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Donnerstag, 31. Dezember 2015

Jahresrückblick die zweite: Buchmesse, Schreiben & Co.

Als ich überlegte, dass ich ja eigentlich noch einen Jahresrückblick verfassen wollte, dachte ich zunächst, dass es da doch gar nicht so viel zu erzählen gäbe. Doch tatsächlich habe ich eine ganze Menge schöner, aufregender Dinge im Jahr 2015 erlebt, sowohl als Autorin als auch als Bloggerin, Leserin und Lektorin.

Neue Geschichten und Veröffentlichungen

2015 war ich längst nicht so produktiv, wie ich es mir vorgenommen hatte. Mein Romanprojekt steckt nach wie vor in den Kinderschuhen. Ich bin, wann immer ich die Muße habe, damit beschäftigt, mir über den Plot, die Konflikte und Figuren Gedanken zu machen, aber vor mir liegt noch ganz viel Arbeit. Auch mehrere geplante Kurzgeschichten warten noch darauf, endlich in die Tat umgesetzt zu werden. Dennoch kann ich ein paar neue, fertige Geschichten und sogar Veröffentlichungen vorweisen.

Das Highlight war natürlich die Veröffentlichung meines zweiten Kurzgeschichtenbandes, der sich diesmal ganz meiner heimlichen Leidenschaft, den Schauermärchen, verschrieben hat. Das Buch "Des Nachts im finstren Wald" enthält sieben Märchen, wie sie noch nie zuvor erzählt worden sind - düster, gruselig, böse, fies. Es erschien rechtzeitig vor der Leipziger Buchmesse, wo ich es auch auf dem Gemeinschaftsstand von Qindie ausstellte - dazu später mehr. Erwartungsgemäß wurde daraus kein Bestseller, aber dennoch habe ich es etliche Male als eBook und Taschenbuch verkaufen und einige Leser begeistern können. Es gab viel Lob auf Blogs und in Amazon-Rezensionen, allerdings auch Tadel, noch dazu ausgerechnet von meinen Lieblingsbloggern. Aber so ist das manchmal. Krönchen richten und weitermachen. Mir selbst gefällt mein Buch außerordentlich gut, nicht zuletzt wegen des schönen Covers, das mir von derselben Designerin kreiert wurde, die schon das Cover für die Brezelfrau gefertigt hatte. Ich freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich wieder ein Märchenbuch verkauft habe. Übrigens ist es seit dem Sommer auch in allen Shops der Tolino-Media Allianz erhältlich.

Auch bei meinen Kurzgeschichten gab es neue und Wiederveröffentlichungen. "Die Gartenpforte", eine meiner Lieblingskurzgeschichten, erfuhr in diesem Frühjahr eine erneute Veröffentlichung. Bernd Walter nahm sie in seine Anthologie "XUN Taschenbuch der Fantastik Nr. 11" auf.

Zum ersten Mal veröffentlicht wurde meine düstere SciFi-Kurzgeschichte "Die letzte Reise" über einen todkranken Mann, der zum Sterben ans Ende der Welt reist. Sie erschien in der Anthologie "Hinter den Kulissen - Wenn Worte zu Geschichten werden". Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Autoren-Netzwerkes. Das Schöne daran ist, dass sämtliche Erlöse an die gemeinnützige Stiftung "Brot und Bücher" gespendet werden. Das war meine erste Beteiligung an einer Charity-Anthologie, ich hatte auch für zwei Beiträge das Lektorat übernommen. Es war (und ist) eine schöne Erfahrung, und ich hoffe, dass wir mit diesem Buch noch viel erreichen.

Eine weitere Kurzgeschichte von mir erschien Ende Oktober 2015 in der Anthologie "Bloody Qindie präsentiert: Dunkle Seelen". In "Der Waschkeller" lernt die resolute Hausfrau Rita ihren neuen Nachbarn kennen, einen komischen Kerl mit merkwürdigem Namen, sehr verdächtigen Flecken auf seinen Klamotten und offenbar keiner Ahnung, wie man richtig Wäsche wäscht. Die Geschichte ist nicht so wirklich ernst gemeint und weiß hoffentlich zu amüsieren. Sie zu schreiben, hat mir schon einmal viel Spaß gemacht.

Buchmesse-Gewusel

Ich wuselte in diesem Jahr gleich auf drei (!) Buchmessen herum: in Leipzig, Frankfurt und auf dem BuCon in Dreieich-Sprendlingen. Jede Messe für sich war wunderbar und voller intensiver Erlebnisse. In Leipzig war ich diesmal sogar als Ausstellerin dabei, denn Qindie hatte einen eigenen Stand, an dem ich mich beteiligt hatte. So viele liebe Menschen, die ich überall traf - wiedertraf, zum ersten Mal traf, zufällig über den Weg lief. So etwas kann schon ein bisschen süchtig machen, und ich möchte es auch im nächsten Jahr unbedingt wiederholen. Hoffentlich klappt wieder alles mit Urlaub, Unterkunft und Presseticket...

Bühnenerfahrung

Gleich zweimal durfte ich in diesem Jahr vor Publikum vorlesen. Im März während der Leipziger Buchmesse hatte ich die große Ehre, mit meinem Lieblingsautor Vincent Voss gemeinsam aufzutreten. Stefanie Maucher, eine weitere liebe Kollegin, mit der ich schon in zwei Anthologien vertreten sein durfte, hatte den Abend in einer echten Leipziger Rockerkneipe organisiert. Es gab eine Bühne, ein Mikrophon, Freigetränke für die Künstler (also für uns!) und sogar musikalische Begleitung. Es war verdammt geil und verdammt lustig. Ich las mein Schauermärchen "Schwefelhölzchen" vor und war völlig verdattert, als ich dafür Applaus und anschließend lobende Worte von einigen Zuhörern erhielt. Im Oktober, wieder während der Buchmesse, diesmal die in Frankfurt, gab es die zweite Gelegenheit, mich live auf einer Lesebühne zu erleben. Diesmal war es ein Heimspiel, denn die Lesung fand in Dietzenbach im Theater Schöne Aussichten statt. Meine Mitstreiter waren die wunderbare Melisa Schwermer, eine extrem erfolgreiche Thrillerautorin, und der charmante Bernar LeSton, ein sympathischer Autor von bizarren, bisweilen makabren Kurz- und Kürzestgeschichten. Wir waren total aufgeregt, weil der Laden mit fast 50 Gästen so gut wie ausverkauft war - beachtlich für eine Lesung! Bilder und einen ausführlichen Bericht gibt es hier.

