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Mittwoch, 10. März 2021

Frankfurter Buchmesse startet Anmeldung für Aussteller*innen

Das liest sich erst einmal vielversprechend. In ihrer jüngsten Pressemitteilung verkündet die Frankfurter Buchmesse den Startschuss für die Anmeldung für Aussteller:innen für die FBM 2021. Es soll also eine richtige Buchmesse stattfinden. So richtig mit Messeständen, Veranstaltungen und Besucher:innen. Live, vor Ort, persönlich! Sicher nicht in dem gewohnten Maßstab vor Corona, aber das erwartet nun wirklich niemand.

Hier habe ich für euch mal den ganzen Artikel. Ich persönlich bin verhalten optimistisch und reserviere mir zumindest schon einmal den 20. bis 24. Oktober 2021 im Kalender "mit Vorbehalt".

Frankfurter Buchmesse startet Anmeldung für Aussteller*innen


Verlage können sich ab jetzt für die 73. Frankfurter Buchmesse (20.-24. Oktober 2021) anmelden. Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2021. Die Messe steht unter dem Motto Wiederbegegnung (re:connect): Sie ist als Präsenzveranstaltung mit ergänzenden digitalen Formaten geplant und kann flexibel an die pandemische Entwicklung angepasst werden. Im Fokus stehen der internationale Rechtehandel und reichweitenstarke Angebote für das Publikum. Als Ehrengast präsentiert sich Kanada.
„Die Frankfurter Buchmesse wird auch 2021 wieder ein wichtiger Ort der Begegnung sein - für die Buchbranche, für Autor*innen und Leser*innen“, betonte Buchmesse-Geschäftsführer Juergen Boos. „Die Branche braucht Austausch und Sichtbarkeit mehr denn je. Wir haben in den letzten Monaten intensive Gespräche mit unseren Kund*innen geführt und ein Messekonzept maßgeschneidert auf die Bedürfnisse unserer Aussteller*innen erstellt. Mit angepassten Teilnahmebedingungen, großzügigen Stornobedingungen und unserem flexiblen Programm wollen wir Aussteller*innen in Deutschland und weltweit die Entscheidung für einen Auftritt in Frankfurt leicht machen. Der Gesundheitsschutz für Aussteller*innen und Besucher*innen steht für uns immer an erster Stelle. Daher planen wir flexibel und können unser Konzept schnell den Anforderungen anpassen.“ Die 73. Frankfurter Buchmesse wird durch Mittel aus dem NEUSTART KULTUR Programm der Bundesregierung gefördert: Diese Förderung wird an die Aussteller*innen weitergegeben, so dass diese mit deutlich günstigeren Standpreisen rechnen können.

Die Präsenzmesse

Geplant ist, die Hallen 3, 4 und 6 sowie das Forum und die Festhalle zu belegen. Das Literary Agents & Scouts Centre (LitAg) wird an neuem Standort in Halle 6.2 zu finden sein. Die innovativen Themenareale der Frankfurter Buchmesse, THE ARTS+ und Frankfurt Audio, werden zentral im Forum, Ebene 0 verortet sein. Die Präsentation des Ehrengastes Kanada bleibt im Forum, Ebene 1. In der Festhalle wird mit der ARD und weiteren Medienpartnern erneut eine große Bühne bespielt – alle Veranstaltungen sollen live gestreamt werden. Mit den Frankfurt Workstations in Hallen 3, 4, 6 und im Forum wurde ein flexibles Präsenzformat entwickelt - die Arbeitsplätze können tageweise angemietet werden. Der Anmeldeschluss für die Teilnahme an der Präsenzmesse ist der 31. Mai 2021.

