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Sonntag, 19. Juli 2020

Ankündigung: Die nächste Anthologie mit meiner Beteiligung

Auch wenn ich seit Anfang Mai hier nichts mehr veröffentlicht habe, war ich alles andere als untätig. Trotz der Coronakrise, vielleicht auch wegen ihr, hatte ich in den letzten Wochen und Monaten gefühlt noch mehr zu tun als sonst. Der Brotjob wurde fast vollständig ins Homeoffice verlagert bis auf ein paar sporadische Besuche im Büro, um mal nach der Post zu schauen. Daneben habe ich lektoriert und korrigiert wie eine Wilde, oft durchgehend von Montag bis Sonntag immer bis spät in die Nacht.

Das Schreiben eigener Texte blieb leider fast auf der Strecke - fast. Tatsächlich kann ich - zu meiner eigenen Freude und Erleichterung - doch eine neue Veröffentlichung ankündigen. Im Oktober 2020 wird eine Anthologie im Blitz-Verlag erscheinen. Sie trägt den vielsagenden Titel "Wenn die Welt klein wird und bedrohlich - Schreiben aus der Coronaisolation".

Der Herausgeber Felix Woitkowski hatte mich dazu eingeladen. Nach anfänglichem Zögern (Schaffe ich das zeitlich? Was soll ich zu dem Thema überhaupt schreiben?) studierte ich erst einmal die beeindruckende Liste der teilnehmenden Autor:innen. Das überzeugte mich. Ich sagte zu und fand zum Glück überraschend schnell etwas, worüber ich schreiben konnte. Wie eingangs erwähnt, fahre ich immer noch dann und wann ins Büro und empfand diese Besuche auf dem verlassen wirkenden Firmengelände anfangs immer etwas spooky. Tja, und genau dieses Gefühl und diese Situation habe ich in meiner Kurzgeschichte "Bürotag" verarbeitet.

Was erwartet euch in dieser Anthologie? Nun, auf jeden Fall eine Sammlung garantiert hervorragender Texte, das ist mal sicher. Es wird eine Mischung aus Kurzgeschichten, Gedichten und Essays sein, und ich bin selbst schon ganz gespannt, was meine Mitautor:innen dazu verfasst haben. Ich mag auch das Cover sehr und finde, es fängt dieses beklemmende Gefühl, das sicher nicht nur ich vor allem zu Beginn der Coronakrise empfand, sehr gut ein.

Das Buch wird 12,95 EUR kosten und kann bereits vorbestellt werden, und zwar hier. Da es sich um eine exklusive Sammlerausgabe handelt, solltet ihr vielleicht nicht zu lange zögern. ;-)

Den kurzen, aber knackigen Klappentext sowie die Liste der teilnehmenden Autor:innen kriegt ihr natürlich auch noch dazu:

30 Phantastik-Autorinnen und -Autoren begleiten den ersten Monat der Corona-Isolation.
30 Perspektiven auf eine Welt im Krisenzustand.
Ein literarisch-phantastisches Tagebuch zwischen realer Dystopie und erschreckender Wirklichkeit.

Mit Beiträgen von Vincent Voss, Michael Schmidt, Jörg Kleudgen, Arthur Gordon Wolf, Nele Sickel, Silke Brandt, Petra Hartmann, Marianne Labisch, Markus K. Korb, Sascha Dinse, Gerd Scherm, Tatjana Stöckler, Sebastian von Arndt, Christian Veit Eschenfelder, Nicole Rensmann, Tobias Bachmann, Günter Wirtz, Tobias Reckermann, Martina Sprenger, Julia Annina Jorges, Thorsten Küper, Torsten Scheib, Jana Oltersdorff, Nadine Muriel, Matthias Attig, Alessandra Reß, Isabella Benz, Frank Hebben, Carolin Zwergfeld und Michael Marrak. 


