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Montag, 18. September 2023

Demokratisch, diskursiv und divers: Politik auf der Frankfurter Buchmesse

In Zeiten zunehmender Verständnislosigkeit im öffentlichen Diskurs bietet die Frankfurter Buchmesse eine Plattform für den demokratischen Austausch. So steht das kulturpolitische Programm für eine Diversität von Literatur und ihren Literaturschaffenden sowie für die Vielfalt von Perspektiven.

„Die Buchmesse ist eine Demokratiemesse. Gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels setzen wir uns seit 1949 für das freie Wort ein. In diesem Jahr wird die Anwesenheit von Salman Rushdie, der in Frankfurt am Abschlusstag der Messe den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält, dem Thema ein besonderes Gewicht und internationale Sichtbarkeit geben. Auch in den Programmen, die wir selbst kuratieren, nimmt die Presse- und Meinungsfreiheit einen breiten Raum ein“, so Torsten Casimir, Sprecher der Frankfurter Buchmesse.

Frankfurt Pavilion als kulturpolitische Bühne

Ein großer Teil dieses Programms findet im ikonischen Frankfurt Pavilion auf dem Außengelände der Agora statt. Es diskutieren u.a. Claudia Roth, (Bundesbeauftragte für Kultur und Medien), Deniz Yücel (PEN Berlin), Irina Scherbakowa (Schriftstellerin, Mitgründerin der Menschenrechtsorganisation Memorial), Dmitri Gluchowski (russischer Bestseller-Autor im Exil) und Meron Mendel (Bildungsstätte Anne Frank). Über zukünftige kriegerische Konflikte sprechen die Autoren und Militär-Experten Herfried Münkler und Carlo Masala. Und die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) organisiert ein Panel mit Frankfurter Schreibenden, die sich über kulturelle Teilhabe aus Migrant*innen-Sicht austauschen.

Zum Thema Demokratie und Menschenrechte findet im Pavilion das Frankfurt Forum, organisiert in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, statt. Hier diskutieren die philippinische Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa, der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir, Can Dündar (Journalist und Autor im Exil) sowie UN High Commissioner for Human Rights Volker Türk. Zum Thema postkoloniale Erinnerungskultur veranstaltet das Goethe-Institut Berlin mit Tahir Della (Aktivist der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) ein Event.

Die taz spricht mit der Psychologin und Impfkampagnen-Expertin Prof. Cornelia Betsch über Gesellschaften in der Dauerkrise. Außerdem findet eine Veranstaltung mit der LiBeraturpreisträgerin Adania Shibli statt. Die palästinensische Autorin erhält zuvor die jährliche Auszeichnung für Autorinnen aus dem Globalen Süden. Musikalisch setzt die iranisch-stämmige israelische Sängerin  Liraz Charhi als „Stimme der iranischen Proteste“ ein Zeichen..

Menschenrechte-Lesung, Ukraine und Streiterinnen für die Zukunft

Zum 75-jährigen Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte werden internationale Autor*innen in ihrer Landessprache ausgewählte Artikel vortragen. Sie kommen aus Gastländern der Frankfurter Buchmesse wie Slowenien, Italien und den Philippinen. Außerdem hat das Israel Institute for Hebrew Literature die Sängerin Rita Yahan-Forouz, die auf Farsi ihre Solidarität mit dem iranischen Widerstand bekundet, auf die International Stage eingeladen.

Das Goethe-Institut Ukraine und das Ukrainische Buchinstitut präsentieren auf einem 200 qm großen Länderstand unter dem Motto "Fragility of the Earth" die Kulturbranche der Ukraine. Als ein Zeugnis der Verbrechen des Dritten Reichs befindet sich auf der Agora die Ausstellung "Verbrannte Orte - Bücherverbrennungen von 1933". Im Mittelpunkt stehen Fotografien der heutigen verbrannten Orte und laden die Betrachter ein sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

Mit „SHEROES – Streiterinnen für die Zukunft“ wird die Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat engagierte Autorinnen vorstellen. Mit dabei sind u.a. die Klima-Aktivistin und Gründerin der „Letzten Generation“ Lea Bonasera, die ehemalige Femen-Aktivistin Zana Ramadani sowie die KI-Expertin und Gründerin Mina Saidze. Moderiert wird SHEROES von der „Freiheit Deluxe“-Podcasterin Jagoda  Marinić.

Auf dem Panel „Black Femininity - (New) Daughters of Africa” sprechen die Schriftstellerin Bridget Minamore, die Übersetzerin Eleonore Wiedenroth-Coulibaly und die Geschlechter- und Rassismusforscherin Dr. Denise Bergold-Caldwell über das Schreiben vor dem Hintergrund von Erfahrungen mit Diskriminierung.

Sonntag, 10. September 2023

Der Bundeskanzler und die slowenische Staatspräsidentin eröffnen die 75. Frankfurter Buchmesse

Frankfurt - Bundeskanzler Olaf Scholz und die slowenische Staatspräsidentin Nataša Pirc Musar werden am Dienstag, 17. Oktober 2023 die 75. Frankfurter Buchmesse (18.-22. Oktober 2023) eröffnen. Slowenien ist Ehrengast der Buchmesse 2023. Unter dem Motto „Waben der Worte“ werden 75 slowenische Autor*innen, Lyriker*innen und Übersetzer*innen in Frankfurt erwartet. Im Anschluss an den Festakt im Congress Center der Messe Frankfurt werden der Bundeskanzler und die slowenische Präsidentin den Ehrengast-Pavillon eröffnen. Die Frankfurter Buchmesse findet 2023 zum 75. Mal statt. In ihrem Jubiläumsjahr feiert die Buchmesse gute Geschichten, zelebriert den demokratischen Diskurs und ermöglicht den friedlichen Austausch in unfriedlichen Zeiten.



„Von ihren Anfängen in der Paulskirche bis heute steht die Frankfurter Buchmesse für Demokratie und Vielfalt. Zum 75. Mal wird die Buchmesse zu einer Plattform für demokratischen Austausch. Und sie ist ein Marktplatz der Kultur. Verleger*innen und Autor*innen, Literatur- und Kulturbegeisterte aus über 100 Ländern können hier einander in Frieden und Sicherheit begegnen. Die Anwesenheit des Bundeskanzlers und der slowenischen Präsidentin bei der Eröffnung unterstreicht die internationale Bedeutung der Buchmesse für Demokratie, Freiheit und Verständigung“, sagt Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Weitere Redner anlässlich der Eröffnungsfeier der 75. Frankfurter Buchmesse sind neben Juergen Boos und Karin Schmidt-Friderichs, der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, und Mike Josef, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main. Die literarischen Redner*innen, die traditionell vom Ehrengastkomitee ausgewählt werden, sind in diesem Jahr der Autor und Philosoph Slavoj Žižek und die Autorin Miljana Cunta.