Digitale Angebote

Parallel dazu arbeitet die Frankfurter Buchmesse an digitalen Formaten: Das Matchmaking-Angebot und die digitale Rechteplattform Frankfurt Rights werden optimiert. Das Konferenzprogramm Frankfurt Conference und das erfolgreiche Networking-Format „The Hof“ sollen weitergeführt werden. Veranstaltungskalender und Ausstellerkatalog werden in der App der Frankfurter Buchmesse und online zur Verfügung stehen. „Wir haben im Anschluss an die Frankfurter Buchmesse 2020 intensive Gespräche mit unseren Kund*innen geführt und sehr wertvolles Feedback erhalten. Wir optimieren unser digitales Angebot auf der Grundlage dieser Rückmeldungen“, sagte Juergen Boos.

Gesundheitsschutz hat Priorität

Die sichere Durchführung der Präsenzveranstaltung ist durch ein detailliertes Hygienekonzept und an die Pandemielage angepasste Rahmenbedingungen gewährleistet: Die Frankfurter Buchmesse plant mit einem großzügigen Hallen-Layout und deutlich verbreiterten Gängen zur Steuerung der Besucher*innen. Die Mindestgröße für Messestände beträgt dieses Jahr 8 statt 4 Quadratmeter. Die damit verbundenen Mehrkosten fallen nicht den Aussteller*innen zur Last, sondern werden durch Mittel aus dem NEUSTART KULTUR-Programm der Bundesregierung finanziert. Alle Messeteilnehmer*innen müssen sich vorab registrieren. Die Zugangszahlen für Besucher*innen werden entsprechend den im Oktober geltenden Infektionsschutzregeln kontrolliert und angepasst: Dazu gehört auch, dass die Frankfurter Buchmesse bereits am Messe-Freitag (22. Oktober 2021) für das Publikum geöffnet sein wird.

Ehrengast Kanada

Unter dem Motto „Singular Plurality“ wird Ehrengast Kanada in diesem Jahr mit einem vielfältigen Programm seine Literatur und Kultur auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren. Mit über 300 geplanten Neuerscheinungen in 248 Verlagen steht der kanadischen Literaturszene ein außerordentlich produktives Jahr bevor. Die kanadische Delegation, bestehend aus gefeierten Autor*innen, Illustrator*innen und Künstler*innen, freut sich darauf, Teil der hybriden Frankfurter Buchmesse im Oktober zu sein. 

Aktuelle Informationen zur Frankfurter Buchmesse gibt es auf der offiziellen Seite.

Dann lasst uns mal die Daumen drücken, denn das Konzept klingt zumindest für mich vernünftig und vor allem machbar. Und dann träume ich gleich mal weiter von einem real stattfindenden BuCon in Dreieich-Sprendlingen ...

Dienstag, 10. November 2020

Wenn die Welt klein wird und bedrohlich

Es ist nun soweit: Die Anthologie, die mitten in der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 entstand, ist nun erhältlich. Es mag zynisch klingen, aber der Zeitpunkt der Veröffentlichung fällt zufällig mit dem vorläufigen Höhepunkt der zweiten Welle und dem "Lockdown Light" zusammen, und das ist ja mal ein Timing, wie es kein Drehbuchautor hätte besser planen können.

Auf jeden Fall ist es höchste Zeit, dass ich eure geschätzte Aufmerksamkeit nun wieder auf dieses besondere Buch lenke.




Wenn die Welt klein wird und bedrohlich - Schreiben aus der Corona-Isolation

Ich konnte selbst leider noch keinen Blick ins Buch werfen, kenne also nur meinen eigenen Beitrag, der euch hoffentlich wieder gefallen wird. Aber die namhafte Liste der beitragenden Autor*innen signalisiert ganz deutlich, dass die Anthologie prall gefüllt ist mit hervorragenden Texten, Essays, Gedichten und Kurzgeschichten. Ich fühle mich jedenfalls sehr geehrt, mich in diese großartige Riege einreihen zu dürfen.

Das Taschenbuch könnt ihr direkt beim Blitz-Verlag bestellen, und ich rate dazu, nicht zu lange zu zögern, denn die exklusive Sammlerausgabe ist limitiert. Das E-Book bekommt ihr bei Amazon und bei Thalia. Da ist also hoffentlich für jeden Interessierten der passende Kanal vertreten.