Samstag, 13. Juni 2015

Buchtipp - Ben Wallace: "Mad Jerry"

Heute habe ich ein besonderes Leckerli für all jene, die am liebsten von Endzeit, Weltuntergang und Ende der Menschheit lesen. "Mad Jerry" vom amerikanischen Autor Ben Wallace, erschienen im Luzifer-Verlag. Der Roman setzt genau da an, wo die Apokalypse quasi schon gelaufen ist: Vor sieben Jahren kam das Ende der Menschheit durch Bomben, chemische und biologische Waffen und manch weiteres Wunderwerk der Vernichtungstechnik, im Rahmen eines nicht näher beschriebenen, dafür weltweit wütenden und alles verheerenden Krieges über den Planeten.

Die wenigen Überlebenden versuchen seither, sich in Gruppen zusammenzutun, um gemeinsam zu überleben. Und weil sie nun einmal immer noch an die meisten der alten Werte glauben, gründen sie neue Gesellschaften und bauen neue Gemeinden, die irgendwie fast immer "New Hope" oder "Point Hope" heißen, auf jeden Fall immer gern was mit Hoffnung im Namen.

Aber da gibt es auch jene, die meinen, jetzt vollkommen auf Moral und Ehre verzichten zu dürfen. Die schmeißen sich in endzeitmäßige Outfits aus Reifenteilen und selbstgeklöppelten Kettenhemden, ziehen marodierend durchs Ödland, überfallen am liebsten ebenjene mühsam aufgebauten Siedlungen und nehmen sich, was sie brauchen, ohne vorher zu fragen. Da lassen sie lieber ihre Waffen sprechen.

Und dann gibt es noch solche wie Jerry. Fragt man ihn nach seiner Berufsbezeichnung, gibt er stets an: Postapokalyptischer umherziehender Krieger. Dumm nur, dass ihn in den Siedlungen, denen er seine Hilfe anbietet, niemand ernst nimmt und auch nicht braucht. Und so zieht "Mad Jerry" mit einer Hundedame namens Chewy in seinem hochgerüsteten Wohnmobil durchs Land und sucht nach seiner Bestimmung. Doch Jerry hat nicht umsonst alles über die Apokalypse und wie man sie überlebt, studiert. Als er im völlig zerstörten Ort Vita Nova auf die letzte Überlebende des Massakers trifft, weiß er, was zu tun ist.

Im Laufe der Handlung bekommt er es mit engstirnigen Endzeit-Bürokraten, tödlichem Eisenregen, Mutanten und - am allerschlimmsten - superschlauen Bären zu tun. Wird Jerry all diese Herausforderungen meistern? Wird er als strahlender Held in den Sonnenuntergang hinein oder von ihm weg reiten ... äh ... fahren? Kriegt er am Ende das Mädchen und wenn ja, welches? Oder fressen ihn vorher die superschlauen Bären? Und wann öffnet endlich wieder die McDonalds-Filiale?

Ihr merkt schon: In "Mad Jerry" geht es zwar äußerst rasant, aber nicht unbedingt immer bierernst zur Sache. Schon die legendäre Motivationsrede des postapokalyptischen umherziehenden Kriegers vor den Bewohnern von Eternal Hope (kurz vor dem Massaker von Eternal Hope) im Prolog zeigt, in welche Richtung sich die Geschichte bewegt. Keine Parodie im klassischen Sinne, aber dennoch ein aberwitziger, augenzwinkernder Schmöker mit jeder Menge schräger Figuren und alberner Szenen, die selbst aus der Apokalypse einen großen Spaß machen. Dabei nimmt der Autor seine Romanfiguren, allen voran den aufrichtigen Helden Jerry, stets ernst und lässt sie glaubhaft und liebenswürdig agieren. Und ebenfalls wichtig für Liebhaber des Genres: Weder Action noch Endzeithorror kommen zu kurz. Einige Szenen im Buch stehen den wilden Verfolgungsjagden aus "Mad Max" in nichts nach!

„Kaum jemand sieht das Gute in der Apokalypse.“

Dem kann ich nur zustimmen. Denn schließlich bietet so ein Weltuntergang jede Menge Möglichkeiten! Und Spaß.

"Mad Jerry" von Ben Wallace bekommt von mir fünf von fünf Punkten, überreicht vom einzig wahren postapokalyptischen umherziehenden Krieger.