Zur Chronik der Frankfurter Buchmesse: https://www.buchmesse.de/chronik

Mehr Informationen zum Ehrengastauftritt Sloweniens: https://sloveniafrankfurt2023.com/de



P.S. Ob Herr Scholz bis dahin die Augenbinde wieder abgelegt haben wird? Man hat sich ja an diesen "verwegenen" Anblick schon ein bisschen gewöhnt ... 😁

Dienstag, 8. September 2020

2020 - Das Buchmessejahr ohne Buchmesse

Originalfoto: RainerSturm  / pixelio.de
Tja,  jetzt hat es also auch die Frankfurter Buchmesse erwischt. Ich bin nicht wirklich überrascht, hatte mit einer solchen Nachricht schon irgendwie täglich gerechnet.

Dennoch hatte die FBM bis zuletzt an dem Vorhaben festgehalten, die Veranstaltung inklusive Ausstellung in den Messehallen stattfinden zu lassen. Gerade erst letzte Woche hatte ich meine Presse-Akkreditierung rausgeschickt. 

Vorhin zwitscherte es mir schon auf Twitter entgegen: Die #FBM20 wurde abgesagt!


Gut, ganz so stimmt das nicht. Die Live-Events auf der ARD-Buchmessenbühne in der Festhalle werden stattfinden, ebenso das BOOKFEST city mit rund 80 Veranstaltungen in der ganzen Stadt und das BOOKFEST digital. Was aber definitiv nun doch nicht stattfindet: die sogenannte "klassische Hallenausstellung". Für mich war das immer das Wichtigste an der ganzen Buchmesse, das Herzstück quasi.

Ich hatte wirklich vor hinzugehen. Mit Maske, Handdesinfektion und Abstand. Ich wäre entweder als akkreditierte Bloggerin oder Fachbesucherin aufgetaucht. Ich hätte dieses Jahr sogar zwei befreundete Autoren von Qindie live vor Ort unterstützt, die erstmals auf der FBM einen eigenen Stand gebucht hatten. Standdienst auf der FBM - mittendrin wäre ich gewesen.

Der Grund ist natürlich wieder einmal die berühmt-berüchtigte Pandemie, unter der in diesem Jahr wirklich alles und jeder zu leiden hat. Wegen diverser aktuell geltender Reisebeschränkungen könnten etliche Aussteller aus dem Ausland ihre geplanten Stände nicht bewirtschaften. Außerdem tritt am 1. Oktober 2020 die Quarantäneverordnung in Kraft, die wohl die Teilnahme von europäischen Ausstellern und Fachbesuchern quasi unmöglich macht.

Messeluft wird also in Frankfurt in diesem Jahr nur digital geschnuppert oder - wenn man an die Tickets dafür kommt oder sich rechtzeitig online registriert - bei den oben erwähnten Live-Events.

Nun gut, auch wenn es mich nicht überrascht, frustriert es mich dennoch irgendwie. Auch der BuCon findet schon ausschließlich digital statt, die Leipziger Buchmesse im nächsten Jahr wurde in den Mai verschoben. Alles ist anders, und inzwischen glaube ich, es wird auch in der Welt der Buchmessen nie mehr so sein, wie es mal war.

Da bleibt uns nichts anderes übrig, als das Beste daraus zu machen. Als erste Maßnahme könnten wir ja mal den schönen Hashtag #buecherhamstern entstauben und erneut mit buchigem Leben füllen.

Das Buchmessejahr 2020 ist für mich jedenfalls endgültig durch. Blicken wir also nach vorne - und lesen wir Bücher, denn dafür hätten wir jetzt noch ein bisschen mehr Zeit.

P. S. Übrigens ist die Teilnahme an sämtlichen Veranstaltungen rund um das BOOKFEST kostenlos. Ab Mitte September gibt es das Programm. Und parallel findet auch noch die Veranstaltungsreihe Open Books statt und wird sogar noch erweitert, mit dem Blauen Sofa, zwei Krimiabenden und der Verleihung des Schweizer Buchpreises.

Mittwoch, 27. September 2017

Skoutz Award - Finale: Jetzt wird abgestimmt!

Jetzt wird es noch einmal richtig spannend, denn seit Montag ist das virtuelle Wahllokal zum diesjährigen Skoutz Award geöffnet. Jetzt geht es um alles. Das ist das große Finale. Bis zum 03. Oktober 2017 um Mitternacht könnt ihr alle mitentscheiden, wer am Ende die begehrte Trophäe erhält.

Ab jetzt können wir, die Jury, nur noch "hilflos" zuschauen, welche Finalisten sich als Favoriten herauskristallisieren. Ich bin richtig gespannt darauf, was bei dieser Wahl schließlich herauskommen wird. Wird es klare Sieger geben? Wird es wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen? Vielleicht sogar wieder so ein knappes "Foto-Finish", wie es das beim letzten Skoutz Award in der Kategorie Horror gegeben haben soll, in der mein Mitfinalist Vincent Voss und ich am Ende wohl verdammt knapp gegen unseren Kollegen Simon Geraedts verloren.

In meiner Kategorie wird es bestimmt richtig eng, denn schließlich liegen drei ganz unterschiedliche Titel im Rennen. Märchen vs. Science Fiction vs. Slam Poetry. Jedes dieser Bücher dürfte seine eigene Zielgruppe und Fangemeinde ansprechen. Da ist doch jetzt schon jeder ein Gewinner.

Übrigens müsst ihr nicht in jeder Kategorie für jemanden stimmen. Wenn ihr euch in einer Kategorie nicht auskennt, keinen Titel gelesen habt, ist das kein Problem. Einfach frei lassen und mit der nächsten Kategorie weitermachen. Ihr kennt das ja schon: Hauptsache, ihr wählt!

In diesem Sinne: Gebt Skoutz eure Stimme - hier gibt es nur Gewinner: glückliche Autoren, glückliche Verleger und - am allerwichtigsten - glückliche Leser!



Und wenn ihr bei der Preisverleihungsgala am Freitag, 13. Oktober 2017 (was für ein Datum!), live dabei sein wollt, bekommt ihr hier eure Tickets.

