematisiertes Buch herausgebracht, deshalb fand ich es spannend zu sehen, was andere daraus gemacht haben. Zum Inhalt kann ich allerdings noch nichts sagen, ich habe es noch nicht gelesen. Das hole ich dann beizeiten hier nach. Allerdings nutzte ich die hohe Dichte anwesender Autor:innen dieser Anthologie, um ordentlich Autogramme zu sammeln.
Ich habe meine zwei Buchmessetage im Oktober sehr genossen. Das Beste waren jedenfalls wieder die Menschen, die ich dort treffen konnte. Das zeigt mir wieder einmal: Eine Buchmesse ist dann am besten, wenn sie live vor Ort mit echten Menschen stattfinden kann. Bleibt mir nur zu hoffen, dass ich dies auch im kommenden Jahr wieder tun kann - dass wir uns dann wiedersehen!





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen