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Dienstag, 18. Oktober 2022

Buchtipp: Fred Ink "Hexenhaus"

In Fred Inks Horror-Roman "Hexenhaus" gibt es ein Wiedersehen mit Walter Dekker, dem vom Pech verfolgten Privatdetektiv, den ich schon in Inks Roman "Hinter den Winkeln" kennenlernte. Da es ja gar nicht mehr lange hin ist bis zum nächsten Dekker-Roman, muss ich mich nun sputen, euch meinen Buchtipp zu präsentieren.

Worum geht es?

Walter Dekker ist immer noch in Arkham, dem Ort, an dem sich irgendwie immer und überall etwas Böses, Dunkles in den Schatten zu verstecken scheint. Sein Detektivbüro in dem ehemaligen Buchladen hat er noch gar nicht richtig eingerichtet, da steht ein verzweifelt wirkender Mann namens George Benson vor ihm und bittet ihn um Hilfe bei der Suche nach seiner verschwundenen Freundin. Ihre Spur führt in ein leerstehendes altes Haus, in dem sie überraschenderweise auf weitere Personen treffen, die aus eigenen Gründen hergekommen sind. Und auch das Haus selbst verbirgt sehr viel mehr hinter seinen verrotteten Wänden, als es auf den ersten Blick scheint. Einst soll hier eine Hexe gelebt haben, und ob das wirklich so war oder nicht: Dekker, George und die anderen werden plötzlich mit grausigen Bedrohungen konfrontiert und sehen sich gezwungen, tiefer in das Haus vorzudringen, als ihnen lieb ist. Schon bald müssen sie erkennen, dass sie mitten in einem Labyrinth stecken, und hinter jeder Ecke könnte die nächste tödliche Falle lauern. Die Frage ist nur: Ist es das Haus selbst, das mit ihnen sein teuflisches Spiel spielt, oder steckt etwas ganz Anderes, Älteres und Gefährlicheres dahinter? 

Wie fand ich es?

Es ist wieder ein waschechter Ink-Roman geworden, und das heißt, dass die Lektüre mich aufs Vorzüglichste unterhalten hat. Alles, was ich von einer guten Horrorgeschichte erwarte, habe ich hier gefunden: Grusel, Gänsehaut, Humor, starke Figuren, Blut und Massaker, Monster, dunkle Welten und jede Menge Spannung. Hinzu kommt, dass ich als Leserin mich so wie die Figuren im Buch in einem Labyrinth fühlte - ich musste mich auch trauen, auf die nächste Seite zu blättern, um zu erfahren, ob es eine gute oder schlechte Idee war, durch diese eine Tür zu gehen.

Es gab natürlich die Hauptgeschichte um Dekker und seine Mitstreiter:innen und ihre Suche nach einem Ausweg. Aber wie es für Labyrinthe üblich ist, biegen sie oft falsch ab und finden sich an überraschenden Orten wieder oder treffen auf überraschende Personen, mit denen niemand gerechnet hat. Und so genoss ich es wieder sehr, auf alte Bekannte zu treffen, diesmal auf einen Wissenschaftler an einem Ort, den Eingeweihte aus Inks Roman "Crossover" wiedererkennen werden, auf die toughe Söldnerin Florence und auf einen gewissen sprechenden Kater namens Fostur (hallo, Herr Ink, bitte unbedingt mehr von Fostur, ja?).

Der gewisse Lovecraft'sche Einfluss darf natürlich auch nicht fehlen, und am Ende bleiben genügend lose Fäden übrig, an denen angeknüpft werden kann - sei es in weiteren Walter-Dekker-Büchern oder in anderen Geschichten, denn das Universum, das von Fred Ink hier seit Jahren kontinuierlich aufgebaut wird, ist groß und wird immer größer. Monströs groß sozusagen.

Fazit

"Hexenhaus" ist ein gelungener, spannender, rasant erzählter Horror-Roman, der viel mehr bietet, als sich auf den ersten Blick auch nur erahnen lässt. Dazu hat das Buch mit Walter Dekker einen wahnsinnig liebenswerten Protagonisten mit Ecken, Kanten und eigenen Geheimnissen, die der Autor hoffentlich in weiteren Geschichten nach und nach aufdecken wird.