Yes, we skoutz! ;-)



Samstag, 24. Juni 2017

Buchtipp: Vincent Voss - Frischfleisch - Nullpersonen

Lasst euch doch BRDigen! So heißt es provokant auf dem Klappentext zu Vincent Voss' neuestem Zombiethriller. Ich nahm das Buch als eines meiner Souvenire von der letzten Leipziger Buchmesse mit - übergeben von Herrn Voss persönlich mit einer sehr schönen Widmung. Ich nehme dich beim Wort, Vincent, du weißt hoffentlich noch, was du mir da reingeschrieben hast. :-)

Aber kommen wir zum Buch. Dass es sich um einen Zombiethriller handelt, erwähnte ich ja bereits. Der Roman folgt im Grundgerüst dem für eine zünftige Zombieapokalypse typischen Verlauf: Es verbreitet sich zunächst schleichend, es gibt hier und da seltsame Zwischenfälle in Hamburg und im Umland. Es passiert in der Gerichtsmedizin, in einer Schule, in einem Kindergarten, am Frankfurter Flughafen und so weiter. Unfälle häufen sich. Rettungskräfte und Polizei sind schon bald hoffnungslos überfordert. Als der komplette Flughafen unter Quarantäne gestellt wird und im Hamburger Elbtunnel eine Katastrophe geschieht, bricht endgültig das Chaos aus. Nur wenige Menschen ahnen, dass es sich weder um Unfälle noch Amokläufe noch eine normale ansteckende Krankheit handelt, unter ihnen die Radiomoderatorin Kesh, der Blogger Tim und der Ethnologe Professor Dr. Jäger.

Und dennoch ist das hier nicht einfach "noch ein Zombieroman". Vincent Voss präsentiert eine atemberaubend spannende Story und jagt den Leser von einem Kapitel ins nächste. Jedesmal wechselt der Schauplatz, folgen wir anderen Figuren und erfahren von Schicksalen und Greueltaten. Besonders gut gefielen mir wieder der Erzählstil und ganz besonders die Dialoge - die lasen sich toll, wirkten authentisch und machten die Charaktere so lebendig, dass ich mit jedem einzelnen von ihnen mitfieberte - vom arroganten Politiker über den prolligen Teenager und den abgebrühten Soldaten bis zur verzweifelten Mutter, die ihre Lieben beschützen will.

Es wird gestorben, gekämpft, gebissen und gemetzelt, Blut fließt in rauen Mengen, und dennoch schafft Voss es, hier und da seinen angenehmen Sinn für Humor durchblitzen zu lassen - nordisch unterkühlt, leicht ironisch und eher schwarz, genau wie ich es mag.

Was ich übrigens richtig gelungen fand, waren die Zitate, die jedem Kapitel vorangestellt waren und perfekt auf das einstimmten, was den Leser auf den nächsten Seiten erwartete. Diese Zitate stammen nämlich allesamt aus bekannten Filmen, nicht nur aus Zombiefilmen, sondern auch von jeder Menge anderer Klassiker und Kultfilme. Ich habe den Eindruck, dass Voss da nur aus seinen persönlichen Lieblingsfilmen zitiert und stelle fest: Wir haben auch filmisch einen recht ähnlichen Geschmack. Einige der Zitate erkannte ich sofort und hatte direkt die Bilder der zugehörigen Szene aus dem Film im Kopf. Kopfkino im wahrsten Sinne des Wortes.

Meine Lieblingsszene ist zugleich eine der grausamsten und ergreifendsten im Buch, ich kannte sie bereits, weil Vincent Voss sie bei der Leipziger Buchmesse auf der Lesung in der Soupbar Summarum vortrug. Da wird Kesh im Studio von einem Jungen angerufen, der völlig verzweifelt ist, weil er und seine Schwester gerade von ihren eigenen untoten Eltern angegriffen werden. Da sitzt jedes Wort! Gänsehaut!

Übrigens: Wer mal in den Genuss einer Voss'schen Lesung gekommen ist, den brauche ich nicht mehr zu überzeugen, denn der weiß: Vincent Voss ist ein genialer Vorleser! Allen anderen rate ich: Wenn ihr die Chance bekommt - unbedingt nutzen!

Und überhaupt: Wenn ihr mal wieder Bock auf so einen richtig fetzigen Zombieschmöker habt, dann greift auf jeden Fall zu "Frischfleisch - Nullpersonen". Zombies mitten in Deutschland - das rockt!

Der Roman ist übrigens die Fortsetzung von "Faulfleisch", aber es ist nicht notwendig, das Buch gelesen zu haben, um "Frischfleisch" zu verstehen. Und ich meine: Zombies, alles klar? Ihr kennt die Regeln: Lasst euch nicht beißen, schießt ihnen in den Kopf, legt Vorräte an und lest zur Vorbereitung auf die Zombieapokalypse am besten alle Bücher von Vincent Voss, aber dieses hier auf jeden Fall. Dann habt ihr eine Chance.

Ich kann nicht anders,
auch diesem Voss-Werk gebe ich die volle Punktzahl:
5 von 5 blutverschmierten Sternen!

Das Buch gibt es überall und ganz besonders hier direkt vom Verlag Torsten Low im Onlineshop.

Freitag, 30. Dezember 2016

Das war mein Jahr 2016


Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt  / pixelio.de
Was war das für ein Jahr! 2016 war schon ganz schön anstrengend, privat und beruflich und ganz allgemein in der Welt, und ich glaube, das geht vielen so, wenn ich mich umhöre - aus den verschiedensten Gründen. Es ist eine Menge Unschönes, Trauriges, Entsetzliches, Ärgerliches und Bescheuertes passiert, aber darüber haben schon so viele andere geschrieben, da will ich mich mal auf das konzentrieren, was ich gut fand in diesem Jahr, und erzähle euch in meinem Jahresrückblick, was mir persönlich Gutes widerfahren ist.



Das Schreiben

Cover von Jacqueline Spieweg
Das ist so ein Knackpunkt in meinem Jahresrückblick. Richtig viel habe ich nämlich leider nicht geschrieben. Fertig geschrieben und veröffentlicht habe ich überhaupt nur eine einzige Kurzgeschichte, aber mit der bin ich sehr zufrieden. Es handelt sich um eine bösartige SciFi-Story mit dem schönen Titel "Rent a Body, Inc.". Sie erschien im Oktober in der Anthologie "Bloody Qindie: Besessen". Hier hatte ich seinerzeit eine Leseprobe veröffentlicht. Ich habe mittlerweile einige der Geschichten aus diesem hübschen Buch gelesen und finde sie richtig gut. Besonders "Der Jenseitsapparat" von matì hat es mir angetan. Wer neugierig geworden ist - hier gibt es das eBook und hier das Taschenbuch. Ich bedanke mich im Namen von Qindie.

