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Montag, 14. Januar 2019

Da waren es plötzlich 14 ... Einhörner

Wisst ihr noch? Die Einhorn-Anthologie? Sie erschien im Frühjahr 2017 in einem kleinen Verlag, den es kurz darauf schon nicht mehr gab, weshalb auch das Buch nicht mehr verlegt wurde. Dabei war ich verdammt stolz auf dieses wundervolle, durchgeknallte, abgefahrene Buch mit den wohl wahnsinnigsten Einhorngeschichten, die es bis dato gegeben hatte. Dementsprechend frustriert hatte es mich dann auch, dass es mit der Antho zu Ende ging, bevor sie wirklich loslegen konnte.

Wenig Einhorn, aber schön bunt - das
neue Cover der Einhorn-Anthologie
Doch im letzten Jahr gab es gute Nachrichten für uns Autoren der Anthologie: Ein anderer Verlag hatte Interesse gezeigt. Eine Neuauflage sollte her. Das Ganze hat sich fast noch einmal ein Jahr hingezogen, denn es ging nicht einfach nur darum, dass das Buch eine neue Verlagsheimat bekam. Sämtliche Verträge mit allen Autoren mussten neu verhandelt werden, ein paar Geschichten wurden zurückgezogen, andere kamen neu dazu, ein neues Cover musste her, alle Beiträge wurden noch einmal intensiv lektoriert, so etwas kann dauern, denn schließlich soll es gut werden.

Gestern nun war es soweit. Redrum Books, ein Kleinverlag aus Berlin, der sich einen Namen mit Horrorliteratur der härteren Gangart gemacht hat, hat das neue Cover veröffentlicht und das Erscheinungsdatum Februar 2019 verkündet. Ich bin gespannt auf die neue Version und vor allem auf die neuen Geschichten - ich werde das Buch wohl selbst noch einmal komplett lesen. Was mich vor allem freut, ist, dass die Geschichten meiner werten Kollegen Thomas Williams und Torsten Scheib weiterhin mit von der Partie sind und dass meine Story "Die Sache mit dem Einhorn" das Buch wieder eröffnet.

Merkt euch also schon einmal das neue Cover und vor allem den (leicht abgeänderten) Titel:

14 Shades of Unicorns

Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden, sobald es Neuigkeiten gibt!

Mittwoch, 18. Oktober 2017

BuCon 2017 - Mein Rückblick

Das BuCon-Mobil
Ich muss mich sputen. Es wurden schon einige Berichte und Fotostrecken zum BuCon 2017 veröffentlicht. Erst heute hat mein lieber Kollege Thomas Williams einen schönen Rückblick auf seinem Blog veröffentlicht. Da wird es jetzt wirklich Zeit für meinen.

Ich ließ mir Zeit und gehörte nicht zu den ersten, die in die Hallen des Bürgerhauses Dreieich-Sprendlingen strömten. Dafür war es am Abend zuvor einfach zu spät geworden (ihr wisst schon: Skoutz Award und so).

Gegen 11 Uhr war ich dann endlich da und lief direkt in Joachim Sohn hinein, was ein Glück war, denn er befand sich schon auf dem Sprung zur FBM, nahm sich aber noch Zeit für ein Gespräch. Als nächstes steuerte ich den Stand von Amrûn an und fachsimpelte erst einmal mit dem Verleger - über Maden und welche Bedeutung sie in der Medizin haben. Ich vermute, das war nicht einmal das seltsamste Gespräch, das an diesem Tag während des BuCons stattfand.

Tommy Krappweis in seinem Element
Von Amrûn nahm ich mir ein Exemplar der frisch erschienenen Horror Legionen 3 mit. In dieser Anthologie sind einige meiner deutschsprachigen Lieblingsautoren vertreten, außerdem waren ein paar von ihnen anwesend. Die Gelegenheit musste ich doch gleich nutzen und machte mich erst einmal auf Autogrammjagd. Am Ende des Tages hatte ich die Unterschriften von Simona Turini, Piper Marou, Bernar LeSton, Torsten Scheib und Markus K. Korb ergattert.