Literarische Geburtshilfe

In diesem Jahr hatte ich zeitweise so viel mit Lektorat und Korrektorat zu tun, dass meine eigene Schreiberei zurückstecken musste. Das war zwar manchmal etwas frustrierend, aber auf der anderen Seite macht diese Tätigkeit so viel Spaß, dass ich darauf nicht mehr verzichten möchte. Etliche Manuskripte von ganz unterschiedlichen Selfpublishern unterzogen sich in diesem Jahr meinem prüfenden Blick, um auch die letzten fehlenden Kommata einzusetzen und wirklich alle Buchstabendreher und Wortwiederholungen auszumerzen. Mit dabei waren Ratgeber und Kochbücher von Barbara Costa, Sinnliche Werwolf-Romantasy von Natalie Salkin, historische Vampir-Fantasy von Charlotte da Silva, romantische Liebesromane von Katherine Collins, Gay Romance von Adreano Castelano, handfeste SM-Erotik und Thriller von Bella Lamour oder Urban Vampire Fantasy von Melissa David. Es macht mich schon ein wenig stolz, wenn ich von Zeit zu Zeit den Verkaufsrang dieser Bücher bei Amazon nachschaue und feststelle, dass sie sich verdammt gut verkaufen und auch eine Menge positiver Rezensionen erhalten. Richtig stolz hat es mich auch gemacht, als ich auf dem BuCon von Schemajah Schuppmann, dem Chef vom Papierverzierer Verlag, mein persönliches Belegexemplar des Urban Fantasy Romans "Die Augen des Iriden" von Maja Loewe erhielt. Das Lektorat für dieses Buch hatte ich bereits 2014 begonnen und zuletzt Anfang 2015 finalisiert.

Da ist also doch eine ganze Menge zusammengekommen, nicht wahr? Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt gar nicht. Im Januar erhalte ich voraussichtlich das nächste Manuskript von Bella Lamour, auf dessen Veröffentlichung ihre Fans wahrscheinlich schon sehnsüchtig warten. Außerdem habe ich vor kurzem eine neue Geschichte in der Rohfassung an zwei liebe Bloggerinnen geschickt, die mir dazu erstes Feedback gegeben haben. Ich plane, diese Geschichte auszubauen und zu einer eigenständigen Horrorgeschichte zu machen, die im Lauf des nächsten Jahres das Licht der Buchwelt erblicken soll. Und dann ist da ja noch mein Romanprojekt, ich weiß, ich weiß. Mal sehen, wie es weitergeht und was ich 2016 erleben und vielleicht erreichen werde.

Ich hoffe, ihr begleitet mich auf diesem Weg weiterhin. In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Rutsch, viel Erfolg, Freude und Gesundheit für das neue Jahr und natürlich stets ein gutes Buch!

Eure Jana Oltersdorff

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Jahresrückblick, die erste: Meine Lesehighlights 2015

Kaum noch 24 Stunden, bis das Jahr vorbei ist. Höchste Zeit, mich mit dem Zurückblicken zu befassen. 2015 ist wahnsinnig viel passiert, vor allem viel Schönes und Aufregendes, deshalb teile ich meinen Jahresrückblick mal ein wenig auf.

Heute schaue ich zunächst auf die Bücher und Geschichten zurück, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Literarisch betrachtet bestand 2015 für mich fast nur aus Highlights, da wird es es schwierig, jedem gelesenen Buch wirklich die Ehre zu erweisen, die es meiner Meinung nach verdient hat. Ich mache einfach ein Best-of draus und präsentiere euch nun eine sehr subjektive Auswahl meiner persönlichen Lesehighlights 2015.

Wiederentdeckung 2015

"Die unendliche Geschichte" von Michael Ende
Was habe ich dieses Buch geliebt! Ach was, ich liebe es immer noch. Dieses Buch gehört definitiv auf meine Liste der Bücher, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Als Kind besaß ich immer nur die dtv-Taschenbuchausgabe. Die war zwar auch ganz schön, aber eben kein Hardcover. Anfang des Jahres entdeckte ich auf einem Bücherbasar die gebundene Erstausgabe des Thienemann Verlages und musste einfach zuschlagen. Ich habe das Buch nicht noch einmal ganz gelesen, aber es liegt seitdem stets in Reichweite, und ich liebe es, darin zu blättern und die eine oder andere Passage zu genießen.

Genre-Ausreißer 2015

"7 Days of Black" - Reihe von Bella Lamour
Ich führe ja Lektorat und Korrektorat für andere Autoren durch, und auf diesem Wege lerne ich auch immer wieder Geschichten und Genres kennen, die ich normalerweise überhaupt nicht auf dem Schirm hätte. So geschehen mit den Erotikthrillern von Bella Lamour. Wir lernten uns im Frühjahr kennen, ich korrigierte eine kürzere SM-Story und war beeindruckt davon, wie elegant und zugleich prickelnd man sich ausdrücken kann, wie treffend man erotische Szenen beschreiben kann, ohne kitschig zu werden oder ins Klischee abzudriften. Bis dahin hatte ich "solche Geschichten" immer von meinem Leseradar verbannt. Keine Angst, ich bin immer noch kein Fan des Genres - Stilblüten wie "50 Shades of Grey" werde ich weiterhin meiden. Aber die Bücher von Bella Lamour haben einen besonderen Platz in meinem Bücherherzen, seit ich mit dieser tollen Autorin zusammenarbeite. Sie kann nicht nur Erotik, sie kann auch Thriller und Horror und weiß, wie sie das geschickt miteinander verwebt. Ihre Reihe "7 Days of Black" ist deshalb mein Geheimtipp für Liebhaber(innen) des Genres.

