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Freitag, 23. Februar 2018

Darf ich vorstellen: Blind Date

Die zweite Geschichte in "Dunkle Begegnungen" entführt euch in die virtuelle Welt, in der alles möglich ist, wo aber der Schein trügt und so manche Bedrohung zur ganz realen Gefahr wird.

Worum geht's?

Meine Protagonistin Marie ist unzufrieden mit ihrem Leben und projiziert ihren Frust am liebsten auf die attraktive, arrogante Nachbarin Sibylle. Um dem grauen Alltag zu entfliehen, führt sie ein virtuelles Leben in der Onlinewelt Beyond Reality, in der sie alles sein kann, was sie will, nämlich wunderschön, beliebt und cool. Bei einer Party in dieser Welt trifft sie auf einen außergewöhnlichen Spieler, der von sich behauptet, ein Dämon zu sein. Marie lässt sich auf ein gefährliches Spiel mit fatalen Folgen ein.

Wie die Geschichte entstand

Die erste Fassung von "Blind Date" entstand 2012 für einen Wettbewerb auf Bookrix. Ich glaube, das Motto dieses Wettbewerbs lautete "Der Tod wartet im Netz" oder etwas in der Art. Da ich zu jener Zeit noch recht intensiv in der tatsächlich existierenden virtuellen Welt von Second Life unterwegs war, wusste ich schnell, dass meine Geschichte auch in so einer Welt spielen würde. Nur konnte ich sie aus markenrechtlichen Gründen nicht so nennen, weshalb ich mir den Namen Beyond Reality ausdachte. Wer Second Life kennt, wird allerdings bei der Lektüre meiner Geschichte problemlos Parallelen und Ähnlichkeiten entdecken.

Kurz zuvor hatte ich eine andere Geschichte, nämlich "Willkommen in Crystal Creek", bei einer Ausschreibung unterbringen können. Noch bevor die Anthologie erschien, trennten sich der Herausgeber und Verlag. Der Herausgeber, niemand Geringeres als Constantin Dupien, Schöpfer der Kultreihe "Mängelexemplare", wollte die Anthologie nun allein bzw. mit einem anderen Verlag herausbringen. Um rechtlichen Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, schlug Constantin mir vor, die Crystal-Creek-Geschichte gegen "Blind Date" auszutauschen, denn auch diese Geschichte fand er Klasse und passend für seine Anthologie. So kam also "Blind Date" zur Veröffentlichung im allerersten Band der "Mängelexemplare", und "Willkommen in Crystal Creek" erschien stattdessen in meiner eigenen Kurzgeschichtensammlung "Zwischenstopp - Dunkle Geschichten".

Lesepröbchen

Natürlich könnt ihr an dieser Stelle auch in "Blind Date" schon einmal reinlesen. Ich habe die Szene ausgewählt, in der Marie den Dämon zum ersten Mal trifft. Viel Spaß dabei!

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Die Location entpuppte sich als geschmackvoller Club, der mit seinen Neonverzierungen an den Film Tron erinnerte. Maries Avatar war nicht der erste Gast auf der Party. Über den auf der Tanzfläche herumwackelnden Figuren leuchteten die Namen, welche die anderen User ihren Avataren gegeben hatten. Die meisten von ihnen kannte Marie, und ein paar begrüßten sie gutgelaunt im öffentlichen Chat, den jeder Anwesende mitverfolgen konnte. Sie genoss die Aufmerksamkeit und die Komplimente für ihr heutiges Aussehen. Mit dem Mauszeiger klickte sie auf den Discoball, der unter der Decke schwebte. Er enthielt Animationen – kleine Programme, die dafür sorgten, dass ihr Avatar sich zu den anderen auf der Tanzfläche gesellte und akrobatisch-rhythmische Verrenkungen vollführte, die im wahren Leben wohl kein einziger der hier eingeloggten User zustande bringen würde.
Marie ließ Sibylle Fairyland das Tanzbein schwingen, lehnte sich zufrieden zurück und nahm einen Schluck Cola. Ja, hier fühlte sie sich zu Hause. Ein Geräusch aus dem Treppenhaus holte sie jäh zurück in die Wirklichkeit. Die Kemper stöckelte gerade wieder auf ihren High Heels nach unten. Kurz darauf hörte Marie das Aufheulen eines Motors und quietschende Reifen, als wahrscheinlich Sibylle Kempers Begleiter besonders schwungvoll in die Partynacht startete, um bei ihr Eindruck zu schinden.
Marie verdrehte unwillig die Augen. Sie beugte sich vor und konzentrierte sich wieder ganz auf ihre eigene Party drüben im virtuellen ‚Lalaland‘. Da fiel er ihr auf. Am Eingang stand ein sonderbar aussehender Avatar, der seinen Körper ständig hin und her drehte, als würde sein Besitzer sich aufmerksam umschauen. Marie zoomte näher heran und betrachtete ihn von oben bis unten. Ziemlich beeindruckende Erscheinung. In Beyond Reality war es nicht unüblich, dass die User sich lieber als Tier, Elfe, Drache oder sonstiges Fabelwesen präsentierten. Sie trugen spitze Ohren, Flügel oder Hörner zur Schau, hatten Vampirzähne oder blaue Haut wie die außerirdischen Naturvölker aus diesem Science-Fiction-Film. An solchen Verrückten verdienten viele 3D-Designer eine Menge Geld, indem sie immer neue Fantasy-Charaktere gestalteten und diese auf Online-Marktplätzen für Beyond Reality verkauften.
Aber einen Typen wie diesen hier hatte Marie noch nie zuvor gesehen. Er sah einfach unglaublich aus. Seine Haut war von Kopf bis Fuß rot. Er trug keine Kleidung, abgesehen von einer Art Lendenschurz. Sein muskelbepackter Körper stand auf Hufen mit nach hinten geknickten Beinen. Seine Hände waren krallenbewehrte Klauen. Auf seinem kahlen Schädel thronten zwei gedrehte Hörner, die in metallbeschlagenen Dornen endeten. Seine kleinen Ohren liefen spitz zu und standen etwas ab. Aus seinem Maul ragten zwei Hauer, und zwischen den messerscharf aussehenden Zähnen blitzte immer wieder eine gespaltene schwarze Zunge hervor.
Marie steuerte die Ansicht um den Fremden herum, so dass sie auch die Doppelreihe von scharfkantigen Knochenplatten sehen konnte, die entlang seiner Wirbelsäule aus seinem Rücken stachen. Am Steißbein saß außerdem ein Schwanz mit einem skorpionartigen Stachel am Ende, der permanent hin und her peitschte. Völlig hingerissen, bestaunte Marie minutenlang jedes Detail der geheimnisvollen fremden Gestalt.
Sie klickte auf eines der Hörner, um den Hersteller dieses außergewöhnlichen Avatars festzustellen, doch das Menü mit den gewünschten Infos ließ sich nicht öffnen.
Auch der Name des Unbekannten – dargestellt in fremdartigen Symbolen, die Marie an eine Mischung aus ägyptischen Hieroglyphen und arabischen Schriftzeichen denken ließen – war so eine merkwürdige Sache. Dass man seinen Avatarnamen in einer anderen Schriftart darstellen konnte, wusste Marie bisher nicht, und es weckte ihre Neugier. Heute Abend würde sie mit einem Dämon flirten. Marie schickte eine kurze Nachricht an Marcel, den Gastgeber der Veranstaltung. Sie wollte von ihm wissen, ob er den Neuankömmling kannte, denn eigentlich sollte die Einweihungs-party nur für geladene Gäste sein. Doch Marcel war anscheinend zu beschäftigt, um zu antworten. Sie beschloss, in die Offensive zu gehen, klickte den Dämonenavatar an, und das Fenster für den privaten Chat öffnete sich.
»Was bist du denn für einer?«, schrieb sie und fügte ein Smiley-Symbol hinzu. Der Fremde schien sofort zu wissen, von wem diese Nachricht kam, denn er richtete seine rot glühenden Augen auf die immer noch tanzende Sibylle Fairyland.
»Ich bin der, den du siehst«, kam als Antwort.
Na wundervoll, dachte Marie sarkastisch. Einer, der sich in dieser Welt komplett verloren hat. Solche Süchtigen traf man immer wieder, und meist machte Marie einen großen Bogen um sie. Sie erinnerten sie viel zu sehr an ihr eigenes zwanghaftes Verhalten. Doch heute war sie in der richtigen Stimmung für so einen Typen.
»Ich sehe eine Art Dämon«, tippte sie und wartete.
Die Antwort kam prompt: »Dann siehst du das, was ich bin.«
Das versprach, noch lustig zu werden.
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Mittwoch, 20. April 2016

Buchtipp: "Der Ruf der Dunkelheit" von Vincent Voss & Constantin Dupien

Wenn mein Lieblingsherausgeber und mein Lieblingsautor gemeinsame Sache machen, kommt dann dabei ein neues Lieblingsbuch heraus? Nun, auf jeden Fall stand für mich fest, dass ich das von Vincent Voss und Constantin Dupien gemeinsam geschriebene Werk "Ruf der Dunkelheit" unbedingt lesen musste. Nun ergab es sich, dass ich das Buch bei einem Gewinnspiel ergattern konnte. Obwohl genug andere Bücher darauf warteten, von mir gelesen zu werden, wollte ich wenigstens schon einen kurzen Blick hineinwerfen - und habe es gleich ganz gelesen.

"Ruf der Dunkelheit" verfolgt einen spannenden Ansatz. Die Geschichte kombiniert die Schrecken des Ersten Weltkrieges mit Horror der düstersten Sorte. Dabei verarbeiteten die Autoren den Weihnachtsfrieden, der tatsächlich im Jahr 1914 zwischen den Deutschen und den Briten stattgefunden hatte: Einen Abend lang vergaßen die Soldaten in den Schützengräben in Flandern, dass sie Feinde waren und einander bekämpften. Stattdessen feierten sie gemeinsam das  Weihnachtsfest.

