In Fred Inks Horror-Roman "Hexenhaus" gibt es ein Wiedersehen mit Walter Dekker, dem vom Pech verfolgten Privatdetektiv, den ich schon in Inks Roman "Hinter den Winkeln" kennenlernte. Da es ja gar nicht mehr lange hin ist bis zum nächsten Dekker-Roman, muss ich mich nun sputen, euch meinen Buchtipp zu präsentieren.
Worum geht es?
Walter Dekker ist immer noch in Arkham, dem Ort, an dem sich irgendwie immer und überall etwas Böses, Dunkles in den Schatten zu verstecken scheint. Sein Detektivbüro in dem ehemaligen Buchladen hat er noch gar nicht richtig eingerichtet, da steht ein verzweifelt wirkender Mann namens George Benson vor ihm und bittet ihn um Hilfe bei der Suche nach seiner verschwundenen Freundin. Ihre Spur führt in ein leerstehendes altes Haus, in dem sie überraschenderweise auf weitere Personen treffen, die aus eigenen Gründen hergekommen sind. Und auch das Haus selbst verbirgt sehr viel mehr hinter seinen verrotteten Wänden, als es auf den ersten Blick scheint. Einst soll hier eine Hexe gelebt haben, und ob das wirklich so war oder nicht: Dekker, George und die anderen werden plötzlich mit grausigen Bedrohungen konfrontiert und sehen sich gezwungen, tiefer in das Haus vorzudringen, als ihnen lieb ist. Schon bald müssen sie erkennen, dass sie mitten in einem Labyrinth stecken, und hinter jeder Ecke könnte die nächste tödliche Falle lauern. Die Frage ist nur: Ist es das Haus selbst, das mit ihnen sein teuflisches Spiel spielt, oder steckt etwas ganz Anderes, Älteres und Gefährlicheres dahinter?
Wie fand ich es?
Es ist wieder ein waschechter Ink-Roman geworden, und das heißt, dass die Lektüre mich aufs Vorzüglichste unterhalten hat. Alles, was ich von einer guten Horrorgeschichte erwarte, habe ich hier gefunden: Grusel, Gänsehaut, Humor, starke Figuren, Blut und Massaker, Monster, dunkle Welten und jede Menge Spannung. Hinzu kommt, dass ich als Leserin mich so wie die Figuren im Buch in einem Labyrinth fühlte - ich musste mich auch trauen, auf die nächste Seite zu blättern, um zu erfahren, ob es eine gute oder schlechte Idee war, durch diese eine Tür zu gehen.
Es gab natürlich die Hauptgeschichte um Dekker und seine Mitstreiter:innen und ihre Suche nach einem Ausweg. Aber wie es für Labyrinthe üblich ist, biegen sie oft falsch ab und finden sich an überraschenden Orten wieder oder treffen auf überraschende Personen, mit denen niemand gerechnet hat. Und so genoss ich es wieder sehr, auf alte Bekannte zu treffen, diesmal auf einen Wissenschaftler an einem Ort, den Eingeweihte aus Inks Roman "Crossover" wiedererkennen werden, auf die toughe Söldnerin Florence und auf einen gewissen sprechenden Kater namens Fostur (hallo, Herr Ink, bitte unbedingt mehr von Fostur, ja?).
Der gewisse Lovecraft'sche Einfluss darf natürlich auch nicht fehlen, und am Ende bleiben genügend lose Fäden übrig, an denen angeknüpft werden kann - sei es in weiteren Walter-Dekker-Büchern oder in anderen Geschichten, denn das Universum, das von Fred Ink hier seit Jahren kontinuierlich aufgebaut wird, ist groß und wird immer größer. Monströs groß sozusagen.
Fazit
"Hexenhaus" ist ein gelungener, spannender, rasant erzählter Horror-Roman, der viel mehr bietet, als sich auf den ersten Blick auch nur erahnen lässt. Dazu hat das Buch mit Walter Dekker einen wahnsinnig liebenswerten Protagonisten mit Ecken, Kanten und eigenen Geheimnissen, die der Autor hoffentlich in weiteren Geschichten nach und nach aufdecken wird.
Das Buch ist im KOVD Verlag erschienen und kann dort im eigenen Online-Shop als Print (Englische Broschur) bestellt werden. Wer die E-Book-Variant haben möchte, bekommt diese z. B. hier.
Übrigens ist kein Vorwissen notwendig, ihr könnt dieses Buch direkt lesen, ohne die vorangegangenen Bücher zu kennen - allerdings werdet ihr diese wahrscheinlich danach alle lesen wollen. Für Fans von originellem, atmosphärisch dichtem, gut erzähltem Horror steckt hier nämlich echtes Suchtpotenzial drin ...
Ich vergebe volle 5 von 5 blutgierigen Mbaaks.