Anthologie-Highlights 2015

Ihr wisst mittlerweile, wie gern ich Kurzgeschichten lese. Wenn dann Anthologien auf den Markt kommen, die das Thema Horror behandeln, in denen Lieblingsautoren wie Vincent Voss mit von der Partie sind und die bei so tollen Verlagen wie dem Amrûn Verlag erscheinen, kann ich einfach nicht Nein sagen. In diesem Jahr waren es zwei Anthologien, die mir besonders gut gefallen haben. Beide aus dem Amrûn Verlag, einmal geht es um Zombies, einmal um Haunted Places, also Orte, an denen es spukt.
Die "Zombie Zone Germany" habe ich noch nicht komplett durchgelesen, deshalb werde ich meine ausführliche Buchbesprechung im nächsten Jahr abgeben. Dagegen habe ich die dritte Ausgabe der "Mängelexemplare: Haunted" schon gelesen, bin aber seit Wochen nicht mehr dazu gekommen, darüber etwas im Blog zu veröffentlichen. Auch das werde ich nachholen. So viel darf ich verraten: Beide Bücher sind etwas Besonderes, beide enthalten ein paar großartige Stories, die mich mächtig begeistern konnten. Must-Reads für Freunde des Horrors in Kurzform!


Abgefahrenster Horrorschmöker 2015

"Crossover: Es wird dich verändern" von Fred Ink
Was für ein Hammerbuch! Seit "Wurmstichig" bin ich ein Fan des Autors. Auch mit "Crossover" konnte er mich restlos begeistern. Das ist eines dieser Bücher, bei denen ich nicht aufhören konnte zu lesen und mich gleichzeitig davor gefürchtet habe, welcher Schrecken mir beziehungsweise den armen Protagonisten auf der nächsten Seite begegnen würde. Mehrere Menschen, die sich nicht kennen, erwachen an einem fremden Ort, der von massivem Zerfall gezeichnet ist. Sie wissen nicht, wo sie sind, wie sie hergekommen sind und wie sie wieder rauskommen. Und als ob das nicht reichen würde, um durchzudrehen, werden sie von furchterregenden Viechern und seltsamen, menschenähnlichen Geschöpfen bedroht. Mehr will ich darüber nicht verraten. Lesen, okay? Unbedingt lesen!

Lustigstes Buch 2015

"Mad Jerry - Der postapokalyptische umherziehende Krieger" von Ben Wallace
Ein lustiger Endzeitroman? Ja, geht denn das? Klar! Dieses Buch aus dem Luzifer Verlag hat mich davon überzeugt, dass die Apokalypse eigentlich gar nicht so schlimm ist. Also hinterher. Natürlich ist das Leben für einen postapokalyptischen umherziehenden Krieger nicht leicht. Hat auch keiner behauptet. Aber lustig ist es durchaus. Zumindest aus Sicht des Lesers, also aus meiner Sicht. Das Schöne ist, dass der Autor seine Protagonisten sehr ernst nimmt und sie einfach nur in völlig absurde Situationen hineinstolpern lässt, wobei weder Action noch Spannung und Endzeithorror zu kurz kommen. Eine skurrile, geniale Mischung, die einfach Spaß macht. Wer Mad Max mag und gern dystopische Geschichten liest und Lust auf eine gelungene Genre-Parodie hat, der ist hier genau richtig. Mehr darüber schrieb ich bereits im Juni 2015 in diesem Artikel.

Überraschungshit 2015

"Basaltblitz" von Markus Tillmanns
Die Geschichte eines nerdigen Teenagers, der über Nacht Superkräfte erlangt, weil er versehentlich einen Kometen gegessen hat. Klingt bescheuert? Ja, irgendwie schon. Aber es ist so verdammt geil! Ich wäre von allein wohl nie auf die Idee gekommen, dieses Buch zu lesen, aber der Autor hatte zum Glück die Idee, mir ein Rezensionsexemplar anzubieten, und nach der Lektüre des Klappentextes und einer Leseprobe wusste ich: Das wird ein Riesenspaß! Ich bin total begeistert von diesem Buch, nicht nur von der Idee der Geschichte selbst, auch nicht nur von dem krass-genialen Cover, sondern vor allem von dem unglaublich guten Stil des Autors. Markus Tillmanns versteht es exzellent, peinliche Situationen unterhaltsam zu beschreiben, und zwar so, dass man stets eine Mischung aus Mitleid und Fremdschämen für den Protagonisten empfindet. Ich habe selten solch treffenden Humor in einer Fantasy-Geschichte und so schöne Dialoge gelesen wie in diesem Buch! Für mich war "Basaltblitz" DIE Lese-Überraschung des Jahres! Meine ausführliche Buchbesprechung gibt es hier.

Epischstes Buch 2015

"Revival" von Stephen King
Natürlich durfte dieses Jahr nicht vorbeigehen, ohne dass ich mindestens einen King gelesen habe. Ich habe sogar zwei gelesen, denn "Joyland" war auch dabei. Doch "Revival" war definitiv das epischere Werk. Ein fetter Wälzer mit einer Geschichte, die sich über das gesamte Leben des Protagonisten Jamie erstreckt, der an verschiedenen Stationen immer wieder auf den Priester Charles Jacob trifft, einen komischen Kauz mit einer ungesunden Leidenschaft für Elektrizität. Düster, traurig, hypnotisierend. Ich habe die Lektüre genossen und fand das Ende mit dieser gewissen Reminiszenz an das Lovecraftsche Universum stimmig und auf bizarre Art schön. Ich habe das Buch ausführlich auf dem Blog besprochen.

Schönstes Buch 2015

Ausgerechnet weder ein Horror-Roman noch ein Thriller oder irgendeine andere Suspense-Spielart. Das "Ferienbegräbnis" ist ein großartiger deutscher Roman, der von Sarah und ihrem Lebensgefährten Ulf erzählt. Lebenskünstler, die ihr Geld mit dem Verkauf geklauter, bunt eingefärbter Toupets verdienen, sich um einen Hund mit drei Beinen und die hochschwangere Freundin kümmern, die ausgerechnet mit Pädo-Pallasch zusammen ist, dem ehemaligen Lehrer, der sie damals in der Schule immer belästigt hat. Plötzlich will Ulf auch ein Kind, doch Sarah fühlt sich dafür überhaupt nicht bereit, denn vor kurzem sind ihr Vater und ihr Hamster verstorben, und auf ihrer Lebens-To-Do-Liste stehen noch so viele unerledigte Dinge wie die Rache an ihrer Jugendliebe oder der Besuch eines Backstreet-Boys-Konzerts. Das Buch ist einfach nur wunderschön, geschrieben in einer Leichtigkeit, die manchmal über die tiefsinnigen Themen hinwegtäuscht, die darin auftauchen. Außerdem steckt es voller wunderschöner Sätze. Schon der Anfang liest sich für mich richtig poetisch: "Der Hamster ist tot. Ich weiß gar nicht, wie ich das finden soll. Ich gucke meinen Hund an, aber der weiß es auch nicht." Und so geht es weiter, zum Beispiel hier: "Um den Geldmangel nicht so sehr zu spüren, beschenkten wir uns gegenseitig mit Dingen, die nichts kosteten - Gutscheinen, Fotos von in der U-Bahn schlafenden Menschen, geklauten Straßenschildern und NPD-Wahlwerbekugelschreibern." Hach. Ich hatte es viel zu schnell durchgelesen, aber das macht nichts, ich will es irgendwann ein zweites Mal lesen. Dieses Buch ist es wert!