Übrigens könnt ihr dem Buch neuerdings auf Facebook folgen. Eine ganze Seite wurde ihm gewidmet, und ihr könnt euch dort stets auf dem Laufenden halten, wenn es Neuigkeiten rund um die Anthologie, den Herausgeber Felix Woitkowski und die Autor*innen gibt.

Bleibt bitte gesund, passt auf euch und eure Lieben gut auf
und nutzt die Zeit, um zu lesen - zum Beispiel dieses Buch.


Donnerstag, 15. Oktober 2020

FBM 2020 - Keine Gäste bei Eröffnungsfeier, keine Live-Zuhörer an der ARD-Buchmessenbühne

Corona, Corona und kein Ende. Gestern wurde die diesjährige Frankfurter Buchmesse eröffnet, die 72. mittlerweile. Das Programm mit Lesungen, Interviews und Vorträgen ist prall gefüllt. Und dennoch: Es ist einfach nicht dasselbe. Denn das Publikum muss fernbleiben.

Foto: Marc Jacquemin
Zur Eröffnungsfeier war ich letztes Jahr noch persönlich vor Ort wie schon einige Jahre zuvor. Diese Veranstaltung ist für mich immer eines der Highlights der gesamten Buchmesse gewesen. 250 geladene Gäste hätten dabei sein sollen. Gestern konnte man die Zeremonie lediglich - oder immerhin - per Livestream verfolgen. Justin Trudeau, kanadischer Premierminister und ranghöchster Vertreter des diesjährigen Gastlandes, konnte ebenfalls nicht persönlich aus Kanada anreisen und sprach per Videoübertragung.

Und nun wurde mit Bedauern bekanntgegeben, dass auch die Veranstaltungen der ARD-Buchmessebühne ohne Publikum stattfinden müssen. Die alle Bereiche unseres Lebens dominierende Pandemie hat diesem Plan einen Strich durch die Rechnung gemacht. Angesichts der jüngsten Entwicklungen bei den Infektionszahlen und der Tatsache, dass die Stadt Frankfurt am Main als einer der Corona-Hotspots des Landes gilt, war es wohl nur konsequent und unvermeidbar, dass diese Entscheidung getroffen werden musste.

So bleibt uns weiterhin nur die Möglichkeit, uns zumindest alles per Livestream anzuschauen und anzuhören.

Für das parallel stattfindende Bookfest wurde zuletzt übrigens noch einmal bestätigt, dass alle geplanten Veranstaltungen stattfinden sollen. Die beteiligten Veranstaltungsorte erfüllen die aktuell geltenden Schutzverordnungen des Landes Hessen, die begrenzten Teilnehmerzahlen ermöglichen die Einhaltung der Abstandsregeln. Stand jetzt, wohlgemerkt.

Übrigens wird auch die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels ohne geladenes Publikum stattfinden. Der Laudator, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wird zwar persönlich in der Paulskirche sprechen, der Preisträger jedoch, der indische Wirtschaftsphilosoph Amartya Sen, wird ebenfalls nur zur Preisverleihung zugeschaltet. Man kann der Zeremonie aber live beiwohnen, da die ARD diese am Sonntag, 18.10.2020, ab 10.45 Uhr übertragen wird.

Ich bin ehrlich: Eine rein digitale Buchmesse reizt mich nicht besonders. Da sind bestimmt einige interessante Gäste und Themen vertreten, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen, mich zu Hause an den Laptop oder vor mein Tablet zu setzen und mir das Ganze per Videostream reinzuziehen. Es ersetzt mir nicht das, was die Buchmesse bisher immer für mich war: die Begegnung mit buchaffinen Menschen, der persönliche Austausch, ein Pläuschchen hier, ein Glas Sekt da, gemeinsames Lachen, gemeinsame Kreativität. Es ist einfach so schade, auch wenn ich die Gründe dafür verstehe und mich selbst ebenfalls streng an alle Maßnahmen und Regeln halte. Aber ich sehne mich inzwischen doch sehr nach dem schönen Buchmesse-Feeling, auf das wir alle stets so hingefiebert und das wir so gefeiert haben.

