Wenn ein Wochenende wie im Flug vergeht, dann liegt es daran, dass es ein fantastisches Wochenende ist, eines, auf das man sich lange gefreut hat, das voll ist mit intensiven Erlebnissen, guten Gesprächen und ganz viel Input. Genau so ein Wochenende war das vergangene, das ich auf der Leipziger Buchmesse verbracht habe. Für mich war es die erste LBM, und ich kann jetzt schon sagen: Ich würde das gern wiederholen.
Autoren und andere Menschen
Die LBM habe ich vor allem als eines wahrgenommen: als einen Ort, an dem ich jede Menge lieber Menschen getroffen habe. Ein paar kannte ich vorher zumindest schon virtuell von Facebook, von anderen hatte ich nur schon gehört, wieder andere habe ich dort ganz neu kennengelernt. Eines hatten sie alle gemeinsam: die Liebe zu Geschichten, die Leidenschaft für Bücher, egal ob begeisterte Leser, kritische Buchblogger, emsige Verleger oder schreibwütige Autoren. Wenn ich jetzt anfange, alle Leute namentlich aufzuzählen, denen ich begegnet bin, könnte dieser Post recht lang werden, und ich würde bestimmt jemanden vergessen. Beschränke ich mich also auf ein paar ausgewählte Highlights.
| LBM am Abend |
Autoren und andere Menschen
Die LBM habe ich vor allem als eines wahrgenommen: als einen Ort, an dem ich jede Menge lieber Menschen getroffen habe. Ein paar kannte ich vorher zumindest schon virtuell von Facebook, von anderen hatte ich nur schon gehört, wieder andere habe ich dort ganz neu kennengelernt. Eines hatten sie alle gemeinsam: die Liebe zu Geschichten, die Leidenschaft für Bücher, egal ob begeisterte Leser, kritische Buchblogger, emsige Verleger oder schreibwütige Autoren. Wenn ich jetzt anfange, alle Leute namentlich aufzuzählen, denen ich begegnet bin, könnte dieser Post recht lang werden, und ich würde bestimmt jemanden vergessen. Beschränke ich mich also auf ein paar ausgewählte Highlights.
Das Treffen der Kleinverlage
Eine der ersten Anlaufstellen, kaum dass ich meinen Fuß auf das Messegelände setzte, war der Stand des Luzifer-Verlages. Steffen Janssen kannte ich bisher nur per E-Mail und Internet. Er nahm zum ersten Mal als Aussteller teil. Ich fand den kleinen, feinen Stand schnell und freute mich, dem sympathischen Verleger endlich einmal persönlich die Hand schütteln zu dürfen. Sein Verlag und dessen Programm haben in meinem Leserherz längst einen festen Platz in der vordersten Reihe.
Beim Herumschlendern entdeckte ich noch ein paar weitere Verlage, die auf der Frankfurter Buchmesse nicht vertreten gewesen waren und bei denen ich schon einmal Kurzgeschichten veröffentlicht hatte. So freute ich mich, Charlotte Erpenbeck vom Machandel Verlag und Maria Weise vom net-Verlag persönlich kennenzulernen. Ich empfand das als sehr angenehm, dass an der LBM etliche kleinere, engagierte Verleger, die sich auf Nischen und besondere Bücher konzentrierten, teilnahmen und die Buchmesse um einige Facetten bereicherten.
Kaffeekränzchen mit Q
Mein richtiger Messetag war der Freitag, weil ich am Samstag schon komplett mit der Leipziger Autorenrunde ausgebucht war, über die ich noch separat berichten werde. Da ich erst mittags in Leipzig ankam, blieb mir gar nicht so viel Zeit, um mich umzuschauen. Mit Sicherheit habe ich einiges Spannendes verpasst, denn ich musste ja Prioritäten setzen. Ich war zum Beispiel auf keiner einzigen Lesung, obwohl es davon unzählige an diesem Wochenende gab. Ganz oben stand mein geplantes Treffen mit den Inflagranti-Bloggern Jack & Tilly. Am Ende war daraus ein kleines Qindie-Treffen geworden, denn zu uns gesellten sich auch noch Regina Mengel, David Pawn, Florian Tietgen und Maria M. Lacroix, alles Autoren mit dem Q-Siegel.