Aussicht 2016 - Darauf freue ich mich


Zwei Titel liegen auf meinem Stapel ganz oben. Da wäre einmal die Kurzgeschichtensammlung "Auf dunklen Schwingen" von Melanie Vogltanz. Die österreichische Autorin konnte mich schon mit ihrem düsteren Vampirroman "Maleficus - Schwarzes Blut", das ich damals für den Papierverzierer Verlag lektorierte, überzeugen. Nun bin ich auf ihre Kurzgeschichten gespannt, über die ich schon viel Gutes gehört habe. Dann wartet der Science Fiction Roman "Paradox" von Phillip P. Peterson auf mich. Der Gewinner des Kindle Storyteller Awards 2015 hat mich neugierig gemacht und wird der erste SciFi-Roman seit langem auf meiner Leseliste sein. Außerdem freue ich mich riesig auf die neue Kurzgeschichtensammlung von Stephen King. Sie wird den Titel "Basar der bösen Träume" tragen und erscheint genau an meinem Geburtstag - am 18. Januar 2016. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist!


Wie erwähnt - das war nur ein kleiner Ausschnitt - gelesen habe ich noch viel mehr - der aber genügen muss, ich will euch ja nicht langweilen. Und ihr? Was waren eure Lesehighlights 2015? Und auf welche Neuerscheinungen freut ihr euch im kommenden Jahr?

Freitag, 6. Juni 2014

Mein erstes Autorenseminar - Und wie war es?

Das vergangene Wochenende habe ich in München verbracht. Schön da. Allerdings war ich nicht wegen der Sehenswürdigkeiten dort, deshalb beschränkt sich mein Eindruck auf die Messestadt, wo mein Hotel stand, den Hauptbahnhof und den Weg mit der Straßenbahn bis zur Albrechtstraße. München als Urlaubsziel für einen Städtetrip hole ich bestimmt mal nach. Aber ich schweife ab, denn eigentlich wollte ich von etwas ganz Anderem berichten:

In München nahm ich an meinem ersten Autorenseminar teil. Es wurde von der Textmanufaktur in den Räumen des Knaur Verlags veranstaltet. Wir saßen in einem der Meetingräume, in denen die Lektorenrunden stattfinden, bei denen darüber entschieden wird, welche Bücher ins Programm aufgenommen werden. Erhebendes Gefühl. Das Thema war „Spannung, Krimi, Thriller“. Dieses Motto passte in jeder Weise. Das Seminar war unglaublich spannend, interessant, überraschend und äußerst lehrreich. Das traf auf die bunte Runde der Teilnehmer ebenso zu wie auf deren sehr unterschiedliche Manuskripte und auf die zwei Dozenten André Hille von der Textmanufaktur und Peter Hammans, der Lektor bei Knaur ist.

Nach einer Vorstellungsrunde gab Peter Hammans einen unterhaltsam-informativen Einblick in die Verlagswelt und in die Arbeitsweise eines Lektorats. Insbesondere seine Anekdoten über den steinigen Weg, den manch ein Buch durch zig Lektoratsrunden nehmen musste, bevor es tatsächlich verlegt und sogar zum Bestseller wurde, haben mir gefallen. Es hat mir auch wieder gezeigt, dass der Erfolg eines Buches nicht nur von der Qualität und dem Inhalt selbst abhängt, sondern auch von der doch sehr subjektiv geprägten Meinung des Lektors, von Trends im Buchmarkt, von der Tageslaune des Verlegers, vom Glück und vom Wetter sowie der Anzahl der Reissäcke, die am Tag der Entscheidung in China umgefallen sind. Das mag ernüchternd klingen. Mich hat es aber eher beruhigt, dass das so ist.

Der Hauptteil des Seminars bestand darin, dass jeder Teilnehmer seine Story vorstellte und daraus einen kleinen Teil vorlas, damit wir „die Stimme des Autoren“ hören konnten. Anschließend wurde das Manuskript in der Runde besprochen, bewertet, kritisiert, gelobt. Das Marktpotential wurde beurteilt, Unklarheiten wurden hinterfragt. Das Feedback in dieser geballten Form – sowohl von den Dozenten als auch von den Teilnehmern – brachte uns allen enorm viel. Ich selbst kam übrigens als allerletzte Teilnehmerin am Sonntagnachmittag dran. Als ich vorlas, hatte ich längst anhand der Fehler, die wir bei den anderen aufgedeckt hatten, meine eigenen Fehler und Schwächen erkannt. Genau die wurden mir dann auch um die Ohren gehauen – und noch ein paar mehr. So eine offene, zwar absolut sachliche, aber dennoch harte Kritik muss man erst einmal abkönnen. Aber ich merkte schon während der Besprechung meines „Falles“, wie viel mir dieses Seminar brachte. Ich entwickelte bereits erste neue Ideen und knipselte im Inneren an der Lösung einiger verzwickter Fragen, die den anderen bei meinem Manuskript aufgefallen waren.

Am Ende fühlte ich mich richtig erschöpft und brauchte im Zug nach Hause erst einmal eine gewisse Zeit, um mich zu erholen und meine aufgewirbelten Gedanken zu sortieren, bevor ich mich dazu aufraffte, Notizen zu machen und mir selbst kritische Fragen zu meiner Geschichte zu stellen.