Vor diesem Hintergrund folgt der Leser den Schicksalen zweier Soldaten, die stellvertretend die jeweilige Front beschreiben. Private William Mallory ist der eine, ein britischer Soldat, der die Geschehnisse als Ich-Erzähler in der Vergangenheitsform wiedergibt, seine Parts lesen sich wie eine Mischung aus Tagebuch und Brief. Walter Heilmann ist der Name des deutschen Soldaten, seine Kapitel werden ebenfalls aus der Ich-Perspektive, aber in der Gegenwartsform erzählt, was mich als Leserin noch viel näher an die Geschichte heranzieht. Während ich mit Mallory gemeinsam auf die Schrecken zurückblicke und seine im Nachhinein gezogenen Schlüsse mitvollziehe, weiß ich bei Walter immer nur das, was auch Walter in dem Moment weiß. Beides hat seinen Reiz, und beides harmoniert ganz wunderbar miteinander, auch die verschiedenen Schreibstile von Voss und Dupien greifen ineinander wie Teile eines Uhrwerks.

Zunächst erfährt man einiges über die realen Schrecken des Krieges. Ich fühlte mich schnell an meine damalige Pflichtlektüre in der Schule erinnert, als wir "Im Westen nichts Neues" lesen mussten. Aber es dauert nicht lange, bis das Grauen Einzug hält. Es ist namen- und formlos, eine dunkle Macht, die im Boden steckt, auf dem der Krieg ausgetragen wird, und es ergreift nach und nach Besitz von den Soldaten. Es schickt sie in den Wahnsinn, lässt sie unaussprechliche Dinge tun und verwischt die Grenzen zwischen Realität und Vision. Spätestens als Mallory und Walter einander irgendwo zwischen den Fronten begegnen, eskaliert die Lage.

"Ruf der Dunkelheit" ist wahnsinnig düster, über allem schwebt permanent diese unbestimmte Bedrohung. Ich bin keine Expertin, was Kriegsführung und Waffenkunde im Allgemeinen und den Ersten Weltkrieg im Speziellen betrifft, aber ich hatte zu jedem Zeitpunkt den Eindruck, dass die Autoren ihre Hausaufgaben sorgfältig gemacht haben. Man muss auch nicht wirklich Ahnung von Militärkunde und deutscher Geschichte haben, um Gefallen an der Lektüre zu finden. Denn der Krieg und seine Schrecknisse bilden lediglich den Rahmen und bieten dem Bösen, das dort in seinen Schatten lauert, genügend Versteckmöglichkeiten.

Auch wenn mir das Ende fast ein wenig zu abrupt daherkam, hat mir dieses Buch richtig gut gefallen, denn seine extrem gruselige Atmosphäre hatte mich von Anfang bis Ende in seinem Bann - so etwas mag ich sehr!

Ich vergebe 4,5 von 5 modrig riechenden Soldatenstiefeln.

"Ruf der Dunkelheit" ist bisher nur als ebook erschienen und kann HIER käuflich erworben werden.

Dienstag, 29. März 2016

Neulich in Leipzig - Nachtrag

Weil es ein so schöner Abend war und ich daran immer noch mit Gänsehaut-Feeling zurückdenke und weil Constantin Dupien es so schön zusammengefasst und bebildert hat, lade ich euch heute herzlich ein, seinen Artikel über unsere Mängelexemplare-Lesung am 18. März 2016 in Leipzig zu lesen. *hach*

Lesung: Mängelexemplare und andere makabre Autoren

Volles Haus in der Soupbar (Foto: Constantin Dupien)


Dienstag, 22. März 2016

Neulich in Leipzig - Messebericht Teil 1

Als hätte jemand den Zeitraffer aktiviert: Kaum in Leipzig angekommen, fand ich mich nach knapp vier intensiven Tagen voller Eindrücke auch schon am Fernbus-Stopp wieder - kurz nicht hingeguckt, schwupps, war sie auch schon wieder vorbei, die Leipziger Buchmesse. Aber dass mir diese Zeit so kurz vorkam, zeigt mir, was sie vor allem war: 'ne geile Zeit! Lasst mich den Versuch unternehmen, euch zu erklären, warum. Und weil es am Ende doch verdammt viel zu erzählen gab, kommt hier erst einmal Teil 1.

So viele Menschen, so viel zu sehen

Immer was los am Qindie-Stand
Zum Schlendern hätte ich gar keine Zeit gehabt. Ich war vorbereitet. Mein Notizbuch stets griffbereit, wusste ich, wo ich wen finde und wann welche Veranstaltungen stattfanden. Die meiste Zeit verbrachte ich natürlich an unserem kleinen, feinen Qindie-Messestand. Meine Kollegen hatten alles perfekt vorbereitet und eingerichtet, und die "Überraschungsboxen", extra für die Messe angefertigte Faltmappen, in denen Flyer, Leseproben und Lesezeichen unserer Autoren lagen, gingen weg wie warme Semmeln. Sie gefielen den Leuten sehr und weckten wesentlich mehr Interesse an uns als die einzeln ausliegenden Mitnehm-Unterlagen. Mein Standdienst war für Samstagnachmittag geplant, den besucherstärksten Zeitraum, aber so musste ich mich wenigstens nicht durch die Massen schieben, sondern konnte die Massen an mir vorbeiziehen lassen.

Wir befanden uns in Halle 5 und damit in bester Nachbarschaft zu Firmen, Verlagen und Organisationen rund um Selfpublishing, Schreiben und Buchmarketing. Amazon KDP lag direkt gegenüber, gleich dahinter die Lieblingsautoren und neobooks. Tolino Media, Skoutz/Publz, die Autorenwelt, Papyrus, der Selfpublishing-Verband, alle waren sie da. Somit verbrachte ich die meiste Zeit auch in Halle 5, dicht gefolgt von Halle 2, wo der Amrûn Verlag wieder gemeinsame Sache mit dem Art Skript Phantastik Verlag machte. Grit Richter (ASP) und Jürgen Eglseer (Amrûn) gaben alles, um dem nicht enden wollenden Ansturm gerecht zu werden. In direkter Nachbarschaft befand sich die stets mehr als gut gefüllte Fantasy-Leseinsel, eigentlich schon eine Lesearena, direkt dahinter hatte sich der Fantasy-Buchshop von Werkzeugs niedergelassen.

Fitzek in a Box
Auch in Halle 3 schaute ich ein paar Mal vorbei, denn der Luzifer Verlag und der Papierverzierer Verlag hatten sich in diesem Jahr in exklusiver Nachbarschaft zum Riesenstand von Droemer Knaur (im gewohnten orange leuchtenden Design) aufgebaut und waren mit diesem Schritt mehr als zufrieden. Hier, fernab von der schillernden Fantasy-Leseinsel in Halle 2, würden sie noch einmal ganz andere Zielgruppen erreichen, so Steffen Janssen (Luzifer), und sicher profitierten sie dabei nicht nur vom stets überlaufenen Droemer Knaur Stand, sondern auch von der Fitzek-Box, einem echten Publikumsmagneten zum 10-jährigen Jubiläum von Bestseller-Autor Sebastian Fitzek. Der Herr Fitzek dürfte nach der Messe Plattfüße und raue Hände gehabt haben. Wann immer ich an seiner Box vorbeikam, standen die Leute Schlange, und er stand davor, lächelte, umarmte Leute, schüttelte Hände, gab Autogramme, machte Fotos und plauderte mit seinen Fans - ich gebe zu, ich beneide ihn nicht um den Job, aber mein Mitleid hielt sich in Grenzen, denn er weiß ja, was er seinen Fans zu verdanken hat.

Gelesen wurde auch

Jana lauscht (Bild: Bernar LeSton)
Am ersten Abend wurde erst einmal geübt, als Florian Tietgen uns beim Qindie-Workshop seine praktischen Tipps vermittelte, um Lesungen spannender und effektiver zu gestalten. Am Freitagabend durfte ich das Gelernte dann gleich anwenden, denn bei der Mängelexemplare-Lesung gab ich zuerst mein Gedicht aus der ersten Anthologie zum Besten und später, sehr viel später, als letzte in der Runde, las ich aus meiner Kurzgeschichte "Blind Date" aus demselben Buch vor. Die Gäste, die tapfer durchgehalten hatten, lauschten mir trotz später Stunde noch genauso andächtig wie meinen KollegInnen vor mir. Die Lesung war großartig. Vincent Voss hätte bestimmt gesagt, sie hat gerockt. Leider war Vincent nicht in Leipzig, aber dafür hatten wir ein paar andere coole Autoren aus den Anthologien da, und so konnte ich die lieben Autorinnen Stefanie Maucher und Lisanne Surborg wiedersehen, außerdem den charmanten Bernar LeSton nebst seiner Freundin Christine, ebenso Torsten Scheib, den ich zum ersten Mal bei einer Lesung erlebte.
Jana liest (Bild: Bernar LeSton)
Auch Constantin Dupien, der den Abend organisiert und dankenswerterweise auf Musik von David Hasselhoff verzichtet hatte (*hint hint*), hatte alles trotz anfänglich chaotischer Umstände (wer hätte ahnen können, dass der Laden brechend voll sein würde!) im Griff und las auch selbst vor. Unser Verleger Jürgen Eglseer blieb cool und hielt sich im Hintergrund. Vielleicht war er auch bloß müde, schließlich wurde es wirklich sehr spät. Wir verließen den Laden nach ein Uhr nachts. Dennoch war mein persönliches Lesehighlight Michael Marrak, der extra zur Lesung angereist war, und den ich verehre, seit ich seinen "Lord Gamma" gelesen habe, und das, obwohl ich sonst nichts von ihm bis dato gelesen hatte. Aber das wird sich nun ändern, denn ich nahm mir ein von ihm signiertes Exemplar seines Romans "Morphogenesis" mit, nachdem mir Jürgen und Torsten unabhängig voneinander dringend empfohlen hatten, das Buch zu lesen. Wir haben sogar ein paar Exemplare der Anthologien verkaufen können - also alles richtig gemacht! Danke Constantin, es war ein richtig geiler Abend, was ihr in dem Video auch gut sehen könnt.



