Dienstag, 8. September 2020

2020 - Das Buchmessejahr ohne Buchmesse

Originalfoto: RainerSturm  / pixelio.de
Tja,  jetzt hat es also auch die Frankfurter Buchmesse erwischt. Ich bin nicht wirklich überrascht, hatte mit einer solchen Nachricht schon irgendwie täglich gerechnet.

Dennoch hatte die FBM bis zuletzt an dem Vorhaben festgehalten, die Veranstaltung inklusive Ausstellung in den Messehallen stattfinden zu lassen. Gerade erst letzte Woche hatte ich meine Presse-Akkreditierung rausgeschickt. 

Vorhin zwitscherte es mir schon auf Twitter entgegen: Die #FBM20 wurde abgesagt!


Gut, ganz so stimmt das nicht. Die Live-Events auf der ARD-Buchmessenbühne in der Festhalle werden stattfinden, ebenso das BOOKFEST city mit rund 80 Veranstaltungen in der ganzen Stadt und das BOOKFEST digital. Was aber definitiv nun doch nicht stattfindet: die sogenannte "klassische Hallenausstellung". Für mich war das immer das Wichtigste an der ganzen Buchmesse, das Herzstück quasi.

Ich hatte wirklich vor hinzugehen. Mit Maske, Handdesinfektion und Abstand. Ich wäre entweder als akkreditierte Bloggerin oder Fachbesucherin aufgetaucht. Ich hätte dieses Jahr sogar zwei befreundete Autoren von Qindie live vor Ort unterstützt, die erstmals auf der FBM einen eigenen Stand gebucht hatten. Standdienst auf der FBM - mittendrin wäre ich gewesen.

Der Grund ist natürlich wieder einmal die berühmt-berüchtigte Pandemie, unter der in diesem Jahr wirklich alles und jeder zu leiden hat. Wegen diverser aktuell geltender Reisebeschränkungen könnten etliche Aussteller aus dem Ausland ihre geplanten Stände nicht bewirtschaften. Außerdem tritt am 1. Oktober 2020 die Quarantäneverordnung in Kraft, die wohl die Teilnahme von europäischen Ausstellern und Fachbesuchern quasi unmöglich macht.

Messeluft wird also in Frankfurt in diesem Jahr nur digital geschnuppert oder - wenn man an die Tickets dafür kommt oder sich rechtzeitig online registriert - bei den oben erwähnten Live-Events.

Nun gut, auch wenn es mich nicht überrascht, frustriert es mich dennoch irgendwie. Auch der BuCon findet schon ausschließlich digital statt, die Leipziger Buchmesse im nächsten Jahr wurde in den Mai verschoben. Alles ist anders, und inzwischen glaube ich, es wird auch in der Welt der Buchmessen nie mehr so sein, wie es mal war.

Da bleibt uns nichts anderes übrig, als das Beste daraus zu machen. Als erste Maßnahme könnten wir ja mal den schönen Hashtag #buecherhamstern entstauben und erneut mit buchigem Leben füllen.

Das Buchmessejahr 2020 ist für mich jedenfalls endgültig durch. Blicken wir also nach vorne - und lesen wir Bücher, denn dafür hätten wir jetzt noch ein bisschen mehr Zeit.

P. S. Übrigens ist die Teilnahme an sämtlichen Veranstaltungen rund um das BOOKFEST kostenlos. Ab Mitte September gibt es das Programm. Und parallel findet auch noch die Veranstaltungsreihe Open Books statt und wird sogar noch erweitert, mit dem Blauen Sofa, zwei Krimiabenden und der Verleihung des Schweizer Buchpreises.

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