Das ist es auch, was für mich unterm Strich dabei herausgekommen ist: Ich muss mir erst selbst darüber klar werden, was für eine Geschichte ich eigentlich erzählen will. Ich muss die konkrete Richtung festlegen und mir insbesondere über den Antagonisten noch sehr genaue Gedanken machen, damit am Ende alles stimmig ist und die Leser mitnimmt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Ja, ich habe durch das Seminar, durch die Arbeit mit den Texten der anderen Teilnehmer und durch die vielen hilfreichen Anmerkungen von allen Beteiligten überhaupt erst erkannt, wo bei mir die Schwächen liegen, aber auch die Stärken. Atmosphäre kann ich, wurde mir dort gesagt. Schwafeln und schwurbeln kann ich aber auch, und das muss alles rausfliegen! Von Stilblüten und überflüssigem Ballast wie Infodump und Wiederholungen fange ich gar nicht erst an.

Es liegt also nach diesem Seminarwochenende noch eine Menge Arbeit vor mir. Den anderen Teilnehmern ging es übrigens ganz ähnlich. Mancher von uns verabschiedete sich mit dem metaphorischen Rucksack voller Hausaufgaben auf dem Buckel, einige hatten hinterher zwei Geschichten im Gepäck, weil ihnen geraten wurde, bestimmte Elemente aus dem einen Manuskript zu entfernen und separat in einer zweiten Geschichte zu verarbeiten.

Ich selbst werde also meine Erkenntnisse aus dem Seminar dazu verwenden, mein Romandebüt voranzutreiben, wie ich es ursprünglich geplant hatte. Darüber hinaus aber konnte auch ich den Schwung an Motivation schon sehr gut nutzen: Ich habe das komplette Konzept für ein neues Schauermärchen erstellt und eine wirklich coole Idee für einen weiteren Thriller entwickelt, an der ich gern weiterfeilen möchte, weil sie mir jetzt schon saugut gefällt.

Aber eins nach dem anderen. Die Idee ist notiert und muss warten, bis ich die anderen Projekte abgeschlossen habe. Denn wie schon Neil Gaiman gesagt haben soll, lautet die wichtigste Regel für Autoren: Schreib dein Buch fertig!

An dieser Stelle bedanke ich  mich noch einmal ganz herzlich bei André Hille und Peter Hammans und ganz besonders bei neobooks, die mir dieses Seminar für meinen Sieg beim Kurzthriller-Wettbewerb "Wenn es dunkel wird" im vergangenen Jahr geschenkt haben. Eine großartige Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann und die ich bestimmt wiederholen werde.

Dienstag, 31. Dezember 2013

In Flagranti Books haben auch zurückgeschaut

Tilly & Jack, die gnadenlosen (gnadenlos guten!) In Flagranti Blogger, haben auch auf das Jahr 2013 zurückgeblickt. Und ihr gemeinsames Lesehighlight 2013 gekürt: meinen "Zwischenstopp"! Ich bin ganz gerührt und überglücklich. Danke, ihr Lieben! Auch euch ein glückliches, wunderbares neues Jahr voller großartiger Bücher!

In Flagranti Books: Das Jahr 2013, der Blog & Wir.

Montag, 30. Dezember 2013

Was für ein Jahr - Mein persönlicher Rückblick auf 2013

In diesem Jahr ist wieder viel passiert in der Welt - ich beschränke mich also auf das, was mich aus literarisch-schriftstellerischer Sicht beschäftigt hat. Immerhin hat es da für mich so einige Highlights gegeben, auf die ich nun, am Ende des Jahres angekommen, recht zufrieden zurückblicken kann.


Ich schrieb, ich las, ich bloggte, ich gewann, ich erlebte. Deshalb vorab eine Warnung: Das wird lang, auch wenn ich mich aufs Wesentliche beschränke. :-)

Neue Geschichten

Blind Date

Ein Cyberthriller, den ich für den letzten großen Bookrix-Wettbewerb schrieb. Darin trifft eine junge Frau in einer virtuellen Welt auf einen Typen, der von sich behauptet, ein Dämon zu sein. Sie lässt sich auf sein Spielchen ein und ahnt nicht, welcher Gefahr sie sich aussetzt. Beim Schreiben halfen mir meine eigenen Erfahrungen in der virtuellen Welt von Second Life. Ich konnte mich recht weit vorn platzieren, fürs Siegertreppchen reichte es aber nicht. Dafür erhielt die Geschichte einen Platz in der sehr coolen Anthologie "Mängelexemplare" von Constantin Dupien, die von vielen Genrekennern als eines der Anthologie-Highlights der deutschen Horrorliteratur 2013 bezeichnet wurde.

Redrum kommt nach Hause

Noch ein Wettbewerbsbeitrag. Diesmal ausgerichtet von neobooks. Mein Hauptmotivator war der Umstand, dass Thriller-Bestsellerautor Sebastian Fitzek in der Jury saß. Ich schrieb den Kurzthriller an einem einzigen Abend. Darin nimmt ein Büchersammler den Fahrstuhl, um seinen neuesten Kauf,  eine seltene Ausgabe von Stephen Kings "Shining" abzuholen. Als der Strom ausfällt und der Fahrstuhl stecken bleibt, erlebt der Sammler das nackte Grauen.

Die Brezelfrau

Das Schauermärchen ist meine Neu-Interpretation des Grimm-Märchens "Hänsel & Gretel" und meine erste Geschichte, die ich gezielt für den Self-Publishing-Markt schrieb. Die talentierte Grafikdesignerin F. Riedel lieferte mir das wunderschöne Cover. Ich hatte großen Spaß am Schreiben dieser Geschichte und plane bereits weitere schaurige Neu-Interpretationen.

Der Narrenkönig und Endstation

Das eine ist ein Märchen für Erwachsene, in dem ein Hofnarr notgedrungen die Geschäfte des Königs übernehmen muss, das andere eine deprimierende Scifi-Kurzgeschichte über einen Mann, der zum Sterben ans Ende der Welt reist. Beide Texte entstanden bei so genannten Duellen in einer kleinen, geschlossenen Autorengruppe. Den „Narrenkönig“ kann man bis auf weiteres auf Bookrix nachlesen, die „Endstation“ ist (noch) nicht öffentlich lesbar.