Teil 2 mit meinen Eindrücken von der LBM 2016 gibt es morgen. Ich empfehle euch dranzubleiben und aufmerksam zu lesen, denn das diesjährige Messe-Souvenir-Gewinnspiel wird mit meinen Messeberichten zusammenhängen!

Freitag, 14. August 2015

Ich bin dann mal weg - den Sommer genießen

Bild: Rike / pixelio.de
Kinder, wie die Zeit vergeht - war nicht eben gerade die Leipziger Buchmesse zu Ende gegangen? Und jetzt haben wir schon August! Trotzdem kann ich es kaum erwarten, endlich, endlich in meinen Jahresurlaub zu starten. Drei Wochen, die ich mit meiner Familie vor allem an der schönen Ostseeküste verbringen werde. Ich werde viel Zeit in meinem XXL-Strandkorb verbringen und lesen. Ich will ein bisschen braun werden, viel schlafen, lecker essen, Cocktails mit Blick aufs Meer genießen und einfach Zeit mit meinen Lieben verbringen.

Was fehlt in dieser Aufzählung? Richtig: Ich werde nicht gerade produktiv sein. Mein Lektorats- und Korrektoratsservice geht in die "Betriebsferien", meine eigenen Schreibprojekte ruhen bis mindestens September. Aber da ich ja nie weiß, wann mich mal eine gute Idee überfällt, werde ich natürlich Notizblock und Stift stets griffbereit halten. Nur die Umsetzung, die muss dann eben warten.

Auf meiner Leseliste für die Sommerpause stehen übrigens diese Titel:

"Revival" von Stephen King
Der im Frühjahr erschienene Roman liegt in wunderschöner Hardcover-Qualität seit Wochen auf meinem SuB. Jetzt wird er geschmökert. Ich habe viel Gutes von dem Buch gehört, ich mag Stephen Kings Bücher wahnsinnig gern - auf diese Lektüre freue ich mich!

"Zombie Zone Germany" von Herausgeber Torsten Exter
Die im Amrûn Verlag erschienene Anthologie enthält Kurzgeschichten von deutschsprachigen Autoren, die alle ihre eigene Antwort auf die Frage geben: Was wäre, wenn die Zombie-Apokalypse genau hier in unserem Land geschieht und wir daraufhin vom Rest der Welt abgeriegelt werden? Ich durfte während der Leipziger Buchmesse schon auf einer Lesung in die eine oder andere Geschichte reinhören. Jetzt werde ich mir das gesamte Buch geben.

"Mängelexemplare: Haunted" von Herausgeber Constantin Dupien
Gestern überraschend ins Haus geflattert: Mein persönliches Exemplar der auf 28 Stück superstreng limitierten Sonderedition im schönen Hardcover-Format. Signiert von Constantin und mit der Nummer "20 von 28" plus extra Zertifikat als besonderes Unikat gekennzeichnet. Dies ist die dritte Anthologie der Reihe. In den ersten zwei durfte ich mit eigenen Geschichten mitmischen, diesmal bin ich einfach nur Leserin und darf Geschichten über Spukhäuser, Geister und unheimliche Orte aus den Feder etlicher meiner Lieblingsautoren lesen. Darauf freue ich mich ganz besonders!

Und ich möchte mir unbedingt in meiner Lieblingsbücherei in meiner Heimatstadt noch "irgendein" Buch aussuchen, das mich da gerade anlacht. Wie ich mich und meine Vorlieben kenne, wird es wieder etwas Düsteres, Makabres oder Schwarzhumoriges. Mal schauen.

Und nach dem Urlaub? Da stehen eine ganze Menge spannender Punkte auf meinem Plan:

Ich werde meinen "Zwischenstopp" mit neuem Cover der Welt präsentieren. Die liebe Viktoria aka Gedankengrün designt es und erstellt derzeit noch die Umschlagrückseite und den Buchrücken, damit ich auch für die Taschenbuchausgabe alles parat habe. Noch vor der Buchmesse soll es fertig und erhältlich sein.
Ein neues Schauermärchen wird zu Ende geschrieben, es wird voraussichtlich den Umfang eines Kurzromans haben. Ich hätte es gern dem Waldhardt Verlag für seinen Reihenwettbewerb mit Thema Märchenadaptionen angeboten, aber dummerweise endet die Frist schon am 01. September 2015, und das kriege ich definitiv nicht mehr hin. Leider. Die Geschichte schreibe ich aber trotzdem.
Mein Romanprojekt wird vorangetrieben. Einen neuen Anfang, also etwa 6000 Wörter, der mir sehr viel besser gefällt als die alte Idee, habe ich schon einmal. Als nächstes werde ich am Plot und den Charakteren feilen, bevor ich endlich weiterschreibe.
Die Frankfurter Buchmesse steht ins Haus. Akkreditierung habe ich schon erledigt. Erste Verabredungen habe ich auch schon getroffen. Gestern flatterte die Einladung zur Eröffnungsfeier ins Haus. Ich habe mich gleich angemeldet und bin gespannt, wie das diesjährige Gastland Indonesien wohl den Pavillon gestalten wird.
Es warten auch schon die ersten neuen Projekte in Sachen Lektorat und Korrektorat auf mich. Besonders gespannt bin ich auf die Manuskripte von Melissa David und Bella Lamour ... ;-)

Auf zwei Highlights im Herbst freue ich mich richtig:

Da wäre einmal die große Party der Bücherwürmer, einer der größten Buchgruppen auf Facebook, die zum ersten Mal während der FBM eine Party veranstaltet, auf der Leser und ihre Lieblingsautoren einander treffen und gemeinsam feiern. Das wird sicher glamourös!
Das andere, noch viel geilere Highlight, wird aber einen Tag später stattfinden, wenn ich zusammen mit Melisa Schwermer und Bernar Leston einen gruseligen Leseabend im Theater Schöne Aussichten in Dietzenbach veranstalte, zu dem ich jetzt schon alle einlade, die sich am 17. Oktober 2015 in meine Wahlheimat begeben und sich von unseren unheimlichen Geschichten Gänsehaut bereiten lassen möchten. Details folgen schon bald!

Also, ihr Lieben,
habt noch einen schönen Sommer, lest tolle Bücher
und haltet stets die Augen offen - die Welt steckt voller Geheimnisse und Geschichten ...

Wir lesen uns im September!

Montag, 14. April 2014

Buchtipp - "Mängelexemplare: Dystopia"

Schon die erste Anthologie "Mängelexemplare und andere makabre Geschichten", die 2013 erschien, hat einiges Aufsehen erregt und konnte unter anderem eine Nominierung für den Vincent Preis als beste Kurzgeschichtensammlung abstauben. Nun endlich wurden die neuen Mängelexemplare veröffentlicht:

"Mängelexemplare: Dystopia"

Dieses Mal steht der Amrûn-Verlag dahinter. Der Herausgeber ist abermals Constantin Dupien, der erneut ein sehr gutes Händchen bewiesen hat. Er lud die 19 Autoren persönlich ein, eine Geschichte zum Thema Dystopia beizusteuern. Allerdings hatte die Sache einen Haken: in keinem Beitrag sollten Zombies oder gar Vampire vorkommen, dabei bieten sich diese unkaputtbaren Viecher doch geradezu an, wenn es um Dystopie, Apokalypse und den Untergang der Menschheit geht. Letzten Endes stellten sich alle Autoren der Herausforderung und meisterten sie gekonnt.

Herausgekommen ist eine Sammlung von qualitativ hochwertigen, spannenden, originellen Geschichten. Jeder Autor hat das Thema anders interpretiert. Mal sind es ganz konkrete Monster, denen sich die Menschen stellen müssen, mal ist es die Natur, die dem Ganzen ein böses Ende bereitet. Mal sind es die Menschen selbst, die ihre Welt mit dem giftigen Schleim einer von Dekadenz und Ungerechtigkeit gezeichneten Gesellschaft überzogen und dem Untergang geweiht haben. Motive aus Mad Max, Blade Runner oder 1984 kommen einem bei der Lektüre in den Sinn. Düster geht es zu, melancholisch, ergreifend, bedrückend, eben genauso, wie es von einer Anthologie erwartet wird, die sich "Dystopia" auf die Fahnen geschrieben hat.

Bevor ich auf die einzelnen Beiträge eingehe, muss ich unbedingt noch die Gestaltung des Buches erwähnen. Nicht nur das starke Cover von Timo Kümmel, in welchem sich wie schon in den ersten "Mängelexemplaren" die Initialen der Autoren wiederfinden, beeindruckt. Auch die Illustrationen von Julia Takagi sind erste Sahne. Takagi hat zu jeder einzelnen Geschichte ein Bild kreiert, in welchem sie genau den Geist beziehungsweise die Kernaussage der Story einfängt, ohne zuviel zu verraten. Die von Dupien handverlesenen Zitate aus jeder Geschichte, die zusammen mit den Illustrationen jeder Story vorangestellt sind, stimmen wunderbar auf die Lektüre ein. Doch damit nicht genug: das Buch bietet nicht nur ein Vorwort des Herausgebers und ein Nachwort der bekannten Bloggerin Claudia Junger. Der Leser findet außerdem nach jedem Beitrag noch eine vom jeweiligen Autor verfasste Entstehungsgeschichte, die einen interessanten Einblick hinter die Kulissen vermittelt.

Nun aber zu den Geschichten:

Tim Svart - No. 2/209/197/613

Ein ungewöhnlicher Titel und ein starker Einstieg ins Buch. Zwei Freunde machen sich in einer im Sterben liegenden Welt auf den Weg zu dem Ort, an dem sie die glücklichste Zeit ihrer Kindheit verbracht haben. Es geht um Liebe, bedingungslose Freundschaft und Opferbereitschaft. Welchen Weg geht man, wenn es keinen Ausweg mehr gibt? Übrigens wird auch das Rätsel um den kryptischen Titel am Ende aufgelöst. Die Lektüre ließ mich mit einem Kloß im Hals zurück.

Jennifer Jäger - Clara - Wissen ist Macht

Clara ist ein Klon, eine Unterste in einer düsteren Zukunft, in der aus dem bekannten Spruch "Wissen ist Macht" mehr als bittere Realität geworden ist. Denn Wissen ist zum Zahlungsmittel geworden. Die Geschichte bietet einen Einblick in ein Romanprojekt der Autorin, das sich derzeit im Werden befindet. Wir werden wohl von Clara und dieser erschreckenden, doch zugleich faszinierenden Welt, noch einiges mehr erfahren.

Uwe Voehl - Kreationen in Samt und Tod

Ein geheimnisvoller Designer kleidet nur die allererbärmlichsten Individuen einer dekadenten Gesellschaft in seine spektakulären Kreationen, was den Protagonisten, ein selbstverliebtes Mitglied der Oberschicht, schier um den Verstand bringt. Schon die Idee der "menschlichen Müllhaufen" hat mich zugleich angewidert und fasziniert. Opulent und abgefahren. Eine wirklich extraordinäre Geschichte!

D.J. Franzen - Der Nomade

Ein einsamer Reisender in einer leeren, am Boden liegenden Welt. Eine zur Festung aus Wrackteilen aufgerüstete Siedlung voller zwielichtiger Gestalten. Mad Max trifft die Borg-Königin. Da steckt ordentlich Power drin. Sehr geile Umsetzung und ein Held mit einer määächtigen Waffe!

Lisanne Surborg - Rosa Schaum

Wieder so ein ungewöhnlicher Titel, der gleich neugierig macht. Und hinter dem sich eine krasse Geschichte verbirgt. In einer nur noch rudimentär erkennbaren Gesellschaft vegetiert die junge Joker dahin, immer auf der Suche nach Wegen, an ihre Pillen zu kommen, ohne die sie nicht mehr existieren kann. Da taucht eine neue Droge auf - mit verheerender Wirkung. Dystopie und Drogen - eine fatale Mischung, die es in sich hat.

Andreas Zwengel - Souljacker

Jetzt wird es teuflisch! Cayce arbeitet für ein Inkassounternehmen der besonderen Art. Denn sie treibt nicht etwa Geld ein, sondern die Seelen der säumigen Schuldner. Ihr Auftraggeber ist nämlich niemand Geringeres als Satan persönlich, und mit dem legt man sich nicht an, oder? Eine actiongeladene, temporeiche Story, die den Leser um den ganzen Erdball führt. Filmreif!

Vincent Voss - Wellen

Alter Schwede, der Mann kann Kurzgeschichten! Wieder einmal hat mich Vincent Voss total begeistert. "Wellen" fängt verdammt krass an und steigert sich dann. Gerade der regionale Bezug (ich habe Freunde in Henstedt-Ulzburg!) macht die Story so authentisch. Nicht auszumalen, wenn so etwas wirklich passiert. Die Grundidee hat mich an den Stephen-King-Roman "Puls" erinnert, aber das ist gar nicht schlimm. Erstens ist es nie verkehrt, wenn ein Horror-Autor mit King verglichen wird. Zweitens hat Vincent seine Geschichte ganz Voss-typisch erzählt. Also ich bin längst Voss-Fan.

Regina Müller - Larventräume

Noch einer der echt abgedrehten Beiträge in diesem Buch. Menschen übertragen ihr Bewusstsein in die Körper von Ameisen, um von ihnen zu lernen, so wie die Protagonistin Lar, die eine der Probanden ist. Eine ganz außergewöhnliche Geschichte, phantastisch umgesetzt.

Arthur Gordon Wolf - Sahnesperlinge

Der Titel im Buch, der mich mit Abstand am neugierigsten gemacht hat. Selbst wenn ich jetzt verrate, dass er wortwörtlich zu verstehen ist, sagt das nichts über den Inhalt und so lange man diese Geschichte nicht selbst gelesen hat, wird man sich bei dem Titel einfach fragen: Häh? "Sahnesperlinge" ist eine unglaublich böse Geschichte über virtuelle Realität und die Psyche von Kindern, die nicht mehr in der Lage sind, Realität von Phantasie zu unterscheiden.

Michael Dissieux - Dagnin

Es ist einfach so: Dissieux kann Apokalypse. Das beweist er auch hier wieder auf eindrucksvolle Weise. Dagnin, die Titelfigur, erkrankte einst an einer Seuche, wie viele andere auch. Jahre später kann ihr Bruder, der Protagonist der Geschichte, sie nicht vergessen und glaubt daran, dass Dagnin noch am Leben ist. Eine ergreifende, sehr gefühlvoll präsentierte Endzeitgeschichte über die Liebe, die niemals erlischt. Dissieux, du alter Romantiker!^^

Xander Morus - Der Vollstrecker

Wow, was für eine geile Geschichte! Die postapokalytische Welt, die hier gezeichnet wird, ist absolut atemberaubend. Die abenteuerliche Reise von Henri und Hazard, dem Vollstrecker, auf dem Grund des ausgetrockneten Ozeans (!), vorbei an gigantischen Schiffswracks und Abgründen, die direkt in die Hölle zu führen scheinen, ist für mich eines der Highlights der gesamten Anthologie. Das mal als Graphic Novel oder gleich auf großer Leinwand, das wäre was.

Thomas Backus - Schicksal

Die definitiv kürzeste Geschichte im Buch. Sie hat wohl mehr als 100 Wörter, sodass sie doch nicht als Drabble durchgeht. Das pointierte Ende macht sie aber zu einer erfrischenden Pause für zwischendurch. Das Champagner-Sorbet in einem 7-Gänge-Deluxe-Menu.

Constantin Dupien - Das Ende

Ah, der Herausgeber ist jetzt selber dran! Trotz des Titels ist mit dieser Geschichte noch lange nicht Schluss in der Anthologie. Allerdings ist der Protagonist in Dupiens bedrückendem Beitrag mit seiner Weisheit und seinem Lebensmut so ziemlich am Ende. Schauplatz ist ein entvölkertes, im Sterben liegendes Leipzig. Ehrlich, ich war vor kurzem mal dort. Da gibt es Ecken, die ähneln sehr dem Leipzig in dieser Geschichte. Traurig, hoffnungslos und äußerst stimmig in Szene gesetzt.

Moe Teratos - Die Schrecken

Also echt mal: Wer braucht schon Zombies, wenn er es genauso gut mit den "Schrecken" von Moe Teratos aufnehmen kann? Sie tauchen plötzlich auf und überrennen die Menschheit wie eine gewaltige Heuschreckenplage. Sehr spannend, sehr brutal und actiongeladen. Noch dazu mit einer geschickt untergebrachten gesellschaftskritischen Note.

Stefanie Maucher - Ella

Wieder eine richtig toll gestaltete dystopische Welt, in die uns Maucher eintauchen lässt. Eine Seuche hat die Menschheit fest im Griff. Der wohlhabenden Elite geht es gut. Wer reich genug ist, kann sich das Heilmittel leisten. Die Betroffenen in den unter Quarantäne stehenden Bezirken haben es sehr viel schwerer. Einem Mitarbeiter der Seuchenkontrolle werden die Augen geöffnet, als er auf die ebenso hübsche wie geheimnisvolle Ella trifft.

Manfred Schnitzler - Der rote Tod

Auch hier ist eine Seuche auf dem besten Wege, die Menschheit auszurotten. Schnitzler beschreibt die Stadien der Erkrankung detailliert in all ihrer Grässlichkeit. Er hat auch einen der geilsten Sätze der ganzen Anthologie geschrieben: er beschreibt den Schauplatz, das Städtchen Jüchen als "Kaff, das schon vor der Apokalypse im Sterben lag." Eine blutige, kompromisslose Story, die mich vor allem durch den herrlich schnodderigen Erzählstil der Ich-Erzählerin Sophie mitgerissen hat. Respekt!

Markus K. Korb - Rattenjagd

Zwei sogenannte Hunter in einer Welt, die von dem Kultfilm Blade Runner inspiriert wurde. Diese Hunter sind auf der Jagd - nach Ratten, die in stillgelegten U-Bahn-Schächten tief unter der Stadt ihr Unwesen treiben. Aber sind es wirklich Ratten? Hunter Robertson, der noch neu im Geschäft ist, wirft einen genaueren Blick und macht eine erschreckende Entdeckung. Großartiges Setting, tolle Charaktere und ein schönes Ende. Da möchte man gern mehr erfahren.

Torsten Scheib - Göttersturz (Leseprobe)

Scheibs Geschichte nahm während der Entstehungsphase solche Ausmaße an, dass man sich entschied, das fertige Manuskript zu einem späteren Zeitpunkt separat zu veröffentlichen. Also wenn das Ding in voller Länge erscheint, dann muss ich es unbedingt lesen. Was für ein grandioser Auftakt. Es geht um nichts Geringeres als das Ende der Welt. Ragnarök. Ein wirklich feiner Appetithappen!

Das waren sie also, die achtzehn Geschichten. Die neunzehnte Geschichte, Nummer 5 im Buch, ist meine eigene, das dystopisch angehauchte Schauermärchen Das Schlafende Schloss. Die zu bewerten, überlasse ich anderen. Immerhin: Vincent Voss hat im Horror-Forum als kurzes Fazit zu meinem Beitrag geschrieben: "Dornröschen goes Pflanzenhorror. Ich mag sowas." Das freut mich sehr, und ich hoffe, dass ich auch andere Leser überzeugen kann.