Anschließend begleitete ich Jack & Tilly noch zum Autoren-Blogger-Treffen von Random House. Eine etwas unglücklich organisierte Veranstaltung, wie ich finde. Zwar waren die anwesenden Autoren an ihren grellgrünen Buttons zu erkennen, doch Namensschilder fehlten, und wir brauchten eine Weile, um in dem Gedränge überhaupt mal einen interessanten Autoren zu finden, dessen Buch die Inflagranti-Blogger ansprach. Sehr sympathisch kam der Däne Kristian Bang Foss rüber, der seinen Roman "Der Tod fährt Audi" vorstellte. Darüber wird es sicherlich demnächst eine Buchbesprechung bei Inflagrantibooks zu lesen geben.
Essen und Signieren
Alles so schön bunt hier
Was die Leipziger von der Frankfurter Buchmesse unterscheidet? Zunächst einmal ist die LBM eine richtige Publikumsmesse. Es gibt keine Fachbesuchertage, Privatpersonen können an allen Tagen hingehen. Das Publikum erschien mir im Durchschnitt um einiges jünger. Es gab unglaublich viele jugendliche Messebesucher und auch jede Menge Kinder, die entweder gruppenweise mit Lehrer oder mit ihren Eltern durch die Hallen zogen. Das Gelände erschien mir nicht unbedingt kleiner, aber kompakter und übersichtlicher. Ich konnte mich wesentlich besser orientieren und fand alles schnell.
Was mich anfangs faszinierte: die vielen, vielen, bunten Cosplayer, die der LBM etwas Karnevalshaftes verliehen. Sie waren überall. Die ersten entdeckte ich schon am Hauptbahnhof, als ich noch nicht einmal den Bus verlassen hatte. Ich gestehe, ich kann mit Cosplay nicht viel anfangen. Ist nicht mein Ding, ich kenne mich damit auch absolut nicht aus. Soweit ich es verstehe, geht es bei Cosplay darum: Fans irgendwelcher japanischen Mangaserien und Animes verkleiden sich als ihre Lieblingsfiguren, schmücken sich mit schrillbunten Frisuren, Gummiohren, farbigen Kontaktlinsen und selbstgebastelten Fantasywaffen aus Kunststoff und Pappmaché. Dermaßen zurechtgemacht flanieren sie auf dem Messegelände herum, posieren gern für Fotos und betreiben teilweise eine Art Liverollenspiel, wenn sie in ihren Figuren vollkommen aufgehen.
Ich will es mal diplomatisch ausdrücken: Die Selbstwahrnehmung so manches Cosplayers scheint in eine Richtung zu gehen, die so weit wie möglich von der Realität entfernt ist. Nicht jeder Anblick ist schön. Meine anfängliche Faszination schlug irgendwann in angenervte Übersättigung um. Das Gute: Ich muss nicht hingucken, ich muss nicht mitmachen, ich darf es ignorieren. Cosplay ist nicht als Provokation gedacht, sondern drückt ein Lebensgefühl und die Liebe zu Geschichten aus. Insofern: Leben und leben lassen. Die Cosplayer schienen sich wohlzufühlen und einen Riesenspaß zu haben. Sollen sie doch. Auch dafür ist so eine Buchmesse da. Ich kann nicht beurteilen, ob und wie stark Cosplay auf der Frankfurter Buchmesse vertreten ist, weil ich dort immer nur an den Fachbesuchertagen war, und da kommen die Verkleideten wohl eher selten vorbei. Ein herausragendes Beispiel, das sogar mich beeindruckt hat, zeige ich hier einmal. Ich möchte nicht wissen, wie lange die Dame (ich nehme an, es ist ein weibliches Wesen^^) für ihr Outfit inklusive Ganzkörpermakeup gebraucht hat. Respekt!
Was bleibt
Ich bin sehr angetan von der Leipziger Buchmesse, was sicher auch daran lag, dass an diesem Wochenende einfach alles gepasst und bestens funktioniert hat. Mein Fernbus (ja, ich reiste per Bus an) war pünktlich und superbequem, das Wetter am Freitag frühlingshaft schön, die Leute auf der Messe allesamt sehr nett und die Atmosphäre war insgesamt einfach Klasse und irgendwie so erfüllt von Tatendrang und spannenden neuen Ideen, die ihren Weg ans Licht der Welt suchten. Meine Ferien-WG-Mitbewohner, allesamt begeisterte Bücherjäger und leidenschaftliche Freizeitautoren, waren wunderbar. Wir hatten eine Menge Spaß miteinander und führten unsere mehr oder weniger "ernsthaften" Gesprächsrunden bis spät in die Nacht.
Alles in allem kann ich sagen, dass mein erster Besuch auf der Leipziger Buchmesse ein großartiges Erlebnis war, das ich auf jeden Fall wiederholen möchte. Sehen wir uns also alle 2015 wieder, ja?
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