Wettbewerbe, Ausschreibungen und Preise

Mängelexemplare und andere makabre Geschichten

Diese Kurzgeschichtensammlung ist eine meiner Lieblingsanthologien. Warum? Ich liebe das Cover, das von einer Künstlerin gemalt (!) wurde und das die Initialen aller teilnehmenden Autoren enthält. Ich bin ganz stolz, in dieser Anthologie mit solchen Autoren wie Vincent Voss oder Stefanie
Maucher zusammen vertreten sein zu dürfen. Und: Als Opener fand mein  kleines Gedicht "Feuertanz" auch noch Einzug in das Buch. Es darf derzeit übrigens für den Vincent Preis 2013 nominiert werden, nur mal so am Rande erwähnt.

Die kleine Meerjungfrau weint nicht um ihren Prinzen

Dieses Märchenbuch erschien Ende August im Machandel-Verlag und richtet sich an Erwachsene. Es enthält neu interpretierte oder ganz neue Märchen im Stil von Hans Christian Andersen. Von mir ist das Schauermärchen "Schwefelhölzchen" dabei, meine düstere Rachestory vom kleinen Mädchen mit den Schwefelhölzern. Das Buch ist unglaublich liebevoll gestaltet mit einem sehr schönen Cover und vielen Schwarz-Weiß-Illustrationen im Inneren.

Best of net-Verlag

Der net-Verlag brachte Mitte des Jahres einen Sammelband heraus, in dem all jene Kurzgeschichten versammelt sind, die in den Anthologien, zu denen sie gehörten, die jeweils besten Beiträge darstellen. Ich bin mit "Die Gartenpforte" dabei, nach wie vor eine meiner liebsten Geschichten.

neobooks-Wettbewerb "Wenn es dunkel wird"

Ich kann es bis heute nicht glauben, dass ich mich mit meinem Kurzthriller „Redrum kommt nach Hause“ gegen mehr als 300 Konkurrenten durchgesetzt und den Wettbewerb gewonnen habe. Mein Highlight des Jahres!


Deutscher Phantastik Preis 2013
für Beste Originalanthologie
Ich hatte eigentlich nur ein persönliches Feedback von Juror Sebastian Fitzek haben wollen. Das bekam ich auch - und so viel mehr. Ich erhielt ein Schreibseminar in der Textmanufaktur nach meiner Wahl. Ich habe mich noch nicht entschieden, aber ich will das Seminar auf jeden Fall im nächsten Jahr machen. Dann kommt "Redrum" zusammen mit den Plätzen 2 bis 10 in eine Anthologie mit dem Titel "Hüte dich". Meine erste Publikation in einem richtig großen Verlag! Einziger Wermutstropfen: es ist eine reine eBook-Veröffentlichung. Immerhin werden wir Autoren an den Erlösen beteiligt. Also wird es hoffentlich  ein Bestseller. Oder so. :-)

Deutscher Phantastik-Preis

Dieser Preis für herausragende Werke der deutschsprachigen phantastischen Literatur wird jedes Jahr auf der Dreieich Bucon, die parallel zur Frankfurter Buchmesse stattfindet, verliehen. In der Kategorie „Beste Anthologie“ waren sogar zwei Werke nominiert, in denen ich mit eigenen Geschichten vertreten war: Der „Vampire Cocktail“ und „Wenn das die Grimms wüssten“. Am Ende konnte sich das Märchenbuch aus dem art&words Verlag durchsetzen. Indirekt fühle ich mich also auch als Preisträgerin, auch wenn die Trophäe jetzt den Schreibtisch von Herausgeber Peter Hellinger schmückt (nehme ich an).

Do-it-yourself: Erste Schritte als Self-Publisher 

Zwischenstopp - Dunkle Geschichten

Ich fasste neun Kurzgeschichten und ein Gedicht zusammen und brachte meinen Storyband via neobooks auf den Markt. Später änderte ich die Veröffentlichungsweise etwas und publizierte bei Amazon direkt über KDP, zusätzlich noch bei Beam und Kobo. Neobooks deckt (fast) alle anderen Kanäle ab. Seit Oktober gibt es das Ganze auch noch als Taschenbuch, veröffentlicht über Createspace. Ein Bestseller ist es nicht geworden, aber auch kein Ladenhüter, der ein Mauerblümchendasein führt. Dank guter Vernetzung und Ausnutzung aller kostenlosen Marketingmöglichkeiten (Facebookgruppen, Leserforen, Autorengruppen, Twitter, das eigene Blog) heimste ich einiges an Lob ein und schaffte es immer wieder, das Buch in den Top 10.000 bei Amazon zu platzieren. Andere Selfpublisher lächeln darüber nur müde, aber ich bin ganz zufrieden, und ich muss davon ja auch nicht leben.

Die Brezelfrau

Mein Schauermärchen bekam ein professionelles Cover und durchlief etliche Korrekturen, bevor ich es kurz vor Halloween rausschickte. Es dauerte ein wenig, doch gerade im Dezember erhielt die Geschichte unerwartete, begeisterte Rezensionen und erlangte so einiges an Aufmerksamkeit. Wohl vor allem Weihnachten und den vielen zu diesem Fest verschenkten Christ-Kindles ist es zu verdanken, dass sich das Büchlein mittlerweile auch einigermaßen gut verkauft (was ich eben so unter gut verstehe). Bisher ist das Büchlein nur über Amazon KDP erhältlich, aber das werde ich im neuen Jahr noch ändern.

Gratisaktionen

Nur Dank meiner fünftägigen Gratisaktion für "Das leere Buch" schaffte ich es bis ganz nach vorn im Amazonranking und sammelte bisher 19 gute bis überwiegend sehr gute Amazon-Rezensionen ein. Nach Beendigung verkaufte ich sogar noch eine ganze Weile erstaunlich gut. Aber irgendwann ließ das nach, und mittlerweile verkaufe ich vielleicht fünf Exemplare im Monat. Aber: vor der Aktion verkaufte ich gerade mal ein Exemplar im ganzen Quartal!

Ich denke, man darf Gratisaktionen nicht per se verteufeln, aber sie sind auch nicht die perfekte Lösung. Für mich hat es mehr positive als negative Effekte gehabt, ich habe es auch für das Schauermärchen getan, aber nur für zwei Tage und nach 500 verschenkten Büchern abgebrochen. Ich würde es jedenfalls wieder tun, wenn mein nächstes Self-Publisher-Werk draußen ist.