Das Buch ist im KOVD Verlag erschienen und kann dort im eigenen Online-Shop als Print (Englische Broschur) bestellt werden. Wer die E-Book-Variant haben möchte, bekommt diese z. B. hier.

Übrigens ist kein Vorwissen notwendig, ihr könnt dieses Buch direkt lesen, ohne die vorangegangenen Bücher zu kennen - allerdings werdet ihr diese wahrscheinlich danach alle lesen wollen. Für Fans von originellem, atmosphärisch dichtem, gut erzähltem Horror steckt hier nämlich echtes Suchtpotenzial drin ...

Ich vergebe volle 5 von 5 blutgierigen Mbaaks.


Sonntag, 26. Juli 2020

Buchtipp: "Hinter den Winkeln" von Fred Ink

Ich habe im diesjährigen Sommerurlaub wieder etwas mehr Zeit zum Lesen gehabt. Drei Bücher sind es geworden, und alle drei haben mir so gut gefallen, dass ich sie euch nacheinander vorstellen und ans Herz legen möchte. Hier kommt Buchtipp Nr. 1:

"Hinter den Winkeln" von Fred Ink

Ich bin schon seit längerem ein Fan von Fred Ink und seinen unglaublich guten Horrorgeschichten. Als er in diesem Jahr ein neues Buch ankündigte, war klar, dass ich es unbedingt haben muss. Und dann ergab es sich sogar, dass Fred mir das Buch mit persönlicher Widmung schenkte - wie konnte ich da Nein sagen? 

Ob es mir gefallen hat? Aber sowas von! "Hinter den Winkeln" ist ein rundum gelungener Horror-Roman, der Liebhabern der unheimlichen Phantastik wie mir alles bietet, was man sich wünschen kann. Noch dazu bietet das Buch sogar vier Geschichten in einer. Denn der Autor stellt uns anfangs vier Personen vor, die von Grund auf nicht unterschiedlicher sein könnten und die alle ihren ganz eigenen Horror erleben, als das Böse versucht, in unsere Welt einzudringen.

Da ist Walter, ein mehr oder weniger erfolgloser Privatdetektiv, der das Unglück anzuziehen scheint wie das Licht die Motten. Bei einem Auftrag stößt er auf ein geheimnisvolles Buch, dessen Spur ihn bis in die seltsame Stadt Arkham (!) führt. Da ist Agnes, die schüchterne Bestsellerautorin, deren letztes Manuskript ein beunruhigendes Eigenleben entwickeln zu scheint - und dabei kann sie sich nicht einmal erinnern, dieses überhaupt geschrieben zu haben. Die Söldnerin Florence gerät im tiefsten südamerikanischen Dschungel mit einer Kreatur aneinander, mit der sie eine Rechnung offen hat, doch auf der Jagd nach dem Wesen stößt sie auf das unvorstellbare Grauen. Zu Guter Letzt wäre da Mark, der auf den ersten Blick ein armer Irrer ist - auf den zweiten Blick bildet er sich jedoch nicht nur ein, dass alles, was er berührt, stirbt - es passiert tatsächlich. Gemeinsam mit seinem dämonischen Freund Menelaos, den natürlich niemand außer ihm wahrnehmen kann, muss er sich auf den Weg in die Welt "hinter den Winkeln" machen, um den Kampf gegen das Böse aufzunehmen.

Alle vier Schicksale werden im Wechsel erzählt, und nach und nach enthüllt sich das große Ganze. Auf dem Weg ins Finale erlebt man eine wahre Achterbahnfahrt -  oder eher die rasante Fahrt durch eine Geisterbahn? Action, Grusel, Abgründe, Blut und Gedärme, düstere Geheimnisse, Dämonen, Monster und die sprichwörtlichen Großen Alten, die uns faszinieren, seit H.P. Lovecraft uns zum ersten Mal von ihnen erzählte - alles ist in knapp 260 Taschenbuchseiten enthalten.