Es ist schon ein Wahnsinn, wen man alles auf dem BuCon treffen kann. Nicht nur viele befreundete Autoren, auch ein paar richtig große Namen der phantastischen Literatur waren wieder dabei, zum Beispiel Markus Heitz oder die Orgel-Brüder. Und diesmal schaffte ich es, mir einen Vortrag von Tommy Krappweis anzuhören. Er sprach über Fantasy und Humor, zeigte anhand von ein paar Beispielen aus seinen eigenen Werken, wie Humor in einer Fantasygeschichte funktionieren kann und machte das auf eine sehr sympathische, unglaublich lustige Art und Weise.

Unterhaltsam war auch das Amrûn-Panel, das ich - genau wie den Krappweis-Vortrag zuvor - zusammen mit Thomas Williams (noch so ein Lieblingsautor) besuchte. Jürgen Eglseer stellte acht Autoren nebst ihrer neuesten Werke vor: Susanne Pavlovic stellte ihren neuen "Feuerjäger"-Band vor. Das Buch ist so ein Klotz, das steht von alleine und enthält mit Sicherheit wieder eine großartige Geschichte. Der erste Teil gewann im letzten Jahr den Deutschen Phantastik Preis. Janika Hoffmann präsentierte ihren Jugendfantasyroman "Drachenkralle". Carolin Gmyrek plauderte über ihre Zombienovelle "Zirkus", die innerhalb des Zombie Zone Germany Universums spielt. Um Zombies geht es auch bei Simona Turini, allerdings eher wissenschaftlich, denn sie verarbeitete in ihrem als Magisterarbeit entstandenen Sachbuch "Sie sind da" Zombies als Figuren in Literatur und Film.
Von links: Jürgen Eglseer, Susanne Pavlovic, Janika Hoffmann, Carolin Gmyrek, Torsten Scheib, Simona Turini,
Christian Günther, Markus K. Korb. Nicht im Bild: Michael Marrak. Zufällig im Bild: BuCon-Organisator Roger Murman

Torsten Scheib lässt es gleich so richtig krachen, denn in seinem Roman "Götterschlacht" geht es um nichts Geringeres als Ragnarök - das Ende der Welt. Christian Günther entführte nach Faar, die fantastische Welt, die er erfunden hat und die er als "Lovecraft mit Äxten" beschreibt. Markus K. Korb stellte seine Geschichtensammlung "Spuk!" vor und nannte die darin enthaltene Kurzgeschichte "Die Quote" als seinen persönlichen Favoriten. Zu guter Letzt - tatsächlich mit Verspätung - erzählte Michael Marrak ein bisschen über seinen "Kanon mechanischer Seelen", eine wahrscheinlich total verrückte Geschichte, die gut 12.000 Jahre in der Zukunft spielt. Das beobachte ich schon eine Weile und habe es vorgemerkt, denn Marrak schreibt hypnotisierend gut.

Mit Thomas Williams beim Krappweis
Danke für den Kaffee!
Ich hatte mir aufgrund meines ohnehin schon irre hohen Stapels ungelesener Bücher ein strenges Bücherkaufverbot auferlegt und dieses auch - bis auf die Horror Legionen - auch eingehalten. Aber auf dem BuCon kann man schon schwach werden. Allein bei Amrûn hätte ich mich um Kopf und Kragen kaufen können.

Also nutzte ich die Zeit lieber, um mit vielen lieben Buchmenschen zu plaudern, herumzualbern, zu fachsimpeln, Kaffee zu trinken und mir noch ein paar Lesungen anzuhören, so auch die von Tom Daut, der auf sehr charismatische Weise in seine dystopische Welt von "Anno Salvatio" entführte.

Ich verbrachte gut neun Stunden auf dem BuCon, aber die Zeit verging wie im Flug. So intensiv, so lustig, so spannend - das war wieder ein echtes Highlight, und ich weiß, ich bin mit diesem Eindruck nicht allein. Wollen wir hoffen, dass die Zeit bis zum nächsten BuCon ebenfalls wie im Flug vergeht.




Regina Schleheck las vom "Dölfchen"

Markus Heitz von oben belauscht

Von Tom Daut mitreißen lassen


Dienstag, 11. April 2017

Die Einhörner sind los!

Seit dem 1. April 2017 machen sie Amazon unsicher. Seit wenigen Tagen auch als Taschenbuch-Ausgabe. 13 Geschichten über das wohl verkannteste Wesen der Fabelwelt. Ja, Einhörner sehen wunderschön aus. Wie sie mit ihrem strahlendweißen Fell und ihrer im Winde wehenden Flauschmähne über grüne, blumengesprenkelte Wiesen stolzieren, wie sie ihr glänzendes Horn in den Himmel recken und anmutig mit den feingliedrigen Hufen scharren.

Aber passt bloß auf! Das ist alles Tarnung! Einhörner sind gemeine, hinterhältige Biester, sie sind gefährlich, sie sind angriffslustig, sie sind böse durch und durch. Einhörner, das sind ... bewaffnete Pferde! Jawohl!

Es wurde wirklich Zeit, dass mit all den Mythen über das sanftmütige Wesen aufgeräumt und die Wahrheit ans hässlich-grelle Licht gezerrt wird.

In der Anthologie "13 Shades of Unicorn" erfahrt ihr alles, was ihr schon immer über Einhörner wissen wolltet, aber nicht im Traum auf die Idee gekommen wärt, es auch zu fragen. Und wenn ihr mit der Lektüre durch seid, werdet ihr diese weißen Biester mit anderen Augen sehen, versprochen!

Hier der offizielle Klappentext:

Wenn ihr in diesem Buch sternenstaubfurzende, regenbogenkotzende, softeiskackende und marshmallowrülpsende Einhörner erwartet, dann legt es am besten gleich wieder zur Seite.
Wie das sooft mit der Wahrheit ist: sie tut weh.
Hier tut sie gleich dreizehn Mal weh, denn ebenso viele Autoren räumen mit Kleinmädchenträumen auf.

Dreizehn Geschichten, von denen jede auf ihre Art ein Fünkchen Wahrheit enthält.
Endlich ist Schluss mit der Verniedlichung der horntragenden Fabelwesen!
Unsere Enthüllungen über die wahre Natur dieser Biester wird die Gesellschaft wie ein Erbeben erschüttern!
Nach der Lektüre dieses Buchs wird nichts mehr so sein, wie es einmal war!

Ladies and Gentlemen ...
Ring frei für einen Blick auf die Welt der Einhörner, wie ihr ihn zuvor bestimmt noch nicht hattet!
Ring frei für
13 SHADES OF UNICORN

Und hier die erlesene Riege der Autoren und ihre Geschichten:

DIE SACHE MIT DEM EINHORN - Jana Oltersdorff

TALYNN - Tobias Habenicht

DER HENGST DER RINGE - Rosa Leber

GRIMMS THEATER - Jane Breslin

»ZUM SCHWARZEN EINHORN« - Annika Leonhardt

DIE NACHT DER FLEISCHFRESSENDEN EINHÖRNER - Thomas Williams

DAS BLUTHORN - Andreas März

DIE GEDRECHSELTEN UNIKATE DES FRANZ Z. - Markus Kastenholz

JONNY GOES NACHTMAHR - Candy Hecht

EINHORN-JOE - A. M. Arimont

DER JÄGER UND DAS EINHORN - Julia Raschke

GOLDEN GLÄNZT DER EINHORNMOND - Jasmin Krieger

DER PROFI - Torsten Scheib

Ich freue mich total, dass Herausgeber Markus Kastenholz und seine nicht minder charmante Verlagspartnerin und Mitautorin Jasmin Krieger meine böse Einhorngeschichte ausgewählt haben. Noch mehr freue ich mich, dass ich wieder mit Torsten Scheib in einer Anthologie veröffentlicht bin. Und am allermeisten freue ich mich, dass es endlich geklappt hat, mit dem genialen Thomas Williams, dessen Kurzgeschichten ich total verehre, in einer Anthologie veröffentlicht zu werden. Mein Dank an Thomas, der zum einen ja der Vater des Gedanken hinter diesem Buch war und zum anderen mich drauf gebracht hat, daran mit einer eigenen Geschichte teilzunehmen.

Es war mir ein großes Vergnügen, und ich bin mir sicher, dass unsere Einhörner die Buchwelt rocken werden!

Gleichzeitig ist es die erste Veröffentlichung des frisch gegründeten Verlags K&K Books. Ich gratuliere euch, Markus und Jasmin, und wünsche euch noch viele weitere spannende und erfolgreiche Buchprojekte. Wer weiß, vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja bald wieder ...

Holt euch "13 Shades of Unicorn" als Taschenbuch oder E-Book.

Ich wünsche viel Vergnügen bei der Lektüre!