Ob es im nächsten Jahr besser wird? Ich wage derzeit keine Prognose.



Dienstag, 8. September 2020

2020 - Das Buchmessejahr ohne Buchmesse

Originalfoto: RainerSturm  / pixelio.de
Tja,  jetzt hat es also auch die Frankfurter Buchmesse erwischt. Ich bin nicht wirklich überrascht, hatte mit einer solchen Nachricht schon irgendwie täglich gerechnet.

Dennoch hatte die FBM bis zuletzt an dem Vorhaben festgehalten, die Veranstaltung inklusive Ausstellung in den Messehallen stattfinden zu lassen. Gerade erst letzte Woche hatte ich meine Presse-Akkreditierung rausgeschickt. 

Vorhin zwitscherte es mir schon auf Twitter entgegen: Die #FBM20 wurde abgesagt!


Gut, ganz so stimmt das nicht. Die Live-Events auf der ARD-Buchmessenbühne in der Festhalle werden stattfinden, ebenso das BOOKFEST city mit rund 80 Veranstaltungen in der ganzen Stadt und das BOOKFEST digital. Was aber definitiv nun doch nicht stattfindet: die sogenannte "klassische Hallenausstellung". Für mich war das immer das Wichtigste an der ganzen Buchmesse, das Herzstück quasi.

Ich hatte wirklich vor hinzugehen. Mit Maske, Handdesinfektion und Abstand. Ich wäre entweder als akkreditierte Bloggerin oder Fachbesucherin aufgetaucht. Ich hätte dieses Jahr sogar zwei befreundete Autoren von Qindie live vor Ort unterstützt, die erstmals auf der FBM einen eigenen Stand gebucht hatten. Standdienst auf der FBM - mittendrin wäre ich gewesen.

Der Grund ist natürlich wieder einmal die berühmt-berüchtigte Pandemie, unter der in diesem Jahr wirklich alles und jeder zu leiden hat. Wegen diverser aktuell geltender Reisebeschränkungen könnten etliche Aussteller aus dem Ausland ihre geplanten Stände nicht bewirtschaften. Außerdem tritt am 1. Oktober 2020 die Quarantäneverordnung in Kraft, die wohl die Teilnahme von europäischen Ausstellern und Fachbesuchern quasi unmöglich macht.

Messeluft wird also in Frankfurt in diesem Jahr nur digital geschnuppert oder - wenn man an die Tickets dafür kommt oder sich rechtzeitig online registriert - bei den oben erwähnten Live-Events.

Nun gut, auch wenn es mich nicht überrascht, frustriert es mich dennoch irgendwie. Auch der BuCon findet schon ausschließlich digital statt, die Leipziger Buchmesse im nächsten Jahr wurde in den Mai verschoben. Alles ist anders, und inzwischen glaube ich, es wird auch in der Welt der Buchmessen nie mehr so sein, wie es mal war.

Da bleibt uns nichts anderes übrig, als das Beste daraus zu machen. Als erste Maßnahme könnten wir ja mal den schönen Hashtag #buecherhamstern entstauben und erneut mit buchigem Leben füllen.

Das Buchmessejahr 2020 ist für mich jedenfalls endgültig durch. Blicken wir also nach vorne - und lesen wir Bücher, denn dafür hätten wir jetzt noch ein bisschen mehr Zeit.

P. S. Übrigens ist die Teilnahme an sämtlichen Veranstaltungen rund um das BOOKFEST kostenlos. Ab Mitte September gibt es das Programm. Und parallel findet auch noch die Veranstaltungsreihe Open Books statt und wird sogar noch erweitert, mit dem Blauen Sofa, zwei Krimiabenden und der Verleihung des Schweizer Buchpreises.