Die Lektüre bescherte mir jede Menge Gänsehaut, einen kurzen Moment der Wiedersehensfreude, auf den ich an dieser Stelle nicht näher eingehen werde, und entlockte mir hier und da ein amüsiertes Grinsen, besonders, wenn Mark es plötzlich mit einer Armee sprechender Katzen zu tun bekommt. Erwähnte ich, dass dieses Buch eine richtige Wundertüte ist?

Fred Inks neuester Roman hat mich wieder auf ganzer Linie begeistert, ich kann ihn nur wärmstens empfehlen. Wenn ihr auf monströsen Horror steht, Crossover zu Genres wie der Science Fiction mögt und Spaß an Lovecraftscher Gruselatmosphäre habt, dann taucht doch auch mal in die düster-phantastische Welt von "Hinter den Winkeln" ein.

Ich verleihe feierlich fünf von fünf blutbesudelten, faustgroßen Rubinen!

Ach ja, ihr wollt das Buch jetzt bestimmt alle sofort haben, nicht wahr? Hier gibt es das Taschenbuch, hier das E-Book. Also ran da!


Montag, 24. Juli 2017

Skoutz Award 2017 - Das sind die Finalisten

Endlich wurde die heiß ersehnte Shortlist zum Skoutz Award 2017 veröffentlicht. Als Jurorin für die Kategorie Anthologie habe ich das natürlich besonders neugierig verfolgt.

Konnten sich meine Favoriten am Ende durchsetzen?


Wie finde ich denn das?

Insbesondere zwei Kategorien interessieren mich in erster Linie, weil ich mir dort ja auch bevorzugt mein Lesefutter herhole: Anthologie (war ja klar) und Horror. Die Liste entstand aus den Stimmen der Leser und der Jury zu jeweils 50 Prozent. Jeder Juror durfte pro Kategorie einen Favoriten benennen, genau wie es auch jeder Leser durfte. Interessanterweise haben es von meinen gewählten Favoriten nur drei auf die Shortlist geschafft: in meiner eigenen Kategorie, bei History und bei Science Fiction (ich verrate aber nicht, welcher).

Beim Horror blieb mein Favorit "Interitus Vermibus" von Fred Ink leider auf der Strecke. Das bleibt wohl ein Geheimtipp, obwohl er eine wachsende, begeisterte und treue Fangemeinde hat, zu der ich mich auch zähle. Die Bücher muss ich euch unbedingt mal separat vorstellen. Seine Westernnovelle habe ich euch ja schon wärmstens empfohlen. Dafür hat es ein Titel aus dem Luzifer-Verlag auf die Shortlist geschafft, was mich persönlich freut, weil der Luzifer-Verlag zu meinen Lieblingsverlagen zählt und ständig großartige neue Titel herausbringt. Ich bin gespannt, ob "Suicide Forest" von Jeremy Bates es am Ende schafft. Ich habe es noch nicht gelesen, habe es aber definitiv vor.

Anthologie - Tolle Mischung

Bei den Finalisten der Kategorie Anthologie haben es drei meiner Favoriten geschafft, allerdings hatte ich da noch ein paar weitere Favoriten - im Grunde hätten es fünf Titel ins Finale schaffen müssen, wäre es nach mir gegangen, zum Beispiel der letzte Mängelexemplare-Band von Herausgeber Constantin Dupien. Aber wie es schon bei anderen Wettbewerben heißt: Es kann nur einen geben, deshalb wurden aus neun Midlist-Titeln jetzt drei, die noch im Rennen sind. Als Jurorin ist es meine besondere Aufgabe, jeden Finale-Titel mit eigenen Worten auf der Skoutz-Seite vorzustellen. Darauf freue ich mich besonders. Einen Titel hatte ich ja schon hier im Blog präsentiert, einen weiteren habe ich fast durchgelesen, durch den anderen blättere ich mich schon seit Wochen immer mal durch und lese hier eine Perle und da eine Perle - da ist jeder Text eine kleine Entdeckung. Auf jeden Fall gefällt mir die Mischung in meiner Kategorie sehr: Science Fiction, Märchen und Contemporary bzw. Slam Poetry.