Wer sich nun fragt: Was ist mit den Minuspunkten? Irgendwo muss doch mal Kritik kommen? Nun ja, ich wüsste nicht, wo ich die finden könnte. Bei dieser Anthologie stimmt einfach alles: toll gestaltet, Klasse illustriert, spannende, mitreißende Geschichten von einer großartigen Auswahl deutschsprachiger Autoren. Ich habe jede Geschichte mit großem Vergnügen gelesen. Also kann ich gar nicht anders als die volle Punktzahl zu vergeben!

"Mängelexemplare: Dystopia" kriegt von mir fünf von fünf Apokalypse-Survival-Packs mit Sternchen und ner Extra-Ration!

Holt es euch jetzt als eBook, Taschenbuch oder Hardcover!



Dienstag, 18. März 2014

Leipziger Buchmesse 2014 Nachlese


LBM am Abend
 Wenn ein Wochenende wie im Flug vergeht, dann liegt es daran, dass es ein fantastisches Wochenende ist, eines, auf das man sich lange gefreut hat, das voll ist mit intensiven Erlebnissen, guten Gesprächen und ganz viel Input. Genau so ein Wochenende war das vergangene, das ich auf der Leipziger Buchmesse verbracht habe. Für mich war es die erste LBM, und ich kann jetzt schon sagen: Ich würde das gern wiederholen.

Autoren und andere Menschen

Die LBM habe ich vor allem als eines wahrgenommen: als einen Ort, an dem ich jede Menge lieber Menschen getroffen habe. Ein paar kannte ich vorher zumindest schon virtuell von Facebook, von anderen hatte ich nur schon gehört, wieder andere habe ich dort ganz neu kennengelernt. Eines hatten sie alle gemeinsam: die Liebe zu Geschichten, die Leidenschaft für Bücher, egal ob begeisterte Leser, kritische Buchblogger, emsige Verleger oder schreibwütige Autoren. Wenn ich jetzt anfange, alle Leute namentlich aufzuzählen, denen ich begegnet bin, könnte dieser Post recht lang werden, und ich würde bestimmt jemanden vergessen. Beschränke ich mich also auf ein paar ausgewählte Highlights.

Das Treffen der Kleinverlage

Steffen Janssen vom Luzifer-Verlag

Eine der ersten Anlaufstellen, kaum dass ich meinen Fuß auf das Messegelände setzte, war der Stand des Luzifer-Verlages. Steffen Janssen kannte ich bisher nur per E-Mail und Internet. Er nahm zum ersten Mal als Aussteller teil. Ich fand den kleinen, feinen Stand schnell und freute mich, dem sympathischen Verleger endlich einmal persönlich die Hand schütteln zu dürfen. Sein Verlag und dessen Programm haben in meinem Leserherz längst einen festen Platz in der vordersten Reihe.

Beim Herumschlendern entdeckte ich noch ein paar weitere Verlage, die auf der Frankfurter Buchmesse nicht vertreten gewesen waren und bei denen ich schon einmal Kurzgeschichten veröffentlicht hatte. So freute ich mich, Charlotte Erpenbeck vom Machandel Verlag und Maria Weise vom net-Verlag persönlich kennenzulernen. Ich empfand das als sehr angenehm, dass an der LBM etliche kleinere, engagierte Verleger, die sich auf Nischen und besondere Bücher konzentrierten, teilnahmen und die Buchmesse um einige Facetten bereicherten.

Kaffeekränzchen mit Q

Freitag Nachmittag auf der LBM

Mein richtiger Messetag war der Freitag, weil ich am Samstag schon komplett mit der Leipziger Autorenrunde ausgebucht war, über die ich noch separat berichten werde. Da ich erst mittags in Leipzig ankam, blieb mir gar nicht so viel Zeit, um mich umzuschauen. Mit Sicherheit habe ich einiges Spannendes verpasst, denn ich musste ja Prioritäten setzen. Ich war zum Beispiel auf keiner einzigen Lesung, obwohl es davon unzählige an diesem Wochenende gab. Ganz oben stand mein geplantes Treffen mit den Inflagranti-Bloggern Jack & Tilly. Am Ende war daraus ein kleines Qindie-Treffen geworden, denn zu uns gesellten sich auch noch Regina Mengel, David Pawn, Florian Tietgen und Maria M. Lacroix, alles Autoren mit dem Q-Siegel.

Anschließend begleitete ich Jack & Tilly noch zum Autoren-Blogger-Treffen von Random House. Eine etwas unglücklich organisierte Veranstaltung, wie ich finde. Zwar waren die anwesenden Autoren an ihren grellgrünen Buttons zu erkennen, doch Namensschilder fehlten, und wir brauchten eine Weile, um in dem Gedränge überhaupt mal einen interessanten Autoren zu finden, dessen Buch die Inflagranti-Blogger ansprach. Sehr sympathisch kam der Däne Kristian Bang Foss rüber, der seinen Roman "Der Tod fährt Audi" vorstellte. Darüber wird es sicherlich demnächst eine Buchbesprechung bei Inflagrantibooks zu lesen geben.

Essen und Signieren

Am Samstagabend traf ich mich mit Constantin Dupien, dem Herausgeber der neuen Anthologie "Mängelexemplare: Dystopia", sowie einigen weiteren AutorenkollegInnen, mit denen ich in diesem Buch vertreten sein darf: Stefanie Maucher, Arthur Gordon Wolf und Lisanne Surborg. Außerdem lernte ich die quirlige, supersympathische Autorin und Bloggerin Michaela Harich kennen. Was für ein Energiebündel! Wir saßen in der gemütlichen Soupbar Summarum irgendwo in Leipzig, aßen leckere Suppen vom All-you-can-eat-Buffet, tranken Cocktails und feierten die Superspezialsonderausgabe der Anthologie, von der exklusiv und einmal 36 Stück hergestellt wurden. Jedes Exemplar enthält eine Seriennummer, und zu jedem Buch gibt es ein Zertifikat. Mein Buch hat die Nummer 5. Ich wählte diese Zahl, weil meine Geschichte die fünfte in der Anthologie ist. Die Bücher sind so schön geworden! Ich bin ganz gespannt darauf, wie die Anthologie bei den Lesern ankommt, wenn sie im April 2014 endlich regulär erhältlich ist. Vorbestellen kann man sie schon,  und was ich bisher aus den Leserkreisen mitbekommen habe, sind die Erwartungen ziemlich hoch. Aber ich bin ganz sicher, dass wir alle, Herausgeber, Verleger, Illustratoren und Autoren, diese Erwartungen erfüllen können.

Alles so schön bunt hier

Petterson & Findus waren auch da

Was die Leipziger von der Frankfurter Buchmesse unterscheidet? Zunächst einmal ist die LBM eine richtige Publikumsmesse. Es gibt keine Fachbesuchertage, Privatpersonen können an allen Tagen hingehen. Das Publikum erschien mir im Durchschnitt um einiges jünger. Es gab unglaublich viele jugendliche Messebesucher und auch jede Menge Kinder, die entweder gruppenweise mit Lehrer oder mit ihren Eltern durch die Hallen zogen. Das Gelände erschien mir nicht unbedingt kleiner, aber kompakter und übersichtlicher. Ich konnte mich wesentlich besser orientieren und fand alles schnell.

Was mich anfangs faszinierte: die vielen, vielen, bunten Cosplayer, die der LBM etwas Karnevalshaftes verliehen. Sie waren überall. Die ersten entdeckte ich schon am Hauptbahnhof, als ich noch nicht einmal den Bus verlassen hatte. Ich gestehe, ich kann mit Cosplay nicht viel anfangen. Ist nicht mein Ding, ich kenne mich damit auch absolut nicht aus. Soweit ich es verstehe, geht es bei Cosplay darum: Fans irgendwelcher japanischen Mangaserien und Animes verkleiden sich als ihre Lieblingsfiguren, schmücken sich mit schrillbunten Frisuren, Gummiohren, farbigen Kontaktlinsen und selbstgebastelten Fantasywaffen aus Kunststoff und Pappmaché. Dermaßen zurechtgemacht flanieren sie auf dem Messegelände herum, posieren gern für Fotos und betreiben teilweise eine Art Liverollenspiel, wenn sie in ihren Figuren vollkommen aufgehen.

Was auch immer das ist... Faszinierend.
Ich will es mal diplomatisch ausdrücken: Die Selbstwahrnehmung so manches Cosplayers scheint in eine Richtung zu gehen, die so weit wie möglich von der Realität entfernt ist. Nicht jeder Anblick ist schön. Meine anfängliche Faszination schlug irgendwann in angenervte Übersättigung um. Das Gute: Ich muss nicht hingucken, ich muss nicht mitmachen, ich darf es ignorieren. Cosplay ist nicht als Provokation gedacht, sondern drückt ein Lebensgefühl und die Liebe zu Geschichten aus. Insofern: Leben und leben lassen. Die Cosplayer schienen sich wohlzufühlen und einen Riesenspaß zu haben. Sollen sie doch. Auch dafür ist so eine Buchmesse da. Ich kann nicht beurteilen, ob und wie stark Cosplay auf der Frankfurter Buchmesse vertreten ist, weil ich dort immer nur an den Fachbesuchertagen war, und da kommen die Verkleideten wohl eher selten vorbei. Ein herausragendes Beispiel, das sogar mich beeindruckt hat, zeige ich hier einmal. Ich möchte nicht wissen, wie lange die Dame (ich nehme an, es ist ein weibliches Wesen^^) für ihr Outfit inklusive Ganzkörpermakeup gebraucht hat. Respekt!

Was bleibt

LBM 2014 am Abend

Ich bin sehr angetan von der Leipziger Buchmesse, was sicher auch daran lag, dass an diesem Wochenende einfach alles gepasst und bestens funktioniert hat. Mein Fernbus (ja, ich reiste per Bus an) war pünktlich und superbequem, das Wetter am Freitag frühlingshaft schön, die Leute auf der Messe allesamt sehr nett und die Atmosphäre war insgesamt einfach Klasse und irgendwie so erfüllt von Tatendrang und spannenden neuen Ideen, die ihren Weg ans Licht der Welt suchten. Meine Ferien-WG-Mitbewohner, allesamt begeisterte Bücherjäger und leidenschaftliche Freizeitautoren, waren wunderbar. Wir hatten eine Menge Spaß miteinander und führten unsere mehr oder weniger "ernsthaften" Gesprächsrunden bis spät in die Nacht.