Ansonsten haben sich Anfänge, überarbeitungsbedürftige Rohfassungen und Plotideen auf meiner Festplatte angesammelt, und ich habe mir fest vorgenommen, einige davon im kommenden Jahr erfolgreich abzuschließen.

Buchmessen 2016

Am Qindie-Stand auf der LBM
Auch in diesem Jahr hatte ich wieder das Vergnügen, die zwei großen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt zu besuchen. Jede Messe hat ihren Reiz, und jede erlebe ich anders.

In Leipzig verbrachte ich mehrere Tage, wohnte in der Qindie-Autoren-WG, machte Standdienst am Qindie-Stand in Halle 5 und war eine der Autoren, die die wohl coolste Lesung der LBM in der wohl gemütlichsten Location Leipzigs, der Soupbar Summarum, bestritten. Constantin Dupien, Herausgeber der Kult-Anthologie-Reihe "Mängelexemplare", hatte gerufen, und sie kamen alle. Mein persönliches Highlight war Michael Marrak, den ich seit der Lektüre von "Lord Gamma" verehre und der im vierten Band der Reihe vertreten ist. Ich als Mitautorin von Band 1 und 2 darf mich nun also als Kollegin von Michael Marrak bezeichnen und konnte mir bei der Gelegenheit meinen "Lord Gamma" signieren lassen und nahm mir gleich noch eine signierte Ausgabe von "Morphogenesis" mit.

Eröffnungsfeier FBM 2016 - Für das Wort & die Freiheit
Frankfurt beginnt für mich seit Jahren immer mit der Eröffnungsfeier am Dienstag, bei der von hohen Vertretern aus Kultur und Politik Deutschlands und des jeweiligen Gastlandes Reden gehalten werden und anschließend der Gastpavillon eingeweiht wird. Dieses Jahr waren die Niederlande mit Flandern dran. Den Pavillon fand ich nicht so spannend, aber es hatte was, die Royals beider Königreiche in natura zu sehen! Donnerstag und Freitag verbrachte ich auf dem Messegelände und traf ganz viele liebe Buchmenschen: Autoren, Verleger, Lektoren und viele mehr. Es wird von Jahr zu Jahr familiärer und schöner, und ich nahm zum ersten Mal bewusst wahr, wie gut ich doch mittlerweile vernetzt bin in der Buchwelt.

Ein besonderes Highlight war aber der BuCon am Samstag, den ich in diesem Jahr erstmals als Mitausstellerin erlebte - gemeinsam mit Qindie hatten wir einen eigenen Tisch und freuten uns über so viel positives Feedback und offenes Interesse an unseren Büchern und unseren Aktivitäten als Autorenkorrektiv. Auf dem BuCon trat auch das Qindianische Quartett erstmalig auf: David Pawn, Katharina Gerlach, matì und meinereiner lasen abwechselnd aus unseren Werken vor und erstaunten und begeisterten ein kleines, feines Publikum mit der Vielfalt unserer Geschichten.

Ein Platz auf der Shortlist

Hab mich gerade auf der Midlist entdeckt!
Das war wirklich eine unglaubliche Erfahrung. Insgeheim träumt wohl jeder Autor davon, mal für einen Preis nominiert zu sein. Ich erlebte das 2016. Ausgerechnet mit meinen Schauermärchen schaffte ich es bis auf die Shortlist des Skoutz Award - unter die besten drei in der Kategorie Horror. Dass ich es auf die Midlist geschafft hatte, erfuhr ich bereits im März auf der Leipziger Buchmesse. Meine Shortlist-Nominierung wurde bekanntgegeben, als ich gerade im Sommerurlaub war. Und die Gala mit Verkündung der Gewinner fand in Frankfurt zur Buchmesse statt. Am Ende gewann Simon Geraedts mit seinem Roman "Das Opfermesser". Aber das ist okay. Ich hätte nie gedacht, dass ich es mit einer Kurzgeschichtensammlung überhaupt so weit schaffen würde. Dritter Finalist war übrigens Vincent Voss mit "Wasser" - was ist das für eine Ehre, mit einem Autoren, den man selbst total bewundert, für denselben Preis nominiert zu sein! Skoutz bleibt für mich auch 2016 ein Thema, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Menschen 2016

Genau, Menschen. Ich habe die Zusammenarbeit mit "meinen" Autoren wieder sehr genossen. Und ich verfolge die Entwicklung ihrer Bücher sehr aufmerksam. Es macht mich stolz zu sehen, wie viele tolle Rezensionen Melissa David für ihre Vampirromane "Kruento" erhält oder wie begeistert die Fans von Bella Lamour/Annabelle Schiller sind, wenn sie wieder ein neues Buch herausbringt. Aber auch Sachbuchautorinnen wie Barbara Costa oder Autorinnen romantischer Romane wie Kathrin Fuhrmann verblüfften mich immer wieder aufs Neue mit ihrer Produktivität und ihrer Kreativität. Meine persönliche Entdeckung 2016 war übrigens das Debüt von Thor Ansell. "Pandemie" ist ein richtig spannender, apokalyptischer Pageturner, der das Kopfkino ständig befeuert. Das hat mich begeistert und verdammt viel Spaß gemacht!

Vorschau - was kommt 2017?

Tja, geplant habe ich einiges. Ob und wieviel ich davon am Ende umsetze - wir werden sehen. Drückt mir die Daumen, dass ich ein paar meiner Schreibprojekte zum Abschluss bringe und euch endlich mit neuen dunklen Geschichten und Schauermärchen Gänsehaut bereiten kann. Es mangelt nicht an Ideen, nur an Zeit, und die muss ich mir unbedingt nehmen! Außerdem steht ein spannendes Projekt an, über das ich bestimmt bald Einzelheiten verraten werde. Und bei Skoutz wartet eventuell noch eine weitere Herausforderung auf mich - auch dazu demnächst mehr!

Es bleibt spannend, und ich würde mich sehr freuen,
wenn ihr mich auch im nächsten Jahr auf meinem Weg begleitet!

Bild: momosu  / pixelio.de


Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch
und für das neue Jahr viel Erfolg, Gesundheit und Glück
und stets ein gutes Buch zur Hand!

Dienstag, 18. Oktober 2016

Die 68. Frankfurter Buchmesse ist eröffnet!