Rezensionen

Oh ja. Rezensionen sind verdammt wichtig und sollten nicht unterschätzt werden. Sie schmeicheln dem Autoren-Ego, sie motivieren und machen Mut. Sie können potentielle Leser zum Kauf des eigenen Werkes bringen. Das ist mein Fazit aus einem Jahr als aktive Self-Publisherin. Ich habe nicht viele Rezensionen erhalten, aber einige unglaublich gute von Bloggern, die nach meinen Eindrücken eine gewisse Multiplikatorenwirkung haben (können). Insgesamt schrieb ich drei Blogger ganz gezielt an, nur ein Blog sagte zu und schrieb tatsächlich eine Rezi. Die übrigen kamen von ganz alleine auf mich zu bzw. schrieben einfach ihre Rezi, und ich entdeckte die einen Tag später bei Facebook und Co. Womit wir beim nächsten Thema wären.

Erfahrungen mit Werbung in Foren, Facebook & Co.

Was ich gelernt habe: der Spruch "Wer nicht wirbt, der stirbt" ist korrekt, und er trifft auf keinen Bereich so zu wie den der Indieautoren. Aber ich habe auch gelernt, dass nicht jede Form von Werbung überall gleich gut ankommt. Social Web ist toll und eignet sich super für eine kleine Autorin wie mich, die kein Geld für Werbung hat, aber trotzdem auf sich aufmerksam machen will. Jedoch gibt es dort auch Regeln, an die ich mich halten muss.

Wer Facebookgruppen oder Foren beitritt und dort nur Werbung für seine Werke macht, sich aber sonst in keinster Weise beteiligt, der hat schon verloren. Leser sind empfindsame Gemüter. Sie wollen zwar durchaus umworben werden, aber bitte subtil und mehr durch  die Blume und hintenrum. Also nehme ich mir mittlerweile fast täglich die Zeit, mich an Diskussionen zu beteiligen, poste Links zu interessanten Artikeln und versuche, Leuten, die um Hilfe zu irgendeinem Thema bitten, entsprechend Hilfe zu geben. Wenn ich dann mal zwischendurch auf eine neue tolle Rezi zu meinem Buch aufmerksam mache, nimmt mir das keiner übel und bringt mehr Pluspunkte, als hätte ich nur den Link zum Buch und sonst gar nix gepostet.

Eine feine Sache ist es übrigens, sich Autorengruppen und -netzwerken anzuschließen, in denen Gleichgesinnte mit ähnlichen Ansprüchen an Qualität und Originalität zusammenkommen. Qindie ist so ein Netzwerk, und ich bin sehr stolz, dabei sein und das Logo auf meinen Büchern anbringen zu dürfen. Ich drücke Qindie auch für 2014 die Daumen, dass es stetig bergauf geht – Stück für Stück.

Gewinnspiele

Kurz und knapp: Gewinnspiele machen Spaß, aber Arbeit. Also wenn man selbst sie ausrichtet. Ich habe im Frühjahr anlässlich des Tages des Buches an der blogübergreifenden Aktion "Ich schenke Lesefreude" teilgenommen, bei der ich mein Blog in eine große Liste von Blogs eintragen ließ, die alle am selben Tag ein oder mehrere Bücher verlosten. Die Aktion machte Spaß und hatte den angenehmen Effekt, dass ich plötzlich viel mehr Blogbesucher verzeichnen konnte.

Ende des Jahres, kurz vor Weihnachten, startete ich noch eine eigene Gewinnspielaktion. Die Leute mussten in ihren Kommentar schreiben, was es bei ihnen am Heiligabend zu essen geben würde. Leider nahmen nur wenige Leute teil, sodass am Ende nicht einmal zehn Namen im Lostopf landeten.  Dafür freuten sich die drei Gewinner umso mehr über die Bücher, die ich ihnen rechtzeitig vor dem Fest zuschickte.

Ich werde bestimmt auch 2014 Gewinnspiele veranstalten. Wie genau die aussehen werden, überlege ich mir noch genau, denn mittlerweile gibt es so viele Gewinnaktionen von Bloggern und Autoren, dass man sich auch da etwas Besonderes einfallen lassen muss, um aus der Masse hervorzustechen.

Mein Stapel gelesener Bücher

Gelesen habe ich weit mehr Bücher, doch diese hier sind meine Lesehighlights 2013.

Alexander Odin - "Pandämonium"

Mein Überraschungshit des Jahres. Kostenlos abgestaubt, nix erwartet, in einem Rutsch durchgelesen und sehr begeistert.

Anonymous - "Das Buch des Todes"

Als Bourbon-Kid-Fan, der ich bin, ein absolutes Muss. Das Buch ist geil und schreit geradezu nach einer Verfilmung durch Quentin Tarantino. Mindestens.

Justin Cronin - "Die Zwölf"

Die epische Fortsetzung von „Der Übergang“. Dystopischer Horror allererster Klasse.

Madeleine Roux - "Sie kommen!"

Zombieapokalypse aus Sicht einer Bloggerin. Erfrischende, packende Bereicherung des Genres, das ich immer noch für mich entdecke.

Michael Dissieux - "Die Saat der Bestie"

Dissieux ist ein Meister, wenn es darum geht, Weltuntergangsstimmung zu verbreiten. Trostloser und gruseliger kann eine von Menschen verlassene Welt gar nicht mehr sein. Atmosphärisch dicht und verdammt spannend.

Fred Ink - "Wurmstichig"

Für mich die Indie-Entdeckung des Jahres. Die Novelle ergatterte ich in einer Gratisaktion und war komplett begeistert. Großartiges Cover, abartiger Horror, gespickt mit schwarzem Humor und einem Protagonisten, der so unsympathisch ist, dass man ihn einfach ins Herz schließen muss.^^ An Ink bleibe ich dran.

Rona Walter - "Gläsern"

Ein Schauermärchen im Gothic-Style, das Motive aus Schneewittchen und Blaubart geschickt miteinander verwebt. Herrliche Sprache, angenehm eingestreuter Humor und sehr liebenswerte Charaktere. Absolut empfehlenswert.

Anthologie "Diabolos"

Eine der besten Anthologien des Jahres. Ich ging darauf ausführlich in einer Rezension auf meinem Blog ein. Lauter fiese, gruselige, abartige, unterhaltsame Kurzgeschichten von deutschsprachigen Autoren. Dazu das mit Abstand geilste Cover, das ich 2013 auf einem Buch sah. Meine Lieblingsgeschichte ist „Wie die Lemminge“ aus der Feder von Torsten Scheib.