Alles in allem kann ich sagen, dass mein erster Besuch auf der Leipziger Buchmesse ein großartiges Erlebnis war, das ich auf jeden Fall wiederholen möchte. Sehen wir uns also alle 2015 wieder, ja?

Donnerstag, 27. Februar 2014

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

Unglaublich: Der Januar ist längst Geschichte, den Februar können wir auch schon abhaken, denn in wenigen Tagen beginnt bereits der März 2014. Kinder, die Zeit rennt aber auch neuerdings.

Auch wenn es auf den ersten Blick ruhig um mich geworden ist, war ich alles andere als untätig im neuen Jahr. Ich will euch hier einen kleinen Überblick geben, damit ihr wisst, was euch demnächst von mir alles so erwartet.

Leipziger Buchmesse

Endlich ist es soweit: Ich werde zum ersten Mal in meinem Leben zur Leipziger Buchmesse fahren. Unterkunft ist organisiert, Presseticket liegt bereit, Anreise muss noch, und ich werde mir für die eineinhalb Messetage wahrscheinlich so viel vornehmen, dass ich nicht einmal ein Viertel davon wirklich schaffe. Was die LBM für mich so reizvoll macht, sind die Menschen, die ich dort treffen werde. Zunächst einmal die Leute von der "Burg", einem kleinen, feinen Autorengrüppchen, mit dem ich mir in Leipzig eine Ferienwohnung teilen werde. Ich kenne sie bisher alle nur "virtuell" und bin ganz gespannt darauf, sie in natura zu treffen. Dann plane ich, neobooks an ihrem Stand zu besuchen. Auch der Luzifer-Verlag wird mit eigenem Stand vertreten sein. Auf den Luzifer-Boss Steffen Janssen bin ich besonders neugierig. Bisher hatten wir "nur" übers Internet und die sozialen Medien miteinander zu tun, nun aber werde ich mal persönlich bei ihm vorbeischauen. Nicht zuletzt freue ich mich auf Constantin Dupien und die Autorenkollegen und -kolleginnen der neuen Anthologie, an der ich mitschreiben durfte und die auf der LBM präsentiert werden soll.

Mängelexemplare 2: Dystopia

Das ist der Titel der neuen Anthologie. Schon in den ersten Mängelexemplaren war ich dabei. Nun habe ich auf Constantins Einladung ein dystopisches Schauermärchen verfasst, das in dem neuen Buch erstmals veröffentlicht wird. Für mich ist es eine riesige Ehre, dabei sein zu dürfen. Denn meine Anthologie-Nachbarn sind richtige Hochkaräter der deutschen Phantastik- und Horror-Szene: Michael Dissieux, Jennifer Jäger, Vincent Voss, D. J. Franzen, Moe Teratos, Stefanie Maucher, Arthur Gordon Wolf und so weiter. Ein paar von ihnen haben angekündigt, bei dem von Herausgeber Constantin geplanten Signierabendessen in Leipzig dabei zu sein. Dann sitzen wir alle irgendwo in einem netten Lokal, essen hoffentlich was Feines und schreiben unsere Autogramme in die streng limitierte Sonder-Hardcover-Spezialausgabe, die vor der regulären Veröffentlichung gedruckt wird. Das wird bestimmt ein echtes Highlight an meinem LBM-Wochenende!
Das Buch kann übrigens bereits vorbestellt werden, und zwar in der regulären Hardcover-Ausgabe und enthält 19 dystopische Geschichten, die einen äußerst düsteren Blick in die Zukunft oder - wie in meinem Fall - in eine erschreckend bedrückende Fantasiewelt werfen. Und das Cover vom begnadeten Illustrator Timo Kümmel ist der Hammer, nicht wahr?

Ich lerne was

Am Wochenende 31. Mai / 01. Juni 2014 werde ich mich in München aufhalten und an einem Autorenseminar der Textmanufaktur teilnehmen. Dozent Peter Hammans wird uns dann alles zum Thema "Spannung, Krimi, Thriller" beibringen. Hammans selbst arbeitet seit vielen Jahren als Lektor für Droemer Knaur und betreut unter anderem die Bestsellerautoren Val McDermid oder John Katzenbach.

Ich bin sehr gespannt auf dieses Seminar, das ich im vergangenen Jahr durch meinen Sieg beim neobooks-Thrillerwettbewerb gewonnen hatte. Es wird mein allererstes Autorenseminar sein, und ich bin neugierig auf die Inhalte, auf das, was ich daraus mitnehme, und auch auf die anderen Teilnehmer. Allerdings muss ich dafür auch noch einiges vorbereiten. Einfach hingehen, sich berieseln lassen und wieder abhauen ist nicht. Stattdessen wird von jedem Teilnehmer ein Textauszug sowie ein Exposé des jeweiligen Projektes erwartet, an dem er arbeitet. Zwei Wochen vor Seminarbeginn. Holla! Wenn das nicht die Gelegenheit ist, endlich meinen Mysterythriller "Vincents Treppe" vorwärtszubringen, dann weiß ich auch nicht. Auch schön: Das Seminar wird in den Räumen der Droemer Knaur Verlagsgruppe stattfinden, zu denen neobooks ja gehört.

Und sonst so?
Cover: DIABOLOS MMXIV


Ich habe in letzter Zeit viel, wirklich sehr viel gelesen. Und es stapeln sich schon die nächsten Bücher und Geschichten, dass ich mittlerweile echt Prioritäten setzen muss, was zuerst kommt. Es waren auch wieder ein paar Perlen dabei, die ich demnächst hier im Blog vorstellen möchte. Und ich weiß jetzt schon, dass eines meiner Lieblingsbücher 2014 die neue Diabolos-Anthologie aus dem Luzifer-Verlag sein wird. Ich durfte nämlich schon die ersten Geschichten daraus lesen und war schwer begeistert. Es passiert nicht sehr oft, dass mich eine Horrorgeschichte wirklich so gruselt, dass ich davon eine Gänsehaut kriege. Diabolos hat das mehrmals geschafft. Auch dieses Buch werde ich vorstellen, wenn ich es vollständig gelesen habe. Auf die Printversion müssen wir übrigens noch etwas warten, aber das eBook gibt es seit dieser Woche schon.

Dann habe ich ein paar Aufträge in Sachen Korrektorat angenommen. Kleinere Sachen, meist nur Freundschaftsdienste, aber auch die - besonders die - erledige ich mit großer Gewissenhaftigkeit. Ich darf bei so viel Engagement für andere, befreundete Autoren nur nicht meine eigenen Schreibprojekte aus den Augen verlieren. Wie schon erwähnt: Vincents Treppe wird definitiv zu Ende geschrieben - da hoffe ich, den nötigen Schwung und die richtigen Inspirationen und Tipps aus dem Seminar mitzunehmen. Eine Idee für einen weiteren Roman ist schon am Gären und wird nach und nach notiert - am Ende könnte eine Art Horror-Mystery-Chicklit-Crossover herauskommen, so zumindest fühlt es sich derzeit an.

Und dann könnte da noch demnächst ein Gemeinschaftsprojekt mit einem Autoren zu einer dystopisch angehauchten Dark SciFi Story anlaufen. Die ersten Seiten des Manuskriptes liegen mir jetzt zur Sichtung und Meinungsbildung vor. Es liest sich schon einmal gut an und macht mich neugierig.

Also, langweilig wird es mir jedenfalls nicht so schnell.

Montag, 30. Dezember 2013

Was für ein Jahr - Mein persönlicher Rückblick auf 2013

In diesem Jahr ist wieder viel passiert in der Welt - ich beschränke mich also auf das, was mich aus literarisch-schriftstellerischer Sicht beschäftigt hat. Immerhin hat es da für mich so einige Highlights gegeben, auf die ich nun, am Ende des Jahres angekommen, recht zufrieden zurückblicken kann.


Ich schrieb, ich las, ich bloggte, ich gewann, ich erlebte. Deshalb vorab eine Warnung: Das wird lang, auch wenn ich mich aufs Wesentliche beschränke. :-)

Neue Geschichten

Blind Date

Ein Cyberthriller, den ich für den letzten großen Bookrix-Wettbewerb schrieb. Darin trifft eine junge Frau in einer virtuellen Welt auf einen Typen, der von sich behauptet, ein Dämon zu sein. Sie lässt sich auf sein Spielchen ein und ahnt nicht, welcher Gefahr sie sich aussetzt. Beim Schreiben halfen mir meine eigenen Erfahrungen in der virtuellen Welt von Second Life. Ich konnte mich recht weit vorn platzieren, fürs Siegertreppchen reichte es aber nicht. Dafür erhielt die Geschichte einen Platz in der sehr coolen Anthologie "Mängelexemplare" von Constantin Dupien, die von vielen Genrekennern als eines der Anthologie-Highlights der deutschen Horrorliteratur 2013 bezeichnet wurde.

Redrum kommt nach Hause

Noch ein Wettbewerbsbeitrag. Diesmal ausgerichtet von neobooks. Mein Hauptmotivator war der Umstand, dass Thriller-Bestsellerautor Sebastian Fitzek in der Jury saß. Ich schrieb den Kurzthriller an einem einzigen Abend. Darin nimmt ein Büchersammler den Fahrstuhl, um seinen neuesten Kauf,  eine seltene Ausgabe von Stephen Kings "Shining" abzuholen. Als der Strom ausfällt und der Fahrstuhl stecken bleibt, erlebt der Sammler das nackte Grauen.

Die Brezelfrau

Das Schauermärchen ist meine Neu-Interpretation des Grimm-Märchens "Hänsel & Gretel" und meine erste Geschichte, die ich gezielt für den Self-Publishing-Markt schrieb. Die talentierte Grafikdesignerin F. Riedel lieferte mir das wunderschöne Cover. Ich hatte großen Spaß am Schreiben dieser Geschichte und plane bereits weitere schaurige Neu-Interpretationen.