Es ist wieder soweit. Frankfurt befindet sich im Messefieber. Im Buchmessefieber. Verfolgt man die sozialen Medien, bekommt man jedoch schnell den Eindruck, ganz Deutschland befindet sich im Buchmessefieber! #FBM16 und #Buchmesse sind die Trendthemen bei Twitter und Facebook. Die einen freuen sich wie verrückt, dabei sein zu können, die anderen jammern und trauern, dass sie es nicht sind. Dazwischen gibt es wenig. Buchmenschen lässt die Buchmesse eben nicht kalt.

Dit is wat we delen - Dies ist, was wir teilen

Willem-Alexander, Mathilde & Philippe
Ich hatte heute wieder das Glück, als eine der ersten Buchmesseluft zu schnuppern, denn ich war erneut zur Eröffnungsfeier eingeladen. Die hatte in diesem Jahr einen besonderen Bonus - einen königlichen. Denn als Gastland bzw. -länder präsentieren sich die Niederlande und Flandern, das ja zu Belgien gehört und Teil des belgischen Königreichs ist. Dementsprechend gaben sich die beiden königlichen Staatsoberhäupter die Ehre: Seine Majestät König Willem-Alexander und Seine Majestät König Philippe von Belgien zusammen mit seiner Frau Königin Mathilde.

Vor der Zeremonie im Saal Harmonie hatten wir keine Chance, an die Royals heranzukommen. Aber später, als sie den Gastpavillon feierlich eröffneten, kam ich doch noch recht nah und konnte Mathildes elegantes Outfit bewundern und ein paar vernünftige Fotos machen.

Für das Wort und die Freiheit

Der Festakt im Saal Harmonie war wirklich schön. Jürgen Boos von der Frankfurter Buchmesse, Heinrich Riethmüller vom Börsenverein, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann und der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, waren die deutschen Redner. Danach folgte eine beeindruckende, mitreißende Rede von Martin Schulz, dem Präsident des Europäischen Parlaments - übrigens ein gelernter Buchhändler und begeisterter Bücherwurm. Danach sprachen die Vertreter der Gastländer:
  • Geert Bourgeois – Ministerpräsident der Flämischen Regierung und Flämischer Minister für Außenpolitik und Kulturerbe
  • Dr. Jet Bussemaker – Niederländische Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft
  • Charlotte van den Broeck und Arnon Grünberg – Autoren des Ehrengastes Flandern & die Niederlande
"Kann es Literatur ohne Scham geben?"

Das Motto der Gastländer Niederlande & Flandern
Die beiden Autoren boten eine Art szenische Lesung dar, bei der sie abwechselnd einen wunderschönen Text mit dem Titel "Ohne Nabel" vortrugen. Darin ging es um Scham, um Liebe, um die Idee von einem Vaterland und die Frage nach der eigenen Identität. Sie lasen es auf deutsch vor, und es kam dank ihres Akzentes sehr sympathisch rüber. Ansonsten dominierten die großen Themen auch hier: Meinungsfreiheit, Fremdenfeindlichkeit, die Flüchtlinge, die politische Situation in der Türkei und der immer deutlicher werdende Rechtsruck in Europa mit der einhergehenden drohenden Spaltung. Sehr bewegend fand ich, als Riethmüller die Botschaft einer in der Türkei inhaftierten Autorin verlas. Dafür gab es spontan und leidenschaftlich viel Applaus.

Buchkunst made in Flandern
Was den Gastpavillon selbst betrifft - nun, er ist natürlich eingeweiht worden. Es gab Live-Musik, die Royals machten, gefolgt von einer Schar aus Journalisten und Fotografen, ihren obligatorischen Rundgang, es wurden viele Bücher präsentiert, darunter ein paar wirklich schöne Exemplare, und das Essen war extrem lecker (belgische Pommes frites, Matjes-Häppchen, Käsebällchen und Poffertjes). Aber mehr kann ich dazu gar nicht sagen. Mitgerissen oder auf irgendeiner Ebene begeistert hat der Pavillon mich nicht. Er war ziemlich nüchtern gestaltet mit viel freier Fläche auf gepflastertem Steinfußboden. Es gab einige Sitzgelegenheiten, Raumteiler aus so einer Art Acrylglas und drumherum halbtransparente Stoffbahnen vom Boden bis zur Decke. Die Farbe Blau dominierte, und insgesamt war es sehr dunkel. Nein, irgendwie mag ich den Gastpavillon in diesem Jahr nicht.

Aber dennoch konnte ich ihn schon spüren, den Geist der Buchmesse. Nun freue ich mich auf meine Messetage am Donnerstag und Freitag. Ich werde wieder als Bloggerin mit Presseticket unterwegs sein und unter anderem live erleben, wie am Donnerstag Nachmittag der diesjährige Gewinner des Amazon Kindle Storyteller Awards verkündet wird. Da sich unter den fünf Shortlist-Kandidaten meine liebe Autorenkollegin Melisa Schwermer befindet, mit der ich im vergangenen Jahr eine gemeinsame Lesung bestreiten durfte, ist klar, für wen ich die Daumen drücke.

Also, ihr Lieben,
die Frankfurter Buchmesse 2016 wurde erfolgreich eröffnet,
ihr könnt ab morgen alle kommen.
Wir sehen uns!

Mittwoch, 12. Oktober 2016

31. Buchmesse Convent am 22.10.2016

Liebe Fans und Freunde der phantastischen Literatur, zur Einstimmung teile ich heute mal die offizielle Ankündigung zum BuCon 2016. Seid ihr dabei?

Stars der Fantasy in Dreieich - 31. Festival der phantastischen Literatur zur Frankfurter Buchmesse

Deutsche Science Fiction & Fantasy-Literatur-Szene trifft sich in Dreieich-Sprendlingen bei Frankfurt/Main zum 31. Buchmesse Convent - Kooperation mit den Bürgerhäusern Dreieich - Phantastische 56 Stunden Programm an einem Tag