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Rezension: "Diabolos" - Luzifer-Verlag


Bild: Luzifer-Verlag
Diese Anthologie aus dem Luzifer-Verlag hat wohl eines der geilsten Cover des Jahres. Eine meisterhaft dargestellte dämonenhafte Gestalt, seelenlose Augen, die Gier ausstrahlen, ein weit aufgerissenes Maul, aus dem Geifer tropft, der mit Sicherheit tödlich giftig ist. Und dazu der Titel: Diabolos. Da weiß man doch gleich, woran man ist. Zartbesaitete werden hoffentlich davon abgehalten, dieses Horror-Machwerk auch nur zu berühren, und wahre Gourmets des Genres dürften beherzt zugreifen und sich zu Recht auf herrlich gruseligen Lesegenuss freuen.

Ich will gern auf einige der Texte im Einzelnen eingehen:

Gleich der erste Beitrag "Eine kurze Geschichte über den Tod und den Untod" von Vincent Voss hat den mit Abstand besten ersten Satz der gesamten Anthologie. Hätte ich die darin als Rückblick eingeschobenen Passagen nicht als etwas zäh und langatmig empfunden, wäre diese Geschichte mit Sicherheit unter meinen Top-3-Favoriten gelandet. Der Hauptplot jedenfalls ist richtig spannend und packend.

"Die Verschwörung" von Dirk Alt fand ich auch ziemlich spannend und unterhaltsam zu lesen. Bis zum Schluss hadere ich als Leserin mit der Frage, wieviel von dem, was der Protagonist erlebt, Einbildung ist und wieviel Realität.

Die gesellschaftskritisch angehauchte Story "Penner" von Thomas Backus hat mir ausgesprochen gut gefallen. Gerade weil der Realitätsbezug so klar war, weil die geschilderten Vorkommnisse sich so authentisch anfühlten, als könnte genau so etwas wirklich geschehen, stellte sich bei mir ein sehr "echtes" Horrorgefühl ein.

Aus der Feder von Michael Dissieux stammen gleich zwei Beiträge: "Der Fluch der Hexe" und "Das dunkle Vermächtnis". Beide spielen in einem unheimlichen englischen Städtchen namens Arc's Hill, beiden haftet ein gewisser altmodischer Charme an, ein bisschen Horror der alten Schule, dennoch tragen beide die für Dissieux so typische Handschrift. Mir persönlich gefiel die Geschichte von der Hexe besser. Sie erschien mir wie eine klassische Geistergeschichte, aber mit einem verdammt hohen Gänsehautfaktor, noch dazu mit einer tragischen Beinote und einem üblen Ende.

Apropos übles Ende. Ich liebe Bad Ends. Das beste hat meine Lieblingsgeschichte aus diesem Buch: "Wie die Lemminge" von Torsten Scheib. Bei dieser abgedrehten Story hatte ich am meisten Spaß. Bitterböse und mit deftigem, schwarzem Humor gewürzt.

Last but not least möchte ich hier die letzte Geschichte im Buch erwähnen, die beweist, dass das Beste eben doch gern zum Schluss kommt. Rona Walter lässt hier einen dandyhaften Soziopathen in Aktion treten, der seinen eigenen Spielregeln zum Opfer fällt. Schon im ersten Absatz wird de Quincey perfekt charakterisiert. Auch hier ist wieder feiner schwarzer Humor eingearbeitet, und von Rona Walters wundervollem Stil konnte ich mich ja schon bei ihrem Buch "Gläsern" überzeugen.

Die anderen Beiträge aus der Anthologie erwähne ich jetzt nicht weiter, weil sie mir entweder nicht so zugesagt haben oder mir einfach nicht so im Gedächtnis hängengeblieben sind. Aber so ist das eben bei Anthologien: Selten passiert es, dass mir jede Geschichte gleich gut gefällt oder jeder Beitrag meinen persönlichen Geschmack trifft. Anthologien sind ein bisschen wie Wundertüten - man weiß nicht genau, was drin steckt, aber das ist ja gerade das Tolle daran.

So setzt sich meine persönliche Diabolos Top 3 aus diesen Geschichten zusammen:

Torsten Scheib - "Wie die Lemminge"
Rona Walter - "Classico"
Michael Dissieux - "Der Fluch der Hexe"

Gern gelesen und für Freunde des deutschsprachigen Horrors absolut empfehlenswert - erst recht für solche, die es werden wollen.