Der Narrenkönig und Endstation

Das eine ist ein Märchen für Erwachsene, in dem ein Hofnarr notgedrungen die Geschäfte des Königs übernehmen muss, das andere eine deprimierende Scifi-Kurzgeschichte über einen Mann, der zum Sterben ans Ende der Welt reist. Beide Texte entstanden bei so genannten Duellen in einer kleinen, geschlossenen Autorengruppe. Den „Narrenkönig“ kann man bis auf weiteres auf Bookrix nachlesen, die „Endstation“ ist (noch) nicht öffentlich lesbar.

Wettbewerbe, Ausschreibungen und Preise

Mängelexemplare und andere makabre Geschichten

Diese Kurzgeschichtensammlung ist eine meiner Lieblingsanthologien. Warum? Ich liebe das Cover, das von einer Künstlerin gemalt (!) wurde und das die Initialen aller teilnehmenden Autoren enthält. Ich bin ganz stolz, in dieser Anthologie mit solchen Autoren wie Vincent Voss oder Stefanie
Maucher zusammen vertreten sein zu dürfen. Und: Als Opener fand mein  kleines Gedicht "Feuertanz" auch noch Einzug in das Buch. Es darf derzeit übrigens für den Vincent Preis 2013 nominiert werden, nur mal so am Rande erwähnt.

Die kleine Meerjungfrau weint nicht um ihren Prinzen

Dieses Märchenbuch erschien Ende August im Machandel-Verlag und richtet sich an Erwachsene. Es enthält neu interpretierte oder ganz neue Märchen im Stil von Hans Christian Andersen. Von mir ist das Schauermärchen "Schwefelhölzchen" dabei, meine düstere Rachestory vom kleinen Mädchen mit den Schwefelhölzern. Das Buch ist unglaublich liebevoll gestaltet mit einem sehr schönen Cover und vielen Schwarz-Weiß-Illustrationen im Inneren.

Best of net-Verlag

Der net-Verlag brachte Mitte des Jahres einen Sammelband heraus, in dem all jene Kurzgeschichten versammelt sind, die in den Anthologien, zu denen sie gehörten, die jeweils besten Beiträge darstellen. Ich bin mit "Die Gartenpforte" dabei, nach wie vor eine meiner liebsten Geschichten.

neobooks-Wettbewerb "Wenn es dunkel wird"

Ich kann es bis heute nicht glauben, dass ich mich mit meinem Kurzthriller „Redrum kommt nach Hause“ gegen mehr als 300 Konkurrenten durchgesetzt und den Wettbewerb gewonnen habe. Mein Highlight des Jahres!


Deutscher Phantastik Preis 2013
für Beste Originalanthologie
Ich hatte eigentlich nur ein persönliches Feedback von Juror Sebastian Fitzek haben wollen. Das bekam ich auch - und so viel mehr. Ich erhielt ein Schreibseminar in der Textmanufaktur nach meiner Wahl. Ich habe mich noch nicht entschieden, aber ich will das Seminar auf jeden Fall im nächsten Jahr machen. Dann kommt "Redrum" zusammen mit den Plätzen 2 bis 10 in eine Anthologie mit dem Titel "Hüte dich". Meine erste Publikation in einem richtig großen Verlag! Einziger Wermutstropfen: es ist eine reine eBook-Veröffentlichung. Immerhin werden wir Autoren an den Erlösen beteiligt. Also wird es hoffentlich  ein Bestseller. Oder so. :-)

Deutscher Phantastik-Preis

Dieser Preis für herausragende Werke der deutschsprachigen phantastischen Literatur wird jedes Jahr auf der Dreieich Bucon, die parallel zur Frankfurter Buchmesse stattfindet, verliehen. In der Kategorie „Beste Anthologie“ waren sogar zwei Werke nominiert, in denen ich mit eigenen Geschichten vertreten war: Der „Vampire Cocktail“ und „Wenn das die Grimms wüssten“. Am Ende konnte sich das Märchenbuch aus dem art&words Verlag durchsetzen. Indirekt fühle ich mich also auch als Preisträgerin, auch wenn die Trophäe jetzt den Schreibtisch von Herausgeber Peter Hellinger schmückt (nehme ich an).

Do-it-yourself: Erste Schritte als Self-Publisher 

Zwischenstopp - Dunkle Geschichten

Ich fasste neun Kurzgeschichten und ein Gedicht zusammen und brachte meinen Storyband via neobooks auf den Markt. Später änderte ich die Veröffentlichungsweise etwas und publizierte bei Amazon direkt über KDP, zusätzlich noch bei Beam und Kobo. Neobooks deckt (fast) alle anderen Kanäle ab. Seit Oktober gibt es das Ganze auch noch als Taschenbuch, veröffentlicht über Createspace. Ein Bestseller ist es nicht geworden, aber auch kein Ladenhüter, der ein Mauerblümchendasein führt. Dank guter Vernetzung und Ausnutzung aller kostenlosen Marketingmöglichkeiten (Facebookgruppen, Leserforen, Autorengruppen, Twitter, das eigene Blog) heimste ich einiges an Lob ein und schaffte es immer wieder, das Buch in den Top 10.000 bei Amazon zu platzieren. Andere Selfpublisher lächeln darüber nur müde, aber ich bin ganz zufrieden, und ich muss davon ja auch nicht leben.

Die Brezelfrau

Mein Schauermärchen bekam ein professionelles Cover und durchlief etliche Korrekturen, bevor ich es kurz vor Halloween rausschickte. Es dauerte ein wenig, doch gerade im Dezember erhielt die Geschichte unerwartete, begeisterte Rezensionen und erlangte so einiges an Aufmerksamkeit. Wohl vor allem Weihnachten und den vielen zu diesem Fest verschenkten Christ-Kindles ist es zu verdanken, dass sich das Büchlein mittlerweile auch einigermaßen gut verkauft (was ich eben so unter gut verstehe). Bisher ist das Büchlein nur über Amazon KDP erhältlich, aber das werde ich im neuen Jahr noch ändern.

Gratisaktionen

Nur Dank meiner fünftägigen Gratisaktion für "Das leere Buch" schaffte ich es bis ganz nach vorn im Amazonranking und sammelte bisher 19 gute bis überwiegend sehr gute Amazon-Rezensionen ein. Nach Beendigung verkaufte ich sogar noch eine ganze Weile erstaunlich gut. Aber irgendwann ließ das nach, und mittlerweile verkaufe ich vielleicht fünf Exemplare im Monat. Aber: vor der Aktion verkaufte ich gerade mal ein Exemplar im ganzen Quartal!

Ich denke, man darf Gratisaktionen nicht per se verteufeln, aber sie sind auch nicht die perfekte Lösung. Für mich hat es mehr positive als negative Effekte gehabt, ich habe es auch für das Schauermärchen getan, aber nur für zwei Tage und nach 500 verschenkten Büchern abgebrochen. Ich würde es jedenfalls wieder tun, wenn mein nächstes Self-Publisher-Werk draußen ist.

Rezensionen

Oh ja. Rezensionen sind verdammt wichtig und sollten nicht unterschätzt werden. Sie schmeicheln dem Autoren-Ego, sie motivieren und machen Mut. Sie können potentielle Leser zum Kauf des eigenen Werkes bringen. Das ist mein Fazit aus einem Jahr als aktive Self-Publisherin. Ich habe nicht viele Rezensionen erhalten, aber einige unglaublich gute von Bloggern, die nach meinen Eindrücken eine gewisse Multiplikatorenwirkung haben (können). Insgesamt schrieb ich drei Blogger ganz gezielt an, nur ein Blog sagte zu und schrieb tatsächlich eine Rezi. Die übrigen kamen von ganz alleine auf mich zu bzw. schrieben einfach ihre Rezi, und ich entdeckte die einen Tag später bei Facebook und Co. Womit wir beim nächsten Thema wären.

Erfahrungen mit Werbung in Foren, Facebook & Co.

Was ich gelernt habe: der Spruch "Wer nicht wirbt, der stirbt" ist korrekt, und er trifft auf keinen Bereich so zu wie den der Indieautoren. Aber ich habe auch gelernt, dass nicht jede Form von Werbung überall gleich gut ankommt. Social Web ist toll und eignet sich super für eine kleine Autorin wie mich, die kein Geld für Werbung hat, aber trotzdem auf sich aufmerksam machen will. Jedoch gibt es dort auch Regeln, an die ich mich halten muss.

Wer Facebookgruppen oder Foren beitritt und dort nur Werbung für seine Werke macht, sich aber sonst in keinster Weise beteiligt, der hat schon verloren. Leser sind empfindsame Gemüter. Sie wollen zwar durchaus umworben werden, aber bitte subtil und mehr durch  die Blume und hintenrum. Also nehme ich mir mittlerweile fast täglich die Zeit, mich an Diskussionen zu beteiligen, poste Links zu interessanten Artikeln und versuche, Leuten, die um Hilfe zu irgendeinem Thema bitten, entsprechend Hilfe zu geben. Wenn ich dann mal zwischendurch auf eine neue tolle Rezi zu meinem Buch aufmerksam mache, nimmt mir das keiner übel und bringt mehr Pluspunkte, als hätte ich nur den Link zum Buch und sonst gar nix gepostet.

Eine feine Sache ist es übrigens, sich Autorengruppen und -netzwerken anzuschließen, in denen Gleichgesinnte mit ähnlichen Ansprüchen an Qualität und Originalität zusammenkommen. Qindie ist so ein Netzwerk, und ich bin sehr stolz, dabei sein und das Logo auf meinen Büchern anbringen zu dürfen. Ich drücke Qindie auch für 2014 die Daumen, dass es stetig bergauf geht – Stück für Stück.