Frankfurt/Dreieich. Zum 31. Mal treffen sich Fans von Science Fiction & Fantasy auf dem Buchmesse Convent (BuCon), Deutschlands führender Independent-Convention für phantastische Literatur. Dieses von der Messe unabhängige Festival des phantastischen Genres mit über 700 Besuchern findet am 22. Oktober 2016 und damit wie gewohnt parallel zur Frankfurter Buchmesse statt.
"Wir mögen zwar nicht so bekannt sein wie die große Buchmesse, aber viele der Autoren, die bei uns vor Jahren zum ersten Mal zu Gast waren, liegen heute auf den Bestsellerständern der großen Buchhandlungen", sagt Roger Murmann vom Organisationsteam. Prominente Gäste sind Grimmepreisträger und "Bernd-das-Brot"-Erfinder Tommy Krappweis, Markus Heitz, Kai Meyer, Tom Finn, Bernhard Hennen, Ivo Pala, Juliane Honisch, TS Orgel, Karsten Kruschel, Bernd Perplies,
Christian Humberg, Andrea Bottlinger, der Karl May Verlag, Thomas le Blanc, P.E.Jones, Oliver Plaschka und viele andere Top-Autoren der deutschsprachigen Phantastik-Szene. Ebenfalls vertreten ist die größte Science Fiction Serie der Welt, Perry Rhodan.
Auf phantastischen sieben mehrstündigen Programmschienen im Bürgerhaus und seinen Nebengebäuden mit Lesungen, Präsentationen und Diskussionsrunden bieten die Veranstalter für jeden etwas. Autogramm- und Signierwünsche werden gerne (und vor allem kostenlos) erfüllt. Der Unterschied zum "großen Bruder" Buchmesse liegt denn auch darin, dass hier Fans den Autoren auf Augenhöhe begegnen und man im lockeren Umgangston das "Du" pflegt.
Im Foyer bieten Zeichnertische optische Kontraste. Eine Ausstellung widmet sich dem Titelbild-Illustrator Timo Kümmel.
Als besondere Ehre wurde der Buchmesse Convent in diesem Jahr mit dem renommierten "Kurd-Laßwitz-Preis" ausgezeichnet, welcher jährlich von Deutschlands Literaturschaffenden im phantastischen Genre vergeben wird (www.kurd-lasswitz-preis.de).
Veranstalter ist eine erfahrene Gruppe langjähriger, in der Phantastik-Szene aktiver Fans in Kooperation mit dem Science Fiction Treff Darmstadt, dem Science Fiction Club Deutschland e.V. (gegr. 1955), sowie dem Jugendclub WIRIC im Bürgerverein Buchschlag e.V. und den Bürgerhäusern Dreieich.
Es wird demonstriert, dass utopisch-phantastische Literatur nicht zwangsläufig trivial sein muss. Bereits George Orwell, H.G. Wells und Jules Verne boten in ihren Werken Visionen und Voraussagen, die heute zur alltäglichen Realität gehören. Und werke, wie das Fantasy-Epos "Der Herr der Ringe" des englischen Professors J.R.R. Tolkien zählen heute zur Weltliteratur, während die Verfilmung von George R.R. Martins Meisterwerk "Game of Thrones" Millionen TV-Zuschauer vor die Fernsehschirme zieht. Natürlich darf aber auch der unterhaltende Spannungsroman nicht fehlen. Die Veranstalter zeigen, dass trotz des aktuellen "Star Wars"-Booms das phantastische Buch nicht tot ist,
sondern durch den Einsatz moderner Technik, sowie der Möglichkeiten des Internets gerade heute wieder eine ungeahnte Renaissance erlebt. Gerade in Deutschland kann Science Fiction und Fantasy im Selfpublishing-Bereich ein durchaus eigenständiges, vom anglo-amerikanischen Raum unabhängiges Profil vorweisen. Der Buchmesse Convent präsentiert die gesamte Bandbreite, vom Groschenroman bis zum bibliophilen Werk. Fan-Sein bedeutet nicht sturer Konsum, sondern kritische Auseinandersetzung mit dem Autor und seinem Werk. Wohl nirgendwo anders ist die bundesdeutsche Science Fiction- & Fantasy-Autoren & -Leserszene so lebendig, als auf dieser messeunabhängigen Traditionsveranstaltung. Kostümierte Besuchermassen wird man auf dieser literarisch orientierten Veranstaltung allerdings vergeblich suchen.
Höhepunkte der Convention sind traditionell die Verleihung des vom BuCon-Team vergebenen "BuCon-Ehrenpreises", sowie des "Deutschen Phantastik Preises" (DPP), der in mehreren Kategorien per Internetabstimmung (www.deutscher-phantastik-preis.de) ermittelt wird.
Wie jedes Jahr, kommt man bereits am Freitag, den 21.10., ab 20 Uhr zum Einstimmungstreffen zusammen. Den Ort findet man auf der Homepage. Am Samstag, den 22.10., ist ab 10 Uhr Einlass. Der Eintritt beträgt an der Tageskasse 10 Euro, Ermäßigungen sind möglich. Das Ende des Convents ist für 20 Uhr vorgesehen. "Convention Center" ist das Bürgerhaus in Dreieich-Sprendlingen, Fichtestrasse 50.
Begleitet wird die Veranstaltung von einer gut sortierten Phantastik-Börse. Zahlreiche Kleinverlage, Autoren und Buchhändler füllen jede Lücke im Bücherregal auf.
Informationen, sowie eine ausführliche Programmübersicht findet man im
Internet unter der Adresse: http://www.buchmessecon.de
...oder im Sozialen Netzwerk Facebook
Fanseite: http://www.facebook.com/BuchmesseConvent
Fangruppe: https://www.facebook.com/groups/buconfans
Eine Fotogalerie zum vergangenen BuCon 2015 findet man hier:
https://flic.kr/s/aHskjassXf

Kontakt:
Roger Murmann
Wilhelm-Leuschner-Str.17
64859 Eppertshausen
Telefon 06071/38718 bzw. 01577/3885981
e-mail: buchmessecon@gmx.de
oder
Christian de Ahna
Postfach 301103
63274 Dreieich
Telefon 0178/6978501
e-mail: wiric@gmx.net

Dienstag, 27. September 2016

Qindie auf dem BuCon 2016

Der Buchmesse-Countdown hat begonnen, und überall fangen die Verlage, Autoren und viele weitere Buchmenschen an zu wuseln und sich auf die Frankfurter Buchmesse und den Buchmesse Convent vorzubereiten.

Damit ihr auch schon einmal mit dem Herumwuseln anfangen könnt, habe ich hier einen ganz wichtigen Termin für euch:

Samstag, 22. Oktober 2016
14 Uhr
Deep Space 4

Unwissende werden fragen: Häh? BuCon-Kenner jedoch werden Oh! und Ah! rufen und es sich gleich mal in ihre Terminkalender eintragen. Denn dann werden vier Autoren von Qindie sich auf dem BuCon die Ehre geben und dem geneigten Ohr eine knappe Stunde lang feinste phantastische Literatur vorlesen. Mit dabei sind:

ma
Katharina Gerlach
David Pawn
und ... ich!