Sonntag, 19. Juli 2020

Ankündigung: Die nächste Anthologie mit meiner Beteiligung

Auch wenn ich seit Anfang Mai hier nichts mehr veröffentlicht habe, war ich alles andere als untätig. Trotz der Coronakrise, vielleicht auch wegen ihr, hatte ich in den letzten Wochen und Monaten gefühlt noch mehr zu tun als sonst. Der Brotjob wurde fast vollständig ins Homeoffice verlagert bis auf ein paar sporadische Besuche im Büro, um mal nach der Post zu schauen. Daneben habe ich lektoriert und korrigiert wie eine Wilde, oft durchgehend von Montag bis Sonntag immer bis spät in die Nacht.

Das Schreiben eigener Texte blieb leider fast auf der Strecke - fast. Tatsächlich kann ich - zu meiner eigenen Freude und Erleichterung - doch eine neue Veröffentlichung ankündigen. Im Oktober 2020 wird eine Anthologie im Blitz-Verlag erscheinen. Sie trägt den vielsagenden Titel "Wenn die Welt klein wird und bedrohlich - Schreiben aus der Coronaisolation".

Der Herausgeber Felix Woitkowski hatte mich dazu eingeladen. Nach anfänglichem Zögern (Schaffe ich das zeitlich? Was soll ich zu dem Thema überhaupt schreiben?) studierte ich erst einmal die beeindruckende Liste der teilnehmenden Autor:innen. Das überzeugte mich. Ich sagte zu und fand zum Glück überraschend schnell etwas, worüber ich schreiben konnte. Wie eingangs erwähnt, fahre ich immer noch dann und wann ins Büro und empfand diese Besuche auf dem verlassen wirkenden Firmengelände anfangs immer etwas spooky. Tja, und genau dieses Gefühl und diese Situation habe ich in meiner Kurzgeschichte "Bürotag" verarbeitet.

Was erwartet euch in dieser Anthologie? Nun, auf jeden Fall eine Sammlung garantiert hervorragender Texte, das ist mal sicher. Es wird eine Mischung aus Kurzgeschichten, Gedichten und Essays sein, und ich bin selbst schon ganz gespannt, was meine Mitautor:innen dazu verfasst haben. Ich mag auch das Cover sehr und finde, es fängt dieses beklemmende Gefühl, das sicher nicht nur ich vor allem zu Beginn der Coronakrise empfand, sehr gut ein.

Das Buch wird 12,95 EUR kosten und kann bereits vorbestellt werden, und zwar hier. Da es sich um eine exklusive Sammlerausgabe handelt, solltet ihr vielleicht nicht zu lange zögern. ;-)

Den kurzen, aber knackigen Klappentext sowie die Liste der teilnehmenden Autor:innen kriegt ihr natürlich auch noch dazu:

30 Phantastik-Autorinnen und -Autoren begleiten den ersten Monat der Corona-Isolation.
30 Perspektiven auf eine Welt im Krisenzustand.
Ein literarisch-phantastisches Tagebuch zwischen realer Dystopie und erschreckender Wirklichkeit.

Mit Beiträgen von Vincent Voss, Michael Schmidt, Jörg Kleudgen, Arthur Gordon Wolf, Nele Sickel, Silke Brandt, Petra Hartmann, Marianne Labisch, Markus K. Korb, Sascha Dinse, Gerd Scherm, Tatjana Stöckler, Sebastian von Arndt, Christian Veit Eschenfelder, Nicole Rensmann, Tobias Bachmann, Günter Wirtz, Tobias Reckermann, Martina Sprenger, Julia Annina Jorges, Thorsten Küper, Torsten Scheib, Jana Oltersdorff, Nadine Muriel, Matthias Attig, Alessandra Reß, Isabella Benz, Frank Hebben, Carolin Zwergfeld und Michael Marrak. 