Gewinnspiele

Kurz und knapp: Gewinnspiele machen Spaß, aber Arbeit. Also wenn man selbst sie ausrichtet. Ich habe im Frühjahr anlässlich des Tages des Buches an der blogübergreifenden Aktion "Ich schenke Lesefreude" teilgenommen, bei der ich mein Blog in eine große Liste von Blogs eintragen ließ, die alle am selben Tag ein oder mehrere Bücher verlosten. Die Aktion machte Spaß und hatte den angenehmen Effekt, dass ich plötzlich viel mehr Blogbesucher verzeichnen konnte.

Ende des Jahres, kurz vor Weihnachten, startete ich noch eine eigene Gewinnspielaktion. Die Leute mussten in ihren Kommentar schreiben, was es bei ihnen am Heiligabend zu essen geben würde. Leider nahmen nur wenige Leute teil, sodass am Ende nicht einmal zehn Namen im Lostopf landeten.  Dafür freuten sich die drei Gewinner umso mehr über die Bücher, die ich ihnen rechtzeitig vor dem Fest zuschickte.

Ich werde bestimmt auch 2014 Gewinnspiele veranstalten. Wie genau die aussehen werden, überlege ich mir noch genau, denn mittlerweile gibt es so viele Gewinnaktionen von Bloggern und Autoren, dass man sich auch da etwas Besonderes einfallen lassen muss, um aus der Masse hervorzustechen.

Mein Stapel gelesener Bücher

Gelesen habe ich weit mehr Bücher, doch diese hier sind meine Lesehighlights 2013.

Alexander Odin - "Pandämonium"

Mein Überraschungshit des Jahres. Kostenlos abgestaubt, nix erwartet, in einem Rutsch durchgelesen und sehr begeistert.

Anonymous - "Das Buch des Todes"

Als Bourbon-Kid-Fan, der ich bin, ein absolutes Muss. Das Buch ist geil und schreit geradezu nach einer Verfilmung durch Quentin Tarantino. Mindestens.

Justin Cronin - "Die Zwölf"

Die epische Fortsetzung von „Der Übergang“. Dystopischer Horror allererster Klasse.

Madeleine Roux - "Sie kommen!"

Zombieapokalypse aus Sicht einer Bloggerin. Erfrischende, packende Bereicherung des Genres, das ich immer noch für mich entdecke.

Michael Dissieux - "Die Saat der Bestie"

Dissieux ist ein Meister, wenn es darum geht, Weltuntergangsstimmung zu verbreiten. Trostloser und gruseliger kann eine von Menschen verlassene Welt gar nicht mehr sein. Atmosphärisch dicht und verdammt spannend.

Fred Ink - "Wurmstichig"

Für mich die Indie-Entdeckung des Jahres. Die Novelle ergatterte ich in einer Gratisaktion und war komplett begeistert. Großartiges Cover, abartiger Horror, gespickt mit schwarzem Humor und einem Protagonisten, der so unsympathisch ist, dass man ihn einfach ins Herz schließen muss.^^ An Ink bleibe ich dran.

Rona Walter - "Gläsern"

Ein Schauermärchen im Gothic-Style, das Motive aus Schneewittchen und Blaubart geschickt miteinander verwebt. Herrliche Sprache, angenehm eingestreuter Humor und sehr liebenswerte Charaktere. Absolut empfehlenswert.

Anthologie "Diabolos"

Eine der besten Anthologien des Jahres. Ich ging darauf ausführlich in einer Rezension auf meinem Blog ein. Lauter fiese, gruselige, abartige, unterhaltsame Kurzgeschichten von deutschsprachigen Autoren. Dazu das mit Abstand geilste Cover, das ich 2013 auf einem Buch sah. Meine Lieblingsgeschichte ist „Wie die Lemminge“ aus der Feder von Torsten Scheib.

Anthologie "Mängelexemplare"

Meine Lieblingsanthologie 2013. Nicht nur, aber auch, weil ich selbst dabei bin. Weitere Gründe nannte ich bereits oben.

Und sonst so

Regina Mengel & ich auf der Knaur Messeparty 2013

Das waren ja immer noch nicht alle Highlights! Als da wäre die Frankfurter Buchmesse, über die ich ja ausführlich berichtete. Nicht zu vergessen die Knaur Messeparty, die mir so viel Spaß bereitet hat. Davon präsentiere ich hier übrigens ein Beweisfoto: Regina Mengel und meinereiner am Eingang zur Party vor dem „Knaur-Stern“. Schön war’s!

Und in der Zeitung war ich ja auch! Mit einem richtig großen Portraitartikel und einem ordentlichen Foto von mir. Das Ganze erschien in der Offenbach Post, leider nur im Lokalteil für Dietzenbach und leider nicht online und leider genau in der Woche, in der ich im Urlaub war, sodass es insgesamt etwas unterging. Aber cool fand und finde ich es trotzdem.

Außerdem schnupperte ich im August 2013 zum ersten Mal "Bühnenluft", als ich beim Fechenheimer Literaturfestival aus meiner Kurzgeschichte "Der perfekte Cocktail" live vor Publikum vorlesen  durfte. Grit Richter vom Art Skript Phantastik Verlag, die diese Lesung organisiert hatte, hat das Ganze ausführlich und mit Bildern auf ihrem Blog dokumentiert. War toll und hat mir Lust auf mehr gemacht.

Ausblick auf 2014

Nanowrimo

Ich habe es mir ganz fest vorgenommen. Den Nanowrimo 2013 ließ ich schweren Herzens ausfallen, weil mir nicht nur die Zeit fehlte, sondern auch der passende Plot. Für den nächsten Nano habe ich bereits jetzt eine reizvolle Idee, die ich in aller Ruhe auszubauen gedenke, um sie dann im November 2014 zu schreiben. Ich ahne zwar, dass 50.000 Wörter nicht reichen werden, um die ganze Geschichte zu erzählen, aber ich hätte dann zumindest eine Rohfassung, an der sich weiterarbeiten lässt.

Ausschreibungen und Wettbewerbe


Fechenheimer Literaturfestival

Ich liebäugele mit dem MDR Literaturwettbewerb. Dummerweise endet die Frist schon am 31.01.2014. Ob das noch was wird? Ansonsten schaue ich mal, was sich noch so ergibt. Wettbewerbe mit einigermaßen vernünftigen Vorgaben trieben mich bisher immer zu kreativen Höchstleistungen. Also selbst wenn ich keinen Blumentopf gewinne, hätte ich auf jeden Fall eine weitere schöne Kurzgeschichte in meinem Repertoire.

Neue Geschichten

2014 wird mein Jahr der Schauermärchen. Das erste ist bereits fertig konzipiert und wird Anfang des Jahres geschrieben. Ideen für weitere Schauermärchen liegen schon in meiner geistigen Schublade und werden rausgeholt, sobald ich dafür Luft habe. Mein Romanprojekt „Vincents Treppe“ würde ich auch gern vorantreiben. Und dann ist da diese Idee für einen neuen Roman, den ich im Rahmen des nächsten Nanowrimo schreiben möchte. Wenn er wirklich zustande kommt, hätte ich eine Art Horror-Chicklit-Romantasy-Crossover in der Hand.

Veröffentlichungen

Es ist mir zum ersten Mal passiert, dass ich mich nicht um einen Platz in einer Anthologie bewerben musste, sondern dass der Herausgeber mich eingeladen hat, daran mitzuwirken. Meine düstere Scifi-Kurzgeschichte „Endstation“ hätte einen sicheren Platz in dem geplanten Buch – es sei denn, ich kriege meine alternative Geschichte, die sich der Herausgeber wünscht, vorher fertig. Da das Konzept dafür bereits steht, sollte es also am Ende tatsächlich die Alternativgeschichte in diese Anthologie schaffen.

Am 14. Januar 2014 wird auch „Hüte dich“ erscheinen, die Anthologie, die aus dem neobooks-Wettbewerb hervorgegangen ist, den ich im September 2013 gewann. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich das eBook auf dem Markt schlagen wird und drücke mir und meinen Mitautoren fest die Daumen.

Ebenfalls geplant ist mein Märchenbuch für Erwachsene, das ich wieder als Self-Publisher veröffentlichen will. Rein sollen all jene Märchen, die ich schon geschrieben habe: „Die Brezelfrau“, „Vom Mädchen mit der roten Kappe“, „Schneewittchen und die sieben Räuber" und „Der Narrenkönig“. „Schwefelhölzchen“ darf (noch) nicht, weil ich die Exklusivrechte dafür zwei Jahre an den Machandel-Verlag abgetreten habe. Dann schaue ich mal, welche bösen Neu-Interpretationen ich noch so verbrochen kriege. Auf jeden Fall sollen es Schauermärchen werden, also nix für zarte Gemüter und nicht für Kinder.

SuB

Mein Lesejahr 2014 startet furios: Unterm Weihnachtsbaum lag „Dr. Sleep“ von Stephen King. Ich habe auch schon reingelesen – sensationell. Ansonsten werde ich wohl einige eBooks „abarbeiten“, die ich bei Gratisaktionen erworben habe. Alles aus dem Horrorgenre, die meisten von deutschsprachigen Autoren. Überhaupt lege ich mein Hauptaugenmerk auf deutschsprachigen Horror und Phantastik, denn es ist wirklich enorm, was für Qualität und Kreativität von dort kommt – ob nun Verlagsveröffentlichung oder Indie-Publikation.

Schlusswort

Nicht wahr? Ist lang geworden. Aber ich hatte euch eingangs gewarnt. Deshalb nur ein ganz kurzes Schlusswort: 2013 war für mich ein phantastisches Jahr, und ich weiß gar nicht, ob und wie ich das in 2014 übertrumpfen kann. Aber ich freue mich sehr auf das neue Jahr und auf all die Projekte, die ich in Angriff nehmen möchte.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich wünsche euch Gesundheit, Glück und Zufriedenheit und vor allem immer Zeit für ein gutes Buch!

Man liest sich.