 
Wir bilden sozusagen das Qindianische Quartett! Es gibt eine feine Mischung aus Zeitreise-Scifi, orientalisch angehauchter Fantasy, Magie in bester Harry-Potter-Manier und schaurig-schönen Märchen für Hartgesottene.

Also, liebe BuCon-Besucher und Interessierte, fahrt am Messesamstag nicht auf die hoffnungslos überfüllte FBM, wenn ihr euch eigentlich nur für Fantasy, SciFi, Horror & Co. interessiert. Kommt lieber nach Dreieich-Sprendlingen ins Bürgerhaus und genießt die familiäre Atmosphäre, die Nähe zu Verlegern, Autoren und Gleichgesinnten. Nirgendwo sonst werdet ihr so nah an eure Lieblingsautoren herankommen! Es gibt Kuchen, Kaffee, Bier und Sekt und viele, viele Bücher, und abends wird der Deutsche Phantastik Preis verliehen - ist das was, oder ist das was?

Vor und nach unserer Lesung begrüßen wir euch gern an unserem Stand, denn Qindie wird in diesem Jahr erstmals als Aussteller auf dem BuCon vertreten sein.

Wir freuen uns auf euch ... und so langsam steigt bei mir die Aufregung ...


Dienstag, 14. Oktober 2014

Nachlese: FBM und BuCon 2014


Mit Lisa Frank von Bookrix

Und da ist sie auch schon wieder vorbei, die wohl schönste Messe Frankfurts. Mir jedenfalls hat sie auch in diesem Jahr wieder ausgesprochen gut gefallen. Ich verbrachte den Donnerstag und Freitag auf dem Gelände und konnte nicht nur einiges an Souvenirs einsammeln, sondern hatte vor allem die Gelegenheit, viele Gleichgesinnte zu treffen, um mit ihnen über das zu schwatzen, was uns allen so sehr am Herzen liegt: Bücher und Geschichten, insbesondere die Art und Weise, wie jeder von uns diese Geschichten schreibt und was er oder sie anstellt, um diese Geschichten auch an den Leser zu bringen.

Narcissus – der Neue im SP-Markt

Mit Hilke-Gesa Bußmann traf ich mich am Donnerstagnachmittag in Halle 8.0. Ich ging zu Fuß von Halle 3.0 aus dorthin und weiß jetzt, wie groß die Frankfurter Buchmesse wirklich ist! Hilke arbeitet seit diesem Jahr für Narcissus, einen neuen Player auf dem deutschen Markt für Self-Publishing. Narcissus kommt aus Italien, wo es quasi einer der Marktführer in Sachen eBook-Distribution ist. Dort wird ein Großteil der unabhängig publizierten eBooks über Narcissus vertrieben. Eines der am meisten verkauften eBooks in Italien (mehr als 1,5 Mio. Verkäufe) ist ein Reisebuch, das über Narcissus veröffentlicht wurde.

Hier in Deutschland muss Narcissus sich erst einmal gegen die "etablierten" Distributoren wie neobooks oder Bookrix behaupten. Das sei in den ersten paar Monaten auch eher schleppend verlaufen, wie Hilke berichtete. Doch mittlerweile laufe das Geschäft für Narcissus Deutschland recht gut an. Immer mehr Self-Publisher wählen den Neuen im Markt für die Verbreitung ihrer Buchprojekte. Ich selbst liebäugele auch schon eine Weile mit diesem Distributor, und Hilke lieferte auch gleich ein schlagkräftiges Argument pro Narcissus: Sie agieren vollkommen unabhängig, gehören auch nicht anteilsmäßig zu irgendeinem Verlagshaus, und daran solle sich auch zukünftig nichts ändern, so erklärte Hilke mir. Wenn sie vielleicht tatsächlich eines Tages, so zumindest ein Gedanke bei Narcissus, auch Print anbieten, und zwar mit Anbindung an den stationären Buchhandel, dann hätten sie einen unschlagbaren Vorteil. Aber das ist noch Zukunftsmusik, und bis dahin werden sich sicherlich auch die Wettbewerber weiterentwickeln.

Ich habe Hilke-Gesa Bußmann als eine äußerst sympathische, liebe Person kennengelernt, die mit voller Leidenschaft hinter dem steht, was sie macht, sei es die Arbeit für Narcissus, die Kooperation mit Matthias Matting bei der Selfpublisher-Bibel oder ihre eigenen Buchprojekte wie die Weltentaucher-Saga oder das geplante multimediale Reisebuch über ihr Lieblingsland Schottland.

Bookrix – unter Verlagsfittichen, aber frei wie ein Vogel

Am Freitag hatte ich einen Termin mit Lisa Frank, Director Community Management & Support bei Bookrix. Wir trafen uns am Stand von Bastei Lübbe, denen seit diesem Frühjahr die Community für Autoren und Leser mehrheitlich gehört.

Emily Bold in der SP Area
Ich bin ja selbst Mitglied bei BX, mein Nickname dort lautet "windjaeger". Ich freute mich, dass Lisa mich gleich zuordnen konnte und mich auch so ihrem Kollegen Johannes vorstellte. Ich gestand ihr, dass ich seit dem Relaunch der Seite Anfang 2013 nicht mehr besonders aktiv dort bin, weil ich mich nicht mehr so heimisch fühle. In der Tat hat es in jener Zeit eine Menge Umstrukturierungen im Hause Bookrix gegeben, der Relaunch war nur die gut sichtbare Spitze des Eisberges. Mittlerweile gehören sie also zu Bastei Lübbe, das BX-Team besteht aus 8 Leuten, die sowohl die deutsche als auch die amerikanische Community betreuen, die aus einer halben Million Usern besteht. Allerdings sei von dieser Zugehörigkeit kaum etwas zu spüren, so Lisa. Der Verlag lasse Bookrix freie Hand bei der Gestaltung und Verwaltung sowie bei Aktionen mit Lesern und Autoren.

Zu Lisas Aufgaben gehört es unter anderem, neue für den Verkauf via BX eingestellte Bücher zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen, falls bestimmte Richtlinien und Vorgaben nicht eingehalten werden. Sie nimmt den Kontakt zur Community sehr ernst, kommuniziert täglich mit den Mitgliedern, beantwortet Anfragen und hält ständig Ausschau nach besonderen Büchern, die es wert sind, durch BX speziell gefördert zu werden. Darin sieht Lisa auch das unschlagbare Argument für Bookrix: Nicht nur die Margen seien hier besonders gut kalkuliert, auch der Support sei wesentlich besser, weil direkt und persönlich. Darüberhinaus fördert BX die Sichtbarkeit der eBooks durch Produktoptimierung, schaltet auch schon mal Anzeigen bei XTME oder unterstützt ausgewählte, vielversprechende Autoren bei Korrektorat, Lektorat und Covergestaltung.