Anthologie "Mängelexemplare"

Meine Lieblingsanthologie 2013. Nicht nur, aber auch, weil ich selbst dabei bin. Weitere Gründe nannte ich bereits oben.

Und sonst so

Regina Mengel & ich auf der Knaur Messeparty 2013

Das waren ja immer noch nicht alle Highlights! Als da wäre die Frankfurter Buchmesse, über die ich ja ausführlich berichtete. Nicht zu vergessen die Knaur Messeparty, die mir so viel Spaß bereitet hat. Davon präsentiere ich hier übrigens ein Beweisfoto: Regina Mengel und meinereiner am Eingang zur Party vor dem „Knaur-Stern“. Schön war’s!

Und in der Zeitung war ich ja auch! Mit einem richtig großen Portraitartikel und einem ordentlichen Foto von mir. Das Ganze erschien in der Offenbach Post, leider nur im Lokalteil für Dietzenbach und leider nicht online und leider genau in der Woche, in der ich im Urlaub war, sodass es insgesamt etwas unterging. Aber cool fand und finde ich es trotzdem.

Außerdem schnupperte ich im August 2013 zum ersten Mal "Bühnenluft", als ich beim Fechenheimer Literaturfestival aus meiner Kurzgeschichte "Der perfekte Cocktail" live vor Publikum vorlesen  durfte. Grit Richter vom Art Skript Phantastik Verlag, die diese Lesung organisiert hatte, hat das Ganze ausführlich und mit Bildern auf ihrem Blog dokumentiert. War toll und hat mir Lust auf mehr gemacht.

Ausblick auf 2014

Nanowrimo

Ich habe es mir ganz fest vorgenommen. Den Nanowrimo 2013 ließ ich schweren Herzens ausfallen, weil mir nicht nur die Zeit fehlte, sondern auch der passende Plot. Für den nächsten Nano habe ich bereits jetzt eine reizvolle Idee, die ich in aller Ruhe auszubauen gedenke, um sie dann im November 2014 zu schreiben. Ich ahne zwar, dass 50.000 Wörter nicht reichen werden, um die ganze Geschichte zu erzählen, aber ich hätte dann zumindest eine Rohfassung, an der sich weiterarbeiten lässt.

Ausschreibungen und Wettbewerbe


Fechenheimer Literaturfestival

Ich liebäugele mit dem MDR Literaturwettbewerb. Dummerweise endet die Frist schon am 31.01.2014. Ob das noch was wird? Ansonsten schaue ich mal, was sich noch so ergibt. Wettbewerbe mit einigermaßen vernünftigen Vorgaben trieben mich bisher immer zu kreativen Höchstleistungen. Also selbst wenn ich keinen Blumentopf gewinne, hätte ich auf jeden Fall eine weitere schöne Kurzgeschichte in meinem Repertoire.

Neue Geschichten

2014 wird mein Jahr der Schauermärchen. Das erste ist bereits fertig konzipiert und wird Anfang des Jahres geschrieben. Ideen für weitere Schauermärchen liegen schon in meiner geistigen Schublade und werden rausgeholt, sobald ich dafür Luft habe. Mein Romanprojekt „Vincents Treppe“ würde ich auch gern vorantreiben. Und dann ist da diese Idee für einen neuen Roman, den ich im Rahmen des nächsten Nanowrimo schreiben möchte. Wenn er wirklich zustande kommt, hätte ich eine Art Horror-Chicklit-Romantasy-Crossover in der Hand.

Veröffentlichungen

Es ist mir zum ersten Mal passiert, dass ich mich nicht um einen Platz in einer Anthologie bewerben musste, sondern dass der Herausgeber mich eingeladen hat, daran mitzuwirken. Meine düstere Scifi-Kurzgeschichte „Endstation“ hätte einen sicheren Platz in dem geplanten Buch – es sei denn, ich kriege meine alternative Geschichte, die sich der Herausgeber wünscht, vorher fertig. Da das Konzept dafür bereits steht, sollte es also am Ende tatsächlich die Alternativgeschichte in diese Anthologie schaffen.

Am 14. Januar 2014 wird auch „Hüte dich“ erscheinen, die Anthologie, die aus dem neobooks-Wettbewerb hervorgegangen ist, den ich im September 2013 gewann. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich das eBook auf dem Markt schlagen wird und drücke mir und meinen Mitautoren fest die Daumen.

Ebenfalls geplant ist mein Märchenbuch für Erwachsene, das ich wieder als Self-Publisher veröffentlichen will. Rein sollen all jene Märchen, die ich schon geschrieben habe: „Die Brezelfrau“, „Vom Mädchen mit der roten Kappe“, „Schneewittchen und die sieben Räuber" und „Der Narrenkönig“. „Schwefelhölzchen“ darf (noch) nicht, weil ich die Exklusivrechte dafür zwei Jahre an den Machandel-Verlag abgetreten habe. Dann schaue ich mal, welche bösen Neu-Interpretationen ich noch so verbrochen kriege. Auf jeden Fall sollen es Schauermärchen werden, also nix für zarte Gemüter und nicht für Kinder.

SuB

Mein Lesejahr 2014 startet furios: Unterm Weihnachtsbaum lag „Dr. Sleep“ von Stephen King. Ich habe auch schon reingelesen – sensationell. Ansonsten werde ich wohl einige eBooks „abarbeiten“, die ich bei Gratisaktionen erworben habe. Alles aus dem Horrorgenre, die meisten von deutschsprachigen Autoren. Überhaupt lege ich mein Hauptaugenmerk auf deutschsprachigen Horror und Phantastik, denn es ist wirklich enorm, was für Qualität und Kreativität von dort kommt – ob nun Verlagsveröffentlichung oder Indie-Publikation.

Schlusswort

Nicht wahr? Ist lang geworden. Aber ich hatte euch eingangs gewarnt. Deshalb nur ein ganz kurzes Schlusswort: 2013 war für mich ein phantastisches Jahr, und ich weiß gar nicht, ob und wie ich das in 2014 übertrumpfen kann. Aber ich freue mich sehr auf das neue Jahr und auf all die Projekte, die ich in Angriff nehmen möchte.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich wünsche euch Gesundheit, Glück und Zufriedenheit und vor allem immer Zeit für ein gutes Buch!

Man liest sich.