Sonntag, 3. Mai 2020

Create your revolution - FBM unterstützt Kulturschaffende

"Apart in isolation. Connected by culture." – Frankfurter Buchmesse und Spreadshop unterstützen im Rahmen von CREATE YOUR REVOLUTION Kulturschaffende in der Krise
 
Der Erwerb von T-Shirts und Masken auf shop.spreadshirt.de/createyourrevolution hilft Künstler*innen aus dem Kulturbereich
 

Vor sechs Wochen hat die Corona-Pandemie die gesamte Kulturlandschaft in Deutschland zum Stillstand gebracht. Die Schließungen von Einrichtungen, die Absage von Veranstaltungen, die Einschränkungen im alltäglichen Leben – all das trifft Autor*innen, Musiker*innen, Festival-Macher*innen, (Programm)kino-Betreiber*innen, Künstler*innen und viele weitere Kulturmacher*innen gewaltig: psychologisch, ökonomisch und gesellschaftspolitisch.

Frankfurter Buchmesse und Spreadshop starten deshalb jetzt den Verkauf von Merchandise-Artikeln, dessen Erlöse der Kulturbranche zugutekommen sollen. T-Shirts, Masken, Tassen und Stofftaschen mit den Aufdrucken "Culture never sleeps.", "Stay home. But let art in.", "Apart in isolation. Connected by culture." und "Culture is alive." sind jetzt im Shop erhältlich. Die Einnahmen gehen an "Kulturzeiter*in" – ein Projekt einer Gruppe aus kulturaffinen und (gesellschafts-) politisch engagierten Menschen in Frankfurt am Main und Offenbach – und kommen damit existenzbedrohten Künstler*innen und Kulturschaffenden aus der Region zugute.

#CYR2020 - Hat was!
Die Aktion findet im Rahmen von CREATE YOUR REVOLUTION (CYR) statt. 2019 hatte die Frankfurter Buchmesse mit der Initiative – in Kooperation mit THE ARTS+, ARTE, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Spreadshop und den Vereinten Nationen (UN) – die Relevanz und Notwendigkeit von Kultur für unsere Gesellschaft bereits in den Mittelpunkt gestellt. CYR ließ Menschen zu Wort kommen, die erkannt haben, dass sie die Welt durch ihr kreatives Handeln zum Besseren verändern können. Durch das Mitwirken von Igor Levit, Luisa Neubauer, Ai Weiwei, Andrea Venzon, Milo Rau, Hanns Zischler, Lady Bitch Ray uvm. hat die Initiative einen Diskurs darüber geschaffen, welche Rolle Kultur vor dem Hintergrund politischer und gesellschaftlicher Umbrüche spielt und was sie leisten kann.

"Selten war so klar wie heute: Kultur ist unverzichtbar! Sie vermittelt nicht nur Orientierung und Zugehörigkeit in unseren eigenen Gesellschaften. Sie ist vielmehr wesentliches Instrument, um uns als Weltgesellschaft zu verständigen und zu verstehen. Nur so werden wir die globalen Herausforderungen bewältigen, eine gemeinsame Vorstellung für die Zukunft entwickeln können", begründet Katja Böhne, Leiterin Marketing und Kommunikation bei der Frankfurter Buchmesse, die Aktion.

Wie wichtig Kultur besonders in existenzbedrohlichen Zeiten ist, zeigt auch das täglich wachsende Angebot im Netz: Es werden Lesungen, Podcasts, Theateraufführungen und Konzerte gestreamt, DJs legen live im Internet auf und auch Zoos und Museen laden zu virtuellen Rundgängen ein. Pianist Igor Levit streamt sogar beinahe jeden Abend live aus seinem Wohnzimmer und erreicht damit Tausende von Menschen, die ihm dieses kostenlose Engagement danken.

"Es ist toll, zu sehen, was all die Künstler*innen gerade auf die Beine stellen, wie sie Wärme, Trost und Inspiration in unser Leben bringen. Wir lernen gerade als Gesellschaft, wie man über die Distanz zusammenhalten kann. Deshalb zeigen wir uns solidarisch mit denen, die jetzt unsere Hilfe dringend benötigen. Damit unsere Kultur auch nach Corona noch weiterlebt", erklärt Philip Rooke, CEO von Spreadshirt.