Das klang alles sehr vorbildlich und machte mir Lust, mich doch einmal wieder mehr mit Bookrix zu beschäftigen. Dieses Gespräch, das gefühlte zwei Stunden dauerte, war superinteressant, und Lisa stellte sich ebenfalls als eine unglaublich nette, herzliche Person heraus, die ihren Job liebt und mit Leidenschaft für Bookrix arbeitet.

Souvenirs und Erinnerungen

Was das Leser-Sammler-Herz begehrt

Was bleibt, sind die Erinnerungen an einige wunderbare Begegnungen mit wundervollen Büchermenschen, sei es der Verleger, der stolz über neu gewonnene Autoren berichtet, sei es die Autorenkollegin, die ich per Zufall bei einer der zahlreichen Veranstaltungen zum Thema Selfpublishing in Halle 3.1 traf. Eines der Highlights war sicherlich mein Treffen mit Stefanie Maucher, auch so eine richtig liebenswerte Autorenkollegin, die extra aus Leipzig anreiste, um sich den Frankfurter Messestress zu geben. Durch Stefanie lernte ich dann noch die Autorin Katja Piel und die süße Mel Döring kennen, eine Bloggerin, die genau wie ich bei Qindie mitmischt. Mir gefiel unsere "bierselige" Runde draußen vor Halle 3!

Aber ich schleppte auch ordentlich Give-aways mit nach Hause. Das kurioseste war wohl eine einzeln verpackte Tofu-Salami, die es anlässlich einer frisch erschienenen Krimi-Anthologie mit dem Titel "Tod und Tofu" gab. Das war zwar mal eine originelle Abwechslung, aber leider weit entfernt von lecker. (Wieso, frage ich mich da jedes Mal wieder, wieso essen Menschen, die freiwillig auf den Genuss von Fleisch verzichten, Produkte, die aus Tofu hergestellt werden und den Geschmack und die Form von Fleisch nachahmen – beides aber komplett verfehlen?)

Ansonsten füllte ich vor allem am Freitag meine Bastei-Lübbe-Tasche mit reichlich Leseproben, Lesezeichen, Kulis, Buttons, Notizblöcken und manch anderem Krimskrams. Ich selbst brauche das alles nicht, aber ich weiß, dass sich viele, viele Bücherfans danach die Finger lecken. Also werde ich meine gesammelten Souvenirs die Tage hier im Blog noch verlosen. Augen auf, ihr Lieben!

Samstag: Auf zum BuCon

BuCon: Die Gewinner der Storyolympiade

Wer die Frankfurter Buchmesse kennt, weiß, dass diese erst ab Samstag für das Publikum geöffnet wird, und dann kommen sie tatsächlich in Massen angerannt. Ich kenne es nur vom Hörensagen, denn ich habe stets auf kluge Menschen gehört, die mir davon abrieten, die FBM am Wochenende zu besuchen. Das war aber auch gar nicht nötig, denn ich hatte am Samstag einen ganz anderen Termin auf dem Kalender: den Buchmesse Convent in Dreieich-Sprendlingen. Diese kleine, feine Buchmesse, die sich auf phantastische Literatur spezialisiert hat und auf der alljährlich der Deutsche Phantastik Preis verliehen wird, findet schon seit Jahren – ach was, seit Jahrzehnten! – in meiner unmittelbaren Nachbarschaft statt, und ich war trotzdem noch nie da gewesen. Das wollte ich jetzt endlich ändern. Und es hat sich gelohnt.

Der BuCon dauert nur einen Tag und verzeichnet um die 500 bis 600 Besucher. Er besteht aus einer übersichtlichen, aber hochkarätig besetzten Fachausstellung von 40 Kleinverlagen und Vereinen und bietet außerdem ein vollgepacktes Programm mit Lesungen und Vorträgen. Das Schöne hier war wirklich, dass ich auf dem BuCon die Leute persönlich treffen konnte, die sich in genau den Genres bewegen, in denen auch ich mich zu Hause fühle. Ich freute mich über ein Wiedersehen mit Steffen Janssen (Luzifer-Verlag) und Schemajah Schuppmann (Papierverzierer-Verlag), deren Tische direkt nebeneinander standen. Auch die liebe Grit Richter vom Art Skript Phantastik Verlag war vor Ort und sprühte wie immer vor Energie. Endlich lernte ich auch Jürgen Eglseer persönlich kennen, in dessen Amrûn-Verlag die "Mängelexemplare: Dystopia" im Frühjahr erschienen. Er war auch zu meinen Söhnen, die ich mitgebracht hatte, superfreundlich und schenkte ihnen spontan ein Kinderbuch aus seinem Programm. Ich fand es herrlich, so gemütlich und auf Augenhöhe mit so vielen Gleichgesinnten zu sein, die ich bisher nur aus dem Internet und von Facebook & Co kannte, wenn überhaupt.

Grit Richter in ihrem Element

Ich denke, den BuCon werde ich ab sofort als festen Termin im Jahresplan notieren. Freunden der phantastischen Literatur in all ihren Facetten kann ich die kleine Schwester der Frankfurter Buchmesse jedenfalls empfehlen.

Ich verabschiede mich hochzufrieden und hochmotiviert vom diesjährigen Buchmesse-Zirkus! Und nicht vergessen: Stay tuned for the big FBM-Souvenir-Gewinnspielaktion!

P. S. Zwei interessante Prognosen möchte ich nicht unerwähnt lassen: Die eine betrifft den Buchmarkt an sich. Ein italienischer Experte soll vorausgesagt haben, dass im Jahr 2020 bereits 75 Prozent aller Autoren Self-Publisher sein werden. Die andere Prognose betrifft die Entwicklung der Trends in der Horrorszene. Ein Insider verriet mir, dass er erwartet, dass die klassische Spukgeschichte, angereichert mit modernen Elementen und originellen Wendungen, die noch dominierenden Zombiegeschichten und ultrabrutalen Torture-Porn-Stories ablösen wird. Das käme mir sogar sehr recht, denn dann könnte ich mein geplantes Romandebüt ja sehr passend platzieren (wenn ich es denn rechtzeitig zur Trendwende fertig kriege …).