Wie geht es weiter?

Erst einmal dürfen sich alle Finalisten ausgiebig freuen und von ihren Fans feiern lassen. Am 22. September gehen die Votings los und enden am 01.10.2017. Dabei hat die Jury keinen Einfluss mehr auf das Ergebnis - da zählt nur noch, wer am Ende die meisten Stimmen für sich gewinnen kann.

Also liebe Autoren und Verleger, die ihr noch im Rennen seid, gebt Gas und geht auf Stimmenfang. Und ihr, liebe Leser, liebe Fans - sind eure Favoriten dabei? Dann merkt euch den 22.09.2017 und schenkt ihnen eure Stimme!

Am Freitag, 13. Oktober 2017 (oh ein Freitag, der 13.! :-D), steigt die Galaparty wieder im Frankfurter Club Walden, wo ich auch dabei sein werde und den Gewinner in meiner Kategorie präsentieren darf. Ich bin total gespannt und hoffe, möglichst viele Finalisten und auch Fans und Buchmenschen dort zu treffen!

Keine Sorge, ihr verpasst nichts - ich halte euch natürlich auf dem Laufenden!

Sonntag, 4. Juni 2017

Buchtipp: Fred Ink - Der Untergang von Godly Gulch


Ich bin ja schon eine ganze Weile Fan von Fred Ink. Der Mann kann schreiben, sage ich euch. Jede seiner Horrorgeschichten schaffte es bisher, mir Gänsehaut zu bereiten, und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an sein neuestes Werk, die Horrornovelle "Der Untergang von Godly Gulch". Aber diesmal handelte es sich um eine Mischung aus Western und Horror, und da kann man sich schon fragen, wie das zusammenpasst und ob das funktionieren kann. Kann es. Und wie!

Fred Ink ist nicht der erste Autor, der seine Horrorgeschichte in einem Western-Setting ansiedelt. Wie gut diese Kombination funktioniert, hatte ich schon seinerzeit bei Tim Currans "Skin Medicine" fasziniert feststellen dürfen. Ink mischt in seine Geschichte noch eine interessante Zutat: Anlehnungen an die unheimliche Welt des H. P. Lovecraft.

Willkommen in Godly Gulch. Einst war dies eine florierende Siedlung im Wilden Westen, in der Goldgräber ihr Glück fanden und wo die Farmer Mais und Getreide auf fruchtbaren Böden anbauten. Aber die goldenen Zeiten sind lange vorbei. Jetzt steht die Gemeinde unter der unbarmherzigen Fuchtel des Pastors, und mit dem stimmt irgendetwas nicht. Auch der kleine Ben und seine Mutter leiden unter der andauernden Dürre und den strengen Regeln, die der Pastor ihnen allen auferlegt hat. Als ein Fremder in der Stadt auftaucht und sich mit Ben anfreundet, keimt Hoffnung in dem Jungen auf, aber schon bald muss er erkennen: Der wahre Horror hat noch gar nicht begonnen.

Atmosphärisch dicht, haarsträubend gruselig und voller dunkler Abgründe - ich habe das Buch mit seinen knapp 140 Seiten an einem einzigen Nachmittag verschlungen. Ink will nicht nur gruseln, seine Geschichte enthält eine interessante, gerade aus heutiger Sicht ziemlich wichtige Botschaft, aber wenn ich darüber mehr schreibe, verrate ich zu viel. Das müsst ihr also selbst herausfinden. Und das solltet ihr auch, denn wenn ihr spannenden, blutigen Horror mit Monstern, dunkler Magie und fiesen Religionsverdrehern mögt, ist "Der Untergang von Godly Gulch" genau das Richtige für euch.

Ich vergebe begeisterte 5 von 5 frisch heruntergeschnippelten Skalpen!

Hier bekommt ihr das Buch:
E-Book und Taschenbuch

Und hier geht es zur Autorenseite von Fred Ink.