Verbreitet diese Info gerne weiter unter den Hashtags
#CREATEYOURREVOLUTION und #CYR2020.
  

 
 

 
 
 
 
 

Dienstag, 3. März 2020

Aus der Traum - die LBM 2020 wurde abgesagt

Ich hatte es befürchtet und seit Beginn dieser Woche stündlich mit einer solchen Nachricht gerechnet: Die Leipziger Buchmesse 2020 findet nicht statt. Zuerst erfuhr ich es aus einer Meldung in der Leipziger Volkszeitung. Kurz darauf bestätigte es die LBM zuerst via Twitter und danach schließlich auch auf der Website und per Pressemitteilung, die ich hier mit euch teilen möchte.


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Die Leipziger Buchmesse, die Frühjahrsschau der deutschen Buchbranche, findet nicht wie geplant vom 12. bis 15. März statt. Gleiches gilt für das im Verbund stattfindende Lesefest Leipzig liest und die Manga-Comic-Con.

Das Gesundheitsamt Leipzig ist der Aufforderung des Bundesgesundheits- und des Bundeswirtschaftsministeriums gefolgt, wonach eine Rückverfolgbarkeit von Kontaktpersonen bei Großveranstaltungen gewährleistet sein muss. Es empfahl dringend, dass jeder Messeteilnehmer schriftlich belegen muss, nicht aus definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu Personen aus Risikogebieten gehabt zu haben. Das ist angesichts von rund 2.500 Ausstellern und rund 280.000 erwarteter Besucher nicht sicherzustellen. Die Stadt Leipzig und die Leipziger Messe beschlossen daher die Absage.
 
„Die Gesundheit unserer Bürger und der Stadt steht für uns an erster Stelle“, betont Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig. „Die Entscheidung über die Absage der Leipziger Buchmesse wurde auf Grundlage der Empfehlung der zuständigen Fachbehörden getroffen. Sie allein verfügen über die notwendigen Fachkenntnisse und Kompetenz zur Lagebeurteilung.“
 
„Sicherheit geht vor“, sagte Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe. „Die Leipziger Buchmesse ist ein Fixpunkt der deutschsprachigen Literatur, ein Höhepunkt im Messekalender der Buchbranche. Vor diesem Hintergrund haben wir seit Ausbruch von Covid-19 laufend unsere Sicherheitsvorkehrungen auf dem Messegelände erhöht, um die Gesundheit der Aussteller, Besucher, Gäste und Mitarbeiter zu schützen. Doch angesichts der aktuellen Situation schätzen wir im Einklang mit der Stadt Leipzig das Risiko für die Gesundheit unserer Aussteller, Besucher, Gäste und Mitarbeiter bei der Leipziger Buchmesse als zu groß ein.“
 
Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse: „Wir bedauern zutiefst, dass wir diesen Schritt gehen und die beiden Messen absagen müssen. Solch eine schwere Entscheidung mussten wir in den letzten sieben Jahrzehnten der Leipziger Buchmesse noch nie treffen. Sie ist bitter für uns und für die gesamte Buchbranche. Ich danke allen Ausstellern, Partnern und Besuchern, die uns die Treue halten. Wir bitten sie jetzt um Verständnis und wir freuen uns, wenn wir uns zur nächsten Leipziger Buchmesse vom 18. bis 21. März 2021 wiedersehen.“
Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte: „Unser Ziel ist es, die sächsische Bevölkerung zu schützen und eine Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich einzudämmen und zu bekämpfen. Dafür gilt es, konsequent, präventiv und verantwortungsbewusst zu handeln. Die Leipziger Buchmesse ist Treffpunkt für hunderttausende Menschen aus der ganzen Welt. Gesundheit und Sicherheit gehen in diesem Fall ganz klar vor.“
 
Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte: „Die Absage der Buchmesse ist eine sehr traurige, aber richtige Entscheidung. Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung geht vor. Die Entscheidung zeugt von großer Verantwortung für die Besucher, Autoren und Verleger, um vor der Ausbreitung des Coronavirus zu schützen. Auch wenn die Absage der Buchmesse sehr schmerzt, Leipzig ist und bleibt eine international bedeutsame Buchstadt. Ich hoffe sehr auf das Verständnis der Lesefreunde, die sich auf die Messe gefreut haben.“
 
Das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig verweist auf die aktuelle Einschätzung des Robert-Koch-Instituts, das die Risikobewertung für die Weiterverbreitung des Coronavirus am Montag von „gering bis mäßig“ auf „mäßig“ angehoben hat. Es handele sich um ein neuartiges Virus, dessen Eigenschaften noch erforscht werden müssen. Bisher ist bekannt, dass auch Menschen ohne Krankheitszeichen das Virus übertragen können. Das mache Präventionsmaßnahmen bei Großveranstaltungen sehr schwierig.

 
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Tja. Ich bin hin- und hergerissen. Tatsächlich fing ich inzwischen auch an, mit mir zu hadern und mich zu fragen, ob es wirklich so klug wäre, trotz der sich immer weiter ausbreitenden Coronavirusepidemie nach Leipzig zu fahren. Die Buchmesse war schon immer eine Brutstätte. Ich erinnere mich noch, wie vor zwei Jahren neben der ärgerlichen Wettersituation (Leipzig wurde von Schneemassen begraben) ein Magen-Darm-Infekt umging und allein in unserem Qindie-Messe-Team zeitweise mehr als die Hälfte deswegen ausfiel. Ich blieb jedoch bisher immer verschont und habe nie auch nur einen Schnupfen von einem meiner Messebesuche mitgebracht. Dennoch stand und steht das Risiko der Ansteckung und vor allem der Übertragung auf andere, weniger gesunde und deshalb leichter anfällige Mitmenschen im Raum. Und so mischt sich in meine Enttäuschung auch ein wenig Erleichterung darüber, dass mir die Entscheidung abgenommen worden ist.

Buchmesse-Blues ohne Buchmesse - das ist neu.


Nun ist es also, wie es ist. Und die Buchszene zeigt sich nach dem ersten Schock von ihrer liebenswertesten Seite: Gemeinsam wird nach Alternativen gesucht. Eine Online-LBM soll organisiert werden, Plattformen wie Skoutz oder Schreibnacht.de wollen Aktionen am Messewochenende anbieten, und eine besondere Aktion ist bereits in vollem Gange: Unter dem Hashtag #buecherhamstern vernetzen sich Verleger*innen, Autor*innen und Selfpublisher*innen seit den Nachmittagsstunden, um Bücher zu empfehlen. Interessierte finden unter diesem Hashtag auf Twitter, Instagram, Facebook & Co. jede Menge Tipps vor allem rund um ebenjene Neuerscheinungen, die nun ohne den besonderen Marketingpush der Buchmesse das Licht der Buchwelt erblicken und es damit wesentlich schwerer haben, Aufmerksamkeit und Käufer*innen zu finden. Der Hashtag ging schon ordentlich viral und schaffte es zwischenzeitlich in die Top 10 der Trendthemen auf Twitter.

Also ihr wisst Bescheid: Wenn ihr (vor allem) die Kleinverlage und Selfpublisher*innen, für die die Absage der LBM einen riesigen finanziellen Einschnitt bedeutet, unterstützen wollt, dann kauft doch ein, zwei oder gerne mehr Bücher direkt in deren eigenen Online-Shops oder bei ihnen persönlich. Ihr hättet diese Bücher bestimmt sowieso auf der LBM gekauft, oder?

Ich werde jetzt auch gleich noch #buecherhamstern und euch später berichten, welche Schätze ich so gefunden habe.

Die Leipziger Buchmesse findet nicht statt, aber das Lesen, die Bücher, die Freude an Geschichten, die bleiben weiterhin bei uns. Lasst sie uns feiern!